Sieben am Sonntag 29.10.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Das Floppotron ist eine recht komplexe Maschine aus Teilen alter Computer, deren Geräusche es nutzt, um Melodien mal mehr, mal weniger akkurat nachzubauen. Eine der gelungeneren Varianten ist die obige Umsetzung von Eurythmics‘ Sweet Dreams (are Made of This).

Fahrrad der Woche

Holzfahrrad

Holz vor der Hütte

Das ist das Splinter Bike SB-3, ein vollständig aus Holz gebautes Fahrrad. Und ich meine wirklich vollständig. Da ist kein einziges Metall- oder Kunststoffteil dran.
Das Rad ist das Ergebnis einer Wette des Briten Michael Thompson hat ein paar ungewöhnliche Elemente für ein Fahrrad. Das auffälligste davon ist sicherlich das große Zahnrad, welches die sonst übliche Kette ersetzt. Denn eine Kette ist aus Metall, ein Zahnriemen aus Kunststoff, aber ein Zahnrad lässt sich gut und zuverlässig aus Holz fertigen.

Buch der Woche

Das da rechts ist das Accidental Dictionary von Paul Anthony Jones. Das ist weniger ein versehentliches Wörterbuch, als ein Wörterbuch der Versehen. Es sammelt zahlreiche Beispiele von Wörtern, die im Laufe der Jahrhunderte unerwartete Entwicklungen durchgemacht haben. Während andere ständig versuchen, Sprachen zu einer Art Freilichtmuseum für Kommunikation umzugestalten und sich gegen jeden Wandel stemmen, zeigt Jones auf, wie allgegenwärtig und manchmal auch seltsam dieser Wandel sein kann, aber auch, wie nützlich. Wo wären wir, hätte nicht eine historische Entwicklung dazu geführt, dass beispielsweise pink heute einen knalligen Neonrotton bezeichnet und nicht, wie früher, eine Variante von Gelb?
Auf jeden Fall wäre die Welt weniger pink. Oder noch pinker. Wer weiss?

Scheissverhalten der Woche

Am Mittwoch habe ich mit ein paar Freunden an der Landwehr in Dahl Müll gesammelt. 28 Müllsäcke kamen da zusammen,
nebst einer Satelitenschüssel, zwei Wäschekörben, einer Katzentransportbox und noch ein paar eher sperrigen Dingen. Aber es war eine relativ häufige Entdeckung, die mich schließlich zu diesem Tweet brachte:

Leute, im Ernst: Der Sinn der Hundekottüten ist nicht der, dass ihr zusätzlich zur Scheisse noch etwas Plastik ins Gebüsch schmeisst

Im Ernst, was soll der Mist? Immer und immer wieder fanden wir Hundekottüten, die nach erfolgreicher Füllung ins Gebüsch geworfen worden waren. Nun ist so ein Plastikbeutel im Wald um einiges schlimmer als ein bisschen Kot. Der Kot verrottet recht schnell und düngt dann die Pflanzen. Das Plastik bleibt ein paar Jahrzehnte im Boden und seine einzige Funktion dürfte es sein, irgendwann der Nachfolgerspezies des Homo sapiens zu verraten, dass in unserer Gegenwart eine Spezies lebte, die fähig war, Kunststoff herzustellen. Und mal ganz im Ernst: Das wissen die schon, bevor ihre Ausgrabungen sie schließlich zu genau Ihrem Hundekotbeutel führen, der ist also zur Bildung künftiger Spezies nicht erforderlich.
Schmeissen Sie den beutel in den Mülleimer. Und wenn der Köttel eh ins Gebüsch geschissen wurde: Da kann er, anders als auf der Straße, ruhig liegen bleiben. Da scheissen noch ganz andere Viecher hin, das kennt die Natur.

Schluss der Woche

Ich bin noch nicht ganz sicher, für wen es etwas peinlich ist wenn Physiker zu dem Schluss kommen, dass das Universum eigentlich nicht existieren sollte, aber ich gehe mal von den Physiker aus.
Konkret hat man (erneut) festgestellt, dass Materie und Antimaterie perfekte Spiegelbilder voneinander sind. Das Problem dabei ist, dass bei jeder Entstehung von Materie automatisch auch Antimaterie entstehen muss. Und da Materie und Antimaterie wiederum sich gegenseitig auslöschen, dürfte eigentlich von beiden nach kurzer Zeit wieder nichts mehr übrig sein. Warum also besteht unser Universum nahezu ausschließlich aus Materie?
Das ist ein großes Rätsel der Physik und wenn endlich jemand den Unterschied finden würde, der dazu führt, dass das Universum sich nicht sofort nach dem Urknall selbst ausgelöscht hat, wäre das den Nobelpreis gleich mehrmals würdig.
Ich hätte zwei mögliche Erklärungen: 1. Das Universum existiert nur vorübergehend, weil Materie und Antimaterie grade in verschiedenen Ecken des Universums rumhängen. 2. Antimaterie ist in allen Eigenschaften spiegelbildlich zu Materie, einschließlich der Zeitachse, sie bewegt sich also rückwärts durch die Zeit. Das würde übrigens auch bedeuten, dass der Urknall gleich zwei Universen hervorgebracht hat, die sich in entgegengesetzte Richtungen der Zeit vom Urknall aus ausbreiten. Ich kann das nur nicht in physikalisch ausdrücken, weil die Mathe, die dort benutzt einfach nur abgefahren ist.
Das alles setzt natürlich voraus, dass beim Urknall die Materie entstanden ist, was nicht alle kosmologischen Modelle sagen. Sollte das Universum etwa deutlich älter sein als der Urknall und dieser lediglich die Bedingungen in einem Teilstück eines deutlich größeren Universums verändert haben, bestünde das Problem eventuell gar nicht. Das lässt sich allerdings nicht nachprüfen, weil unsere Physik Gebiete ausserhalb des sichtbaren Universums nicht erfassen kann.

Zucht der Woche

Reis

Reis

Wie die botanisch versierten Leser dieses Blogs sowie jene, die eine Bildunterschrift entziffern könne, wahrscheinlich bereits erkannt haben, ist das da oben Reis. Kein extrem besonderer Reis, sondern einfacher Reis aus dem Kochbeutel. Weil dieser Artikel sonst einfach viel zu wenige Bilder für einen Sieben-am-Sonntag-Beitrag hat.
Warum ist hier nun gewöhnlicher Reis? Er steht stellvertretend für seine Artgenossen, denn in China wurde eine neue salzresistente Reissorte gezüchtet. Die neue Sorte hat deutlich größere Erträge als bisherige Salzwasser-Reissorten und ist mit 6-9 Tonnen pro Hektar kommerziell deutlich besser.
Mit diesem Reis lassen sich Küstenregionen besser für die Landwirtschaft nutzen und auch schwimmende Anbaupontons rücken in den Bereich des Möglichen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass sich diese Sorte für die wärmeren Meere Europas nahe des Golfstroms eignet, was den sehr geringen heimischen Anbau dieses Grundnahrungsmittels erheblich erleichtern würde.

Verschnabulierung der Woche

Da mag so manchem das Monokel aus dem Orbitalfenster fallen, aber dieses Automatenrestaurant in Japan ist hochinteressant. Die beiden Tester sind durchgehend von der Qualität überrascht. Aber wenn man es sich rational betrachtet, gibt es keinen Grund, aus dem Automatennahrung schlechter sein sollte als jede andere.
Das einzige echte Problem ist die Haltbarkeit, aber die Automaten in diesem Lokal werden anscheinend regelmäßig befüllt uns so gibt es keinen Grund, die Artikel mit Mittel vollzustopfen, um die Haltbarkeit zu erhöhen.
Natürlich sind Lebensmittelautomaten keine große Novität, aber die Kuriosität eines ganzen Restaurants mit solchen Automaten auszustatten, hat was. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren McDonald’s oder ein Konkurrent so etwas ausprobiert. Um genau zu sein, sind die Gebäckketten wie Backshop ja nichts groß anderes.
Und dann wird es einen Aufstand des guten Geschmacks geben. Als wäre McDonald’s-Fraß besser, wenn er von unterbezahlten Studenten gereicht wird.


Sieben am Sonntag 22.10.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich lache definitiv zu viel über das Star Wars Thema, komponiert aus einem Maunzen eines Porg aus dem Supermarkt. Andererseits gibt es keinen wirklichen Grund, damit aufzuhören.

Boot der Woche

Boot mit Hängematte statt Sitzbereich

10 von 10 Mücken lieben es

Ich konnte dieses Bild online zwar an den verschiedensten Stellen finden, die Quelle ist jedoch keines davon. Wie dem auch sei, haben wir hier ein nahezu perfektes Wasserfahrzeug. Es gibt noch ein paar Boote dieser Bauart: Zwei Pontons, zwischen denen eine Hängematte gespannt ist.
Was dieses Exemplar besonders macht, ist natürlich das Dach. Eher nutzlos gegen das Nasswerden, da es der Stabilität nicht förderlich sein dürfte, aber gegen einen Sonnenstich hilft es allemal. Das ist wahrscheinlich auch eher der Sinn der Sache.
Zweifel kommen mir nur bei der Entscheidung, dieses Boot als Paddelboot auszulegen. Der Paddler dürfte bald ziemlich durch die Gegend fliegen, wenn nur eine lockere Hängematte und sein Körpergewicht gegen das Wasser arbeiten. Aber die Idee hat trotzdem was.

Zelt der Woche

Zelt, das wie ein Auto aussieht

Wenn die Dinger eh nur rumstehen, warum nicht? – Bild: Geekologie

Bleiben wir bei abenteuerlicher Erholung. Dieses Zelt bietet die einmalige Gelegenheit, ungestört auf dem harten Grund einer Straße zu übernachten. Einen Boden hat es nicht, aber hey, Straßen sind schließlich Luxus.
Na okay, ich lasse es mal als Protestform gelten.

Kriminalitätswelle der Woche

letzte Woche hatte ich an dieser Stelle den Fall eines Elektronikkettenmaskottchens (das ist doch mal ein deutsches Wort!), dem die Polizei auf den Pelz rückte, um das in Österreich geltende Vermummungsvebrot durchzusetzen. Nun, das scheint sich zu einer beliebten Methode zu entwickeln, die Polizei bei der Arbeit zu halten. Zwar weiss sie inzwischen, dass Maskottchen im Job Masken tragen dürfen, aber ausrücken müssen sie dennoch erstmal.
Und so haben wir diese Woche als besondere Highlights einen als Vermummten vermummten Vermummten und ein Maskottchen des Parlaments. Ja, ein Maskottchen des Parlaments wurde wegen des Vermummungsverbots von der Polizei besucht. Da ist die Meldung, dass der österreichische Bundestag ein Maskottchen hat, noch gar nicht berücksichtigt.

Meldung der Woche

Der Bundestag von Österreich hat ein Maskottchen in Form eines anthropomorphen Kaninchens.

Ortschaft der Woche

TodmordenBevor ich herausfand, dass die Ortschaft in diesem Artikel sich in England befindet, was der Artikel selbst wohlweislich verschweigt, war ich von seinem Namen sehr amüsiert. Inzwischen bin ich schlichtweg baff.
Das ist das schöne Städtchen Todmorden im nördlichen Yorkshire. Ich bin dafür, dass in Zukunft jeder aus Deutschland stammende England-Krimi dort spielt, zur absoluten Verwirrung jedes Briten. Natürlich unter der Bedingung, dass der lokalen Bibliothek ein übersetzter Band jedes Werkes zur Verfügung gestellt wird. Das wäre so großartig!

Fahrrad der Woche

So, ich hoffe, der Porg ist inzwischen fertig, denn dieses Fahrrad kann man wohl nur im Video adäquat präsentieren. Das Wike Salamander ist nicht einfach ein Rad mit Kindertransport vorne, wovon es ja schon einige auf der Basis verschiedener Lastenräder gibt. Nein, in diesem Fall lässt sich gleich das komplette Fahrrad in einigen Handgriffen zu einem Kinderwagen umbauen.
Mit 4.000 US$ nicht die günstigste Anschaffung, aber das Teil muss halt auch aus Kanada rüberkommen.


Grashüpfer haben keine Zeigefinger

Ich weiss nicht, ob es alle mitbekommen haben (wahrscheinlich schon): Wir haben ein ernsthaftes Problem, was die Insektenpopulation in Deutschland angeht. Und nein, Monsanto ist nicht schuld. Na gut, doch, aber nicht allein.

Toter Grashüpfer

Wir brauchen sehr viel sehr kleine Kreidestücke –
Bild: 350z33 at English Wikipedia

Ich könnte jetzt lange ausführen, wie es nach und nach zu dieser Erkenntnis kam, aber das Ergebnis muss reichen: In weiten Teilen Deutschlands (mindestens) kam es im Verlauf der letzten 27 Jahre ist der Bestand an Fluginsekten kontinuierlich auf mittlerweile etwa 25% des Ursprungsbestandes gesunken. Das zieht natürlich Folgen nach sich und so ließ sich etwa bei den Vögeln ein vergleichbarer Rückgang nachweisen.
Für die meisten Leute sind die Schuldigen schnell gefunden: Giftkonzerne und Landwirtschaft vernichten massenweise Insekten, um möglichst viel Umsatz zu machen. Dabei ist ihnen im Namen der Effizienz auch gleich, ob neben den Schädlingen andere Insekten mit betroffen werden. Und das ist ohne Frage ein wichtiger Faktor. Es ist ohne Frage wahr. Aber: Die landwirtschaftliche Fläche in Deutschland schrumpft, der Anteil der ökologischen Landwirtschaft am Gesamtraum steigt. Es muss also noch andere Faktoren geben.

Gärten des Grauens

Gifte allein erledigen sich mit der Zeit, weil der Vernichtung von Individuen gewöhnlich die Entstehung von Resistenzen folgt. Nach 27 Jahren müssten einzelne Spezies schon längst immun geworden sein und dies mit massenhafter Vermehrung quittieren.
Aber die Landwirtschaft ist natürlich ein praktischer Schuldiger. Die wenigsten von uns sind Landwirte (siehe oben, davon gibt es immer weniger). Wer hier liest und Landwirt ist, ist wahrscheinlich Teil der ökologischen Landwirtschaft. Oder andersgesagt: Schuld sind mal wieder die anderen.
So, und jetzt reden wir mal über Vorgärten. Und Hintergärten. Und überhaupt Gärten.

RasengartenAlle drei Bilder sind für Insekten leere Wüsten. Kahler Boden, einförmiges Gras und Steine ohne auch nur einen Grashalm sind alles vollkommen lebensfeindliche Habitate, aus denen kaum ein Insekt hervorschauen wird. Nein, auch in dem romantischen Bauerngarten nicht, solange dieser fein säuberlich vermeintliches Unkraut entfernt und zwischen den Nutzpflanzen nur sinnlos kahlen Erdboden hinterlässt. Doch genau das ist selbst für viele Naturfreunde Teil des Gartenideals: Bloß nichts wachsen lassen! Und wer das nicht tut, lässt sich zwar nicht verklagen, aber man kann schon bei der Existenz solcher Artikel wie des heutigen in der Mein schöner Garten zwischen den Zeilen herauslesen: Wünschen täte es sich so mancher.
Im Namen der Sauberkeit wird in den Städten eine Leichenhaussterilität angestrebt, in der nirgendwo mehr ein Blatt liegen, ein Moos wachsen darf, denn blanker Stein ist ja so viel toller als Leben. Was bitte ist an einem sauber ausgefugten Kopfsteinpflaster besser als an einem dessen Lücken erfüllenden Moosteppich? Optisch nichts, haptisch nichts, ökologisch sowieso nichts.
Ein paar Leute haben sich über mich gewundert, als ich in der Dahler Oase die Brennnesseln vor allen Ansinnen geschützt habe, als dort im Sommer die Raupen des Admirals und des Tagpfauenauges in Massen Fressorgien feierten. Vielleicht ist das jetzt etwas klarer: Wir alle müssen uns bewusst sein, dass wir unsere Welt nicht allein beleben. Dass es wichtigere Dinge gibt als unsere anerzogene Ästhetik und ihre Anwendung auf jeden Quadratmeter Festlandfläche. Dass Natur wir die Pflicht haben, nicht zu tief in Systeme einzugreifen, die zu komplex sind, um sie als Einzelmensch zu erfassen. Natürlich müssen wir die Welt verändern, das ist immerhin die zentrale Überlebensstrategie des Homo sapiens, aber wir müssen auch Maß halten dabei. Denn wenn wir es zu stark auf unsere Bedürfnisse als Menschen anpassen, ist bald für niemand anderen mehr etwas übrig.
Es ist gut, dass Heuschrecken keine Zeigefinger haben. Sie wären sonst ständig auf uns gerichtet. Auf uns alle, nicht nur auf die Landwirte.


Sieben am Sonntag 15.10.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich bin diese Woche sehr wenig zum Anhören von Musik gekommen, zumindest ist mir nichts im Ohr geblieben, was ich nicht schon kannte. Macht nix, kurz auf Youtube nachschauen et voilá, In the End von Linkin Park, gesungen von Ausschnitten aus 183 Filmen.

Fahrrad der Woche

Fahrrad für norwegisches Wetter: Das Podbike - Bild: Podbike

Fahrrad für norwegisches Wetter: Das Podbike – Bild: Podbike

Das ist das Podbike, eine ziemlich ausgeklügelte Weiterentwicklung bekannter Velomobile. Das laut Hersteller für das norwegische Wetter optimierte geschlossene Verdeck beherbergt neben den üblichen Teilen eines Velomobils wie Anrieb, Beleuchtung und Sitzschale auch eine Neuerung: Es lässt sich ein wenig nach vorne kippen, um Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Es ist zudem darauf ausgelegt, aufrecht auf dem Heck abgestellt zu werden, um den benötigten Parkraum zu reduzieren.
Mit umgerechnet 6.000 € gehört es zudem der unteren Preisklasse im Velomobilbereich an.
Das Podbike soll Ende 2018 nach und nach auf den Markt kommen — erst in Norwegen, dann in Europa, dann weltweit.

Schwerverbrecher der Woche

Mann im Haifischkostüm ohne Kopf

Von der Lebenszielliste der Polizisten streichen: Erfolgreich einen Hai in Österreich fangen und köpfen – BIld: Warda Network

Die österreichische Computerladenkette McShark hatte eine pfiffige Idee: Zur Eröffnung eines Ladens ein Maskottchen im Haikostüm engagieren. Na gut, ganz so pfiffig wohl doch nicht. Zum einen ist das jetzt nicht soooo neu, zum anderen hat die Polizei gleich eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Verhüllungsvebrot gestellt.
Dieser als Burkavebrot geplante Versuch, Leuten vorzuschreiben, was sie gefälligst nicht zu tragen haben, musste nämlich halbwegs religionsneutral formuliert werden und das ist das Ergebnis.
Aber die Aktion, die war womöglich pfiffiger als zunächst gedacht: Inzwischen heisst es, das sei von Anfang an das Ziel der Aktion gewesen, um maximale Medienreichweite zu erlangen. Das wiederum ist gar nicht schlecht gelaufen und die 150 € Bußgeld waren dafür ein echtes Schnäppchen.

Zug der Woche

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden arbeiten an einer Intercityverbindung zwischen Düsseldorf und Eindhoven, wobei diese unter anderem über Mönchengladbach laufen würde und dort aufgrund der Form der Strecke zwangsläufig einen Halt hätte.

Wasserfahrzeug der Woche

RP Flip

Das Schiff für die unvermeidliche 1-Stunden-Youtube-Version von My Heart will Go on – Bild: US Navy

Ein Fahrzeug ist die RP flip streng genommen ebensowenig wie ein Schiff. Boot? Auch nicht. Am ehesten ist es eine mobile Boje.
Denn die RP Flip ist eine Forschungslattform der amerikanischen Marine, die über keinen Antrieb verfügt. Das Teil ist nicht neu, es wurde schon 1962 in Betrieb genommen, aber es ist auch seltsamerweise keine Berühmheit.
Das besondere ist, dass sie sowohl horizontal im Wasser liegen kann, um transportiert zu werden, als auch vertikal, wie im Bild. In vertikaler Position führt sie dann Messungen insbesondere von Wellenbewegungen durch. Sie selbst ragt dabei tief genug ins Wasser, um stabil zu stehen.
Die Idee wurde über die Jahre immer mal wieder aus der Schublade geholt, aber mir ist bisher kein anderes tatsächlich gebautes Gefährt dieser At bekannt.

Digitalisierung der Woche

Ist schon ein paar Tage älter, aber ich habe den grade wieder in meinen Favoriten gefunden: Die Geschichte, wie Velbert neue Stromzähler ersonn, mit einigen interessanten Ideen, perfekt zusammengefasst von Fefe.

Veröffentlichung der Woche

eye-tt-telescope Hier ist es nun, perfekterweise an einem Sonntag veröffentlicht: Die 26. Ausgabe des englischen Online-Poesie-Magazins Eye to the Telescope ist da, des Onlinemagazins der kalifornischen Science Fiction and Fantasy Poetry Association (SFPA).
Gesucht hatte Herausgeberin Sandra J. Lindow (die Zeitschrift wird jedes Mal von jemand anderem herausgegeben) Gedichte, die sich mit anderen und zukünftigen Begrifflichkeiten von Gender beschäftigen. Dies setzte ich um, indem ich eine Welt erdachte, in der neben den drei Ebenen menschlicher Geschlechter (Biologie, Sozialrolle und Orientierung) eine vierte existiert, Menschen können Blumen oder Insekten sein. Die Hintergrundidee dabei ist, dass dies Folgen einer Zeit sind, in der bestimmte genetische Veränderungen des Körpers ein Trend geworden sind, ähnlich wie Tätowierungen oder Piercings heute. Jede Person kann eine Blume oder ein Insekt sein, unabhängig von den restlichen Zuordnungen.
Das daraus erwachsene Gedicht geht allerdings in eine etwas andere Richtung. Die Blume ist ein Mann, das Insekt eine Frau und statt auf die Welt konzentriert sich das Gedicht auf das Phänomen der Vergänglichkeit, insbesondere in Bezug auf wörtlich genommene Bienchen und Blümchen. Nicht ganz mein Plan, aber es passt ziemlich gut zur Form des Sonetts.
Und wie sich das für ein Sonett gehört, gibt es einen Bezug zu Shakespeare: Der erste Vers spiegelt das etwas obskure Gedicht Shy Love, welches man wegen einer gleichnamigen Pornodarstellerin recht schwer googeln kann. Hier die relevanten Verse:

If happiness were like
The flowers of June then I would take
The best of them, roses and columbine,
The lilies, and bind them in your hair.

Daraus erwuchs der auf dem Iambus tänzelnde Binnenreim im ersten Vers von Fling of Petals:

Welcome the bloom of flowers’ June

Und den Rest könnt ihr drüben bei Eye to the Telescope lesen und selbst interpretieren.


Sieben am Sonntag 08.10.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Nach einer kleinen Pause bedingt durch einen absolut wahnsinnigen Oktober auf absolut nirgends geäusserten Wunsch wieder da.

Musik der Woche

Diese Woche ging die Nachricht vom Tode Tom Pettys um. Auch wenn er als Künstler der 70er und 80er gilt, gehört Into the Great Wide Open fraglos zum Soundtrack meiner Jugendjahre.
Es war allerdings noch ein enges Rennne zwischen diesem Song und Learning to Fly.

Zusagen der Woche

Logo von Eye to the TelescopeEin Detail über den Monat, in dem ich eine Bibliothek war habe ich hier im Blog &emdash; anders als in den sozialen Medien &emdash; noch ausgelassen. Ich habe in Zeiten, in denen nichts los war den Raum gefunden, Beiträge für zwei Ausschreibungen einzureichen. Und tatsächlich wurden sie beide von den jeweiligen Magazinen angenommen.
Da ist zunächst ein Gedicht für Eye to the Telescope. Gesucht wurden dort Gedichte aus dem Bereich der „Speculative Poetry“ (Science-Fiction, Horror und Fantasy in Gedichtform) mit dem Thema ungewöhnlicher Genderkonzepte in Fantasie und/oder Zukunft. Das Ergebnis erscheint am 15. Oktober, ist ein Sonett und trägt den Titel Fling of Petals. Ja, im Ernst, ein Sonett. Im jambischen Tetrameter. Auf Englisch. Mit Bezug auf ein obskures Shakespeare-Gedicht. Das kein Sonett war. Es geht um Bienchenmenschen und Blümchenmenschen.
Darauf folgte eine Kurzgeschichte um ein Laborexperiment mit etwas ungewöhnlichen Experimentsleitern. Darüber will ich nicht zuviel verraten, aber es ist eine böse kleine Geschichte mit einem Twist am Ende, der zum zweiten Lesen führt. Ein wenig Horror, der im Laufe der nächsten Monate im Mad Scientist Journal erscheinen wird.
Nachdem das nun zwei erfolgreiche Einsendungen in Bereichen waren, die nicht direkt mein Kerngebiet sind (dies war mein erstes jemals eingereichtes Gedicht und Horror schreibe ich auch eher selten), passt die dritte Einsendung, von der ich im Laufe der nächstes Wochen hören soll, da natürlich perfekt rein. Verlangt war ein Gedicht über Jesus, Verzeihung, PersonalSaviorLordJesusChrist (sic!) aus ungewöhnlicher Sichtweise. Ich denke, ein Gedicht von einem Atheisten über den Nagel in Jesu linkem Handgelenk und seine Sicht der Dinge in freiem Vers war ungewöhnlich genug. Nein, das ist kein Scherz. Freier Vers über einen der Nägel, mit denen Jesus gekreuzigt wurde.Banner der Herbstausgabe des Mad Scientist Journal

Gartenschild der Woche

Geduldig wartend überdauert das Unkraut des Menschen nichtiges Tun

„Geduldig wartend überdauert das Unkraut des Menschen nichtiges Tun“ – Bild: Wikimedia Commons/Emma7stern

Das ist so wahr.
ich halte allgemein sehr wenig vom Unkraut jäten. Das einzige, was man damit erreicht, ist ein Fleckchen nutzlos kahle Erde. Ja, manchmal hilft es, wenn man eine neue Pflanze ansetzt und diese sich erstmal durchsetzen muss, aber das systematische und regelmäßige Jäten von Beeten bedeutet für mich nur eines: Der Garten wurde schlecht geplant &emdash; oder aber da ist jemand mit sehr seltsamen Vorstellungen von Ästhetik am Werk.
Ich halte das so: Will man bestimmte Pflanzen als Unkraut aus dem Garten haben, so bekämpft man einfach das sprichwörtliche Feuer mit Feuer. Bedeutet konkret, man setzt gezielt stark wuchernde, aber erwünschte Pflanzen an seiner Stelle. Deshalb besteht die frühe Bepflanzung in der Dahler Oase zu großen Teilen aus Pflanzen wie Minze, Erdbeere, Lavendel, Fetthenne, Beinwell oder Zitronenmelisse. Attraktive oder nützliche Pflanzen, die in der Lage sind, konkurrierendes „Unkraut“ aktiv zu verdrängen und sich an seiner Statt auszubreiten.
Wer mit der Natur zu kooperieren versteht, gärtnert eben entspannter. Und meist auch erfolgreicher.

Tintenfisch der Woche

Das ist der perfekte Drachen für langweilige Tage in den Rheinwiesen oder wenn alle anderen nach dem Grillen bei Kaiserswerth vollgefressen ausruhen. Großartig!

Fahrradzubehör der Woche

Europalette als Anhänger an einem Fahrrad

Zum fahren wird allerdings die Kraft von Grayskull benötigt – Bild: Fleximodal

Das ist der Bicyclift von Fleximodal in Aktion. Diese französische Entwicklung ist ein genial einfaches Prinzip, um eine Palette in Sekunden in einen Fahrradanhänger zu verwandeln: Unter die Palette wird ein Teil geschoben, welches dann in ein Gerüst einhakt, welches über eine Kupplung ans Fahrrad gehängt wird.
Heraus kommt ein einfacher, unbeladen sehr leichter und kleiner Fahrradanhänger für die schnelle Auslieferung von Gütern ohne Lkw. Oder auch für den privaten Transport größerer Objekte. Nie wieder müssen wir hören, man könne mit dem Fahrrad nicht zum Baumarkt fahren. ich fahre übrigens regelmäßig mit dem Fahrrad zum Baumarkt. Ich erwarte jeden Tag ein Sixpack, aber es will einfach nicht kommen. Ich verstehe das auch nicht.

Solaranlage der Woche

Haus mit roten Dachschindeln

Wie Sie sehen, sehen Sie nix – Bild: csem.ch

Was bei diesem Haus aussieht wie normale rote Dachschindeln sind tatsächlich Solarpanele. Mit diesen roten Panelen konnte die schweizer Firma CSEM erfolgreich ein Haus im Kanton Freiburg unter Einhaltung der Denkmalschutzregeln mit einer großflächigen Solaranlage ausstatten.

Dummheit der Woche

Gut, die Nachricht ist schon etwas älter, aber zu bekloppt, um sie zu unterschlagen: Offenbar bastelt man in der Formel 1 zur Zeit an Einrichtungen, damit die Autos mehr Lärm machen. Ihr wisst schon, so wie die Bekloppten, die sich absichtlich defekte Auspuffanlagen an den tiefergelegten Japanschrott hängen, um mit ihren Psychosen anzugeben.
Okay, das war jetzt gemein. So schlimm sind japanische Autos gar nicht.


Der Monat, in dem ich eine Bibliothek war

Einen Beitrag zum Start der kleinen Präsenzbibliothek mönchengladbacher Autoren gab es ja schon. Nun folgt, wie einige es vielleicht von Softwareentwicklern kennen, das so genannte Postmortem oder auch Fazit.
Die Stühle und Tische stehen wieder in einer Scheune in Wanlo, die Bücher und Materialien sind wieder bei ihren Verfassern und Verlagen (ein paar, für die es noch keine Gelegenheit zum Abholen gab, sind noch bei mir), die Schlüssel sind wieder beim Vermieter, die Schauzeitdeko auf den Fenstern hat den Kampf mit einem Ceranfeldschaber verloren, die Flecken vom Abziehen der Powerstrips sind überstrichen. Es ist Zeit.
Das ist schon richtig so, die Bibliothek sollte nie länger als einen Monat laufen damit sie einen gewissen Eventcharakter erhält.

Raum mit gestapelten Stühlen in der Ecke

Dass ich aufräumen kann, glaubt mir meine Mutter übrigens bis heute nicht. Vielleicht ändert dieses Foto etwas daran

Zeit und Ort

Wenn ein Ladenlokal lange leersteht, hat das oft einen guten Grund. In unserem Fall haben wir ein eigentlich wunderbares kleines Lokal erhalten: Guter Zuschnitt, viel Glasfront zum Reinschauen, eine große Glasdoppeltür, die man trotz der „Ziehen“-Aufschrift auch nach innen öffnen konnte (wirkt einladender), ein kleiner Lageraum mit eingebautem Regal, schon nicht schlecht. Gut, es gab keine Toiletten, keine Küche und im Türrahmen zum Lagerraum war keine Tür (wir haben dann ein Rollup davorgestellt, das dafür wie geschaffen war), aber das ist dem Besuch in der Regel alles nicht annähernd so wichtig wie dem Personal. Oh, und mein Handy hat zu meiner Überraschung automatisch ein großes Bild zusammengesetzt, als ich das Ladenlokal abfotografiert habe. Das sich dann dank des Kachelbodens sehr gut anhand des Fotos vermessen ließ.

Übersichtsbild über das Ladenlokal

Heute bastelt sie Bilder zusammen, morgen übernimmt die KI die Welt

Das hieß aber auch, dass die Probleme mit dem Laden extern waren und sich nicht so gut aus ihm selbst heraus lösen ließen. Er befand sich eben in einer Passage mit viel Leerstand rundherum, ein gutes Stück von der Straße entfernt. Die Passage war gut durchlaufen, aber das waren fast alles Leute, die zu ihren Autos im Parkhaus am anderen Ende wollten und entsprechend nicht anhielten, um mal reinzuschauen.
Hinzu kam, dass der September nicht unbedingt der ideale Monat ist, um Autoren zu einer größeren Veranstaltung zu organisieren. Die Verlage und ihre Werbeabteilungen arbeiten just in dieser Zeit mit Hochdruck, um perfekt auf die größte und älteste Buchmesse der Welt vorbereitet zu sein. Und für mich war das Timing auch etwas stressig, da es zu einer Überschneidung mit einem politischen Ereignis erhöhter Priorität kam. Und in die eigentlich notwendige Vorbereitungszeit kam mein einmonatiger Ausfall nach einem Fahrradunfall.
Am Ort macht man so schnell nichts, der ist wie er ist. Und bei der Zeit: Pech halt, das war nunmal der Zeitraum der Schauzeit. Und in diesem Kontext haben wir schon einiges auf die Beine gestellt.
Es kamen jetzt keine Massen, aber doch immer mal wieder jemand. Als ich einen der Stühle mit einem kleinen Tisch mit Büchern und Flyern nach draussen gestellt habe, wurde das auch ein bisschen mehr. Und bei den Lesungen am Blumensonntag in Rheydt sowie später nochmal bei einer Führung seitens des Quartiersmanagments durch die Schauzeit-Läden war die Bibliothek sogar richtig voll. Eine zweite Lesung zum Abschluss hat nicht mehr geklappt. Da hatte ich auch erst am 29. die Erkenntnis, dass am 3. Oktober ja Feiertag war und dieser auf einen Dienstag fiel &emdash; entsprechend viele nutzten das lange Wochenende für Ausflüge und waren dann am 30. September natürlich schon unterwegs. Es sei ihnen vergönnt.
Hinzu kam das sehr wertvolle Presseecho. Ein wirklich großer Artikel mit Foto in der Rheinischen Post, ein Besuch vom Lokalradio, ein paar Aufnahmen für den WDR, große Unterstützung in den sozialen Medien auch durch andere Gruppen der Kulturszene, das war schon super. Ihr glaubt nicht, wie viel sowas wert ist. Ich hatte auch mit ein paar Leuten gesprochen, die nun überlegen, die Idee mitzunehmen. Sollte also demnächst etwas ähnliches in Krefeld oder dem Kreis Neuss auftauchen, wisst ihr, woher es kommt.
Ich bin für den kurzen Zeitraum und für dieses Konzept zufrieden.

Ein paar Einsichten zu Rheydt

Zunächst ein positives Fazit: Ich glaube aus den Erfahrungen und mit Berücksichtigung der schlechten Standortbedingungen, dass ein klassischer inhabergeführter Buchladen in Rheydt Potenzial hätte. Ich werde den nicht führen (Buchhandel ist verdammt komplex und ich habe nicht die Zeit, sowas aufzubauen), aber es ist doch eine gute Erkenntnis. Da wird niemand reich von, aber es sollte funktionieren. Denn Rheydt fehlt ein solcher Laden – die Mayersche als Kette und das Paperback als modernes Antiquariat bedienen doch ein anderes Publikum. Dies auch im Vergleich zu Alt-Gladbach, wo drei klassische Buchhandlungen, eine Mayersche (sowie zeitweilig auch noch je ein Bertelsmann und Weltbild) und ein Antiquariat Platz finden.
ich muss aber auch zugeben, dass das Publikum in Rheydt etwas schwieriger ist. Ich mag das Wort „bildungsfern“ nicht, aber es passt halt so gut auf die mehrfach gehörte Kritik seitens der Rheydter, das vielfältige Angebot der Schauzeit sei doch nur „Kunst und Krempel“. Natürlich, es ist Kunst und Krempel, aber genau davon lebt eine Innenstadt doch. Ein Aldi kann überall stehen und ist auch überall gleich. Den Charme, das Besondere einer Stadt machen die Einrichtungen aus, die man eben nicht braucht. Kunst und Krempel.
An dieser Sichtweise muss eine Belebung Rheydts ganz einfach vorbei. Aber vielleicht ist es einfach nur eine besonders lautstarke Stimme, die nichts zu bedeuten hat. Denn auch wenn längst nicht alle Schauzeitler ein sehr gutes Ergebnis reingeholt haben (es war ja auch nur ein einziger Monat und Kultur ist wirtschaftlich üblicherweise ein Stammkundengeschäft), ich sehe die Gesamtbilanz positiv. Es gibt ein Potenzial, auch wenn es nicht so groß ist wie es vielleicht in Gladbach ist.
Aber man darf dabei auch nicht vergessen: Wäre Kultur ein Obstbaum, es müsste ein Schildchen dranhängen, auf dem „selbstfruchtbar“ steht. Kultur bildet immer einen Kontext für weitere Kultur in ihrem Windschatten. Da geht was.

Genug Lesematerial für alle und überraschend gemütliche Stühle, die perfekte Bibliothekseinrichtung

Zur Erinnerung, unsere kleine Keimzelle, hier noch ohne Stuhl vor der Tür

Fortsetzung folgt(?)

In das Ladenlokal zieht am Montag eine Gruppe namens Die Wollmäuse, bei denen es sich vermutlich um keinen der beiden Google-Treffer zu dem Namen handelt, da diese beide schon geografisch wenig mit Mönchengladbach oder dem Niederrhein zu tun haben. Mit Schriftstellerei aber eher weniger.
Wie es für uns als Kollektiv lokaler Autoren nun weitergeht, werden wir mit der Zeit sehen. Alle Beteiligten haben jetzt Zugriff auf den offenen Verteiler mit den eMail-Adressen der anderen und wenn es mal wieder eine Idee für eine Aktion gibt, kann ich mir gut vorstellen, dass wir in der ein oder anderen Konstellation (nicht alle haben immer Zeit) mal wieder was auf die Beine stellen. Ich habe da bereits ein paar Ideen, aus denen 2018 etwas erwachsen könnte – der Rest von 2017 wird langsam etwas kurz und ist schon deswegen bei den meisten ziemlich voll, weil die Zeit zwischen Frankfurter Buchmesse und Neujahr einfach immer eine extrem ausgefüllte Saison für fast alle Kreativen ist.
So oder so, der Kontakt ist da und wird mit Sicherheit noch einiges hervorbringen. Wie es sich bei der schreibenden Zunft gehört, machen wir das natürlich spannend. In der Zwischenzeit könnt ihr ja zum Beispiel der Farbe, mit der ich die Hinterlassenschaften der Powerstrips, mit denen die Infotafeln angebracht waren, repariert habe, beim Trocknen zusehen und vorher noch diesen Bandwurmsatz, den ihr jetzt grade lest, auseinanderbasteln.

Wand mit trocknender Farbe

Wir Gladbacher AutorInnen wissen halt, wie man Spannung erzeugt

Nochmal vielen Dank an alle Beteiligten, insbesondere jene, die aktiv beim Aufbau geholfen haben und hin und wieder mit im Laden waren. Es war mir eine Freude, euch kennengelernt und mit euch gearbeitet zu haben.