Zum offline lesen runterladen:
Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 44,67 € | Händler: 6

Eine kleine Veränderung noch einmal: Den Abschnitt „Kindle gegen Bücherregal“ gebe ich auf, da er offenbar niemanden interessiert hat. Protest wie immer bitte unten in den Kommentaren. Oder meinetwegen auch per Twitter, Facebook oder wüster Beschimpfung auf der Straße. Ich bin Politiker bei den Grünen, ich bin sowas gewöhnt.
Diesmal kommt eBook-Land einen Tag später, da mich mitten im Schreiben diese Mitteilung erreichte, woraufhin ich erstmal offline ging und kurz danach auch bis in den späten Abend eine Sitzung hatte. Ich bitte um Verständnis dafür.

In eigener Sache
Viel gibt es nicht zu berichten, mir ist aber aufgefallen, dass die Verkäufe auf allen großen Märkten, in denen ich präsent bin (USA, UK, Deutschland) überraschend anziehen. Da die drei Bücher von unterschiedlichen Autoren sind und ich nur eines davon (mein eigenes) nennenswert beworben habe, ist das auffällig, aber ich kann noch nicht wirklich etwas damit anfangen. Kann man davon ausgehen, dass eBooks bei Amazon nach drei Monaten Präsenz im Bestand eine Art Eigenwachstumseffekt zeigen? Oder hängt das mit dem Wachstum des Marktes zusammen? Oder ist es am Ende nur Zufall?Fragen, die ich mit meinen spärlichen Daten nicht beantworten kann. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Dafür kann ich zur Lösung einer anderen Frage beitragen: Lohnt es sich, eBooks vorübergehend kostenlos anzubieten? Ich habe ja ein Twitter-Konto, das sich auf die Bewerbung kostenloser eBook-Angebote spezialisiert hat. Und da das bei Amazon und iTunes Affiliate-Links nutzt, habe ich daraus einige extrem interessante Datensätze bekommen, was das Verhalten der Nutzer solcher Angebote angeht. Noch ist das nicht ausgewertet, aber was sich abzeichnet ist: Es hängt davon ab, was man will, aber im Gegensatz zu den bisherigen Annahmen lohnt es sich für Verfasser von Einzelwerken mehr als für Anbieter mit eBook-Serien, denn die Käufer kostenloser Werke geben grundsätzlich kein Geld für eBooks aus und lassen sich offenbar auch von Serieneinstiegen kaum ködern. Daie Daten sagen offenbar aber auch, dass ein kostenloses Angebot praktisch keinen finanziellen Verlust darstellt, da man damit Leser erreicht, die ohnehin nie Geld ausgegeben hätten. Das gibt es dann nächste Woche ausführlich mit Zahlen und allem, wahrscheinlich in einem separaten Beitrag, weil es wirklich umfangreich wird.
Was die Anführungszeichen angeht, fand ich die Teilnahme an der hiesigen Umfrage etwas mager, daher habe ich sie nochmal beim Umfrageportal Toluna eingestellt. Auch darüber werde ich berichten, sobald die Zahlen endgültig sind. Zu meiner Überraschung führen die klassisch-deutschen Anführungszeichen im Moment deutlich. So deutlich, dass ich mich fragen muss, wieso die anderen Optionen hierzulande im Buchdesign überhaupt Anwendung finden.

Aus der Szene
Die großen Nachrichten der Woche sind Buchlöschungen: Zunächst die etwas untergegangene Meldung, dass Amazon zur Durchsetzung seiner Preisvorstellungen tausende zu teure eBooks gelöscht hat. Anders als bei früheren Skandalen bleiben gekaufte Bücher nun den Kunden zwar verfügbar, aber es ist doch auffällig, wie stark Amazon versucht, in die Marktstrategien der Verlage einzugreifen. Die mögen Müll sein, aber einem Buchhändler steht es eigentlich nicht zu, so tief in die Tätigkeit der Verlage einzugreifen.
Wem das allerdings noch weniger zusteht, sind die Dienstleister der Finanztransaktionen. Entsprechend war es denn auch der größere Skandal, dass Paypal – nicht zum ersten Mal – aktiv in das verkaufte Warenangebot eingreift und Smashwords nun also diverse Erotika-Inhalte untersagt. Die Inhalte sind ohne Frage solche, die auch ich nicht sehen will (Sodomie, Inzest, Pseudo-Inzest, nicht einvernehmliches S/M), aber sie sind als Buchinhalt nicht illegal (Pseudo-Inzest, also Inzest unter entfernt Verwandten oder Verschwägerten sowieso nicht) und wenn ein Händler diese anbieten will, so soll er dies tun. Ich muss es ja nicht lesen.
Zu einem angenehmeren Thema: Bei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) gab es endlich mal einen differenzierten Artikel zum Thema Status des Urheberrechts, der weder den Verschärfern noch den Auflösern nach dem Mund spricht. Das war eine angenehme Überraschung.
Der VdZ (Verband der Zeitungsverleger) beschwert sich in Brüssel darüber, dass Google kostenlos Werbung für sie macht, was ausser bei mir auch bei CARTA zu Verwunderung führt.
Auf jeden Fall noch hinweisen möchte ich auf Emily Bolds Beitrag zur Zukunft des eBooks oder genauer gesagt auf die Kommentare dazu. Auf jeden Fall lohnendes Lesefutter.
Achja, Apples Kopierschutz wurde erstmals geknackt.
Ebenfalls unter „ferner liefen“: Eine Studie stellt wenig überraschend fest, dass eBooks nicht im stationären Buchhandel verkauft werden. Wie davon irgendjemand überrascht sein kann, ist mir ein ernsthaftes Rätsel.