Sieben am Sonntag 16.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Normalerweise habe ich ja eine bis jetzt grade unsausgesprochene Regel, das ein Künstler in der Musik der Woche nur eine Erwähnung bekommt. Aber heute ist Ostern und da brauche ich ein Video mit einem Hoppelhäschen, also gibt es ein Metalcover von Psys Gangnam Style vom schwedischen Metalcoverversioneneinspieler Leo Moracchioli. Den gab es hier zuletzt Anfang März, damals mit Scatman.

Beschluss der Woche

Frankreich hat beschlossen, das Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland bei Freiburg abzuschalten. Zwar wird es mit Abschaltung 2018 nur durch ein anderes AKW ersetzt, aber wenigstens ist damit eines der beunruhigenderen Uralt-Kraftwerke vom Netz. Das AKW Fessenheim liegt derzeit ohnehin still und nun dürfen wir hoffen, dass es in seiner kurzen Restzeit nie wieder eingeschaltet wird.
So kann Frankreich zwar weiter lustig Atommüll produzieren, aber wenigstens fliegt er uns nicht mehr ganz so schnell um die Ohren.

Abschaltung der Woche

Nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich abgeschaltet ist seit dieser Woche dann auch Kopp Online. Die Seite, das Zentrum für rechte Verschwörungstheorien, besonders alberne Falschmeldungen und selbst für Esoteriker zu bescheuerten esoterischen Quatsch, wird fortan nicht mehr mit neuen Inhalten beliefert. Offenbar war selbst die Leserschaft dieses Mists nicht bereit, dafür auch noch Geld zu zahlen.
Das lässt hoffen, was die Zukunft der Verblödung angeht. Vielleicht lesen die Leute den Schrott tatsächlich nur hipstermäßig-ironisch. Das wäre schön.

Zubehör der Woche

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Aus Griechenland kommt eine etwas günstigere Alternative zum Wetterschutz des Velomobils: Der Regenschirmhalter fürs Fahrrad von Senz erscheint mir zwar ein wenig überbepreist, aber was weiss ich denn schon, schließlich habe ich ja noch nie einen Regenschirmhalter fürs Fahrrad gehabt. Oder gemacht. Okay, ich habe schonmal einen Sonnenschirmhalter fürs Fahrrad gemacht, aber dafür musste ich auch nur zwei Ringschellen mit zwei weiteren Ringschellen am Rahmen festmachen. Was vermutlich auch reichen würde. Hmm.
Okay, günstigerer Plan: Viererset Ringschellen gibt’s im 1-€-Shop, aber ich sag nicht,für wieviel.
Hilft zwar nicht gegen Chemtrails, aber da Kopp Online ja nicht mehr bespielt wird, gibt es die ja auch nicht mehr.

Elektromobile der Woche

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort - Bild: E.Go Mobile AG

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort – Bild: E.Go Mobile AG

Stuttgart und Wolfsburg fallen in Sachen Elektromobilität ja eher dadurch auf, komplett den Anschluss zu verpassen. Womit das Ende der deutschen Autoindustrie absehbar wäre, gäbe es da nicht die RWTH Aachen. Während der von dort stammende eScooter der Post überaus erfolgreich ist und bald auch in den Privatverkauf gehen könnte, nachdem die Post diese Woche den Bau eines zweiten Werkes ankündigte, rollt 2018 ein weiteres aachener Elektroauto auf die Straßen.
Der E.Go Life der neuen Firma E.Go MObile AG, dessen kleiner Bruder E.Go Kart übrigens als vierrädriges Fahrrad gefahren werden kann und vom Bau sehr leicht mit einem Dach versehen werden könne, lassen sich bald vorbestellen und sollen dann nächstes Jahr vom Band rollen. Mit 16.000 € ist er zwar ein ganzes Stück teurer als Renault Twizy, dafür liegt er aber vom Bautyp ohnehin eher auf dem Level eines Twingo.
Ich hoffe meine Versuche, so zu tun, als wüsste ich irgendwas von Autos, haben funktioniert.

Buch der Woche

felgenkillerIch hatte bereits erwähnt, dass es diese Woche einen neuen Krimi von Thomas M. Claßen gibt, der in einer fiktiven Großstadt am Niederrhein namens Grawenhorst spielt, welche verdächtig einer Großstadt am Niederrhein namens Mönchengladbach ähnelt und die gleich zu Beginn in einen Wald führt, der verdächtig dem Stadtwald ähnelt? Mal abgesehen von all den Dingen, die in einem Krimi ohnehin verdächtig sind, weil es sich schließlich um einen Krimi handelt?
Hatte ich schon? Na, dann ist ja gut.
Und trotzdem muss ich jetzt noch ein bisschen mehr schreiben, denn sonst sieht die Seite schief aus, weil das Bild links neben diesem Punkt mit dem Bild vom nächsten Punkt kollidiert und das dann seltsam aussieht. So ist das halt beim Schreiben in einem dynamischen Medium wie dem Internet und Fließtext in HTML. Manchmal muss man gezielt viel schreiben, um den Abstand zwischen Objekten sicherzustellen. Zumal ich ohnehin ein tägliches Schreibziel von 1.000 Wörtern habe und da es schon spät ist wäre es absolut töfte, wenn ich das noch mit diesem Blogbeitrag erreichen würde.
Jetzt sind es übrigens 917 Wörter mit dem Teiltext, der gleich noch kommt. Das ist schonmal nicht schlecht, aber die Bilder sind noch nicht ganz getrennt.
Na gut, ich hätte auch einfach das Bild verkleinern können, aber man muss ja nicht immer den einfachen Weg gehen. Es klappt ja auch so und jetzt ist es vollbracht.
Das Buch hatte ich schon erwähnt, nicht? Gut. Felgenkiller. Gibt’s im Buchhandel. Und bei Amazon. Unter anderem.

Penis der Woche

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig - Bild: Werner Kerschbaummayer

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig – Bild: Werner Kerschbaummayer

Für eine Religion, deren zweitwichtigstes Symbol auffällig antiken Darstellungen einer Vagina ähnelt, hat das Christentum erstaunlich viel Probleme mit Geschlechtsorganen. So auch im österreichischen Traunkirchen, wo ein Sammler neben einem Pilgerpfad ein neu erworbenes Kleinod aufgestellt hat. Das erbroste die Gemeinde und so gab es vorhin verlinkte Presse-Berichterstattung zu der ganzen Affäre. Was offenbar durchaus in der Absicht des überaus amüsanten Grundbesitzers lag.
Nun, der Konflikt wurde gelöst. Auf die bestmögliche Weise.
gnihihi - BIld: Werner Kerschbaummayr

gnihihi – Bild: Werner Kerschbaummayr


Das große Felgensterben hat begonnen

Es ist ein paar Tage her, dass ich zuletzt ein deutschsprachiges Buch hier vorgestellt habe. Zweieinhalb Jahre, um genau zu sein. Und diesmal ist es noch nicht mal von mir, sondern von einem Freund in einem Genre, dass es von mir bisher noch nicht gegeben hat: Krimi! Regio-Krimi, Fahrradkrimi, Krimi mit so mancher Leiche. Und doch gibt es eine kleine Gemeinsamkeit: Sowohl in meinem aktuell letzten deutschsprachigen Buch Khamel als auch in Thomas Claßens Felgenkiller gibt es ein Mönchengladbach, das nicht so heisst – sei es nun Kalmrill oder Grawenhorst.
Doch eins nach dem anderen:

Felgenkiller-Das-BuchIn „der niederrheinischen Großstadt Grawenhorst“ sterben mehrfach Radfahrer auf Touren. Der ein oder andere wird an der Gestaltung des Zwischentitels bemerkt haben, dass dies kein unblutiger Krimi ist, es gibt durchaus mehr als eine Leiche.
Ebenso gibt es natürlich mehr als einen Verdächtigen, darunter Protagonist Manni, der bald selbst nachforscht. Und natürlich ausreichend Spuren und Überraschungen, um die Spannung für 308 Seiten zu halten.

Inspiriert hat Thomas dazu die Tatsache, dass unter all den Krimis, die ständig im Deutschen erscheinen, kein Fahrradkrimi zu finden war. Dies fiel ihm angesichts des Pferdesportkrimis eines Freundes (Aufs falsche Pferd gesetzt von Ulli Holst) auf und so begab er sich an Felgenkiller. Übrigens hatte ich Thomas eine Weile im Verdacht, Ulli Holst zu sein, der ja offen als Pseudonym auftritt. Nun, er war es nicht, aber dafür gibt es jetzt einen Krimi von ihm unter eigenem Namen — darüber mag ich mich nun wirklich nicht beklagen.
felgenkillerUnd tatsächlich: Während Pferdekrimis ein eigenes kleines Subgenre mit immerhin 13 Einträgen bilden, gibt es selbst in der vielfältigen Selbstverlegerszene kaum Krimis mit einer Verbindung zum Fahrrad. Und Felgenkiller ist der einzige mir bekannte, wo nicht Ermittler oder Täter auf dem Rad kommen, sondern die Opfer, somit Radfahren tatsächlich zum thematischen Mittelpunkt der Handlung wird.
Auf dass das Fahrrad mehr literarische Beachtung erhält! Und wenn ich mit meinem eigenen Projekt im Radbereich jemals vorankomme übrigens auch ludische, aber das ist ein anderes Thema für ein andermal.

Kaufen? Kaufen!

Felgenkiller von Thomas Maria Claßen ist seit gestern für 12 € als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich (wie gesagt, ich habe für diesen Blogbeitrag einen Feiertag übersehen), zum Beispiel diesen Buchhandlungen in NRW und Roermond (NL) und bei Amazon.
ISBN 978-3-9611123-1-9
Mehr Informationen auf der Webseite des Buchs und der Facebook-Seite des Autors.


Sieben am Sonntag 09.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich habe Ideen. Viel zu viele Ideen. Und ich sage sie keinem, solange sie nicht reif sind. Aber ich kann immer mal wieder andeuten. Und in dieser fahrradhaltigen Woche ist es eine Idee, die mit Fahrrädern zu tun hat. Mal sehen, ob ich daraus was größeres mache. Eigentlich habe ich für den Rest des Jahres genug Projekte, was Veröffentlichungen angeht (da geht im Mai eine größere Aktion los).
Vielleicht gegen Jahresende. Oder zum Vormerken für 2018. Mal schauen. Genießt erstmal eine 8Bit-Version von Queen Bicycle Race.

Privileg der Woche

Endlich versteht jemand die besonderen Dränge langer Radreisen - BIld: Oliver Jansen

Endlich versteht jemand die besonderen Dränge langer Radreisen – Bild: Oliver Jansen

Spielerei der Woche

Videospiele wie Tetris können etwas ähnliches wie Ohrwürmer auslösen, nur halt mit einem immer wieder erscheinenden mentalen Bild statt mit Musik. Abgesehen davon, dass grae Tetris auch einen ganz klassischen Ohrwurm auslösen kann.
Nun sind Mediziner auf die Idee gekommen, mit diesem Effekt die Bildung traumatischer Flashbacks zu verhindern, wie sie für PTSD typisch sind. Und es funktioniert auch, wenn das Spiel innerhalb von sechs Stunden nach dem traumatischen Erlebnis eingesetzt wird. Das ist doch mal eine interessante Variante von therapeutischem Videospiele-Einsatz.

Ding didelding didelding didelding didelding diding ding ding ding ding

Ding didelding didelding didelding didelding diding ding ding ding ding

Wolkenkratzer Bodenkratzer (?) der Woche

Okay, ich sage es gleich zu Anfang: Dieses Gebäude ist aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem gegenwärtigen Stand der Technik nicht möglich. Es ist kein Material bekannt, dass solche Gewichte frei tragen könnte. Jedes bekannte Material würde schon unter seinem eigenen Gewicht zerreissen, wenn es auf diese Weise aus dem Orbit hinunter zum Boden gehängt wird. Und ich will gar nicht wissen, wie sehr das schaukelt.
Worum es geht? Um den Analemma Tower,eine Konzeptstudie eines Architekturbüros in „planetarem Design“. Es handelt sich um einen mehrere Kilometer hohen Turm, der an einem eingefangenen Asteroiden im Orbit befestigt wird und von dort in die Atmosphäre hinunterhängt.
Entwürfe dieser Abgefahrenheit gibt es schon lange. Ich erinnere mich gut an Ideen aus den 70ern, eine fliegende Stadt zu bauen oder einen künstlichen Berg aus Wohneinheiten. Das ist alles abgefahren, bekloppt und oft kaum bis gar nicht physikalisch möglich, aber als Vision irgendwie auch cool.

Nein, der Analemma Tower reicht nicht so hoch, der geht so weit runter - Bild: Clouds Architecture Office

Nein, der Analemma Tower reicht nicht so hoch, der geht so weit runter – Bild: Clouds Architecture Office

Garten der Woche

Ganz toll, jetzt hab ich Gottlieb Wendehals als Ohrwurm. Kann ich zu Tetris zurück? - Bild: Indiegogo/Ponix Systems

Ganz toll, jetzt hab ich Gottlieb Wendehals als Ohrwurm. Kann ich zu Tetris zurück? – Bild: Indiegogo/Ponix Systems


Das ist Herbert. Der heisst so, weil Österreich.
Herbert ist ein Kräuteraufzuchtsystem für die Küche. Es hat sein Crowdfuding-Ziel bei Indiegogo immerhin mal eben verfünffacht und nun kann damit bald jede/r seine Kräuter an der Küchenwand anbauen. Oder auch an der Wohnzimmerwand, wenn man will.

Petition der Woche

Scheussliches LIla ignorieren, Text lesen! - Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Scheussliches LIla ignorieren, Text lesen! – Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Es läuft auf Initiative der Grünen eine Petition für ein Pilotprojekt, ein NRW-weites Tagesticket für zwei Euro anzubieten. Es soll ein erster Schritt zur Überwindung des komplizierten Tarifverbündesystems im Land sein. Warum wir dafür Unterschriften sammeln? Um zu zeigen, dass das keine spinnerte Idee einer Kleinpartei ist, sondern viele Menschen dahinterstehen. Das ist wichtig, denn der Lobbyismus in der Politik tendiert erschreckend stark zum Auto. Um das zu überwinden, müssen die Alternativen wie eben der ÖPNV eine ebenso starke, wenn nicht stärkere Lobby bekommen. Diese Lobby können wir alle sein.

Eröffnung der Woche

Geplante Radstation MG, Bild: Stadt MG

Geplante Radstation MG, Bild: Stadt MG

Ich sage es heute nicht erstmals, selbst in diesem Blog nicht, wenn ich feststelle, dass Politik eine Disziplin des langen Atems ist. Apnoe-Tauchen ist quasi Politik für Weicheier.
Aktuelles Beispiel: Die Radstation Mönchengladbach. Wir haben den Antrag zur Erkundung der Optionen 2011 im Rahmen der Ampelkoalition gestellt. Daraus wurde 2012 ein Baubeschluss mit dem Konzept, die Radstation in eine Lücke neben dem Haupteingang des Hauptbahnhofes MG zu bauen (siehe links oder oben, je nachdem, auf welchem Gerät Sie diesen Beitrag lesen). Damit gab es dann Probleme und die Station wanderte nachträglich auf die Rückseite des Bahnhofs, wo sie seit Freitag endlich eröffnet ist. Damit stößt die einzige Stadt mit zwei Hauptbahnhöfen zu der illustren Gruppe aus Essen, Mülheim/Ruhr und Lünen von Städten mit zwei Radstationen. Die 665 Stellplätze sind deutlich mehr als Düsseldorf (500) oder Neuss (550) zu bieten haben. Mit zusammen 871 Stellplätzen geht die Stadt auf Platz vier der Radstationsstellplätze hinter Münster, Köln und Rheine. Für alle, die angeben wollen, sollte das genügen.
Positiv überrascht war ich doch, dass ich dank des vielen Raum um die Abstellanlagen tatsächlich mein Liegerad mit seiner langen Nase unterbringen kann. Das ist in anderen Stationen, wie etwa in Rheydt, nicht möglich. Nun gibt es keinen Grund, ausgerechnet mein Langstreckenfahrad dort abzustellen, aber hey, die Möglichkeit zu haben ist schon nicht schlecht. Und es gibt ja auch Liegeradler, die mehr als drei Kilometer von der Station entfernt wohnen,
für die ist das durchaus nützlich.
Gut aussehen tut sie auch noch. Zwar sind dafür einige Abstellplätze verschwunden, aber die waren ganz ehrlich in einem Zustand, dass ich da nie ein Rad geparkt hätte. Dreckig, dunkel, geschmückt mit Fahrrad- und Schnapsleichen.
Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. Da muss irgendwo ein Nest sein.

Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. In der Gegend muss irgendwo ein Nest sein.


Sieben am Sonntag 02.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ihc kann nicht glauben, dass ich in diesem Blog noch nie ein einziges Wort zu Kung Fury verloren habe. Kung Fury ist großartig! Etwa eine halbe Stunde 80er-Nostalgie der abgefahrensten Art. Der Film ist 80er als die 80er es je waren, mit Kampfsport, Nazis, Wikingern auf Dinosauriern, Hackern, dem Powerglove und allem, was die 80er an Abgefahrenheit gern zu bieten gehabt hätten. Und David Hasselhoff.

Überraschung der Woche

Und tschüss!

Und tschüss!

Sagt mal, dieses Brexit-Ding, das hätten die Briten uns schon ruhig früher sagen können. So im letzten Juni zum Beispiel. So um den Dreh rum.
Die Presse immerhin war überrascht genug, dass es von Eilmeldungen nur so gewimmelt hat. Ich weiss, die Altmedienmühlen mahlen langsam, aber das ist schon albern. Ja, wir haben erst ein paar Stunden zuvor hören können, wann der Anrag denn nun kommt, aber das war auch alles. Es ist ja nicht so, dass das nicht berichtenswert wäre, aber Eilmeldungen, wirklich?
Hat irgendwer ernsthaft erwartet, dass die britische Regierung jetzt noch einen Rückzieher macht? So wenig mir das gefällt, es war eine Volksabstimmung! Gut, mit Demokratie hat es die EU ja leider nicht so, die überlässt sie ihren Mitgliedsstaaten.
Ich wünschte wirklich wir hätten ein Nachfolgekonzept für die Europäische Union, denn in einem haben die Briten ja Recht: Das Projekt läuft mächtig schief. Von der Euphorie der Vereinigten Staaten von Europa, die sich in den 90ern abzeichnete, sind wir wieder weit entfernt. Was davon übrig ist, ist ein technokratisches Bürokratiegebilde, das dringend reformiert werden müsste. Was allerdings durchaus Angela Merkels gelebtem Staatsverständnis zu entsprechen scheint, welches sich zunehmend gesellschaftlich durchsetzt. Irgendwas ist da verdammt schiefgelaufen.


eBook der Woche

Tuning the Symphony kommt hier als Tipp für all jene herein, denen die Titelgeschichte von How to Sing Butterflies gefiel/gefällt. Die Ähnlichkeit scheint Zufall zu sein, dennoch haben wir in Grundzügen eine ähnlich aufgebaute Welt, in der Musik als Magie fungiert und die Grundlagen des Universums selbst verändern kann.
In William C. Tracys Fantasy-Welt dient die Kunst der Maji genannten Zaubersinger unter anderem dazu, Portale zu fremden Welten zu öffnen und so beginnt eine Jagd nach einem Vermissten und der Kampf gegen eine Verschwörung quer durch den bekannten Kosmos.
Das Buch ist zur Zeit für Kindle-Leser gratis zu haben.

Baggerei der Woche

Die Anträge um Erweiterung des Braunkohlenabbaus in Brandenburg sind vorerst auf Eis. Das ist jetzt noch nicht so ideal, aber im Moment sehe ich kein Szenario, unter dem die Braunkohle je wieder wirtschaftlich werden könne, auch wenn RWE hier immer noch auf den Atomausstieg als großes Argument hofft.
Leider laufen die Gespräche um die Eröffnung eines neuen Tagebaus in Sachsen mit Aussicht auf „Erfolg“ weiter.
Ich bin froh, dass es Rückschläge für die Zerstörer gibt. Diese Form von Ökoterrorismus (Terrorismus gegen die Umwelt) aus Profitgier muss unterbunden werden.

Fahrrad der Woche

Geht gleich baden: Der River Rider - Bild: Instructables

Geht gleich baden: Der River Rider – Bild: Instructables

Schwimmende Fahrräder gibt es hier immer mal wieder. In der regel sidn es recht wuchtig wirkende Geräte mit großen Styropor-Schwimmkörpern oder gar amphibische Tretboote.
Will, pardon, W1LL7 hat bei Instructables ein Projekt vorgestellt, das wesentlich eleganter wirkt. Wenigstens, solange es an Land ist. Die Styroporschwimmkörper seitlich der Räder werden für den Schwimmeinsatz heruntergeklappt und tragen in der Tat Rad samt Fahrer. Er sagt, er habe dieses Fahrzeug gebaut, um sich auf dem Rückweg von der Arbeit einfach den Fluss heruntertreiben zu lassen, der neben seinem Radweg läuft.
Ein Antrieb wird noch angebaut, bis jetzt hat das Rad erstmal seine erfolgreichen Auftriebstests hinter sich.

Sicherheitsnachweis der Woche

Japan fährt einen problematischen Atommeiler wieder hoch. Vermutlich ist die Sicherheit dieser Technologie ausreichend dadurch bewiesen, dass Fukushima weiterhin so stark verstrahlt ist, dass selbst Roboter im Inneren des Reaktorblocks nicht überleben. Roboter! Die Dinger, die wir überall dorthin schicken, wo es für Menschen viel zu tödlich ist. Die verrecken dort!
Und die japanische Regierung arbeitet fleissig daran, noch so ein paar potenzielle Höllenpfuhle bereitzuhalten.

Bildstörung der Woche

Selbst ohne ein klassisches Rundfunkgerät zu besitzen, habe ich es deutlich mitbekommen, dass das Fernsehen diese Woche offenbar Sepuku begangen hat. Wurde aber auch mal Zeit.
Oder kokret, das vor nicht soooo langer Zeit teuer eingeführte DVB-T hat in DVB-T2 seinen Nachfolger gefunden und ersteres wurde nun abgeschaltet. Ausser im nahezu komplett nicht abgedeckten Sachen und Thüringen, was so eine Art Tradition aus DDR-Zeiten ist, als es dort teils keinen Empfang des Staatsfernsehens gab.
Nun ist das Fernsehen bereits jetzt ein Medium im Überlebenskampf. In so einer Situation kurzerhand eine Umstellung durchzusetzen, die von den Zuschauern nicht nur ein merkliche Investition erfordert, sondern das Privatfernsehen auch (trotz weitehrin vorhandener Werbung) auf ein bezahltes Abomodell umstellt. Ich meine, die Privatsender sind ja als Kokshöllen verschrien, ich hätte nur nie gedacht, dass es so heftig ist.
Effekt dessen ist, dass sich nun auch die anderen etablierten Altmedien endgültig vom Fernsehen abzuwenden scheinen. Kabel und Satellit sind zwar noch nicht betroffen, aber wann diese folgen, scheitn nur noch eine Frage der Qualität des Kokains Zeit zu sein.