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Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche mit so ziemlich allem ausser Dinosauriern.

Kreidezeitlicher Sockenfisch

Großmaul - Bild: Robert Nicholls

Großmaul – Bild: Robert Nicholls


Die Meere der Kreidezeit waren aussergewöhnlich vielfältig bewohnt. Verschiedenste Tiergruppen erreichten Größen, wie wir sie heute fast nur noch von den Walen kennen, doch seltsamerweise mangelt es in dieser Zeit an den riesigen Planktonfressern, wie wir sie heute kennen. Den Platz der Bartenwale und Walhaie nahm damals eine heute völlig ausgestorbene Gruppe von Fischen ein, zu denen die größten KNochenfische aller Zeiten zählten. Eine Gattung dieser Fische war Rhinconychthis, die vielleicht am stärksten den heutigen Planktonfressern ähnelnden Vertreter dieser Gruppe, auch wenn sie mit zwei Metern Länge nicht die größten waren.
Mit einer neuen Art aus den USA und neuen Untersuchungen an einem Fund aus Japan zeigt sich nun, dass diese Fische durchaus artenreich waren.

Schmetterlingsflorfliege

Sieht aus wie ein Schmetterling, hat aber Beisser: Oregramma - Bild: Vichai Malikul, Smithsonian

Sieht aus wie ein Schmetterling, hat aber Beisser: Oregramma – Bild: Vichai Malikul, Smithsonian

China gibt uns mit Oregramma illecebrosa eine neue Art prähistorischer Florfliegen. Interessant ist, dass die Flügel dieser Art Augenflecken haben, wie sie sonst bei den mit den Florfliegen verwandten Schmetterlingen bekannt sind. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich dabei um eine Entwicklung handelt, die beide Gruppen unabhängig voneinander durchlebt haben, aber eindeutig ist das nicht. Die Paläontologie hat oft genug Überraschungen bereitgehalten wie jene, dass die letzten gemeinsamen Vorfahren von Schmetterlingen und Florfliegen den heutigen Schmetterlingen oberflächlich ähnlicher sahen als den primitiver wirkenden Florfliegen.
Oregramma ist mit 200 Millionen Jahren 40 Millionen Jahre älter als die ältesten bekannten Schmetterlinge.

Soziale Ameisen und Termiten

Weiter geht die Liste interessanter Bernsteinfunde aus der Insektenwelt mit zwei Ameisen, die kämpfend im Bernstein verstorben gefunden wurden. Das ist interessant, da Kämpfe unter Ameisen heute nur von Arten bekannt sind, die in Staaten leben. Das ist ein starker Hinweis, dass Ameisen bereits vor 100 Millionen Jahren in irgendeiner Form in Staaten lebten.
Noch stärker sind die Hinweise aus dem selben Fundort in Burma für Termiten. Von einer neuen Termitenart, Gigantotermes rex, wurden ein klar spezialisierter Soldat gefunden, mit 2,5 cm Länge der größte Soldat aller bekannten Termitenarten. Von einer zweiten neuen Termitenart, Krishnatermes yoddha wurden gleich mehrere Formen gefunden: Flieger (künftige Monarchen), Arbeiter und Soldaten.

Soldat von Gigantotermes und die drei Formen von Krishnatermes (Schwärmer, Arbeiter, Soldat) - Bild: AMNH/D. Grimaldi

Soldat von Gigantotermes und die drei Formen von Krishnatermes (Schwärmer, Arbeiter, Soldat) – Bild: AMNH/D. Grimaldi

Keine Nussknackermenschen

Die kräftigen Zähne so mancher Urmenschenspezies ließen den Gedanken aufkommen, dass diese regelmäßig Nüsse knackten. Das klingt zunächst nicht so dumm, aber eine neue Untersuchung zeigt, dass es damit ein Problem gibt: Zwar können die Zähne ein solches Vorhaben bei Australopithecus sediba; einem der frühesten Menschenvorfahren, gut ab, aber sie renken sich dabei den Kiefer aus.

Plesiosaurier-Baby

Zurück in die Meere der Kreidezeit: Die langhalsigen Plesiosaurier, im Deutschen auch als Schwanenhalsssaurier bekannt (obwohl ihre Hälse nicht wie die der Schwäne gebogen werden konnten, aber das wusste man im 19. Jahrhundetr noch nicht), bargen lange Zeit ein Rätsel: Wie vermehrten sich diese großen Reptilien? Die Vermutung war, dass sie zur Eiablage ähnlich den heute noch lebenden Meeresschildkröten an die Küste kamen, aber mit der Zeit wurde Gruppe für Gruppe klarer, dass sie unter Wasser lebende Junge zur Welt brachten. Nach den Ichthyosauriern und Mosasauriern sidn es nun auch die Plesiosaurier, für nachgewiesen ist, dass die Mütter lebende Junge austrugen. Das gefundene Muttertier hatte ein einzelnes, relativ großes Jungtier im Körper. Das ist interessant, weil eine geringe Anzahl von Nachkommen auf eine enge soziale Struktur hindeutet, ein bei Reptilien sehr seltenes Verhalten.

Trompetennase

Komplexe Kanäle in den Atemgängen waren bisher nur von den zu den Dinosauriern gehörenden Hadrosauriern bekannt, in deren Kopfschmuck sich regelrechte Instrumente befanden. Mit Rusingoryx atopocranion ist nun erstmals ein Säugetier gefunden worden, das über ähnliche Gänge verfügte.
Die Gänge machten die Rufe dieser ungewöhnlichen Antilopenart deutlich tiefer, womit sie für viele Raubtiere, die oft eher hohe Töne hören, schwerer zu hören waren.

Trompetilope - Bild: Todd S. Marshall

Trompetilope – Bild: Todd S. Marshall


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