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Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Das Floppotron ist eine recht komplexe Maschine aus Teilen alter Computer, deren Geräusche es nutzt, um Melodien mal mehr, mal weniger akkurat nachzubauen. Eine der gelungeneren Varianten ist die obige Umsetzung von Eurythmics‘ Sweet Dreams (are Made of This).

Fahrrad der Woche

Holzfahrrad

Holz vor der Hütte

Das ist das Splinter Bike SB-3, ein vollständig aus Holz gebautes Fahrrad. Und ich meine wirklich vollständig. Da ist kein einziges Metall- oder Kunststoffteil dran.
Das Rad ist das Ergebnis einer Wette des Briten Michael Thompson hat ein paar ungewöhnliche Elemente für ein Fahrrad. Das auffälligste davon ist sicherlich das große Zahnrad, welches die sonst übliche Kette ersetzt. Denn eine Kette ist aus Metall, ein Zahnriemen aus Kunststoff, aber ein Zahnrad lässt sich gut und zuverlässig aus Holz fertigen.

Buch der Woche

Das da rechts ist das Accidental Dictionary von Paul Anthony Jones. Das ist weniger ein versehentliches Wörterbuch, als ein Wörterbuch der Versehen. Es sammelt zahlreiche Beispiele von Wörtern, die im Laufe der Jahrhunderte unerwartete Entwicklungen durchgemacht haben. Während andere ständig versuchen, Sprachen zu einer Art Freilichtmuseum für Kommunikation umzugestalten und sich gegen jeden Wandel stemmen, zeigt Jones auf, wie allgegenwärtig und manchmal auch seltsam dieser Wandel sein kann, aber auch, wie nützlich. Wo wären wir, hätte nicht eine historische Entwicklung dazu geführt, dass beispielsweise pink heute einen knalligen Neonrotton bezeichnet und nicht, wie früher, eine Variante von Gelb?
Auf jeden Fall wäre die Welt weniger pink. Oder noch pinker. Wer weiss?

Scheissverhalten der Woche

Am Mittwoch habe ich mit ein paar Freunden an der Landwehr in Dahl Müll gesammelt. 28 Müllsäcke kamen da zusammen,
nebst einer Satelitenschüssel, zwei Wäschekörben, einer Katzentransportbox und noch ein paar eher sperrigen Dingen. Aber es war eine relativ häufige Entdeckung, die mich schließlich zu diesem Tweet brachte:

Leute, im Ernst: Der Sinn der Hundekottüten ist nicht der, dass ihr zusätzlich zur Scheisse noch etwas Plastik ins Gebüsch schmeisst

Im Ernst, was soll der Mist? Immer und immer wieder fanden wir Hundekottüten, die nach erfolgreicher Füllung ins Gebüsch geworfen worden waren. Nun ist so ein Plastikbeutel im Wald um einiges schlimmer als ein bisschen Kot. Der Kot verrottet recht schnell und düngt dann die Pflanzen. Das Plastik bleibt ein paar Jahrzehnte im Boden und seine einzige Funktion dürfte es sein, irgendwann der Nachfolgerspezies des Homo sapiens zu verraten, dass in unserer Gegenwart eine Spezies lebte, die fähig war, Kunststoff herzustellen. Und mal ganz im Ernst: Das wissen die schon, bevor ihre Ausgrabungen sie schließlich zu genau Ihrem Hundekotbeutel führen, der ist also zur Bildung künftiger Spezies nicht erforderlich.
Schmeissen Sie den beutel in den Mülleimer. Und wenn der Köttel eh ins Gebüsch geschissen wurde: Da kann er, anders als auf der Straße, ruhig liegen bleiben. Da scheissen noch ganz andere Viecher hin, das kennt die Natur.

Schluss der Woche

Ich bin noch nicht ganz sicher, für wen es etwas peinlich ist wenn Physiker zu dem Schluss kommen, dass das Universum eigentlich nicht existieren sollte, aber ich gehe mal von den Physiker aus.
Konkret hat man (erneut) festgestellt, dass Materie und Antimaterie perfekte Spiegelbilder voneinander sind. Das Problem dabei ist, dass bei jeder Entstehung von Materie automatisch auch Antimaterie entstehen muss. Und da Materie und Antimaterie wiederum sich gegenseitig auslöschen, dürfte eigentlich von beiden nach kurzer Zeit wieder nichts mehr übrig sein. Warum also besteht unser Universum nahezu ausschließlich aus Materie?
Das ist ein großes Rätsel der Physik und wenn endlich jemand den Unterschied finden würde, der dazu führt, dass das Universum sich nicht sofort nach dem Urknall selbst ausgelöscht hat, wäre das den Nobelpreis gleich mehrmals würdig.
Ich hätte zwei mögliche Erklärungen: 1. Das Universum existiert nur vorübergehend, weil Materie und Antimaterie grade in verschiedenen Ecken des Universums rumhängen. 2. Antimaterie ist in allen Eigenschaften spiegelbildlich zu Materie, einschließlich der Zeitachse, sie bewegt sich also rückwärts durch die Zeit. Das würde übrigens auch bedeuten, dass der Urknall gleich zwei Universen hervorgebracht hat, die sich in entgegengesetzte Richtungen der Zeit vom Urknall aus ausbreiten. Ich kann das nur nicht in physikalisch ausdrücken, weil die Mathe, die dort benutzt einfach nur abgefahren ist.
Das alles setzt natürlich voraus, dass beim Urknall die Materie entstanden ist, was nicht alle kosmologischen Modelle sagen. Sollte das Universum etwa deutlich älter sein als der Urknall und dieser lediglich die Bedingungen in einem Teilstück eines deutlich größeren Universums verändert haben, bestünde das Problem eventuell gar nicht. Das lässt sich allerdings nicht nachprüfen, weil unsere Physik Gebiete ausserhalb des sichtbaren Universums nicht erfassen kann.

Zucht der Woche

Reis

Reis

Wie die botanisch versierten Leser dieses Blogs sowie jene, die eine Bildunterschrift entziffern könne, wahrscheinlich bereits erkannt haben, ist das da oben Reis. Kein extrem besonderer Reis, sondern einfacher Reis aus dem Kochbeutel. Weil dieser Artikel sonst einfach viel zu wenige Bilder für einen Sieben-am-Sonntag-Beitrag hat.
Warum ist hier nun gewöhnlicher Reis? Er steht stellvertretend für seine Artgenossen, denn in China wurde eine neue salzresistente Reissorte gezüchtet. Die neue Sorte hat deutlich größere Erträge als bisherige Salzwasser-Reissorten und ist mit 6-9 Tonnen pro Hektar kommerziell deutlich besser.
Mit diesem Reis lassen sich Küstenregionen besser für die Landwirtschaft nutzen und auch schwimmende Anbaupontons rücken in den Bereich des Möglichen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass sich diese Sorte für die wärmeren Meere Europas nahe des Golfstroms eignet, was den sehr geringen heimischen Anbau dieses Grundnahrungsmittels erheblich erleichtern würde.

Verschnabulierung der Woche

Da mag so manchem das Monokel aus dem Orbitalfenster fallen, aber dieses Automatenrestaurant in Japan ist hochinteressant. Die beiden Tester sind durchgehend von der Qualität überrascht. Aber wenn man es sich rational betrachtet, gibt es keinen Grund, aus dem Automatennahrung schlechter sein sollte als jede andere.
Das einzige echte Problem ist die Haltbarkeit, aber die Automaten in diesem Lokal werden anscheinend regelmäßig befüllt uns so gibt es keinen Grund, die Artikel mit Mittel vollzustopfen, um die Haltbarkeit zu erhöhen.
Natürlich sind Lebensmittelautomaten keine große Novität, aber die Kuriosität eines ganzen Restaurants mit solchen Automaten auszustatten, hat was. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren McDonald’s oder ein Konkurrent so etwas ausprobiert. Um genau zu sein, sind die Gebäckketten wie Backshop ja nichts groß anderes.
Und dann wird es einen Aufstand des guten Geschmacks geben. Als wäre McDonald’s-Fraß besser, wenn er von unterbezahlten Studenten gereicht wird.