Die ganze Serie
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Ingwer-Pflanze an einer Mauer

Fürs Foto darf er auch mal raus

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Und nun zum eigentlichen Artikel.

Nicht alle tropischen Gewürze lassen sich einfach im Haus anbauen. Vanille zum Beispiel ist eine mehrere Meter hohe kletternde Orchidee mit intensivem Duft. Einige andere dagegen sind extrem einfach. Und um eine solch einfache Gewürzpflanze der Tropen geht es heute.
Ingwer ist eine sich weltweit immer größerer Beliebtheit erfreuende Pflanze aus Asien, die vor allem für ihr scharfes Rhyzom bekannt ist, das geraspelt verarbeitet wird. Die Zahl der verfügbaren Rezepte ist groß und vielfältig, aber auch als Heilmittel (magenberuhigend und von Innen infektionshemmend) ist er beliebt. Und Ingwer ist eine sehr pflegeleichte Zimmerpflanze.

Anzucht und Pflege

Ingwer zählt zu jenen Pflanzen, die man nicht teuer im Gartengeschäft erwerben muss. Im Gegenzug erfordert er allerdings etwas Geduld. Wir brauchen:

  • 1 Ingwerknolle, unbeschädigt und nicht verschrumpelt
  • Lockere Blumenerde
  • 1 großen Blumentopf

Das Prinzip ist sehr einfach: Knolle vom Gemüsehändler mit den Triebspitzen nach oben in die Erde, gut bedecken, regelmäßig gießen (etwa alle 2-3 Tage ist für Ingwer gut, zuviel Wasser dagegen behagt ihr gar nicht) und nach etwa einem Monat kommen die ersten Triebe, die einen bis anderthalb Meter hoch werden. Die Pflanze oben im Bild wurde im April gepflanzt und hat am ersten Augustwochenende mit dem älteren Trieb eine Höhe von 1,10 Metern erreicht. Wenn man das Rhyzom vor dem Einpflanzen über Nacht in Wasser legt, soll es in der Hälfte der Zeit gehen, das habe ich aber nicht ausprobiert.
Die Pflanze kommt gut an einem hellen Standort, der nicht im direkten Sonnenlicht ist. Als tropische Pflanze braucht Ingwer einen Standort im Haus, draussen benötigt er dauerhaft Temperaturen über 20°C. Die Erde sollte locker sein, bei mir ist es Kokoserde (ein Abfallprodukt aus dem Kokosnussanbau).
Eigentlich sind wir jetzt im August reichlich spät für Ingwer, da er im November in die Winterruhe geht, aber genug Zeit, damit die Wurzel wenigstens ein bisschen wächst, bevor das passiert, sollte noch sein. Ansonsten: Beitrag für März/April vormerken.

Ernte

Wenn die Pflanze im September-November in Winterruhe geht, welken die Blätter und die Pflanze zieht sich in die Wurzel zurück. Jetzt das Gießen stark zurückstellen. Im November kann dann geerntet werden, wozu man die ganze Pflanze aus der Erde zieht und dann Triebe udn Wurzeln vom Rhyzom entfernt. Das Rhyzom kann jetzt in große Stücke getrennt werden, die entweder als Gewürz Verwendung finden (für lange Haltbarkeit in Scheiben geschnitten trocknen) oder bis zum nächsten März in einem dunklen und kühlen (aber frostsicheren) Raum aufbewahrt werden, um dann eine neue Ingwerpflanze und damit neue Ingwerwurzeln zu erhalten.
Wem eine Pflanze zu wenig Ingwer bringt, der kann aus dem Rhyzom jetzt auch weitere Pflanzen erhalten. Dazu braucht es ein nicht zu kleines Stück Ingwerwurzel mit einer Triebspitze. Die Pflanze blüht zwar auch, aber die von tropischen Vögeln bestäubten Ingwerblüten werden bei uns nicht befruchtet, auf Samen braucht man also nicht spekulieren. Allerdings sind die nur wenige Tage stehenden Blüten sehr schön und anders als bei anderen Gewürzpflanzen, wie etwa Minze, kann man die Blüte ruhig gewähren lassen, sie mindert nicht das Aroma.
Wir werden unsere Ingwerwurzel, ob nun eine gekaufte oder sogar schon eine eigens angebaute, in dieser Serie übrigens noch ein-zweimal als Zutat sehen.

Müllvermeidung

Klare Sache: Das ganze Projekt erzeugt praktisch gar keinen Abfall, vielleicht noch eine Tüte, wenn man den Ingwer unnötigerweise eingepackt bekommen haben sollte. Hinzu kommt die etwaige Verpackung der Erde.
Theoretisch kann man mit dem eigenen Ingwer den Abfall sogar noch stärker reduzieren als wenn man unverpackten Ingwer vom Bioladen kauft. Wie? Nun, auch die Blätter des Ingwer sind essbar und würzig, sie können in Streifen geschnitten in Suppen oder Salaten verwendet werden.

Nächste Woche

Was nächste Woce kommt, mache ich ein wetterabhängig, ich hab da zwei Optionen. Sonnig und warm gibt es eine Erfrischung, bei Regenwetter wird gehandwerkt.


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