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Ich spiel Lienenkämper

Okay, ich fand das Interview in der WAZ jetzt nicht so dolle. Und bevor wieder wer meckert, dass ich mecker, beantworte ich die Fragen an den neuen NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper einfach so, als wäre ich statt ihm im Interview gewesen:

Herr Verkehrsminister, regen Sie sich über versteckte Radarfallen auf gut ausgebauten Stadtstraßen auf?
Nur, wenn ich grade geblitzt werde

Haben Sie heute schon im Stau gestanden?
Nein, meine Bahn steht relativ selten im Stau.

Autofahrer im Ruhrgebiet stehen permanent im Stau. Was tun Sie dagegen?
Wichtig ist es, die Leute zu motivieren, das Auto einfach mal stehen zu lassen. Dazu muss man ihnen natürlich andere Möglichkeiten bieten, etwa im ÖPNV oder durch verbesserte Infrastruktur für Rad und Fußgänger. Dazu kommt natürlich das übliche: Baustellen schneller erledigen, Engpässe beseitigen und moderne Kommunikationstechnik zur Lenkung einsetzen. Das aber kann nur einen kosmetischen Effekt haben – die Lösung des Problems besteht darin, das Auto weitgehend überflüssig zu machen.

Das angeblich modernste Verkehrsleitsystem der Welt, der Ruhrpilot, ist ein Flop.
Airport Express, Düsseldorfer Straßenbahnen und jetzt der Ruhrpilot – vielleicht sollten wir einfach aufhören, Aufträge an Siemens zu vergeben.

Studien prognostizieren eine deutliche Zunahme des Lkw-Verkehrs, also noch mehr Staus.
Stimmt. Wir brauchen Konzepte, um die Waren entweder auf die Schiene zu bringen oder den Warentransport auf weniger LKW zu konzentrieren.

Pendler im Ruhrgebiet hoffen auf den Rhein-Ruhr-Express, die schnelle Regionalbahnverbindung zwischen Dortmund und Düsseldorf. Können Sie garantieren, dass der RRX auch kommt?
Ich kann garantieren, darauf hinzuarbeiten. Die letzte Entscheidung liegt bei der Bahn.

2015, 2018, 2020 oder wann?
Am liebsten morgen. Es liegt bei der Bahn, wann der Start der Linie möglich ist.

Die EU plant auf der Schiene Gütern den Vorrang vor dem Personenverkehr zu geben. Für das Ruhrgebiet wäre das eine Katastrophe. Was unternehmen Sie dagegen?
Auch wenn es „dem Ruhrgebiet“ nicht gefällt, das ist der richtige Weg zur Entlastung der Autobahnen. Mittelfristig muss man auf allen Strecken, auf denen dies möglich ist, zusehen, dass Güter- und Personenverkehr auf getrennten Gleistrassen laufen, um sich nicht gegenseitig im Weg zu stehen. Vor allem ist es wichtig, reinen Durchgangsverkehr um die Städte heurmzuleiten, um die städtische Infrastruktur nicht unnötig zu belasten.

Sie sind auch Bauminister. Nach Gutachten könnten ganze Dörfer und Stadtteile demnächst bald leer gezogen sein, wenn die Politik nicht handelt.
Das ist Sache der Kommunen. Wenn die Leute in den betreffenden Dörfern und Stadtteilen nicht mehr wohnen wollen sehe ich aber keinen Grund, sie zu erhalten.
So oder so nimmt die deutsche Bevölkerung ab. Dadurch sinkt auch der Bedarf an Wohnraum und dadurch wiederum schrumpfen die Städte – was soll daran schlimm sein? Man muss nur Mtehoden findne, damit umzugehen.