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Fleisch gehört zu den vielen Dingen, zu denen unser heutiges westliches Weltbild eine Beziehung aufgebaut hat, über die wir nunmehr zu stolpern beginnen. Ursprünglich galt es als etwas seltenes, kostbares, sein Verzehr war ein Statussymbol – wer mehr Fleisch verzehrte, war reich, denn Fleisch war teuer.
Je mehr reiche ein Staat hat, desto mehr Fleisch wird dort verzehrt, wodurch sich eine einfache Korrelation zwischen Wohlstand und Fleischkonsum ergibt.

Und hier kommt die Falle: Dieser Zusammenhang wurde dann nämlich verallgemeinert. Die Menge an verzehrtem tierischen Eiweiss wurde zu einem der wichtigsten Indikatoren für den Wohlstand eines Staates und das wurde dann fatalerweise auf die Entwicklungsländer angewendet – Entwicklungshilfe bedeutete plötzlich auch, den Fleischkonsum eines Landes zu heben – also taten unsere Entwicklungshilfeprogramme genau dies.

Die Folge heute: Wir haben Fleischverzehr erfolgreich zum weltweiten Normalfall gemacht und die Entwicklungsländer blieben arm, weil sie im Rahmen der Viehzucht ihr dafür oft nicht geeignetes land bis auf dne letzten Grashalm ausquetschten.
Jetzt, wo wir gemerkt haben, dass massenhafter Fleischkonsum vielleicht doch keine so gute Idee ist, wird das zum Problem: Alle paar Monate fällt uns ein, dass Fleischkonsum schlecht ist, aber uns wurde so lange eingeredet, dass Fleisch gut und gesund ist und eine absolute Notwendigkeit in einer entwickelten Gesellschaft, dass wir aus diesem denken nicht rauskommen.
Wie oft hört man, dass zu einer Mahlzeit Fleisch gehören, sonst könne man doch gar nicht satt werden. Und so wird das mit der Reduktion des Fleischkonsums nichts, weil viele Menschen das noch nicht einmal denken können, geschweige denn umsetzen.