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Zweiwöchige Zehn 18.03.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche haben wir wieder zehn Einträge für zwei Wochen. Der Grund dafür ist einfach: Letzte Woche Dienstag hat sich mein Computer verabschiedet. Die Festplatte war defekt. Da ich ohnehin schon länger überlegt hatte, den Computer zu ersetzen (er ist noch aus Vista-Zeiten und zeigte bereits einige Altersschwächen), kam ich zu dem Schluss, dass eine Reparatur nicht mehr lohnt und so wartete ich eine Woche, um dann gleich ein Ersatzgerät zu beschaffen. In der Zwischenzeit hatte ich zwar mit dem Tablet Zugriff auf die wichtigsten Funktionen, aber schreiben ohne Tastatur ist sehr unangenehm und so ließ ich das Blog in dieser Zeit bis auf einen mir wichtigen Beitrag zum Wahlergebnis letzten Sonntag ruhen. Daher nun also erfreuliche Nachrichten für beide Wochen.

1. Ananasleder

Hier ist etwas, über das ich nie gedacht hätte, je zu schreiben: Piña-Colada-Taschen! - Bild: Ananas Anam

Hier ist etwas, über das ich nie gedacht hätte, je zu schreiben: Piña-Colada-Taschen! – Bild: Ananas Anam

Die Huffington Post verwirrte mich diese Woche mit einer Schlagzeile zu Ananasleder. Fast hätte ich es übergangen, denn Fruchtleder kenne ich aus einem anderen Kontext und dachte daher, es wäre ein Rezept dafür. Aber nein, Piñatex von Ananas Anam ist tatsächlich als Lederalternative aus Ananas gedacht.
Leder ist einer dieser eher problematischen Stoffe im Alltag: Einerseits bin ich der Meinung, dass nur ausreichend existenzielle Bedürfnisse das Töten eines Tiers rechtfertigen und Kleidung eher nicht in diese Kategorie gehört. Andererseits mangelt es an Alternativen und ist Kunstleder im Grunde genommen Plastik.
Ich hoffe sehr, Piñatex kann wenigstens einen Teil dieser Lücke schließen.

2. Glastikflasche

Glastikflasche, Twinbottle - denkt euch halt einen besseren Namen aus, wenn ihr könnt! - Bild: TwinBottle

Glastikflasche, Twinbottle – denkt euch halt einen besseren Namen aus, wenn ihr könnt! – Bild: TwinBottle

Einfaches Prinzip, aber effektiv: Mit einer zusätzlichen Kunststoffhülle sowie ein paar Korkelementen haben zwei sächsische Studenten eine wiederverwertbare Flasche erfunden, die durchsichtig ist, Runterfallen abkann wie eine Plastikflasche, aber bei der nur Glas mit dem Inhalt in Berührung kommt, welches darin garantiert keine Stoffe abgibt.

3. Plastikfresserchen

Sofern es sich bei diesem Plastik um PET handelt (was nahe liegt, da PET unter anderem für Getränkeflaschen verwendet wird), lässt es sich in Zukunft sogar biologisch abbauen. Naja, biologiebasiert. Japanische Forscher haben ein Bakterium gefunden, das Enzyme herstellt, mit denen sich dieser Kunststoff zersetzen lässt.
Wobei, was die meisten Artikel nicht erwähnen: Die Endprodukte sind wiederum fast ausschließlich als Ausgangsstoffe für die Plastikherstellung zu gebrauchen und sollten ebenfalls nicht in der freien Natur verteilt werden. Aber es ist ein Schritt in eine interessante Richtung und eine faszinierende Entdeckung.

4. Pilzstyropor

Ikea arbeitet an einer interessante Variante von Verpackungsmaterial. In Zukunft sollen Pilze in Form wachsen, wobei sie mit Ernteabfällen, von denen sie sich ernähren, ein festes Geflecht bilden. Die Technologie der amerikanischen Firma Ecovocative Design ist bereits gut erprobt, so weit ich weiss ist das aber die erste Anwendung in dieser Größenordnung.

5. Tomatenkraftwerk

Eine interessante Variante von Biomassekraftwerken haben amerikanische Forscher gefunden: In einer so genannten mikrobiellen Brennstoffzelle erzeugten sie Strom aus Tomaten. Die Idee ist es, normalerweise als Ausschuss weggeworfene Tomaten (faule, beschädigte, unansehnliche oder gerissene Früchte) in Regionen mit viel Tomatenanbau für die Stromerzeugung zu nutzen.
Wie viel Strom sich so letztlich erzeugen lässt, bleibt abzuwarten, denn die Forschung ist grade erst gestartet. Bis jetzt sind es 0,3 Watt aus 10 mg Tomatenabfällen, was gar kein schlechter Anfang ist.

6. Graphen-Polymer-Batterien

Aus Spanien kommt der neueste Fortschritt in der Batterie-Technologie: Graphen-Polymer-Akkus mit der dreifachen Energiedichte (=Speicherkraft) von Lithum-Ionen-Akkus. Die Technologie soll für elektrische Autos geeignet sein, weshalb ich davon ausgehen, dass es sich um Akkus handelt.
Abzuwarten bleibt vor allem die Lebenszeit dieser Batterien.

7. Nachhaltiger Transport über lange Strecken

Mit einer Kombi aus Bahn und Radkurieren bietet der Anbieter Imagine Cargo bundesweiten Paketversand mit minimalstmöglicher CO2-Belastung an. Der Dienst wird nach und nach ausgebaut, bis jetzt sind nur einige deutsche Großstädte als Ziel und Ursprung verfügbar.

8. Passivhaus günstig und schnell

Passivhäuser, also Häuser, die nicht mehr Energie verbrauchen, als sie erzeugen, gelten in der Regel als teuer und aufwändig. Nun, hier ist eines für unter 38.000 €, dessen grundgerüst in vier Tagen steht.

Pop-Up House: the affordable passive house from Popup House on Vimeo.

9. Hügelkeller

Warnung: Nicht als Bombenbunker geeignet. Nur vielleicht als Tomatenkraftwerk - Bild: Weltevree

Warnung: Nicht als Bombenbunker geeignet. Nur vielleicht als Tomatenkraftwerk – Bild: Weltevree

Schon letztes Mal hatte ich einen externen Vorratskeller für isolitere Häuser vorgestellt. Hier ist nun ein weiteres Modell, für Leute mit etwas mehr Platz auf dem Grundstück: Der Groundfridge aus den Niederlanden verschwindet im Garten unter einem Hügel. Und obendrauf kann man dann ja Erdbeeren pflanzen oder so — kein cm2 verschwendet!

10. Kurdistan

Eine Region im Norden Syriens wurde von der PYD eine kurdische Autonomieregion ausgerufen. Das schmeckt den syrischen und türkischen Regierungen natürlich nicht, aber was diese beiden Verbrecherregimes so für richtig und falsch halten, interessiert mich vergleichsweise wenig.
Letztlich dürfte eine kurdische Eigenverwaltung ein für Frieden in der Region notwendiger Schritt sein. In Nordsyrien wird dabei im Grunde nur der de facto bereits bestehende Status festgesetzt.