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Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Seitdem Youtube sich endlich mit der GEMA (Gemeingefährliche Einschränker Musikalischer Aufführungsmöglichkeiten) geeinigt hat, tauchen diverse Songs wieder als in Deutschland verfügbar auf, darunter auch viele Titel hiesiger Interpretn, die dank der Streitereien über Jahre wenig von ihrem Marketingkanal hatten. Aus dem endlosen Katalog nehme ich mal einen Titel, dessen Verschwinden mich damals geärgert hat: Move in the Right Direction von Gossip.

Auflockerung der Woche

Das berühmt-berüchtigte Tanzverbot muss zumindest in Bayern etwas aufgelockert werden. Verschwinden wird es zwar nicht, da es als grundsätzlich verfassungskonform gilt, aber immerhin: „Der Schutz darf der Entscheidung nach allerdings nicht unverhältnismäßig sein. Und für unverhältnismäßig halten die Richter die Befreiungsfestigkeit, mit der Veranstaltungen am Karfreitag ausnahmslos verboten waren[…]“
Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es einen faden Beigeschmack hat, dass dem Staat der Eingriff in die negative Religionsfreiheit nicht nur erlaubt, sondern gar als Auftrag bestätigt wird.

Fundstück der Woche

"Sie befinden sich hier" - Illustration: Allen Institute for Brain Science

„Sie befinden sich hier“ – Illustration: Allen Institute for Brain Science

Es gibt Entdeckungen, die haben eine zugleich faszinierende wie absolut unheimliche Wirkung. Was, wenn wir den Sitz des Bewusstseins im Gehirn lokalisiert hätten? Cool, oder?
Was, wenn wir dies dadurch getan hätten, dass wir ein Neuron gefunden haben, mit dessen Deaktivierung sich das Bewusstsein kurzerhand komplett ausschalten lässt? Schon etwas unheimlich, nicht wahr?
Nun, genau so hat man sich die Entdeckungsgeschichte eines Verbandes dreier gewaltiger Neuronen vorzustellen, dessen Verbindungen das gesamte menschliche Gehirn umfassen. Oh, und übrigens wurde er in Mäusegehirnen gefunden, was jetzt für jeden ein kleiner Schock sein dürfte, der immer noch glaubte, Bewusstsein wäre eine rein menschliches Phänomen. Und die ethischen Implikationen sind erheblich.

Urtier der Woche

Wie wäre es statt dessen mit Hinweisen auf die erste Lebensform der Erdgeschichte? Im Norden Kanadas haben Forscher Spuren gefunden, die Fossilien 3,7 Milliarden Jahre alter Einzeller sein könnten. Sie wären damit nicht nur älter als alle je zuvor gefundenen Spuren von Leben, sondern auch älter als der aus genetischen Vergleichen errechnete Zeitpunkt, zu dem der letzte gemeinsame Vorfahr allen Lebens auf der Erde gelebt haben soll. Das würde bedeuten, dass vor der Aufspaltung des Lebens in die Urzeller, Bakterien und Eukaryoten bereits mindestens 200 Millionen Jahre Leben auf der Erde existiert hat — was die nächste Frage mit sich bringt, ob alles, was vorher lebte ausgestorben ist oder vielleicht bis dahin nur eine einzige Art über einen unvorstellbar langen Zeitraum existietr hat. Viele primitive Einzeller tauschen regelmäßig Gene aus, das könnte über lange Zeit das Auftauchen unterschiedlicher Lebewesen ausgebremst haben.
Der Telegraph weist unterdessen darauf hin, dass nach aktuellem Stand der Forschung zu dieser Zeit auch der Mars noch bewohnbar gewesen ist, dort also Leben entstanden sein kann. Bisher war unklar, ob es auf unserem Nachbarplaneten genug Zeit hatte um zu entstehen, bevor die frühe Atmosphäre und Ozeane des Mars in den Weltraum verschwanden. Und da es bis heute unter der Oberfläche dieses Planeten Vorräte flüssigen Wassers zu geben scheint, erhöht sich damit erheblich die Wahrscheinlichkeit, dass wir dort einst Leben finden.

Chinaprodukt der Woche

Oha, schon über ein Jahr seit dem letzten Auftritt von „kompatiblen Bausteinen“? Das geht natürlich nicht, da muss China mal eben aushelfen.
Und in der Tat ist China mit seinen Versandhäusern absurdester Produkte eine wahre Fundgrube nicht nur von Lego-kompatiblen Bausystemen, sondern sogar von gefälschtem Lego in teilweise absurdesten neuen Zusammensetzungen. Ninjago ist ein beliebtes Lego-Thema bei den Fälschern und hier präsentiere ich eine der absurderen Kombinationen von Lego-Teilen im Verkauf Die Ninjas von Ninjago auf ihren heldenhaften Kampf… Fahrrädern in passender Farbe zu jedem Charakter. Einschließlich Pink für den weiblichen Ninja, versteht sich. Mit elementaren Schwert-Lanzen-Dingern.
Nehmt das, Schurken!

Das wahre Ninja-Transportmittel! Flugzeuge? Panzer? Dinosaurier? Drachen? Ach was, Fahrräder!

Das wahre Ninja-Transportmittel! Flugzeuge? Panzer? Dinosaurier? Drachen? Ach was, Fahrräder! – Bild: Ali Express

eBook der Woche

Entfernen wir uns eliterarisch (kennt jemand ein gutes Adjektiv zu „Buch“?) mal vom großen Tropenfluss und wenden uns dem Shop-Hostingdienst Gumroad zu. Dort gibt es ein hübsches Magazin mit Dino-Kunst (Paleoart) zum beliebigen Preis zu erwerben. Stomping Grounds enthält unter anderem Bilder verdienter Filmanimatoren, die entsprechend voll von Persönlichkeit sind und mit ihrer Leichtigkeit deutlich aus der üblichen Darstellung ausgestorbener Tiere deutlich. Preis nach Belieben, einschließlich gratis (oder auch gratis und nach Anschauen nochmal mit Preis als Dank, wie man will)

Name your price, get dinosaurs

Name your price, get dinosaurs – Illustration: Gumroad

Klamotte der Woche

Hachja, Gürtel. Ein überaus nützliches Kleidungsstück, das aber irgendwann ausleiert, weil die Löcher halt mit der Zeit zu Schlitzen werden, was ja nun sehr schade drum ist. Also ist nun bei IndieGogo der Venture Belt aufgetaucht, ohne Löcher mit einer einfachen Einklinkschnalle. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass es sowas noch nicht gab. Was mal wieder beweist: Man braucht keine High Tech, um etwas neues zu erfinden. Manchmal kann das Neue sehr einfach sein.

Beltporn? Beltporn! - Illusration: IndieGoGo/Venturi

Beltporn? Beltporn! – Illusration: IndieGoGo/Venturi