Die ganze Serie
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Es war ein wenig länger als geplant, aber jetzt ist alles wieder normal. Um das zu halten, habe ich die Serie vom bei mir oft gefüllten Montag auf Dienstag verschoben, nicht wundern.
Was sich nicht verschoben hat, ist der Inhalt: Nach der Limonade in Teil 3 kommt nun wie versprochen die Limonade zum Mitnehmen, sprich das Brausepulver.

Von links nach rechts: Orange, Zitrone und Vanille. Im Glas prickelt ebenfalls Orange

Von links nach rechts: Orange, Zitrone und Vanille. Im Glas prickelt ebenfalls Orange

Das Grundprinzip hat sich seit der flüssig hergestellten Limonade nicht verändert: Imme rnoch kommt das Sprudeln von einer Reaktion zwischen Natron und einer Säure. Aber während die flüssige Variante mit der natürlichen Säure in Saft und Essig reagierte, müssen wir das hier anders bewerkstelligen, denn diesmal soll unsere Mischung haltbar und leicht zu transportieren sein. Das geht mit einer relativ schweren Flasche Saft nicht wirklich gut. Aber wir haben eine andere Option.
Bergsteigern verdanken wir eine Survival-Erfindung namens Aqua mirabilis, das Wunderwasser. Es war ein in kleinen Säckeln mitgeführtes Pulver, mit dem man aus jedem gefundenen Wasser ein schnelle Erfrischung herstellen konnte. Es sterilisierte das Wasser zwar nicht, aber immerhin tötete die Natron-Säure-Reaktion doch genug Keime, um das Risiko einer Krankheitsübertragung stark zu vermindern.
Darum müssen wir uns heutzutage nur noch wenig Sorgen machen. Wir haben Leitungswasser guter Qualität in nahezu jedem Haus. Was bleibt, ist eine leicht zu lagernde und zu transportierende Limonadengrundlage. Und natürlich ihr direkter Nachkomme, das Brausepulver mit Geschmack.

Aqua mirabilis

Und hier die schön formatierte Version zum Teilen in den Bild-Netzwerken

Und hier die schön formatierte Version zum Teilen in den Bild-Netzwerken

Die Mischung von Aqua mirabilis ist denkbar einfach. Um genug Pulver für ein Glas herzustellen, mischt man einfach die folgenden Zutaten:

  • ½ TL Zitronensäure
  • ¼ TL Natron
  • ½ TL leicht löslicher Zucker (Puder- oder Traubenzucker)

Das war es schon. Das ganze gibt man dann in ein Glas mit Wasser, lässt es sich auflösen und fertig ist die traditionelle Bergsteigererfrischung.

Platz für Experimente

Wer nun verschiedene Geschmacksrichtungen erhalten möchte, gibt statt dem Zucker einfach eine entsprechende Mischung dazu. Wichtig ist, dass sie trocken ist, damit Natron und Säure nicht zu reagieren beginnen, bevor sie ins Wasser kommen.
Ich habe für das Bild jeweils eine Halbhalb-Mischung aus getrocknet gemahlener Orangenschale und Traubenzucker, eine solche aus Zitronenschale und Traubenzucker sowie Vanillezucker benutzt, im Glas sprudelt die Orangenvariante. Der Geschmack der beiden Fruchtvarianten ist bis auf die spürbaren Stückchen im Getränk identisch mit der im Titel des Beitrags angedeuteten Markenbrause. Die Vanillebrause lässt sich schlecht vergleichen, denn Vanillebrause habe ich noch nie irgendwo fertig gesehen — sie riecht besser, als sie schmeckt, schmeckt aber auch nicht schlecht.
Das deutet schon an: Macht man die Brause selbst, kann man alles ausprobieren. Warum zum Beispiel nicht Lavendel-Brause? Gefriergetrocknete Erdbeeren zermahlen dazugeben? Oder wie wäre es nächstes Jahr mit etwas Pulver von getrockneten Wurzelstücken des Ingwers aus dem zweiten Teil der Reihe? Gar Knoblauchpul… okay, es gibt doch einen Schritt zuviel. Oder doch nicht? Es sind eure Geschmacksnerven!
Manche Rezepte aus dem Netz nutzen übrigens Wackelpuddingpulver für den Geschmack. Mit seinen Portionstütchen nicht die beste Variante für die Abfallvermeidung, aber halt auch möglich, zum Beispiel als einfache Bezugsquelle für Waldmeistergeschmack.

Müllvermeidung

Das kommt natürlich sehr auf die Quellen der Rohstoffe an. Kauft man diese in Großgebinden, vermeidet man die ganzen Tütchen, welche bei der portionsweise abgepackten Fertigbrause anfallen. Als Bonus hat man die Möglichkeit, nach Herzenslust zu experimentieren und meidet einige zwiefelhafte Inhaltsstoffe des Originals wie Acesulfam-K und Saccharin.

Nächste Woche

Es ist herbstlichster Herbst und damit kommen wir zu den Dingen, die nur im Herbst gehen. Ich empfehle, sich draussen schon mal mit Kastanien und Nüssen einzudecken. Nächste Woche verarbeiten wir dann die Kastanien zu Shampoo und Waschmittel.