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Freitägliche Fünf 23.10.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche mit Klartexten.

1. Die Anstalt mal wieder

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Nicht die beste Anstalt diese Woche, aber immer noch gut. Und obwohl mich die Allgegenwart des Themas Vertriebene inzwischen doch zu nerven beginnt, hielt sie mich am Bildschirm. Besonderes Lob für diesen kleinen Satz zur deutschen Leitkultur: „Es ist immer Goethe, niemals Goebbels!“
Denn was wir als unsere Kultur definieren, ist von einer kuscheligen Selektivität geprägt, für welche die Geschichte keine Grundlage hergibt.

2. Albrecht von Lucke

Der Montag brachte mich zu einer Lesung Albrecht von Luckes zu seinem Buch Die schwarze Republik und das Versagen der deutschen Linken. Ein sehr lohnender Abend in Düsseldorf mit einer interessanten Diskussion darüber, ob Pazifismus eine gute Idee ist oder bedingungsloser Pazifismus nicht vielmehr das Leid in Situationen wie in Syrien verschlimmert, indem er uns am Eingreifen hindert. Das klassische Problem: Pazifismus rettet niemanden, wenn die Panzer der Anderen bereits durch die Vorgärten rollen.
Aber auch um die Frage, was von der deutschen Linken (nicht die Partei, das linke Spektrum) übrig ist, was passiert ist und welche Rolle die Linke (jetzt die Partei) beim Niedergang von Sozialdemokratie und SPD spielt. Wäre Hartz IV beispielsweise möglich gewesen, hätte Lafontaine seinen durchaus machtvollen Posten bei der SPD nicht geschmissen um in die sich formierende WASG zu wechseln?
Interessante Fragen, nachdenkenswerte Zusammenhänge. Und für mich auch ein Ansatz zum Weiterdenken: Ist Deutschland schon seit 35 Jahren in einem stetigen Rechtsruck, hat der Verlust der Linksliberalen bei der FDP eine Wanderbewegung ausgelöst, die über die Jahre nahezu alle linken Positionen aus den großen Parteien herausgelöst hat? Etwa so: Die FDP wird neoliberal, die Linksliberalen gehen in die SPD und bringen so die Saat des Liberalismus in allen Ausprägungen ein. Die SPD verliert an ihrem linken Flügel mit der Gründung der Grünen Halt, die diesen Bereich teilweise übernehmen. Mit der Wiedervereinigung schließlich kommt die Idee auf, der Kapitalismus habe gewonnen und bildet das Klima, in dem die neoliberale Saat in der SPD aufgehen kann. Schröder wird Deutschlands erster neoliberaler Kanzler, die SPD verliert mit der Gründung des WASG ihr verbliebenes linkes Potenzial. Die Grünen büßen mit den beiden internen Katastrophen dieser Zeit (Kosovo und Hartz IV) ebenfalls massiv linkes Potenzial ein, das sich nun ausgegrenzt (und auch sich selbst ausgrenzend) in der entstehenden Linkspartei konzentriert oder frustriert ganz aus dem politischen Leben zurückzieht (Politikverdruss). Die CDU wird letzte verbliebene Großpartei und beginnt einen Weg der Assimilation aller anderen Gruppen, die durch die Aussicht, besser etwas zu bewirken als gar nichts, leichte Beute werden.
Erschreckend, aber auch ein interessanter Gedankengang. Und Erkenntnis gilt immer noch als der erste Weg zur Besserung.

3. Navid Kermani

Am Tag zuvor hat Navid Kermani den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten. Das an sich finde ich verdient, aber nicht weiter bemerkenswert. Bemerkenswert finde ich dagegen die Rede, auf die sich auch der in Punkt 2 benannte von Lucke immer wieder bezog — zu Islam, Radikalisierung, Krieg und der Frage, ob wir wegschauen dürfen.
Die Rede gibt es hier nachzuhören, nur die vorherigen Laudatoren und den Moderator muss man entweder aushalten oder überspringen.

4. Geistersturm

Ich freue mich, in gewisser Weise Michael Cherdchupan unter den käuflich zu erwerbenden Autoren begrüßen zu können. Gemeinsam mit Markus Topf hat er das Hörspiel Schauergeschichten — Der Geistersturm verfasst.
Michael ist ein alter Kollege aus dem nicht mehr existierenden Forum der nicht mehr existierenden Spielezeitschrift GEE, einem der Foren, in denen ich Jahre aktiv war.

5. Babelcube

babelcubeMit Babelcube habe ich mir eine neue Arbeitsplattform erschlossen, die sehr interessant aussieht. Die Seite bietet die Möglichkeit, Werke zu übersetzen (praktisch durchgehend von selbstverlegten Autoren). Übersetzer werden nicht im voraus bezahlt, sondern erhalten einen Anteil an den Erlösen.
Viele professionelle Übersetzer finden das problematisch, da auf diese Art die Bezahlung nicht garantiert ist, aber mal ehrlich: Das ist sie für die Autoren auch nicht und die schreiben dennoch. Natürlich nehmen Übersetzer damit ein Risiko auf sich, dass die Arbeitszeit verschwendet gewesen sein kann, aber damit habe ich nicht das geringste Problem, denn das ist das Los fast aller kreativen Berufe.