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Das Radknotenpunktnetz in Mönchengladbach hat neben seinem sperrigen Namen vor allem auch noch einiges an Lücken. Man kann nun hergehen und einfach nur die Lücken füllen. Oder man kann gleich an die Substanz gehen. Ich mache dann mal letzteres und biete: Den Knotenpunkt Plus. Oder Knotenpunkt 2.0. Oder Premium-Knotenpunkt. Oder meinetwegen auch Knotenpunkt Deluxe. Sucht oder denkt euch was aus.

Moin! - Bild: ostfriesland.de

Moin! – Bild: ostfriesland.de

Lückenschlüsse

Erstmal das stadtspezifische für Mönchengladbach aus dem Weg: Für ein Konzept, das zwischen Einreichung durch den ADFC und Umsetzung durch die Stadtverwaltung drei Jahre gebraucht hat, ist unser Radknotenpunktnetz nicht eben ein Glanzstück.

Große Stadtteile wie Rheindahlen und Giesenkirchen fehlen ganz, Wanlo hat keinen Punkt, obwohl eine Verbindungsroute zwischen den Netzen der Kreise Neuss und Heinsberg mitten durch den Ort führt (ernsthaft, wtf?) und zentrale radaffine touristische Attraktionen wie der Stadtwald bleiben auch fern jeden geführten Radverkehrs. Dieses Netz muss schlichtweg geschlossen werden und wenigstens solche neuralgischen Punkte einbinden.

Nun heisst es stets, das Netz sei ja auch erst in seiner ersten Ausbaustufe. Nun, das mag sein. Nur gehören so zentrale Orte zum einen nicht erst in die zweite Stufe, zum anderen kennt niemand ausser der Verwaltung die Planung für die künftigen Stufen und ich bin nicht bereit, auf die Umsetzung eines mir im Detail nicht bekannten Konzeptes zu warten, bevor der Politik eine Möglichkeit der Mitsprache gewährt wird. Wenn die Verwaltung das vermeiden will, soll sie halt die Karten auf den Tisch legen. Wortwörtlich in diesem Fall.

Plus-Knotenpunkte

Okay, das war der einfache Teil. Aber während ich darüber nachdachte, kam mir eine weitere Idee. Das Stichwort der touristischen Attraktivität blieb mir ihm Kopf und wuchs sich etwas aus. Denn unsere Knotenpunkte sind auch keine tollen Teile, es sind oftmals einfach nur Schilderbäume an Orten ohne jegliche Aufenthaltsqualität.

Doch wer Touristen locken will, muss diesen auch Erholung bieten, sonst bleiben sie nicht lange.

Mal abgesehen davon, dass die Qualität nahezu aller Knotenpunkte zu verbessern ist, kam mir da eine Idee: Der Knotenpunkt Plus für Punkte an besonders attraktiven Orten. Nicht an allen Punkten, aber eben überall dort, wo man besondere Qualität bieten und Radfahrende zum Verweilen einladen will. Beispielsweise am Stadtwald oder den zentralen Marktplätzen.

Im Grunde ist so ein Plus-Knotenpunkt eine recht einfach Angelegenheit: Es ist ein Knotenpunkt, an dem neben dem Schilderbaum, einer Karte des Netzes und einer Sitzgelegenheit (das halte ich für das Mindestmaß für Knotenpunkte) zusätzlich eine Überdachung, ein Schlauch- und/oder Ersatzteilautomat, ein Automat mit kleinen Snacks für unterwegs und eine öffentliche Toilette vorhanden sind. Vielleicht noch eine Luftpumpe, wie man sie von der Tankstelle kennt. Meinetwegen auch ein Zigarettenautomat, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass Radtouristen ein gutes Publikum für Zigaretten sind. Wo schon eine öffentliche Toilette vorhanden ist, zum Beispiel am Stadtwald, kann auch einfach auf diese hingewiesen werden. Die Karte kann gerne auch Läden, Cafés und Restaurants in der direkten Umgebung zeigen. Diese Werbeleistung muss für die Geschäftstreibenden auch nicht kostenlos sein.

Noch nicht ganz, aber auf dem richtigen Weg - Bild: Parklandschaft Warendorf

Noch nicht ganz, aber auf dem richtigen Weg – Bild: Parklandschaft Warendorf


Das Ergebnis ist ein Knotenpunkt, der gezielt einlädt, schöne Orte in der Stadt kennenzulernen. Es sollte nicht zu viele davon geben, da sie eben besondere Punkte hervorheben sollen und es sich ja auch für die Automatenbetreiber lohnen muss, damit diese nicht verwaisen. Und natürlich sind das auch Angebote, die weitere Touren mit dem Rad zu diesen qualitativ besonders hervorgehobenen Orten attraktiver machen und somit den Radverkehr fördern.

Würde Mönchengladbach ein solches Angebot einrichten, wäre das echte Pionierarbeit. So etwas habe ich in diesem Umfang bisher noch nirgendwo gesehen. Die Schutzhütte aus dem Kreis Warendorf oben im Bild ist das bisher nächste, was ich finden konnte (Warendorf gehört hier überhaupt zu den absoluten Vorbildstädten). Täte es statt dessen jemand anders, bekämen diese halt den Ruhm und unsere Stadt zieht wie üblich 30 Jahre später nach. Das wäre auch okay, mir ist wichtig, dass die Idee in der Welt ist, die Netze so aufzuwerten und damit das Radfahren über weitere Strecken zu erleichtern und Werbung dafür zu machen.

Ein von mir formulierter Antrag dazu läuft jedenfalls seit heute durch die städtischen Gremien in Mönchengladbach.