Sieben am Sonntag 26.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich habe mich einige Zeit schon gefragt, wo der Sinn darin liegt, Die Schöne und das Biest als Realfilm neu zu verfilmen. Und zwar nicht das Buch, sondern das Drehbuch zur Disney-Version. Ich meine, der Film war so gut wie perfekt. Was ich dabei natürlich nicht bedacht hatte war, dass Deadpool in dem Film nicht vorkam. Glücklicherweise haben ein paar Fans auf Youtube dieses Manko ausgleichen können.

Handyzubehör der Woche

Ein Hund wird mit einem tennisball dazu gebracht, in die Kamera zu schauen

Aber schnell, sonst beisst Schlabberschnäuzchen ins Telefon und apportiert es – Bild: Clever Dog Products/Indiegogo

Hier ist etwas, was so gut wie nie funktioniert: Haustiere im Porträt fotografieren.
Es ist ausserdem etwas, was eine herrlich bekloppt wirkende Lösung hat: Die wunderbar benannte Firme Clever Dog Products verkauft jetzt diese Lösung. Der Pooch Selfie ist eine Halterung, mit der man einen (mitgelieferten) Tennisball oben am Handy fotografiert. Hasso und Rex schauen auf den Ball, doch statt, dass ihn jemand wirft, blitzt es plötzlich.
Doofe hinterhältige Menschen.

Fahrrad der Woche

Entschuldigen Sie, Ihr Dach hat ein Loch! - BIld: Lindenau

Entschuldigen Sie, Ihr Dach hat ein Loch! – Bild: Lindenau

Bei der Suche nach Inspiration fürs Velomobildesign (ja, ich denke immer noch hin und wieder an diese Idee) stieß ich plötzlich auf das obige Foto eines neuen Modells, des Sunglieder One. Was mir auffiel, war der eindeutig düsseldorfer Hintergrund. Unverwechselbar der Medienhafen. Sollte es etwa ein neues velomobil hier aus der Gegend geben?
Und tatsächlich, der Sunglider One und sein offenes Schwestermodell Sunglider Easy stammen von hier. Sogar noch näher, als ich erwartet hatte: Es handelt sich um Modelle des Liegradbetriebs Lindauer aus Willich am Flughafen Mönchengladbach.
Ich erinnerte mich dunkel, dass da mal was geplant war.
Es handelt sich um Velomobile mit unterstützendem Motor, der in der Fahrt über Solarzellen aufgeladen wird. Damit erreichen sie eine beachtliche Reichweite und selbst wenn diese erschöpft ist, können sie als Fahrräder weiterfahren.
Das Design unterscheidet sich deutlich von bisher erhältlichen Velomobilen, die meist eine viel prominentere Raketenform haben. Was den Sunglidern an Aerodynamik fehlt, machen sie mit Technik wett. Nur leider sind sie damit auch für Velomobile in der oberen Preisklasse. Der Easy kommt auf für diese Fahrzeuge recht übliche 6.990 € während der geschlossene One es auf stolze 9.990 € bringt.

Spielzeug der Woche

Der Weg zur Weltherrschaft ist frei! In die Welt, meine Steine! Überwuchetr alles! Alles! - Bild: Nimuno Loops/Indiegogo

Der Weg zur Weltherrschaft ist frei! In die Welt, meine Steine! Überwuchert alles! Alles! – Bild: Nimuno Loops/Indiegogo

Zielerreichung ist das eine. Ziele übertreffen ist etwas anderes. Ein Ziel um 18000% zu übertreffen ist noch ein Mal etwas ganz anderes. Gut, bei einem Ziel von nur 8.000 $ nicht so schwer wie bei manch anderen Zielen, aber dennoch: Was macht ein Hersteller mit einem Überschuss von 1.439.981 $?
Das Produkt war aber auch perfekt für eine Internetkampagne, denn eines der Dinge, nach denen das Internet verrückt ist, ist Lego. Die dänischen Bauklötze sind ein noch größerer Hit als in so manchem Kinderzimmer.
Doch worum geht es nun? Nimuno Loops sind ein Klebeband, auf dessen Oberseite zu Lego passende Noppen angebracht sind. Damit kann man aus nahezu jeder Oberfläche eine Lego-Platte machen, um Figuren und Konstrukte darauf aufzubauen. Keine Ahnung, wie viel das Klebeband aushält, aber das wird sich zeigen. Denn genug Geld für die Serienherstellung ist ja jetzt definitiv vorhanden.

Plastik der Woche

Und noch ein wenig Plastikkram: Die TAZ vermeldet diese Woche, Forscher an der TU München arbeiten an einem biologisch abbaubaren Kunststoffersatz aus Ernteabfällen des Getreideanbaus. Nunja, strenggenommen Rückstände aus der Weissmehlproduktion, aber das sind jetzt Details.
Richtig bleibt natürlich, dass Vermeidung besser ist als Optimierung. Aber Plastiktüten sind nicht annähernd so vermeidbar, wie wir das gerne hätten. Spätestens, wenn man etwas feuchtigkeitsempfindliches wie Papier oder Gebäck kauft, braucht man doch wieder in irgendeiner Form eine leichte und wasserdichte Verpackung wie sie nur Plastik so gut bietet. Und als Mülltüten sind sie auch die beste verfügbare Option.

Besuch der Woche

Am Donnerstag hatten wir bei den Gladbacher Grünen Dr. Renate Knauf da, die das Konzept des Friedwaldes vorstellte. Hinter dem vom Friedhof abgeleiteten Begriff verbirgt sich ein Waldstück, in dem unter den Bäumen Urnen Verstorbener begraben werden. Die Urnen lösen sich nach drei Jahren im Boden auf und die Asche geht zurück in die Natur.
Anders als der Name suggerieren mag, ist der Wald dabei dort, wo dies gesetzlich möglich ist, nicht umzäunt (umfriedet), es ist nur ein Verweis auf den friedhofsähnlichen Charakter.
Zu hoffen ist jetzt natürlich, dass auch hierzustadte eine solche Einrichtung entsteht. Zum einen als Angebot (für mich wäre das als letzte Ruhestätte sehr attraktiv), zum anderen ist es aber auch eine Form von Nutzung, die den Erhalt des dortigen Waldes garantiert. Es ist kein Friedhof mit bunt geschmückten Gräbern, sondern eben ein weitestgehend natürlicher Wald, in dem Überreste und Schilder Verstorbener sowie einige Wege angelegt wurden.

Wahl der Woche

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

Das war zwar schon in der Woche davor, aber da hatte ich wegen eines weggelaufenen Fotoapparates noch kein Bild dazu und das sollte schon sein. Dann also diese Woche: Mit der letzten Wahl der Mitgliederversammlung bin ich nun Vorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach.
Ich denke, bei der Wahl hat sich mit Anita Parker (Sprecherin), Ulla Schmitz (Kassiererin), Lena Zingsheim, Franz Bauman, Gerd Schaeben und Peter Walter (Beisitz) sowie mir ein klasse Team zusammengefunden. Das Saarland deutet heute schwierige Wasser für die Partei an, aber da bekommen wir sie schon durch. Ich denke sogar, das ist die Gelegenheit, um Motivation zu schöpfen, besser zu werden. Lasst euch überraschen, von uns wird man hören.


Sieben am Sonntag 19.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Meine Youtube-Empfehlungen haben diese Woche angefangen, mich tief in die 90er zurückzuwerfen. Nun kann man musikalisch mit den 90ern nicht so viel falsch machen (selbst Sachen wie Barbie Girl waren wenigstens lustig-doof), das ist also ein ganz guter Fundus für die Musik der Woche. Ebensowenig kann man mit Christopher Walken falsch machen und die logische Konsequenz daraus ist natürlich Weapon of Choice.

Schlagzeile der Woche

Eine Kuh auf der Weide

Stellungnahme der Betroffenen: Muuuuh! – BIld: Dominik Schraudolf

Die Türkei wird von jemandem regiert, der vor nicht all zu langer Zeit ganz offensichtlich den Verstand verloren hat. Wir wissen nicht, was vorgefallen ist, aber es scheint offensichtlich.
Immerhin sorgt das ganze Theater aber für einige der amüsantesten internationalen Verwicklungen seit Erfindung der Presse. Die Ausweisung niederländischer Kühe aus der Türkei jedenfalls ist da schon ganz oben, mindestens gleichauf mit den Freedom Fries als Reaktion auf die französische Weigerung, in den zweiten Golfkrieg zu ziehen. Erinnert sich noch jemand daran?

Auszeichnung der Woche

Hajo Siemes, Boris Wolkowski, Lena Zingsheim und Gerd Schaeben verleihen für die Grünen die Goldene Kettensäge 2017 an die Mags

Na Glückwunsch! – Bild: Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach

Nachdem die Mönchengladbacher Stadttochter Mags, in die vor einiger Zeit Entsorgung, Grünpflege und Straßenerhalt ausgegliedert wurden sich dieses Jahr als eine veritable und nahezu wortwörtliche Axt im Walde erwiesen hat, bekam sie nun einen dazu passenden Preis überreicht.
Mal sehen, ob wir den von jetzt an jährlich weiterführen, Anlass genug dürfte es ja leider geben.

Rundfunk der Woche

Schriftzug von Arti TV

Bild: Arti TV

Kommen wir noch einmal in etwas ernsthafterer Weise auf die Türkei zurück. In Köln hat sich mit Arti TV als Reaktion auf die dortigen wenig amüsanten Inhaftierungen kritischer oder allgemein unliebsamer Journalisten ein exiltürkischer Fernsehsender gegründet.
Viel Erfolg, Leute!

Videospiel der Woche

Blick in ein Stasi-Verhörzimmer

Sieht komisch aus, weil es ein VR-Game ist – Bild: Vragments GmbH

Ich mag es, wenn Videospiele zu etwas größerem genutzt werden als für reine Unterhaltung. Das neueste Beispiel ist eine Anwendung, die allein die von mir oft verspottete VR-Technik legitimieren kann: In der akkurat rekonstruierten Simulation eines Stasi-Verhörs (für iOS und Android) bringt die Firma Vragments ein Stück Geschichte eindrucksvoll ins Leben.

Tram der Woche

Dresden hat seit 2000 eine Güterstraßenbahn. Das wusste ich nicht, finde ich aber gut.
Nun mag ich eigentlich keine Straßenbahnen, sie sind der natürliche Feind des Radfahrers, aber besser als Lkw ist das allemal. Vor allem, wenn sie sich von den Straßen fernhält und auf eigenen Trassen läuft. Da stört sie auch uns Radler nicht.

Recycling der Woche

Befeuchtete Sägespäne in einer Handpresse für Brickets

Matschen erlaubt! – Bild: Modern Day Redneck

Was macht man eigentlich mit dem ganzen Sägemehl, das in so einer Werkstatt ständig anfällt? In den meisten landet das ja im Restmüll. Die Weiterverarbeitung bringt Transport- und (meist maschinellen) Arbeitsaufwand mit sich. Nun, wie wäre es für Hobbyhandwerker mit dieser selbstgebastelten Presse für Bricketts aus den Resten?
Im Feuer landet das meiste Sägemehl ja ohnehin, warum also nicht wenigstens im eigenen Feuer, wo es wenigstens noch als Heizmittel taugt?


Sieben am Sonntag 12.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Seitdem Youtube sich endlich mit der GEMA (Gemeingefährliche Einschränker Musikalischer Aufführungsmöglichkeiten) geeinigt hat, tauchen diverse Songs wieder als in Deutschland verfügbar auf, darunter auch viele Titel hiesiger Interpretn, die dank der Streitereien über Jahre wenig von ihrem Marketingkanal hatten. Aus dem endlosen Katalog nehme ich mal einen Titel, dessen Verschwinden mich damals geärgert hat: Move in the Right Direction von Gossip.

Auflockerung der Woche

Das berühmt-berüchtigte Tanzverbot muss zumindest in Bayern etwas aufgelockert werden. Verschwinden wird es zwar nicht, da es als grundsätzlich verfassungskonform gilt, aber immerhin: „Der Schutz darf der Entscheidung nach allerdings nicht unverhältnismäßig sein. Und für unverhältnismäßig halten die Richter die Befreiungsfestigkeit, mit der Veranstaltungen am Karfreitag ausnahmslos verboten waren[…]“
Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es einen faden Beigeschmack hat, dass dem Staat der Eingriff in die negative Religionsfreiheit nicht nur erlaubt, sondern gar als Auftrag bestätigt wird.

Fundstück der Woche

"Sie befinden sich hier" - Illustration: Allen Institute for Brain Science

„Sie befinden sich hier“ – Illustration: Allen Institute for Brain Science

Es gibt Entdeckungen, die haben eine zugleich faszinierende wie absolut unheimliche Wirkung. Was, wenn wir den Sitz des Bewusstseins im Gehirn lokalisiert hätten? Cool, oder?
Was, wenn wir dies dadurch getan hätten, dass wir ein Neuron gefunden haben, mit dessen Deaktivierung sich das Bewusstsein kurzerhand komplett ausschalten lässt? Schon etwas unheimlich, nicht wahr?
Nun, genau so hat man sich die Entdeckungsgeschichte eines Verbandes dreier gewaltiger Neuronen vorzustellen, dessen Verbindungen das gesamte menschliche Gehirn umfassen. Oh, und übrigens wurde er in Mäusegehirnen gefunden, was jetzt für jeden ein kleiner Schock sein dürfte, der immer noch glaubte, Bewusstsein wäre eine rein menschliches Phänomen. Und die ethischen Implikationen sind erheblich.

Urtier der Woche

Wie wäre es statt dessen mit Hinweisen auf die erste Lebensform der Erdgeschichte? Im Norden Kanadas haben Forscher Spuren gefunden, die Fossilien 3,7 Milliarden Jahre alter Einzeller sein könnten. Sie wären damit nicht nur älter als alle je zuvor gefundenen Spuren von Leben, sondern auch älter als der aus genetischen Vergleichen errechnete Zeitpunkt, zu dem der letzte gemeinsame Vorfahr allen Lebens auf der Erde gelebt haben soll. Das würde bedeuten, dass vor der Aufspaltung des Lebens in die Urzeller, Bakterien und Eukaryoten bereits mindestens 200 Millionen Jahre Leben auf der Erde existiert hat — was die nächste Frage mit sich bringt, ob alles, was vorher lebte ausgestorben ist oder vielleicht bis dahin nur eine einzige Art über einen unvorstellbar langen Zeitraum existietr hat. Viele primitive Einzeller tauschen regelmäßig Gene aus, das könnte über lange Zeit das Auftauchen unterschiedlicher Lebewesen ausgebremst haben.
Der Telegraph weist unterdessen darauf hin, dass nach aktuellem Stand der Forschung zu dieser Zeit auch der Mars noch bewohnbar gewesen ist, dort also Leben entstanden sein kann. Bisher war unklar, ob es auf unserem Nachbarplaneten genug Zeit hatte um zu entstehen, bevor die frühe Atmosphäre und Ozeane des Mars in den Weltraum verschwanden. Und da es bis heute unter der Oberfläche dieses Planeten Vorräte flüssigen Wassers zu geben scheint, erhöht sich damit erheblich die Wahrscheinlichkeit, dass wir dort einst Leben finden.

Chinaprodukt der Woche

Oha, schon über ein Jahr seit dem letzten Auftritt von „kompatiblen Bausteinen“? Das geht natürlich nicht, da muss China mal eben aushelfen.
Und in der Tat ist China mit seinen Versandhäusern absurdester Produkte eine wahre Fundgrube nicht nur von Lego-kompatiblen Bausystemen, sondern sogar von gefälschtem Lego in teilweise absurdesten neuen Zusammensetzungen. Ninjago ist ein beliebtes Lego-Thema bei den Fälschern und hier präsentiere ich eine der absurderen Kombinationen von Lego-Teilen im Verkauf Die Ninjas von Ninjago auf ihren heldenhaften Kampf… Fahrrädern in passender Farbe zu jedem Charakter. Einschließlich Pink für den weiblichen Ninja, versteht sich. Mit elementaren Schwert-Lanzen-Dingern.
Nehmt das, Schurken!

Das wahre Ninja-Transportmittel! Flugzeuge? Panzer? Dinosaurier? Drachen? Ach was, Fahrräder!

Das wahre Ninja-Transportmittel! Flugzeuge? Panzer? Dinosaurier? Drachen? Ach was, Fahrräder! – Bild: Ali Express

eBook der Woche

Entfernen wir uns eliterarisch (kennt jemand ein gutes Adjektiv zu „Buch“?) mal vom großen Tropenfluss und wenden uns dem Shop-Hostingdienst Gumroad zu. Dort gibt es ein hübsches Magazin mit Dino-Kunst (Paleoart) zum beliebigen Preis zu erwerben. Stomping Grounds enthält unter anderem Bilder verdienter Filmanimatoren, die entsprechend voll von Persönlichkeit sind und mit ihrer Leichtigkeit deutlich aus der üblichen Darstellung ausgestorbener Tiere deutlich. Preis nach Belieben, einschließlich gratis (oder auch gratis und nach Anschauen nochmal mit Preis als Dank, wie man will)

Name your price, get dinosaurs

Name your price, get dinosaurs – Illustration: Gumroad

Klamotte der Woche

Hachja, Gürtel. Ein überaus nützliches Kleidungsstück, das aber irgendwann ausleiert, weil die Löcher halt mit der Zeit zu Schlitzen werden, was ja nun sehr schade drum ist. Also ist nun bei IndieGogo der Venture Belt aufgetaucht, ohne Löcher mit einer einfachen Einklinkschnalle. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass es sowas noch nicht gab. Was mal wieder beweist: Man braucht keine High Tech, um etwas neues zu erfinden. Manchmal kann das Neue sehr einfach sein.

Beltporn? Beltporn! - Illusration: IndieGoGo/Venturi

Beltporn? Beltporn! – Illusration: IndieGoGo/Venturi


Sieben am Sonntag 05.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Leo Moracchioli, trotz des Namens Schwede, macht auf Videos Metal-Versionen bekannter Songs. Einige verändern sich dabei kaum. Zwischen Grunge oder 80er-Rock und Metal ist halt nicht so viel Abstand. Andere Ttel nimmt die Umwandlung stärker in Beschlag und ich habe einfach mal die Variante mit dem größten Abstand rausgesucht: Es ist eine Metal-Version von „Scatman“ John Larkins Scatman

eBook der Woche

Guy Riessens Fruiting Bodies ist ein weiterer Eintrag in der bald unendlichen Liste von Zombie-Büchern. Dieser hier gehört zur Variante „mutierte Pilzinfektion“ und spielt Ende der 70er in den tropischen Wäldern der südlichen USA.
Besonders an diesem Titel ist neben dem Sprung in die Zeit vor dem Ausbruch der Seuche vor allem das Titelbild. Der Schädel mit den aus ihm sprießenden Pilzen in einem unnatürlich grünlich-blauen Farbton sieht schon ziemlich großartig aus und macht sofort klar, worum es hier geht.

Batterien der Woche

Immer noch entwickelt sich die Technik im Bereich der Energiespeicher mit unglaublicher Geschwindigkeit. Nun hat der Erfinder der Lithium-Ionen-Akkus nochmal zugeschlagen und mit Hilfe gläserner statt flüssiger Elektroden den Weg zu einem günstigeren und haltbareren Akku geebnet, dem Natrium-Ionen-Akku.
Im Bodensee wurde inzwischen erfolgreich die Speicherung von Energie in Form hohler Kugeln getestet. Im Grunde handelt es sich dabei um Pumpspeicherkraftwerke ohne Berge und daher mit deutlich weniger Platzbedarf.

Geschichtsstunde der Woche

LInkedIn erzählt die erfolgreichste Content-Marketing-Geschichte des 20. Jahrhunderts: Wieso das Guiness-Buch so heisst und was es mit dem tiefschwarzen irischen Bier zu tun hat.
Kurzgefasst wurde aus dem Beleg für die Antwort auf eine Wette ein Werbegeschenk und schließlich eine der erfolgreichsten Sachbuchreihen aller Zeiten, übertroffen nur noch von einigen Wörterbüchern und Pfadfinderhandbüchern. Womit es das Guinness-Buch leider knapp verpasst, sich selber einen Rekord zuweisen zu dürfen. Es ist allerdings zweifellos die erfolgreichste Trivia-Sammlung aller Zeiten.

Zeitenwende der Woche

Gibt es wirklich ein Anthropozän, also ein eigenes erdgeschichtliches Zeitalter des Menschen?
Die wichtigste Grundlage für die Definition eines Erdzeitalters sind Veränderungen in der Chemie der Gesteine. Zwar fallen diese häufig mit Massensterben zusammen, da so große Veränderungen der Welt alteingesessenen Lebensformen das Leben schwer machen, aber diese alleine reichen eben nicht für die Ausrufung eines neuen Erdzeitalters – so betraten beispielsweise die Fische mitten in einem großen Massensterben der Ozeane das Land, dennoch begann damit kein neues Erdzeitalter.
Nun hat eine Untersuchugn ergeben, dass sich tatsächlich etwas über 200 Mineralien erst durch den Einfluss des Menschen auf der Erde auszubreiten beginnen.
Solche Ergebnisse machen erneut deutlich, wie weitreichend die Wirkung menschlichen Tuns auf die Erde ist.

Film der Woche

Am Donnerstag lief bei der Volkshochschule Mönchengladbach der japanisch Spielfilm The House of Rising Sun (nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Actionfilm House of the Rising Sun von 2011), der eine Familie zeigt, wie sie ein Fukushima-artiges Ereignis nahe des japanischen Atomkraftwerks Hamaoka erlebt. Die Geschichte basiert auf den realen Erlebnissen um Fukushima.
Ein sehr eindrucksvoller Film, der ohne große Effekte auskommt und die Mundänität der Katastrophe ebenso einfängt wie ihren Schrecken. Kernschmelzen sind absolut unspektakuläre Katastrophen, die in der Realität eher bedrückend als aufregend sind. Regisseur Takafumi Ota schafft daraus einen beeindruckenden Film.
Ich wünschte nur, er bekäme größere Verbreitung. Momentan taucht er noch nicht einmal auf der IMDb-Seite des Regisseurs auf. Und die Seite sammelt immerhin sogar erfolgreichere Youtube-Reihen.

Päckchen der Woche

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück

Endlich habe ich meine Exemplare meiner ersten beiden Papierbücher. Es hatte wegen ein paar Komplikationen ein paar Tage länger gedauert, aber nun sind sie da. Glorios.
Die Tinte war noch frisch (ein bisschen sehr frisch, das Schwarz neigte trotz mattem Finish noch zu Fingerabdrücken), als die Bücher am Samstag mittag aus der polnischen Druckerei bei mir ankamen. Das Innere, gesetzt mit der Schriftart Garamond No8 in 11 Punkt sieht sehr gut aus, allerdings hätte ich mit den Inhalten ruhig weiter an den Rand der Seiten vorrücken können. Die Bücher sind etwas dicker, als ich erwartet hatte, das kann man mit dem Lineal halt nicht so gut einschätzen wie wenn man es in den Händen hält. Entsprechend kann die Beschriftung des Buchrückens beim nächsten Buch ruhig etwas größer ausfallen. Das umlaufende gelbe Band hat super geklappt und ergibt eine unverwechselbare Optik im Regal.
Da die Bücher in Englisch verfasst sind, habe ich Amazon für den Druck genutzt, deutsche Titel würde ich bei Bod vertreiben, die auch an den Buchhandel ausliefern.
Die Bücher sind natürlich How to Sing Butterflies in der Standard- und der erweiterten DX-Ausgabe, eine Sammlung von Kurz- und Kürzestgeschichten aus den Jahren 2012-2016. Die DX-Ausgabe ergänzt das um Informationen zur Entstehungsgeschichte der einzelnen Geschichten.
Wieso ich jeweils vier Stück habe? Nun, je eins ist für mich zum Anschauen und Rumzeigen, die übrigen sind gesetzliche Pflichtexemplare, die an die Bibliotheken abgegeben werden müssen, je eines an die ULB Düsseldorf und je zwei an die Bundesbibliothek Leipzig. Mit anderen Worten: Nein, ich habe leider keine abzugeben. Diesmal nicht. Vielleicht später.
Die nächste Sammlung ist bereits unter dem Titel How the Rain Gets In in Arbeit und dazwischen wird es noch mindestens einen deutschsprachigen Titel (Unter Wittgensteins Löwen) in Papierform geben. Letzteren überarbeite ich für die Papierausgabe grade ein wenig, er soll von 112 auf 150 Seiten wachsen, um auch nach was auszusehen.