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Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Das ist allem Anschein nach das Tihange-Thema. Ich habe keine Ahnung, warum es das Tihange-Thema ist, aber das ist nun so.
Immerhin ist klar, warum das Video ein Video zu einem Tihange-Thema ist, denn das Video sagt einiges über das 1975 in betrieb gegangene und nun dramatisch vor sich hin bröckelnde französische Atomkraftwerk in Belgien unweit von Aachen.

Eröffnung der Woche

Halle der Überflieger - Bild: Rollbrett-Union e.V./Facebook

Halle der Überflieger – Bild: Rollbrett-Union e.V./Facebook

Es ist inzwischen über ein Jahr her, dass ich mich (mal wieder) mit der sterbenden Innenstadt von Rheydt beschäftigt habe. Damals wurde von Zeitungen und lokaler GroKo ein Boom herbeigeredet, der nie statt fand. Mein Schluss damals war klar:

Wollen wir unsere Innenstädte und damit die Siedlungsstrukturen der Großstädte, wie wir sie kennen, erhalten, müssen wir weg von der gegenwärtigen Stadtplanung, die Innenstädte als Orte des überbordenden Kommerzes definiert, plant und fördert. Wir müssen zu einem Verständnis von Innenstädten, das nicht mehr fragt, was es dort zu kaufen gibt, sondern vielmehr, was es dort vorzufinden, zu erleben, gibt. Warum man dort hingehen sollte.

Nun hat letzten Sonntag im ehemaligen Kik auf der Hauptstraße in Rheydt eine Skateboardhalle der Rollbrett-Union aufgemacht. Das ist genau die Art von Einrichtung, an die ich gedacht habe. Das ist genau die Entwicklung, an die ich gedacht habe. Weg mit dem nicht länger konkurrenzfähigen Handel, her mit der Belebung der Innenstädte durch Einrichtungen neuer Art. Durch soziale Netzwerkpunkte, Sport, Kultur und Leben. Wirtschaft wird nicht völlig verschwinden, aber sie wird in Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen gegenüber dem Leben in den Innenstädten.
Und bevor sich unser Baudezernent und die GroKo sich auch das wieder an die Brust heften und so tun, als wäre es ihres: Das ist die Frucht jahrelanger Arbeit der Skater in der Stadt.
Vorerst besteht der Rollmarkt bis Jahresende, aber ich hoffe sehr, dass er weit darüber hinaus besteht und einen festen Platz in Rheydt findet.

Abschaffung der Woche

Endlich, endlich, endlich, ist der Straftatsbestand der Verunglimpfung ausländischer Würdenträger (alias „Majestätsbeleidigung“) aus dem deutschen Recht gestrichen.
Was jetzt als nächstes folgen muss, ist natürlich der „Gotteslästerungsparagraph“. Dessen Gegenstück hat diese Woche Dänemark abgeschafft. In Deutschland funktioniert der gar so, dass bei religiös begründeter Gewalt die Opfer belangt werden können, weil sie provoziert hätten. Er kommt hierzulande glücklicherweise selten, aber eben doch so alle ein-zwei Jahre, zur Anwendung.

Gespräch der Woche

Geckos muss ich wohl kaum jemandem nochmal vorstellen, oder? Diese lustigen Echsen, die mangels Augenlidern immer ihre Zunge gegen die Augäpfel klatschen, damit die Augen nicht austrocknen?

Ja, genau, diese hier - Bild: Flickr/GaretTT

Ja, genau, diese hier – Bild: Flickr/GaretTT

Offenbar sind auch Geckos dazu in der Lage, ihre Kommunikation an die Bedingungen der Umgebung anzupassen. Das war bisher nur bei Vögeln und Säugetieren bekannt. Das hat jetzt das Max-Planck-Institut für Ornithologie nachweisen können. Es erweist sich eben zunehmend, dass die Kommunikation im Tierreich deutlich ausgefeilter und vielfältiger ist, als wir uns das lange vorgestellt haben.

Robocop der Woche

Mit eingebautem Tatütata? - Bild: Polizei von Dubai

Mit eingebautem Tatütata? – Bild: Polizei von Dubai

Dubai verfolgt offenbar den Plan, bis zum Start des neuen Blade-Runner-Films noch schnell dessen Zukunftswelt aufzuholen. Die fliegenden Taxis hatten wir ja schon im Januar hier im Blog.
Darauf folgen nun robotische Polizeikräfte. REEM soll die Aufnahme von Amtsvorgängen erledigen.
Für Deutschland wäre das übrigens zumindest zur Zeit keine Option. Genau diese Arbeitsplätze sind für Beamte, die etwa aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt im Aussendienst arbeiten können, lebenswichtig. Aber keine Sorge, früher oder später entmenschlicht der selbst irrationale Rationalisierungszwang auch diese Struktur. Und wir können dann alle mit 40 in Rente gehen.

Schlagzeilen der Woche

Hachja, die Verona und ihre Facebook-Pannen. Nein, ich weiss nicht, worum es da geht. Ich werde auch nicht nachschauen.

Ach ja, die Verona und ihre Facebook-Pannen. Nein, ich weiss nicht, worum es da geht. Ich werde auch nicht nachschauen.

Tja, so unterschiedlich können zwei Zeitungen ein und das selbe Ereignis sehen. Na gut, eine Zeitung und die Bild.
Es ist schon erstaunlich, wie komplett ab von der allgemeinen Wahrnehmung die Papierverschwendung des Springer-Verlages bei dem Vorgang war, bei dem die Polizei sich mit erheblicher Brutalität gegen ein paar Berufsschüler durchsetzt, die einen Mitschüler vor der Abschiebung bewahren wollten.
Immerhin dürfte jetzt vielleicht wenigstens ein wenig das Gerede von der gleichgeschalteten Presse abebben. Natürlich bewegt sich die Presse in einer gewaltigen aus sich selbst bestehenden Filterblase, aber die ist nicht von oben gesteuert, weshalb manchmal auch sowas entstehen kann.

Ticket der Woche

Großartiges System, hin und wieder funktioniert es sogar! - Bild: Die Bahn

Großartiges System, hin und wieder funktioniert es sogar! – Bild: Die Bahn

Schon ein bisschen älter, jetzt aus dem Verlauf nochmal in meine Hände gefallen: Die Bhan denkt mal wieder laut über die Abschaffung des Papiertickets nach. Weil Technik bei der Bahn ja immer so gut funktioniert.
Dass nicht jeder ein Handy, geschweige denn ein Smartphone hat, scheint dabei weniger wichtig. Dass ein Handy auch mal kaputt oder gar verloren geht, selbst wenn man täglich auf die Bahn angewiesen ist, ebenso. Aber man kann ohne Not eine technische Hürde für die Benutzung der Bahn einführen. Und ist es nicht das, was wir alle unbedingt haben wollen?