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Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Wieso hat mir eigentlich niemand gesagt, dass das existiert? Das ist großartig!
Bester Einsatz des Harry-Potter-Themas und der Worte „You know who I am“. Natürlich mit Bonus für Connoisseure des britischen Jungmagiers und seiner Nemesis.

Links der Woche

Das ist fast schon Allgemeinwissen, aber ich will ein paar Worte dazu sagen: In San Francisco wurde eine Radfahrerin von einem autonom fahrenden Auto angefahren und starb an ihren Verletzungen. Nun kann man sagen, dass das bei Autos mit Fahrer ja auch ständig passiert. Aber bei Roboterautos wird es nahezu unvermeidlich, denn die Autos haben extreme Probleme damit, das grundsätzlich unvorhersehbare Verhalten von Menschen zu verstehen. Wie die meisten Verkehrsplaner verstehen auch diese Automacher nicht, dass Menschen individuell und irrational handeln und dies mit abstrakten Messungen nicht erfassbar ist.
Sehr viel mehr Tote gibt es in Frankreich. Die Menge an Feldvögeln ist dort dramatisch gesunken. Interessant dabei ist, dass es praktisch nur Vögel der Felder trifft, was ziemlich stark auf die Landwirtschaft als Schuldige deutet.
Ich fand die Betonsperren bei Großveranstaltungen immer schon mehr abschreckend als beruhigend. Und wie sich nun in Düsseldorf herausstellte schützen sie auch nicht.
Was man auch in Düsseldorf so oder so nicht schützen kann, sind die Videotheken. Die Landeshauptstadt von NRW hat jetzt keine mehr.
Und noch ein veraltetes System endet: Dänemark schafft die Rundfunkgebühr ab. Das Konstrukt aus einer Zeit, als es in eiem Land nur ein-zwei Fernsehsender gab, liegt derzeit heftig im Sterben und einzig die gebührenfinanzierte extreme Präsenz der Gebührensender hält es noch am Leben.
Das heisst aber nicht, dass die Zukunft einzig rosig ist. China hat bereits vor zwei Jahren ein gruseliges System vorgestellt, bei dem erwünschtes Verhalten mit Punkten belohnt wird, die man wie in einem Videospiel sammeln kann. Und wie befürchtet beginnt es nun mit Sanktionen für nicht systemkonforme Bürger: Die werden bald aus Fernzügen und Flugzeugen ausgeschlossen.
Donald Trump hat es in einem halben Jahr auf eine satte Billion Dollar neuer Staatsschulden gebracht. Und nein, das ist diesmal kein Übersetzungsfehler, denn an anderer Stelle findet sich die Milliarde als Tagesbetrag erwähnt. Das ist tatsächlich eine eins mit 12 Nullen. 13 Nullen, wenn man den Verursacher mitzählt.
Da braucht es ein paar positive Nachrichten. Zum Beispiel, dass Das Leben des Brian endlich an Karfreitag gezeigt werden darf. Das seltsame Verbot bestimmter Filme für den vermutlichen Fall, dass unerwartet ein vorschriftsmäßig um Jesu trauernder Christ ins Kino stolpert, ist damit deutlich geschwächt. Dass RTL am selben Tag einen Thriller um einen Mann zeigt, der sich von falschen Vorwürfen einer Vergewaltigung klären muss (Das Joshua-Profil) gehört dabei zu den vielen Dingen, die dieses Gesetz schon länger lächerlich gemacht haben.
Dazu passt, dass der Ostermarkt in Essen jetzt Frühlingsmarkt heisst. Schuld waren natürlich wieder religiöse Spinner. Nein, nicht die Moslems, die Christen. Die haben sich nämlich beschwert, dass der Markt über Ostern hinaus dauert und auch gar unösterliches Sortiment haben.

Bild: Baldur-Versand

Bild: Baldur-Versand


Kommen wir zu einem absolut beknackt-lustigen Produkt: Die Klavierpflanze! Okay, streng genommen scheint es der Blumentopf zu sein, der die Musik macht und leider ist es auch kein Klavier, sondern es werden abgespeicherte Musikstücke abgespielt, aber hey, es ist ein Anfang. Die Tage des Johann Sebastian Bachminze werden kommen!
Fachsprache ist manchmal einfach unvermeidlich. Ein besonders schönes Beispiel ist diese Meldung zu einem Fehler im GPS-System über Kalifornien. Das folgende Zitat stammt aus einem Abschnitt, der eigens für Nicht-Fachleute formuliert wurde:

It is followed by ionospheric hole (plasma depletions) due to rapid chemical reactions of rocket exhaust plumes and ionospheric plasma. The ionospheric hole causing large spatial gradients could lead to ~1 m range errors into GPS navigation and positioning system.

Service-Mitteilung der Woche

Es gab diese Woche mal wieder einen Skandal um Facebook. Bei diesem fallen mir zwei Dinge ein:
1. Baut eigene Webseiten! Soziale Netzwerke kommen und gehen. Sie bauen hin und wieder ihr komplettes System um und dann funktioniert nichts mehr wie zuvor. Und ihr habt keinen Einfluss darauf.
2. Wirklich lustig ist, dass Facebook in diesem Fall gar nichts dafür kann. Da hat jemand Facebook genutzt um eine Anwendung einzusetzen, die vom Nutzer Daten abfragt. Das hat mit Facebooks eigenem Vorgehen etwa so viel zu tun wie die Telekom mit Telefonbetrügern. Wer die Infrastruktur herstellt, ist noch lange nicht dafür verantwortlich, wie sie genutzt wird.

Politik der Woche

Eine sehr interne Woche leitet die Osterruhe ein. Davon ab war ich noch bei dieser Veranstaltung, die ich offengestanden als ziemlich uninteressant empfand.
Sorry, ist nicht mein Ding, ohne klares Ziel auf einer Veranstaltung voller reicher Leute im Anzug zu sein. Na gut, ich weiss jetzt, dass Berti Vogts echt klein ist. Und bei dieser Masse an für wichtig erachteten Leuten war es auch unvermeidlich, dass tatsächlich ein paar dabei waren, die ich kannte.
Und das im Raum stehende Seitenleitwerk der Junkers F-13 ist durchaus interessant in seiner Schlichtheit.
Dennoch: Einfach nicht mein Ding, da mich mit den meisten nichts verbindet ausser, dass ich eingeladen wurde.
Ihr findet mich auf dem Foto zum verlinkten RP-Artikel übrigens links hinter dem blauen BMW, wenn ihr einen Beweis wollt.

Wortgeschmeide der Woche

Bücher, Texte, Veröffentlichungen! Mal meine, mal nicht. Diese Woche zum Beispiel nicht, dafür eine Empfehlung.
Diese Woche eine thematisch angesiedelte Empfehlung: Radikale Alternativen von Alberto Acosta und Ulrich Brand stellen sich mit einem recht öffentlichkeitswirksam gestarteten Buch gegen die Wachstumslogik. Das ist wichtig, denn auch viele vermeintlich radikal antikapitalistische Ansätze, die herumgeistern, sind letztlich nur Varianten, denen durchgehend die Idee vom Wachstum als Zweck des Wirtschaftens zu Grunde liegt. Sozialismus und Kommunismus zum Beispiel sind letztlich nur rot angestrichener Kapitalismus.
Die Autoren geben sich Mühe, diesem Denken zu entkommen und echte Alternativen aufzuzeigen.

Fotos der Woche

Eine Woche, in der ich nur wenig zum Knippsen gekommen bin. Streng genommen zählen sogar nur zwei Bilder. Also habe ich mit ein paar Extras aufgefüllt.
grube-ohlerIc fange mal mit dem ältesten Bild an. Diese Aufnahme aus einer ehemaligen Kiesgrube in Mönchengladbach ist (offensichtlich) nicht aus dieser Woche, sondern ein paar Jahre her. 2009, wenn ich den Daten der Datei vertraue. Es steht stellvertretend für den Inhalt einer SD-Karte, die ich aus einer alten Kamera geborgen habe und die voller alter Aufnahmen aus dieser Zeit war, darunter auch eine Reihe Natur- und Tieraufnahmen aus der Kiesgrube.


Es ist etwas undankbar, bei den Arbeiten in der Dahler Oase immer Fotos frisch gepflügter Beete zu machen, denn dort sieht man doch nur Erde. Also habe ich diesmal das Saatgut fotografiert. Erbsen (Sorte Kleine Rheinländerin) und Dicke Bohnen haben sich fotografieren lassen, einzig der Mangold (Bright Lights) zierte sich.
dakota-universeUnd nun in die virtuelle Welt mit einem ersten Eintrag in die Welt der Spiele-Screenshots. In diesem Fall handelt es sich um Star Trek Online.
Ihr kennt das: Man kommt in Ruhe aus dem Raumdock, trifft letzte Vorbereitungen für den Warpsprung und dann sieht man plötzlich unter sich dieses Teil. Das riesige Schiff unter meinem ist ein Schiff der Universe-Klasse mit gut 3200 Metern Länge. Ich bin nicht sicher, wie lang meine U.S.S. Aspiration-B ist, aber sie zählt als schwerer Kreuzer mit einer Crew von 500 Leuten. Es ist das kleine Ding in der Bildmitte mit der grün-blauen Deko und den vier Warpgondeln. Etwas weiter vorne als etwas bekannterer Größenvergleich zwei Schiffe des selben Typs wie die Enterprise-D aus Star Trek: The Next Generation.
Jepp, das ist definitiv ein großes Schiff.

Video der Woche

Während ich weiter mit technischen Problemen kämpfe (wo zum Geier ist sind meine großen SD-Karten? Mit einem 1 GB kann ich nicht genug HD-Video aufnehmen), gibt es für euch wieder eine Fremdempfehlung. Diesmal ein Blick auf den Ursprung der heutigen Landesgrenzen im Nahen Osten dank britisch-französischer Kolonialwillkür.
ich finde es etwas unvollständig, aber den Zeitraum zwischen den Weltkriegen erfasst es sehr gut.
Und was man immer betonen muss: Das kann alles nur den Bach runtergehen, weil die schlimmsten Extremisten Milliarden mit Erdöl scheffeln. Die größte Bedrohung für den Weltfrieden ist also gegenwärtig der motorisierte Verkehr.