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Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Diese Woche mit ein paar zusätzlichen Einträgen aus der Vorwoche, da ich die übersprungen habe. Der heute endende Wahlkampf kann ziemlich viel Zeit kosten, da fallen andere Dinge manchmal runter. Ein Blog zum Beispiel. Aus dem selben Grund geht dieser Beitrag auch online, während ich nicht zu Hause bin. Also nicht wundern, wenn die Verweise in den sozialen Netzwerken erst einen Tag später kommen.

Musik der Woche

Es interessiert mich nicht, ob der sülzige Portugiese letzte Nacht des ESC gewonnen hat, das hier ist mein Gewinner der Herzen. Beim Publikumsvoting fett abgeräumt, bei der Kritik rasselnd durchgefallen: Hip Yod, wie ich es jetzt nenne, ist ebenso großartig wie bescheuert.
Ich weiss, der Portugiese mit der Gargamel-Gestik hat eine Menge Herz in sein Lied gesteckt (coração kam gefühlte 100 mal darin vor), aber er hat halt nicht gejodelt. Und deswegen sind hier jetzt Ilinca und Alex Florea statt des ursprünglich angedachten Everybody Wants to be a Cat aus Aristocats, das mir bis dahin die ganze Woche im Ohr hing.
Das ist einfach mal was anderes und es macht Spass.

Übersetzungsarbeit der Woche

"Bis dann und danke für all den Fisch!" - Bild: Pexels

„Bis dann und danke für all den Fisch!“ – Bild: Pexels

Das neue schwedische KI-Unternehmen Gavagai hat Pläne angekündigt, bis 2021 mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) delfinisch zu übersetzen.
Die Idee, dass die Kommunikation von Delfinen sich übersetzen lässt ist nicht neu und wird dadurch verkompliziert, dass Delfine nicht ausschließlich mit Lauten kommunizieren, aber es ist dennoch ein interessantes Projekt. Delfinsprache(n) dürften allerdings deutlich einfacher zu übersetzen sein als menschliche Sprachen. Menschen sprechen einfach über ganz andere Dinge als Delfine es vermutlich tun. Deshalb ist diese Arbeit als Vorläufer der Übersetzung menschlicher Sprachen durchaus interessant. Übersetzung bei Menschen ist ja schon bei Texten mehr als unperfekt (Video hinter dem Link).

Inhaftierung der Woche

ki-autofalleHier ist das komplette Video. Mehr muss ich dazu eigentlich gar nicht mehr sagen.

Reform der Woche

Saudi-Arabien hat überraschend seine Gesetze gegen Frauen gelockert. Konkret dürfen Frauen dort künftig:

– künftig arbeiten, ohne vorher Männer zu fragen.
– Krankenhäuser und Universitäten besuchen, ohne eine Erlaubnis einzuholen.
– staatliche Angebote wie Sozialleistungen nutzen – auch ohne Vormundschaft.

Als nächstes wird ihnen noch erlaubt, Auto zu fahren. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten.
Ja, es ist alles absurd und Länder wie Saudi-Arabien sind in einer vorsintflutlichen Welt gefangen. Doch die Entwicklung zeigt, dass es nicht mehr möglich ist, in der heutigen Welt noch als Hort der Ungerechtigkeit dazustehen. Es sei denn, man macht es wie Nordkorea und schottet sich komplett von allen äusseren Einflüssen ab. Und selbst das wird nicht ewig halten.

Fahrrad der Woche

Schräg! - Bild: ebay

Schräg! – Bild: ebay

Ich glabe, das ist eine Art von Drift-Trike. Da ich nichts von Drift-Trikes verstehe, bin ich da aber nicht sicher. Auf jeden Fall ist es mit diesen riesigen Hinterrädern ein recht kurioses Kettenfahrzeug und im übrigen noch etwa eine Woche lang bei eBay zu ersteigern. Wenn es also jemand haben möchte: Viel Erfolg!

Richterspruch der Woche

Ein kleines bisschen weniger Vernichtung -  Bild: Flickr/350.org

Ein kleines bisschen weniger Vernichtung –
Bild: Flickr/350.org


Die Besetzung von Teilen des Tagebaus Garzweiler II 2015 im Rahmen von Ende Gelände war legal. Der Vorwurf des Hausfriedensbruches sei nicht haltbar, da das Gelände nicht ausreichend abgegrenzt gewesen sei.
Das ist ein guter Sieg für die Widerstandsbewegung gegen die Zerstörungen von RWE im Namen des Profits.

Depri-Aufnahme der Woche

Wrack eines Traums - Bild: Claus Hecking/Spiegel Online

Wrack eines Traums – Bild: Claus Hecking/Spiegel Online

Zugleich eine absolute Leseempfehlung ist Claus Heckings mit vielen ausgezeichneten Fotos versehener Artikel auf Spiegel Online über das Schicksal der Transrapid-Teststrecke im Emsland. Einst ein Vorzeigeprojekt deutscher Ingenieurskunst, zeigt es auch, mit welchen Widerständen große Erfindungen immer wieder zu tun haben und wie schwer es ist, sie umzusetzen. Das ist weder etwas neues, noch etwas, was man nur in der Vergangenheit findet. Die Bilder und der Bericht sind dafür aber so wundervoll stellvertretend.
Immerhin steht es nicht um alle Transrapids so schlimm. Drei sind in Shanghai im Einsatz, die meisten der anderen stehen als Andenken vor Museen und Firmen, darunter auch die andere Hälfte des im Bild zu sehenden TR-06.

Frage der Woche

Es gibt Fragen im Leben, die muss man sich einfach stellen. „Warum eigentlich kämpfen Ritter in den Schmuckbildern mittelalterlicher Buchabschriften ständig mit Killerschnecken?“ hat bisher nicht dazu gehört. Nun erkenne ich inzwischen dank des untigen Videos, welch großer Fehler das war. Warum das Video die Lombarden des siebten Jahrhunderts und die Lombarden genannten italienischen Kaufleute am Niederrhein des 13. Jahrhunderts zusammenwirft, weiss ich allerdings auch nicht. Zwischen den beiden Gruppen liegt fast ein Jahrtausend. Ein Jahrtausend in Unterdrückung durch die großen Schneckentyrannen der Lombardei, von späteren Generationen voll Scham aus den Chroniken getilgt.
Wenige Leute wissen das, aber die Ballade von Hans Olos Widerstand und seiner tapferen Schneckentöterin Leja ist bis heute eine der einflussreichsten Überlieferungen aus dieser Zeit.

Überflieger der Woche

Das ist so ziemlich das seltsamste Flugzeug, das ich seit einiger Zeit gesehen habe. Und ich sehe einiges an seltsamen Flugzeugen. Seltsam anmutende Gefährte sind so eine Art Hobby von mir. Das überrascht wahrscheinlich niemanden, der dieses Blog etwas länger verfolgt.
Der Lilium Jet ist ein voll elektrisches Flugzeug mit Senkrechtstart-Fähigkeit. Eine interessante Variante des fliegenden Autos, schon allein, weil es mit Strom betrieben wird und daher nicht wie alle anderen mir bekannten Konzepte auf fossile Energien angewiesen ist.
Das einzige Problem dürfte die Form sein: Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Fahrzeug bei einem Ausfall noch gleitet. Es sieht aus, als würde es ohne Motor fallen wie ein Stein. Dafür ist immerhin ein Fallschirm drin.
Ich denke inzwischen, es ist nahezu unvermeidlich, dass wir bis 2020 in einigen Städten fliegende Taxidienste sehen, wahrscheinlich in China oder den Ölmetropolen Arabiens. Dubai hat entsprechende Pläne ja schon Anfang des Jahres vorgestellt.


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