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Eine Woche übersprungen, aber jetzt wieder da: Der Dino-Dienstag.

Mick Jaggers Nilpferd
Mick Jagger kommt die große Ehre zuteil, ein Nilpferd nach sich benannt zu haben. Ein prähistorisches natürlich. Glückwunsch!
Jaggermeryx naida ist ein Nilpferd, das vor 19 Millionen Jahren in Afrika lebte. Löcher in seinem Schädel deuten auf Nerven hin, die sehr sensible und wahrscheinlich bewegliche Lippen versorgten. Die Benennung nach dem Rolling-Stones-Sänger erfolgte aufgrund dieser vergrößerten Lippen. Und als wäre das noch nicht großartig genug, haben die Entdecker anfangs einen zweiten Star als Namensgeber diskutiert – Angelina Jolie. Entdeckeirn Ellen Miller blieb aber standhaft bei Jagger. Vermutlich, weil es nur für diesen Namen ein geeignetes Lied zum Feiern der Entdeckung gab. Die Urzeitbücher werden so oder so in hundert Jahren viel Arbeit haben, das zu erklären.

Nachtrag zu Dreadnoughtus
Ich fand den Namen Dreadnoughtus für einen neuen Titanosaurier vor ein paar Wochen ja furchtbar. Ich finde ihn immer noch furchtbar, weil es gar nicht möglich ist, ihn auch nur halbwegs unfallfrei auszusprechen, wenn man kein Englisch spricht. Das sollte den Namen nach den in der Taxonomie üblichen Regeln eigentlich ungültig machen.
Der Bostin Globe findet den Namen zwar „awesome“, hat sich aber immerhin des Themas angenommen, woher solche Namen kommen und fängt in seinem Artikel mit dem guten alten T. rex an, einem Namen, der durchaus kalkuliert so populär geworden ist, wie er nun einmal geworden ist.

Ziapelta sanjuanensis, Bild: © Sydney Mohr

Ziapelta
Und wieder ein neuer Dinosaurier. Da gibt es zur Zeit wohl irgendwo ein Nest von.
Ziapelta sanjuanensis ist ein Ankylosaurier aus New Mexico, der dort vor 72-74 Millionen Jahren lebte. Die Ankylosaurier sind schwer gepanzerte Dinosaurier mit einer Schwanzkeule. Auffällig an Ziapelta sidn besonders schwere Stacheln über dem Hals. Er gehört zu den am schwersten gepanzerten Vertretern seiner Familie.

Der Meteorit und die moderne Pflanzenwelt
Vor 64 Millionen Jahren starben mit den Dinosauriern zahlreiche andere Lebewesen aus. Wie so oft gerne übersehen wird die Veränderung, die in der Pflanzenwelt geschah. Neue Forschung zeigt nun, dass wir dem damaligen Massensterben auch zu verdanken haben, dass es heute so viele Pflanzen gibt, die ihre Blätter abwerfen – also auch die Dominanz der Laubbäume.
Laubbäume erschienen bereits zu Zeiten der Dinosaurier – Ginkgo, Magnolien und Eichen waren für diese Tiere keine Unbekannten. Sie waren aber nicht die vorherrschenden Bäume der Wälder, wie sie es heute in großen Teilen der Welt sind. Das geschah, weil die Laubbäume durch ihr schnelleres Wachstum und die Strategie, im Winter Energie zu sparen offenbar besser für die Welt nach dem Meteoriteneinschlag geeignet waren, in der aufgewirbelte Asche und andere Folgen des Einschlages das Klima auf Jahre hinaus veränderten.
Das Gelb und Rot, welches die Wälder derzeit wieder übernimmt ist also ein direktes Zeugnis vom Ende der Dinosaurier.