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Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

16. Dezember: Narr
Blogkonversion: Till Eulenspiegel

Ich mag Till Eulenspiegel, denn wenn er wirklich gelebt haben sollte, besteht eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass er zu meinen ältesten Vorfahren zählt – der Familienname Diehl stammt nach einigen Etymologen (nach anderen wieder nicht) von der Berufsbezeichnung „Till“ (Hofnarr) ab. Wobei die Abstammung des Wortes unter Linguisten nicht strittig ist, wohl seine alte Bedeutung – einige halte Till für eine alte Kurzform von Dietrich.
Eulenspiegel (eigentlich Dyl Ulenspegel) ist einer der frühesten Nachweise, dass dieses Wort auch als Name benutzt wurde.
Die Frage ist nun, ob Till/Dyl sein Vor- oder Nachname war – denn Ulenspegel („Eulenspiegel“ oder auch „euer Spiegel“) dürfte ein Beiname gewesen sein. Aber da beides damals noch austauschbar war (Kinder trugen als Nachnamen oft die Vornamen ihrer Eltern), spielt das keine so große Rolle.

Ich nehm jetzt einfach mal eine kleine Geschichte zu Eulenspiegel und dem Klerus und wie Eulenspiegel Bier dafür bekam, dass der Pfarrer in die Kirche schiss.

Als Eulenspiegel in dem Dorf Küster geworden war, konnte er laut singen, wie es sich für einen Mesner gehört. Nachdem der Pfaffe mit Eulenspiegel wieder einen Küster hatte, stand er einmal vor dem Altar, zog sich an und wollte die Messe halten. Eulenspiegel stand hinter ihm und ordnete ihm sein Meßgewand. Da ließ der Pfaffe einen großen Furz, so daß es durch die ganze Kirche schallte. Da sprach Eulenspiegel: »Herr, wie ist das? Opfert Ihr dies unserm Herrn statt Weihrauch hier vor dem Altar?« Der Pfaffe sagte: »Was fragst du danach? Das ist meine Kirche. Ich habe die Macht, mitten in die Kirche zu scheißen.« Eulenspiegel sprach: »Das soll Euch und mir eine Tonne Bier gelten, ob Ihr das tun könnt.« Der Pfaffe sagte: »ja, das soll gelten.« Sie wetteten miteinander und der Pfaffe sprach: »Meinst du, daß ich nicht so keck bin?« Und er kehrte sich um, machte einen großen Haufen in die Kirche und sprach: »Sieh, Herr Küster, ich habe die Tonne Bier gewonnen.« Eulenspiegel sagte: »Nein, Herr, erst wollen wir messen, ob es mitten in der Kirche ist, wie Ihr sagtet.« Eulenspiegel maß es aus: da fehlte wohl ein Viertel bis zu Mitte der Kirche. Also gewann Eulenspiegel die Tonne Bier.

Da wurde die Haushälterin des Pfaffen wiederum zornig und sprach: »Ihr wollt von dem schalkhaftigen Knecht nicht lassen, bis daß er Euch durchaus in Schande bringt.«