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Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche kämpfe ich zum Ende zunehmend mit den Namen einiger Kreaturen. Und das mir, der eigentlich ohne absetzen einen Satz mit Scansiopterygidae bilden kann.

Pferd mit Nachwuchs aus Messel

Hier mal ein spektakulärer Fund aus heimischen Gefilden, eine schwangere Stute von Eurohippus aus der Grube Messel bei Darmstadt.


Spektakulär an dem Fund ist auch, dass dank des isolierenden Schlammes des einst hier vorhandenen Sees Details der Gebärmutter als fossiler „Schatten“ erhalten sind, was Einblick in die Evolution der Lebendgeburt gibt.
Deutschland scheint in der Urzeit für schwangere recht gefährlich gewesen zu sein – verschiedene Fundorte haben schwangere oder gebärende Muttertiere hervorgebracht, besonders berühmt die delfinartigen Ichthyosaurier aus Holzmaden bei Stuttgart.

Neues zur Farbe ausgestorbener Arten

Die Behauptung, man könne aus den Abdrücken von Pigmentzellen in den Federn einiger Dinosaurier auf deren Farben zu Lebzeiten schließen, galt immer als kontrovers, wird aber zunehmend akzeptiert.
Nun haben britische und amerikanische Forscher Fossilien der Fledermäuse Palaeochiropteryx und Hassianycteris aus Deutschland untersucht, die Abdrücke des einstigen Fells zeigten. Damit haben erstmals Forscher versucht, die an Federn erprobte Technik auf Fell zu übertragen.
Und sie waren erfolgreich: Nicht nur ist der Befund, dass diese Fledermäuse ein braunes Fell hatten konsistent mit der Farbgebung heutiger Fledermäuse, sie fanden in den Überresten der farbgebenden Zellen auch chemische Spuren von Melanin, dem häufigsten Farbstoff in Säugetierfell und konnten über dessen Verteilung bestätigen, dass die Form der Zellen die Färbung der Tiere zu Lebzeiten erkennen lässt.

Neue Spezies der Woche

Kimbetopsylis - Bild: Sarah Shelley

Kimbetopsalis – Bild: Sarah Shelley


Kimbetopsalis simmonsae war ein überraschend großes Säugetier, dass mehr oder weniger direkt nach dem Ende der Dinosaurier lebte. Sowohl die Größe von einem Meter Länge als auch die Tatsache, dass es ein Pflanzenfresser war, sind ungewöhnlich, da beides zu Zeiten der Dinosaurier unter Säugetieren sehr selten war. Die Forscher vermuten, dass er ein Beispiel dafür ist, dass die Säugetiere sich nach dem Ende der Dinosaurier sehr schnell an die neue, nun dinosaurierfreie Welt anpassten und neue Formen hervorbrachten.
Die Presse hat beschlossen, das Tierchen als einen apokalyptischen Biber zu bezeichnen, weil es in einer wasserreichen Waldlandschaft lebte und entfernt einem Nagetier ähnelte. Mit den heutigen Bibern teilt es allerdings keine nähere Verwandtschaft, es gehört zu einer ausgestorbenen Gruppe von Säugetieren, die zwischen den Eier legenden und den lebend gebärenden Säugetieren standen. Auffällig an ihnen waren die sehr komplexen Zähne und die jenen der Nagetiere ähnelnden Schneidezähne.
Japan gibt uns die fluglose Ente Shiriyanetta hasegawai, die dort vor etwa 120.000 Jahren an den Küsten herumlief.
Bei den Dinosauriern haben wir mit Ugrunaaluk kuukpikensis einen Vertreter, dessen Namen nicht nachschlagen zu müssen ein Kunststück werden dürfte, das nur des Inuktikut Mächtige schaffen dürften. Der Fund ist nicht ganz so spektakulär, wie die Presse gerne betitelt, aber immerhin: Die Forscher dachten bisher, dass die zum Ende des Dinosaurierzeitalters nördlich des Polarkreises in Alaska lebenden Entenschnäbel zu der bekannten und sehr häufigen Gattung Edmontosaurus (über die Jahrzehnte auch bekannt als Trachodon, Anatosaurus, Anatotitan und weitere) gehörten. Tatsächlich aber fanden neue Untersuchungen genug Unterschiede, um sie zu einem ganz neuen Dinosaurier aus der nahen Verwandtschaft von Edmontosaurus zu erklären: Buchstabensuppe Ugrunaaluk eben.
Er versucht auch grade, es auswendig zu lernen, daher der Gesichtsausdruck: Ugrunaaluk - Bild: James Havens

Er versucht auch grade, es auswendig zu lernen, daher der Gesichtsausdruck: Ugrunaaluk – Bild: James Havens