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2017 war ein langes Jahr. Ich habe in einigen Jahresrückblicken schon das Erlebnis gehabt zu fragen: „Wie, das war noch dieses Jahr?“

Nun, diese Dinge sind mit Sicherheit alle von diesem Jahr. Und obwohl ich im Juli zu großen Teilen ausgefallen bin, weil ein Fahrradunfall meine Arme für einige Wochen nahezu unbrauchbar gemacht hat, gibt es da doch einiges zurückzublicken. Wobei der Unfall da durchaus zugehört. Zu erleben, wie plötzlich man so heftig eingeschränkt werden kann, ist eine prägende Erfahrung.

Aber hier möchte ich mich auf Erreichtes konzentrieren, also, Musik ab und los:

Was mit Medien

How to Sing Butterflies How to Sing Butterflies DX Rezepte für den Schmortopf Eye to the Telescope 101 Fiction Steaks, Walls And Dossiers

Das sieht doch schonmal nicht schlecht aus, so eine große Sammlung von Titeln für ein Jahr. Ich muss allerdings auch sagen, dass vieles davon Beiträge zu größeren Projekten sind.

Den Anfang machten jedoch komplett eigene Veröffentlichungen: Im Februar erschien eine überarbeitete Neuauflage des Coverdesign-Ratgebers Dieses Cover ist Müll, meines inzwischen sechs Jahre alten ersten eBooks.

Ihm folgte eine erste Premiere für das Jahr: How to Sing Butterflies und seine erweiterte Variante How to Sing Butterflies DX sind seit April als Papierausgaben erhältlich. Zwar nur bei Amazon, aber immerhin. Und das sieht schon nach etwas aus, so eine physische Ausgabe seines Werks in den Händen halten zu können:

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück


Es folgte im Mai die erste Veröffentlichung eines vollständig von mir übersetzten Kochbuchs. In der Vergangenheit hatte ich immer wieder einzelne Rezepte übersetzt, das ist meine erste volle Übersetzung eines Buchs. Kochbücher zu übersetzen ist eine recht spezielle Aufgabe. Eine gute Übersetzung erfordert nicht nur Kenntnisse der Sprache, sondern auch der unterschiedlichen Warensortimente in den unterschiedlichen Ländern und ihrer Möglichkeiten, Ersatzprodukte zu beschaffen oder herzustellen. Sehr viele Kochbuchübersetzungen fallen dadurch mit seltsamen Zutaten und Maßeinheiten auf. Ich bin recht stolz vermelden zu können, dass dies bei meinen Übersetzungen nicht vorkommt.

Apropos stolz: Der September sah die Verwirklichung eines lange angedachten Projekts, als ich die Gelegenheit beim Schopf packte, bei der Schauzeit in Rheydt mitzumachen, eine Gruppe von insgesamt 19 Autoren aus Mönchengladbach versammelte und mit diesen für einen Monat in einem leeren Ladenlokal in Rheydt eine kleine Bibliothek aufbaute. Diese Geschichte gibt es ausführlicher hier

Getane Arbeit, einladender Raum, unsere kleine Bibliothek

Getane Arbeit, einladender Raum, unsere kleine Bibliothek


Diesem Projekt folgte mit Fling of Petals bei Eye to the Telescope mein erstes jemals veröffentlichtes Gedicht, etwas, was ich niemals erwartet hätte. Aber manchmal schlägt die Inspiration einfach zu. Etwa gleichzeitig verkaufte ich auch die Kurzgeschichte Fetch Monkey an das für mich perfekt benannte Mad Scientist Journal, aber bis es die zu lesen gibt, müsst ihr euch noch bis September 2018 gedulden.

Was ich damit überschnitt war der Start meiner Youtube-Aktivitäten. Zunächst Extra Extra mit seinen Tests von Heftbeilagen, der sich inzwischen zu einem Lego-Kanal entwickelt. Und dann im November ein Kanal unter meinem Namen, auf dem ich meine Kurzgeschichten einspreche. Letzterer stotterte zuletzt mit dem Projekt der täglichen Weihnachtsgeschichte um Paul das Einhorn, ein Fehler, aus dem ich mit Sicherheit lernen werde. Natürlich wird Paul noch sein restliches Abenteuer erleben dürfen, ich habe nur den Zeitaufwand einer täglichen Serie unterschätzt und werde die Geschichten für den Kanal in Zukunft anders organisieren. Aber auch das ist eine wertvolle Erfahrung in einem Medium, in dem ich zuvor noch nie gearbeitet hatte.
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Mit dem November kam auch eine weitere Kurzgeschichte dazu, die Anfang Dezember veröffentlichte Fantasy-Kürzestgeschichte Chiselled, veröffentlicht Anfang Dezember bei 101 Fiction und meine erste Veröffentlichung in britischem Englisch.

Mein literarisches Jahr schloss im Dezember mit einer Überraschung: Ich hatte nicht mehr erwartet, dass die eigentlich für Januar 2017 geplante Trump-Parodiensammlung Steaks, Walls and Dossiers noch erscheinen würde, doch sie tat es und meine kurze Persiflage In Thine Image war wie erhofft Teil der Anthologie. Übrigens einer von zwei Beiträgen aus Deutschland neben The Trump that Ate the Solar System von Cora Buhlert aus Bremen.

Mission Weltverbesserung

Ich muss zugeben, ich bin zu faul nachzuschauen, in welcher Reihenfolge die vielen politischen Ereignisse kamen, an denen ich dieses Jahr Teil nahm. Wahrscheinlich vergesse ich dabei auch ein-zwei Dinge, aber was soll’s. Übrig bleiben die Eckpunkte, die am besten in meiner Erinnerung blieben.

Erstmal die Formalitäten abräumen: Im April Vorstandssprecher der Grünen Mönchengladbach geworden, im November Beisitzer im Vorstand des Bezirksrats der Grünen Niederrhein-Wupper. So, und jetzt zu den wichtigen Sachen. Ach nee, ein Foto noch vom Gladbacher Vorstand, soviel Zeit muss sein:

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

Das Fotoarchiv verrät mir, dass die Eröffnung der Radstation am Hauptbahnhof Mönchengladbach in diesem Jahr war. Ein ewig langer politischer Prozess findet damit endlich seinen guten Abschluss. Das reicht ja bis tief in die Zeit der Ampel zurück.

Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. Da muss irgendwo ein Nest sein.

Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. Da muss irgendwo ein Nest sein.


Natürlich waren auch zwei große Wahlkämpfe. Das war ziemlich viel Energie, die Landtags- und Bundestagswahl erfordert haben. Dass nun wieder Schwarz-Gelb in NRW dran ist und die Lage im Bund weiter in der Schwebe bleibt, ist natürlich schade, aber ich kann sagen, wir hier bei den Grünen in MG haben alles für ein gutes Ergebnis getan und da waren einige wirklich fleissige Helfer und natürlich drei sehr gute Kandidierende bei. Obligatorisches Symbolbild zur Auflockerung des Textes in 3,2,1…
Ja, das 1. und 2. hat einen Sinn. Den hat nur niemand verstanden. Einschließlich der meisten Wahlkämpfer

Der Christpher-Street-Day brachte den Nebeneffekt, dass ich erstmals eine Rikscha fahren durfte. Wackeliges Gefährt mit einem Dach genau in Höhe meiner Augen. Was für ein Abenteuer! Oh und wie man auf dem Bild erkennen kann, wurde ich auch noch von menschenfressenden Ballons angegriffen, weswegen man mich hinter diesen suchen muss. Das ist bald schon videospielwürdig.

In Regenbogenfarben geschmückte Rikscha vor dem Festplatz des CSD Mönchengladbach 2017

Ich schwöre, die Ballons haben ein Bewusstsein und versuchten genau im Moment des Fotos, mich aufzufressen. Ich konnte grade so entkommen!


In internationaler Mission kam ich nach Bonn (Fahrraddemo zur Weltklimakonferenz) und in das belgische Städtchen Tilleur, wo ich einen proppenvollen Bus zur Menschenkette gegen das bröckelige Atomkraftwerk in Tihange organisierte, im Tandem mit einem ebenso vollen zweiten Bus der Linken und einem von uns unabhängigen Bus der Stadt Mönchengladbach. Was übrigens ein echtes Opfer war, mit einem nur halb verheilten Arm in einer Menschenkette zu stehen, kann durchaus schmerzhaft werden.
Hallo, Bonn, wir sind da!

Hallo, Bonn, wir sind da!


tilleur-kette
National sah mich nach ein paar Jahren Berlin mal wieder, diesmal gleich zweimal zu Bundesparteitagen. Aber auch ins Braunkohlenrevier ging es mal wieder, dieses Jahr nicht so viel wie noch vor dem Abriss Borschemichs. Ich war ein paar mal in Immerath, Fotobeweise gibt es aber nur vom Hambacher Forst, wo Franz Bauman und ich Mitte Dezember Decken und Schlafsäcke sowie weiteren Kleinkram (Klopapier, Essen) vorbeibrachten.
Vier Gladbacher in Berlin

Vier Gladbacher in Berlin

Zwei Gladbacher im Hambacher Forst

Zwei Gladbacher im Hambacher Forst


Ich bin ziemlich sicher, sehr vieles überschlagen zu haben. Es war viel und ich habe mich etwas an den Fotos hier im Blog entlanggehangelt, um es noch nachzuvollziehen. Und manches war auch intern, wie das bei Politik so ist. So haben wir vom Vorstand dieses Jahr sehr viel getan, um als Gladbacher Grüne offener und einladender aufzutreten.
Ich bin sehr glücklich damit, wie viel wir in Gladbach zur Zeit bewegen und wohin sich die Gladbacher Grünen als Partei entwickeln.

Spaten reimen nur unsauber auf Garten

Aber hey, wer einen sauberen Spaten hat, ist wahrscheinlich nur faul. Oder hat keinen Grund, einen Spaten zu besitzen.

Wie dem auch sei, nach langer Wartezeit konnten wir von der Transition-Town-Initiative Mönchengladbach Mitte 2017 endlich den Pachtvertrag für einen neuen öffentlichen Garten unterzeichnen, die Dahler Oase. Diese darf ich nun leiten und auch wenn der Start im Hochsommer denkbar ungünstig war, um etwas anzupflanzen, haben wir doch seitdem einiges geschafft.
Es galt eine Zuwegung und Wege über das Gelände selbst freizumachen, wuchernde Brombeeren zurückzudrängen, neue Pflanzen einzusetzen, Äpfel und Birnen in Massen zu ernten und bei der Eröffnung einen erfreulich großen Besucherandrang zu bewältigen. Und das alles ohne Strom und Wasser.
Das ist alles keine Arbeit von fünf Minuten, aber ich bin auch hier mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden. Die Brombeeren sind so gut wie besiegt, es gibt einen großen Weg rund um das Gelände und durch den dazugehörigen Wald (zusammen immerhin 6.000 m2). Wir haben eine große Zahl von Nutzpflanzen (insbesondere Beerne, aber auch Knoblauch, Waldmeister, Lavendel und Heckenzwiebeln) im Gelände angesiedelt. Die Bank mitten auf dem Gelände ist natürlich ein sehr deutliches Zeichen, dass hier was passiert.
Richtig groß wird das natürlich alles aussehen, wenn das Frühjahr kommt und unsere Ansiedlungen aufblühen.

Aus Paletten gefertigte einfache Sitzbank

… es ward eine Bank


Hobby: Amoklaufen

Hobby: Amoklaufen


Besucher pflücken im Garten Äpfel
Spaten, garantiert dreckig, wie es sich gehört

Spaten, garantiert dreckig, wie es sich gehört

War’s das?

Oh, bei weitem nicht aber das waren die drei großen Themen des Jahres, in denen richtig viel auf einmal passiert ist. Und dabei war die erste Jahreshälfte noch eine richtig ruhige Zeit, in der ich im Grunde für die zweite Anlauf genommen hatte (was auch so gedacht war).
Und 2018? Nun, dazu komme ich morgen, aber soviel sei schon verraten: Es wird nicht weniger los sein. Ganz im Gegenteil.