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Kurz vor 8 kam es gestern abend zur Abstimmung über den Koalitionsvertrag für die Ampelkoalition in Mönchengladbach bei den Grünen.

Die Frage ging in den Raum der Jahreshauptversammlung: „Wer möchte dem Koalitionsvertrag nicht zustimmen?“
Keine Hand hob sich.

Dann die zweite: „Wer möchte sich enthalten?“

Es dauerte einige Sekunden, bis klar wurde: Auch hier meldete sich niemand von den Anwesenden. Die Erkenntnis brach sich in Form von Jubel und ausgiebigem Applaus bahn: Der Vertrag war damit einstimmig abgesegnet.
Für Mönchengladbach, nach 60 Jahren mit einer CDU-freien Spitze, war das historisch. Es wird eine neue Art von Arbeit für uns als bisher ewige Opposition – die nächsten fünf Jahre werden zu den spannendsten gehören, die die Gladbacher Politik gesehen hat.

Unterstützung von aussen jedenfalls scheint vorhanden: Im Norden grenzt der Kreis Viersen, der zwei Tage zuvor eine Jamaika-Koalition geschlossen hat. Von dieser Konstellation mag man halten, was man will – ich halte nicht viel von ihr, wenn ich bürgerliche Grüne will, trete ich der ödp bei – , sie ist Teil eines deutlichen Signals für mehr grüne Politik in den Städten.
Im Süden, in Aachen, ist es gleich schwarz-grün geworden und Münster hat nach dem Einzug der Piraten die wahrscheinlich komplexeste Koalition aller Zeiten: Rot-Rot-Grün-Grün-Blau-Orange, was sich aufdröselt zu einem Bündnis aus SPD, Linkspartei, Grüne, ÖDP, UWG und Piraten. Dazu kommt noch Lohmar, wo man Schwarz-Grün als „Große Koalition“ bezeichnet, weil die Grünen an die 30% bekamen und wo diese Große Koalition nun fortgeführt wird.

Trotz schwarz-gelb im Bund: Das gehört zu den Hoffnungsschimmern, die ich für die weitere Zukunft der Menschen in unserem Land sehe.
Unsere Chancen, etwas zu bewegen sind jetzt größer als je zuvor in NRW. Mögen wir sie weise nutzen.