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Bevor es nächste Woche zum üblichen Programm zurück geht, kurz noch der Abschluss des Jahreswechsels mit einem persönlichen Ausblick auf 2016. Oder auch: Was habe ich aus 2015 gelernt?
Doch zunächst auch hier: Musik! Die Jazz-Version von Don’t Stop me now aus der 2014er-Staffel von Doctor Who nehme ich mal als musikalisches Motto für 2016. Soll keiner sagen, ich setze mir niedrige Ziele.

Vorsatz: Fokus

Wie ich im Jahresrückblick schon andeutete, bin ich nicht sehr zufrieden mit meiner Produktivität. Immer, wenn ich Energie auf ein Ziel fokussiere, schaffe ich es, große Projekte zustemmen (das Jurassic-Park-Buch und MG Nachhaltig stechen 2015 heraus). Aber zu oft verteile ich meine Kräfte auf zu viele Einzelprojekte.

Ich präsentiere: Die Zukunft von vorletzter Woche

Ich präsentiere: Die Zukunft von vorletzter Woche

Das ist zum Glück deutlich besser gelaufen, als es klang, denn auch wenn ich mich stark verteilt habe, ist doch vieles vorangekommen, nur eben nicht fertig geworden. Dafür muss dann 2016 herhalten. Ich habe im Laufe des Jahres viel ausprobiert, um meine Produktivität zu steigern und habe dabei eben auch einiges gelernt. Ein ganz konkretes Ergebnis dieses Lernprozesses findet sich im Bild rechts von diesem Textabschnitt. Das ist ein Wochenplaner, den ich vor ein paar Wochen beim Xenos fand. Eine Tafel für jeden Tag mit Platz für 2-3 Stichworte. Perfekt. Das ist ein Umfang von Vorhaben, der groß genug ist, alles wichtige reinzupacken ohne so viel angehen zu wollen, dass man sich doch wieder verzettelt. Ich nutze die jetzt ungefähr zwei Monate und sie hilft mir ganz ausgezeichnet, mit meinen Plänen voran zu kommen.
Zum Start geht es an einen digitalen Frühjahrsputz. Dieser umfasst intern die Abarbeitung aller noch übrigen ungelesenen eMails in allen Postfächern (Hotmail ist durch, Gmail hat noch 370 und das zu dieser Webseite gehörige Postfach noch etwas unter 1000 Mails) und das Durchgehen aller Lesezeichen im Browser (keine Ahnung, wie viele das sind, aber deutlich vierstellig).
Interessanter durfte das Vorhaben extern sein: Ich will MG Nachhaltig konstanter mit neuen Inhalten versorgen, die englische Website auf das selbe Design wie die deutsche umstellen, private und Autorenseite in Facebook trennen und sobald mein aktueller Dauerschnupfen vorüber ist Audiobooks auf Youtube stellen. Und damit wären wir ganz konkret bei…

Projekte

Es gibt bei mir ja immer zwei Arten von Projekten: Politische und schriftstellerische. 2016 werde ich jeden Monat schwerpunktmäßig jeweils einem Projekt beider Kategorien widmen. Ich habe 2015 ja gesehen, dass das funktioniert und zwar deutlich besser als Ziele wie das bei Autoren beliebte „Ich schreibe jeden Tag X Wörter“ die halt dazu führen, dass man zum Jahresende jeweils X Wörter in 365 Projekten niedergeschrieben hat, wenn man nicht aufpasst. Dennoch habe ich es geschafft, 2015 so viel zu schreiben wie seit Jahren nicht mehr, wovon auch dieses Blog mit seinen 105 Beiträgen zeugt.
2×12 Projekte über das Jahr, das macht die gar nicht so schlechte Zahl von 24 Stück. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, jeden Monat in beiden Bereichen einen klaren Fokus zu haben, auf den ich hinarbeite.
Literarisch sind da als erstes die Sammlungen meiner Kurzgeschichten (je eine in Deutsch und Englisch), die gemeinsam mit dem Youtube-Kanal starten sollen, der für den Anfang mit genau diesen Kurzgeschichten gefüllt wird. Glimpses und Facetten sind weit gediehen, aber noch lückenhaft.
2015 hatte ich keinen neuen Band der Meilensteine der Evolution herausbringen können, was mich extrem nervt, da ich die Serie eigentlich abschließen wollte. Alle Bände sind weitergekommen, aber keiner fertig geworden. Als besonders schwierig hat sich erwiesen zu vermeiden, in jedem Band die selbe Geschichte als Einstieg zu erzählen. Es entspricht einfach nicht meinen Ansprüchen an meine Werke, Lesern immer das selbe vorzusetzen. Ich werde mich nun statt dessen darauf konzentrieren, das erste Drittel fertigzustellen, also die Bände, die im Paläozoikum (die zeit vor den Dinosauriern) angesiedelt sind: Giftigen Grundes, Zackigen Zahnes und Flammender Farne sowie als Sammelband dieser drei Bände zuzüglich des bereits erhältlichen Feuchten Fußes den ersten Titel dieser Reihe auf Papier.
Die Dystopie Sünde hatte ich lange liegen gelassen, doch es erwies sich in den letzten Monaten, dass die Sorge vor erstarkendem religiösen Extremismus berechtigter ist als gedacht und somit hat Sünde größere Relevanz, als ich erwartet hatte. Diesem Projekt 2016 ebenfalls einen Monat zu widmen erscheint mir also wichtig. Mit Boy kommt ein englischsprachiger Roman hinzu, den ich mal als literarische Zombiegeschichte bezeichne.
Von weiteren Projekten kann ich dann hoffentlich im Laufe des Jahres berichten.
Politisch gebe ich nur ein paar Stichworte: Fahrradbeleuchtung, Eine-Stadt-Fest, Gladbacher Runde und noch einiges, was als Stichwort noch zu eindeutig wäre ;-) Ich berichte jeweils, sobald es ausgereift ist.

Prognosen

Auch dieses Jahr möchhte ich wieder ein paar Vorhersagen machen, welche Entwicklungen ich im kommenden Jahr in der Welt erwarte. Die Trefferquote war 2015 ja gar nicht so schlecht. Also:
Smart Home: Zentral rechnergesteuerte Haustechnik wird 2016 ein großes Thema. Dabei wird es aber auch um die Zweischneidigkeit der Technologie gehen: Unsere Häuser werden potenziell hackbar, Einbrecher könnten in Zukunft statt mit dem Dietrich mit einem Laptop ins Haus kommen oder die Haustechnik zum Schaden der Einwohner manipulieren.
Facebook überfrisst sich: Facebook wächst und wächst, doch es gibt erste Trends zum Schrumpfen, vor allem bei den Jüngeren. Ich erwarte, dass die Plattform 2016 erste Schwächeanfälle zeigt, auch weil siemit neuen Features wie Videos und Kauf-Button ihren Fokus verliert. Das Unternehmen Facebook wird versuchen, den Trend über eingekaufte Projekt zu kompensieren.
Youtube übernimmt: Das Wachstum an Möglichkeiten bei Youtube lässt es fast schon unvermeidbar erscheinen, dass Youtube 2016 den letzten noch nicht von ihm erschlossenen Videomarkt übernimmt: Chats. Die Technologie ist beim Mutterkonzern Google durch Google Hangouts vorhanden und es wäre die Option für Google, seine langen Versuche, ein soziales Netzwerk aufzubauen, Früchte tragen zu lassen. Youtube, nicht Google+ ist Googles Basis für ein soziales Netzwerk. Gleichzeitig werden vor allem Verkaufsplattformen zunehmend versuchen, zu sozialen Netzwerken für ihre Kunden zu werden. Das virtuelle Gegenstück zur Mall.
Die Todesglocken des Smartphones: Smartwatches beginnen, den Smartphone-Markt aufzufressen. Das Telefon fällt Ende 2016 niemandem mehr aus der Tasche, weil es um das Handgelenk gebunden ist. Smasrtphones werden damit klobige Anachronismen.
Innenstadt 2.0: Mit dem Aufstieg des Onlinehandels liegt das Konzept der Innenstadt als Ort des Kommerzes im Sterben. Wahrscheinlich unaufhaltsam. Einige Branchen (Kleidung, Lebensmittel) halten sich besser als andere (Elektronik, Medien), aber das Konzept der Einkaufsstadt ist sehr bald tot. Plattformen wie Amazon, Ebay und Alibaba bieten eine Produktvielfalt, mit der kein Händler vor Ort jemals mithalten kann. Das kann nicht ohne Folgen bleiben: 2016 wird mindestens eine Großstadt öffentlichkeitswirksam verkünden, ein neues Innenstadtmodell zu suchen; weg vom Kommerz, hin zum sozialen und kulturellen Treffpunkt der Stadt. Der Ansatz: Offline leben, online konsumieren.