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Der wöchentliche Rückblick in sieben Kategorien. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag hier im Blog, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Willkommen zurück, Defiance!
Diese Woche ist eine aktualisierte Version des Online-Spiels Defiance unter dem Titel Defiance 2050 erschienen. Defiance war vor ein paar Jahren mein erstes echtes Online-Spiel,ein Genre, mit dem ich zuvor nie richtig warm geworden bin. Aber seine Herangehensweise, eine Welt zu sein, in der Spieler gleichzeitig spielen udn kämpfen können, aber nicht gegeneinander (es sei denn, sie möchten), war perfekt für mich. Und so begrüße ich das Spiel in seiner Neuauflage.
Es ist ein SF-Spiel in der San Francisco Bay Area, nachdem diese von den Terraforming-Maschinen ausserirdischer Kolonisten verwüstet wurde. Der daraus resultierende Krieg ist nun vorbei, doch das Zusammenleben der Spezies ist noch lange nicht zum Normalzustand zurückgekehrt und die vollkommen veränderte Erde stellt sie vor eine völlig neue Herausforderung.
Oh, und der Soundtrack ist ziemlich gut.

Nachrichten der Woche

Normalerweise konzentriere ich mich ja auf die eher obskuren Nachrichten, aber diesmal liegt es mir am Herzen, einen bereits sehr verbreiteten Text zu empfehlen: Johann Pätzold über seine Erlebnisse und Berichte von den Vertriebenen im Mittelmeer. Den sollte man gelesen haben. Niemand soll sagen können, er habe doch nichts gewusst. Hier der Abschnitt, den man auf jeden Fall kennen sollte, wenn man den Rest zu lang findet:

Lieber würden sie zurück in das Wasser springen und ertrinken, als zurück nach Libyen zu müssen. Die schwangeren Frauen wurden über Monate hinweg von den libyschen Aufsehern vergewaltigt. Und in Europa reden Rechtspopulisten darüber, dass es unverantwortlich sei, als schwangere Frau auf und über das Mittelmeer zu flüchten. Es ist nur leider schwer, als Frau nicht schwanger zu werden, wenn man täglich mehrfach vergewaltigt wird. Und ich denke, es ist legitim, vor seinen Peinigern weg zu laufen. Verzeihen sie meinen Zynismus.

Die Männer waren oft verheiratet und hatten Familie. Sie erzählten, dass man ihre Frauen gerne als demütigende Foltermethode im Beisein der Ehemänner vergewaltigt hat und wenn sie dann schwanger wurden, erschossen hat. Wenn die Töchter noch zu jung waren, hat man ihnen gleich die Kehle durchgeschnitten und mit kleinen Jungen passierte im Grunde dasselbe.

Junge, hübsche Frauen wurden auf Marktplätzen verkauft, wie Vieh. Und das hat sich mit Sicherheit nicht geändert. Das passiert immer noch – und ich befürchte, es ist noch viel schlimmer geworden, seitdem die EU ihre NO WAY Politik, die Festung Europa, aufbaut. Was in Libyen passiert, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Es ist die wahrhaftige Hölle.

Ich weiss, nicht die hier übliche Mischung aus Leichtigkeit und Optimismus. Aber zu wichtig, um es nicht zu teilen.

Okay, zum Ausgleich etwas, worüber die Aufregung nicht lohnt: < a href="https://the-duesseldorfer.de/post-vom-rainer-liebe-aufsichtsraete-der-duesseldorf-congress-sport-events/">Das Düsseldorfer Fußballstadion wird nach dem neuen Hauptsponsor nun Merkur-Arena heissen. Dieser Sponsor ist Deutschlands größte Casino-Kette. Und weil gegen Casinos eine absolut irrationale Hetze läuft, regt sich halb NRW darüber auf, vor allem aber praktisch ganz Düsseldorf. „Glücksspielsucht%ldquo; wird dann als das große Übel angeführt, während niemand die Sponsorenschaft Warsteiners in Frage stellt. Das fünftgrößte Fußballstadion Deutschlands? Die Veltins-Arena.

Wo wir grade beim Bier sind, Anheuser-Busch ordert bei Tesla 800 wasserstoffelektrische Lkw. Das sind die Dinger, die es nlaut deutscher Autoindustrie nie geben wird und an denen nie irgendwer Interesse haben wird. Upps.

Weit verwunderlicher war aus Getränkewelt die Nachricht, dass die USA als einziges eine UN-Resolution nicht unterstützen, die sich für das Stillen von Säuglingen stark macht. Und das nicht einfach so, sondern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Sie störten sich wohl daran, dass die Resolution sich auf Studien bezieht, die industrielle Ersatzprodukte für schädlich befanden.

Babysitter-Gans. Nein, wirklich! - BIld: Wellington Bird Rehabilitation Trust

Babysitter-Gans. Nein, wirklich! – BIld: Wellington Bird Rehabilitation Trust

Dieser Namensvetter von mir hat eine wunderschöne Geschichte voller Liebe und Tragödie. Es ist eine Lebensgeschichte, also endet sie mit dem Tod, aber wenigstens wird Thomas in einer wunderschönen Gedenkzeremonie an seinem Heimatsee bestattet. Vor allem aber ist er wegen der extrem ausführlichen Schlagzeilen zu seinem Tod hier: Blind bisexual goose stuck in love triangle with two swans dies aged 40. Die Daily Mail sogar „Blind bisexual goose named Thomas who spent six years in a love triangle with two swans and helped raise 68 babies dies at the ripe old age of 40“. Das ist quasi schon selbst eine kleine Geschichte.

Sollte Thomas ein Facebook-Profil haben, hat er Glück: Diese sind nach einem BGH-Urteil der letzten Woche vererbbar. Das digitale Erbe und Umgang mit sozialen Medien und eMail-Konten im Todesfall, aber auch mit Besitz an virtuellen Produkten (eBooks, Spiele, Filme usw.) hing lange in der Schwebe, war von AGB-Regelungen und halblegalen Weitergaben von Passwörtern im Testament geprägt. Der BGH sagt nun: Besitz ist Besitz und vererbbar.

Praktisch! - Bild: Pinterest

Praktisch! – Bild: Pinterest

Die englische Sprache kann mitunter recht verwirrend sein. Gut, wenn es da leicht verständliche grafische Hilfen gibt. Hier zum Beispiel das Vokabular zum Bellen eines Hundes, großenabhängig. Gefunden bei Pinterest.

Endlich eine gute Umsetzung! - Bild: GentleTent

Endlich eine gute Umsetzung! – Bild: GentleTent

Hersteller GentleTent gebührt der Titel des ersten gelungen wirkenden Fahradwohnwagens. Der B-Turtle ist zusammengeklapt klein genug, um tatsächlich ohne den extremen Luftwiderstand anderer Modelle hinter einem Fahrrad hergezogen zu werden und ist damit der erste alltagstaugliche Versuch, der mir bekannt ist.

Geniestreich der Woche

Hier, sogar mit Logo. Quasi. Dürft ihr nutzen.

Hier, sogar mit Logo. Quasi. Dürft ihr nutzen.

Es gibt so viele internationale Küchen, wieso nicht mal eine intertemporale? Das Straßen-Fast-Food wurde im Alten Rom erfunden, wo die Arbeiter am Straßenrand zu Frühstück und Mittagspause kleine Mahlzeiten erwerben konnten.
Das Frühstück eignet sich hierzu besonders und erscheint mir tatsächlich recht interessant als Angebot. Im Grunde bestand es aus Brot mit einer Art Kräuterquark oder Olivenöl, Obst und Milch. Stilistisch gut gemacht kann ich mir sowas sehr gut als Basis für einen entsprechenden Anbieter vorstellen. Hätte was, mitten im Bahnhof so ein altrömisch gestaltetes Lädchen mit authentisch altrömischen Gerichten.
Vielleicht mit Spezialwochen für altgriechisch, ägyptisch oder aztekisch. Das wäre so klasse!
Und ich sehe jetzt erst, dass da ein U im Schriftzug ist. Die lateinische Schrift hatte in der Antike kein U, sondern dafür das V verwendet. Tja, wird wohl doch nix.

Politik der Woche

Während die Sommerferien herangerückt sind, habe ich mich intern in Treffen und eMail-Verkehr mit zwei Verkehrsprojekten beschäftigt, die über die Grenzen der Stadt hinausgehen. Eines sogar über die Grenzen der Bundesrepublik.
Zum einen war das ein Treffen mit den Viersener Grünen zur Verlängerung der S28 von Kaarst nach Viersen (mit Halten in Willich und Mönchengladbach-Neuwerk).
Das andere Projekt ist noch nicht spruchreif, wird es aber hoffentlich im Laufe des Sommers werden. Aktuell kann ich nur versprechen: It’s gonna be yuuuge!. Und nein, es ist keine Mauer zu den Niederlanden. Es sei denn, das läuft alles sehr schief.

Die Crème de la Crème (von links: Thomas Diehl, Tim Achtermayer, Lena Zingsheim, Anita Parker) - Bild: Max Lucks

Die Crème de la Crème (von links: Thomas Diehl, Tim Achtermayer, Lena ZIngsheim, Anita Parker) – Bild: Max Lucks


Die Grüne Jugend NRW hat sich dieses Wochenende in Mönchengladbach getroffen und das Amt der Landesvorstandssprecherin neu gewählt. Da habe ich natürlich nichts mit zu tun, ausser, dass ich als Sprecher des gastgebenden Kreisverbandes der Mutterpartei natürlich anwesend war, aber es ist einfach eine schöne Nachricht für unsere Partei in MG. Ich freue mich sehr, dass unsere Lena Zingsheim (3. v.l.) nun dieses Amt bekleiden darf.

Wortgeschmeide der Woche

Leider konnte ich selbst am Freitag nicht dabei sein, aber ich höre viel Gutes von der ersten FuckUp Night in Mönchengladbach. De Idee ist gut und potenziell amüsant: Es kommen Leute auf die Bühne, die wirklich übel auf die Fresse geflogen sind, insbesondere wirtschaftlich. Nicht allein zum Amüsement, sondern auch, um daraus für sich etwas lernen zu können, was für Fehler andere gemacht haben.
Am 12. November ist die nächste, ähnliche Veranstaltungen gibt es auch in anderen Städten (siehe Website hinter dem Link).

Fotos der Woche

In der Dahler Oase blühen endlich erstmals Ringelblumen. Nachdem die erste Saat im warmen November noch ausgetrieben hat, nur um dann mit dem ersten Frost abzusterben, hat diese neue Saat ihre Heimat nun erobert. Und einmal etabliert, sähen Ringelblumen sich immer wieder selber aus. Diese Blumen sidn ein recht wichtiger Schritt auf dem Weg von der Wildnis zum Garten.
Es ist unglaublich, wie sehr die Hitze und Trockenheit die Pflanzen zum Fruchten treiben. Die Brombeeren fangen nun gut einen Monat früher als erwartet an, reif zu werden. Auch Kürbisse und Zucchini sind deutlich schneller, die Süßkirschen haben wir sogar verpasst, weil sie sich deutlich mehr beeilt haben, als erwartet.

Videos der Woche

Zurück zum normalen Modus für Extra Extra: Ein Probe Droid aus Das Imperium schlägt zurück schaut diese Woche rein und sieht auch recht gut aus, ist nur eine Wiederauflage von vor zwei Jahren.

Nächste Woche gibt es bei Extra Extra mal was Neues und Fiction Science kommt auch endlich mit ersten regulären Videos voran. Seid gespannt.