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Der wöchentliche Rückblick in sieben Kategorien. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag hier im Blog, mehr oder weniger. Und jede ein weiterer Schritt zu meiner Weltherrschaft!

Musik der Woche

Passend zur Abteilung „Wortgeschmeide der Woche“ widmet sich auch die Musik der Woche voll der Welt der wahnsinnigen Wissenschaftler. Dr. Horribles Sing-Along-Blog bringt uns in seinem Finale Everything You Ever,die musikalische Umsetzung des Momentes, in dem der Protagonist des Films schlussendlich an den Ereignissen bricht und voll in seiner Superschurken-Identität als Dr. Horrible aufgeht.
Die Hollywood-geprägte Filmwelt hat viel zu wenige Tragödien, geschweigedenn Tragikomödien. Da hält Joss Whedon hin und wieder gegen, so auch mit diesem Nebenprodukt des Drehbuchautorenstreiks, der Neil Patrick Harris, Felicia Day und Nathan Fillion in Hochform zeigt.

Fundstücke der Woche

Manche Denkweisen sind erstaunlich. So etwa im Minto, dem Einkaufszentrum von Mönchengladbach. Dort hat es die Gastronmie schwer, genug Kunden zu erreichen und es kriselt mächtig. Darauf wissen die Betreiber des Minto einen absolut wasserdichten Plan vorzuweisen: Sie bauen mehr Gastronomie! Sind halt echte Vollprofis. Gut, die CDU steht dem ja nicht nach und fordert ein Gastro-Center in Form einer „Markthalle“ auf dem Kapuzinerplatz ein paar hundert Meter weiter den Berg hoch.
Auch eine recht amüsante politische Entwicklung gibt es im „Handelskrieg“ zwischen den USA und China. Nachdem die USA Strafzölle über Importe im Wert von 200 Milliarden USD vehrängt haben, halten die Chinesen mit solchen auf Importe von 60 Milliarden gegen. Warum so viel weniger? Nun, es gibt gar nicht mehr genug amerikanische Exporte nach China. Mit anderen Worten: China gewinnt das Ding fast automatisch. Dumm gelaufen, Trumpeltier.
Okay, das war jetzt gemein. ich entschuldige mich bei allen zweihöckrigen Kamelen.

Der „Handelskrieg“ von Banksy gegen seine Kunden ist eh viel lustiger. Eines seiner Bilder hat sich in dem Moment, in dem es verkauft wurde, per Fernbedienung selbst zerstört.
Eine weniger lustige Fernbedienung sind die ungefragt automatisch laufenden Updates mancher Systeme. Das wurde letztens in Schweden etwas ungemütlich, wo sich ein Rechner mal eben während der Operation im OP-Saal aktualisiert hat. Die OP musste abgebrochen und wiederholt werden. ich hasse diesen Mist ja schon ohne, dass ich in Lebensgefahr schweben würde.
Schon wieder lustiger wird es bei einem Blick in das, was Regelungen für die Computerwelt so in der realen Welt auslösen können. In Österreich stellte sich jetzt heraus, dass Klingelschilder nicht mit dem Datenschutz zu vereinbaren sind.

Andere Rückwärtsgewandte protestieren dagegen, dass am Gardasee ein Radweg für den Tourismus gebaut wird. Ich vermute, die Touristen wären denen in Autos lieber?
Aber das ist ja harmlos, das übliche Geschrei bei teuren Projekten halt. Nein, für echte Rückwärtsgewandte blicken wir besser zu den Identitären. Oder, wie man nach einer solchen Aktion getrost sagen kann, Nazis.

Okay, enden wir mit einer positiven Notiz: Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kühe deutlich weniger Methan pupsen, wenn sie Seegras bekommen.

Geniestreich der Woche

Kühe mit Seegras füttern, damit sie nicht mehr so viel pupsen. Das kriege ich diese Woche nicht überboten.

Wortgeschmeide der Woche

Da lag es am Montag im Briefkasten: Mein Belegexemplar für die Herbstausgabe des Mad Scientist Journal. Das amerikanische Magazin im Taschenbuchformat rund um die Welt der wahnsinnigen Wissenschaftler und ihrer Forschungen enthält in diesem Quartal unter anderem meine (Sehr-)Kurzgeschichte Fetch Monkey um etwas spezielle neurologische Forschung an Laboraffen.
Es war eine schöne Übung, mal einen Text so spezifisch auf eine bestimmte Publikation zugeschnitten zu schreiben. Die Geschichte, der Ton, die Schreibweise, alles war komplett auf diese Zeitschrift zugeschnitten. Und das hat offenbar auch ganz wunderbar funktioniert. Fetch Monkey wurde mit nur zwei korrigierten Kommas so im Magazin übernommen, wie ich es eingeschickt habe.
Amazon-Links für Kindle- und Papierausgabe sind rechts und links in diesem Textabschnitt zu finden, daneben ist das Heft unter anderem auch bei Smashwords erhältlich, wo man auch eine ePub-Ausgabe für Leser wie den Tolino findet.

Politik der Woche

Der politische Aufschlag war nach den letzten Sieben der Bau- und Planungsausschussder so lang war, dass dies auch zu einer entsprechenden Diskussion führte. Wir kamen in der Tat erst um 23:15 aus dem Rathaus, zuhause war ich dann kurz vor Mitternacht. Und selbst das haben wir nur geschafft, weil die späten Punkte weniger ausführlich beraten wurden. Das allerdings war für einige Themen schlecht, denn beispielsweise das sehr spät noch diskutierte Thema „Barrierefreiheit in der Kaiser-Friedrich-Halle“ hätte definitiv eine gute und auch in die Tiefe gehende Debatte gebraucht. In einem so alten und markanten, aber auch zentralen Bau, ist das nämlich kein triviales Thema, aber auch ein wichtiges. Und die Pläne beziehungsweise Möglichkeiten sind entsprechend komplex.
Weitere Themen betrafen unter anderem die Umgestaltung der Hindenburgstraße samt der berüchtigten Sichtachsen, bei der mit in meinen Augen dermaßen manipulativen Vorschaubildern gearbeitet wird, dass ich mich ernsthaft frage, ob die Verantwortlichen hier bewusst eine Verschlechterung herbeiführen, dass sie das in ihren Bildern derartig beschönigen müssen. Ist-Situation in Schwarzweiss, Planung in Farbe? Ernsthaft?
Die Woche drauf war mit Verwaltung eines Vorhabens gefüllt: Busse aus Mönchengladbach zur Großdemo am Hambacher Wald. Grüne und Linke hatten je einen Reisebus organisiert, um mit diesem nach Kerpen-Buir zu fahren. Die Verwaltung der Fahrgastlisten lag diesmal zentral bei mir, um die Sache zu vereinfachen. Ich hatte eine eigene eMail-Adresse eingerichtet, die nur für die Anmeldungen zur Fahrt benutzt wurde und das über diese abgehandelt. Am 29. September begann die Teilnehmerliste, am 30. September gab es eine große Ankündigung im Sonntags-Werbeblättchen der Stadt und am Dienstagabend waren alle 106 Plätze belegt. Kurzfristig stellte das Busunternehmen Haupts an Stele eines der beiden Busse noch einen größeren Bus zur Verfügung, womit wir auf 120 Plätze kamen, die ebenfalls gut gefüllt wurden. Wir hätten mühelos einen dritten Bus füllen können,aber dafür standen im Raum Mönchengladbach gar keine Fahrer mehr zur Verfügung. So fuhren wir mit 120 Leuten zur Demo. Alles in allem kamen aus dem Bereich unserer Stadt geschätzte 300-400 Leute (näher an 400 als an 300), wenn ich die ADFC-Radtour (30 Leute) und die Anzahl an Beiträgen von Freunden und Bekannten in den sozialen Medien als Maßstab nehme.
Es folgen die obligaten Fotos im parteilichen Kontext.

Fast komplett! Der Vorstand der Grünen Niederrhein-Wupper (v.l.n.r.): Thomas R. Diehl, Birgitt Höhn, Ule Schauws, Stefan Engstfeld, Claudia Schmidt (Nilab Fayaz ist im Geiste dabei) - Foto: Paula Elsholz

Fast komplett! Der Vorstand der Grünen Niederrhein-Wupper (v.l.n.r.): Thomas R. Diehl, Birgitt Höhn, Ule Schauws, Stefan Engstfeld, Claudia Schmidt (Nilab Fayaz ist im Geiste dabei) – Foto: Paula Elsholz


Und die Gladbacher Vorstände diverser Parteiteile: Lena ZIngsheim (Grüne Jugend NRW), Boris Wolkowski(Fraktion im Rat MG), Laura Steeger (grüne Jugend NRW) und der Typ, den der ein oder andere hier kennen wird (Kreisverband) - Bild: Lena Zingsheim

Und die Gladbacher Vorstände diverser Parteiteile: Lena ZIngsheim (Grüne Jugend NRW), Boris Wolkowski(Fraktion im Rat MG), Laura Steeger (grüne Jugend NRW) und der Typ, den der ein oder andere hier kennen wird (Kreisverband) – Bild: Lena Zingsheim

Und das passiert, wenn man wegen der Sonne beim selfie den Bildschirm nicht sehen kann. Hallo, Thomas Schlangen, mein Hut und Peter Beckers! - Bild: Das geb ich jetzt nicht zu

Und das passiert, wenn man wegen der Sonne beim selfie den Bildschirm nicht sehen kann. Hallo, Thomas Schlangen, mein Hut und Peter Beckers! – Bild: Das geb ich jetzt nicht zu

Mein Hut ist allgemein gern auf Fotos. Und manchmal wird genau dann das Foto gemacht, wenn zwischen uns was runterfällt (hinten rechts im Bild) - BIld: Äh, Grüne? Sorry, Fotograf, ich weiss nicht mehr, wer's war

Mein Hut ist allgemein gern auf Fotos. Und manchmal wird genau dann das Foto gemacht, wenn zwischen uns was runterfällt (hinten rechts im Bild) – BIld: Äh, Grüne? Sorry, Fotograf, ich weiss nicht mehr, wer’s war

Und jetzt nochmal ein kleiner Blick in die Runde: Menschen, so weit der Horizont reicht - Bild: Ich

Und jetzt nochmal ein kleiner Blick in die Runde: Menschen, so weit der Horizont reicht – Bild: Ich


Insgesamt waren etwa 50.000 Menschen vor Ort. Das machte sich auch bei der Abfahrt bemerkbar; es standen locker mehr als 200 Busse an den Straßen. Unser Bus, der zu den letzten gehörte, die sich zur Abfahrt einreihten, stand vor der Kartbahn Kerpen-Manheim, ein paar Kilometer ausserhalb von Buir. Und das nicht freiwillig, die gesamte Strecke bis dahin standen die Busse Stoßstange an Stoßstange.
Alles in allem eine super Veranstaltung mit guter Laune, gutem Wetter und einem riesigen öffentlichen Echo. Das Hambacher Fest bezieht sich zwar auf ein anderes Hambach, aber das war im Vergleich ja auch das deutlich kleinere Fest.

Zeitgleich in Mönchengladbach geht es wie gehabt etwas provinzieller zu als in Kerpen-Buir. Hier streitet man um den Verbleib des Hauses Erholung in städtischer Trägerschaft. Das schicke Veranstaltungshaus soll im Rahmen einer Hotelplanung auf dem frisch geräumten Nachbargrundstück des vor Jahrzehnten umgezogenen Haus Zoar veräussert werden. Das kann ausser der GroKo im Rat niemand verstehen und so gibt es Widerstand. Unter anderem eine Art Fotodemo, was als Format mal ganz interessant ist.
Sprich, wer das Ansinnen teilt, macht ein Foto mit dem schild gegen den Verkauf, idealerweise am Gebäude selbst. Sowie ich hier:

Ich hätte ein zweites machen sollen, auf dem die Lampe an ist. Und dann ein GIF daraus basteln. Das wäre lustig gewesen. Hachja - Bild: Karl Sasserath

Ich hätte ein zweites machen sollen, auf dem die Lampe an ist. Und dann ein GIF daraus basteln. Das wäre lustig gewesen. Hachja – Bild: Karl Sasserath

Und dann gab es noch ein Treffen der Fraktionen in der Stadt beim ADFC, dem ich beiwohnen durfte. Es ging darum, sich über eine mögliche Radschnellwegeverbindung MG-Wegberg (und optional auch Roermond) auszutauschen. Wer dieses Blog regelmäßig liest, wird die Überlegungen kennen.
In der tat kamen wir gemeinsam recht weit, alle waren sich einig, dass die Verbindung durchaus attraktiv ist. Neu war die Information, dass auf der Nordseite der Gleise zwischen Rheindahlen und Wegberg aktuell die im Weg stehenden Gebäude ihrem Abriss entgegensehen und dort neu geplant wird. Das bietet eine einmalige Chance, einen solchen Radschnellweg jetzt auf den Weg zu bringen. Es wäre die kürzeste mögliche Verbindung zwischen den Städten.
Ich bin sehr zufrieden damit. Dass sich grade jetzt ein so guter Weg auftut, hatte ich nicht zu hoffen gewagt. Woran es leider hapert, sind die Kapazitäten im zuständigen Amt. Die Stadt ist derzeit mit der schieren Masse an Großprojekten schlichtweg ausgelastet.

Fotos der Woche

Da heisst es diesmal: Siehe oben. Die Politik war in den letzten Wochen sehr präsent, mehr noch als sonst. Meine Kamera im Gegenzug fast gar nicht.

Videos der Woche

In der Woche zuvor war es noch die Musik der Woche, diesmal nun ist Donald Trumps Space Force Thema beim ersten Ausflug von Fiction Science in die Welt der für die reale Welt vorgeschlagenen Ideen. Ich habe diese neue Unterserie kurzerhand Reality Check genannt. Ob sie weitere Videos bekommen wird, werden wir sehen, aber ich denke, schon. Ein weiteres Szenario habe ich konkret im Blick, wobei es da um die Wahrscheinlichkeit eines sehr beliebten Hintergrundes für eine alternativ verlaufene Welgeschichte geht.
Aber nun erst mal die Weltraumtruppen, welchen Platz sie im modernen Militär einnehmen könnten udn was mögliche Projekte bis zur Mitte des Jahrhunderts wären. Mit knapp 20 Minuten ist die smein bisher längstes Video unter Fiction Science, aber leider auch eines der Videos, die wirklich niemanden zu interessieren scheinen. Schade. Naja, vielleicht habe ich auch zu viele Leute mit dem Vorschaubild vertrieben. Egal, ich behalt’s.

Kürzer, aber auch erfolgreicher ist das zweite Video der aktuellen Periode: Pünktlich zum Start des Venom-Films habe ich mich der Frage gestellt, ob Venom eigentlich realistisch ist. Endlich komme ich dazu, über das Thema der biochemischen Barrieren zu sprechen. Das ist ein in der Science Fiction fast komplett ignoriertes Konzept, nach dem die chemische Funktionsweise etwaigen ausserirdischen Lebens wahrscheinlich dermaßen fremdartig wäre, dass es mit irdischem Leben vollständig inkompatibel wäre. Was für ein Konzept wie den ausserirdischen, verschiedene Planeten wechselnden Symbionten Venom ein echtes Problem darstellt.

Ninjago-Fans bekommen im letzten Heft zum Lego-Thema den Ninja Kai in der neuesten Variante mit ein paar Flammen. Ganz nett, aber wer Ninjago-Fan ist, hat wahrscheinlich inzwischen eine ganze Schwadron an Kais in den Lego-Kisten herumfliegen. Ich meine, selbst ich habe inzwischen drei davon. Und ich sammle Ninjago überhaupt nicht, ausser für Extra Extra.

https://www.youtube.com/watch?v=
Von Star Wars bin ich selbst ein deutlich größerer Fan. Da gab es nach einer kurzen Trockenphase an Lego-Heften ein Minikit von Poe Damerons X-Wing mit seinem feschen Farbmuster in schwarz und orange. Ich bin kein Freund des künstlich eingefügt wirkenden Charakters Poe und diese zwanghaft hochgejubelten Nebenfiguren sind ein Problem, dass die neuen Star-Wars-Filme allgemein haben (Captain Phasma ist auch nur eine silberner Sturmtrupplerin, Porgs sind nerviger als jeder Gungan und Rose hatte irgendwie auch nichts beizutragen). Aber die Schiffe sehen alle gut aus, vor allem die aktualisierten Varianten bekannter Typen wie TIE-Jäger und X-Flügler. Und von letzterem haben wir eben nun ein Minikit. Teilemäßig nix nennenswertes, aber ein nettes kleines Set.