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Manche Leute sollten echt keine Saurier benennen dürfen: Dreadnoughtus
Großartig, ein Dinosauriername, den man ohne Kenntnisse des Englischen nicht aussprechen kann.
Nunja, Dreadnoughtus hat es ja schon ausgiebig durch die Presse geschafft, von Nature bis runter zum Düsseldorf Express und der BLÖD. Und weil alle anderen das selbe Bild benutzten, benutze ich das andere offizielle Bild aus der Veröffentlichung.

Illustration: Mark A. Klingler, Carnegie Museum of Natural History


Nein, Dreadnoughtus ist nicht der größte Dinosaurier aller Zeiten, wenigstens nicht nachgewiesenermaßen. Er könnte der größte gewesen sein, denn das gefundene Tier war nicht ausgewachsen. Nur, wie weit es noch gewachsen wäre, wenn es weitergelebt hätte, ist reine Spekulation. Mit Tieren wie Diplodocus oder dem spektakulär in Berlin in voller Größe zu bewundernde Brachiosaurus (bzw. nach moderner Benennung Giraffatitan) kann er nicht ganz konkurrieren.
Er ist allerdings der vollständigste riesige Titanosauride, gepanzerte Vertreter der Sauropoden. Die Titanosaurier waren große Tiere steppenartiger Landschaften und wurden als solche schnell Opfer von Aasfressern, bevor sie zu Fossilien werden konnten.

Ein Ornithischier vom Äquator
Ähnlich wie wir Säugetiere verdanken auch die Dinosaurier ihren größten Erfolgsschub einem Massensterben zu Beginn ihres Zeitalters. In diesem Fall an der Grenze vom Trias zum Jura vor etwa 200 Millionen Jahren.
Kurz nach diesem Massensterben lebten nur wenige Arten von Dinosauriern, aber sie breiteten sich sehr schnell aus, da jetzt die zuvor vorherrschenden Reptilien deutlich seltener geworden waren. Unklar ist bisher noch, wie schnell die Dinosaurier damals die Welt eroberten. Mit dem Fund eines neuen Ornithischiers, noch ohne Namen, ist dazu in Venezuela ein neues Puzzelteil aufgetaucht, denn bisher waren aus dieser Gegend keine so alten Dinosaurierfossilien bekannt.

Nachtaktive Synapsiden
Gehen wir zu eben jenen Herrschern der Welt vor den Dinosauriern, kommen wir zu den Synapsiden, jenen Reptilien, aus denen sich später, unter den Füßen der ersten Dinosaurier, die Säugetiere entwickelten. Bisher dachten Forscher, dass erst die Säugetiere die Nachtaktivität erfanden, da ihre großen Gehirn besser für die Orientierung im Dunkeln geeignet seien.
Untersuchungen an den Knochen um die Augen einiger Synapsiden zeigen aber, dass diese Reptilien lange vor den Säugetieren zu allen möglichen Tageszeiten aktiv waren. So war etwa der bekannteste unter ihnen, Dimetrodon, nachtaktiv. Das gibt auch eine neue mögliche Erklärung für das spektakuläre Rückensegel einiger dieser Tiere wie eben Dimetrodon und seinen Pflanzen fressenden Cousin Edaphosaurus.

Dimetrodon auf Nachtjagd, ein Edaphosaurus als Beute im Hintergrund - Illustration by Marlene Hill Donnelly