Zum offline lesen runterladen:

Der wöchentliche Rückblick in sieben Kategorien. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag hier im Blog, mehr oder weniger. Zahnstocher gibt’s bei der Stadtverwaltung.

Musik der Woche

Wir sind Helden geht immer: Musik mit literarischem und inhaltlichem Anspruch, obwohl sie auf Deutsch ist. Sowas sieht man ja auch eher selten, ohne dass es platt wird. Wir sind Helden waren da eine Ausnahmeerscheinung, die sich immer lohnt.

Fundstücke der Woche

Es gibt doch noch Hoffnung für die Digitalisierugn in Deutschland: Die CEBIT verdigitalisiert sich. Und das meine ich genau so: Meines Erachtens ist die CEBIT eine hoffnungslos veraltete Veranstaltung. Es gibt keinen Grund, im digitalen Zeitalter eine Messe für Computerprodukte abzuhalten. Das ist der ganze Punkt hinter der Digitalisierung: Die weitgehende Bedeutungslosigkeit des physischen Raums in der digitalen Welt.
Und sie ist nicht das einzige Relikt der 70er, das zum Dank endlich sein Ende findet: Frankreich schaltet endlich das AKW Fessenheim ab. Vielleicht. Es gibt noch Ausstiegsklauseln für den Ausstieg. Aber die Richtung stimmt.

Überhaupt, Frankreich kommt langsam voran. Denn während deutsche Autolobbyisten noch das Märchen erzählen, dass nur Deutschland sich um Luftverschmutzung kümmern würde, nimmt sich Frankreich bereits die Lieblings-Nebelgranate selbiger Lobby vor: Der Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes darf für seine Abgase 100.000 € zahlen.

Doch zurück zur digitalen Welt. Wir haben großartige Nachrichten erhalten: Es gibt endlich eine klare Zahl, wie hoch die Erfolgsrate von Blockchain-Lösungen eigentlich ist. Es sind… 0 Prozent. Das ist noch übler, als ich erwartet hatte. So ein Prozent hätte ich diesem Unsinn ja schon zugetraut, einfach nur aus statistischen Zufall.

Dinosaurierfreunde finden unterdessen, dass sich die Forschung zur Zeit in Bereichen fortentwickelt, die noch vor wenigen Jahren als unvorstellbar schienen. Ein besonderes Beispiel dafür sidn Erkenntnisse über die Farben, die einige ausgestorbene Lebewesen zu Lebzeiten hatten.
Der neueste Fall dieser Art ist der frühe Vogel Confuciusornis, von dem nun zwar nicht die kompletten Farben, aber immerhin das Muster des Flügelgefieders bekannt ist.

Da bleibt zum Abschluss des Abschnitts nur eins: Was niedliches. Mit Dinosaurier. Zum Beispiel dieser Ohrring. Von Wish.com.

Spielerei der Woche

Honu WorldWisst ihr, was virtuelle Daten definitiv nicht erzeugen? Plastikmüll!
Um diesen geht es in A Honu World, das von vier Studierenden der Uni Stanford entwickelt wurde.
Man spielt eine kleine Meeresschildkröte, die versucht, die Ozeane vom Müll zu befreien, indem sie diesen in die Netze der Fischfangschiffe „pustet“. Okay, ich schreibe „pustet“, aber so ganz klar ist mir nicht, was sie da macht. Aber egal, es funktioniert, da darf die Schildkröte auch mal über magische Kräfte verfügen, die über einen Mausklick in der richtigen Richtung aktiviert werden.
ich fand die Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit geht es und man beginnt, die Level von leeren Flaschen und Dosen zu befreien.
A Honu World gibt es bei itch.io für Windows, Mac und zum Spielen im Browser.

Wortgeschmeide der Woche

Das Blog Love in the Time of Chasmosaurs hat letzte Woche ein interessantes Buch vorgestellt.
Ich selbst hatte schon eine ganze Weile diese Idee, ein Buch zu verfassen, das den Leser durch die seltsamen Bilder führt, die sich die Menschen über die Jahrhunderte von jenen Wesen gemacht haben, die wir heute als Dinosaurier kennen. Von dem für ein menschliches Bein gehaltenen Riesensalamander über Meeresreptilien, deren Kopf versehentlich auf den Schwanz montiert wurde, bis zu Stegosaurus, einem Dinosaurier, der im vollen Bewusstsein dessen benannt wurde, dass sein Name sich auf eine komplett falsche Vorstellung des Tiers bezog. Es ist alles so herrlich seltsam.
Kathleen Kudlinski hat bereits 2005 eine ähnliche Idee umgesetzt und das Ergebnis ist Boy, were we wrong about Dinosaurs. Es ist Teil einer ganzen Reihe von Büchern dieser Art, deren andere Bände sich beispielsweise mit Medizin, dem Sonnensystem oder Meteorologie beschäftigen. Die Bücher sind alle lesenswert und bieten schöne Beispiele dafür, wie sich die Wissenschaft mit der Zeit die Welt erschließt und wie sie ihre Erkenntnisse gewinnt und stetig mit neuen Entdeckungen verbessert.

Politik der Woche

Die Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch zog sich diesmal leider sehr. Stark dafür verantwortlich war ein Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg. Ich bin ja froh, wenn jemand von der Bergbaubehörde zum Braunkohlentagebau informiert, aber wenn der vorher eine gute Viertelstunde von den eMail-Problemen beim Zustandekommen seiner Einladung erzählt, verfliegt das schnell.
Als er dann mal zum Punkt kam, gab es einiges zu lernen. Etwa, dass die Kosten für den Rückbau der Tagebaue gar nicht in liquiden Mitteln vorliegen, sondern in Form von Bilanzvermögen. Das zum Teil bei Schließung der Tagebaue sofort wertlos wird, weil man zum Beispiel viel von der Technik zu nichts anderem gebrauchen kann, als zum Kohleabbau. Das ist so die Form von Sicherheiten, mit denen man eine Bank zufriedenstellen kann, die aber fachlich absolut ungeeignet ist.
Oder, dass es um so teurer wird, je länger wir warten — was nicht heissen soll, dass eine kürzere Laufzeit günstiger wäre. Das Problem ist, dass bei einer Verschlimmerung der klimatischen Bedingungen diese die Reparatur der Schäden durch den Tagebau immer schwerer macht. Es ist beispielsweise nicht so einfach, einen See mit Rheinwasser aufzufüllen, wenn der Rhein kaum noch Wasser führt.

Es gab die aktuelle Liste der geplanten Baumfällungen, an der wir wieder zu kritisieren hatten, was wir schon lange kritisieren: Es fehlt eine Liste der Ersatzpflanzungen, die Länge der Liste macht ein Bearbeiten sehr schwierig und oft ist nicht mal ersichtlich, welcher Baum eigentlich fallen soll. Angaben wie „Hauptfriedhof: 1 Rosskastanie“ sind wenig hilfreich.

Der Haushalt stand an, bei dem wir im Umweltbereich vor allem einen Antrag hatten, der den Beitritt der Stadt zum Netzwerk Biodiversität vorsah. Den stellte dann überraschend die GroKo ebenfalls. Wohl, weil der Himmel auf uns hinabstürzt, wenn die GroKo einem Antrag der Opposition zustimmt. Immerhin haben sie ihn noch um ein paar Details erweitert.
Bei der Haushaltsrede gab es dann ein sehr merkwürdiges Verhalten seitens Baudezernent Gregor Bonin: Als die Opposition sprach, fand der sich plötzlich auf der Pressebank und quatschte mit Denisa Richters von der Rheinischen Post. Es war offenbar sehr wichtig, die Presse tunlichst von allen Nicht-GroKo-Meinungen abzulenken. Ach, nennen wir es doch beim Namen: Es ist nicht merkwürdig, es ist unverschämt!

Am Freitag blieben wir gleich beim Thema, es ging erneut zur Sammlung von Unterschriften gegen das in Mönchengladbach ausufernde Entfernen von Bäumen. Ob sie nun gefällt oder umgepflanzt werden, ist dabei eine Nebensache, auf jeden Fall fehlen sie nachher in der Innenstadt. Der Stand war erneut schon beim Aufbau gut besucht. Obwohl wir diesmal drei statt nur zwei Unterschriftenlisten dabei hatten, bildete sich wieder schnell eine Schlange.

Lutz Schippers sorgte mit einem Instrument, dessen Name mir ständig wieder entfällt (Gatham?) fürangenehme musikalische Begleitung.

Fotos der Woche

Als Nachtrag zu dem Sanddorn gestern ein Bild von der selben Strauchreihe am Wegesrand. Die beiden unterschiedlich intensiv gefärbten Sanddornsorten geben einen attraktiven Farbtupfer in der winterlichen Trübe.

Nicht ganz so nett ist der Anblick des Abteibergs. Okay, die Mischung an Brauntönen im ersten Bild mag mancher noch halbwegs künstlerisch ansprechend empfinden, aber mein Geschmack ist es nicht.
Der zuvor satt begrünte Hang wurde auf einen Schlag geleert und aus dem Postkartenmotiv der Stadt wurde eine hässliche Kahlschlagsszene. Angeblich soll es im Frühjahr besser aussehen. Wir werden sehen. Aber den Übergang hätte man nun wirklich sanfter und weniger hässlich machen können. An so wichtigen Stellen macht man dann halt nicht alles auf ein Mal weg.
Man sollte wirklich meinen, die Zuständigen würden langsam lernen, sensibler mit dem Grün in der Stadt umzugehen. Aber nein, es geht ungebrochen weiter mit diesem Vorgehen.
Immerhin regen die Leute sich darüber auf. Ich habe inzwischen komplett den Überblick verloren, wie viele Leute und Seiten diese Bilder auf Facebook weitergeteilt haben, von den Kommentaren unter all diesen Weiterteilungen meines ursprünglichen Beitrags ganz zu schweigen. Es gibt also schon ein Empfinden für solche Dinge, nur bei Stadtverwaltung und Grünflächenamt fehlt es.

Mit sowas kann ich die wöchentliche Bilderschau natürlich nicht abschließen, da muss was hübsches her! Und zum Glück gibt es da auch was.
Bei den Ringelblumen in der Dahler Oase fiel mir heute erst auf, dass eine der Pflanzen eine ganz neue Farbvariante hervorgebracht hat. Da hat sich wohl was reingekreuzt. Nun gibt es neben den bekannten Varianten (gelb mit gelbem und mit braunem Kopf) eine Variante, deren Blütenblätter einen zusätzlichen weissen Kranz aufweisen. Was ich erst für einen Schaden an einer der Blüten hielt, stellt sich nun dank einer zweiten Blüte als Teil der Pflanze heraus. Auf Fotos sieht das dann so aus, als wären die Blüten aufgemalt.

Videos der Woche

Die ersten Tage des Dezembers sind da und somit beginnt der angedrohte tägliche Blick in den Galileo-Adventskalender.

Doch auch bei den Lego-Magazinen geht es weiter und so finden sich da die Minifigur Nitro aus Lego Ninjago und ein kleines Weihnachtsset mit Hund in Lego Friends.

Nächste Woche gibt es dann wieder Inhalte bei Fiction Science. Der Ton für das zweite Video zu den Predator-Filmen ist bereits aufgenommen, ich muss ihn noch schneiden und mit Videomaterial ausstatten. Wenn alles klappt, gibt es kommende Woche ein zweites Video, dieses dann zum Thema Pokémon.