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In den letzten Tagen habe ich in meinen beiden eBook-Sammlungen (Kindle und ePub-Bücher) die Ratgeber-Abteilung durchforstet. Um genau zu sein die Diät- und Eigenverleger-Ratgeber. Der Ansatz war, nur die wirklich nützlichen zu behalten, jene, die mir neues brachten.
Nach einigen Tagen, in denen ich alle einschlägigen Titel durchforstet habe blieben 2 übrig. Der Zähler auf meinem Kindle sank um 58 Titel (ich habe sie nicht nur vom Gerät, sondern auch in meiner Kindle Cloud gelöscht), wie viele ePubs und PDFs ich gelöscht habe, weiss ich nicht einmal. Sie alle zeichneten sich dadurch aus, mir nichts zu erzählen, was ich nach fast einem Jahr im Geschäft nicht schon wusste und hunderte Male in Blogs gelesen hatte. Bei vielen dauerte das Blättern länger als das Durchfliegen des Textes. Welche zwei also schafften es, dem großen Löschen zu entgehen, warum und wie können andere Ratgeber-Autoren davon lernen?

Nun, diese zwei.

Es sind zwei sehr unterschiedliche Bände, jeder ist aus einem anderen Grund auf dem Lesegerät verblieben.

Zunächst zum einfachen: Rechterhands haben wir How I Made Over $42,000 in 1 Month Selling My Kindle eBooks von Cheryl Kaye Tardif. Sie durfte bleiben, weil sie sehr frisch und zugleich ehrlich schrieb.
Überzeugt hat mich ihr erster Rat zum Thema Marketing:

Be a blowfish

Die meisten Marketing-Ratgeber erzählen dir etwas vom Verkaufen deiner Qualitäten, von Zielgruppen, deren Ermittlung und deren Ansprache. Tardif sagt klar und gradeheraus: Pluster dich etwas auf.
Das also ist der eine Trick, um mich zum Weiterlesen zu bringen und auf meinem Lesegerät bleiben zu dürfen: Originalität gepaart mit Ehrlichkeit.

Der Band links ist Wilhelm Ruprecht Frielings Wie man erfolgreich E-Books verkauft, ein Interviewband des Verlegers mit erfolgreichen Selbstverlegern vor allem aus Deutschland.
Frielings Band macht etwas, was leider noch viel zu wenige machen und eigentlich im elektronischen Verlegen ein logischer Schritt sein sollte: Updates. Das Buch verspricht mir einfach, hin und wieder mit etwas neuem ergänzt zu werden, es hat dies mit einem Blog gemein: Was sich einmal interessant las verspricht, mehr davon zu liefern und gelegentlich auch den selten gewordenen völlig neuen Gedanken zu bringen. Selbst wenn das Buch mir aktuell wenig neues bietet, so kann doch mit jeder Aktualisierung ein Interview dazukommen, welches eine wirklich aussergewöhnliche Erkenntnis mit sich bringt, die das Geschäft potenziell komplett umkrempelt. Oder zumindest einen meiner sicherlich inzwischen eingefahrenen Fehler, den ich selbst nicht bemerke, ausbessert.
Amazon macht Aktualisierungen mangels automatischer Benachrichtigung der Kunden nicht grade komfortabel, aber es geht auf jeden Fall und ich hoffe sehr, dass die das mit der Automatisierung auch noch hinkriegen, wenn der Bedarf groß genug wird.

Ich arbeite mit beiden Methoden und die Resonanz in Rezensionen und Leserbriefen war bisher durchgehend überaus positiv. Also, liebe Sachbuchautoren: Nutzt diese Möglichkeit, im digitalen Zeitalter einen Zusatznutzen anzubieten und schreibt in einem angenehmen Stil, der näher am Blog als am klassischen Sachbuch ist. Die Leser werden es danken.

Mir bleibt noch, schleichwerbenderweise darauf hinzuweisen, dass für beide Bücher eine Aktualisierung in Arbeit ist, bei der jedes auch um ein neues Kapitel erweitert wird. Im Falle von Feuchten Fußes setze ich dabei direkt den Vorschlag eines Lesers um.
Das ist denn vielleicht auch mein dritter Tipp für zufriedene Leser: Bietet Kontaktmöglichkeiten. Alle meine eBooks enden mit einer Seite, auf der ich eMail, Twitter und Blogadresse aufliste und um Anmerkungen, Anregungen und Kritik bitte. Es ist sehr wirkungsvoll und ich denke, selbst jene Leser, die daraufhin nicht schreiben (etwa 99% aller Käufer), wissen zumindest die Möglichkeit zu schätzen.