Sieben am Sonntag 16.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Normalerweise habe ich ja eine bis jetzt grade unsausgesprochene Regel, das ein Künstler in der Musik der Woche nur eine Erwähnung bekommt. Aber heute ist Ostern und da brauche ich ein Video mit einem Hoppelhäschen, also gibt es ein Metalcover von Psys Gangnam Style vom schwedischen Metalcoverversioneneinspieler Leo Moracchioli. Den gab es hier zuletzt Anfang März, damals mit Scatman.

Beschluss der Woche

Frankreich hat beschlossen, das Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland bei Freiburg abzuschalten. Zwar wird es mit Abschaltung 2018 nur durch ein anderes AKW ersetzt, aber wenigstens ist damit eines der beunruhigenderen Uralt-Kraftwerke vom Netz. Das AKW Fessenheim liegt derzeit ohnehin still und nun dürfen wir hoffen, dass es in seiner kurzen Restzeit nie wieder eingeschaltet wird.
So kann Frankreich zwar weiter lustig Atommüll produzieren, aber wenigstens fliegt er uns nicht mehr ganz so schnell um die Ohren.

Abschaltung der Woche

Nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich abgeschaltet ist seit dieser Woche dann auch Kopp Online. Die Seite, das Zentrum für rechte Verschwörungstheorien, besonders alberne Falschmeldungen und selbst für Esoteriker zu bescheuerten esoterischen Quatsch, wird fortan nicht mehr mit neuen Inhalten beliefert. Offenbar war selbst die Leserschaft dieses Mists nicht bereit, dafür auch noch Geld zu zahlen.
Das lässt hoffen, was die Zukunft der Verblödung angeht. Vielleicht lesen die Leute den Schrott tatsächlich nur hipstermäßig-ironisch. Das wäre schön.

Zubehör der Woche

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Aus Griechenland kommt eine etwas günstigere Alternative zum Wetterschutz des Velomobils: Der Regenschirmhalter fürs Fahrrad von Senz erscheint mir zwar ein wenig überbepreist, aber was weiss ich denn schon, schließlich habe ich ja noch nie einen Regenschirmhalter fürs Fahrrad gehabt. Oder gemacht. Okay, ich habe schonmal einen Sonnenschirmhalter fürs Fahrrad gemacht, aber dafür musste ich auch nur zwei Ringschellen mit zwei weiteren Ringschellen am Rahmen festmachen. Was vermutlich auch reichen würde. Hmm.
Okay, günstigerer Plan: Viererset Ringschellen gibt’s im 1-€-Shop, aber ich sag nicht,für wieviel.
Hilft zwar nicht gegen Chemtrails, aber da Kopp Online ja nicht mehr bespielt wird, gibt es die ja auch nicht mehr.

Elektromobile der Woche

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort - Bild: E.Go Mobile AG

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort – Bild: E.Go Mobile AG

Stuttgart und Wolfsburg fallen in Sachen Elektromobilität ja eher dadurch auf, komplett den Anschluss zu verpassen. Womit das Ende der deutschen Autoindustrie absehbar wäre, gäbe es da nicht die RWTH Aachen. Während der von dort stammende eScooter der Post überaus erfolgreich ist und bald auch in den Privatverkauf gehen könnte, nachdem die Post diese Woche den Bau eines zweiten Werkes ankündigte, rollt 2018 ein weiteres aachener Elektroauto auf die Straßen.
Der E.Go Life der neuen Firma E.Go MObile AG, dessen kleiner Bruder E.Go Kart übrigens als vierrädriges Fahrrad gefahren werden kann und vom Bau sehr leicht mit einem Dach versehen werden könne, lassen sich bald vorbestellen und sollen dann nächstes Jahr vom Band rollen. Mit 16.000 € ist er zwar ein ganzes Stück teurer als Renault Twizy, dafür liegt er aber vom Bautyp ohnehin eher auf dem Level eines Twingo.
Ich hoffe meine Versuche, so zu tun, als wüsste ich irgendwas von Autos, haben funktioniert.

Buch der Woche

felgenkillerIch hatte bereits erwähnt, dass es diese Woche einen neuen Krimi von Thomas M. Claßen gibt, der in einer fiktiven Großstadt am Niederrhein namens Grawenhorst spielt, welche verdächtig einer Großstadt am Niederrhein namens Mönchengladbach ähnelt und die gleich zu Beginn in einen Wald führt, der verdächtig dem Stadtwald ähnelt? Mal abgesehen von all den Dingen, die in einem Krimi ohnehin verdächtig sind, weil es sich schließlich um einen Krimi handelt?
Hatte ich schon? Na, dann ist ja gut.
Und trotzdem muss ich jetzt noch ein bisschen mehr schreiben, denn sonst sieht die Seite schief aus, weil das Bild links neben diesem Punkt mit dem Bild vom nächsten Punkt kollidiert und das dann seltsam aussieht. So ist das halt beim Schreiben in einem dynamischen Medium wie dem Internet und Fließtext in HTML. Manchmal muss man gezielt viel schreiben, um den Abstand zwischen Objekten sicherzustellen. Zumal ich ohnehin ein tägliches Schreibziel von 1.000 Wörtern habe und da es schon spät ist wäre es absolut töfte, wenn ich das noch mit diesem Blogbeitrag erreichen würde.
Jetzt sind es übrigens 917 Wörter mit dem Teiltext, der gleich noch kommt. Das ist schonmal nicht schlecht, aber die Bilder sind noch nicht ganz getrennt.
Na gut, ich hätte auch einfach das Bild verkleinern können, aber man muss ja nicht immer den einfachen Weg gehen. Es klappt ja auch so und jetzt ist es vollbracht.
Das Buch hatte ich schon erwähnt, nicht? Gut. Felgenkiller. Gibt’s im Buchhandel. Und bei Amazon. Unter anderem.

Penis der Woche

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig - Bild: Werner Kerschbaummayer

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig – Bild: Werner Kerschbaummayer

Für eine Religion, deren zweitwichtigstes Symbol auffällig antiken Darstellungen einer Vagina ähnelt, hat das Christentum erstaunlich viel Probleme mit Geschlechtsorganen. So auch im österreichischen Traunkirchen, wo ein Sammler neben einem Pilgerpfad ein neu erworbenes Kleinod aufgestellt hat. Das erbroste die Gemeinde und so gab es vorhin verlinkte Presse-Berichterstattung zu der ganzen Affäre. Was offenbar durchaus in der Absicht des überaus amüsanten Grundbesitzers lag.
Nun, der Konflikt wurde gelöst. Auf die bestmögliche Weise.
gnihihi - BIld: Werner Kerschbaummayr

gnihihi – Bild: Werner Kerschbaummayr


Das große Felgensterben hat begonnen

Es ist ein paar Tage her, dass ich zuletzt ein deutschsprachiges Buch hier vorgestellt habe. Zweieinhalb Jahre, um genau zu sein. Und diesmal ist es noch nicht mal von mir, sondern von einem Freund in einem Genre, dass es von mir bisher noch nicht gegeben hat: Krimi! Regio-Krimi, Fahrradkrimi, Krimi mit so mancher Leiche. Und doch gibt es eine kleine Gemeinsamkeit: Sowohl in meinem aktuell letzten deutschsprachigen Buch Khamel als auch in Thomas Claßens Felgenkiller gibt es ein Mönchengladbach, das nicht so heisst – sei es nun Kalmrill oder Grawenhorst.
Doch eins nach dem anderen:

Felgenkiller-Das-BuchIn „der niederrheinischen Großstadt Grawenhorst“ sterben mehrfach Radfahrer auf Touren. Der ein oder andere wird an der Gestaltung des Zwischentitels bemerkt haben, dass dies kein unblutiger Krimi ist, es gibt durchaus mehr als eine Leiche.
Ebenso gibt es natürlich mehr als einen Verdächtigen, darunter Protagonist Manni, der bald selbst nachforscht. Und natürlich ausreichend Spuren und Überraschungen, um die Spannung für 308 Seiten zu halten.

Inspiriert hat Thomas dazu die Tatsache, dass unter all den Krimis, die ständig im Deutschen erscheinen, kein Fahrradkrimi zu finden war. Dies fiel ihm angesichts des Pferdesportkrimis eines Freundes (Aufs falsche Pferd gesetzt von Ulli Holst) auf und so begab er sich an Felgenkiller. Übrigens hatte ich Thomas eine Weile im Verdacht, Ulli Holst zu sein, der ja offen als Pseudonym auftritt. Nun, er war es nicht, aber dafür gibt es jetzt einen Krimi von ihm unter eigenem Namen — darüber mag ich mich nun wirklich nicht beklagen.
felgenkillerUnd tatsächlich: Während Pferdekrimis ein eigenes kleines Subgenre mit immerhin 13 Einträgen bilden, gibt es selbst in der vielfältigen Selbstverlegerszene kaum Krimis mit einer Verbindung zum Fahrrad. Und Felgenkiller ist der einzige mir bekannte, wo nicht Ermittler oder Täter auf dem Rad kommen, sondern die Opfer, somit Radfahren tatsächlich zum thematischen Mittelpunkt der Handlung wird.
Auf dass das Fahrrad mehr literarische Beachtung erhält! Und wenn ich mit meinem eigenen Projekt im Radbereich jemals vorankomme übrigens auch ludische, aber das ist ein anderes Thema für ein andermal.

Kaufen? Kaufen!

Felgenkiller von Thomas Maria Claßen ist seit gestern für 12 € als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich (wie gesagt, ich habe für diesen Blogbeitrag einen Feiertag übersehen), zum Beispiel diesen Buchhandlungen in NRW und Roermond (NL) und bei Amazon.
ISBN 978-3-9611123-1-9
Mehr Informationen auf der Webseite des Buchs und der Facebook-Seite des Autors.


Sieben am Sonntag 09.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich habe Ideen. Viel zu viele Ideen. Und ich sage sie keinem, solange sie nicht reif sind. Aber ich kann immer mal wieder andeuten. Und in dieser fahrradhaltigen Woche ist es eine Idee, die mit Fahrrädern zu tun hat. Mal sehen, ob ich daraus was größeres mache. Eigentlich habe ich für den Rest des Jahres genug Projekte, was Veröffentlichungen angeht (da geht im Mai eine größere Aktion los).
Vielleicht gegen Jahresende. Oder zum Vormerken für 2018. Mal schauen. Genießt erstmal eine 8Bit-Version von Queen Bicycle Race.

Privileg der Woche

Endlich versteht jemand die besonderen Dränge langer Radreisen - BIld: Oliver Jansen

Endlich versteht jemand die besonderen Dränge langer Radreisen – Bild: Oliver Jansen

Spielerei der Woche

Videospiele wie Tetris können etwas ähnliches wie Ohrwürmer auslösen, nur halt mit einem immer wieder erscheinenden mentalen Bild statt mit Musik. Abgesehen davon, dass grae Tetris auch einen ganz klassischen Ohrwurm auslösen kann.
Nun sind Mediziner auf die Idee gekommen, mit diesem Effekt die Bildung traumatischer Flashbacks zu verhindern, wie sie für PTSD typisch sind. Und es funktioniert auch, wenn das Spiel innerhalb von sechs Stunden nach dem traumatischen Erlebnis eingesetzt wird. Das ist doch mal eine interessante Variante von therapeutischem Videospiele-Einsatz.

Ding didelding didelding didelding didelding diding ding ding ding ding

Ding didelding didelding didelding didelding diding ding ding ding ding

Wolkenkratzer Bodenkratzer (?) der Woche

Okay, ich sage es gleich zu Anfang: Dieses Gebäude ist aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem gegenwärtigen Stand der Technik nicht möglich. Es ist kein Material bekannt, dass solche Gewichte frei tragen könnte. Jedes bekannte Material würde schon unter seinem eigenen Gewicht zerreissen, wenn es auf diese Weise aus dem Orbit hinunter zum Boden gehängt wird. Und ich will gar nicht wissen, wie sehr das schaukelt.
Worum es geht? Um den Analemma Tower,eine Konzeptstudie eines Architekturbüros in „planetarem Design“. Es handelt sich um einen mehrere Kilometer hohen Turm, der an einem eingefangenen Asteroiden im Orbit befestigt wird und von dort in die Atmosphäre hinunterhängt.
Entwürfe dieser Abgefahrenheit gibt es schon lange. Ich erinnere mich gut an Ideen aus den 70ern, eine fliegende Stadt zu bauen oder einen künstlichen Berg aus Wohneinheiten. Das ist alles abgefahren, bekloppt und oft kaum bis gar nicht physikalisch möglich, aber als Vision irgendwie auch cool.

Nein, der Analemma Tower reicht nicht so hoch, der geht so weit runter - Bild: Clouds Architecture Office

Nein, der Analemma Tower reicht nicht so hoch, der geht so weit runter – Bild: Clouds Architecture Office

Garten der Woche

Ganz toll, jetzt hab ich Gottlieb Wendehals als Ohrwurm. Kann ich zu Tetris zurück? - Bild: Indiegogo/Ponix Systems

Ganz toll, jetzt hab ich Gottlieb Wendehals als Ohrwurm. Kann ich zu Tetris zurück? – Bild: Indiegogo/Ponix Systems


Das ist Herbert. Der heisst so, weil Österreich.
Herbert ist ein Kräuteraufzuchtsystem für die Küche. Es hat sein Crowdfuding-Ziel bei Indiegogo immerhin mal eben verfünffacht und nun kann damit bald jede/r seine Kräuter an der Küchenwand anbauen. Oder auch an der Wohnzimmerwand, wenn man will.

Petition der Woche

Scheussliches LIla ignorieren, Text lesen! - Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Scheussliches LIla ignorieren, Text lesen! – Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Es läuft auf Initiative der Grünen eine Petition für ein Pilotprojekt, ein NRW-weites Tagesticket für zwei Euro anzubieten. Es soll ein erster Schritt zur Überwindung des komplizierten Tarifverbündesystems im Land sein. Warum wir dafür Unterschriften sammeln? Um zu zeigen, dass das keine spinnerte Idee einer Kleinpartei ist, sondern viele Menschen dahinterstehen. Das ist wichtig, denn der Lobbyismus in der Politik tendiert erschreckend stark zum Auto. Um das zu überwinden, müssen die Alternativen wie eben der ÖPNV eine ebenso starke, wenn nicht stärkere Lobby bekommen. Diese Lobby können wir alle sein.

Eröffnung der Woche

Geplante Radstation MG, Bild: Stadt MG

Geplante Radstation MG, Bild: Stadt MG

Ich sage es heute nicht erstmals, selbst in diesem Blog nicht, wenn ich feststelle, dass Politik eine Disziplin des langen Atems ist. Apnoe-Tauchen ist quasi Politik für Weicheier.
Aktuelles Beispiel: Die Radstation Mönchengladbach. Wir haben den Antrag zur Erkundung der Optionen 2011 im Rahmen der Ampelkoalition gestellt. Daraus wurde 2012 ein Baubeschluss mit dem Konzept, die Radstation in eine Lücke neben dem Haupteingang des Hauptbahnhofes MG zu bauen (siehe links oder oben, je nachdem, auf welchem Gerät Sie diesen Beitrag lesen). Damit gab es dann Probleme und die Station wanderte nachträglich auf die Rückseite des Bahnhofs, wo sie seit Freitag endlich eröffnet ist. Damit stößt die einzige Stadt mit zwei Hauptbahnhöfen zu der illustren Gruppe aus Essen, Mülheim/Ruhr und Lünen von Städten mit zwei Radstationen. Die 665 Stellplätze sind deutlich mehr als Düsseldorf (500) oder Neuss (550) zu bieten haben. Mit zusammen 871 Stellplätzen geht die Stadt auf Platz vier der Radstationsstellplätze hinter Münster, Köln und Rheine. Für alle, die angeben wollen, sollte das genügen.
Positiv überrascht war ich doch, dass ich dank des vielen Raum um die Abstellanlagen tatsächlich mein Liegerad mit seiner langen Nase unterbringen kann. Das ist in anderen Stationen, wie etwa in Rheydt, nicht möglich. Nun gibt es keinen Grund, ausgerechnet mein Langstreckenfahrad dort abzustellen, aber hey, die Möglichkeit zu haben ist schon nicht schlecht. Und es gibt ja auch Liegeradler, die mehr als drei Kilometer von der Station entfernt wohnen,
für die ist das durchaus nützlich.
Gut aussehen tut sie auch noch. Zwar sind dafür einige Abstellplätze verschwunden, aber die waren ganz ehrlich in einem Zustand, dass ich da nie ein Rad geparkt hätte. Dreckig, dunkel, geschmückt mit Fahrrad- und Schnapsleichen.
Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. Da muss irgendwo ein Nest sein.

Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. In der Gegend muss irgendwo ein Nest sein.


Sieben am Sonntag 02.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ihc kann nicht glauben, dass ich in diesem Blog noch nie ein einziges Wort zu Kung Fury verloren habe. Kung Fury ist großartig! Etwa eine halbe Stunde 80er-Nostalgie der abgefahrensten Art. Der Film ist 80er als die 80er es je waren, mit Kampfsport, Nazis, Wikingern auf Dinosauriern, Hackern, dem Powerglove und allem, was die 80er an Abgefahrenheit gern zu bieten gehabt hätten. Und David Hasselhoff.

Überraschung der Woche

Und tschüss!

Und tschüss!

Sagt mal, dieses Brexit-Ding, das hätten die Briten uns schon ruhig früher sagen können. So im letzten Juni zum Beispiel. So um den Dreh rum.
Die Presse immerhin war überrascht genug, dass es von Eilmeldungen nur so gewimmelt hat. Ich weiss, die Altmedienmühlen mahlen langsam, aber das ist schon albern. Ja, wir haben erst ein paar Stunden zuvor hören können, wann der Anrag denn nun kommt, aber das war auch alles. Es ist ja nicht so, dass das nicht berichtenswert wäre, aber Eilmeldungen, wirklich?
Hat irgendwer ernsthaft erwartet, dass die britische Regierung jetzt noch einen Rückzieher macht? So wenig mir das gefällt, es war eine Volksabstimmung! Gut, mit Demokratie hat es die EU ja leider nicht so, die überlässt sie ihren Mitgliedsstaaten.
Ich wünschte wirklich wir hätten ein Nachfolgekonzept für die Europäische Union, denn in einem haben die Briten ja Recht: Das Projekt läuft mächtig schief. Von der Euphorie der Vereinigten Staaten von Europa, die sich in den 90ern abzeichnete, sind wir wieder weit entfernt. Was davon übrig ist, ist ein technokratisches Bürokratiegebilde, das dringend reformiert werden müsste. Was allerdings durchaus Angela Merkels gelebtem Staatsverständnis zu entsprechen scheint, welches sich zunehmend gesellschaftlich durchsetzt. Irgendwas ist da verdammt schiefgelaufen.


eBook der Woche

Tuning the Symphony kommt hier als Tipp für all jene herein, denen die Titelgeschichte von How to Sing Butterflies gefiel/gefällt. Die Ähnlichkeit scheint Zufall zu sein, dennoch haben wir in Grundzügen eine ähnlich aufgebaute Welt, in der Musik als Magie fungiert und die Grundlagen des Universums selbst verändern kann.
In William C. Tracys Fantasy-Welt dient die Kunst der Maji genannten Zaubersinger unter anderem dazu, Portale zu fremden Welten zu öffnen und so beginnt eine Jagd nach einem Vermissten und der Kampf gegen eine Verschwörung quer durch den bekannten Kosmos.
Das Buch ist zur Zeit für Kindle-Leser gratis zu haben.

Baggerei der Woche

Die Anträge um Erweiterung des Braunkohlenabbaus in Brandenburg sind vorerst auf Eis. Das ist jetzt noch nicht so ideal, aber im Moment sehe ich kein Szenario, unter dem die Braunkohle je wieder wirtschaftlich werden könne, auch wenn RWE hier immer noch auf den Atomausstieg als großes Argument hofft.
Leider laufen die Gespräche um die Eröffnung eines neuen Tagebaus in Sachsen mit Aussicht auf „Erfolg“ weiter.
Ich bin froh, dass es Rückschläge für die Zerstörer gibt. Diese Form von Ökoterrorismus (Terrorismus gegen die Umwelt) aus Profitgier muss unterbunden werden.

Fahrrad der Woche

Geht gleich baden: Der River Rider - Bild: Instructables

Geht gleich baden: Der River Rider – Bild: Instructables

Schwimmende Fahrräder gibt es hier immer mal wieder. In der regel sidn es recht wuchtig wirkende Geräte mit großen Styropor-Schwimmkörpern oder gar amphibische Tretboote.
Will, pardon, W1LL7 hat bei Instructables ein Projekt vorgestellt, das wesentlich eleganter wirkt. Wenigstens, solange es an Land ist. Die Styroporschwimmkörper seitlich der Räder werden für den Schwimmeinsatz heruntergeklappt und tragen in der Tat Rad samt Fahrer. Er sagt, er habe dieses Fahrzeug gebaut, um sich auf dem Rückweg von der Arbeit einfach den Fluss heruntertreiben zu lassen, der neben seinem Radweg läuft.
Ein Antrieb wird noch angebaut, bis jetzt hat das Rad erstmal seine erfolgreichen Auftriebstests hinter sich.

Sicherheitsnachweis der Woche

Japan fährt einen problematischen Atommeiler wieder hoch. Vermutlich ist die Sicherheit dieser Technologie ausreichend dadurch bewiesen, dass Fukushima weiterhin so stark verstrahlt ist, dass selbst Roboter im Inneren des Reaktorblocks nicht überleben. Roboter! Die Dinger, die wir überall dorthin schicken, wo es für Menschen viel zu tödlich ist. Die verrecken dort!
Und die japanische Regierung arbeitet fleissig daran, noch so ein paar potenzielle Höllenpfuhle bereitzuhalten.

Bildstörung der Woche

Selbst ohne ein klassisches Rundfunkgerät zu besitzen, habe ich es deutlich mitbekommen, dass das Fernsehen diese Woche offenbar Sepuku begangen hat. Wurde aber auch mal Zeit.
Oder kokret, das vor nicht soooo langer Zeit teuer eingeführte DVB-T hat in DVB-T2 seinen Nachfolger gefunden und ersteres wurde nun abgeschaltet. Ausser im nahezu komplett nicht abgedeckten Sachen und Thüringen, was so eine Art Tradition aus DDR-Zeiten ist, als es dort teils keinen Empfang des Staatsfernsehens gab.
Nun ist das Fernsehen bereits jetzt ein Medium im Überlebenskampf. In so einer Situation kurzerhand eine Umstellung durchzusetzen, die von den Zuschauern nicht nur ein merkliche Investition erfordert, sondern das Privatfernsehen auch (trotz weitehrin vorhandener Werbung) auf ein bezahltes Abomodell umstellt. Ich meine, die Privatsender sind ja als Kokshöllen verschrien, ich hätte nur nie gedacht, dass es so heftig ist.
Effekt dessen ist, dass sich nun auch die anderen etablierten Altmedien endgültig vom Fernsehen abzuwenden scheinen. Kabel und Satellit sind zwar noch nicht betroffen, aber wann diese folgen, scheitn nur noch eine Frage der Qualität des Kokains Zeit zu sein.


Sieben am Sonntag 26.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich habe mich einige Zeit schon gefragt, wo der Sinn darin liegt, Die Schöne und das Biest als Realfilm neu zu verfilmen. Und zwar nicht das Buch, sondern das Drehbuch zur Disney-Version. Ich meine, der Film war so gut wie perfekt. Was ich dabei natürlich nicht bedacht hatte war, dass Deadpool in dem Film nicht vorkam. Glücklicherweise haben ein paar Fans auf Youtube dieses Manko ausgleichen können.

Handyzubehör der Woche

Ein Hund wird mit einem tennisball dazu gebracht, in die Kamera zu schauen

Aber schnell, sonst beisst Schlabberschnäuzchen ins Telefon und apportiert es – Bild: Clever Dog Products/Indiegogo

Hier ist etwas, was so gut wie nie funktioniert: Haustiere im Porträt fotografieren.
Es ist ausserdem etwas, was eine herrlich bekloppt wirkende Lösung hat: Die wunderbar benannte Firme Clever Dog Products verkauft jetzt diese Lösung. Der Pooch Selfie ist eine Halterung, mit der man einen (mitgelieferten) Tennisball oben am Handy fotografiert. Hasso und Rex schauen auf den Ball, doch statt, dass ihn jemand wirft, blitzt es plötzlich.
Doofe hinterhältige Menschen.

Fahrrad der Woche

Entschuldigen Sie, Ihr Dach hat ein Loch! - BIld: Lindenau

Entschuldigen Sie, Ihr Dach hat ein Loch! – Bild: Lindenau

Bei der Suche nach Inspiration fürs Velomobildesign (ja, ich denke immer noch hin und wieder an diese Idee) stieß ich plötzlich auf das obige Foto eines neuen Modells, des Sunglieder One. Was mir auffiel, war der eindeutig düsseldorfer Hintergrund. Unverwechselbar der Medienhafen. Sollte es etwa ein neues velomobil hier aus der Gegend geben?
Und tatsächlich, der Sunglider One und sein offenes Schwestermodell Sunglider Easy stammen von hier. Sogar noch näher, als ich erwartet hatte: Es handelt sich um Modelle des Liegradbetriebs Lindauer aus Willich am Flughafen Mönchengladbach.
Ich erinnerte mich dunkel, dass da mal was geplant war.
Es handelt sich um Velomobile mit unterstützendem Motor, der in der Fahrt über Solarzellen aufgeladen wird. Damit erreichen sie eine beachtliche Reichweite und selbst wenn diese erschöpft ist, können sie als Fahrräder weiterfahren.
Das Design unterscheidet sich deutlich von bisher erhältlichen Velomobilen, die meist eine viel prominentere Raketenform haben. Was den Sunglidern an Aerodynamik fehlt, machen sie mit Technik wett. Nur leider sind sie damit auch für Velomobile in der oberen Preisklasse. Der Easy kommt auf für diese Fahrzeuge recht übliche 6.990 € während der geschlossene One es auf stolze 9.990 € bringt.

Spielzeug der Woche

Der Weg zur Weltherrschaft ist frei! In die Welt, meine Steine! Überwuchetr alles! Alles! - Bild: Nimuno Loops/Indiegogo

Der Weg zur Weltherrschaft ist frei! In die Welt, meine Steine! Überwuchert alles! Alles! – Bild: Nimuno Loops/Indiegogo

Zielerreichung ist das eine. Ziele übertreffen ist etwas anderes. Ein Ziel um 18000% zu übertreffen ist noch ein Mal etwas ganz anderes. Gut, bei einem Ziel von nur 8.000 $ nicht so schwer wie bei manch anderen Zielen, aber dennoch: Was macht ein Hersteller mit einem Überschuss von 1.439.981 $?
Das Produkt war aber auch perfekt für eine Internetkampagne, denn eines der Dinge, nach denen das Internet verrückt ist, ist Lego. Die dänischen Bauklötze sind ein noch größerer Hit als in so manchem Kinderzimmer.
Doch worum geht es nun? Nimuno Loops sind ein Klebeband, auf dessen Oberseite zu Lego passende Noppen angebracht sind. Damit kann man aus nahezu jeder Oberfläche eine Lego-Platte machen, um Figuren und Konstrukte darauf aufzubauen. Keine Ahnung, wie viel das Klebeband aushält, aber das wird sich zeigen. Denn genug Geld für die Serienherstellung ist ja jetzt definitiv vorhanden.

Plastik der Woche

Und noch ein wenig Plastikkram: Die TAZ vermeldet diese Woche, Forscher an der TU München arbeiten an einem biologisch abbaubaren Kunststoffersatz aus Ernteabfällen des Getreideanbaus. Nunja, strenggenommen Rückstände aus der Weissmehlproduktion, aber das sind jetzt Details.
Richtig bleibt natürlich, dass Vermeidung besser ist als Optimierung. Aber Plastiktüten sind nicht annähernd so vermeidbar, wie wir das gerne hätten. Spätestens, wenn man etwas feuchtigkeitsempfindliches wie Papier oder Gebäck kauft, braucht man doch wieder in irgendeiner Form eine leichte und wasserdichte Verpackung wie sie nur Plastik so gut bietet. Und als Mülltüten sind sie auch die beste verfügbare Option.

Besuch der Woche

Am Donnerstag hatten wir bei den Gladbacher Grünen Dr. Renate Knauf da, die das Konzept des Friedwaldes vorstellte. Hinter dem vom Friedhof abgeleiteten Begriff verbirgt sich ein Waldstück, in dem unter den Bäumen Urnen Verstorbener begraben werden. Die Urnen lösen sich nach drei Jahren im Boden auf und die Asche geht zurück in die Natur.
Anders als der Name suggerieren mag, ist der Wald dabei dort, wo dies gesetzlich möglich ist, nicht umzäunt (umfriedet), es ist nur ein Verweis auf den friedhofsähnlichen Charakter.
Zu hoffen ist jetzt natürlich, dass auch hierzustadte eine solche Einrichtung entsteht. Zum einen als Angebot (für mich wäre das als letzte Ruhestätte sehr attraktiv), zum anderen ist es aber auch eine Form von Nutzung, die den Erhalt des dortigen Waldes garantiert. Es ist kein Friedhof mit bunt geschmückten Gräbern, sondern eben ein weitestgehend natürlicher Wald, in dem Überreste und Schilder Verstorbener sowie einige Wege angelegt wurden.

Wahl der Woche

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

Das war zwar schon in der Woche davor, aber da hatte ich wegen eines weggelaufenen Fotoapparates noch kein Bild dazu und das sollte schon sein. Dann also diese Woche: Mit der letzten Wahl der Mitgliederversammlung bin ich nun Vorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach.
Ich denke, bei der Wahl hat sich mit Anita Parker (Sprecherin), Ulla Schmitz (Kassiererin), Lena Zingsheim, Franz Bauman, Gerd Schaeben und Peter Walter (Beisitz) sowie mir ein klasse Team zusammengefunden. Das Saarland deutet heute schwierige Wasser für die Partei an, aber da bekommen wir sie schon durch. Ich denke sogar, das ist die Gelegenheit, um Motivation zu schöpfen, besser zu werden. Lasst euch überraschen, von uns wird man hören.


Sieben am Sonntag 19.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Meine Youtube-Empfehlungen haben diese Woche angefangen, mich tief in die 90er zurückzuwerfen. Nun kann man musikalisch mit den 90ern nicht so viel falsch machen (selbst Sachen wie Barbie Girl waren wenigstens lustig-doof), das ist also ein ganz guter Fundus für die Musik der Woche. Ebensowenig kann man mit Christopher Walken falsch machen und die logische Konsequenz daraus ist natürlich Weapon of Choice.

Schlagzeile der Woche

Eine Kuh auf der Weide

Stellungnahme der Betroffenen: Muuuuh! – BIld: Dominik Schraudolf

Die Türkei wird von jemandem regiert, der vor nicht all zu langer Zeit ganz offensichtlich den Verstand verloren hat. Wir wissen nicht, was vorgefallen ist, aber es scheint offensichtlich.
Immerhin sorgt das ganze Theater aber für einige der amüsantesten internationalen Verwicklungen seit Erfindung der Presse. Die Ausweisung niederländischer Kühe aus der Türkei jedenfalls ist da schon ganz oben, mindestens gleichauf mit den Freedom Fries als Reaktion auf die französische Weigerung, in den zweiten Golfkrieg zu ziehen. Erinnert sich noch jemand daran?

Auszeichnung der Woche

Hajo Siemes, Boris Wolkowski, Lena Zingsheim und Gerd Schaeben verleihen für die Grünen die Goldene Kettensäge 2017 an die Mags

Na Glückwunsch! – Bild: Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach

Nachdem die Mönchengladbacher Stadttochter Mags, in die vor einiger Zeit Entsorgung, Grünpflege und Straßenerhalt ausgegliedert wurden sich dieses Jahr als eine veritable und nahezu wortwörtliche Axt im Walde erwiesen hat, bekam sie nun einen dazu passenden Preis überreicht.
Mal sehen, ob wir den von jetzt an jährlich weiterführen, Anlass genug dürfte es ja leider geben.

Rundfunk der Woche

Schriftzug von Arti TV

Bild: Arti TV

Kommen wir noch einmal in etwas ernsthafterer Weise auf die Türkei zurück. In Köln hat sich mit Arti TV als Reaktion auf die dortigen wenig amüsanten Inhaftierungen kritischer oder allgemein unliebsamer Journalisten ein exiltürkischer Fernsehsender gegründet.
Viel Erfolg, Leute!

Videospiel der Woche

Blick in ein Stasi-Verhörzimmer

Sieht komisch aus, weil es ein VR-Game ist – Bild: Vragments GmbH

Ich mag es, wenn Videospiele zu etwas größerem genutzt werden als für reine Unterhaltung. Das neueste Beispiel ist eine Anwendung, die allein die von mir oft verspottete VR-Technik legitimieren kann: In der akkurat rekonstruierten Simulation eines Stasi-Verhörs (für iOS und Android) bringt die Firma Vragments ein Stück Geschichte eindrucksvoll ins Leben.

Tram der Woche

Dresden hat seit 2000 eine Güterstraßenbahn. Das wusste ich nicht, finde ich aber gut.
Nun mag ich eigentlich keine Straßenbahnen, sie sind der natürliche Feind des Radfahrers, aber besser als Lkw ist das allemal. Vor allem, wenn sie sich von den Straßen fernhält und auf eigenen Trassen läuft. Da stört sie auch uns Radler nicht.

Recycling der Woche

Befeuchtete Sägespäne in einer Handpresse für Brickets

Matschen erlaubt! – Bild: Modern Day Redneck

Was macht man eigentlich mit dem ganzen Sägemehl, das in so einer Werkstatt ständig anfällt? In den meisten landet das ja im Restmüll. Die Weiterverarbeitung bringt Transport- und (meist maschinellen) Arbeitsaufwand mit sich. Nun, wie wäre es für Hobbyhandwerker mit dieser selbstgebastelten Presse für Bricketts aus den Resten?
Im Feuer landet das meiste Sägemehl ja ohnehin, warum also nicht wenigstens im eigenen Feuer, wo es wenigstens noch als Heizmittel taugt?


Sieben am Sonntag 12.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Seitdem Youtube sich endlich mit der GEMA (Gemeingefährliche Einschränker Musikalischer Aufführungsmöglichkeiten) geeinigt hat, tauchen diverse Songs wieder als in Deutschland verfügbar auf, darunter auch viele Titel hiesiger Interpretn, die dank der Streitereien über Jahre wenig von ihrem Marketingkanal hatten. Aus dem endlosen Katalog nehme ich mal einen Titel, dessen Verschwinden mich damals geärgert hat: Move in the Right Direction von Gossip.

Auflockerung der Woche

Das berühmt-berüchtigte Tanzverbot muss zumindest in Bayern etwas aufgelockert werden. Verschwinden wird es zwar nicht, da es als grundsätzlich verfassungskonform gilt, aber immerhin: „Der Schutz darf der Entscheidung nach allerdings nicht unverhältnismäßig sein. Und für unverhältnismäßig halten die Richter die Befreiungsfestigkeit, mit der Veranstaltungen am Karfreitag ausnahmslos verboten waren[…]“
Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es einen faden Beigeschmack hat, dass dem Staat der Eingriff in die negative Religionsfreiheit nicht nur erlaubt, sondern gar als Auftrag bestätigt wird.

Fundstück der Woche

"Sie befinden sich hier" - Illustration: Allen Institute for Brain Science

„Sie befinden sich hier“ – Illustration: Allen Institute for Brain Science

Es gibt Entdeckungen, die haben eine zugleich faszinierende wie absolut unheimliche Wirkung. Was, wenn wir den Sitz des Bewusstseins im Gehirn lokalisiert hätten? Cool, oder?
Was, wenn wir dies dadurch getan hätten, dass wir ein Neuron gefunden haben, mit dessen Deaktivierung sich das Bewusstsein kurzerhand komplett ausschalten lässt? Schon etwas unheimlich, nicht wahr?
Nun, genau so hat man sich die Entdeckungsgeschichte eines Verbandes dreier gewaltiger Neuronen vorzustellen, dessen Verbindungen das gesamte menschliche Gehirn umfassen. Oh, und übrigens wurde er in Mäusegehirnen gefunden, was jetzt für jeden ein kleiner Schock sein dürfte, der immer noch glaubte, Bewusstsein wäre eine rein menschliches Phänomen. Und die ethischen Implikationen sind erheblich.

Urtier der Woche

Wie wäre es statt dessen mit Hinweisen auf die erste Lebensform der Erdgeschichte? Im Norden Kanadas haben Forscher Spuren gefunden, die Fossilien 3,7 Milliarden Jahre alter Einzeller sein könnten. Sie wären damit nicht nur älter als alle je zuvor gefundenen Spuren von Leben, sondern auch älter als der aus genetischen Vergleichen errechnete Zeitpunkt, zu dem der letzte gemeinsame Vorfahr allen Lebens auf der Erde gelebt haben soll. Das würde bedeuten, dass vor der Aufspaltung des Lebens in die Urzeller, Bakterien und Eukaryoten bereits mindestens 200 Millionen Jahre Leben auf der Erde existiert hat — was die nächste Frage mit sich bringt, ob alles, was vorher lebte ausgestorben ist oder vielleicht bis dahin nur eine einzige Art über einen unvorstellbar langen Zeitraum existietr hat. Viele primitive Einzeller tauschen regelmäßig Gene aus, das könnte über lange Zeit das Auftauchen unterschiedlicher Lebewesen ausgebremst haben.
Der Telegraph weist unterdessen darauf hin, dass nach aktuellem Stand der Forschung zu dieser Zeit auch der Mars noch bewohnbar gewesen ist, dort also Leben entstanden sein kann. Bisher war unklar, ob es auf unserem Nachbarplaneten genug Zeit hatte um zu entstehen, bevor die frühe Atmosphäre und Ozeane des Mars in den Weltraum verschwanden. Und da es bis heute unter der Oberfläche dieses Planeten Vorräte flüssigen Wassers zu geben scheint, erhöht sich damit erheblich die Wahrscheinlichkeit, dass wir dort einst Leben finden.

Chinaprodukt der Woche

Oha, schon über ein Jahr seit dem letzten Auftritt von „kompatiblen Bausteinen“? Das geht natürlich nicht, da muss China mal eben aushelfen.
Und in der Tat ist China mit seinen Versandhäusern absurdester Produkte eine wahre Fundgrube nicht nur von Lego-kompatiblen Bausystemen, sondern sogar von gefälschtem Lego in teilweise absurdesten neuen Zusammensetzungen. Ninjago ist ein beliebtes Lego-Thema bei den Fälschern und hier präsentiere ich eine der absurderen Kombinationen von Lego-Teilen im Verkauf Die Ninjas von Ninjago auf ihren heldenhaften Kampf… Fahrrädern in passender Farbe zu jedem Charakter. Einschließlich Pink für den weiblichen Ninja, versteht sich. Mit elementaren Schwert-Lanzen-Dingern.
Nehmt das, Schurken!

Das wahre Ninja-Transportmittel! Flugzeuge? Panzer? Dinosaurier? Drachen? Ach was, Fahrräder!

Das wahre Ninja-Transportmittel! Flugzeuge? Panzer? Dinosaurier? Drachen? Ach was, Fahrräder! – Bild: Ali Express

eBook der Woche

Entfernen wir uns eliterarisch (kennt jemand ein gutes Adjektiv zu „Buch“?) mal vom großen Tropenfluss und wenden uns dem Shop-Hostingdienst Gumroad zu. Dort gibt es ein hübsches Magazin mit Dino-Kunst (Paleoart) zum beliebigen Preis zu erwerben. Stomping Grounds enthält unter anderem Bilder verdienter Filmanimatoren, die entsprechend voll von Persönlichkeit sind und mit ihrer Leichtigkeit deutlich aus der üblichen Darstellung ausgestorbener Tiere deutlich. Preis nach Belieben, einschließlich gratis (oder auch gratis und nach Anschauen nochmal mit Preis als Dank, wie man will)

Name your price, get dinosaurs

Name your price, get dinosaurs – Illustration: Gumroad

Klamotte der Woche

Hachja, Gürtel. Ein überaus nützliches Kleidungsstück, das aber irgendwann ausleiert, weil die Löcher halt mit der Zeit zu Schlitzen werden, was ja nun sehr schade drum ist. Also ist nun bei IndieGogo der Venture Belt aufgetaucht, ohne Löcher mit einer einfachen Einklinkschnalle. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass es sowas noch nicht gab. Was mal wieder beweist: Man braucht keine High Tech, um etwas neues zu erfinden. Manchmal kann das Neue sehr einfach sein.

Beltporn? Beltporn! - Illusration: IndieGoGo/Venturi

Beltporn? Beltporn! – Illusration: IndieGoGo/Venturi


Sieben am Sonntag 05.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Leo Moracchioli, trotz des Namens Schwede, macht auf Videos Metal-Versionen bekannter Songs. Einige verändern sich dabei kaum. Zwischen Grunge oder 80er-Rock und Metal ist halt nicht so viel Abstand. Andere Ttel nimmt die Umwandlung stärker in Beschlag und ich habe einfach mal die Variante mit dem größten Abstand rausgesucht: Es ist eine Metal-Version von „Scatman“ John Larkins Scatman

eBook der Woche

Guy Riessens Fruiting Bodies ist ein weiterer Eintrag in der bald unendlichen Liste von Zombie-Büchern. Dieser hier gehört zur Variante „mutierte Pilzinfektion“ und spielt Ende der 70er in den tropischen Wäldern der südlichen USA.
Besonders an diesem Titel ist neben dem Sprung in die Zeit vor dem Ausbruch der Seuche vor allem das Titelbild. Der Schädel mit den aus ihm sprießenden Pilzen in einem unnatürlich grünlich-blauen Farbton sieht schon ziemlich großartig aus und macht sofort klar, worum es hier geht.

Batterien der Woche

Immer noch entwickelt sich die Technik im Bereich der Energiespeicher mit unglaublicher Geschwindigkeit. Nun hat der Erfinder der Lithium-Ionen-Akkus nochmal zugeschlagen und mit Hilfe gläserner statt flüssiger Elektroden den Weg zu einem günstigeren und haltbareren Akku geebnet, dem Natrium-Ionen-Akku.
Im Bodensee wurde inzwischen erfolgreich die Speicherung von Energie in Form hohler Kugeln getestet. Im Grunde handelt es sich dabei um Pumpspeicherkraftwerke ohne Berge und daher mit deutlich weniger Platzbedarf.

Geschichtsstunde der Woche

LInkedIn erzählt die erfolgreichste Content-Marketing-Geschichte des 20. Jahrhunderts: Wieso das Guiness-Buch so heisst und was es mit dem tiefschwarzen irischen Bier zu tun hat.
Kurzgefasst wurde aus dem Beleg für die Antwort auf eine Wette ein Werbegeschenk und schließlich eine der erfolgreichsten Sachbuchreihen aller Zeiten, übertroffen nur noch von einigen Wörterbüchern und Pfadfinderhandbüchern. Womit es das Guinness-Buch leider knapp verpasst, sich selber einen Rekord zuweisen zu dürfen. Es ist allerdings zweifellos die erfolgreichste Trivia-Sammlung aller Zeiten.

Zeitenwende der Woche

Gibt es wirklich ein Anthropozän, also ein eigenes erdgeschichtliches Zeitalter des Menschen?
Die wichtigste Grundlage für die Definition eines Erdzeitalters sind Veränderungen in der Chemie der Gesteine. Zwar fallen diese häufig mit Massensterben zusammen, da so große Veränderungen der Welt alteingesessenen Lebensformen das Leben schwer machen, aber diese alleine reichen eben nicht für die Ausrufung eines neuen Erdzeitalters – so betraten beispielsweise die Fische mitten in einem großen Massensterben der Ozeane das Land, dennoch begann damit kein neues Erdzeitalter.
Nun hat eine Untersuchugn ergeben, dass sich tatsächlich etwas über 200 Mineralien erst durch den Einfluss des Menschen auf der Erde auszubreiten beginnen.
Solche Ergebnisse machen erneut deutlich, wie weitreichend die Wirkung menschlichen Tuns auf die Erde ist.

Film der Woche

Am Donnerstag lief bei der Volkshochschule Mönchengladbach der japanisch Spielfilm The House of Rising Sun (nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Actionfilm House of the Rising Sun von 2011), der eine Familie zeigt, wie sie ein Fukushima-artiges Ereignis nahe des japanischen Atomkraftwerks Hamaoka erlebt. Die Geschichte basiert auf den realen Erlebnissen um Fukushima.
Ein sehr eindrucksvoller Film, der ohne große Effekte auskommt und die Mundänität der Katastrophe ebenso einfängt wie ihren Schrecken. Kernschmelzen sind absolut unspektakuläre Katastrophen, die in der Realität eher bedrückend als aufregend sind. Regisseur Takafumi Ota schafft daraus einen beeindruckenden Film.
Ich wünschte nur, er bekäme größere Verbreitung. Momentan taucht er noch nicht einmal auf der IMDb-Seite des Regisseurs auf. Und die Seite sammelt immerhin sogar erfolgreichere Youtube-Reihen.

Päckchen der Woche

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück

Endlich habe ich meine Exemplare meiner ersten beiden Papierbücher. Es hatte wegen ein paar Komplikationen ein paar Tage länger gedauert, aber nun sind sie da. Glorios.
Die Tinte war noch frisch (ein bisschen sehr frisch, das Schwarz neigte trotz mattem Finish noch zu Fingerabdrücken), als die Bücher am Samstag mittag aus der polnischen Druckerei bei mir ankamen. Das Innere, gesetzt mit der Schriftart Garamond No8 in 11 Punkt sieht sehr gut aus, allerdings hätte ich mit den Inhalten ruhig weiter an den Rand der Seiten vorrücken können. Die Bücher sind etwas dicker, als ich erwartet hatte, das kann man mit dem Lineal halt nicht so gut einschätzen wie wenn man es in den Händen hält. Entsprechend kann die Beschriftung des Buchrückens beim nächsten Buch ruhig etwas größer ausfallen. Das umlaufende gelbe Band hat super geklappt und ergibt eine unverwechselbare Optik im Regal.
Da die Bücher in Englisch verfasst sind, habe ich Amazon für den Druck genutzt, deutsche Titel würde ich bei Bod vertreiben, die auch an den Buchhandel ausliefern.
Die Bücher sind natürlich How to Sing Butterflies in der Standard- und der erweiterten DX-Ausgabe, eine Sammlung von Kurz- und Kürzestgeschichten aus den Jahren 2012-2016. Die DX-Ausgabe ergänzt das um Informationen zur Entstehungsgeschichte der einzelnen Geschichten.
Wieso ich jeweils vier Stück habe? Nun, je eins ist für mich zum Anschauen und Rumzeigen, die übrigen sind gesetzliche Pflichtexemplare, die an die Bibliotheken abgegeben werden müssen, je eines an die ULB Düsseldorf und je zwei an die Bundesbibliothek Leipzig. Mit anderen Worten: Nein, ich habe leider keine abzugeben. Diesmal nicht. Vielleicht später.
Die nächste Sammlung ist bereits unter dem Titel How the Rain Gets In in Arbeit und dazwischen wird es noch mindestens einen deutschsprachigen Titel (Unter Wittgensteins Löwen) in Papierform geben. Letzteren überarbeite ich für die Papierausgabe grade ein wenig, er soll von 112 auf 150 Seiten wachsen, um auch nach was auszusehen.


Veilchendienstagszug 2017

Willkommen zur jährlichen Kritik des Veilchendienstagszugs in Mönchengladbach. Kurz für neu Hinzugekommene: In Mönchengladbach feiert man den Straßenkarneval erst am Dienstag, unter vergleichsweise geringer medialer Aufmerksamkeit. Die Lustigkeit schwankt stark und mein Job hier im Blog ist es, das alles doof zu finden und zu loben, wenn mich mal ein Wagen an meine düsseldorfer Heimat erinnert, wo man Karneval besser kann.

Karnevalswagen zum Vandalismus gegen Karnevalswagen

Sei der Fairnis halber erwähnt

Man muss ohne Frage erwähnen, dass der Karneval in Mönchengladbach 2017 mit einem Vandalismusproblem zu kämpfen hatte. Unbekannte sind in die Halle auf dem aufgegebenen Gelände der britischen Instandhaltungseinheit REME eingedrungen und haben die dort zwischen den Jahren aufbewahrten Wagen teilweise schwer beschädigt. Ich werde dies nicht weiter bewerten, da ich mir selber uneins bin, ob darin nicht auch eine Chance lag, endlich von den jedes Jahr nahezu identischen Prunkwagen wegzukommen, die den hiesigen Karneval beherrschen und ihm seine Langweiligkeit geben. Aber selbstverständlich ist das bei der hiesigen Karnevalsstruktur ein herber Verlust auch an Zeit und Kraft, die in die Reparatur der Wagen fließen musste. Der obige Wagen thematisiert das, auch wenn er mir nicht so aussieht, als wäre er selbst dann sonderlich toll gewesen, wenn er fertig geworden wäre. Wie ein Blick auf das Jahr 2015 beweist. Auch ein Bildwitz braucht Witz.

Das ich überhaupt hier berichte, ist dieses Jahr ein Unfall: Eigentlich wollte ich mit einer Fußgruppe zu Tihange mitlaufen, die musste aber leider wegen einer Grippewelle ausfallen. Sehr schade. Wer meine Zugkritiken kennt weiss, dass ich hohe Ansprüche an die konzeptionelle Qualität der Beiträge stelle. Ich meine, ich bin Düsseldorfer, wir stellen grundsätzlich immer hohe Ansprüche an alles.

Karikatur, in der Angela Merkel Vampire in Gestalt von Trump, Putin und Erdogan abzuwehren versucht

Apropos Bildwitz

Die Rheinische Post hat einen sehr effektiven Weg gefunden, jährlich ein aktuelles Motiv mitzufahren. Das ist fraglos eine der Gladbacher Sachen, die funktionieren.
Die RP als Garant der Wahrheit, der war gut!

Die RP als Garant der Wahrheit, der war gut!

Aber auch der Hauptwagen der Rheinischen Pest fährt einen aktuellen Bezug. Dem bin ich jetzt zwar thematisch nicht wirklich affin (als wären Falschmeldungen ein reines Internetphänomen), aber er ist optisch wie konzeptionell witzig umgesetzt.
Wagen mit Werbung des Einkaufzentrums Minto

Werbeeinblendung

Was mal wieder auffiel, waren die reinen Werbewagen. Jener des Einkaufszentrums Minto war wenigstens unfreiwillig komisch und hat einen jährlich wechselnden Spruch, der Rest gehört zur Kategorie „alle Jahre wieder das selbe.“
Trump als Drache

Okay, das ist immerhin eine halbe Idee. Nächstes Jahr dann die andere Hälfte?

Die KG Holt darf sich ein paar Sonderpunkte dafür aufschreiben, ihren Wagen genutzt zu haben, um Platz für ein politisches Motiv zu haben. Ich weiss zwar nicht genau, was uns der Drache mit Trumps Kopf sagen will, aber es ist immerhin schonmal ein erkennbar politisches Motiv. Das ist mehr als alle anderen geschafft haben. Dorfbroich hätte diese Fläche übrigens auch, stellt aber lieber eine etwas uninspirierte Narrenfigur drauf. Nächstes Jahr dann, Dorfbroich?
Die Sparkasse treibt's bunt

Die Sparkasse treibt’s bunt

Der Preis für das gruseligste Motiv geht an die Sparkasse für den über die Weltkugel schmelzenden Wasserturm. Das hat ohne Zweifel einen Hauch H.P. Lovecraft.
Aufschrift: „Wir lieben die Welt&hellip…der Mäuse“

Aufschrift: „Wir lieben die Welt……der Mäuse“

Die Volksbank bekommt den Sonderpreis für das witzige Detail des Jahres mit dem Heckaufkleber ihres Wagen. Ein richtiger Witz! Im Gladbacher Karneval! Das kann nur ein Irrtum sein.
vdz-2017-eulenvdz-2017-oktopusseBeim besten Kostüm dürfen sich die Eulen aus Neuwerk mit den Kraken aus Windberg bekakeln. Der Rest der Menschheit darf jetzt nach „bekakeln“ googeln.
tdf-vdz-2017Den Wagen zur Tour de France 2017, die am 2. Juli auch unsere Stadt durchfahren wird, sollte man wegen seines Aufwandes durchaus mal erwähnt haben. Aber sonst auch wegen nichts.

Insgesamt fand ich den Zug 2017 sehr langweilig. Nach der Hälfte wollte ich gehen. Nachdem ich etwas vor dem Ende in der Gruppenplanung sehen konnte, dass nur noch wenige der bereits angesprochenen witzlosen Prunkwagen und ein par Musikkapellen folgten, tat ich dies auch und wurde nur davon aufgehalten, dass ich im Publikum noch einen Freund traf. Karneval wurde 2017 in Gladbach mit X geschrieben. Wie in „nix“.
Ich verstehe das nicht. Ich kenne kein Volk, das besser meckern kann als die Gladbacher. Warum haben wir dann einen so handzahmen Karneval?


Sieben am Sonntag 26.02.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich habe die Woche mal ein wenig alte Sampler verwurstet, sprich die CDs abgespielt, Songs, die ich mochte zu MP3s konvertiert und dann die CDs ins CD-Recycling gegeben. Nicht wichtiges, alles so Kram wie Bravo Hits und Chartbreaker.
Aus diesem Fundus gibt es diese Woche einen dabei gefundenen Titel, der mir besonders gefallen hat. Vor allem in dieser Version mit Inga Humpe und Udo Lindenberg, die sehr technoige Version der Humpe-Schwestern unter sich ist nicht so mein Fall.

Revolution der Woche

Was passiert eigentlich, wenn bei einer Handelskammer eine Liste antritt, die nicht dem üblichen neoliberalen Einheitsbrei und den alteingesessenen Kammerstrukturen entspricht? Immerhin ist die Wählerbeteiligung bei Wahlen der Handelskammern ja allgemein katastrophal, wiel da nie was wählbares antritt,
Nun, in Hamburg hat eine solche Gruppe mal eben 95% geholt. Ich weiss zu wenig über diese Gruppe oder die Hamburger Wirtschaftspolitik, um das detailliert für diesen Fall politisch einschätzen zu können, aber dass so etwas möglich ist und so stark wirkt, ist schon allein eine Meldung wert.

System der Woche

Werbeeinblendung mit Bild von Indiegogo

Werbeeinblendung mit Bild von Indiegogo

Moderne Spielekonsolen, die alte Systeme nachbilden, gibt es bereits einige.
Die RetroEngine Sigma unterstützt zwar keine Original-Module, kommt dafür aber in Form eines kleinen Computers zu einem sehr niedrigen Preis mit einer langen Liste unterstützter Systeme daher: *tiefluftol* Amstrad, Ataris 2600/7800/ST, GameBoy Original/Color/Advance, Game Gear, Atari Lynx, Mama Arcade, MSX, Nintendo 64, NES, Super Nintendo, Neo-Geo, Neo-Geo Pocket, Neo-Geo Pocket Color, PC-Engine, C64, PlayStation 1, Sega SG-1000, Sega MegaDrive einschließlich 32X-Aufsatz und SegaCD-Erweiterung, Sega Master System, Vectrex Arcade und Sinclair Home Computer. Wahrscheinlich lässt sich das aufgrund der Architektur des Systems noch ausbauen.
Nur das Design scheint sich nicht ganz entscheiden zu können, ob es ein MegaDrive oder ein Atari 2600 sein will. Naja.

Fundstück der Woche

Ihc hoffe, auf Trapist-1e hat niemand geblinzelt. Die Bewohner von Trappist-1f haben zum Glück eh keine Augenlider - Bild: NASA

Ich hoffe, auf Trappist-1e hat jetzt niemand geblinzelt. Die Bewohner von Trappist-1f haben zum Glück eh keine Augenlider – Bild: NASA

Ganze sieben neue Planeten hat die NASA jetzt um den Zwergstern Trappist-1 bestätigt. Der Stern ist nicht einmal annähernd so warm wie unsere Sonne, aber im Gegenzug sind die Planeten alle sehr nah an ihrem Stern – das ganze Trappist-System würde mehrfach innerhalb der Umlaufbahn des sonnennächsten Planeten Merkur Platz finden.
Diese Nähe führt dazu, dass sich ganze drei der Planeten innerhalb jener Zone befinden, in der Planeten unter normalen Bedingungen die Fähigkeit erlangen können, Leben zu tragen. Das ist in etwa das selbe Verhältnis wie im Sonnensystem auch (hier sind es drei von acht).
Allerdings sind die Planeten wahrscheinlich auch alle so stark an ihren Stern gebunden, dass sie ihm immer die selbe Seite zuwenden. Gibt es dort tatsächlich eine Atmosphäre, würde das Wetter völlig anders funktionieren als hier, mit starken Winden zwischen der warmen Sonnenseite und der eiskalten Schattenseite. Zudem sind die Planeten wahrscheinlich sehr jung, irgendwo zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Jahre alt. Ein Alter, in dem die Erde noch kein mehrzelliges Leben trug. Aliens werden wir also dort wohl selbst dann nicht all zu bald finden, wenn einer der Planeten Leben tragen sollte.
Schade, denn sie hätten einen spektakulären Ausblick mit allen anderen Planeten des Systems groß in ihrem Himmel, wie wir es auf der Erde nur mit unserem eigenen Mond haben.

Quell der Woche

Wo wir schon im Weltall sind: Während alle Bilder der NASA als staatliches Material automatisch gemeinfrei sind, gibt es solche Regelungen in Europa nicht. Entsprechend hat es die Europäische Raumfahrtagentur ESA etwas mehr Überwindung gekostet, seine Werke unter eine offene Lizenz zu stellen. Doch nun endlich kommt auch der Großteil des ESA-Materials wenigstens unter eine freie CC-Lizenz.

Schiff der Woche

Dass ein Schiff voller Abtreibungsärzte in Guatemala festgesetzt wurde, ist natürlich keine gute Nachricht.
Dass ein solches Schiff existiert, hingegen schon. Dass offenbar namenlose Segelboot der niederländischen Organisation Women on Waves fährt in Länder, in denen Abtreibung illegal ist und bietet unter anderem Frauen in Notlagen die Möglichkeit, Abtreibungen von darauf spezialisierten Ärzten in internationalen Gewässern durchführen zu lassen. Dazu kommt natürlich politische Tätigkeit in Form von Protesten und Aufklärung.

Helden der Woche

Autofahrer gibt es in zwei Versionen: Sich über andere Autofahrer aufregend, wenn diese rasen und sich über Geschwindigkeitskontrollen und Bußgelder aufregend, wenn sie selbst rasen (ist ja eh alles Schikane). Entsprechend schwierig ist es, Geschwindigkeitsbegrenzungen durchzusetzen.
Im schottischen Moray haben Einwohner dagegen ein probates Mittel gefunden: In Schutzwesten stellen sie sich an den Straßenrand und zielen mit Fönen auf die ankommenden Raser. Nicht, um Gegenwind zu erzeugen, sondern Radarkontrollen simulierend.