Freitägliche Fünf 13.03.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.
Diesmal mit neuer Kategorie für „Ferner liefen“, den trotz des Todes von Terry Pratchet (zu dem ich wenig sagen kann, ich war immer mehr ein Science-Fiction-Mensch und habe bis dato nie etwas von der Scheibenwelt gelesen) und dem heutigen Urteil gegen die Gastroampel war es eine gute Woche.

1. Nach den freitäglichen Fünf von letzter Woche begab ich mich zum Veganerstammtisch im Blue Angel in Rheydt. Ich bin zwar kein Veganer, aber man muss ja auch kein Franzose sein um französisch zu essen, nicht wahr?
Und verdammt, es war voll – Norbert Vitz sagte mir, es wären 180 Leute gewesen, damit war im Blue Angel so ziemlich alles zu. Ich habe zudem von einigen Leuten gehört, die wegen des Andrangs gar nicht erst reingegangen sind, damit wären die 200 sicherlich voll.
Es ist sehr erfreulich, dass ein Thema wie veganes Essen in einer so als konservativ verschrienen Stadt wie Mönchengladbach einen solchen Zuspruch findet. Ein Hoffnungsschimmer für unser tiefschwarzes Kaff?

2. Ein Teil des Teams hinter der etwas überhypeten, aber guten, Science-Fiction-Serie Firefly hat per Crowdfunding das Geld für eine neue Serie zusammengebracht. Inhalt: Das Leben der Stars einer beliebten, zu früh vom netzwerk eingestellten Science-Fiction-Serie Huh.

3. Es ist ja schon ein wenig erschreckend, dass Fukushima erst vier Jahre her ist und schon so unendlich weit weg erscheint. Oder geht das nur mir so? Abe rzum Positivne: Das Mönchengladbacher Anti-Atom-Bündnis Strahlenzug hat sich wieder gemeldet. Wir haben mit einer Kerzeninstallation am Mittwoch eine Stunde dem vierten Jahrestag der Reaktorkatastrophe gedacht.
Wieder eine schöne Aktion, wenn auch mit traurigem Anlass.

Ich sollte vielleicht nicht mehr so viele Fotos im Dämmerlicht versuchen. Vor allem nicht mit dem Telefon.

5. Dieser Blumentopf kombiniert mit der perfekten Pflanze ist die beste Gorgonenstatue, die ich bisher gesehen habe. Von hier

5. In den Niederlanden wurde erstmals seit 150 Jahren wieder ein Wolf gesichtet. Steht nur zu hoffen, dass jetzt nicht wieder die Zeit der schießwütigen Jägerlein kommt, die gerne damit argumentieren wegen des ökologischen Gleichgewicht notwendig zu sein, aber jedes Zeichen eines natürlich geregelten ökologischen Gleichgewichts erschießen wollen und dafür Schauermärchen hervorkramen.

Erwähnung ehrenhalber: Experiment Fensterbankkräuter läuft. Es sprießen nunmehr Keimlinge von Majoran, Rauke, Basilikum, Dill, Petersilie und ein einzelner Oregano, daneben noch vier Tomatenpflänzchen, die inzwischen ans Dach ihres Minitreibhauses stoßen. Die Reaktion der bei mir wegen Esoterik-Schmolenz eher unbeliebten Ökotest und ein Gerichtsurteil zu Impfgegnermythen haben sich ebenfalls eine Erwähnung verdient.


Freitägliche Fünf 06.03.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.

1. Das Dutch Windwheel, ein gewaltiges Windkraftwerk neuer Art, das für Rotterdam konzipiert wird.

via Anita Parker

2. Emily Willoughby, eine Illustratorin vor allem von Vögeln und Dinosauriern mit einer wunderbaren Art, Dinosaurier darzustellen wie, nun, normale Tiere. Vor allem dieses Bild hat es mir angetan – Deinonychus (der „Velociraptor“ von Jurassic Park) mit Nachwuchs.

3. Oh hey, ein Internetradiosender, der Musik spielt, die ich mag. Wenigstens in den knapp anderthalb Stunden, die der jetzt schon auf meinem Computer läuft: Cherie 90’s

4. Leonard Nimoy hat im letzten Jahr vor seinem Tod viel übers Rauchen geschrieben. Vielleicht kommt die Nachricht über den Tod einer so bekannten Person an einige Ohren, die sich bisher taub gestellt haben.


Das ist quasi der positive Gegentrend zu diesem Impfgegnermist, der aktuell groß läuft.

5. Blue Rili Garnelen. Wunderschöne Tiere. Kenne ich erst seit Montag, sind definitiv für die Zukunft bei mir geplant. Ich mag Garnelen als Haustiere und das sind besonders schöne Exemplare, die zudem einfach zu halten sind und sich problemlos vermehren, wenn sie sich wohl fühlen. Wahrscheinlich werde ich mein aktuelles 120 Liter-Aquarium in absehbarer Zeit durch ein-zwei kleinere Garnelenbecken ersetzen.


Zweiwöchige Zehn 27.02.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.
Da ich letzte Woche Freitag noch bis zum Abend offline war (kurzgefasst: Die Telekom hat die Leitung korrekt umgestellt, aber vergessen, den dazugehörigen Router zu schicken), diesmal zehn Punkte für zwei Wochen.

1. Der Futurzwei Zukunftsalmanach 2013 (leider nur noch antiquarisch und bei Amazon zu finden, aber es gibt eine Fortschreibung für 2015) begeistert mich. Ein Buch über eine nachhaltige Zukunft, das nichts mit Angstmache und Besserwisserei zu tun hat, aber auch keine Fantasiegebilde aufbaut, die eh nicht um- oder durchsetzbar sind. Statt dessen ist es eine Zusammenstellung vieler kleiner Texte über erfolgreiche Projekte, die zeigen, wie einzelne einen Beitrag leisten, die Zukunft in Richtung einer nachhaltigeren Welt zu verbessern, oder, wie Herausgeber Harald Welzer und Stephan Rammler gerne sagen, eine enkeltaugliche. Denn es geht ja nicht darum „die scheiss Umwelt“ zu schützen (ja, wörtliches Zitat von jemandem zu mir), es geht darum, dass unsere Nachkommen nicht im Dreck ersaufen, den unsere jetzige Gesellschaft hinterlässt.
Das Buch jedenfalls ist ein guter Ansatz: Lichtblick, Inspiration, Ermutigung, die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft zu schaffen, mit Ideen und Projekten in jeder Größenordnung – von der Pilzzucht auf Kaffeesatz über das Waschmittel aus Roter Bete bis zum spontanen Aufbau einer Stadtwerksgesellschaft.
Geschichten von Menschen, die eine Idee hatten und sagten: „Machen wir das doch einfach mal!“.
Leider nur auf Papier erhältlich.

2. Ich habe es endlich mal angepackt, ein paar seit letztem Jahr bei mir rumliegende Saatscheiben für Küchenkräuter in Erde zu setzen. Mal schauen, was von den vermutlich uralten Scheiben (Abfülldatum und Haltbarkeit fehlen, sind aber schon letztes Jahr Ausschussware gewesen, die frisch aus dem Supermarktlager geworfen über einen Flohmarkt lief) noch keimt. Zu erwarten sind Basilikum, Oregano, Schnittlauch, Dill, Rauke und Petersilie.
Die Rauke ist schon mal anwesend, 15 zweiblättrige Keimlinge haben sich durch den Boden gestreckt.

3. Ein Anstoß, endlich mal die Saatscheiben anzusetzen war neben ihrem Alter auch, dass ich beim Discounter etwas Neues entdeckte: Kokoserde. Interessant, dachte ich mir und nahm einen Block davon mit. Vor allem da dieses Produkt sehr ausführlich begründete, ökologisch gegenüber der viel kritisierten Torferde vorteilhafter zu sein. Und auch sonst: Statt einem Sack Erde hat man eine kleine Platte oder einen Ziegel aus Kokosfasern, der dann mit Wasser zum Quellen gebracht wird. Ein Ziegel von etwa 600 Gramm ergibt dann mit vier Litern Wasser etwa 10 Liter „Erde“.
Das Ganze ist eine sehr lockere Art Erde, die leicht nach Kokos riecht und ansonsten recht authentisch rüberkommt – sie setzt sich sogar genauso wie richtige Erde als lästiger schwarzer Rand unter die Fingernägel. Taugt es? Das werde ich sehen, wenn es keimt.
Ich habe damit jedenfalls den Pflanzkübel gefüllt, wobei ich zwei Sorten gemischt habe. Interessanterweise hat mich die deutlich günstigere Discountervariante bis jetzt mehr überzeugt als das Markenprodukt Kokohum aus dem Baumarkt – vor allem, weil das Discounterprodukt (sieht aus wie eine Sonderverpackung der sonst als Biogro verkauften Variante) einen höheren Faseranteil hat und betont, dass die dort verwendeten Fasern Abfallprodukte der Lebensmittelherstellung sind, was die Nachhaltigkeit auf jeden Fall erhöht.
Der BUND empfiehlt Kokoserde übrigens auch.

4. Aldi (zumindest Aldi Süd) hat Instantmischungen für Bratlinge. Keine Ahnung, ob die was taugen (die Tester im Internet meinen: Ja), aber es kann kein Fehler sein, wenn das Angebot an veganen nicht nur wächst, sondern vor allem an Orte kommt, an denen es mehr Kunden erreichen kann. Keine Ahnung, ob es das schon längeer gibt, ich habe es jedenfalls erst letzte Woche im Prospekt gesehen.

5. Noch mal zum Gartenthema, hier ist eine Anleitung, wie man Kartoffeln in der Tonne anbaut.

6. Dieses T-Shirt

7. Das Video ist zweieinhalb Jahre alt und ich habe keine Ahnung, was in der Zwischenzeit daraus geworden ist, aber die Idee ist schon mal klasse: Eine relativ kleine Maschine zur schnellen Herstellung von kleinen Solarzellen, die sonst überproportional teuer sind.

8. Ich hatte eine Idee. Also, eine wirklich große. Jetzt brauch ich nur noch etwas zugeordneten Webspace (kein Problem), aufgemöbelte Programmierkenntnisse (hrmpf) oder einen Webprogrammierer (den ich nicht bezahlen kann). Also werde ich wohl meine Kenntnisse in Webprogrammieren aufmotzen müssen, über das hinaus, was man benötigt, um ein WordPress-Theme zu bauen.
Oder alternativ hoffe ich, dass jemand 100.000 € Risikokapital rumliegen hat.
Okay, ich les ja schon einen Kurs zu PHP/MySQL *grummel*

9. Es gibt offenbar eine Methode, Pokémon aus den Originalspielen auf die aktuellen Titel zu übertragen. Yay! Mein Mew darf leben! (nerdout)

10. Öhm, keine Ahnung. Hier ist ein uraltes Mem, um euch von dieser Tatsache abzulenken.


Veilchendienstagszug 2015

Es gilt: Bildchen klicken für größere Ansicht (Laden kann je nach Verbindung etwas dauern).

Vorgeplänkel

So sehr ich den rheinischen Karneval mit seiner Schunkelei und dem Schenkelklopferhumor auch verachte, und so sehr ich auch ein ausgeprägtes Unwohlsein in der Nähe von Clowns und kostümierten Menschen verspüre, eines hat auch mir doch immer gefallen: Der Straßenkarneval mit seinem Zug/Zuch/Zoch (je nach Regiolekt).
Insbesondere die Rosenmontagszüge fahren dabei kreativ gestaltete Wagen mit Skulptur gewordenen Karikaturen auf, die man nur hier einmalig sehen kann. Viel davon ist natürlich auch dem König der Wagenbauer, Jacques Tilly, zu verdanken.
Ich habe zuletzt 2010 über den Zug geschrieben (damals unter anderer URI, weswegen momentan die Bilder fehlen, das will ich noch nachbessern sobald ich das Backup des damaligen Upload-Ordners finde). Damals stand Mönchengladbach durchaus in dieser karnevalistischen Tradition der politischen Themenwagen, bei denen mit Kreativität und viel Arbeit so wunderschön auf die Politik, lokal wie national, gekloppt wurde.
Seit 2012 hat Mönchengladbach dieses Element weitgehend verloren, von 2013 war ich so enttäuscht, dass ich den Besuch 2014 kurzerhand ausgelassen habe. Und jetzt ist 2015. Mal schauen, wie sich der Gladbacher Zuch gemacht hat.

Immerhin gab es trotz meines dafür ungünstigen (aber fürs Fotografieren superen) Standortes ganz gut Kamelle. Ich frage mich, was schneller ist, mein Fotofinger oder meine Zahnreihen…

Mein Psychiater meint, ich sollte mir selbst keine rhetorischen Fragen stellen, das sei seltsam

Disclaimer

Wenn ich mopper, dann weil ich gesehen habe, wie viel besser der Karneval in MG sein kann, wenn er sich traut, Eisen anzupacken und nicht, weil ich dem Zug Böses will. Im Gegenteil, ich sehne mich gradezu nach einem Veilchendienstagszug mit Chuzpe. Deswegen messe ich ihn an den Zügen der drei Rosenmontagshochburgen und auch an früheren Zügen in Mönchengladbach. Denn früher und anderswo ist immer alles besser.

Der Zuch

Fangen wir positiv an: Die Fußgruppen waren sehr schön und kreativ umgesetzt, selbst die Bollerwagen zum Transport des Wurfmaterials waren entsprechend dem Jahresmotto verkleidet, meist als Drachen.
Das Motto war auch recht gut: „Gladbach hat auf jeden Fall ‘nen saaagenhaften Karneval“ ist mit seinem Anklang von Lautmalerei um Längen besser als die in dieser Stadt leider sehr unkarnevalistisch hochdeutsch-bräsige Mottotradition. Und das ohne den Erfinder des Mottos (Nik Ebert, bekannt als Karikaturist für die lokale Rheinische Post) auszutauschen. Lernt da wer dazu? Sehr schön!

Und jetzt zur Bissigkeit.
Den bissigsten lokalen Wagen habe ich leider zu Fotografieren verpasst, ein Fußgruppenbegleitwägelchen (Deutsche Sprache, du Kompositaparadies!) mit der Beschriftung „Gladbach verzockt? Minto, JHQ, Masterplan“. Nicht ganz 2010 mit seinem ein Cable Car die Hindenburgstraße hochkurbelnden Oberbürgermeister Bude, aber das Herz sitzt am rechten Fleck. Nicht jeder kann einen großen Wagen mit komplexem Figurenaufbau herstellen und das ist völlig okay.
Eher unfreiwillig politisch scheint mir dieser Wagen, den auch die Peta hätte einsetzen können:
Ja, da sind zwei Clowns im Käfig. Artgerechte Haltung für Clowns, wenn ihr mich fragt.
Und passend dazu eine Fußgruppe in Baumkostümen. Denn diese dürften im Tiergarten bleiben, weil sie leise sind (Bezug).

Schild mit Text dazu leider nicht im Bild, hab ich zu spät gesehen


Gummipunkte gibt es von mir für die Junge Union. Schilderwald. Jetzt nicht so das Knallerthema und es gibt schönere Wagendesigns, aber immer wieder gern genommen und den Gedanken, etwas Politik in den Zug zu bringen, muss man einfach mal anerkennen. Ignoriert mein Gemopper, der Weg ist der Richtige. Mehr davon! Go, Christdemokraten!

Heyho, Junge Union! Dabei hab ich gar nicht getrunken. Zumindest nicht SO viel


Okay, ich habe die JU gelobt. Also, ein bisschen. Wie toppe ich das? Nun, ich lobe jetzt auch noch die Rheinische Post! Die hat das einfache Prinzip, auf einem immergleichen Wagen jedes Jahr ein anderes Nik-Ebert-Motiv zu zeigen, in 2D auf einer weissen Wand. Nicht wirklich die Hohekunst des Wagenbaus, aber das Motiv hat jeden Respekt verdient. Hier ist Mönchengladbachs Charlie-Hebdo-Motiv, wegen dem ich den RP-Läufern auch die Shirts mit der Aufschrift „Charlie RP“ verzeihe.

Ohne Worte, aber komischerweise mit Dialog... ich bin ja schon ruhig


Erwähnt seien noch ganze zwei richtige Motivwagen zu überregionalen politischen Themen:

Flughafen Berlin

Bundesuschi in Aktion


Erwähnenswert noch ein paar Wagen die beweisen, dass das wagenbauerische Talent durchaus da ist, aber nicht genutzt wird, um mal etwas gewagtere Motive aufzubauen. Schade, aber trotzdem schöne Wagen.

Schuhthron

Teufelei

Lokomotufftuff

Schweinderl


Und dann war da noch die größte aller Legenden dieser Stadt, unser stadteigenes Ungeheuer, unser Star fürs Boulevard, Vernichter von Dackeln und Verschrecker von Hausfrauen. Kuno samt Dackel, auch wenn mein Autofokus die Rückseite des Halteverbotsschildes wohl wesentlich interessanter fand. Naja, ein Fisch der darf auch mal verschwommen sein.

Rock On, Killerwels vom Volksgartenweiher, du bist cool


Ganz im Ernst, der Gladbacher Karneval ist ein kurzweiliger Zug und kann schon was. Ich finde nur, er lässt sehr viel Potenzial liegen. Vielleicht brauchen wir wirklich einen eigenen Jacques Tilly, der mit seinen Wagen etwas Pepp in die Sache bringt und andere herausfordert, es ihm gleichzutun. Vielleicht kann ja jemand Prisac einen Wagenbauerkurs geben? Der ist im Moment bei Playmobil und hätte sich nach den letzten Jahren ein Upgrade auf Pappmaché redlich verdient. Apropos, hier sein Veilchendienstagszug 2015:

Seht ihr, so sieht Karnevall aus, über den ich nicht mecker. Okay, das Intro ist vielleicht etwas zu la… ist ja schon gut!

Ausserdem gelernt

  • Über Blackface regen sich ausserhalb der USA (wo das einen besonderen kulturhistorischen Hintergrund hat) nur Weisse auf. Schwarze sind von als Jamaikanern verkleideten Bläsern begeistert und wenn sie bis dahin am Rand des Zuges nur ein bisschen gewippt haben, fangen sie an zu hüpfen. Mindestens drei jedenfalls.
  • Der Chefredakteur der RP wirft mir manchmal Bälle zu. Ich kann die aber gekonnt abwehren.
  • Manche Witze halten sich versteckt. Ich fand einen im Ziehwagen für Wurfmaterial halb vergrabenen Wellpappkarton klasse, einer der schönsten Sprüche dieses Zuges: „Well, it’s Pappe“ – ich weiss, ich bin seltsam
  • Es gibt eine Ritter Sport Kakao-Keks. Warum hat mir das keiner gesagt? Wo krieg ich die günstig? So ungefähr 1x die Jahresproduktion. Die is lecker!
  • Die Android-Autokorrektur kennt VDZ nicht und ändert es in vdH, was ich wiederum nicht kenne. Huh.
  • Politiker sind quer durch den Zug zu finden, aber grundsätzlich nur auf den wirklich langweiligen Wagen, die sich damit begnügen, ein paar Kamellewerfer auf einen themenneutralen Pappmachéquader zu setzen

Freitägliche Fünf 13.02.2015

Die wöchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.

1. Das hier ist ein wirklich schöner Artikel eines Mannes, der nach dessen Tod das ungekannte pornografische Erbe seines Vaters findet.

2. Ein wenig albern, aber die Raptoren sind in dieser Veralberung des Jurassic-World-Trailers per Post-Edit einfach großartig.

3. Langsam aber sicher kommen wir zum Tricorder. Neueste Errungenschaft in diese Richtung: Ein Testgerät für HIV und Syphillis, das an ein Smartphone angeschlossen wird und dann den Test in 15 Minuten durchführt. Nicht die sicherste Methode (HIV braucht zwei Tests mit einigem Abstand, hab ich mal in der Schule gelernt), aber ein großer Schritt vorwärts grade für den Einsatz in Entwicklungsländern (vorausgesetzt man hat da genug Strom um ein Smartphone zu laden).

4. Diese Fake-Werbung zu e.on, gefunden beim Klima-Lügendetektor

5. Und hier ein Nostalgie-Flash zum Abschied. Es gibt viel zu wenig Fanart zu Dino-Riders, einer Zeichentrickserie, die beweist, dass Kinderfernsehen zu meiner Zeit besser war als zu anderen Zeiten. Ich meine, der Bösewicht ist ein Ausserirdischer, der auf einem bis an die Schädeldecke bewaffneten Tyrannosaurus rex thront. Mehr awesome ging nicht!

Bild von hier


Zweiwöchige Zehn 06.02.2015

Die wöchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.
Deadlines sind nicht meine Freunde und deshalb gibt es diesmal zwei Wochen und somit zehn Punkte. Aber keine Sorge, ich habe eine passende Alliteration gefunden! Der Tag ist gerettet!

1. Alliteration! Yay!

2. Seht euch das erste große Bild zu diesem Artikel an. Sieht das nicht aus wie die Bismarckstraße, nur mit einem neuen Straßenquerschnitt und ohne die Kaiser-Friedrich-Halle am Ende?
Ja, Gladbach ist noch nicht ganz bereit für so etwas, aber es ist im Bereich des möglichen. Ausgerechnet London hat nun den Weg zu einem neuen Fahrradmekka eingeschlagen und der Ideenreichtum, mit dem die bisher extrem radlerarme Stadt an dieses Vorhaben (und eine allgemeine Verbesserung der Vekehrssituation) herangeht, ist gradezu inspirierend.

3. via John Osinski:

4. Mal eine ungewöhnliche Doku. Auf diese kann man sich bei Arte halt verlassen. Youtube eingebunden, weil ich nicht sagen kann, wie lange die Arte-Version online bleibt. Anyway: Wie wir dem Kommunismus die Yps beziehungsweise dessen französisches Original Pif verdanken. Ich war übrigens Yps-Abonnent bis zum letzten Heft.

5. Bleiben wir noch ein wenig bei Youtube-Videos zur Geschichte und kommen zu Lars Andersens Rekonstruktion historischer Techniken mit dem Reiterbogen im (absolut beeindruckenden) Selbstversuch. Im Text natürlich ein wenig überzogen – die Methode ist zwar durchaus ausserhalb von Historikerzirkeln vergessen, aber innerhalb dieser eben doch bekannt.

6. Dänemark feiert absolut beeindruckende Erfolge in der Reduzierung des „Energieverbrauchs&“. Zwar ist nicht ganz klar, was genau mit „Energieverbrauch“ gemeint ist (Primärenergie? Strom?), allerdings gehe ich mal von Primäreneergieverbrauch aus, da auch der Verkehr eingerechnet ist.
Und wisst ihr was? Dänemark ist trotzdem noch kein Entwicklungsland geworden! Das ist ja das, was uns hierzulande immer erzählt wird, was passiert, wenn wir den Verbrauch verringern.

7. Siegen hat die hübsche Idee, sich selbst zum Austragungsort der Spiele für eine Entwicklerkonferenz zu machen. Klasse. Ich überlege ernsthaft, ein paar Autoren zusammenzutrommeln, um die in einem Fantasy-Gegenstück zu Gladbach spielende Kurzgeschichte Khamel zu einer Sammlung auszubauen, die Kalmrill (von englisch Calm Rill = ruhiger Bach = Gladbach, die ganze Geschichte findet sich hier) zu einer kompletten Welt macht.

8. The Swapper ist so ziemlich das beste, was ich seit langem gespielt habe. Man spielt eine gestrandete Astronautin auf einer Raumstation, deren Besatzung auf mysteriöse Weise fast vollständig verschwunden ist, nachdem sie Forschungen an intelligenten Felsen aufgenommen hat. Man selbst trägt das einzige Ergebnis der Forschungen mit sich, den Wechsler (engl. Swapper), der in der Lage ist, Klone zu erzeugen und das Bewusstsein des Trägers in einen der Klone zu übertragen.
Das Ergebnis ist zum einen eine Suche nach der Seele, ihrer Existenz und Form. Zum anderen eine Begegnung mit einer fremden Lebensform, die so anders ist, dass trotz andauernder Kommunikation jegliches gegenseitige Verständnis unmöglich ist – die Wächter sind denkende Felsen, sie haben kein Konzept vom physischen Raum, weil sie sich ohnehin nicht bewegen können und daher so gut wie nicht mit ihm interagieren.
The Swapper ist das Videospiel-Gegenstück zu Solaris. Und da Solaris sich den Titel „Bestes Buch, das ich bis dato gelesen habe“ redlich verdient hat, ist das kein geringes Lob von meiner Seite.

9. Der amerikanische eBook-Distributor Draft2Digital vertreibt über ihn verbreitete eBooks in Zukunft auch an die Tolino-Partner. Das bedeutet, dass meine künftigen englischen eBooks in Deutschland auch für den deutschen Kindle-Konkurrenten Tolino erhältlich sein werden, den Thalia, Weltbild, buecher.de, buch.de, Hugendubel und viele Buchhandlungen bedienen.
Das hat einige potenzielle Auswirkungen auf meine Möglichkeiten, deutsche Titel zu vertreiben, da Draft2Digital mit dieser Entwicklung auf einen Schlag auch ein interessanter Vertriebspartner für den deutschsprachigen Raum wird.

10. Datenträger der Zukunft? Sieht so aus, als bekämen wir Kristalle. Das ist etwas, woran im Grunde schon seit Ende der 90er gearbeitet wird, aber langsam rückt es in greifbare Nähe. Ich denke, die Technologie wird im Laufe der 2020er marktreif, die Frage ist nur, wofür wir so gewaltige Speichermedien nutzen werden. 360 TB für ein ROM-Medium sind eine Menge Nullen und Einsen, insbesondere wo der Kapazitätszuwachs von kommerziell erhältlichen Festplatten grade allem Anschein nach im unteren Terabyte-Bereich abzuflachen scheint.


Nachträgliche Fünf 23.01.2015

Die wöchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.
Diesmal einen Tag verspätet, daher nachträglich statt freitäglich.

1. Da hatte ich schon nicht mehr dran gedacht: Anfang 2014 hatte der Blog Love in the Time of Chasmosaurs nach Vorhersagen für paläontologische Entdeckungen im damals kommenden Jahr gefragt. Im grunde ein Ratespiel, denn wann wer was wo im Boden findet, ist komplettter Zufall, selbst wenn man halbwegs weiss, wonach man sucht. Nun sind die Resultate da und siehe da, ich kann die Zukunft vorhersagen:

Thomas Diehl came pretty darn close to the Spinosaurus publication, predicting a „marine spinosaurid. Though given that I think the claws were for locomotion, pulling the animal forward in the mud, this might be somewhat unlikely if I’m right.“ It may not have been marine, but Thomas’s guess is close enough to the assertions of Ibrahim et al’s contentious blockbuster publication that it warrants notice.

Und ja, ich habe den Link grade gezielt pink gemacht.
Bonus dazu: Ich hatte eine zweite Vorhersage gemacht, nämlich einen Nachweis, dass Stegosaurus Rückenplatten nicht frei standen, sondern einen oder zwei Höcker trugen, die den ganzen Rücken lang vom Hals bis zum Schwanz reichten. Das ist zwar nicht passiert, aber Darren Naish wies mich vor ein paar Tagen auf einen Beweis für das Gegenteil hin, nämlich Spuren von Horn, mit dem die Platten überwachsen waren. Horn kommt m.W. in dieser Form nur ausserhalb des Körpers vor (siehe Nashornhörner, Hirschgeweihe und Fingernägel). Der Artikel ist von 2011, aber hey, ich habe damit meine beiden großen Spekulationen über die Gestalt bekannter Dinosaurier endgültig beantwortet bekommen.
Zur Belohnung für die Spinosaurus-Vorhersage werde ich mir eines der wunderschönen neu angekündigten Spinosaurus-Modelle von CollectA zulegen.

2. Apropos Zukunft vorhersagen: Den Drohnen habe ich ja bereits am 1. Januar eine große Zukunft ab 2015 vorhergesagt, so dass sie bald von jedem genutzt werden, einfach weil sie günstig sind und viele Möglichkeiten eröffnen. Nahezu risikolose Drogenkurierdienste über internationale Grenzen zum Beispiel.

3. Infomercialism

4. Nach langer Zeit komme ich mal wieder dazu, ein paar Rezepte auszuprobieren. Das funktioniert bei mir so, dass ich Rezepte in einer großen Datei sammel, um sie irgendwann auszuprobieren. Nachdem diese sich inzwischen auf fast 700 A4-Seiten ausgedehnt hat, hab ich das dann endlich mal getan.
Das hübscheste Ergebnis ist dieser Orangen-Mandel-Zopf:

Ich backe wahnsinnig gerne. Viel Arbeit, klar, aber am Ende hat man einen Kuchen gemacht.
Der Zopf darf nun in die endgültige Liste, zusammen mit den gleichzeitig gemachten Dattelkugeln und Energiekugeln. Die Energiebällchen dagegen sind rausgeflogen, die schmecken nicht besonders – leicht matschige Haferkugeln.
Die KOmbi hat übrigens ihren Grund: Beste Ausnutzung der Zutaten ohne schlecht lagerbare Reste.
Ich hoffe, ich kann dieses Jahr mehr davon versuchen. Vor allem aus der Kategorie „Kleinigkeiten, die man gut als Proviant für ganztägige Radtouren mitnehmen kann“.

5. Endlich bin ich dazu gekommen, den 2014er Godzilla zu sehen. Und ich sah, dass er gut war.
Ich sehe immer wieder schlechte Bewertungen des Films und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb. Das ist ganz eindeutig ein klassischer Godzilla mit richtig dosierter moderner Aufprägung. Manche beschweren sich über einen vergeudeten Bryan Cranston. Ich weiss mangels Fernseher (und Interesse an Breaking Bad) nicht, wer das ist und was er sonst macht; es interessiert mich allerdings auch nicht besonders. Es ist ein Mensch in einem Godzilla-Film, einem der wenigen seit dem Original von 1954, der die Menschen gut einsetzt, um das Ausmaß der Katastrophe zu zeigen. Aber eben nur das. Godzilla (2014) darf sich in meiner Wertung mit Godzilla: Final Wars (2004) um den Platz des zweitbesten Godzilla zanken, hinter Godzilla (1954).
Und jetzt weiter zu meiner 76 Einträge langen „Watch-Later“-Liste auf Youtube. Geronimo!


Freitägliche Fünf 16.01.2015

Die wöchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn wir brauchen auch mal gute Nachrichten. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.

1. Ich war dann doch überrascht, wie viele Leute mir zum Geburtstag Glückwünsche geschickt haben, insbesondere, weil ich das meinerseits nur sehr selten mache. Und das mir altem Geburtstagsgrinch (wenn man inert drei Wochen Weihnachten, Silvester und Geburtstag hat wird man halt einer).
Danke, Leute!

2. Dieser Tweet. So wunderbar auf den Punkt gebracht.


Mein erstes Bewerbungsschreiben war übrigens im Grunde ein Aufsatz darüber, wie ich am Gymnasium nie gelernt habe Bewerbungen zu schreiben, bzw. drei oder vier Jahre vor dem Abi auf der Hauptschule, wovon drei Jahre später nur noch wenig im Gedächtnis geblieben war. Und ja, ich bekam die Stelle.

3.Mein eigenes Arbeitspferd für solche Fälle ist ja ein Mountainbike mit Anhängerkupplung, aber dennoch ist das eine super Idee für ein alltagstaugliches Lastenrad, das auch Unerfahrene recht schnell fahren können. So ein Anhänger ist zwar auch für Anfänger geeignet, aber ohne Garage etwas sperrig.
Mehr zum Rad bei der Zeit.

4. Halbzeit des Monats bei den eBook-Verkäufen und wenn der sich hält legt mein Januar zum Dezember noch einmal 20% drauf. Das dürfte ungefähr die Verluste durch die geänderte Mehrwertsteuerregelung auffangen, da ich meine Endpreise bewusst nicht erhöht habe. Die Zahlen lassen vor allem darauf schließen, dass Leute anfangen, die Bände der Meilensteine der Evolution alle auf einen Schlag zu kaufen. Ich sollte echt schauen, dass ich mit den nächsten voran komme.

5. Ja, ich weiss, eine Kehrgarnitur ist etwas ziemlich beklopptes, um sich drüber zu freuen, aber hey, ich habe verdammt lange so ein Teil gesucht. Wozu? Nach zweimal Hexenschuss in einem Jahr weiss ich eins: Es ist nie zu früh, sich um seinen Rücken zu sorgen. Der Rücken ist verdammt wichtig (und kann verdammt wehtun). Achtet auf euren Rücken.
Und für meine Pollenallergie ist es auch besser, denn so hab ich beim Aufputzen von Kleinkram mit dem Kehrblech nicht mehr die Nase im aufgewirbelten Staub.
Ich habe eine ganze Weile nach so etwas gesucht, aber das ist gar nicht so einfach. Zumal ich nicht wusste, wie die Dinger heissen. Letztlich hinten in einer Ecke beim Billig-Krimskramsladen Tedi gefunden, nachdem alle teureren Läden mich enttäuscht haben.
Ich mag diese Billigläden, da findet man die interessantesten Sachen. Die Sachen beim Karstadt mögen edler sein, aber die beim Restediscounter und 1€-Laden sind interessanter.


Intern: Die neue Bücherseite

Ich bin bereits seit einiger Zeit dabei, diese Seite tiefgreifend zu verändern. Vieles davon ist jetzt noch nicht zu sehen, aber die Bücherübersicht kann als so eine Art Vorschau gelten, da ich dort die größte Neuerung – die Nutzung von Tabs – als erstes implementiert habe. Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um auch sonst ein wenig an der Bücherliste zu schrauben.

Was die Tabs bringen ist vor allem, dass ich jetzt keine separaten Seiten mehr benötige, um die unterschiedlichen Listen (für deutsch- und englischsprachige Titel) getrennt und damit übersichtlich zu halten. Das ist für mich schonmal nett, da es die Verbindung der Listen klarer und auch sichtbarer macht. Ich kann besser präsentieren und ihr könnt besser finden. Win-win!

Nun hatte ich noch Platz für einen weiteren Tab und diesen habe ich auch genutzt, um eine dritte Liste anzulegen. Ich wollte schon länger eine Seite anlegen, auf der ich Bücher anderer Autoren empfehlen kann. Konkret betrifft das zwei Gruppen von Büchern.

Das eine ist der Bereich „Freunde und Kollegen“. Hier finden sich Bücher von Autoren, die ich entweder persönlich kenne oder die mir in den sozialen Netzwerken positiv aufgefallen sind. Ja, technisch gesehen empfehle ich damit mehr die Autoren als ihre Bücher, aber ich denke, das ist etwas, was man auch mal erwähnen sollte. Damit diese Liste nicht all zu unübersichtlich wird, gibt es dort einen Titel pro Autor, dieser versteht sich aber als Empfehlung für das Gesamtwerk.
Diese Liste wird in Zukunft weiter wachsen, ein paar fehlen auch jetzt noch, teils weil ich mich nicht entscheiden konnte, welchen ihrer Titel ich vorstellen wollte. Ich meine, habt ihr die schiere Anzahl an Titeln gesehen, die Cora Buhlert draussen hat? Und es gibt einige Selbstverleger, die gezielt viele Werke rausbringen, um sich am Markt zu etablieren.

Die andere Gruppe sind die seltenen Bücher, die in und um Mönchengladbach spielen oder von dort kommen. Die kleine Portion Lokalpatriotismus, die auch mal sein muss. Okay, auch weil es mir auf die Nerven geht, dass alle mit Mönchengladbach nur die Fußballmannschaft verbinden, obwohl die Stadt auch einige große Autoren vorzuweisen hat (Rebecca Gablé, Walter Moers, Charlotte Roche… es gab 2014 eine Woche, in der die ersten drei Plätze der Spiegel-Bestsellerliste von diesen Gladbachern besetzt waren). Auch diese Liste werde ich beständig erweitern.

Eine Neuerung gibt es noch, diese allerdings eine technische: Da das alte Layout mit der Anzahl der Verkaufslinks einiger Bücher überfordert war, habe ich das anders organisiert. Jetzt gibt es in der Liste nur noch die Cover und die Links erscheinen, wenn man darauf klickt. Und da mir diese Methode zusätzlichen Platz beschafft, habe ich das auch noch genutzt, um jetzt für alle Bücher auch Beschreibungen und weitere Informationen bieten zu können.
Seht das als Teaser. Das ist die Art von Veränderung, die ich mit dem kommenden neuen Design auf der Seite einbringen will.


La veille d’une nuit sombre

Es ist nicht einfach, auch nach einer Woche nicht, den richtigen Ansatz zu finden, angemessen über den Anschlag auf die Redaktion der Charlie Hebdo zu sprechen. Wahrscheinlich liegt das Geheimnis darin, die Angemessenheit links liegen zu lassen und einfach zu schreiben. Über Freiheit, Maßhalten, und über Krieg.

Es geht um Mohammed-Karikaturen. Vor fast drei Jahren noch, im Mai 2012, war ich auf einer Demo vor der Moschee an der Steinsstraße in Rheydt, gegen ProNRW, die damals aggressiv mit einigen zu dieser Zeit berühmt gewordenen Mohammed-Karikaturen aus Dänemark auftraten. Heute stelle ich mich auf jene Seite, die das Recht der Charlie Hebdo und ihrer Genossen zu verteidigen bereit sind, ihre Karikaturen zu veröffentlichen. Klingt das nach einem Widerspruch? Es ist keiner. Ich habe auch nichts gegen den Stuhlgang, bitte dennoch darum, ihn nicht auf meinem Esstisch auszuführen.

ProNRW damals und die Attentäter von Paris vor wenigen Tagen haben eine wichtige Komponente des alltäglichen Umgangs miteinander vergessen: Vernunft.
Die Jyllands Posten, Charlie Hebdo und Titanic samt ihrer Genossen haben jedes Recht der Welt, ihre Karikaturen zu veröffentlichen. Ebenso haben andere das Recht, diese nicht zu mögen. Die notwendige Pflicht, die sich aus jedem Recht ergibt ist, es verantwortungsbewusst anzuwenden. Wer Menschen aus Missfallen an deren Äusserungen umbringt, hat ohne jede Frage jegliche Vernunft verloren. Wer wie damals ProNRW Menschen, die niemandem etwas getan haben, aktiv beleidigt, den muss man ebenso fragen, ob er noch ganz sauber tickt.
Das ist das größte Problem im menschlichen Umgang, das fehlende Gefühl von Vernunft, von Maß – letztlich das fehlende Gefühl dafür, dass die anderen genauso Menschen sind wie wir.

Die Islamisten sind ein Symptom dieser Krankheit. Die Rechten sind ein anderes. Der gegenwärtige Aufschwung von Verschwörungstheorien scheint mir ebenso dazuzugehören, denn auch die meisten dieser Theorien funktionieren nur genau so lange, wie man sich als Anhänger nicht klar macht, dass „die da“ ebenfalls Menschen sind.
Es ist das Klima, in dem große Kriege geboren werden. Denn je mehr man die anderen entmenschlicht, desto niedriger wird die Hemmschwelle, gegen sie vorzugehen.
Gruppen wie der IS sind bereits an dem Punkt, an dem man willens in den Krieg zieht und andere Menschen umbringt. Die Rhetorik vieler Rechter bei Veranstaltungen mit lustigen Abkürzungen (HoGeSa, Pegida usw.) lässt darauf schließen, dass diese davon ebenfalls nicht weit entfernt sind. Beide Gruppen arbeiten zudem aktiv daran, noch nicht an diesem Punkt angelangte Sympathisanten weiter in ihren Sumpf zu ziehen.

Wer jetzt auf den Ausbruch des Krieges wartet, der kann lange warten. Schon seit langem brechen Kriege nur noch in den wenigsten Fällen zu einem klar definierbaren Zeitpunkt aus. Und schon seit 1914 gibt es kaum noch Kriege, in denen eine der beteiligten Parteien schuld gewesen wäre (Ausnahmen wie 1939 existieren natürlich für beides immer). Europa wird keinen Krieg bekommen, weil niemand da ist, der ihn erklären könnte. Aber es wird im Konflikt dieser Gruppen eine lange und sehr dunkle Nacht geben.
Unvernunft in Form von Vorurteilen und Entmenschlichung ist gegenwärtig einmal mehr weit verbreitet, bei denen, aber ebenso auch bei uns. Es ist nun (das ist übrigens die Übersetzung der Überschrift) der Vorabend einer dunklen Nacht. Die Aufgabe jener, die dabei nicht mitmachen wollen wird es nun sein, Lichter zu entfachen.
Aber eines ist dabei wichtig zu merken: Wann entfacht man tatsächlich ein Licht und wann droht man in Wirklichkeit anderen mit einer brennenden Fackel? Wichtig, aber alles andere als einfach.

Um allerdings mit etwas Positivem abzuschließen: In Deutschland wird endlich etwas lauter über die Abschaffung des Gotteslästerungsparagraphen (§166 StGB) debattiert. Was mich auf ein neues Thema bringt, warum wir die widerliche Begrifflichkeit von der „Instrumentalisierung“ abschaffen sollten – für alle Kontexte. Aber dazu komme ich ein andermal.