Sieben am Sonntag 02.12.2018

Der w├Âchentliche R├╝ckblick in sieben Kategorien. Eine Chronik des allt├Ąglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkw├╝rdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundst├╝cke und Dings. Jeden Sonntag hier im Blog, mehr oder weniger. Zahnstocher gibt’s bei der Stadtverwaltung.

Musik der Woche

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Wir sind Helden geht immer: Musik mit literarischem und inhaltlichem Anspruch, obwohl sie auf Deutsch ist. Sowas sieht man ja auch eher selten, ohne dass es platt wird. Wir sind Helden waren da eine Ausnahmeerscheinung, die sich immer lohnt.

Fundst├╝cke der Woche

Es gibt doch noch Hoffnung f├╝r die Digitalisierugn in Deutschland: Die CEBIT verdigitalisiert sich. Und das meine ich genau so: Meines Erachtens ist die CEBIT eine hoffnungslos veraltete Veranstaltung. Es gibt keinen Grund, im digitalen Zeitalter eine Messe f├╝r Computerprodukte abzuhalten. Das ist der ganze Punkt hinter der Digitalisierung: Die weitgehende Bedeutungslosigkeit des physischen Raums in der digitalen Welt.
Und sie ist nicht das einzige Relikt der 70er, das zum Dank endlich sein Ende findet: Frankreich schaltet endlich das AKW Fessenheim ab. Vielleicht. Es gibt noch Ausstiegsklauseln f├╝r den Ausstieg. Aber die Richtung stimmt.

├ťberhaupt, Frankreich kommt langsam voran. Denn w├Ąhrend deutsche Autolobbyisten noch das M├Ąrchen erz├Ąhlen, dass nur Deutschland sich um Luftverschmutzung k├╝mmern w├╝rde, nimmt sich Frankreich bereits die Lieblings-Nebelgranate selbiger Lobby vor: Der Kapit├Ąn eines Kreuzfahrtschiffes darf f├╝r seine Abgase 100.000 € zahlen.

Doch zur├╝ck zur digitalen Welt. Wir haben gro├čartige Nachrichten erhalten: Es gibt endlich eine klare Zahl, wie hoch die Erfolgsrate von Blockchain-L├Âsungen eigentlich ist. Es sind… 0 Prozent. Das ist noch ├╝bler, als ich erwartet hatte. So ein Prozent h├Ątte ich diesem Unsinn ja schon zugetraut, einfach nur aus statistischen Zufall.

Dinosaurierfreunde finden unterdessen, dass sich die Forschung zur Zeit in Bereichen fortentwickelt, die noch vor wenigen Jahren als unvorstellbar schienen. Ein besonderes Beispiel daf├╝r sidn Erkenntnisse ├╝ber die Farben, die einige ausgestorbene Lebewesen zu Lebzeiten hatten.
Der neueste Fall dieser Art ist der fr├╝he Vogel Confuciusornis, von dem nun zwar nicht die kompletten Farben, aber immerhin das Muster des Fl├╝gelgefieders bekannt ist.

Da bleibt zum Abschluss des Abschnitts nur eins: Was niedliches. Mit Dinosaurier. Zum Beispiel dieser Ohrring. Von Wish.com.

Spielerei der Woche

Honu WorldWisst ihr, was virtuelle Daten definitiv nicht erzeugen? Plastikm├╝ll!
Um diesen geht es in A Honu World, das von vier Studierenden der Uni Stanford entwickelt wurde.
Man spielt eine kleine Meeresschildkr├Âte, die versucht, die Ozeane vom M├╝ll zu befreien, indem sie diesen in die Netze der Fischfangschiffe „pustet“. Okay, ich schreibe „pustet“, aber so ganz klar ist mir nicht, was sie da macht. Aber egal, es funktioniert, da darf die Schildkr├Âte auch mal ├╝ber magische Kr├Ąfte verf├╝gen, die ├╝ber einen Mausklick in der richtigen Richtung aktiviert werden.
ich fand die Steuerung etwas gew├Âhnungsbed├╝rftig, aber mit der Zeit geht es und man beginnt, die Level von leeren Flaschen und Dosen zu befreien.
A Honu World gibt es bei itch.io f├╝r Windows, Mac und zum Spielen im Browser.

Wortgeschmeide der Woche

Das Blog Love in the Time of Chasmosaurs hat letzte Woche ein interessantes Buch vorgestellt.
Ich selbst hatte schon eine ganze Weile diese Idee, ein Buch zu verfassen, das den Leser durch die seltsamen Bilder f├╝hrt, die sich die Menschen ├╝ber die Jahrhunderte von jenen Wesen gemacht haben, die wir heute als Dinosaurier kennen. Von dem f├╝r ein menschliches Bein gehaltenen Riesensalamander ├╝ber Meeresreptilien, deren Kopf versehentlich auf den Schwanz montiert wurde, bis zu Stegosaurus, einem Dinosaurier, der im vollen Bewusstsein dessen benannt wurde, dass sein Name sich auf eine komplett falsche Vorstellung des Tiers bezog. Es ist alles so herrlich seltsam.
Kathleen Kudlinski hat bereits 2005 eine ├Ąhnliche Idee umgesetzt und das Ergebnis ist Boy, were we wrong about Dinosaurs. Es ist Teil einer ganzen Reihe von B├╝chern dieser Art, deren andere B├Ąnde sich beispielsweise mit Medizin, dem Sonnensystem oder Meteorologie besch├Ąftigen. Die B├╝cher sind alle lesenswert und bieten sch├Âne Beispiele daf├╝r, wie sich die Wissenschaft mit der Zeit die Welt erschlie├čt und wie sie ihre Erkenntnisse gewinnt und stetig mit neuen Entdeckungen verbessert.

Politik der Woche

Die Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch zog sich diesmal leider sehr. Stark daf├╝r verantwortlich war ein Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg. Ich bin ja froh, wenn jemand von der Bergbaubeh├Ârde zum Braunkohlentagebau informiert, aber wenn der vorher eine gute Viertelstunde von den eMail-Problemen beim Zustandekommen seiner Einladung erz├Ąhlt, verfliegt das schnell.
Als er dann mal zum Punkt kam, gab es einiges zu lernen. Etwa, dass die Kosten f├╝r den R├╝ckbau der Tagebaue gar nicht in liquiden Mitteln vorliegen, sondern in Form von Bilanzverm├Âgen. Das zum Teil bei Schlie├čung der Tagebaue sofort wertlos wird, weil man zum Beispiel viel von der Technik zu nichts anderem gebrauchen kann, als zum Kohleabbau. Das ist so die Form von Sicherheiten, mit denen man eine Bank zufriedenstellen kann, die aber fachlich absolut ungeeignet ist.
Oder, dass es um so teurer wird, je l├Ąnger wir warten — was nicht heissen soll, dass eine k├╝rzere Laufzeit g├╝nstiger w├Ąre. Das Problem ist, dass bei einer Verschlimmerung der klimatischen Bedingungen diese die Reparatur der Sch├Ąden durch den Tagebau immer schwerer macht. Es ist beispielsweise nicht so einfach, einen See mit Rheinwasser aufzuf├╝llen, wenn der Rhein kaum noch Wasser f├╝hrt.

Es gab die aktuelle Liste der geplanten Baumf├Ąllungen, an der wir wieder zu kritisieren hatten, was wir schon lange kritisieren: Es fehlt eine Liste der Ersatzpflanzungen, die L├Ąnge der Liste macht ein Bearbeiten sehr schwierig und oft ist nicht mal ersichtlich, welcher Baum eigentlich fallen soll. Angaben wie „Hauptfriedhof: 1 Rosskastanie“ sind wenig hilfreich.

Der Haushalt stand an, bei dem wir im Umweltbereich vor allem einen Antrag hatten, der den Beitritt der Stadt zum Netzwerk Biodiversit├Ąt vorsah. Den stellte dann ├╝berraschend die GroKo ebenfalls. Wohl, weil der Himmel auf uns hinabst├╝rzt, wenn die GroKo einem Antrag der Opposition zustimmt. Immerhin haben sie ihn noch um ein paar Details erweitert.
Bei der Haushaltsrede gab es dann ein sehr merkw├╝rdiges Verhalten seitens Baudezernent Gregor Bonin: Als die Opposition sprach, fand der sich pl├Âtzlich auf der Pressebank und quatschte mit Denisa Richters von der Rheinischen Post. Es war offenbar sehr wichtig, die Presse tunlichst von allen Nicht-GroKo-Meinungen abzulenken. Ach, nennen wir es doch beim Namen: Es ist nicht merkw├╝rdig, es ist unversch├Ąmt!

Am Freitag blieben wir gleich beim Thema, es ging erneut zur Sammlung von Unterschriften gegen das in M├Ânchengladbach ausufernde Entfernen von B├Ąumen. Ob sie nun gef├Ąllt oder umgepflanzt werden, ist dabei eine Nebensache, auf jeden Fall fehlen sie nachher in der Innenstadt. Der Stand war erneut schon beim Aufbau gut besucht. Obwohl wir diesmal drei statt nur zwei Unterschriftenlisten dabei hatten, bildete sich wieder schnell eine Schlange.

Lutz Schippers sorgte mit einem Instrument, dessen Name mir st├Ąndig wieder entf├Ąllt (Gatham?) f├╝rangenehme musikalische Begleitung.

Fotos der Woche

Als Nachtrag zu dem Sanddorn gestern ein Bild von der selben Strauchreihe am Wegesrand. Die beiden unterschiedlich intensiv gef├Ąrbten Sanddornsorten geben einen attraktiven Farbtupfer in der winterlichen Tr├╝be.

Nicht ganz so nett ist der Anblick des Abteibergs. Okay, die Mischung an Braunt├Ânen im ersten Bild mag mancher noch halbwegs k├╝nstlerisch ansprechend empfinden, aber mein Geschmack ist es nicht.
Der zuvor satt begr├╝nte Hang wurde auf einen Schlag geleert und aus dem Postkartenmotiv der Stadt wurde eine h├Ąssliche Kahlschlagsszene. Angeblich soll es im Fr├╝hjahr besser aussehen. Wir werden sehen. Aber den ├ťbergang h├Ątte man nun wirklich sanfter und weniger h├Ąsslich machen k├Ânnen. An so wichtigen Stellen macht man dann halt nicht alles auf ein Mal weg.
Man sollte wirklich meinen, die Zust├Ąndigen w├╝rden langsam lernen, sensibler mit dem Gr├╝n in der Stadt umzugehen. Aber nein, es geht ungebrochen weiter mit diesem Vorgehen.
Immerhin regen die Leute sich dar├╝ber auf. Ich habe inzwischen komplett den ├ťberblick verloren, wie viele Leute und Seiten diese Bilder auf Facebook weitergeteilt haben, von den Kommentaren unter all diesen Weiterteilungen meines urspr├╝nglichen Beitrags ganz zu schweigen. Es gibt also schon ein Empfinden f├╝r solche Dinge, nur bei Stadtverwaltung und Gr├╝nfl├Ąchenamt fehlt es.

Mit sowas kann ich die w├Âchentliche Bilderschau nat├╝rlich nicht abschlie├čen, da muss was h├╝bsches her! Und zum Gl├╝ck gibt es da auch was.
Bei den Ringelblumen in der Dahler Oase fiel mir heute erst auf, dass eine der Pflanzen eine ganz neue Farbvariante hervorgebracht hat. Da hat sich wohl was reingekreuzt. Nun gibt es neben den bekannten Varianten (gelb mit gelbem und mit braunem Kopf) eine Variante, deren Bl├╝tenbl├Ątter einen zus├Ątzlichen weissen Kranz aufweisen. Was ich erst f├╝r einen Schaden an einer der Bl├╝ten hielt, stellt sich nun dank einer zweiten Bl├╝te als Teil der Pflanze heraus. Auf Fotos sieht das dann so aus, als w├Ąren die Bl├╝ten aufgemalt.

Videos der Woche

Die ersten Tage des Dezembers sind da und somit beginnt der angedrohte t├Ągliche Blick in den Galileo-Adventskalender.

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Doch auch bei den Lego-Magazinen geht es weiter und so finden sich da die Minifigur Nitro aus Lego Ninjago und ein kleines Weihnachtsset mit Hund in Lego Friends.

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N├Ąchste Woche gibt es dann wieder Inhalte bei Fiction Science. Der Ton f├╝r das zweite Video zu den Predator-Filmen ist bereits aufgenommen, ich muss ihn noch schneiden und mit Videomaterial ausstatten. Wenn alles klappt, gibt es kommende Woche ein zweites Video, dieses dann zum Thema Pok├ęmon.