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Es gibt derzeit diesen seltsamen Mythos, die Grünen hätten sich erledigt. Ihr Ziele seien erreicht, es gäbe nichts mehr für sie zu tun. Das ist absurd. Natürlich haben die Grünen einiges erreicht, aber sie, wir, sind weit davon entfernt, zu erreichen, wofür wir einst als neue Kraft angetreten sind.
Ja, wir haben unsere Probleme. Beispielsweise konnte ich im internen Netz schlichtweg keines unserer Plakate als einfache Bilddatei zum Einbinden auf einer Webseite finden und muss daher nun die 11 Ziele nehmen. Und ja es gibt auch politische Probleme. Ich komme da weiter unten noch zu. Aber vor allem: Unsere Mission ist noch nicht am Ende. Umes ganz klar zu sagen: Die Welt ist am Arsch und niemanden ausser uns scheint das zu interessieren.

Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Die Welt retten

Ja, richtig gelesen, die Welt ist am Arsch. Und die Volksparteien geht das passenderweise an selbigem vorbei. Wenn sie die Probleme nicht ausdrücklich per Dekret für nichtexistent erklären, wie das die marktradikalen Parteien FDP und AfD beim Klimawandel tun.
Der Klimawandel läuft, ob es den Lobbyisten der fossilen Energien gefällt oder nicht und er ist ein echtes Problem. Selbst jene, die es besser wissen müssten, sehen ihn als abstraktes Phänomen, welches den gegenwärtigen Profiten gefälligst nicht im Weg zu stehen hat. Eine Suppe, die spätere Generationen gefälligst auszulöffeln haben. Dabei beginnen wir bereits die Folgen zu sehen. Jahrelange Dürren treiben Länder in den Bürgerkrieg. Neue Krankheitserreger breiten sich in exotischen Ländern wie Hawaii oder — mancher wird schon dort gewesen sein — Deutschland aus.

Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Kann man den Grünen vorwerfen, nicht genug zu tun? Vielleicht. Aber zum einen sind sie die einzigen, die überhaupt etwas dagegen tun, zum anderen tun sie dies im ständigen Kampf mit jenen Kräften, die in ihrer Kurzsichtigkeit lieber den Planeten vor die Hunde gehen lassen als auch nur einen Euro weniger Profit zu machen. Gegen jene, die meinen, es brächte ja eh nichts, dann könnten wir auch gleich mit Öl ins Feuer gießen.
Und das selbe Problem sehen wir auch anderswo. Deutschland versagt grade massiv dabei, an den wichtigen Zukunftstechnologien teilzuhaben. Erneuerbare Energien? In die Pleite getrieben! Elektromobilität? Nach Lippenbekenntnissen ignoriert! Und wo andere uns ablösen wollen, fangen sie Stimmen mit Rückschritt — ich meine, Jagderlaubnis auf Katzen, wirklich? Unterdessen will die SPD nicht mal die moderate Forderung mitmachen, wenigstens die 10 schlimmsten Dreckschleudern im Rheinischen Braunkohlenrevier abzuschalten.

Lippenbekentnisse und Gier

Überhaupt, die Altetablierten und ihre Blendgranaten. „Seht, wir tun was“, wird da gerne gerufen und dann tropft es vor laufender Kamera auf den heissen Stein mit einem Schnitt in dem Sekundenbruchteil, bevor der Tropfen zischend als Dampfwölkchen verpufft. Da lässt sich dann die Bundesregierung für lächerliche 25 Millionen € für Radschnellwege feiern, ein Betrag, mit dem man auf Höhe Düsseldorfs noch nicht mal die Hälfte der Strecke vom Rhein an die deutsche Westgrenze schafft. Merkel lässt sich als Klimakanzlerin feiern, während ihre Regierung die Solarindustrie zu Grund richtet und mit dem Dieselskandal eine zunehmend veraltende deutsche Autoindustrie deckt, statt ihr endlich mal in den faulen Arsch zu treten, damit sie als einstige Erfinderin des Automobils nun den Anschluss nicht verliert.
Die Presse gefällt sich unterdessen darin, möglichst plakative Halbwahrheiten zu verbreiten, die sich besser verkaufen als die Fakten. So wie beim Veggie-Day. Oder zuletzt auch bei der Frage nach einer deutlichen Vereinfachung der Steuerformulare, die ganz nebenbei auch der Gleichberechtigung dienen würde.

Das Problem mit den Opportunisten

Natürlich haben die Grünen auch interne Probleme. Wenn ein Winfried Kretschmann beispielsweise aus seinem Kalkül als Ministerpräsident die großen Autobauer in Stuttgart deckt, ist die Zeit gekommen, Willy Brandt rauszukramen und einfach die Sozialdemokraten durch die Grünen zu ersetzen:brandt-sozenJede ausreichend große Partei hat das Problem, dass einzelne Gruppen dazu übergehen, lieber im Dienste guter Wahlergebnisse Opportunismus zu betreiben statt für ihre Sache einzutreten.
Aber das sind Einzelpersonen. Wir können es uns nicht leisten, ihren Verfehlungen zu viel Aufmerksamkeit zu schenken und darüber aus den Augen zu verlieren, dass es um so viel mehr geht, als die Dummheiten von ein paar Opportunisten, die es geschafft haben, auf dem grünen Ticket mitzufahren.

Wie es ist

Wir stehen vor großen Herausforderungen. Und die Grünen sind die einzigen in der Politik, die sowohl willens als auch in der Lage sind, sich ihnen zu stellen. Sie sind nicht perfekt, sie sind nicht allmächtig, aber sie sind das Beste, was wir haben.