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Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich bin diese Woche sehr wenig zum Anhören von Musik gekommen, zumindest ist mir nichts im Ohr geblieben, was ich nicht schon kannte. Macht nix, kurz auf Youtube nachschauen et voilá, In the End von Linkin Park, gesungen von Ausschnitten aus 183 Filmen.

Fahrrad der Woche

Fahrrad für norwegisches Wetter: Das Podbike - Bild: Podbike

Fahrrad für norwegisches Wetter: Das Podbike – Bild: Podbike

Das ist das Podbike, eine ziemlich ausgeklügelte Weiterentwicklung bekannter Velomobile. Das laut Hersteller für das norwegische Wetter optimierte geschlossene Verdeck beherbergt neben den üblichen Teilen eines Velomobils wie Anrieb, Beleuchtung und Sitzschale auch eine Neuerung: Es lässt sich ein wenig nach vorne kippen, um Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Es ist zudem darauf ausgelegt, aufrecht auf dem Heck abgestellt zu werden, um den benötigten Parkraum zu reduzieren.
Mit umgerechnet 6.000 € gehört es zudem der unteren Preisklasse im Velomobilbereich an.
Das Podbike soll Ende 2018 nach und nach auf den Markt kommen — erst in Norwegen, dann in Europa, dann weltweit.

Schwerverbrecher der Woche

Mann im Haifischkostüm ohne Kopf

Von der Lebenszielliste der Polizisten streichen: Erfolgreich einen Hai in Österreich fangen und köpfen – BIld: Warda Network

Die österreichische Computerladenkette McShark hatte eine pfiffige Idee: Zur Eröffnung eines Ladens ein Maskottchen im Haikostüm engagieren. Na gut, ganz so pfiffig wohl doch nicht. Zum einen ist das jetzt nicht soooo neu, zum anderen hat die Polizei gleich eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Verhüllungsvebrot gestellt.
Dieser als Burkavebrot geplante Versuch, Leuten vorzuschreiben, was sie gefälligst nicht zu tragen haben, musste nämlich halbwegs religionsneutral formuliert werden und das ist das Ergebnis.
Aber die Aktion, die war womöglich pfiffiger als zunächst gedacht: Inzwischen heisst es, das sei von Anfang an das Ziel der Aktion gewesen, um maximale Medienreichweite zu erlangen. Das wiederum ist gar nicht schlecht gelaufen und die 150 € Bußgeld waren dafür ein echtes Schnäppchen.

Zug der Woche

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden arbeiten an einer Intercityverbindung zwischen Düsseldorf und Eindhoven, wobei diese unter anderem über Mönchengladbach laufen würde und dort aufgrund der Form der Strecke zwangsläufig einen Halt hätte.

Wasserfahrzeug der Woche

RP Flip

Das Schiff für die unvermeidliche 1-Stunden-Youtube-Version von My Heart will Go on – Bild: US Navy

Ein Fahrzeug ist die RP flip streng genommen ebensowenig wie ein Schiff. Boot? Auch nicht. Am ehesten ist es eine mobile Boje.
Denn die RP Flip ist eine Forschungslattform der amerikanischen Marine, die über keinen Antrieb verfügt. Das Teil ist nicht neu, es wurde schon 1962 in Betrieb genommen, aber es ist auch seltsamerweise keine Berühmheit.
Das besondere ist, dass sie sowohl horizontal im Wasser liegen kann, um transportiert zu werden, als auch vertikal, wie im Bild. In vertikaler Position führt sie dann Messungen insbesondere von Wellenbewegungen durch. Sie selbst ragt dabei tief genug ins Wasser, um stabil zu stehen.
Die Idee wurde über die Jahre immer mal wieder aus der Schublade geholt, aber mir ist bisher kein anderes tatsächlich gebautes Gefährt dieser At bekannt.

Digitalisierung der Woche

Ist schon ein paar Tage älter, aber ich habe den grade wieder in meinen Favoriten gefunden: Die Geschichte, wie Velbert neue Stromzähler ersonn, mit einigen interessanten Ideen, perfekt zusammengefasst von Fefe.

Veröffentlichung der Woche

eye-tt-telescope Hier ist es nun, perfekterweise an einem Sonntag veröffentlicht: Die 26. Ausgabe des englischen Online-Poesie-Magazins Eye to the Telescope ist da, des Onlinemagazins der kalifornischen Science Fiction and Fantasy Poetry Association (SFPA).
Gesucht hatte Herausgeberin Sandra J. Lindow (die Zeitschrift wird jedes Mal von jemand anderem herausgegeben) Gedichte, die sich mit anderen und zukünftigen Begrifflichkeiten von Gender beschäftigen. Dies setzte ich um, indem ich eine Welt erdachte, in der neben den drei Ebenen menschlicher Geschlechter (Biologie, Sozialrolle und Orientierung) eine vierte existiert, Menschen können Blumen oder Insekten sein. Die Hintergrundidee dabei ist, dass dies Folgen einer Zeit sind, in der bestimmte genetische Veränderungen des Körpers ein Trend geworden sind, ähnlich wie Tätowierungen oder Piercings heute. Jede Person kann eine Blume oder ein Insekt sein, unabhängig von den restlichen Zuordnungen.
Das daraus erwachsene Gedicht geht allerdings in eine etwas andere Richtung. Die Blume ist ein Mann, das Insekt eine Frau und statt auf die Welt konzentriert sich das Gedicht auf das Phänomen der Vergänglichkeit, insbesondere in Bezug auf wörtlich genommene Bienchen und Blümchen. Nicht ganz mein Plan, aber es passt ziemlich gut zur Form des Sonetts.
Und wie sich das für ein Sonett gehört, gibt es einen Bezug zu Shakespeare: Der erste Vers spiegelt das etwas obskure Gedicht Shy Love, welches man wegen einer gleichnamigen Pornodarstellerin recht schwer googeln kann. Hier die relevanten Verse:

If happiness were like
The flowers of June then I would take
The best of them, roses and columbine,
The lilies, and bind them in your hair.

Daraus erwuchs der auf dem Iambus tänzelnde Binnenreim im ersten Vers von Fling of Petals:

Welcome the bloom of flowers’ June

Und den Rest könnt ihr drüben bei Eye to the Telescope lesen und selbst interpretieren.