Ratswebcam – Operation Bildstörung

Dass das Wörtchen „Jein“ eine deutsche Erfindung ist, sagt so unglaublich viel über die hiesigen Entscheidungsträger aus. Eine andere beliebte deutsche Phrase ist die „Angst vor der eigenen Courage.“ Trifft beides zusammen und würzt es mit einer Prise Peinlichkeit, kommt das Possenspiel „Ratswebcam Mönchengladbach“ heraus.
Dass es ein Rheydter war, der dem Begriff „possierlich“ zu Ruhm verhalf (Tierfilmer Heinz Sielmann), passt übrigens ebenfalls hervorragend. Doch nun zum Thema „Volksvertreter in geheimer Mission“:

Eine Person, die auffällig dem Oberbürgermeister von Mönchengladbach ähnelt, durch einen Augenbalken anonymisiert

Psst, den darf man online nicht sehen – Ursprungsbild: Wikimedia-User Neozoon CC-BY-SA

Ich mag diese Geschichte ja, die lässt sich so richtig schön als Romanhandlung aufbauen. Wer also auch schon immer Bücher schreiben wollte, aufpassen, ich führ euch das mal vor. Und einige der handelnden Personen führen sich praktischerweise selber vor.

Prolog

Es war einmal, vor langer Zeit (Januar 2010) in einer fremden Galaxie (Twitter), da gab es eine Diskussion über das Thema „Live-Übertragung der Ratssitzungen im Internet“, oder kurz: Ratswebcam. Torben Schultz und ich selbst traten dort als Potagonisten auf, während etwaige Antagonisten in den Schatten verblieben. Wenn ich mich recht entsinne, gab es dazu sogar schon 2009 Gespräche.
Nun war es nicht einfach, alle von dieser Sache zu überzeugen. Schon damals hatte so mancher Sorge um das Recht am eigenen Bild angemeldet. Und so verschwand das Thema wieder. Doch es verblieb immer in den Hinterköpfen, kam hier wie dort mal wieder auf und setzte sich in dieser Form fest.

Akt 1: Aufbau

Ein solches kurzes Aufkeimen des Pflänzchens „Webcam“ gab es 2014. Die Junge Union findet Kameras nämlich allgemein ganz toll und fordert sie daher gerne an jedem sich bietenden Ort. Das ist nur konsequent, wenn auch etwas rückwärts gedacht: Wer die Bürger überwachen will kann dies nicht intellektuell redlich tun, ohne auch deren Vertreter in Amtsausübung unter Beobachtung zu stellen.
Ich würde ja eher sagen, dass relevante öffentliche Veranstaltungen der gewählten Volksvertreter grundsätzlich zugänglich zu machen sind, während es nicht zu rechtfertigen ist, Menschen allein aufgrund ihrer Anwesenheit auf einem öffentlichen Platz mit einer Kamera zu konfrontieren, aber hey, das ist jetzt ein anderes Thema. Na gut, man kann es jetzt schon als Subplot einbauen, immerhin wird es im Finale wichtig.
Nun erwirkte die JU 2014 einen CDU-Beschluss zur Einführung einer Webcam, die Stadtratssitzungen live übertragen sollte. So weit, so gut. Und da die JU dennoch artig als Antagonist agiert, tut sie so, als wäre die Idee auf ihrem eigenen Mist gewachsen, ganz im Gegensatz zu unseren sympathischen Helden, die stets ihre Mitstreiter aufs Podest heben. Ausser ihre Mitstreiter sind Chewbacca, aber das ist jetzt was anderes. Chewbacca kriegt halt keine Medaillen.
So oder so, wir haben jetzt Protagonisten, eine Andeutung, wer sich zum Antagonisten entwickeln könnte und die Grundlagen für einen Konflikt.

Akt 2: Der Konflikt

Irgendwie fehlt dem Konflikt Selbstdarsteller gegen Teamspieler noch ein wenig der Wumms. Kein Problem, da kann ja noch was kommen, erstmal steuern wir jetzt auf das große Überraschungsmoment zu. Eine Weile muss jetzt noch alles gutgehen, dann kommt der Wumms. Und dann muss der Wumms richtig wummsen. Mal sehen, was unsere Figuren so machen.
Zunächst geht alles gut und steuert auf ein vermeintliches Happy Ending zu. Alle in der Geschichte nennenswerten Betroffenen treffen sich, tauschen Positionen aus und finden ein gemeinsames Ziel, welches dann umgesetzt wird. Der Rat beschließt die Live-Übertragung und Aufzeichnung der Ratssitzungen für ein paar Testläufe. Der Beschluss wird einstimmig angenommen. Und in der ersten übertragenen Sitzung macht sogar niemand von seinem eingeräumten Recht Gebrauch, die Übertragung durch Hochhalten blauer Karten für seine oder ihre Beiträge pausieren zu lassen. Schön.
Unsere Antagonistin, nun die CDU als Mutter der JU, bringt zwar zeitgleich ein paar etwas zweifelhaftere Beschlüsse mit, bei der sie die ursprünglich für notwendig erklärte Video-Überwachung des Sonnenhausplatzes kurzum zu „touristischen Webcams“ umdeklariert, aber jedes gute Ensemble in der Literatur hat halt einen Opportunisten, der insgeheim nur darauf wartet, seinen eigenen Nutzen aus der ganzen Sache zu ziehen. Die Sitzung war zur arbeitnehmerunfreundlichen Zeit von 13:00 Uhr angesetzt, da die Sendeleitung Fußball halt wichtiger fand als Politik. Die Presse macht sich etwas über die Sitzung lustig, aber so ist die Presse halt. [Anm. d. Red.: Bitte nochmal ins Lektorat. Der Beitrag vom Schnettler ist zu platt, niemand schreibt ernsthaft so einen politisch voreingenommenen Scheiss]
Aber hier endlich kommt der Wumms.
Und wir haben ihn geschickt versteckt. Ein ranghoher Vertreter unserer Antagonistin, dessen Name übrigens von seinem flegelhaften Benehmen in Ratssitzungen inspiriert ist [Anm. d. Red.: „Doktor Flegemilch“ ist als Name etwas zu platt, können wir da noch was machen?], hat im Laufe der Sitzung wie üblich Argumente durch Lautstärke ersetzt. Er war sich auch nicht zu schade, Leuten anderer Meinung aufgrund dessen gesundheitliche Probleme zu unterstellen, wie wir im Zeitungsartikel subtil angedeutet haben. [Anm. d. Red.: Das nennst du „subtil andeuten“? Stümper!] [Anm. d. Verf.: Jetzt langt’s mir aber! Der Rest wird ohne Redaktion gemacht]
*räusper*
Das ist ihm nunmehr verständlicherweise peinlich. Er lässt sich also aus der später veröffentlichten Aufzeichnung der Übertragung ohne jegliche Begründung rausschneiden. Aber man kann den Grund ja erahnen, es muss ja nicht alles immer so offensichtlich reingeschrieben werden. Man sollte immer damit rechnen, dass die Leser schlauer sind als der Autor und es nicht mögen, wenn man all zu direkt Offensichtlichkeiten ausführt.
In den Reihen der Dezernenten kommt einer dazu, der regelmäßig durch Grimassen und Nickerchen in Ratssitzungen auffällt und dies ebenfalls ungern im Video hätte. Er ist nicht so wichtig, geben wir ihm einen langweiligen Namen. Doc Fischer oder so.
Die restlichen Dezernenten und der Oberbürgermeister bekommen ebenfalls Angst vor der eigenen Courage und lassen sich entfernen. Das ist natürlich ein absolut unerwarteter Twist, sind diese Personen doch sonst nicht grade als kamerascheu aufgefallen.
Übrig bleibt eine Art Greatest-Hits-Album des Duos Schultz & Dr. Wolkowski. Das finden diese sowie der bisher in dieser Geschichte eher im Hintergrund agierende Gutowski nicht ganz so toll, wie man meinen könnte, denn es sind Protagonisten, die als Volksvertreter das Bestreben haben, im Sinne des Volkes zu handeln.
Und da haben wir ihn, den richtig großen Konflikt. Das Volk will wissen, was seine Vertreter tun, doch deren Anführer wollen das Volk nur mit ihnen genehmen Kostproben bei Laune halten. Klare Motivationen, klare Zuordnungen, klare Problemlage. Heimlichtuer gegen Volksfreunde! Herrlich! Hollywood-Material!
Moment, wir brauchen noch einen guten Kontext für das große Finale. Genau, ich weiss: Ein paar Tage später ist Karneval! Großartig! Könnte man nicht besser erfinden!

Akt 3: Finale

Werden unsere Helden triumphieren? Werden unsere Antagonisten geläutert und erkennen, dass sie als Gewählte ihren Wählern diese Transparenz schuldig sind? Werden Sie auf den Herausschnitt bestehen und dafür konsequenterweise die Videoüberwachung des öffentlichen Raumes beenden? Oder werden auf dem Sonnenhausplatz in Zukunft blaue Karten zum Hochhalten verteilt? Wird gar doch die Angst obsiegen? Kommt irgendwann nochmal eine Anspielung auf „Krieg der Sterne“? Wird Schultz der Presse je beigebracht bekommen, dass er mit einem T geschrieben wird?
All das und (wahrscheinlich) noch einiges mehr im Finale dieser großartigen Saga, die mit viel zu viel Anführungszeichen, aber dennoch recht harmlos, begann!

Romankritik

Rezension von Irgendson Fatzke
Ein recht seltsamer komödienhafter Regiokrimi mit starker Provinz-Atmosphäre aus einer vorgeblichen Weltstadt tief im Westen. Viel zu langsamer Anfang, die Motivation einiger Antagonisten bleibt unklar, offenes Ende. Und natürlich wenige Tage vor Karneval, so wie in Hollywood Szenen in Chinatown immer zum chinesischen Neujahr stattfinden. Das Manuskript hätte insgesamt mehr redaktionelle Betreuung gebraucht.
2 von 5 Sternen

Pff, Kritiker, was wissen die schon?


Sieben am Sonntag 19.02.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Für diese Woche geht es zurück zu den Videospielesoundtracks. Dragonborn; das Thema zu Skyrim, mit Untertiteln, damit ihr auch mitsingen könnt.

Egozentrik der Woche

How to Sing Butterflies DXIn Wochen, in denen von mir etwas neues erschienen ist, gibt es natürlich einen Eintrag in den Sieben am Sonntag. Auch, weil die Bücher auf Englisch sind und somit keinen eigenen Beitrag im deutschen Blog bekommen. Denn seit gestern früh gibt es bei Amazon Papierausgaben von How to Sing Butterflies (104 Seiten für 5,00 €) und der erweiterten Ausgabe How to Sing Butterflies DX (168 Seiten für 7,01 €). Der deutsche Preis des dickeren Buches ist ein wenig Opfer der Währungsumrechnung und Mehrwertsteuer geworden.
Warum Amazon? Nun, es ist der einzige Anbieter für Druck und Vertrieb selbstverlegter Papierbücher im englischen Sprachraum zu brauchbaren Konditionen. Ingram Spark kostet mal eben 10 Dollar pro Titel und alle anderen Anbieter erreichen in der Herstellung Preise, die niemand für so Bücher von weniger als 600 Seiten zu zahlen bereit wäre. Der deutschsprachige Markt ist da mit BoD deutlich besser dran, weshalb ich diesen Anbieter in (sehr naher) Zukunft für deutsche Werke nutzen werden.

Drohne der Woche

Wem dieser Punkt bekannt vorkommt, der hat letzte Woche ebenfalls hier im Blog gelesen. Nur geht es diesmal größenmäßig in die andere Richtung: Automatisierte fliegende Autos.
Während das israelische Militärprojekt in dieser Richtung 2020 einsatzbereit sein soll, schmeisst Dubai im zivilen Sektor wie üblich einfach ein paar Milliarden mehr auf das Vorhaben und kündigt an, dass die chinesische Passagierdrohne eHang 184 bereits ab Juli 2017 die Himmel über der ohnehin schon einem Sciencefiction-Roman entsprungenen Stadt erschließt.


eBook der Woche

Jeder kann ein Kochbuch für Hühnchen herausgeben. Jeder kann ein Kochbuch für Hähne herausgeben. Aber nur Chad Filler traut sich, dem einen Titel zu verpassen, der mir gar keine andere Wahl lässt, als es zu erwähnen.
Und ja, es ist allein wegen dem Titel hier. Ich tu gar nicht erst so, als wäre es anders.


Malbuch der Woche

Ich dachtet nicht wirklich, hier rauszukommen, ohne dass es euch Donald Trump mal wieder vor die Nase knallt, oder?
In perfekter Synthese der beiden seltsamsten Trends des Jahres 2016 — Malbücher für Erwachsene und Donald Trump — gibt es nun also das Insane Clown President Coloring Book. Für alle, die die Pointe der amerikanischen Geschichtsschreibung schon immer mit grünen Haaren sehen wollten. Aber passt auf, dass euch für die Haut nicht zu schnell das Orange ausgeht. Natürlich das perfekte Mittel, mir die Zeit totzuschlagen, bis ich endlich Neuigkeiten von dem Trump-Parodie-Projekt höre, an dem ich teilgenommen habe.

Energiewende der Woche

Island ist für energieintensive Industrien ein Traumstandort. Nicht nur ist der Strom dort billig, er ist auch noch nahezu CO2-neutral, da die Insel sich vollständig über Wasserkraft und die geothermische Energie des Atlantischen Rückens versorgt.
Aus diesem Grund wird dort viel Aluminium gewonnen und aus diesem Grund habe ich immer dafür argumentiert, dass es im Sinne der Energiewende das Beste wäre, wenn Deutschland sein Aluminium aus Island bezieht. Nun geht nach Aluminium also auch Silizium stark auf die Insel.

Propaganda der Woche

Manchmal ist Die Zeit so unterirdisch, man mag kaum glauben, dass der Name nicht zwischenzeitlich an eine andere Zeitung verkauft wurde. Ja, wahrscheinlich sind russische Meldungen im Vorfeld der BUndestagswahl etwas, dessen man gewahr sein muss. Was da aber gar nicht hilft, ist einseitige Panikmache, die ihrerseits nicht nur unverkennbar antirussische Propaganda ist, sondern auch noch mit frei erfundenen Glaskugeleien aufwartet. Die Schlüsselwörter zu den drei vorgestellen Bedrohungsszenarien: „möglicherweise“, „vermutlich“ und „[es] steht zu erwarten“.
Propaganda ist kein Wettbewerb, bei dem gewinnt, wer immer sich die größeren Blödheiten aus den Fingern saugen kann. Und wenn, würden wir diesen gegen die Russen sowieso verlieren, dafür sind unsere Medien ganz offensichtlich zu plump.


Sieben am Sonntag 12.02.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Die Musical-Episode von Buffy war damals ein ziemlicher Hit, groß genug, um mit Walk Through the Fire einen Charthit und mit Let Me Rest In Peace einen Fan-Liebling hervorzubringen. Mein Lieblingstitel aus der Episode ist hingegen Sanding in the Way/Under Your Spell Reprise.
Die Episode war voller Momente, in denen die Verhältnisse der Charaktere für den Rest der Serie auf den Kopf gestellt wurden. Dieser Doppelsong markiert den Rückzug von Buffys Mentor Giles und Taras Trennung von ihrer Freunding Willow. Beide Ereignisse sind für die weitere Serie extrem wichtig — und die Musik dazu perfekt. Joss Whedon macht definitiv zu wenig Musicals (im Grund e nur Once More With Feeling und Dr. Horrible’s Sing-Along-Blog samt dessen DVD-Bonus Commentary the Musical, alle absolut großartig).

Bienen der Woche

Beim Bürgergartenprojekt gibt es die Anfrage eines Verbandes, ob Bienenstöcke mit dem Garten vereinbar wären. Wir müssen noch abklären, wie groß das Bienenprojekt werden soll, aber grundsätzlich halte ich das für hervorragend. Wir hatten schon öfter daran gedacht, ob man nicht einen Imker anspricht, dort Bienen anzusiedeln, Nahrung dürfte genug da sein.

Drohne der Woche

Zumindest summen kann sie schon mal - Bild: Eijiro Miyako/Gizmodo

Zumindest summen kann sie schon mal – Bild: Eijiro Miyako/Gizmodo

Okay, das ist etwas verwirrend. Drohnen sind natürlich nach den männlichen Bienen benannt, die ein feminines Substantiv zum Namen haben und somit die feministischsten aller Insekten sind. Zu den Dingen, die Drohnen normalerweise nicht tun, gehört das Sammeln von Nektar und die Herstellung von Honig sowie natürlich die Bestäubung von Blüten.
Allerdings stechen sie auch nicht und trotzdem haben wir bewaffnete Kampfdrohnen. Um die Absurdität komplett zu machen haben wir nun also den Plan, Blüten mit winzigen Drohnen (die Roboter, nicht die Bienen) zu bestäuben.
Das ist so schlecht gar nicht. Während ich weiterhin bezweifle, dass das globale Bienensterben im oft propagierten Ausmaß existiert, gibt es lokal fraglos Probleme.
So bringt die Bienenhaltung in Nordamerika bei gleichzeitiger Industrialisierung der Landwirtschaft extreme Probleme mit sich. Dazu muss man wissen, dass Honigbienen in der Neuen Welt nicht natürlich vorkommen, sondern erst vom Menschen gemeinsam mit den entsprechenden Nutzpflanzen dort eingeführt wurden. Dazu kommen noch einige Probleme, die ich hier kaum weiter ausführen kann, etwa wenn Bienen Pflanzen bestäuben müssen, die sie eigentlich meiden (Mandelbäume zum Beispiel). Entsprechend schwierig ist die Bienenhaltung dort.
Unter solchen Umständen kann ein Bienenroboter durchaus Sinn machen. Mal sehen, ob wir solche Roboter noch sehen werden.

Drumpf der Woche

Die Heimatschutzbehörde der USA fände es ganz dufte, wenn sie bei der Einreise die Passwörter für soziale Medienprofile haben könnte. Die haben doch nicht mehr alle Farben im Wassermalkasten.

Abfall der Woche

Evolution einer Flasche. Rechts musste ich aus Platzgründen ein Porträt des aktuelln US-Präsidenten weglassen - Bild: Ari Jónsson

Evolution einer Flasche. Rechts musste ich aus Platzgründen ein Porträt des aktuellen US-Präsidenten weglassen – Bild: Ari Jónsson

Technisch gesehen ist die Meldung schon vom letzten Jahr, aber technisch gesehen müsste ich auch in Mandarin schreiben, damit mich möglichst viele hier verstehen, also was soll’s.
Der Ise (manche mögen „Isländer“ sagen) Ari Jónsson hat eine neue Form von biologisch abbaubarem Kunststoff entwickelt, der eigentlich keiner ist. Die Flaschen aus dem auch als Geliermittel bekannten Agar können nach einer Weile verrotten udn tun dies, im Gegensatz zu normalem biologisch abbaubaren Plastik, auch bei ganz normalen Temperaturen, sobald sie leer sind. Was sich natürlich noch erweisen muss ist, ob die Flaschen auch andere Dinge als Wasser transportieren können, ohne im Regal einzugehen.

Shirt der Woche

Seit wir mit Yi qi einen absolut spektakulären Dinosaurier haben, der mehr einem europäischen Drachen als einem chinesischen Dinosaurier ähnelt, bot sich einiges an spektakulären Auftritten an. Naheliegend und wirklich schön etwa ist dieses heraldisch inspirierte Design auf bei Palæoplushies erhältlichen T-Shirts.
Technisch sind die übrigens auch interessant -statt das Bild aufzudrucken, werden die Shirts zunächst eingefärbt und die Farbe dann stellenweise wieder entfernt, was zu einem nicht abbröckelnden Bild führt.

Bild: Palaeoplushies

Bild: Palaeoplushies

Mahnung der Woche

Eine kurze Erinnerung, dass die Katastrophe von Fukushima immer noch im Gange ist und neue Überraschungen bereithält, etwa dass die Strahlung zu hoch ist, um mit Kameras ausgestattete Roboter dort länger als zwei Stunden arbeiten zu lassen.


Sieben am Sonntag 05.02.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Ja, ich habe eine Woche übersprungen, wegen Terminen und einem anderen Projekt, dem ich Priorität gegeben habe. Und nun: Business as Usual.

Musik der Woche

Starten wir diesmal musikalisch mit einem weiteren Youtube-Künstler, der Lieder von Google Translate übersetzen lässt, in die Ursprache zurückübersetzen lässt und das Ergebnis singt. In diesem Fall ein Medley bekannter Songs aus den Neunzigern.
Steve Terreberry ist eigentlich ein Spezialist für klassische Instrumente, der auf seinem Youtube-Kanal hin und wieder dadurch auffällt, dass er bekannte Titel aus Major in Minor umsetzt oder umgekehrt. Obwohl es interessant ist, das Thema von Psycho plötzlich beethovenesk zu hören, ist diese Übersetzung jedoch einfach besonders spektakulär.

eBook der Woche

Während die Anthologie voller Trump-Parodien, Steaks, Walls and Dossiers, noch etwas braucht, bis sie erscheint, können wir uns die Zeit ja mit Chuck Tingles zuverlässig aktueller und absurder Dinosaurier-Erotika Domald Tromp Pounded In The Butt By The Handsome Russian T-Rex Who Also Peed On His Butt And Then Blackmailed Him With The Videos Of His Butt Getting Peed On beschäftigen. Ein Titel, der in meinem alten Blogdesign allein einen Absatz gefüllt hätte, voller Referenzen auf echte Memes (im Gegensatz zu künstlich geschaffenen Memes, die nicht verhaften, weil sie zu absichtsvoll sind, aber das ist eine Diskussion für einen anderen Beitrag, der vielleicht oder vielleicht auch nicht kommt) und mit einem herrlich absurden Cover, das dennoch technisch überraschend gut zusammengestellt ist.
Oder in einem Wort: Perfektion.

Ausstieg der Woche

Die Deutsche Bank will aus der Kohle aussteigen. Also, die fossile. Es wäre etwas seltsam, wenn eine Bank aufhört, Geld zu scheffeln.
Ich gehe davon aus, dass diese Entscheidung nichts mit einem urplötzlich erwachten Umweltbewusstsein der Bank zu tun hat, sondern einfach damit, dass Kohle eine zunehmend schlechter werdende Investition ist. Die Deutsche Bak investiert halt nicht in Verlustgeschäfte wie Kohlekraft.
Aber es ist ein weiterer Schritt zum Ende der Kohle. Wer sagt, dass falsche Motive nicht manchmal zufällig die richtigen Ergebnisse mit sich bringen können?

Drumpf der Woche

L1-Visum (Muster)

L1-Visum (Muster)


Hachja, Donald Dumb (oder so) könnte mit seinen wahnwitzigen Aktionen hier bald zur Rubrik werden. Es ist schwierig, eine davon auszuwählen, aber wenn eine dabei ist, mit der der US-Präsident grundlos seinem eigenen Land schadet, ist das – okay, das ist ebenfalls ziemlich normal bei ihm. Aber die Offensichtlichkeit, wenn man anstrebt, genau jenes Visum abzuschaffen, auf welchem wichtige Industriestandorte wie Silicon Valley beruhen, ist schon etwas ganz besonderes.

Sackgesicht der Woche

Nein, es geht nicht um die selbe Person wie grade eben, es geht um ein wirklich altes Sackgesicht.
Ein anderes wirklich altes Sackgesicht.
Saccorhytus coronarius ist nicht nur der älteste, sondern auch der mit Abstand primitivste Deuterostom, ein Mitglied jener Tiergruppe, zu denen die Wirbeltiere und Stachelhäuter gehören, oder mit anderen Worten: Unser ältester klar zugeordneter Vorfahr. So primitiv, dass er noch keinen Mund hat, sondern eine einzige Öffnung zum Fressen und Ausscheiden. So krochen unsere Vorfahren ganz zu Beginn des Kambrium vor etwa 540 Millionen Jahren durch die Gewässer des heutigen China.
Das ganze Tierchen ist kaum mehr als einen Millimeter lang. Kein Wunder, dass die Wirbellosen zu Anfang des Kambrium noch einen klaren Vorsprung auf dem Weg zur Dominanz in der ganz frühen Tierwelt hatten.

Saccorhytus coronarius - Bild: Apokryltaros bei Wikimedia

Saccorhytus coronarius – Bild: Apokryltaros bei Wikimedia

Erfindung der Woche

Kälteschlafkammern? Ja, sind offenbar auf dem Weg.
Das war eine interessante Entwicklung. Die therapeutische Hypothermie, also gezielte Unterkühlung des Körpers zur Stabilisierung lebensgefährlich verletzter Patienten, ist eine noch sehr junge medizinische Prozedur, die um die Jahrtausendwende aufkam. Kurz gesagt werden die Lebensfunktionen verlangsamt, indem man das Blut der Patienten auf eine bestimmte Weise kühlt. Ob sich dadurch, wie hier angedacht, auch die Alterung für lange Weltraumreisen verlangsamen lässt, wird sich zeigen müssen.

Gartengestaltung der Woche

Nutzer Brolukas stellte gestern bei Reddit ein Foto vom Haus eines seiner Auftraggeber ein. Sein Haus hatte im Hintergarten dieses absolut großartige Gartenelement. Oh, und ausserdem ein verdammt großes Baumhaus mit Türen ins Haupthaus.

Großartig, oder? Ein Liegestuhl auf Schwimmkörpern! Wie geil ist das denn? - Bild: brolukas bei reddit

Großartig, oder? Ein Liegestuhl auf Schwimmkörpern! Wie geil ist das denn? – Bild: brolukas bei reddit


eBook-Wiederbelebung nach fünf Jahren

November 2011 begann ich meine eBook-„Karriere“ mit einem kurzen Ratgeber: Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie, warum hieß er, ein Buch über das Coverdesign für eBooks angesichts der damals im deutschsprachigen Raum grade erst beginnenden eBook-Welle.
Sicher eine seltsame Wahl für ein Erstlingswerk, aber so kam es damals halt, weitere Titel folgten im Jahr danach und seitdem immer mal wieder.
In letzter Zeit überlegte ich,was ich mit dem alten Buch machen sollte. Es war fraglos veraltet und Verkäufe waren längst nicht mehr so pralle, ich dachte daran, es aus dem Verkauf zu nehmen. Doch es kam anders. Im Dezember 2016 kam eine eMail von Amazon, ob ich grundsätzlich zustimmen würde, wenn Amazon den Preis des Titels für eine kurze Zeit im Rahmen einer Aktion heruntersetzen würde. Als mein einziger Amazon-exklusiver Titel in Deutsch kam dafür nur dieses meiner Bücher in Frage. Ich stimmte zu und Ende Januar kam die Mitteilung von Amazon, das Buch würde vom 1. bis zum 8. Februar (jeweils 12:00 Uhr mittags) auf 0,89 € runtergesetzt.

Aktualisierung

Beispielseite aus dem Buch mit leicht veraltetem Text zur Gestaltung der Perry-Rhodan-Serie

Beispielseite aus dem Buch mit leicht veraltetem Text zur Gestaltung der Perry-Rhodan-Serie

Das brachte einen gewissen Druck mit sich. Dieses Cover ist Müll! sollte eigentlich schon letztes Jahr aktualisiert werden, eines der Opfer des Computercrashs vom Februar. Wie gesagt, es ist in den letzten fast fünf Jahren merklich veraltet. Beispielsweise empfiehlt das Buch die Website Elfwood, die 2014 abgeschaltet wurde. Links ist ein Beispiel, das die Gestaltung der Serie anspricht. Diese ist inzwischen deutlich verändert worden.
Also habe ich das Buch die letzten zwei Tage überholt. Einige Informationen tauschte ich aus, andere beließ ich, etwa die Ausführungen zu Perry Rhodan, da diese von ihrem Alter nicht negativ beeinflusst wurden. Zugleich überholte ich die Sprache an vielen Stellen, wenn auch nicht systematisch im ganzen Manuskript. Mir fiel auch auf, dass ich im ursprünglichen Text viele Dinge angedeutet, aber nicht weiter ausgeführt habe und ergänzte nun entsprechende Textstellen.
Es war wichtig, das Buch bis zum 1. Februar in Form zu bringen. Zwar hat die bisherige Version hervorragende Bewertungen, aber ich will dennoch nicht mit einem so offensichtlich veralteten Titel aufwarten. Die Aktion ist ja letztendlich auch Werbung für mich und meine anderen Titel, selbst wenn diese vergleichsweise wenig mit diesem etwas aus der Reihen tanzenden Buch zu tun haben.
Wahrscheinlich werde ich das Buch dieses Jahr ein weiteres Mal angehen, um ein paar Inhalte zu ergänzen. So wollte ich zum Beispiel ein Kapitel darüber ergänzen, auf welche Signale unser Gehirn und Auge besonders schnell reagieren und wie man das im Coverdesign berücksichtigen kann. Dafür war nicht genug Zeit, as wird also mit einer späteren Aktualisierung nachgereicht werden müssen.

Fazit

Die überraschende Aufnahme dieses Titels in eine Amazon-Aktion ist ein gutes Beispiel für mehrere Erkenntnisse, die eBook-Autoren immer im Hinterkopf behalten sollten, vor allem bei Sachbüchern:

  1. Ein Buch kann jahrelang fast ruhen, bevor es plötzlich wieder relevant wird, man sollte es also nur mit gutem Grund aus dem Verkauf nehmen und schlechte Verkäufe sind kein guter Grund
  2. Sachbüchern droht beständig die Veraltung, regelmäßige Überprüfung der Inhalte erhöht deutlich ihre Langlebigkeit
  3. Du weisst nie, welche (positive) Überraschung morgen in deinem Postfach auftauchen kann und wann Gelegenheiten auftauchen
  4. Manche eBooks sind ganz einfach nie fertiggeschrieben

cover-mullOder zusammengefasst in einem Satz und einem halben: Es lohnt sich, seinen alten Sachen hin und wieder einen frischen Anstrich zu verpassen. Oder auch mal eine Grundsanierung.

Diese Cover ist Müll! Lernen Sie, warum ist ab sofort bis zum 8. Februar 12:00 Uhr mittags für 0,89 € statt 2,99 € exklusiv bei Amazon erhältlich (oder kostenlos in der Ausleihe für alle mit Amazon Prime).


Sieben am Sonntag 22.01.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Eine Woche, in der ich keine neue Musik gefunden habe? Das ist allerdings erstaunlich. Nun gut, dann grabe ich einen weiteren Videospielesoundtrack aus meiner Kindheit aus, diesmal im Original. Die Actionspiele der 90er hatten großartige Musik (und ja, ich hatte einen Mega Drive, keinen Super Nintendo, weil mein Bruder einen Super Nintendo hatte).

Lampe der Woche

Lampe in Gestalt von Michael Schumachers Kopf

Aaaaaaaaaaaah!

eBook der Woche

Ich muss zugeben, Die Raupen greifen an von Cedric Baltimore verwirrt mich vor allen Dingen, weil ich nicht weiss, ob das jetzt ernst gemeint ist. Ich meine, die ganze Aufmachung spricht dafür, es wird als unheimlicher Thriller angepriesen, die Edition Bärenklau ist ein echter Verlag (der das Heftromangeschäft als lukrativen Mülleimer nutzt, aber trotzdem ein echter Verlag) und das over sieht recht ernst aus.
Aber, ich meine, Raupen! Eine Familie und ihre Killerraupen!

Joint der Woche

Cannabis gibt es bald für Schwerkranke als Schmerzmittel auf Rezept. Das war ein jahrelanger, schwieriger Kampf mit Störfeuern seitens unbelehrbarer Ideologen, die wie so oft alles ablehnen, was ihren Vorurteilen nicht entspricht.

Kawumm der Woche

Nunja, vorgesagter Kawumm: 2022 bekommen wir ein neues zweithellstes Objekt am Nachthimmel (nach Luna, dem Mond der Erde), der Doppelstern KIC 9832227 sol dann zusammenstürzen und dabei in einer Nova explodieren. beziehungsweise, uns soll dann das Licht aus dieser Explosion erreichen. Weltuntergangsexperten können an diesem Abend ihr Frühstück rausstellen, damit es am nächsten Morgen schön mikrowelliert bereitsteht.

Küchenhelfer der Woche

via Fancy

via Fancy

Untergangsszenario der Woche


Sieben am Sonntag 15.01.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Die dieswöchige Hintergrundmusik zum Lesen des restlichen Beitrags ist einer der großartig-metalligsten Videospielesoundtracks aller Zeiten. Alle Zeiten vor Brütal Legends Aller! Zeiten!

Stinkstiefel der Woche

„Dieser Stiefel stempelt seinen Träger als Nazi ab“ lautet einer der beiden Titel der Rheinischen Post hierzu. Nunja, wenn man sich die Sohle anschaut, ist das eindeutig ein Versehen, welches niemandem aufgefallen ist, bevor jemanden damit in den Schnee gegangen ist. So wie bei Lonsdale, die nun wirklich nicht ahnen konnten, dass Rechte auf die mittleren Buchstaben des Namens des Begründers des modernen englischen Boxsports anspringen würden. Ich meine, sieht man diese Stiefel nicht im spezifischen Kontext von Nazi-Symbolik und ohne ein Bild des Abdrucks daneben, ist da nichts auffälliges dran.

There was an angle I didn't get to see when ordering my new work boots…

Oh. Ich habe grade das Wortspiel der RP verstanden, während ich diesen Text tippte.

eBook der Woche

Mobilfunkstrahlung ist eine besondere Perle im Reich der seltsamen Pseudophysik-Verschwörungstheorie-Sphäre und deshalb nicht zum ersten Mal in dieser Kategorie dabei. In Sigmars Auftrag: Profit vor Sicherheit: Mobilfunk in Deutschland ist nahezu perfekt: Ein schwadronierender Titel mit gleich zwei Untertiteln, der aus irgendeinem Grund Sigmar Gabriel für das Mobilfunknetz verantwortlich macht, zugleich aber dermaßen zerhäckselt ist, dass ich noch nicht mal sicher bin, dass das wirklich die Aussage ist. Dafür muss man dann das Buch lesen.
Es kann sich ebensowenig entscheiden, ob es nun ein Roman oder ein Sachbuch sein will. Jedenfalls gibt es keine Romanhandlung und die Informationen sind mangels Kontext vollkommen unverständlich. Ich sehe das ab und an auf Facebook, dass Leute so schreiben, in Sätzen, die ohne Kontext niemand verstehen kann ausser sie selbst. Und Spaghetti mit Tintenfischsoße im japanischen Restaurant! Die wissen genau, was sie da getan haben!

Energiewende der Woche

Während die Energiewende in Deutschland systematisch sturmreif geschossen wird (von Sigmar und seinen Handystrahlen-Installateuren), geht sie andernorts all jene Schritte, von denen uns hierzulande beständig erzählt wird, wie unmöglich sie seien. So haben etwa die dicht bevölkerten Niederlande genug Platz für Windkraft gefundne, dass die komplette Staatsbahn zu 100% auf Erneuerbare umstellen kann – Wind für den Strom, Biogas für die Heizung.

USB-Zubehör der Woche

Wie zuverlässig er ist, muss natürlich noch weiter getestet werden

Wie zuverlässig er ist, muss natürlich noch weiter getestet werden – Bild: DNA Electronics

Dieser USB-Stick hat 0 Bit Speicherplatz. Das ist verschmerzbar bei dem, was er tut: Der Stick der Firma mit dem wundervollen SciFi-Namen DNA Electronics ist den Berichten zufolge in der Lage, innerhalb einer halben Stunde eine Probe auf eine HIV-Infektion zu überprüfen. Das ist verdammt gut und praktisch. Bisher dauerte so ein Test Wochen auf dem Weg zwischen Arzt, Labor und der eigentlichen Untersuchung.

Saftschubse der Woche

Kanada kennt sich mit Schnee und Eis aus.Ich setze das mal als Prämisse bei der Meldung, damit sie glaubhaft klingt. Denn Kanada hat einen Zusatzstoff gefunden, mit dem der Einsatz von Streusalz deutlich umweltverträglicher wird, weil das Salz gezielter eingesetzt werden kann. Rote-Bete-Saft.
(Der Titel geht natürlich an die kanadischen Streuwagen)

Feuermacher der Woche

Ich bin nicht sicher, ob ich damit etwas bei Regen anzünden will, aber hier ist ein elektrisches Feuerzeug. Nie wieder Gas leer, was bei mir, der ich als Nichtraucher Feuerzeuge extrem selten brauche, ein Problem ist, denn die sind meistens leerglaufen, bis ich sie mal wieder einsetze.


Sieben am Sonntag 08.01.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Nach Weihnachten und Neujahr für 2017 wieder im Regelbetrieb.

Musik der Woche

Moana, der neue Disney-Film, der in Deutschland aus mir unerfindlichen Gründen als Vaiana erscheint, ist gut. Und die Musik darin sowieso.

eBook der Woche

„Monster Porn“ war vorletztes Jahr ein wenig in den Schlagzeilen. Was den meisten sich wundernden Beobachtern nie klar gewesen zu sein scheint ist allerdings, dass dieses ganze Genre so gut wie nie ernstgemeint ist. Es war immer ein Spielplz für Parodien auf sich selbst. Manchmal merkt man das an den Titeln, manchmal nicht.
Captain Cockburn and the Well-Hung Velociraptors ist ein Musterbeispiel eines durchaus typischen Titels dieser Kategorie.

Umzug der Woche

Die Sekte Zwölf Stämme zieht nach Tschechien und damit aus Deutschland fort. Die Zwölf Stämme sind eine maßgebliche Kraft hinter dem Versuch, in Deutschland Heimunterricht einzuführen und wesentliche Unterrichtsinhalte vor allem in den Wissenschaften wie Evolution und Aufklärungsunterricht abzuschaffen. Bekannt sind sie vor allem für die fortgesetzte Verteidigung der Prügelstrafe.
Ich hoffe, die Zahl der Orte, an denen die sich niederlassen könne, schrumpft weiter.

Widerstand der Woche

Allem Anschein nach konnte das Dritte Reic doch nicht die Bombe bauen, selbst wenn sie die Materialien gehabt hätten.
Interessant an dem Bericht ist die spezifische Problematik in der Forschung. Es liest sich meines Erachtens stark so, als hätte das Forscherteam alles getan, um ja nicht zu einem verwertbaren Ergebnis zu kommen. Heisenberg udn Co. haben in einer Art obskuren Geschäftigkeit effektiv verhindert, dass die Nazis die Atombombe bekommen.
Ob das deren Absicht oder einfach nur eine Auswirkung der Anwendung nationalsozialistischer Ideologie auf den Wissenschaftsbetrieb war, ist dann natürlich die nächste Frage. Die Nazis hatten ja große Teile der Physik und Medizin als jüdisch beeinflusst verworfen.

Prognose der Woche

orakel2017Ihr kennt diese albernen Buchstabensalate, die zum Jahreswechsel durch die Zeitungen und Netzwerke fliegen, in denen dann die ersten drei Wörter, die man findet, ein Orakelfür das restliche Jahr darstellen sollen? Nun, ich hoffe, niemand nimmt die ernst. Mir liefen zwei davon über den Bildschirm und die Prognosen darin sind leicht verunsichernd.
Das abgebildete Exemplar der Pseudo-Zeitung für leicht zu Verarschende ergab bei mir „Familie na und“. Das ist nicht ganz so schlimm wie ein anderes, das bei Twitter umlief: „Kraft, Wahrheit, Ork“. Eigentlich sogar Orkwohnung, aber ich schätze mal, das zählt als zwei Wörter.

Fusion der Woche

inkbook-primeMit dem Inkbook und Inkbook Prime erscheint endlich ein Lesegerät für eBooks, welches sowohl Kindle- als auch ePub-Bücher auf eInk darstellen kann. Die Lösung dafür ist einfach: Es läuft auf einer Android-Version, man kann also einfach die entsprechenden Handy-Apps der Verkäufer auf das Gerät installieren und dann in diesen lesen, nur halt auf elektronischem Papier statt einem Bildschirm.
Die Einrichtung ist etwas mühsam, da der App-Shop nicht funktioniert und man die Dateien zum Installieren direkt auf das Gerät kopieren muss, aber es funktioniert sehr gut.
Basisversion und Prime-Version (u.a. mit Beleuchtung) bei Amazon.

Nachzucht der Woche

Ein Mann in Kalifornien hat über Jahre eine seltene Schmetterlingsart in einem eigens errichteten Gewächshaus nachgezüchtet. Eine beachtliche Maßnahme — fachkundige Nachahmer erwünscht.


Das wird 2017

Auf den Jahresrückblick 2016 folgt natürlich der Jahresausblick 2017. Hoffen wir einfach, dass die Musik diesmal nicht ein paar Stunden später von Youtube verschwindet. Oh, und dann muss noch ein Bild für die Linkvorschauen sein. Okay, wir können anfangen.2017

Thema: Netzwerk

Hier geht es um eine Fokussierung eines Trends, der 2016 begonnen hat. Verstärkte Vernetzung nicht nur in der Politik, sondern vor allem auch unter Autoren, lokal wie international. Ich habe Ende 2016 gemerkt, dass dies nicht nur ein Selbstzweck ist, sondern auch mit der Motivation und Kreativität hilft. Es gibt eine 2016 nicht umgesetzte Idee in dieser Richtung, für die ich nun endlich eine gute Grundlage habe, ein gemeinsames Projekt Gladbacher Autoren. Das werde ich im Februar anstoßen (weil ich das Autorentreffen im Januar wegen anderer Termine auslassen muss) und deute es jetzt nur an, um es nicht in einem Nebensatz eines Jahresausblicks untergehen zu lassen. Ein gemeinsames öffentliches Auftreten der lokalen Autoren ist mir schon länger ein Anliegen, weswegen es auf meiner Bücherseite bei den Empfehlungen ja auch einen Abschnitt mit Büchern aus der Stadt und ihrer Umgebung gibt.
Ein erstes Ergebnis verstärkter Vernetzung wird Ende Januar ein Beitrag in einer Trump-Parodie-Anthologie sein, ein Projekt, an dem ich viel Spass habe.
Und damit geht es weiter zu:

Ausverkauf

Meine erste vollständige Buchübersetzung ist in Arbeit, ich werde dies 2017 durch weitere ergänzen, darunter hoffentlich auch kreative Projekte (der Erstling ist ein Kochbuch). Aber das ist letztlich nur der Broterwerbsteil der kreativen Arbeit.
Was sehr gut funktioniert, sind Kurzgeschichten. Das werde ich 2017 verstärkt nutzen: Ich beabsichtige, jeden Monat eine Kurzgeschichte zu veröffentlichen – nicht schreiben, veröffentlichen. Und damit meine ich, in professionellen Kanälen wie Zeitschriften und Anthologien, Veröffentlichung im Blog zählt nicht. Das bedeutet natürlich ein entsprechendes Volumen an Geschichten, aber Kurzgeschichten gehen einfach viel leichter von der Hand als Romane, selbst wenn sie zusammengenommen genau so viele Wörter umfassen wie mehrere Romane. Vieles davon wird in eine weitere Sammlung gehen: Die Nachfolgesammlung zu How to Sing Butterflies wird den Titel How the Rain Gets in tragen, daneben plane ich eine Sammlung von weihnachtlicher Sciencefiction und Fantasy für den November, erhältlich in Deutsch und Englisch auf Papier und elektronisch. Ich habe da über die Jahre schon einiges geschrieben, das ergänze ich bis zum Herbst mit neuen Beiträgen.
Das andere, was sich sehr gut schreiben lässt, sind Sachbücher. Ich habe den ersten Band von Fiction Science 2015 in sehr kurzer Zeit geschrieben und danach keine wirklich gute Idee für einen zweiten Band gehabt. Nun, inzwischen hatte ich eine, auch wenn es diesmal keine passende Filmpremiere im laufenden Jahr geben wird, an die ich es anheften kann. Rechnet im Sommer damit.
Mein 2016er Projekt, die Meilensteine der Evolution abzuschließen, wurde durch den Tod meines Computers im März gestoppt, doch inzwischen konnte ich die Daten wiederherstellen. Damit einher gehen große Veränderungen für die Serie es wird keine zehn Bände mehr geben, sondern vier, die dafür um so umfangreicher sind. Die bisherigen Bände werden in die neuen integriert, Käufer der alten Bände sollen die neu konzipierten Teile der Serie als kostenloses Update erhalten. Das ist dann das Buchprojekt fürs Frühjahr.
Abschließen will ich auch die Zero-Waste-Reihe Less Litter Lifestyle im Blog mitsamt dem zugehörigen Buch. Ein Kochbuch-Projekt ist so gut wie fertig, dafür fehlen hauptsächlich noch die Fotos.
Ich habe inzwischen gelernt, dass ich für Romane besser keine Ankündigungen mache. Es gibt ein paar Projekte, aber welche davon 2017 veröffentlichungsreif werden, will ich nicht mehr voraussagen. Momentan sind die Titel Sünde, Boy, Ètrenne und Neanderthalensis in unterschiedlichem Fortschritt auf meinen Festplatten (ja, ich habe nach dem März-Desaster mehrere), aber wie weit diese 2017 kommen, wer weiss. Mein Fokus ist 2017 mit voller Absicht auf den kleineren, schneller umsetzbaren Projekten.

Ein anderes Vorhaben aus 2016, das untergegangen ist, war die Veröffentlichung von Hörbuchversionen meiner Kurzgeschichten auf Youtube. Auch hier habe ich das bisher erstellte Material wiederhergestellt und kann 2017 damit weitermachen.

Portfolio

Und damit in die andere Ausrichtung meiner kreativen Vorhaben: Eine breitere Fächerung der Formen, mit denen ich arbeite. Viele meiner Ideen fallen schlichtweg nicht in den Bereich des geschriebenen Wortes und ich will meine Fähigkeiten trainieren, auch in anderen kreativen Bereichen zu arbeiten.
Ich habe 2016 meine Fähigkeiten mit Fotos und Bildbearbeitung deutlich verbessern können. Ich hoffe, das 2017 im Bereich des Zeichnens/Malens (digital, da kann man Fehler besser rückgängig machen ;-) ) fortführen zu können. Ob ich in Jahresfrist etwas Vorzeigbares produzieren kann, werden wir sehen, ich bin da vorsichtig, da ich weiss, wie viel Übung in ein gutes Bild einfließt, bevor es so einfach aussieht, wie einige Künstler es aussehen lassen.
Aber die Ideen sind da und ich will sie umsetzen. Und dafür brauche ich die entsprechenden Kenntnisse.

Sonstiges

Ich werde mich 2017 verstärkt als Übersetzer betätigen. Dazu gehört neben den bereits genannten Buchübersetzungen auch ein ab morgen verfügbarer Fiverr-Gig zum Übersetzen von Rezepten, eine Dienstleistung, mit der ich inzwischen umfassende Erfahrungen gemacht habe und in der ich bei all den schlecht übersetzten Rezepten, die überall rumfliegen, eine echte Lücke sehe.
Und dann ist da noch die Politik. Zwei Wahlkämpfe sind da nur die Spitze des Eisberges, es wird für mich politisch 2017 einiges zu tun geben.
Oh, und ich plane, dieses Jahr umzuziehen, etwas mit deutlich mehr Platz für meine ganzen Ideen und Experimente.

Und nun entschuldigt mich. Ich habe einen Berg abzugraben und dafür einen Teelöffel aus der Küchenschublade mitgebracht. Und ich habe schon angefangen.


Das war 2016

Okay, es ist der 31. Dezember und damit Zeit für den Jahesrückblick. Und es war ein Jahr, in dem man gut sehen konnte, wieso Jahresrückblicke nicht vor dem letzten Tag geschrieben werden sollten. Ich meine, Carrie Fisher und ihre Mutter starben beide in der Woche zwischen Heiligabend und Neujahr. Liebe Fernsehsender, nehmt euch einfach an mir ein Beispiel: Jahresrückblicke gibt es ausschließlich am 31. Dezember.
Nun, da das klargestellt ist, weiter zum Rückblick auf mein 2016. Mein öffentliches 2016, den Rest erfahren jene, die es etwas angeht. Andernorts. Vielleicht. Wenn sie fragen. Vielleicht. Aber jetzt erstmal Musik und dann weiter im Text.

Weg ins Fahrradies

Das Jahr begann mit einem Fahrradtransport, als ich am 2. Januar meinen Eltern half, ein Dreirad aus einem Dorf am tiefsten Niederrhein (oder ist Gronau schon Münsterland?) abzuholen, also kann ich auch mit den Rädern weitermachen. Es war ja auch mein erstes Jahr mit Liegerad.

Ausschnitt aus der Fahrraddemo Sternfahrt Düsseldorf 2016 mit verschiedenen Rädern und Fahrern, im Vordergrund der Autor des Blogs

Entspannt, cool und ein tolles Fotomotiv: Ich in Düsseldorf – Bild: Zoe Duisberg/ADFC NRW

Trotz einiger Reparaturen, die anfangs nötig wurden und einer gebrochenen Schraube, die zu weiterem Reparaturbedarf führte muss ich sagen: Ich bin zufrieden. Das Gefährt brachte mich zu den Sternfahrten des Jahres in Düsseldorf und Mönchengladbach (Köln übersprang ich trotz anderer Absichten wegen des Wetters), aber auch zu meinen Touren ins Braunkohlenrevier und auf der längsten Tour des Jahres zu einer Tihange-Demo in Aachen.
Das Fahren ist nach kurzer Eingewöhnung angenehm und schnell, nur die Rennhaken an den Pedalen waren mehr lästig als hilfreich und so lernte ich sie praktisch sofort zu ignorieren. Als kleinen Bonus konnte ich dank der hohen Lage der Beine mehrmals trockenen Fußes recht tiefe Pfützen durchqueren. Das war natürlich keine Absicht aber wenn der Radweg bei Aachen plötzlich unter der Landstraße durchführt, um die Seite zu wechseln, macht man daran nach einem Wolkenbruch recht wenig.
Wie erwartet teilt sich das Liegerad nun mit meinem alten Mountainbike die Aufgaben. Das MTB zieht Lasten und trät mich, wenn ich einen Rucksack brauche, das Liegerad übernimmt die längeren Strecken und Tagesausflüge. Was nicht heissen soll, dass der Lieger nicht ebenfalls einiges an Transportvolumen hätte, was ich im August ausprobieren konnte, als mir auffiel, dass bei einem Stand in Neuwerk alles bereits im Vorfeld vor Ort gebracht war, ausser dem Tisch. Das hat übrigens überraschend gut funktioniert, als wäre der Tisch dafür gemacht.
Liegefahrrad mit einem mit Kabelbindern daran befestigten Klapptisch

Mein Beitrag zum Wikipedia-Eintrag für das Stichwort Eleganz

Die andere Option für die Überschrift dieses Abschnitts wäre übrigens Road to EldoRADo gewesen. Schätzt euch glücklich.

Schrifstellerei und so

Cover of How to Sing Butterflies How to Sing Butterflies DX Edition2016 war kein so produktives Jahr, wie ich mir das gewünscht hatte. Ein großer Teil davon war das, was ich als „Unglück des 11. März“ im Gedächtnis behalten werde. An diesem Tag kam es auf meinem Laptop zu einem umfassenden Festplattenausfall, ausgelöst durch einen Systemabsturz,der wiederum auf einen Absturz von Flash zurückging. Ich hatte kein aktuelles Backup und tatsächlich grade erst mein letztes Backup auf genau diesem Rechner zwischengespeichert. Das war eine ziemliche Katastrophe.
Nun, ich habe dennoch eines meiner anvisierten Projekte zum Abschluss bringen können. Die englische Sammlung How to Sing Butterflies vereint den Großteil meiner Kurzgeschichten in einem Band, von dem zwei Varianten erschienen sind: Eine Standardausgabe mit den Geschichten und eine DX-Ausgabe, ergänzt um Hintergründe zu jeder Geschichte. Ich zähle einige der Kurzgeschichten wie die Titelgeschichte und Sleeper Hit derzeit als meine besten kreativen Arbeiten.
Eine dieser Arbeiten schaffte es dann auch 2016 in meinen ersten Beitrag in einer Anthologie, wobei die Auswahl schon 2015 getroffen wurde. Die Indies Unlimted 2015 Flash Fiction Anthology enthält 52 Geschichten mit je bis zu 250 Wörtern. Flash Fiction ist nicht einfach, aber eine sehr willkommene Herausforderung. Bei mir funktioniert das üblicherweise so, dass ich einen spontanen Gedanken habe und den dann umsetze um selbst zu schauen, was daraus erwächst. Kombiniert mit der Kürze des Formats, welches zu einer sehr bewusst gewählten und dichten Sprache führt, eine sehr schöne Literaturform sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben.
Mein Beitrag in dieser Anthologie war Delayed Vengeance, eine für mich eher untypische, weil vollkommen in der Gegenwart verhaftete Geschichte um einen Polizisten und seine Pensionszeit auf einem Kreuzfahrtschiff. Sie ist in beiden Sammlungen erschienen, in denen ich dieses Jahr vertreten war.
Im Dezember folgte der Veröffentlichung dieser Anthologie eine Papierausgabe, meine erste Veröffentlichung auf Papier, wenn man redaktionell de facto nicht bearbeitete Fanzines ignoriert.
Eine SF-Weihnachtskurzgeschichte schaffte es nicht in die Anthologie, für die ich sie geschrieben habe. Sie wird 2017 gute Verwendung finden. Eine weitere SF-Weihnachtskurzgeschichte verfasste ich diesen Monat für eine Blogparade im englischen Blog, auch sie wird nächstes Jahr eine weitere gute Verwendung finden.

Zum 1. Mai beendete ich das (vor allem für Twitterverhältnisse) langjährige Projekt eBooks für lau. Es war mein erfolgreichstes Internetprojekt seit dem Exergaming-Blog Sporle & Co. im letzten Jahrzehnt, aber irgendwann war seine Zeit dann vorbei. Es wurde zunehmend schwieriger, das Verlinken kostenloser eBooks wirtschaftlich tragbar zu halten. Andere Plattformen wie XTME begannen, auch runtergesetzte Angebote bezahlter Bücher zu verlinken, das aber war in diesem Twitterkonzept schwieriger, da jeder Link für sich selbst stand. Und so beendete ich eBooks für lau nach fast fünf Jahren. Letztlich war es einfach an der Zeit.

Das Jahr endet schriftstellerisch mit dem ersten Auftrag, ein komplettes Buch aus dem Englischen zu übersetzen. Mehr oder weniger schriftstellerisch, es handelt sich um ein Kochbuch für Schmortöpfe. In einer besonderen Premiere ist das mein erster Vertrag mit Partnern auf drei Kontinenten (Nordamerika, Europa, Asien) – auch mal was neues.
Diese Übersetzung seht ihr dann 2017.

2017 deutet in diesem Bereich mit meinem ersten Besuch eines Autorentreffs in Mönchengladbach an, etwas, was ich weiterführen will. Es sieht nach diesem ersten Mal so aus, als würde das auch meiner Produktivität helfen. Ich muss sowieso wieder mehr im deutschsprachigen Raum machen.

Etwas anderes im kreativen Bereich war dann noch die Bildgestaltung. Ich habe mich zwischendurch daran versucht, mal ein Bild gezielt auf die sozialen Medien ausgerichtet zu erstellen, statt den jeweiligen Text einfach als Text zu schreiben. Hier die Ergebnisse.

Tatsächlich extrem entspannend

Tatsächlich extrem entspannend

Ich mag Füchse und das Original dieses Liedes war gemein zu ihnen

Ich mag Füchse und das Original dieses Liedes war gemein zu ihnen

Von solchen Experimenten wird es in Zukunft mehr geben.

Politisch immer voran

Dass es 2016 mehrmals galt, bei Aufmärschen rechter Gruppen und Bündnisse Flagge zu zeigen, darauf hätte ich gern verzichten können, aber leider war 2016 ein großes Jahr für den politischen Rückschritt. International wie national war es 2016 überaus frustrierend, als Politiker im linken Spektrum zu stehen. Ich bin dieses Jahr müde geworden, immer das Schlechte zu bekämpfen.
Glücklicherweise gab es aber auch noch andere Anlässe für Demos. Okay, glücklicherweise ist hier nicht ganz richtig, aber ihr wisst, was ich meine. Tihange hatte ich ja schon erwähnt, Garzweiler II war ebenfalls ein sehr präsentes Thema. Die beiden Infostände gegen Massentierhaltung vor Lidl-Filialen in Rheydt und Gladbach waren aber sehr angenehm und effektiv.
Im Gegenzug ist es mir wichtig geworden, das Gute zu fördern und mich dafür einzusetzen. 2016 trat ich bei den Fachgruppen (Landesarbeitsgemeinschaften) Verkehr und Säkulares der Grünen NRW bei, um auf Landesebene aktiv daran arbeiten zu können. Das gipfelte vorerst am ersten Dezemberwochenende auf dem Landesparteitag in Oberhausen, mit dem ich sehr zufrieden bin (hinter dem Link: Eine lange Liste von Forderungen, die wir aus Mönchengladbach ins Landtagswahlprogramm der Grünen einbringen konnten).
Zufrieden war ich zuvor auch mit der Podiumsdiskussion zum Radverkehr in Mönchengladbach, veranstaltet vom ADFC. Hier konnte ich unter Beifall mein Ansinnen vorstellen, Mönchengladbach zu einem wichtigen Knotenpunkt eines landesweiten Radschnellwegenetzes zu machen, das sich nun ja auch in allgemeinerer Form im Landtagswahlprogramm wiederfindet. Hier im Blog brachte ich dazu innerstädtisch ein vielleicht etwas utopisch anmutendes, aber dankbar diskutiertes Konzept ein.

Exkursion an den Braunkohlentagebau Garzweiler II

Heute noch stehen wir am Abgrund, doch morgen schon sind wir einen Schritt weit… äh, Moment mal

Abseits der Parteipolitik gab es dann noch ein Gartenprojekt. Ein Bürgergarten in meiner Nachbarschaft. Doch auch wenn ich mich sehr freue, kommen die Unterschriftsberechtigten nicht so richtig in die Hufe mit den letzten Details zum Pachtvertrag. Das ist eien seltsame Mischung aus Begeisterung und Enttäuschung, aber noch läuft der Prozess. 2017 muss das was werden,momentan sieht es immer noch so aus wie im Sommer, nur halt winterlicher.
Obstwiese an einem Hang

Ackerdistel Hugo und seine Freunde

Weiter im Blog

Vergleich der Gestaltung des Blogs von Mitte 2015 bis Ende 2016

Ein Blog, zwei Jahre

Möglicherweise habe ich etwas zu viel am Blogdesign rumgeschraubt, aber das Ergebnis ist ein perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnittenes, einmaliges und ennoch schlichtes Design mit ein paar hübschen Finessen. Das einst in meinen Augen recht hässliche Blog hat sich zu einem modernen Stück Internet entwickelt, in dem übrigens so gut wie alles ohne spezielle Skripte umgesetzt ist.
Für das letzte Beispiel habe ich einen anderen Beitrag ausgewählt, um meinen veränderten Umgang mit Bildern zu betonen. Jeder Beitrag hat inzwischen auf den ersten Blick ein Bild oder ein Video eingebettet, damit es nicht mehr nach trostloser Buchstabenwand aussieht. Das hat auch den Effekt, dass es in den sozialen Netzwerken ein schöneres Vorschaubild gibt.
Die Reihe Less Litter Lifestyle ist gestalterisch als Experiment gestartet, gezielt Pinterest anzusprechen und zugleich das Design des Blogs auch für andere Medieninhalte zu verwenden.
Ich glaube, damit ist das Blog nun so gut wie fertig. Es ist vor allem auch bereit für meine Pläne für 2017. Doch dazu morgen mehr.

Soweit die großen Dinge. Es gibt viele kleine Dinge, viele persönliche Dinge. Menschen, die ich getroffen habe, Dinge, die ich erlebt und gelernt habe, vieles, von dem ich glaube, dass es nicht in dieses Blog gehört oder wenigstens nicht in einen Jahresrückblick. Ich war nicht so produktiv, wie ich von mir selbst erwarte, aber das bedeutet in keinster Weise ein Jahr, in dem nichts geschehen ist. Ich könnte jetzt eine Diaschau mit mehreren hundert Fotos aus 2016 starten. In keinem Jahr zuvor habe ich je so viele Fotos gemacht.
Es war für mich auch ein Jahr vieler Vorbereitungen für ein aufregendes Folgejahr. Privat, beruflich, politisch.

Wir sehen und morgen zum Ausblick auf 2017. Esst bis dahin mal wieder was Gesundes. Macht euch einfach einen Smoothie mit eurem Lieblingsobst und Nüssen. Bis bald!

Eine Tüte Jellybeans und Rumkugeln vor einem Küchenmixer

Bestes Rezept meiner Sammlung. Mit Abstand. Und 2016 ganz allein ausgedacht!