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Der wöchentliche Rückblick in sieben Kategorien. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag hier im Blog, mehr oder weniger. Zwischen Vergangenheit und dem Ende der Zeiten.

Musik der Woche

Diese Woche nehme ich einfach einen Song, der mir diese Woche öfters über den Weg gelaufen hat. Keine tiefere Bedeutung oder Aussage meinerseits, einfach nur ein Song, den ich relativ häufig gehört habe. Wobei einem dann irgendwann der Text auffällt und der ist… ungewöhnlich für einen Hitsong.

Nachrichten der Woche

Fangen wir mit etwas Lokalpariotismus an: Das Blog Kitchenkompass hat im Wettbewerb „Vom Wissen zum Handeln“ gewonnen. Der Wettbewerb zur Förderung von Konzepten zu gesunder Ernährung war vom Bundes-Landwirtschaftsministerium ausgelobt worden und geht damit an ein Blog, das Einwanderern eine Einführung in den hiesigen Haushaltsalltag bietet.
Dabei handelt es sich offenbar um einen Förderpreis für die Umsetzung. Das erklärt, warum ich das Blog selber nicht finden kann, denn sonst würde ich es selbstverständlich verlinken.
Was man auch nicht so leicht findet, ist die 3Sat-Übertragung des Konzerts gegen Rechts, zu dem sich in Chemnitz kurzfristig eine Reihe bundesweit bekannter Bands verabredet haben, von Kraftklub bis zu den Toten Hosen. Eigentlich wollte 3Sat das auch übertragen, aber da hat offenbar die ARD (?) interveniert und nachdem sich die AfD darüber aufgeregt hat verschwanden alle Ankündigungen recht plötzlich.

Bei der SPD geht es bisweilen wenig sozial zu. So etwa bei den Versuchen Hubertus heils, Bayern dazu zu zwingen, Eltern ihr Hartz IV zu kürzen.
Und dann ist da noch Andrea Nahles, die vulgärste Kackbartze, die je Rot getragen hat. Die meint diese Woche, statt normal zu verhandeln, müsse sie beim Thema Kohleausstieg die Grünen angreifen, die den doch tatsächlich fordern. Für den Fall, dass irgendein Zweifel bestanden hat, warum Rot-Grün es nicht geschafft hat, die Kohle zu stoppen.
Da wünscht man sich ja schon ein wenig in die 60er zurück. Damals, als es in der SP noch Sozialdemokraten gab und Arnold Schwarzenegger viermal in Folge Mister Univerusm wurde. Nun, wenigstens ein bisschen geht das:

Das bringt mich jetzt fast dazu, doch noch ein Auto zu kaufen - Bild: Fancy

Das bringt mich jetzt fast dazu, doch noch ein Auto zu kaufen – Bild: Fancy


Wobei, ein bisschen Ostblock haben wir ja schon. Und der Ostblock ist böse. Oder wenigstens Russland. Man sollte halt nur tunlichst nicht berichten, wenn die Mordopfer Veründete Russlandssind, das macht ja das schöne Bild vom bösen Russen kaputt.

Aber nochmal zurück zu den Nazis. Es gab nämlich einen spektakulären Fund urzeitlicher Schmarotzer ohne Rückgrat in der Paläontologie. Bei einer groß angelegten Suche in fossilen Fliegenkokons fanden Forscher vier unterschiedliche Arten von Schlupfwespen, deren Nachwuchs in Fliegenlarven heranwuchs. Die Wespen hatten zum Zeitpunkt ihrer Versteinerung ihre Opfer fats vollständig konsumiert und warteten nun in deren Kokons auf die Schlupf. Ein wolcher direkter Nachweis von Parasitismus in Fossilien ist ein absolut aussergewöhnlicher Fund.
Ein ähnlich großer Glückfund ist auch ein neuer Flugsaurier, einer der ältesten seiner Verwandtschaft. Und für Empfindliche wohl auch ein deutlich appetitlicherer.

Entgegen aller Unkenrufe wächst der eBok-Markt in Deutschland weiter an und war im ersten Halbjahr 2018 erstmals neunstellig. Ich muss allerdings zugeben, davon gerne mehr mitbekommen zu wünschen.
Etwas weniger glücklich mit Technik sind die Anwohner von Googles Experimentiergebiet für selbstfahrende Autos. Die Dinger sind im Grund fahrende Verkehrshindernisse, die noch viele Probleme zu überwinden haben,bevor sie am normalen Straßenverkehr teilnehmen können.

Geniestreich der Woche

Wer ist eigentlich auf die bekloppte Idee gekommen, dass eine Woche eine Primzahl an Tagen haben soll? Sieben ist so eine blöde Zahl. Sie ist durch nichts teilbar, passt mit keiner anderen Zeiteinheit zusammen (ausser mit dem Februar in Jahren, in denen die überflüssige Schaltjahrerei ausbleibt) und erschwert es nur, Zielvorgaben wie „2x die Woche“ mit festen Wochentagen zu versehen, was es deutlich einfacher machen würde, sich eine solche Regelmäßigkeit zu merken.
Ich sehe dafür zwei Möglichkeiten: Entweder, wir schaffen den Montag ab. Den mag eh so gut wie niemand.
Oder aber, wir führen einen achten Tag ein. Den nennen ich Kortag, einfach weil es der erste unverwechselbare Name für einen Tag ist, der mir einfiel.
Sechs oder acht Tage pro Woche, alles ist besser als ausgerechnet sieben.

Politik der Woche

Die Woche war wieder eine privat sehr volle. So war ich politisch eher bei einigen Veranstaltungen zu Gast.
So gab es am Donnerstag einen Vortrag zum neuen Polizeigesetz von dem kölner Strafrechtler Christian Mertens, der den Gesetzenentwurf und seine Konsequenzen aus juristischer Sicht auseinandernahm. Kernerkenntnis: Hier wird die Gewaltenteilung beunruhigend ausgehöhlt.
Samstag veranstalteten die Grünen im Kreis Viersen ihr Sommerfest. Ein angenehmes Treffen mit dem Nachbarkreis mit einigen Gesprächen.

Eines möchte ich an dieser Stelle noch ergänzen,da es ansteht: Am Sonntag, den 16. September, ist in Mönchengladbach die Sternfahrt 2018. Ich werde bei dieser Gelegenheit einen Zubringer aus Roermond anbieten, der grob meinem Vorschlag für einen grenzüberschreitenden Radschnellweg folgt.

Wortgeschmeide der Woche

Diese Woche habe ich hier mal zwei Tipps. Dafür hatte ich letzte Woche ja strenggenommen keinen.
Den Anfang macht ein Debütroman eines Mönchengladbachers. Der gefangene Sommer von Christoph Steckelbruck ist ein schwer einzuordnendes Porträt des Erwachsenwerdens in den 70er Jahren. Als solcher ist er authentisch und wenig nostalgisch, was vor allem bei der aus heutiger Sicht hässlichen Seite der Vergangenheit deutlich wird. Die Sicht auf das Erwachsenwerden, der beiläufige Alltagssexismus, all das findet sich in diesem Zeitbild ungelogen und in freiem Konfrontationskurs mit der Leserschaft der 2010er, die das alles kaum mehr kennt. Nun gehöre ich als Kind der 80er da zwar zu, aber so etwas schwindet ja nicht von Gestern auf Heute und so manches hat sich bis tief in die 90er gehalten.
Der andere Tipps ist deutlich gegenwartsbezogener. Unter dem Titel The Cleaners gibt es bei Arte eine Dokumentation dazu, wie bei sozialen Netzwerken wie Youtube und Facebook entschieden wird, welche Inhalte akzeptabel sind und vor allem, welche nicht. Das Ganze ist mit der seltsamen Hintergrundidee, redaktionelle Auswahl sei „Zensur“, auf Sensation/Skandal gebürstet,aber dennoch sehenswert.
In dieser Welt habe ich mich vor Jahren selbst bewegt. Und ja, man sieht eine Menge Scheiss. Nicht so schlimm wie das, was ich von Bürokräften bei der Polizei gehört habe, die beispielsweise Hinweise auf Kinderpornografie überprüfen müssen, aber da hatte ich wahrscheinlich einfach nur Glück, sowas nie dabei gehabt zu haben. Aber es ist eine Arbeit, die irgendjemand machen muss, wenn wir (einschließlich Kinder etc.) so etwas nicht schutzlos ausgeliefert sein wollen. Diese Notwendigkeit kommt mir bei der Doku etwas kurz.

Fotos der Woche

Hier war ich am Samstag auch mal für ein-zwei Stunden: Ein Stand der Umweltschutzvereine in MG zu den Themen Braunkohleabbau und Hambacher Forst. Mit politischer Musik und jeder Menge Information für alle Interessierten.
Diesmal ist es frisches Obst, das unsere Schubkarre füllt. Nach dem Ende der Dürre ist nun die Erntezeit gekommen und auch gepflanzt werden kann endlich wieder. Das hier ist der Rest, nachdem alles andere unter den Anwesenden verteilt wurde. Wahrscheinlich geht auch das wie beim letzten Mal, als größere Mengen Obst übrig waren, an die Aktiven im Hambacher Forst.
Nächste Woche ist übrigens nochmal Apfelernte, zwei weitere Bäume sind dann bereit.
Unterdessen ergänzen bei den Anpflanzungen Guter Heinrich, eine neue Winterheckenzwiebel, Rosmarin, Thymian und Liebstöckl die Vielfalt der Oase. Ein Schlehdorn ist ebenfalls neu, der dient aber weniger der Ernährung, als der Lieferung stacheliger Zweige zum Schutz der Gemüsepflanzen.

Videos der Woche

Fiction Science bleibt bei den Konzeptfahrzeugen aus der Science-Fiction, die es nie auf den Bildschirm gebracht haben. Der AT-HS ist ein Läufer, der für Star Wars: Die letzten Jedi entworfen wurde, am Ende aber nur in Form eines Lego-Sets auftauchte. Dieses Set habe ich nun hergenommen, um ein wenig über Zweiwegefahrzeuge zu sprechen, und darauf einzugehen, wieso ein solches Konzept für einen als Kundschafter eingesetzten Läufer im Star-Wars-Universum eine echte Verbesserung ist.

Bei Extra Extra gibt es endlich wieder frische Magazin-Inhalte. Ein Ninjago-Bösewicht namens Talon eröffnet die neue Saison der Tütchenfiguren als Heftbeilagen.