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Der wöchentliche Rückblick in sieben Kategorien. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag hier im Blog, mehr oder weniger. Immer international, oft interstellar, manchmal sogar aus der Zone!

Musik der Woche

Wie wäre es mal mit etwas klassischer Oper? Im Weltraum, mit Tonfolgen, die ein menschlicher Kehlkopf nicht erzeugen kann.
Das hat Luc Besson in Das Fünfte Element mit Hilfe von Schnitten überwunden, wodurch ei Operntitel entstanden ist, der ausserhalb des Films praktisch nicht existieren kann. Hier mal ohne die Filmschnippsel, die sonst dazwischen liegen.

Fundstücke der Woche

Kennt ihr das, wenn euch eine eMail vom Kundenservice erreicht, an der die komplette Barbeitung noch mit dranhängt, weil irgendjemand das Löschen vergessen hat? Mir ist das letzte Woche passiert und das abteilungsinterne Hin und Her war überaus amüsant („Können wir das so formulieren?“).
Doch das passiert nicht nur mir. Und wenn bei so einem Verlauf zu einer Gerichtsakte mal eben das vorbereitete Urteil mit dranhängt, dann wird es richtig interessant.
Aber auch, wenn die Gerichte korrekt funktionieren, kann es kurios werden. So war ein Göttinger wegen der G20-Krawalle vorstellig geworden, hatte aber ein recht gutes Alibi: Er war während der gesamten Zeit des Gipfels in Japan. Die Polizei hatte ihn offenbar allein deswegen angezeigt, weil er als Krawallmacher bekannt und zur Zeit der Konferenz nicht zu Hause war.

Aber vielleicht steckte ja nicht Bosheit dahinter, sondern schiere Inkompetenz. Darin aber werden sie Yoshitaka Sakurada nicht übertreffen können. Der Mann ist in Japan unter anderem für Computersicherheit zuständig und hat noch nie einen Computer benutzt. Das fiel auf, als er sich von der Existenz von USB-Sticks überrascht zeigte.
Ein vielversprechender Kandidat in der Kategorie „Inkompetenz“ ist aber auch Brian Kemp, der als Staatssekretär maßgeblich für eine Reform des Wahlrechts in Georgia verantwortlich war. Und wegen genau dieser Reform hätte er beinahe nicht wählen können. Bei einer Wahl, in der er selbst als Gouverneurskandidat antrat. Seine erforderlichen Papiere waren ungültig. Er hat die Wahl übrigens gewonnen.

Aber hey, jeder fängt mal klein an und da sind Anfängerfehler erlaubt. Hier zum Beispiel kann man sehr gut sehen, wie klein das Galaktische Imperium aus Star Wars angefangen hat. Durchhalten und irgendwann darf man am Konferenztisch Offiziere würgen, bis der Großmoff „Stopp“ sagt.

Wer definitiv nichts in der Politik verloren hat, ist dagegen Paypal.Die haben mal eben Konten von Antifalern und Nazis gesperrt. ich halte beides für falsch: Paypal ist ein Zahlungsdienst und hat sich nicht für die politische Ausrichtung seiner Kunden zu interessieren. Das ist ja gruselig!

Und dann war da noch der Mann in den Niederlanden, der vor Gericht sein Alter von 69 auf 49 ändern will. Denn wieso sollte der Perso auch in irgendeiner Weise die Realität abbilden?

Spielerei der Woche

Flower Power Pac-Man

Flower Power Pac-Man

In der Tat, Flower Power Pac-Manist de kürzeste Beschreibung, die ich MNilssons Garden Warden habe.
In diesem Spiel rennt man durch ein Labyrinth mit der Aufgabe, jedes bepflanzbare Fleckchen mit einer Blume zu bepflanzen. Die Blumen pflanzt man im Vorbeigehen per Tastendruck, sie wachsen dann in ein paar Sekunden vom Keim zur Blüte. Aber Vorsicht: Auch wenn die Tiere der Spielfigur nichts anhaben können, fressen sie doch die Blumen, solange diese noch nicht in Blüte stehen. Und jedes Mal, wenn ein Reh eine Blume frisst, wird es schneller. Das macht es zum einen schwieriger, die restlichen Blumen aufzuziehen bevor sie gefressen werden, zum anderen erhöht es das Risiko, zwischen zwei Rehen eingeklemmt zu werden.
Das Ergebnis ist eine etwas andere Pac-Man-Variante, die beweist, dass man auch nach 38 Jahren noch neue Varianten einer alten Idee finden kann, die praktisch jeder gesehen hat.
Spielbar im Browser bei itch.io.

Wortgeschmeide der Woche

Die Anti-Austerity Anthology ist eine Sammlung von Texten gegen die Austeritätspolitik, die den Kern vieler Konzepte zur Bewältigung von Staatskrisen darstellt, aber auch viele neue Probleme verursacht und teils die alten Probleme nur verschlimmert.
Dabei handelt es sich um eine recht bunte Mischung aus Kunst und Sachtexten, was man so eher selten sieht — die meisten Sammlungen sind entweder das eine oder das andere.

Aber ich habe auch einen eigenen Beitrag in der literarischen Welt: Die letzten Monat im Mad Scientist Journal erschienene Kurzgeschichte Fetch Monkey ist nun auch online auf der Website des Magazins verfügbar. Es geht um eine Reihe sehr erfolgreicher Tierversuche, ihre praktische Anwendung und die Macher hinter diesen Versuchen.

Politik der Woche

Vergangenes Wochenende war Parteitag der Grünen in Leipzig und ich mittendrin.
Es gab dort die Liste zur Europawahl zu wählen und ein Europaprogramm festzulegen. Die Ergebnisse von beidem sind gut, auch wenn mir so manche Zwischentöne im Bereich „Internet“ (insbesondere Meinungsfreiheit und Handel) weiterhin als Äusserungen von Menschen auffallen, die immer noch versuchen, Ideen aus dem 20. Jahrhundert krampfhaft auf ein ihnen in den Details völlig fremdes System anzuwenden. Aber was das angeht, hat Malte Spitz einen ausführlichen Änderungsantrag vorgelegt, der da vieles aufräumte und so bin ich am Ende zufrieden.
Allerdings ist es meist eine schlechte Idee, an einem 11.11. in einem Raum mit einer Gruppe Kölner und Düsseldorfer zu sein. Und so landete an jenem Tag um 11:11 ein einzelnes Konfetto auf meinem Tisch, das ich den restlichen Tag kritisch wegen möglicher Annäherungsversuche im Auge behielt.

Aaaaaah!

AAAAAH!


Diesen Samstag waren wir wieder auf dem Edmund-Erlemann-Platz in der Gladbacher Innenstadt. Es ist einer von drei Plätzen, auf denen wir zur Zeit geplante Baumfällungen kritisieren und nachdem bei der erfolgreichen Demo vor zwei Wochen viele Bürger nach der Möglichkeit einer Unterschriftenliste gefragt haben, entschieden wir uns, genau so eine zu verteilen.
Wir waren eine Stunde vor Ort und die beiden ausgelegten Listen waren pausenlos durch Bürger/-innen in Beschlag, die sich ebenfalls eintragen wollten. Knapp 120 Unterstützer/-innen in einer Stunde lassen sich sehen, einige kamen noch während des Einpackens zum Unterschreiben vorbei.
Heute ging es weiter mit den Haushaltsberatungen der Ratsfraktion zum städtischen Haushalt für die Jahre 2019 und 2020. Da konnte ich leider nicht bis zum Ende bleiben, aber auf jeden Fall gehen die Grünen Mönchengladbach damit vielen Ideen rein. Ich habe hauptsächlich den Kulturteil der internen Gespräche mitbekommen, der einige interessante Diskussionen mit sich brachte. So ist etwa die Diskussion zwischen Wertschätzung von Kultur einerseits und Zugang zu Kultur für Arme andererseits eine spannende, aber alles andere als einfache.

Fotos der Woche

Siehe oben, sprich die Fotos sind diesmal alle in der „Politik der Woche“ untergebracht.

Videos der Woche

Diese Woche bleiben wir audiovisuell etwas in der Lego-Welt. Lego City hat eine Arktis-Serie und zu dieser gibt es im aktuellen Magazin einen kleinen Schneeschlitten mit einer Minifigur. Leider muss ich allerdings sagen, dass es für diese Minifigur lohnendere Wege gibt, sie zu bekommen.