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Ich bin schon seit langem der Überzeugung, dass eine Geschichte genau so lang sein sollte, wie ihr Verfasser braucht, um sie zu erzählen. Von vornherein ihre Länge zu planen, um festzulegen, ob sie eine Novelle, ein Roman oder eine Serie werden soll, halte ich für albern. Eine Geschichte endet, wenn sie fertig ist, es sei denn, das Ergebnis passt nicht mehr zwischen zwei Buchdeckel.

Eine von nur zwei Ausnahmen sind klassische Kurzgeschichten jener Art, wie Edgar Alan Poe sie eingeführt hat: Geschichten um eine sehr zentrale Handlung, die auf eine Art dramatische Pointe hinauslaufen. Allerdings können diese wiederum beliebig lang sein, ihr Stil sorgt automatisch für die Kürze. Kurzgeschichten, echte Kurzgeschichten, sind selten geworden, meist handelt es sich um halbe Romane, die zwar kurz sind, aber keine typischen Elemente der Kurzgeschichte haben.

Die zweite Ausnahme ist interessanter: Unter dem Begriff Twitteratur und zuvor als Microfiction ist eine Form aufgetaucht, die mit strikter Zeichenbegrenzung gewisse Strukturen erzwingt: Andeutungen, Geschlossenheit, kein Schnickschnack.
Es ist das einzige, was in meinen Augen eine Längenbegrenzung rechtfertigen kann, wenn sie Folgen für die Geschichte selber hat, sich also auch in der Art niederschlägt, wie eine Geschichte erzählt wird.
Dass ich Twitteratur dennoch ungern lese liegt daran, dass sie meist weniger eine Geschichte ist als vielmehr ein 140-Zeilen-Ausschnitt aus einer solchen.
Nun hat die Nature einen Wettbewerb für Micro-SF ausgeschrieben, Zeichenlimit: 200 Zeichen (mit Leer- und Satzzeichen). Gut, dachte ich mir, daraus lässt sich was bauen und nahm die Herausforderung an.

Da ich den eingereichten Beitrag gemäß der Wettbewerbsvorgaben nicht vor Abschluss der Auswahl veröffentlichen kann, veröffentliche ich hiermit die nicht eingereichten Beiträge. Natürlich in Englisch, da dies auch die Sprache des Wettbewerbs war:

He looked down the halls full of people with broken legs. The hospital had a whole scetion now for people forgetting earth had gravity. Stupid tourists.

„So, why are we supposed to land?“ Martha was right, Sandy knew. After centuries in space, what did the colonists want with a planet anyway? They’d proven they could live without one.

Like every year, the Tachitirr government would like to remind tourists to Earth that humans are mortal. Killing any is considered extremely rude.

First thing the humans did on first contact was a handwave. Impressed by their braveness, Gleurg accepted this invitation to war. Disappointingly, warfare lasted all of five minutes.