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Endlich, endlich, endlich kann ich mein neues Internetprojekt MG Nachhaltig ganz offiziell vorstellen. Die Technik läuft, die Inhalte sind vorzeigbar (na gut, die Radkarte braucht noch was, aber es ist als Start vorzeigbar) und ich bin innerlich bereit.

Langsam! Was ist MG Nachhaltig?

MG Nachhaltig ist eine Seite, die zu einem Knotenpunkt der ökologischen Szene(n) in Gladbach heranwachsen soll.„Nachhaltig“ bedeutet in diesem Falle also ökologisch nachhaltig – Initiativen, Vereine und Einrichtungen, die im Sinne einer Lebensweise handeln, die ein langfristig umweltverträgliches Leben ermöglichen und fördern sollen hier auf verschiedene Weisen zusammenkommen. Zugleich sollen an einer nachhaltigen Lebensweise interessierte Menschen eine Übersicht über Möglichkeiten in der Stadt erhalten, dieses Interesse praktisch umzusetzen.

Die Hauptkarte

Viele grüne Punkte - Die Karte zum Start am 17.08.2015

Viele grüne Punkte – Die Karte zum Start am 17.08.2015

Das Herzstück des Auftrittes und meine ursprüngliche Idee, die zu MG Nachhaltig geführt hat, war die nun auf der Startseite zu findende Karte entsprechender Einrichtungen in Mönchengladbach. Vom Bioladen über das vegane Lokal bis zu Fahrradläden und Flohmärkten sind hier zum Start 59 Einrichtungen verzeichnet, die im Sinne von Natur- und Umweltschutz, Ressourcenschonung und allgemein einem guten Umgang mit der Welt handeln.
Inspiriert wurde ich, als ich bei Michael Köster auf Bilkorama eine solche Karte für Düsseldorf gesehen hatte. Sowas wollte ich auch für Gladbach. Also habe ich angefangen zu basteln.
Aber es gibt noch einen anderen Punkt, der mich inspiriert hat, das einfach zu machen: Die Veganer. Man mag von der Veganismus-Bewegung halten, was man will. Viele finden sie zu verbissen und dogmatisch. Ich kenne nur sehr wenige missionarische Veganer, aber das ist jetzt nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Veganer in Gladbach in den letzten Monaten über ihren Veganer-Stammtisch zu einer richtigen, wahrnehmbaren Bewegung zusammengewachsen sind, die allein durch ihre Masse und Präsenz in der Lage sind, das Angebot an vegetarischen und veganen Speisen auf den Speisekarten vieler Lokale und Restaurants deutlich zu verbessern.
Die Veganer sind nur eine einzelne und nicht einmal die größte Bewegung im ökologisch-nachhaltigen Spektrum. Mit ziemlicher Sicherheit sind allein schon die Kunden der Bioläden eine größere Gruppe. Hinzu kommen die Mitglieder der diversen Natur- und Umweltschutzverbände sowie natürlich die vielen an diesen Themen interessierten Einzelpersonen, die sich nicht an Verbände binden (möchten oder können). Jene, die zwar ein nachhaltigeres Leben führen wollen, dabei aber nichts mit irgendwelchen Bewegungen zu tun haben wollen. Das Potenzial in der Stadt ist riesig. Egal wie konservativ Mönchengladbach scheint, in einer Stadt von fast 260.000 Einwohnern ist es schon statistisch unmöglich, dass kein Potenzial für eine große Umweltbewegung vorhanden ist.
Doch sie ist zersplittert. MG Nachhaltig will diese Zersplitterung überwinden. Die Karte ist dazu der erste Schritt – jede/r kann sich unabhängig und ohne Druck informieren, wo Einrichtungen zu finden sind.
Und sich dadurch inspirieren lassen, wie viele Möglichkeiten und Bewegungen in Mönchengladbach wider Erwarten der meisten vorhanden sind. Wie viele wussten schon, dass Gladbach ein veganes Haarstudio (Chaarisma, Bendhecker Straße 64) oder ein solches Tattoo- und Piercingstudio (Punkmuddis, Künkelstraße 69) hat? Oder dass es so etwas überhaupt gibt? Und die Liste ist noch lange nicht komplett – diverse Einrichtungen stehen noch zur Überprüfung an oder es ist noch zu diskutieren, ob sie wirklich aufzunehmen sind. So gibt es etwa nahe an der Stadtgrenze im Rhein-Kreis Neuss noch einige Biohöfe, die aber vorerst nicht in der Liste sind, weil sie halt ausserhalb der Stadtgrenzen liegen.
Momentan gibt es zwei Arten von Punkten: Grüne für bestehende und rote für geplante Einrichtungen (aktuell das Café Alge und die Radstation MG). In Zukunft werden mehr unterschiedliche Markierungen dazukommen, um beispielsweise Gebrauchtwarenläden von Restaurants unterscheiden zu können.

Die Radkarte

Thematisch verwandt, wenn auch als letztes zu der Seite hinzugekommen ist die separate Radwegekarte. Man kann das recht gut an der relativen Leere der Karte erkennen. Ursprünglich sollten gute Radwege mit in die Hauptkarte, aber letztlich entschied ich, dass das die Karte zu unübersichtlich machen würde.
Diese Karte habe ich spontan gestern nachmittag angelegt und eingebunden. Zum Start finden sich dort vier Anlagen: Die Richard-Wagner-Straße/Brucknerallee, der Weg auf der ehemaligen Bahntrasse zum Geneickener Bahnhof sowie die zwei Teile des Niersuferweges, getrennt durch die für alle Verkehrsteilnehmer einschließlich der Autos katastrophale Kreuzungsanlage Odenkirchener/Dohrer Straße.
Wege werden in zwei Farben markiert:: Grün für gute Wege, blau für gute Ideen, die relativ einfach gute Wege werden können. Ein Klick auf den Pin zu jedem Weg bringt eine genauere Bewertung einschließlich der Kritikpunkte.

Noch etwas leer: Die Radwegekarte

Noch etwas leer: Die Radwegekarte

Das Forum

Für alle Inhalte ist mir wichtig, dass diese offen diskutiert werden können. Die Option einer Facebook-Gruppe oder Seite erscheint mir weitgehend unbrauchbar, da Diskussionen auf Facebook nach relativ kurzer Zeit im Nirvana verschwinden. Dazu kommt, dass viele Nutzer grade in den alternativen Szenen Facebook aus verschiedenen Gründen ablehnen.
Also musste ein eigenes Forum her. Dort kann man die Seite diskutieren, aber auch Vorschläge für neue Einträge einreichen und diskutieren. Was mir ein besonderes Anliegen ist, ist auch die Möglichkeit, hier Leuten einen Platz zu bieten, die selbst etwas entwickeln möchten und Ideen, Kritik oder auch Mitstreiter suchen.
Ob das greift, werden wir sehen.
Was ich allerdings noch tun muss ist eine Harmonisierung des Forums mit dem Design der Seite.
Übrigens ist der Markt für WordPress-Forensoftware weitgehend unbrauchbar geworden, seit bbPress die Mitbewerber rausgedrängt hat. Diverse bessere Optionen wie das sehr mächhtige und fein justierbare MyBB werden nicht mehr aktualisiert, sodass ich letzten Endes auch bbPress anwenden musste. Nunja, es funktioniert.

Das Blog

Nachrichten aus den Umweltschutzverbänden in Mönchengladbach zu erhalten, ist überraschend schwierig. Die BAUM und der Nabu bringen kaum Neuigkeiten, die letzte Mitteilung vom BUND ist der Jahresbericht 2008, Transition Town muss man erst mal finden, Greenpeace hat sich gar lokal aufgelöst.
Das ist verständlich: Die Lokalgruppen haben jede für sich nicht genug Inhalte zu bieten, um ein reguläres Blog mit regelmäßigen Nachrichten zu füllen. Dafür ist ihr Fokus einfach zu klein. Aber: Alle zusammen können das meiner Überzeugung nach durchaus. Wenn ein Blog von all diesen Gruppen gemeinsam gefüttert wird, muss nicht jede Gruppe für sich das Blog am Leben halten, es reicht, wenn jeder ab und an was schreibt und das Blog dadurch insgesamt ständig Beiträge aus verschiedenen Ecken hat. So wie eine Zeitung ja auch nicht von einem einzelnen Journalisten alleine geschrieben wird.
Und natürlich ist das auch ein gemeinsamer Tisch, an den die Gruppen so gebracht werden, um Kooperation zu fördern.
Gleichzeitig erhalten Interessierte so die Möglichkeit, sich an einem Ort gebündelt über Neuigkeiten aus diesem Bereich zu informieren. Abgerundet wird das Ganze durch eigene Nachrichten von MG Nachhaltig, seien dies nun Interna wie etwa die Aufnahme neuer Einträge in die Karten oder durchaus hin udn wieder auch mögliche redaktionelle Inhalte.

Der Kalender

Noch ist er ziemlich leer, aber auch der Kalender wird noch gefüllt. Denn nicht alles lässt sich gut auf einer Karte darstellen – Termine müssen nach Datum geordnet werden können und dies ermöglicht nur ein Terminkalender.

Weitere Schritte

Meine Philosophie für Webprojekte ist, dass diese niemals fertig sind. Und dieses Projekt soll mit dem Forum über ein bloßes Webprojekt hinausgehen. Das bedeutet ständige Verbesserung, ständige Umsetzung neuer Ideen, ständiger Einsatz. Schon jetzt habe ich Ideen, die Seite weiter zu verbessern, attraktiver und nutzreicher zu machen. Ich weiss nicht, ob, glaube aber nicht wirklich, dass dies je aufhören wird.
Das wichtigste aber ist, was nun jenseits der Seite selbst wird.
Die Seite ist eine Saat, ich hoffe, der Boden ist so fruchtbar, wie ich glaube.

Partei?

Ich möchte dies von Anfang an klarstellen: Dies ist keine Parteiveranstaltung der Grünen. Im Gegenteil, ich habe sogar klar beschlossen, Parteien aus dem Projekt rauszuhalten. Sicherlich werden den Themen des Projekts nahe stehende politische Gruppen davon profitieren, wenn eine ökologisch-nachhaltige Bewegung in Mönchengladbach gestärkt wird, aber das ist ein Nebeneffekt.
Ich bin nicht an Nachhaltigkeit interessiert, weil ich Grüner bin. Ich bin Grüner, weil mir das Thema Nachhaltigkeit ein Anliegen ist.