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Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche mit verdammt großen Haien, einigermaßen großen Raptoren und winzigen Säugetieren.

Superzähne: Megalodon und Spinosaurus

Zwei in Filmen gern gesehene Räuber des Wassers hatten eine interessante Gemeinsamkeit: Extrem harte Zähne.
Carcharodon megalodon (oder Carcharocles megalodon, die Wissenschaftler sind sich noch uneins, welcher heutige Hai sein nächster Verwandter ist) war der größte Hai aller Zeiten und sah vermutlich aus wie ein Weisser Hai im Format eines Wales. Er war ein Zeitgenosse der ersten Menschen.
Spinosaurus war einer der größten Raubsaurier, leicht zu erkennen an seinem markanten Rückensegel, dem krokodilartigen Kopf und einer großen Sichelklaue an jeder Hand. Er lebte in der Kreidezeit in den Gewässern Nordafrikas.
Untersuchungen an den Zähnen dieser Tiere ergaben, dass sie extrem viel Fluorid enthielten – anders als bei Landtieren nicht nur im Zahnschmelz, sondern im gesamten Zahn. Das machte die Zähne extrem hart. Landtiere haben weniger Fluorid in den Zähnen, weil viele Nahrungsmittel des Landes in Kontakt mit Fluorid Säuren bilden, welche die Zähne schädigen. Unter Wasser allerdings ist das kein großes Problem.
Nur: Auch moderne Haie haben Fluorid nur noch im Zahnschmelz. Fluorid ist heute eine sehr seltene Substanz im Meerwasser, womit sich die Frage stellt: Was genau geschah vor etwa 2,6 Millionen Jahren, dass das zuvor anscheinend häufigere Fluorid aus den Ozeanen verschwand?

Säugetier-Boom im Jura

Und noch ein Befund wirft die Frage auf, was genau passiert ist, dass es zu so etwas führte: Das Zeitalter des Jura war die Blütezeit der Dinosaurier. Sie entwickelten weltweit zahlreiche Formen und erreichten in Form der langhalsigen Sauropoden den Rekord als größte Wirbeltiere aller Zeiten, von denen einzelne Vertreter den Blauwal noch übertrafen (der allerdings wohl deutlich mehr wiegt).
Die Säugetiere wurden in diesem Bild bisher offenbar unterschätzt. Denn während die Dinosaurier sich als dominante Lebewesen unter den großen Tieren entwickelten, entwickelten auch die Säugetiere zahlreiche neue Formen und besetzten fast alle für kleine Tiere freien Rollen in der Welt.
Da stellt sich die Frage: Warum entwickelten sowohl Säugetiere als auch Dinosaurier und Flugsaurier in dieser Zeit so viele verschiedene Formen?

Neuling: Zhenyuanlong

Aus China kommt ein weiterer gefiederter Dinosaurier aus der Verwandtschaft des Velociraptor. Zhenyuanlong ist mit zwei Meter Länge der größte bisher bekannte Dinosaurier mit eindeutig nachgewiesenen Flügeln. Zwar werden auch beim etwas größeren Velociraptor Flügel erwartet, da an seinen Armknochen entsprechende Ankerstellen zu finden sind, aber die Federn selbst wurden bisher nicht gefunden. Diese Entdeckung stärkt die ohnehin schon recht wahrscheinliche Vermutung, dass nicht nur Flaum, sondern auch voll ausgebildete Flügel quer durch den Stammbaum der Raptoren vorkamen.
Die Flügel des Zhenyuanlong sind zu klein zum Fliegen, aber schon lange wird vermutet, dass die Raptoren ihre Flügel zu anderen Zwecken nutzten, sei dies zur Stabilisierung beim Rennen, als Schmuck oder zum Abdecken der Eier im Nest.

Zhenyuanlong alias Technochicken - Bild: Chuang Zhao

Zhenyuanlong alias Technochicken – Bild: Chuang Zhao