Warum man 2018 nach Hannover fährt

Hannover, lange nicht gesehen! Ich glaube, das letzte Mal war ich dort auf der CeBit 2008 (wo ich einen Pleoh gestreichelt und mich mit dem Spiegel gestritten habe) und davor auf der Expo 2000. Und davor eigentlich nie. Ich kenne Hannover hauptsächlich als eine Stadt, für deren Besuch es keine Gründe gibt, wenn man nicht grade auf den Einkauf dort angewiesen ist. Grund waren diesmal Bündnis Robert, die Habecks die Grünen und ein dortiger Bundesparteitag. Der heisst bei uns Bundesdelegiertenkonferenz (BDK), was historische Gründe im einstigen Selbstverständnis hat, heute aber nur noch verwirrt.
Wer eine Zusammenfassung möchte, worum es geht, die läse sich so: „Warum ich kein Problem mit Robert Habeck habe, aber ein Problem mit Robert Habeck habe“. Ja, es ist kompliziert.

Bild: Bündnis 90/Die Grünen/Facebook - Der Schrägstrich ist manchmal echt nervig

Bild: Bündnis 90/Die Grünen/Facebook – Der Schrägstrich ist manchmal echt nervig


Der rosa Elefant

Ich möchte gleich auf den zentralen Teil der BDK kommen, die ganze Geschichte mit der “Trennung von Amt und Mandat”, wie es nicht ganz korrekt, aber einigermaßen griffig, genannt wird. Diesmal betraf das beide später erfolgreiche Kandidierenden für den Vorstandsvorstand – Annalena Baerbock als Bundestagsmitglied, Robert Habeck als amtierenden Landesminister.
Nun erscheint es mir nicht falsch, hier eine Lösung zu schaffen, mit der auch für Mandats- und Amtsinhaber eine Möglichkeit geschaffen wird, auf Parteiämter zu kandidieren, ohne dass die Trennung dabei ausgehebelt wird. Dies sollte über einen Übergangszeitraum geschehen, dessen Dauer noch zur Debatte stand.
Habeck wollte ursprünglich 12 Monate, also die Hälfte der Wahlperiode des Vorstands. Das war schon ziemlich unverschämt, mal eben zu fordern, ein ganzes Jahr lang neben einer Vollzeitstelle wie dem Bundesvorstandssprecher eine weitere Vollzeitstelle in Form eines Ministeramts belegen zu dürfen. Mit einem räumlichen Abstand von um die 300 Kilometer (kürzeste Autoverbindung laut Google Maps 351 km). Und wenn eines der beiden Ämter es zu großen Teilen des Jahres unmöglich macht, das Land Schleswig-Holstein zu verlassen, haben Minister doch Anwesenheitspflichten. Jeder Arbeitgeber würde da einen Vogel zeigen.
Damit niemand merkt, wie bescheuert das ist, hat man dies mit dem Hype auf einen Kandidaten übertüncht.

Robert Habeck ist telegen und kann reden. Beides offenbar gut genug, um die Karrieregeilheit zu kaschieren, die sein Ansinnen verrät. Da fällt dann nichtmal negativ auf, wenn er für einen Antrag spricht, der ihm selbst den Aufstieg garantiert (nun 8 statt 12 Monate Festkletten am Ministerposten). Er betonte dabei zwar, man solle jetzt mal vergessen, um wen es dabei geht, hält im selben Atemzug aber fröhlich sein Gesicht in die Kamera, damit man eben jenes garantiert nicht tut.
Das ist psychologisch geschickt.
Nach dem ziemlich einhelligen Urteil zahlreicher (cis-)weiblicher Delegierter über 40 ist er auch ein Sahneschnittchen. Finde ich jetzt nicht nachvollziehbar, aber ich steh ja auch nicht auf Männer. Die Anzahl der mitbekommenen Gespräche im Vorfeld und auf der BDK selber, in denen das ein maßgeblicher Punkt war, war beeindruckend. Von seinen Positionen dagegen habe ich ausser in seiner eigenen Rede kaum etwas gehört. Ja, ernsthaft, da darf die Partei dann auch offen sexistisch sein. Die Dynamik der Geschlechtsrollen in dieser Vorstandswahl wäre mal ein richtig interessantes Thema. Man stelle sich mal vor, das wäre im selben Maße bei Annalena Baerbock passiert.

Ihr merkt schon, es ist nahezu unmöglich, hier Person und Sachfrage zu trennen. Das ist meines Erachtens auch Absicht gewesen. Ich nenne es den Christian-Lindner-Effekt: “Hauptsache, der sieht auf den Plakaten schnuckelig aus, dann fragt schon keiner”.
Das ist ein Problem, denn gegen Robert Habeck habe ich im Grunde auch von ausserhalb der Robert-ist-der-Messias-Filterblase nicht viel einzuwenden. Linker als der wirtschaftsnahe Cem Özdemir und die stark theologisch angehauchte Katrin Göring-Eckhart ist er mit Abstand. Annalena Baerbock ist eine gute Ergänzung, die vielleicht einzige zur Auswahl stehende Frau, die neben dem lauten Shootingstar Habeck bestehen kann. Zumal dieser ja vorerst ein deutliches Handicap hat, er bleibt schließlich noch eine Zeit lang Umweltminister und kann währenddessen bestenfalls ein halber Parteivorsitzender sein. Baerbock dagegen hat wenigstens beide Posten in Berlin und wird wohl auch schneller wechseln.

Zur Realo-Debatte: Beide neuen Amtsinhaber sind meines Erachtens nur in ihrem Verhältnis zur Macht als Realos zu sehen. Ihre Positionen stehen klarer im linken Spektrum, als dies bei den meisten Grünen Spitzenpolitikern der letzten Jahre der Fall war, von Ausnahmeerscheinungen wie Toni Hofreiter mal abgesehen. Die Dominanz des extrem realodominierten Landesverbandes aus Baden-Württemberg jedenfalls ist damit fürs Erste gebrochen und das wird den Bundesgrünen (und allen Grünen aus den übrigen 15 Bundesländern) gut tun.

Alles in allem bin ich mit dem Prozess sehr unglücklich und halte den gelaufenen Personenkult für gefährlich, aber mit dem Ergebnis selbst bin ich durchaus nicht unzufrieden. Mit Robert und Annalena kann man in die grade jetzt richtige Richtung gehen, mit Jamila Schäfer sowieso. Und die anderen beiden sind ja nicht neu.

Inhaltliches

Die inhaltlichen Entscheidungen des Parteitags finde ich alles in allem sehr gut.

Es ging etwa um ein Exportstopp von Waffen in die Türkei und an die Aggressoren im Jemenkrieg (erstere Forderung habe ich auch selbst unterzeichnet), um die Einleitung einer Agrarreform, nochmal separat um Glyphosat und Neonikotinoide, um eine gezielte Demokratisierung der EU-Gremien, eine gemeinsame Verteidigungspolitik der EU und die Erschwerung der Fortnahme des Wahlrechts Behinderter.

Eine Menge spannender Debatten, bei denen ich dann auch entsprechend weniger als sonst zur anderen wichtigen Aufgabe auf einer BDK kam, dem Kontakte pflegen und knüpfen mit dem Rest der Partei ausserhalb der Stadtgrenzen.

Abschließen möchte ich aber mit Hanni Lévy, die uns am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus beehrte und von ihren Erinnerungen an Versteck und Verfolgung, aber auch an Hilfe und Opferbereitschaft, erzählte.
Erinnern, nicht des Erinnerns wegen, sondern des Lernens. Großartig.


Sieben am Sonntag 28.01.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Dann woll’n wir mal, ich habe diese Tage eine Menge durchzugehen. In den nächsten Tagen gibt es auch noch einen Nachbericht vom Parteitag und zu den Bussen der Hindenburgstraße fühle ich mich auch zu einem Kommentar berufen.

Musik der Woche

Dieser Tage ist mit Dolores O’Riordan die Sängerin der Band Cranberries im Alter von nur 46 Jahren verstorben.
Zur Erinnerung an sie sei hier mal nicht Zombie ausgewählt, auch wenn das natürlich der bekannteste Hit der Band ist. Aber ich nehme statt des Nordirlandkonflikts dann doch lieber etwas alltagsnäheres: Sehnsucht — Linger.

App der Woche

Logo von Too Good to GoDie App Too Good to Go ist ein weiterer Ansatz, um Lebensmittelverschwendung zu minimieren. Ähnlich wie beim Foodsharing, aber in Form einer App und ohne feste Abholstandorte, gibt es hier Lebensmittel, die sonst weggeworfen werden worden wären, wiel sie nicht mehr als verkaufbar gelten. Dies sind hier Restaurants, Bäckereien, Geschäfte un ähnliches.
Die App gibt es hier für Android-Geräte.

Flachköpper der Woche

Mike Hughes vor seiner Rakete

Da biste platt! Und die Erde erst! – Bild: Mike Hughes

Das ist Mike Hughes. Gut, wusstet ihr schon, steht ja direkt unter dem Bild.
Viel interessanter ist, was Hughes mit dieser Rakete vor hat. Er will ein für allemal beweisen, dass die Erde flach ist. Wenn ich das richtig verstehe, will Hughes mit einer selbstgebauten Rakete hoch genug steigen, um die flache Erde beobachten und filmen zu können.
Der erste Versuch wurde bereits abgebrochen, da Hughes keine Genehmigung für einen Raketenstart hatte und der Staat Kalifornien einschritt. Warum er für diese Beobachtung nicht einfach in ein Flugzeug steigt, ist mir nicht wirklich klar, aber wahrscheinlich glauben die geistigen Flacköpper Flacherdler, die Fensterscheiben in Flugzeugen seien manipuliert. Filmen soll das bloß keiner, fremde Drohnen werden abgeschossen. Mit anderen Worten, er behält sich die Möglichkeit vor, uns sonstwas zu erzählen, sollte das Experiment erneut scheitern, diesmal an der Tatsache, dass die Erde rund ist.
Aber hey, er hat für 200.000 US$ eine (laut Erbauer) funktionierende Rakete gebaut. Das ist immehrin eine beeindruckende Leistung.

Fahrradzubehör der Woche

Wie haben wir ohne überlebt? - Bild: Pinterest

Wie haben wir ohne überlebt? – Bild: Pinterest

Das ist Lumigrids, ein Zubehör, mit dem sich im Dunkeln Schlaglöcher erkennen lassen.
Eine Lampe auf dem Lenker strahlt ein Gitter auf den Boden. Dieses wird durch Unebenheiten verzerrt und so verraten sich den Radfahrenden eben jene Schlaglöcher, die ja gerne in größeren Anhäufungen auftauchen und sich nachts irgendwie rudelweise mit reicher Beute auf die Jagd nach Radlerhintern und Pkw-Stoßdämpfern machen.

Tardis der Woche

Erinnert sich noch wer an Friederike letzte Woche? Den Sturm, der in NRW ordentlich Bäume geschüttelt und Häuserdächer abgedeckt hat? Nun, die Dame hat in Düsseldorf auch die Tardis aufgespürt. Naja, eine Tardis. Ich muss sagen, von der düsseldorfer Version dieses Kultfahrzeuges hatte ich mir irgendwie etwas edleres erwartet.
Link zum Video (geht nach Facebook)

Saubermann der Woche

AJ-fender31Ich bin nicht sicher, ob diese Idee für einen Schmutzfänger am Fahrrad wirklich funktioniert oder ob er den Dreck nicht eher so richtig fies verteilt, aber clever ist der Einfall allemal.

Musik der Wo… Moment mal!


Foto-Nachlese 2017

Eigentlich wollte ich ja schon im Jahresrückblick 2017 eine Sammlung von Fotos des Jahres anfügen. Und während da einige Fotos zu Ereignissen des Jahres zu finden sind, ist das natürlich nicht das fotografische Best-Of des Jahres. Nun ist mein Geburtstag praktischerweise so nah am Jahreswechsel, dass er sich ganz gut für einen weiteren Jahresrückblick eignet.
Hier also nun meine Lieblingsfotos aus 2017, die nicht schon im Jahresrückblick enthalten waren.

Ich beginne mal mit diesem Foto aus dem April. Ich kam aus dem Tunnel von der Knopsstraße in den Geropark und sah dieses Bild. Es bietet sich nur ein paar Tage im Jahr, aber das sollte meiner Meinung nach eines der zentralen Fotomotive der Stadt für Karten und dergleichen sein.

Ja, das ist MG, auch solche Tage hat diese Stadt

Ja, das ist MG, auch solche Tage hat diese Stadt

Weniger vom Bild als vom Anlass her schön ist dieses Zaunkönignest, das sich eines Tages unter dem Vordach des Hauseingangs befand. Es wurde schließlich nicht bebrütet, aber trotzdem schön, dass sich der Vogel hier so wohl gefühlt zu haben scheint, es wenigstens zu versuchen, diese Immobilie der Vogeldamenwelt feilzubieten.

Da ist Kopf einziehen angesagt

Da ist Kopf einziehen angesagt

Wahrscheinlich bin ich der einzige, der nicht erkannt hat, was um Himmels Willen dieses seltsame Gestell ist.
Ich musste inzwischen feststellen, dass es keineswegs ein Sportrollator für rüstige Senioren ist.

Es ist ein Kinderwagen, bei dem der Sitz rausgenommen wurde

Es ist ein Kinderwagen, bei dem der Sitz rausgenommen wurde

Immer, wenn ich mich zu sehr über die hiesigen Radwege aufrege, denke ich fortan an diesen beidseitigen Radweg,
der ohne nennenswerte Trennung auf der Fahrbahn geführt wurde. Das dürfte ein Alleinstellungsmerkmal sein, welches Krefeld hier der Gladbacher Straße verpasst hat.

Sorry Krefeld, das werde ich jetzt ewig mit eurer Stadt verbinden

Sorry Krefeld, das werde ich jetzt ewig mit eurer Stadt verbinden

Die Rikschafahrt zum CSD hatte ich ja schon im Jahresrückblick erwähnt, ebenso die schwierigen Sichtverhältnisse als Fahrer. Hiermit sei nun das Foto nachgereicht, in Augenhöhe nach vorne fotografiert. Ich habe es dadurch gelöst, die meiste Zeit unter dem Dach hindurch zu schauen, aber abenteuerlich war es so oder so. Die Fahrergröße ist echt wichtig bei den Dingern!

Die Leute im Hintergrund stehen übrigens auf einer Bühne

Die Leute im Hintergrund stehen übrigens auf einer Bühne

Ganz investigativ habe ich für euch auch rausgefunden, wo die ganzen Asiatischen Marienkäfer eigentlich herkommen.

Gut, hätte man ahnen können

Gut, hätte man ahnen können

An diesem Straßenkunstwerk kam ich in Düsseldorf am Tag des Abrisses vorbei. Auf dem Rückweg ein paar Stunden später existierte es bereits nicht mehr.

Dieser Wolf jault nicht mehr

Dieser Wolf jault nicht mehr

Bilder von Insekten, Spinnen und Weberknechten habe ich letztes Jahr recht viele gemacht, auch viele gute. Herausstellen möchte ich von diesen die recht seltene Begegnung mit einer Krabbenspinne samt frisch geschlagener Beute, einer Honigbiene.
Krabbenspinnen sind zwar nicht selten, aber extrem gut getarnt. Es war die in einem seltsamen Winkel hängende Biene, die mir aufgefallen war, bevor ich die Spinne bemerkte. Netterweise wechselte die Spinne kurz darauf aus der weissen Blüte auf ein Blatt, wo sie viel deutlicher zu sehen war.

Bon apétit

Bon appétit

Und am Schluss eine weitere kurzlebige Blüte: Diese blaue Ackerwinde kurz nach einem leichten Regen zwischen Gladbach und Rheydt.ackerwinde-ry-2017


Sieben am Sonntag 07.01.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Also dann, fangen wir 2018 mal endgültig an.

Musik der Woche

Fangen wir das Jahr mit einem politischen Song an, den ich sehr wichtig finde. Ein Gegengewicht zum Rassismus-Geschrei bei jedem Kleinkram und einen Pseudomoralismus, der gegen Negerküssen/Mohrenköpfe vorgeht, als ginge es um das Schicksal der Welt.

Medikament der Woche

Das wäre in der Tat ein beeindruckender Durchbruch: Britische Forscher präsentierten in der Nature Ergebnisse einer Versuchsreihe, bei der mit Hilfe eines experimentellen Alzheimer-Mittels Zähne dazu angeregt werden konnte, neuen Schmelz zu bilden und so den bisher als unumkehrbar geltenden Verlust von Schmelzmaterial bei Karies und Beschädigungen rückgängig zu machen.
Eine beeindruckende Entdeckung, mit der mittelfristig der Einsatz von Füllmaterialien komplett überflüssig werden könnte. Amalgam gilt als gesundheitlich bedenklich, Gold und Keramik sind teuer. Eigener Zahnschmelz ist dabei fest mit dem Zahn verwachsen und ein vollkommen ungiftiges Produkt des eigenen Körpers.
Aus naheliegenden Gründe an dieser Stelle kein Foto von verrottenden Zähnen.

Zecke der Woche

Und noch etwas von der Nature, dies etwas unangenehmer. Also, als medizinische Durchbrüche, nicht als Zahnschmerzen.
Das da im Bild ist eine neu entdeckte Zeckenart mit dem klingenden Namen Deinocroton draculi. Die gute Nachricht ist, dass sie sich in Gefiedern festsetzt, also nicht an Säugetieren wie uns interessiert ist. Die andere gute Nachricht ist, dass sie vor etwa 99 Millionen Jahren lebte. Die interessante Nachricht ist, dass sie im Gefieder von Dinosauriern lebte.
Die Zecke wurde mit einer Dinosaurierfeder und weiteren Zecken in einem Stück Bernstein gefunden, welches Material aus einem Dinosauriernest enthielt. Die anderen Zecken ähneln heutigen Arten, aber Deinocroton gehört einer völlig neuen Familie an. Der Fund beweist, dass Zecken schon sehr lange größere Tiere plagen.
Dies sind zugleich die bisher ältesten Funde ausgewachsener Zecken. Aus der Kreidezeit gab es bisher nur in Bernstein erhaltene Zeckenlarven.

Zensur der Woche

Wo wir am Anfang schon angedeutet bei der inhärenten Dummheit von Political Correctness waren: Das amerikanische Amt für Seuchenbekämpfung (CDC) hat es bei seinen Budgetbesprechungen offenbar für wichtig gehalten, bestimmte Wörter nicht mehr zu verwenden, weil sie kontrovers sein könnten. Nun muss ein Aufklärungsprojekt für Transgenderpersonen ohne den Begriff Transgender, ein Projekt zur Fötensicherheit ohne den Begriff Fötus und eines für besonders anfällige Menschen ohne den Begriff der Anfälligkeit auskommen. Die Begriffe seien umstritten.

Fahrrad der Woche

Quelle: Indiegogo

Quelle: Indiegogo

Gut, das Smacircle S1 ist nicht unbedingt das hübscheste Klapprad. Aber immehrin ist es ein einklappbares eBike im Rucksackformat mit einigen interessanten Ideen. Den Sattel etwa durch eine Art Nackenrolle zum Draufsetzen zu ersetzen, finde ich eine clevere Idee, die zusammengeklappt einen guten Handgriff ergibt. Und einen angenehm warmen, wenn man nach dem Fahren schnell ist mit dem Zusammenklappen und Losgehen.

Schmuckstück der Woche

Quelle: Etsy

Quelle: Etsy

Es sind die Details, die zählen. Etwa jenes, dass Perseus‘ erfolgreiches Abschlagen des Haupts der Medusa wohl kaum besonders ästhetisch war. Das nimmt diese Kette aus dem Etsy-Shop von StrangeLoopJewellery auf und nutzt es sehr schön.

Sperrung der Woche

An dieser Stelle noch ein ganz besonderer Glückwunsch an die BBC, die es geschafft hat, ein Video über die letzte Episode von Doctor Who mit der neuen Darstellerin Jodie Wittaker für die Hauptfigur zu sperren. Auf der Seite des Piratensenders aller Piratensender, der… BBC.

Quelle: BadWilf/Twitter

Quelle:


Das wird 2018

Auf den Jahresrückblick am 31. 12. folgt natürlich wieder der Ausblick am 1.1. Also, schauen wir mal, welche Pläne dieses Jahr bringt, bevor das Leben passiert und mit seinen eigenen Plänen daherkommt. Aber zunächst wie üblich Musik für den Ausblick.

2018

Das große Schreiben

Natürlich geht auch 2018 das Schreiben weiter. Ich will den Trend aus 2017 fortführen, nach dem ich regelmäßig kurze Texte an verschiedene Publikationen verkaufen konnte, um eine breitere Basis von Geschichten zu haben, die sich in der Welt verteilen und über die neue Leser mich finden können. Das Ziel ist es, jede Woche einen solchen Text einzureichen. Nach meiner bisherigen Erfolgsrate würde das bedeuten, dass 2018 zwischen 20 und 30 kurze Texte von mir erscheinen. Eine Kurzgeschichte für 2018 ist ja bereits vom Verlag gekauft und verplant, Fetch Monkey im September.
Eine zweite wöchentliche Kleinaufgabe betrifft den Youtube-Kanal. Dieser wird 2018 wieder jede Woche eine neue Geschichte bieten. Anders als bisher werden dies original für den Kanal verfasste Geschichten sein, denn ich hatte eine Idee: Jede der 52 Geschichten für 2018 wird durch eine lokale Folkloregeschichte inspiriert. Ich habe eine Menge dieser Sammlungen alter Sagen aus Orten und Dörfern, die oft extrem wenig Inhalt haben, aber aus denen sich recht gut mehr machen lässt. Viele dieser Geschichten sind einfache Erwähnungen, dass es an diesem oder jenem Ort einen Geist gibt, aber oft ist ein bisschen was dabei. Zwischendurch wird es vielleicht auch ein paar bereits geschriebene Geschichten als Hörgeschichten geben, dies dann aber zusätzlich.
Wichtig ist an dieser Stelle, mehrere Wochen im Voraus parat zu haben, um Ausfälle aus diversen Gründen zu vermeiden. Ich habe 2017 mit Paul das Rentier gesehen, wie komplett ein einziger Ausfall den Arbeitsfluss für eine ganze Reihe abreissen kann.
An der Buchfront geht es 2018 aller Voraussicht nach weniger um komplett neue Titel, als um eine Aktualisierung des Portfolios. Die Meilensteine der Evolution gehen 2018 in dickeren Büchern auf, mit vier dicken statt den einst geplanten zehn dünnen Bänden. Dieses Cover ist Müll ist inzwischen nicht mehr marktgerecht, ich werde es aus dem Verkauf nehmen, sobald ein neuer Titel fertig ist, die Lücke zu schließen. Unter Wittgensteins Löwen erhält 2018 eine leicht erweiterte Ausgabe, die zu großen Teilen bereits fertig ist. Ebenso habe ich mich entschieden, statt eines zweiten Bandes eine stark erweiterte Neuauflage von How to Sing Butterflies herauszubringen – die deutsche Ausgabe Stückwerk wird dann von Anfang an dicker sein.
2018 steht in den Kinos ein neuer Teil der Jurassic-Park-Reihe an und damit einher geht auch eine Aktualisierung für mein Begleitbuch The Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World.
Paul das Einhorn erhält pünktlich zur Vorweihnachtszeit eine illustrierte Papierausgabe, für die ich im Laufe des Jahres noch jemanden für die Illustrationen finden muss.
Und dann ist da noch die Aussicht auf eine Beteiligung an einem Großprojekt mehrerer Kreativer, zu dem ich noch nicht zu viel verraten möchte. Ausser, dass es spannend wird!
Alles in allem also eine Wende zu mehr kurzen Texten an mehr Orten und zu Projekten, die bei besseren Ergebnissen weniger Zeit in Anspruch nehmen. Gleichzeitig werde ich meine Zeitplanung verbessern und so regelmäßig Zeit speziell zum Schreiben einplanen, die ich in der Vergangenheit viel zu sporadisch zugeteilt habe.

Youtube

Davon ab, dass ich natürlich auch 2018 weitere Videos für die beiden Youtube-Kanäle produziere, will ich mit beiden auch auf eine positive Bilanz kommen.
Extra Extra ist momentan ein Nullsummenspiel, Thomas Diehl liest hat noch gar nicht den Status erreicht, Werbeeinnahmen erzeugen zu können. Das will ich 2018 ändern. Davon ab werde ich die englischen Inhalte aus Thomas Diehl liest auf einen exklusiv englischen Kanal verlagern, der dann als dritter dazukommt. Die bisherige Lösung, englische und deutsche Geschichten auf den selben Kanal zu laden, wird extrem schnell unübersichtlich und unpraktikabel.
Alles in allem läuft es darauf hinaus, dass ich Youtube als Teil der Routine und zusätzliches Standbein einsetze.

Politik

Mein klares Ziel im politischen Bereich ist es, zu einer stärkeren inhaltlichen Politik zu kommen. Endlich ein Jahr (hoffentlich) ohne Wahlen, in dem man so etwas in Ruhe angehen kann.
Im Januar starte ich bei den Grünen einen neuen Arbeitskreis Verkehr, der dies in einem Teilbereich stärken soll und zugleich neue Beteiligungsmöglichkeiten bietet. Wir hatten einen solchen Arbeitskreis schon ein mal bis 2012. Diese Wiederbelebung des Konzepts knüpft daran an.
Politik ist stets ein Feld voller Überraschungen, daher möchte ich noch nicht zu viel konkret planen, aber auch hier kann ich sagen: Da wird sich in Gladbach 2018 viel tun. Wir haben da ein klasse Team, das viel anpacken will.

Dahler Oase

Mein monolithisches Großprojekt ist zur Zeit so weit vom Autoren- und Politikerdasein entfernt, wie man es sich nur vorstellen kann. Denn zur Anlage der Dahler Oase gehört Anpacken mit Werkzeug und Dreck. Irgendwo der perfekte sonntägliche Ausgleich zu der ganzen Schreibtischarbeit.
ich fasse das Ziel mal so zusammen: Bis zum einjährigen Jubiläum im Sommer soll aus den noch bescheidenen Anfängen der Oase ein veritabler kleiner naturnaher Park erwachsen. Die ganz großen Arbeiten sind inzwischen fast fertig, fürs Frühjahr steht die Detailarbeit an. Schilder wollen aufgestellt, Pflanzen gepflanzt und Bauten wie Hochbeete gebaut werden. Und natürlich soll das Ganze auch deutlich stärker publik werden.
Wir haben in der kurzen Zeit zwischen Hochsommer und Schlechtwetterphase schon einiges tun können. Natürlich hoffen wir für Frühling und Sommer auf eine deutlich längere Zeit mit gutem Wetter für die Gartenarbeit.

Das alles ergibt ein gute gefüllt aussehendes 2018. Aber es ist auch nach meinen bisherigen Erfahrungen ein gutes Level an Zielen, das ziemlich gut mit meiner verfügbaren Zeit und Energie hinkommt und noch ausreichend Reserven für Überraschungen lässt. Denn natürlich wird sich im Laufe des Jahres noch so manches ergeben. Und vieles wird mir wieder sehr kurzfristig einfallen und alles durcheinanderbringen.
Ich bin gespannt.
Ein erfolgreiches und spannendes Jahr euch allen!