Freitägliche Fünf 02.10.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche recht leistungsorientiert.

1. Dieser Kühlschrank

solofridge
via Olaf Graß

2. Cornelia Funke verlegt selbst

Mit Cornelia Funke reiht sich einer der größten Namen in der deutschen Populärliteratur unter die Selbstverleger. Zwar nur mit der englischen Übersetzung ihres letzten Buches, weil sie mit den Konditionen der Verlage nicht einverstanden war, aber immerhin.
Das ist ein ziemlich großer Name, der hier dem Verlagswesen als Unterstützer wegfällt. Im übrigen hat, wenn mich nicht alles täuscht, auch Wolfgang Hohlbein in letzter Zeit angefangen, mit Selbstverlag zu experimentieren und seinen Erstling auf diese Weise neu veröffentlicht.

3. How to Sing Butterflies

Apropos Schriftstellerei, ich habe vorgestern im englischsprachigen Blog eine neue englische Kurzgeschichte veröffentlicht. Es ist eine eher ungewöhnliche und wahrscheinlich meine literarischste bisher.

4. Feierabendmarkt

Und hier ein blindes Huhn, das stolz sein Korn präsentiert: Die Junge Union schlägt in MG die Einrichtung eines Feierabendmarktes vor.

5. Zielerreichung

Ich war heute morgen auf der Waage dann doch etwas überrascht. Mit 81 kg bin ich fast auf Idealgewicht, mein Ziel war eigentlich 85 kg, aber dann ging es halt weiter, wahrscheinlich weil ich mir mein früheres Immer-mal-wieder-zwischendurch-Essen abgewöhnt habe und mit größerer Regelmäßigkeit große Strecken (>10 km) mit dem Fahrrad zurücklege. Jetzt geht es darum, das zu stabilisieren (auch nach unten, ich will ja nicht zu dünn werden).


Freitägliche Fünf 25.09.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche wird Rad gefahren und ausgekohlt.

1. Das <3-Tandem

Teamarbeit: Der blinde Mann tritt, die gehunfähige Frau steuert

Teamarbeit: Der blinde Mann tritt, die gehunfähige Frau steuert


via Oliver Dittrich

2. Garzweiler II schrumpft

RWE hat nun die neue Endlinie für Garzweiler II erhalten. Damit schrumpft der Braunkohlentagebau deutlich und endet 2040 vor Holzweiler. Natürlich ist das immer noch zu viel, aber es ist ein weiterer Schritt auf einem Weg, der in den letzten Jahren zunehmend weiter gegangen wird.
Ja an Wanlo geht es immer noch auf 100 Meter ran und die Stadt protestiert da natürlich, aber mal ganz ehrlich: Hat irgendwer erwartet, dass ein bereits im Aufbau befindlicher Randbereich jetzt noch verändert wird?

3. Borschemich

Das ist so ein merkwürdiger Punkt. Einerseits wird Borschemich bald platt gemacht, der letzte Bewohner ist vor kurzem umgesiedelt, das Dorf steht nun komplett leer. Aber es ist auch so, dass leere Orte, Lost Places, auf mich eine große Faszination ausüben.
So nutzte ich am letzten Wochenende die Gelegenheit, Bilder von diesem Ort zu machen, von seinem Verfall, von den Spuren des einstigen Lebens hier, von der in Abwesenheit von Menschen zu einem letzten Herbst aufblühenden Natur, von dem, was verloren geht.
Von den bisher 186 Bildern habe ich drei als Beispiele ausgewählt: Die wunderschön gestaltete Seitentür der örtlichen Kirche, ein einsam vergessener Grabstein in einem Hintergarten und die Überreste eines Traktors in einem verfallenen Hof. Es sind nur Beispiele, es gab noch so viel mehr und ich werde das sicherlich auch mal gebündelt und sortiert präsentieren, wenn ich fertig bin. Vom Lavendelbusch voller Tagpfauenaugen und Apfelbäumen, an denen rote Äpfel in Massen hängen wie sonst Weintrauben über vergessene Spielzeuge in der Wildnis und immer wieder Besen, die am Ende ihres letzten Einsatzes mitsamt des Kehrichts stehen gelassen wurden, bis hin zu Ruinen und der Leiche eines kleinen Hundes, die vertrocknet in einem offenen Schuppen lag.

alpha-omegagerd-beecktraktorleiche

Schön ist es nicht, einen Ort auf diese Art sterben zu sehen, aber ich freue mich doch, die Gelegenheit wahrgenommen zu haben, das anzuschauen und zu dokumentieren.

4. Blitzsäule an der Korschenbroicher Straße

An der Korschenbroicher Straße steht nun eine neue Blitzsäule zum Festhalten von Geschwindigkeitsüberschreitungen und Rotüberfahrten. Das ärgert viele Autofahrer, die es nicht so mögen, sich an Gesetze halten zu müssen. Ich hingegen freue mich über einen Blitzer, den man nicht schon von weitem als solchen erkennt. Führt vielleicht dazu, dass einige Fahrer in Zukunft etwas vorsichtiger sind, weil man ja nie wissen kann, wo so ein Ding lauert.

5. Entkochtes Ei

Der Ig Nobel Preis ging dieses Jahr an Forscher die einen Weg gefunden haben, gekochtes Eiweiss wieder roh zu machen. Das klingt zunächst ziemlich bescheuert, aber die potenziellen Einsatzmöglichkeiten in der Medizin sind gewaltig. Beispielsweise kann diese Fähigkeit, geschädigte Proteine in ihren Urzustand zurückzuversetzen, Blutwäschen einfacher und effektiver machen, vielleicht sogar gegen bestimmte Formen von Krebs und manche Virenerkrankungen eingesetzt werden.


Freitägliche Fünf 18.09.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Jetzt zurück im wöchentlichen Rytmus.

1. Bump!

Bild von hier

Bild von hier

2. Brustkorb aus dem 3D-Drucker

Ein Krebspatient hat in Spanien als Ersatz für seine befallenen Rippenstücke teilweise einen künstlichen Brustkorb erhalten, der mit individuell angepassten Maßen auf einem 3D-Drucker erstellt wurde.

3. eInk-Tastatur

Ich dachte schon, das Thema sei irgendwann in den 2000ern untergegangen, aber hier ist ein neues Projekt für situationsabhängig wechselnde Tastaturen. Das ist natürlich nett für Gamer, aber ich finde es viel interessanter, komfortabel in nicht-lateinischen Schriften schreiben zu können oder im Deutschen unübliche Sonderzeichen hinzuzufügen.
Nun sind 350 Dollar nicht wenig, aber es ist halt ausserhalb der Welt der Touchscreens immer noch eine schwierig umzusetzende Idee.

4. Archivreaktion

Ich bekam heute eine eMail als Reaktion auf meinen Zombie-Artikel von 2014. Sehr interessante Gedanken im Kontext der inzwischen ja deutlich verschärften Vertriebenen-Situation. Mal sehen, ob es in nächster Zeit für einen weiteren Artikel reicht, bis dahin der Verweis auf vor einem Jahr.
Mein damaliger Kontext war übrigens eine eigene Zombiegeschichte, die inzwischen ihrer Überarbeitung harrt und die einen ganz anderen Hintergrund für die Verwendung der Zombies hat. Ich hoffe, die noch vor Halloween (also im Oktober) bereit zu haben. Es hat sich an dem Jurassic-World-Projekt herausgestellt, dass Bezug zu aktuellen Ereignissen als Veröffentlichungsstrategie extrem erfolgreich sein kann.

5. Kanalisierung

Manchmal ist schlechte Laune genau das, was man braucht. Mir ging diese Woche jemand extrem auf die Nerven, der beständig mit zwei Maßstäben misst. Davon gibt es ja allgemein viel zu viele. Ich bin dem dann irgendwann explodiert. Das tue ich extrem selten.
Ich kann daran auch im Nachhinein nicht den geringsten Fehler erkennen. Manchmal ist es einfach richtig. Ich bin ziemlich froh, nicht die Klappe gehalten zu haben. Wir werden sehen, was kommt.


Freitägliche Fünf+ 11.09.2015

Die (normalerweise) wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Die letzten drei Wochen waren voll und seltsam und achterbahnig und überhaupt. Privat, politisch, arbeitsmäßig. Ich werde daher die beiden verpassten Fünfer nicht ausgleichen, sondern einfach meine Notizen abarbeiten.

1. Urbaner Schredder

Ich bin ein großer Fan weniger von Elektromobilität als von den Kleinstfahrzeugen, die damit möglich sind. Der Urban Shredder von Hot Wheels ist natürlich mehr als Spielzeug oder Sportgerät gedacht, aber der Gedanke geht ja durchaus in die richtige Richtung: Fortbewegungsmittel so klein und leicht wie möglich, damit man nicht viel mehr auf Geschwindigkeit bringen muss als den Fahrer selbst. Klar, auf die selbe Straße wie ein Lkw oder auch nur ein Kleinwagen kann sowas nicht und unsere Verkehrsinfrastruktur ist dafür letztlich nicht geeignet aber ich würde eine Welt mögen, in der dem nicht so wäre.
Via Fancy.

Normalerweise steht hier ein Flachwitz, aber, nunja...

Normalerweise steht hier ein Flachwitz, aber, nunja…

2. Apropos Fortbewegung

Apropos Fortbewegungsmittel und ich. Es gibt Teile eines Schuhs, die ich weniger verachte als die Schnürsenkel. Was ich dagegen immer mag ist, wenn alte Ideen auf komplett neue Weise gedacht werden. Hier ist ein Schuh, der um den Fuß gewickelt wird und trotzdem nicht aussieht wie ein Handtuch am Fuß.
Nur über den Preis müsste man halt noch mal sprechen.
Vibram Furoshiki Wrap-Around Shoes

3. Diese Bank

Das Bild lässt sich irgendwie nicht einbetten, aber es lohnt sich, kurz den Link zu klicken. Absolut beeindruckende Schnitzarbeit: https://instagram.com/p/6okOhdg7R_/.

4. Energie-Innovation in MG

Die NEW will an zwei Standorten in Mönchengladbach die Praxistauglichkeit verschiedener Kleinwindräder in großindustriellen Anlagen testen.
Was wenige wissen: Die Kläranlage in MG-Neuwerk stammt aus einer Zeit, in der in der Stadt viel Bewegung auf dem Energiesektor war. So nutzte sie als eine der ersten Anlagen (manche Quellen sagen die erste Kläranlage überhaupt) die Gase aus dem Klärschlamm zur eigenen Stromversorgung. Es ist gut, wenn heutige Entwicklungen an die technologische Aufbruchszeit anknüpfen, die in dieser Stadt in den 80ern präsent war.

5. Itsy Bitsy Spider

In England tauchen in rauen Mengen riesige Spinnen in den Häusern auf <3. Okay, das ist wegen des folgenden Zitates hier:

Männchen verlassen ihre Netze auf der Suche nach einer weiblichen Spinne. Also gehen sie auf eine kleine Reise, um Liebe zu finden„, sagte der Spinnenexperte Stuart Hine vom Natural History Museum in London

Awwwwwww…

6. Rügenwalder, trotz der Werbung

Die Geschichte,, wie Rüggenwalder zur vegetarischen Wurst kam finde ich absolut interessant, vor allem wegen der Frage der Widerstände. Bisher habe ich sie noch nicht probiert (diese komischen Ersatzprodukte sind nicht so meins), aber es kann nicht schlimmer sein als normale Rügenwalder.
Ich finde es durchaus schön, dass solche Dinge so ein großer Erfolg sind.

7. Mekkes und seine Eier

McDonald’s will künftig nur noch Eier aus Freilandhaltung einsetzen. Das ist schon deswegen eine gute Meldung, weil McDonald’s so eine riesige Kette ist.
Mekkes spielt für die Umwelt-, Natur- und Tierschutzbewegung eine überraschend wichtige Rolle. Als wichtiger Gegner. Wir dürfen nie vergessen, wie uns solche Konzerne einen Punkt bieten, an dem sich Veränderungen anbringen lassen. Die wollen Marktführer bleiben, also müssen sie auf große gesellschaftliche Strömungen reagieren um ihre Position zu halten. Deswegen hat McDonald’s damals als erste Kette Styropor-Verpackungen für die Burger abgeschafft. Deswegen packen die manchmal Bücher in die Kindermenüs. Deswegen haben die vegetarische Burger. Und deswegen steigen die nun auf bessere Eier um.
Wir brauchen Mekkes, um einen Gegner zu haben, gegen den wir Siege auf eine Art einfahren können, dass sie etwas bewirken.

8. Wespen helfen

Ein Mittel gegen Krebs, um genau zu sein. Das sagen zumindest Forschungen aus Brasilien. Ich bin gespannt, ob aus den ersten Ergebnissen weitere positive Meldungen folgen.

9. Fußballgolf

Man nehme Fußball und Golf, zwei Sportarten, von denen ich nichts verstehe, nehme alles raus, was ich daran nicht verstehe, verschmelze es und übrig bleibt Fußballgolf. Das sieht gut aus. Das sieht nach richtig Spass aus. Und das will jemand hinter dem Nordpark in dieser Stadt bauen.

Das ist bescheuert. Das ist perfekt.

Das ist bescheuert. Das ist perfekt. – Bild: Tourismus Pullbach

10. Freie Fahrt für freie Fahrradler

Paris erlaubt Radlern in Zukunft wenigstens testweise, rote Ampeln zu ignorieren, wenn sie rechts abbiegen wollen. Das macht durchaus Sinn, da man beim Abbiegen nach rechts ja nicht die kreuzende Straße queren muss. Für Autos kennen wir das in Deutschland ja fallweise mit Abbiegespuren und grünen Pfeilen.

11. Weltuntergang!

Endlich mal wieder ein vernünftiger Weltuntergang. Am 28. September ist es so weit, die nächste Mondfinsternis bringt das Ende des Planeten oder wenigstens der menschlichen Zivilisation mit sich. Bringt Popcorn.


Die Verrohung der Mitte (Nachtrag)

Es ist dank der Flüchtlingsdebatte mal wieder in Mode, seinen Gegnern ein saftiges „Nazi“ an den Kopf zu werfen. Gemeint ist in der Regel ein Rassist. Aber in der Form, wie das gegenwärtig geschieht, ist es so ziemlich das Dümmste, was wir machen können. Zur Einleitung in das eigentliche Thema zitiere ich mich mal selbst mit einem zentralen Punkt aus Unter Wittgensteins Löwen, der zentral für mein Menschenbild ist und den ich für einen der besten Absätze halte, die ich je geschrieben habe:

Es ist eine der meistvergessenen Tatsachen im zwischenmenschlichen Umgang, dass sich niemand für einen Extremisten, Fanatiker oder gar böse hält. Das ist eine Grundkonstante menschlichen Denkens: So gut wie jeder Mensch ist davon überzeugt, dass seine Position die richtige, wenigstens aber die bestmögliche oder logischste ist. Sind wir davon nicht überzeugt, begeben wir uns auf die Suche nach Positionen, von denen wir dies besser glauben können – oder aber auf jene nach Begründungen dafür, warum die eigene Position doch die beste ist. Wir alle suchen ständig nach jenen Überzeugungen, die uns aus unserer Vorprägung und Bildung am besten erscheinen.

Dort ging es um Religion, aber Religion und Fremdenhass haben die Gemeinsamkeit, dass beides für mich völlig unbegreifliche Denkweisen sind, denen ich mich nur mit Mühe von aussen nähern kann. Was mir aber auffällt sind zwei Entwicklungen hin zu problematischen Einstellungen, die sich teilweise gegenseitig verstärken: Rassismisierung des Alltags und Menschenfeindlichkeit der Mitte.

Rassismisierung des Alltags

Vorgestern bezeichnete Joachim Hermann Roberto Blanco als wunderbaren Neger. Was Blanco gestern mit dem Satz quittierte: „Ich bedanke mich bei ihm dafür, dass er das Wort ‚wunderbar‘ gesagt hat“ (mehr hier).
Nun hat Hermann dummerweise ein verpöntes Wort benutzt und in manchen Sphären gibt sowas gleich einen Aufstand. Dass dieser wahrscheinlich nichts weiter bewirken wird, als Hermann von den aufschreienden Gruppen abzuschrecken und so dem Ansehen antirassistischer Anliegen unter Konservativen zu schaden, fällt dabei unter den Tisch. Der Ruf nach Zensur macht das Gegenüber niemals zum besseren Menschen. Die Antifa, das muss man leider immer wieder konstatieren, beschäftigt sich selten mit Inhalten, sie reagiert auf Schlüsselreize und reisst halt den Schnabel auf, sobald ihr jemand einen Wurm vorhält.

Überhaupt wird viel zu selten darauf eingegangen, wo Rassismus eigentlich beginnt. Ja, es gibt Rassismus unter dem Tarnmäntelchen der Islamkritik. Und es gibt ebenso legitime Islamkritik, denn der Islam ist, ähnlich wie im Übrigen das Christentum, eine offenbar zu autoritären Systemen neigende Religion. Und ja, es gibt antisemitische Israelkritiker, ebenso allerdings sogar jüdische.
Was wir mit Beiträgen wie diesem tun ist letztlich, sich als normal empfindende Menschen zu Rechtsextremen zu erklären. Sie werden ihre Position deswegen aber in der Regel nicht ändern, sondern sie erleben Ausgrenzung von links, welche durch Verständnis von rechts ausgeglichen wird. Der vermeintliche Rassist findet bei den echten Rassisten Bestätigung und beginnt so seinen Weg an den Rand.
Auf diese Weise ist letztlich auch eine Intoleranz von links mit für die Ausbreitung von Rassismus verantwortlich. Statt Aufklärung kommt Ausgrenzung, bei den Trägern der Vorurteile erfolgt statt Überwindung der Schranken eine Verhärmung.
Ich nenne das eine Rassismisierung: Aktuell oder in der Vergangenheit als normal empfundene Gedanken und auch legitime Gedanken kritischer Geister werden einem Problem zugeschlagen, zu dem sie wenigstens ursprünglich nicht gehören. Und die Rechten freuen sich, eine weitere gesellschaftliche Gruppe in ihre Reihen aufnehmen und sich so auch ihrerseits legitimieren zu können.

Menschenfeindlichkeit der Mitte

Es ist mir momentan noch unklar, ob es sich bei der zunehmenden Verrohung der politischen Mitte um ein paralleles Phänomen oder eine Folge des Drängens von Mainstream-Positionen nach rechts handelt. Wahrscheinlich ein bisschen was von beidem.
Wir müssen nicht lang über Günter Krings sprechen, aber er ist ein schön typisches Beispiel. Statt die Entbürokratisierung in der unter der eigenen Bürokratie zusammenbrechenden Asylverwaltung zu sehen, salbadert er mal wieder von irgendwelchen unrichtigen Asylbewerbern. Er könnte wissen, dass die Karte Entlastungen für den Staat bedeutet, wenn er den Artikel lesen würde, den er dort selbst verlinkt hat, wo es vor allem um die Kosten der aktuellen Situation geht. Aber damit lässt sich nicht so schön populistisch nach Zustimmung fischen.
krings-krankenkarte
Wofür das symptomatisch ist, ist die Verrohung der Mitte im Namen des Populismus. Es ist einfacher, Probleme mit der Keule zu erschlagen, als sie wirklich zu betrachten. Stereotype generieren so wunderschön Zustimmung. Dass man damit kurzerhand in eine Entwicklung einsteigt, die nicht mehr anders genannt werden kann als Kriegsführung gegen die Ärmsten der Armen, scheint dabei egal.
Hauptsache, die Wählerschaft ist zufrieden. Nur wird diese dabei auch gleich an solche Maßnahmen gewöhnt. Entmenschlichung der Opfer und zugleich Verrohung der hiesigen Bürger schreiten voran, für je normaler wir solche Dinge halten.

Und manchmal treibt es wirklich bizarre Blüten. Heute nachmittag wird im Umweltausschuss von Mönchengladbach ein Antrag besprochen, der es unerwünschten Menschen verbieten soll, sich auf Spielplätzen und in Bushaltestellen aufzuhalten. Ich will gar nicht wissen, welcher Denkprozess dahinter stand, diesen Antrag in den Umweltausschuss einzubringen, dessen einzige auch nur peripher betroffene Zuständigkeit im Bereich Sauberkeit und Abfall liegt.
Offenbar ist die Verrohung weit genug fortgeschritten, um einen Antrag über eine soziale Situation eher im für Abfall zuständigen Ausschuss einzureichen, als im Sozialausschuss. Sind wir wirklich schon so weit, Probleme mit Menschen in einem Gremium zu besprechen, welches für Dinge zuständig ist?

Nachtrag vom Abend: Der Punkt ist im Umweltausschuss, weil er Teil eines früheren Antrages zur so genannten Sauberkeitsinitiative der GroKo ist. So weit, so okay. Wieso er allerdings den inhaltlich zuständigen Fachausschüssen nicht vorgelegen hat, ist mir weiterhin ein Rätsel.

tl;dr

Um das alles zusammenzufassen:

  1. Normale Menschen zu Rechtsextremen zu erklären stärkt nur die Position der tatsächlich Rechtsextremen und deren Zuspruch
  2. Das Problem kommt nicht von Rechts. Das Problem kommt aus der Verrohung der Mitte.

Natürlich sind die Rechten ein Problem. Aber sie werden nur ein noch größeres Problem, wenn wir ihnen die Menschen, die sich etwa bei Pegida als normale Menschen mit Sorgen empfinden, den Nazis durch reflexhafte Ausgrenzung in die Arme treiben.


Dino-Dienstag 28

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche besonders grün.

Ältester Wald, älteste Blume und die Gänseblümchen

So könnte der Wald bei Lindlar vor 390 Millionen Jahren ausgesehen haben. Foto: LVR

So könnte der Wald bei Lindlar vor 390 Millionen Jahren ausgesehen haben. (Foto: LVR)


Mitten im Bergischen Land fanden Wissenschaftler Spuren vom ältesten bekannten Wald der Welt. Der Fund bei Lindlar ist mit einem Alter von 390 Millionen Jahren älter als die ersten bekannten Landwirbeltiere. Calamophyton, die Pflanze aus denen dieser Wald hauptsächlich bestand, hatte noch keinen Holzstamm, erreichte aber dennoch bereits drei Meter Höhe. Bis zu dieser Zeit war das feste Land von bis zu acht Meter hohen Pilzen beherrscht.
Montsechia
Die erste Blütenpflanze der Welt fand sich in den Tümpeln der frühen Kreidzeit von Spanien, vor etwa 130 Millionen Jahren. Die Blütenpflanzen sind eine Gruppe, deren Entwicklung immer noch weitgehend im Dunkeln liegt. Niemand weiss genau, wovon sie abstammen und wann sie entstanden. Montsechia zeigt, dass es sie auf jeden Fall schon gegen Beginn der Kreidezeit gab. Zumindest diese Pflanze war damals auch bereits sehr erfolgreich, sie besiedelte offenbar alle spanischen Tümpel ihrer Zeit in großer Zahl. Es handelte sich um eine Wasserpflanze, die äusserlich Hornkraut oder Wasserpest ähnelte.
Eher klein wirkt in diesem Kontext das Ergebnis einer Analyse von fossilen Pollen, die auffällig jenen von Korbblütlern ähnelten. Diese Gruppe innerhalb der Blütenpflanzen, zu denen unter anderem Gänseblümchen, Sonnenblume und Kopfsalat zählen galt bisher als eine der spätesten Gruppen im Pflanzenreich. Doch tatsächlich scheinen die Korbblütler bereits 80 Millionen Jahre hinter sich zu haben und damit noch unter den Füßen der letzten Dinosaurier gestanden zu haben.

Sauropode auf vier Beinen

Dass die langhalsigen Sauropoden allesamt auf vier Beinen liefen, ist angesichts ihres Stammbaums ein wenig eine Überraschung. Immerhin waren nicht nur ihre nächsten Verwandten, die fleischfressenden Theropoden praktisch durchgehend Zweibeiner, sondern auch ihre direkten Vorfahren, die Prosauropoden liefen trotz bereits deutlich verlängerter Hälse noch auf den Hinterbeinen.
Die südafrikanische Neuentdeckung Pulanesaura ergänzt hier ein Puzzlestück. Zwar konnten einige andere Sauropoden seiner Zeit bereits auf allen vieren laufen, aber Pulanesaura ist der älteste, der die Fähigkeit, auf den Hinterbeinen zu laufen, komplett verloren hat. Anders als seine Zeitgenossen konnte er somit nicht in hohen Baumkronen fressen, sondern musste mit Buschwerk und niedrigen Pflanzen vorlieb nehmen.
Das bedeutet, die Sauropoden gingen womöglich nicht auf alle viere um ihre langen Hälse besser tragen zu könne, sondern um abseits des Konkurrenzdruckes unter den vielen in den Baumkronen fressenden Prosauropoden Nahrung vom Grund aufnehmen zu können. Der lange Hals hatte dort vor allem den Vorteil, in einem großen Radius fressen zu können. Als sie aus dieser Position erneut in die Baumkronen stießen, wurden sie die größten Tiere, die jemals auf der Erde wandelten.

Jurassic Park: The Cartoon

Lecker Finger, aber was soll der Kleine mit dem Obst? Deko? (Bild: William Stout)

Lecker Finger, aber was soll der Kleine mit dem Obst? Deko? (Bild: William Stout)


Die 90er waren eine seltsame Zeit für Kinderserien. Es gab welche zu Conan, Robocop und überhaupt viele Umsetzungen von Filmen, die eher weniger für Kinder waren. Da war es gradezu erstaunlich, dass es nie eine Serie zu Jurassic Park gab. Das Spielzeug war immerhin schon da.
Und tatsächlich, Künstler William Stout stellt nun Konzeptzeichnungen für eine solche Serie vor. Der Hollywood Report weiss mehr zu berichten.


Freitägliche Fünf 21.08.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche bauen wir Utopien.

1. Yep

Nailed It!

Nailed It!

2. Minas Tirith

Für läppische 1,83 Mrd. Pfund wollen einige britische Architekten Minas Tirith nachbauen. In Originalgröße und bewohnbar. Nicht unbedingt ein Ort, an dem ich persönlich gerne leben würde (zu viel Stein), aber dennoch ein beeindruckendes Vorhaben.
Ich persönlich bevorzuge übrigens diese Buchillustration gegenüber der Variante im Film. Daraus könnte man einen langen Vortrag über Architektur und Funktionalität machen (die Buchillustration verbindet den Schlosshof beeindruckend mit Gondors Weissen Bergen und den dortigen Leuchtfeuern)

3. Der Supraleiter

Nachdem sich andere Meldungen als Enten beziehungsweise reine Patentanmeldungen herausstellten, lässt der Supraleiter bei Zimmer Temperatur weiter auf sich warten. Neben Hoverboards würde die Erfindung eines praktisch widerstandslosen elektrischen Leiters auch die Konstruktion nahezu verlustfreier elektrischer Leitungen ermöglichen und damit die Effizienz bei der Übertragung und Nutzung von elektrischer Energie schlagartig deutlich erhöhen.
Immerhin aber sind Forscher aus Washington einem solchen Leiter bei praktikablen Temperaturen deutlich näher gekommen: Wasserstoffsulfid muss auf „nur“ -70°C heurntergekühlt werden, um als Supraleiter eingesetzt werden zu können. Allerdings war dafür auch ein extrem hoher Druck (1,5 Millionen Atmosphären) nötig. Dennoch – wir kommen Schritt für Schritt näher.
Das wirklich wichtige an diesem Fund: Wasserstoffsulfid ist kein extrem seltener, exotischer Stoff; es ist ein typisches Produkt von Faulungsvorgängen.

4. Ein grünes Mönchengladbach

Viele grüne Punkte - Die Karte zum Start am 17.08.2015

Viele grüne Punkte – Die Karte zum Start am 17.08.2015


Der Start von MG Nachhaltig am Montag war ein großer Erfolg mit hervorragendem Echo. Ich habe keine Besucherzahlen, weil ich das Zählen von Besuchern für Zeitverschwendung halte, aber die Reaktionen waren großartig. Auch habe ich bereits viele Ideen gesammelt, wie ich die Seite weiter entwickeln kann. Es wird noch eine spannende Reise.
Mehr zum Start hatte ich am Montag hier geschrieben.

5. Wunschgewicht

Und aus dem Land der kleineren persönlichen Ziele: Ich habe am Donnerstag mein Wunschgewicht von 85 kg erreicht, das ich mir vor zwei Jahren vorgenommen hatte, als ich drohte, die 100 kg zu knacken. Vielleicht auch schon ein paar Tage früher, ich habe es gemerkt, als ich zwei hoffnungslos zu kleine Hosen aussortieren wollte und diese plötzlich wieder zugingen.
Am besten feier ich das ausgiebig mit Schokolade, damit ich nicht am Ende noch so komische Hubbel auf dem Bauch kriege wie die ganzen Typen in den Filmen.


Mesozoischer Mittwoch (Dino-Dienstag) 27

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche einen Tag später, weil ich praktisch den kompletten Dienstag unterwegs war.

Dino-Strandspaziergang am Steinhuder Meer

Münchehagen, bekannt für seine Dinosaurierfährten, hat eine weitere Dinosaurierfährte. Diesmal ist es die Spur von zwei Raubsauriern, die dort vor 142 Millionen Jahren gemeinsam am Strand entlang gelaufen sind. Interessant ist daran der Größenunterschied: Das größere Tier war an der Hüfte wohl etwa 1,60 Meter hoch, das kleinere nur 1,10 Meter. Die Spuren zeigen zudem, dass der kleinere Saurier abschnittsweise gerannt ist, um mit dem größeren Schritt zu halten. Das deutet auf eine klare Verbindung beider Tiere hin. Kombiniert mit der Größe der beiden Tiere ist das ein weiterer Hinweis auf eine ausgeprägte Kinderpflege bei Dinosauriern.
Es wird immer klarer, dass Dinosaurier sich ähnlich intensiv um ihren Nachwuchs kümmerten wie ihre heutigen Nachfahren, die Vögel, es noch heute tun.

Ääähh…

Aus der bunten Welt der Medien haben wir heute eine Netflix-Serie von Dreamworks, zu der mir nicht mehr viel einfällt. Ich meine, seht euch den Trailer an:


Gladbachrettungsmaßnahme – MG Nachhaltig

Endlich, endlich, endlich kann ich mein neues Internetprojekt MG Nachhaltig ganz offiziell vorstellen. Die Technik läuft, die Inhalte sind vorzeigbar (na gut, die Radkarte braucht noch was, aber es ist als Start vorzeigbar) und ich bin innerlich bereit.

Langsam! Was ist MG Nachhaltig?

MG Nachhaltig ist eine Seite, die zu einem Knotenpunkt der ökologischen Szene(n) in Gladbach heranwachsen soll.„Nachhaltig“ bedeutet in diesem Falle also ökologisch nachhaltig – Initiativen, Vereine und Einrichtungen, die im Sinne einer Lebensweise handeln, die ein langfristig umweltverträgliches Leben ermöglichen und fördern sollen hier auf verschiedene Weisen zusammenkommen. Zugleich sollen an einer nachhaltigen Lebensweise interessierte Menschen eine Übersicht über Möglichkeiten in der Stadt erhalten, dieses Interesse praktisch umzusetzen.

Die Hauptkarte

Viele grüne Punkte - Die Karte zum Start am 17.08.2015

Viele grüne Punkte – Die Karte zum Start am 17.08.2015

Das Herzstück des Auftrittes und meine ursprüngliche Idee, die zu MG Nachhaltig geführt hat, war die nun auf der Startseite zu findende Karte entsprechender Einrichtungen in Mönchengladbach. Vom Bioladen über das vegane Lokal bis zu Fahrradläden und Flohmärkten sind hier zum Start 59 Einrichtungen verzeichnet, die im Sinne von Natur- und Umweltschutz, Ressourcenschonung und allgemein einem guten Umgang mit der Welt handeln.
Inspiriert wurde ich, als ich bei Michael Köster auf Bilkorama eine solche Karte für Düsseldorf gesehen hatte. Sowas wollte ich auch für Gladbach. Also habe ich angefangen zu basteln.
Aber es gibt noch einen anderen Punkt, der mich inspiriert hat, das einfach zu machen: Die Veganer. Man mag von der Veganismus-Bewegung halten, was man will. Viele finden sie zu verbissen und dogmatisch. Ich kenne nur sehr wenige missionarische Veganer, aber das ist jetzt nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Veganer in Gladbach in den letzten Monaten über ihren Veganer-Stammtisch zu einer richtigen, wahrnehmbaren Bewegung zusammengewachsen sind, die allein durch ihre Masse und Präsenz in der Lage sind, das Angebot an vegetarischen und veganen Speisen auf den Speisekarten vieler Lokale und Restaurants deutlich zu verbessern.
Die Veganer sind nur eine einzelne und nicht einmal die größte Bewegung im ökologisch-nachhaltigen Spektrum. Mit ziemlicher Sicherheit sind allein schon die Kunden der Bioläden eine größere Gruppe. Hinzu kommen die Mitglieder der diversen Natur- und Umweltschutzverbände sowie natürlich die vielen an diesen Themen interessierten Einzelpersonen, die sich nicht an Verbände binden (möchten oder können). Jene, die zwar ein nachhaltigeres Leben führen wollen, dabei aber nichts mit irgendwelchen Bewegungen zu tun haben wollen. Das Potenzial in der Stadt ist riesig. Egal wie konservativ Mönchengladbach scheint, in einer Stadt von fast 260.000 Einwohnern ist es schon statistisch unmöglich, dass kein Potenzial für eine große Umweltbewegung vorhanden ist.
Doch sie ist zersplittert. MG Nachhaltig will diese Zersplitterung überwinden. Die Karte ist dazu der erste Schritt – jede/r kann sich unabhängig und ohne Druck informieren, wo Einrichtungen zu finden sind.
Und sich dadurch inspirieren lassen, wie viele Möglichkeiten und Bewegungen in Mönchengladbach wider Erwarten der meisten vorhanden sind. Wie viele wussten schon, dass Gladbach ein veganes Haarstudio (Chaarisma, Bendhecker Straße 64) oder ein solches Tattoo- und Piercingstudio (Punkmuddis, Künkelstraße 69) hat? Oder dass es so etwas überhaupt gibt? Und die Liste ist noch lange nicht komplett – diverse Einrichtungen stehen noch zur Überprüfung an oder es ist noch zu diskutieren, ob sie wirklich aufzunehmen sind. So gibt es etwa nahe an der Stadtgrenze im Rhein-Kreis Neuss noch einige Biohöfe, die aber vorerst nicht in der Liste sind, weil sie halt ausserhalb der Stadtgrenzen liegen.
Momentan gibt es zwei Arten von Punkten: Grüne für bestehende und rote für geplante Einrichtungen (aktuell das Café Alge und die Radstation MG). In Zukunft werden mehr unterschiedliche Markierungen dazukommen, um beispielsweise Gebrauchtwarenläden von Restaurants unterscheiden zu können.

Die Radkarte

Thematisch verwandt, wenn auch als letztes zu der Seite hinzugekommen ist die separate Radwegekarte. Man kann das recht gut an der relativen Leere der Karte erkennen. Ursprünglich sollten gute Radwege mit in die Hauptkarte, aber letztlich entschied ich, dass das die Karte zu unübersichtlich machen würde.
Diese Karte habe ich spontan gestern nachmittag angelegt und eingebunden. Zum Start finden sich dort vier Anlagen: Die Richard-Wagner-Straße/Brucknerallee, der Weg auf der ehemaligen Bahntrasse zum Geneickener Bahnhof sowie die zwei Teile des Niersuferweges, getrennt durch die für alle Verkehrsteilnehmer einschließlich der Autos katastrophale Kreuzungsanlage Odenkirchener/Dohrer Straße.
Wege werden in zwei Farben markiert:: Grün für gute Wege, blau für gute Ideen, die relativ einfach gute Wege werden können. Ein Klick auf den Pin zu jedem Weg bringt eine genauere Bewertung einschließlich der Kritikpunkte.

Noch etwas leer: Die Radwegekarte

Noch etwas leer: Die Radwegekarte

Das Forum

Für alle Inhalte ist mir wichtig, dass diese offen diskutiert werden können. Die Option einer Facebook-Gruppe oder Seite erscheint mir weitgehend unbrauchbar, da Diskussionen auf Facebook nach relativ kurzer Zeit im Nirvana verschwinden. Dazu kommt, dass viele Nutzer grade in den alternativen Szenen Facebook aus verschiedenen Gründen ablehnen.
Also musste ein eigenes Forum her. Dort kann man die Seite diskutieren, aber auch Vorschläge für neue Einträge einreichen und diskutieren. Was mir ein besonderes Anliegen ist, ist auch die Möglichkeit, hier Leuten einen Platz zu bieten, die selbst etwas entwickeln möchten und Ideen, Kritik oder auch Mitstreiter suchen.
Ob das greift, werden wir sehen.
Was ich allerdings noch tun muss ist eine Harmonisierung des Forums mit dem Design der Seite.
Übrigens ist der Markt für WordPress-Forensoftware weitgehend unbrauchbar geworden, seit bbPress die Mitbewerber rausgedrängt hat. Diverse bessere Optionen wie das sehr mächhtige und fein justierbare MyBB werden nicht mehr aktualisiert, sodass ich letzten Endes auch bbPress anwenden musste. Nunja, es funktioniert.

Das Blog

Nachrichten aus den Umweltschutzverbänden in Mönchengladbach zu erhalten, ist überraschend schwierig. Die BAUM und der Nabu bringen kaum Neuigkeiten, die letzte Mitteilung vom BUND ist der Jahresbericht 2008, Transition Town muss man erst mal finden, Greenpeace hat sich gar lokal aufgelöst.
Das ist verständlich: Die Lokalgruppen haben jede für sich nicht genug Inhalte zu bieten, um ein reguläres Blog mit regelmäßigen Nachrichten zu füllen. Dafür ist ihr Fokus einfach zu klein. Aber: Alle zusammen können das meiner Überzeugung nach durchaus. Wenn ein Blog von all diesen Gruppen gemeinsam gefüttert wird, muss nicht jede Gruppe für sich das Blog am Leben halten, es reicht, wenn jeder ab und an was schreibt und das Blog dadurch insgesamt ständig Beiträge aus verschiedenen Ecken hat. So wie eine Zeitung ja auch nicht von einem einzelnen Journalisten alleine geschrieben wird.
Und natürlich ist das auch ein gemeinsamer Tisch, an den die Gruppen so gebracht werden, um Kooperation zu fördern.
Gleichzeitig erhalten Interessierte so die Möglichkeit, sich an einem Ort gebündelt über Neuigkeiten aus diesem Bereich zu informieren. Abgerundet wird das Ganze durch eigene Nachrichten von MG Nachhaltig, seien dies nun Interna wie etwa die Aufnahme neuer Einträge in die Karten oder durchaus hin udn wieder auch mögliche redaktionelle Inhalte.

Der Kalender

Noch ist er ziemlich leer, aber auch der Kalender wird noch gefüllt. Denn nicht alles lässt sich gut auf einer Karte darstellen – Termine müssen nach Datum geordnet werden können und dies ermöglicht nur ein Terminkalender.

Weitere Schritte

Meine Philosophie für Webprojekte ist, dass diese niemals fertig sind. Und dieses Projekt soll mit dem Forum über ein bloßes Webprojekt hinausgehen. Das bedeutet ständige Verbesserung, ständige Umsetzung neuer Ideen, ständiger Einsatz. Schon jetzt habe ich Ideen, die Seite weiter zu verbessern, attraktiver und nutzreicher zu machen. Ich weiss nicht, ob, glaube aber nicht wirklich, dass dies je aufhören wird.
Das wichtigste aber ist, was nun jenseits der Seite selbst wird.
Die Seite ist eine Saat, ich hoffe, der Boden ist so fruchtbar, wie ich glaube.

Partei?

Ich möchte dies von Anfang an klarstellen: Dies ist keine Parteiveranstaltung der Grünen. Im Gegenteil, ich habe sogar klar beschlossen, Parteien aus dem Projekt rauszuhalten. Sicherlich werden den Themen des Projekts nahe stehende politische Gruppen davon profitieren, wenn eine ökologisch-nachhaltige Bewegung in Mönchengladbach gestärkt wird, aber das ist ein Nebeneffekt.
Ich bin nicht an Nachhaltigkeit interessiert, weil ich Grüner bin. Ich bin Grüner, weil mir das Thema Nachhaltigkeit ein Anliegen ist.


Freitägliche Fünf 14.08.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal voller seltsamer Lebensformen:

1. Weltraum-Salat

Auf der ISS ist der Anbau von essbarem Gemüse im Weltall gelungen. Das ist nicht nur für die Raumstation ein bedeutender Schritt, sondern auch für künftige langfristige Missionen wie Landungen auf dem Mond und anderen Planeten, denn damit lässt sich das für Lebensmittel zu transportierende Gewicht deutlich reduzieren und die Auswahl an Lebensmitteln verbessern.
Was jetzt noch fehlt ist die Möglichkeit, Essenreste in der Schwerelosigkeit zu kompostieren.

2. Seepocken


NEO Aquarium ist, wenn ich das richtig verstehe, ein Krustentier-Kampfspiel, in dem man in die Haut eines ebensolchen schlüpfen und auf andere Krustentiere schießen kann. Das passt im Grunde hervorragend in die Welt der seltsamen japanischen Videospiele, wäre da nicht dieses perfekte Highlight:

YOU GET TO CONTROL UNIQUE CREATURES LIKE LOBSTERS, CRABS AND BARNACLES, IN A WILD WATER WORLD THAT EXCEEDS ALL HUMAN SENSE.

barnacles. Seepocken. Meine Damen und Herren, wir haben ein Seepocken-Kampfspiel!
Das nenn ich mal eine ruhige Kugel schieben: Den lieben langen Tag auf einem Stein sitzen und ab und an die Zunge rausstrecken. Das könnt ihr jetzt in NEO Aquarium nachleben und nebenbei noch Monsterkrebse bezwingen. Großartig!

3. Amerikaner

Das oberste Gericht von Connecticut hat dann mal eben die Todesstrafe in diesem Bundesstaat abgeschafft.

4. Das Schwimmende Spaghettimonster


Ramen!

5. Ökos

Mein kleines Webprojekt hat ein vorzeigbares Stadium erreicht, nachdem die Kartenfunktion eine Weile noch Ärger gemacht hat. Dazu gibt es am Montag zum offiziellen Start mehr Infos, hier erstmal ein Screenshot, wie das Ganze aktuell aussieht:

Kleine Weltrettungsmaßnahme

Kleine Weltrettungsmaßnahme


Da ist vieles drin, vom Bioladen bis zum veganen Piercingstudio. Die Seite soll ein Knotenpunkt für die ökologischen Grüppchen und Personen werden, die sich in Gladbach überall verteilen ohne eine wirkliche Bewegung zu bilden.
Die Veganer haben es gezeigt: Schafft man es, all die Gruppen in der Stadt zu vernetzen, hat man plötzlich Bewegungen, die niemand in dieser Stadt so erwartet hätte.