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Am 9. August 2017 ging das erste Video meines Kanals Extra Extra online. Seitdem hat sich dort viel getan und verändert, es gab ein langes Auf und Ab und heute sieht der Kanal völlig anders aus, als ich noch vor einem Jahr erwartet habe. Also, gehen wir zum Jubiläum auf die Reise!

Inhalte: Von Experimentierkästen zu Lego

Ich habe offenbar nie die Geschichte hinter der Entstehung des Kanals erzählt. Denn auch wenn er als Kanal für Heftbeilagen gestartet ist, war das nicht die ursprüngliche Idee.
Die ursprüngliche Idee war ein Kanal für Lernspielzeug, sprich Experimentierkästen und ähnliches. Das Konzept lief auf eine Beratung für Eltern hinaus, was die Produkte ihren Kindern beibringen könnten und ob sie dies gut machten. Allerdings sind die erhältlichen Experimentierkästen alle extrem gleich, es gibt nur relativ wenige Formate, die immer wieder neu aufgelegt werden. Das ist schade und macht es nicht einfach, genug Videos zu produzieren.
Und hier kamen die Heftbeilagen ins Spiel. Von denen gibt es gegenwärtig nicht wenige, wie ein Blick in den nächsten Kiosk, vor allem Bahnhofskiosk, beweist. Oder auf ein Foto des Bahnhofskiosk, das an dieser Stelle ohnehin folgt.

Ich bin im Schreiben des Artikels aufgestanden, zum Bahnhof gefahren und habe dieses Foto gemacht. DAS ist journalistische Integrität!

Ja, ich bin im Schreiben des Artikels aufgestanden, zum Bahnhof gefahren und habe dieses Foto gemacht. DAS ist journalistische Integrität!


Der Gedanke war der, dass dies ja relativ nah an den Lernspielzeugen ist und einige der Hefte sicherlich auch solche dabei haben. Nunja. Hin und wieder gibt es zwar auch solche Sachen, aber das meiste ist halt billigster Plastikkram aus China, der schnell mit einem Aufkleber versehen und dann nacheinander verschiedenen Heften beigelegt wird. Jetzt grade liegt eine Ausgabe der Drei ??? an den Kiosken, bei denen auf einem Teil der Hefte das Logo des Magazins zur Sendung mit der Maus auf der Beilage klebt.
Aber immerhin war so Material da, um jede Woche mit 4-6 neu erschienenen Heften zu füllen. Ich startete also damit, wöchentlich ein Video herauszubringen, das die Beilagen der Woche besprach. Auf diese oft „Extras“ genannten Beilagen bezieht sich auch bis heute der Name des Kanals.
Bereits in der dritten Woche war ich so bei Beilage 22 angekommen und die Sachen begannen, sich zu wiederholen. Den Ausschlag gab der vermaledeite Fidget-Spinne,r der zu diesem Zeitpunkt grade aus der Mode kam und in 1-Euro-Shops verramscht wurde. Das und die zunehmende Länge der Videos brachten damals eine Änderung mit sich: Von diesem Moment an würde ich nur noch ausgewählte Extras besprechen, über die es auch genug zu sagen gab, um ein Video zu drehen. Und jedes Extra würde statt der bald halbstündigen Sammelvideos sein eigenes Video bekommen. Damit endete die Dokumentation des Projekts hier im Blog aber die Videos gingen weiter.
Und bald zeichnete sich ab, dass der Inhalt des Kanals in eine klare Richtung lief: Lego.
Der Grund war ein recht einfacher: Die Lego-Hefte waren die einzigen Hefte, die zuverlässig hochwertige Beilagen hatten, über die sich zu sprechen lohnte. Der erneute Tod der Yps und die qualitativ nicht so pralle Entwicklung der Micky Maus zementierten diesen Trend. Die anderen Sachen schrumpften sehr schnell weg und da es praktisch jede Woche ein neues Lego-Heft gibt, musste ich mir um fehlende Inhalte keine Sorgen machen.
Natürlich versuchte ich, den Kanal weiterzuentwickeln. Im Dezember etwa nahm ich eine Reihe von Experimentiersets unter die Lupe. Das kam aber nicht besonders an. Auch die Versuche, wenig besprochene Sets von Lego-Konkurrenten vorzustellen, liefen eher mittelprächtig, das werde ich aber ab und an noch im Kanal einstreuen. Die Schleich-Dinos sind auch kein sonderlich populäres Thema, aber die halte ich aus eigenem Interesse an den Figuren noch im Kanal.

Besucher und Geld und so

Der Kanal wuchs nach dem Umstieg zunehmend an Abonnenten, Ansichten und Werbeeinnahmen. Als im Dezember mein zu dieser Zeit als Kamera verwendetes Handy kaputtging, hatte er sich auf eine Ausgaben-Einnahmen-Bilanz nahe Null hochgearbeitet. Bei anhaltendem Trend wäre er im April oder Mai profitabel geworden.
Doch dann ging eben mein altes Handy kaputt. Erst drei Wochen später konnte ich ein neues kaufen und dessen Kamera war vollkommen unbrauchbar. Und dann kam eine Mail von Youtube, dass die Bedingungen für die Fähigkeit verändert wurden, mit seinen Videos Geld zu verdienen. Es hieß, man wolle in Zukunft stärker auf die Kanäle schauen, die Werbung schalteten und dafür in Zukunft menschliche Tester die Kanäle überprüfen lassen. Doch dafür sollten die Bedingungen erschwert werden, um die Zahl der zu überprüfenden Kanäle begrenzt zu halten. Nur leider waren davon auch Kanäle betroffen, die bereits für Werbeschaltungen freigegeben worden waren — obwohl diese nach vorherigen Aussagen Youtubes auch schon von Menschen überprüft worden waren. Meiner zum Beispiel.
Plötzlich sollte ich neben den bereits erbrachten 10.000 Videoansichten zusätzlich 1.000 Abonnenten und 4.000 Stunden jährliche Sendezeit zusammenbekommen.
Und die Nachricht kam genau zu dem Zeitpunkt, als ich überlegte, in eine Kamera zu investieren. Denn mein Kanal erfüllte diese Anforderungen nicht, Youtube würde mir also bald mein Einkommen aus den Videos wegnehmen. Das hat mich etwas sehr desillusioniert und enttäuscht. Verstanden habe ich es bis heute nicht, da sich Google als Youtubes Besitzer damit meines Erachtens nur ins eigene Knie schießt, denn die schalten dann ja weniger Werbung.
So kam es also zu einer Unterbrechung des Kanals. Im Laufe der Monate fiel mir aber auf, dass die Abozahlen stabil blieben und immer noch neue Abonnenten hinzukamen. Und so entschied ich mich, dass die Anforderungen von Youtube vielleicht doch noch erreichbar waren. Ich stellte ein Video ein, das die Situation erklärte und begann wieder, Videos aufzunehmen.

Nach diesem Bruch war das Wachstum natürlich deutlich langsamer und ich musste mich wieder auf die vorherigen Zahlen hochkämpfen. Aktuell bin ich bei exakt 63 Videos, 300 Abonnenten, knapp 2 Millionen Videoansichten und 500 Stunden jährlicher Sendezeit. Ich gehe davon aus, dass ich Anfang 2019 wieder Werbung schalten kann, bis dahin ist das ein reines Passionsprojekt.
Ich werde weiterhin versuchen, den Fokus der Videos zu erweitern, aber die Lego-Hefte sind zur Zeit die Hauptattraktion. Was keine Beschwerde ist, Lego ist immer gut. Mal sehen, wo es in Zukunft hingeht.

Videodreh

Am Anfang habe ich recht aufwendige Videos gemacht, mit Schnitten, Einspielern, manchmal sogar Effekten. Es gab ein Intro und ein eigens gestaltetes Vorschaubild.
Inzwischen hat sich das alles deutlich verkürzt: Wenn ich ein Video für Extra Extra drehe, lege ich in der Regel die Requisiten bereit,richte die Kamera aus, schalte die Kamera ein und fange an, zu reden. Das Ergebnis ziehe ich dann in ein Programm zur Videobearbeitung, wo es für Youtube mit einem 20 Sekunden langen statischen Bild am Ende versehen wird, bevor ich das zu diesem Zeitpunkt 1-3 GB große Video mit Hilfe eines Programms namens Handbrake auf eine Größe von 100-200 MB komprimiere. Und dann lade ich das Ergebnis auf Youtube hoch. Als Stativ für die Kamera nutze ich übrigens immer noch einen Selfie-Stick für einen Euro, den ich in einem alten Rucksack fixiert habe. Das funktioniert super.
Alles in allem etwa 20 Minuten Arbeit und eine Stunde warten, während der Computer arbeitet. Ja, Extra Extra ist das mit Abstand am wenigsten aufwendige Format, das ich bediene. Keine Drehbücher, so gut wie keine Nachbearbeitung, einfach nur Kamera an und reden. Deutlich schneller und einfacher als Formate, bei denen ich separat aufgenommenen Ton nachher mit Bildern versehe. Gleichzeitig ist es das erfolgreichste, was übrigens im Videobereich gar nicht mal so selten ist.
Was eine mögliche übergreifende Geschichte angeht, so kommt die hin und wieder auf, aber das entwickelt sich beim Einsprechen spontan und organisch. Mal sehen, wo der Aufbau meiner Roboterspinnenarmee noch hinführt. Momentan denke ich an einen Jubiläums-Brickfilm oder sowas. Nicht dieses Jahr, aber irgendwann.
Ich bin aber auch mit der Zeit deutlich geübter geworden, was die Erstellung und Bearbeitung von Videos sowie das Sprechen bei der Aufnahme angeht. Ich denke, Extra Extra war wichtig, damit ich das flüssige Sprechen für meine Kurzgeschichten und Fiction Science erlernen konnte. Diese wiederum sind deutlich aufwendigere Formate und grade von Fiction Science erhoffe ich mir mittelfristig auch größeren Erfolg.

Aber jetzt erstmal: Auf das erste Jahr mit Youtube (auch in Hoffnung auf eine künftige Alternative), auf das erste Jahr Extra Extra und auf viele erfolgreiche weitere Jahre. Prost!