Sieben am Sonntag 18.03.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Irgendwie hat diese Woche kein musikalischer Neufund besonders herausgestochen (okay, es gab einfach mangels Zeit keine), also habe ich dieses Metal-Cover der Kantinenmusik von Krieg der Sterne aus meinen abgespeicherten Favoriten rausgekramt.

Links der Woche

Bild: Twitter (genaue Quelle verliert sich im Datenwust, sorry)

Bild: Twitter (genaue Quelle verliert sich im Datenwust, sorry)

Der perfekte Keksausstecher ist erfunden! Die weniger wichtigen Links dieser Woche:
Der Münsteraner fordert die Abschaffung der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ im medizinischen Kontext. Ich wäre ja für ein ersetzen durch „unwissenschaftlicher Hokuspokus“.
Während die Türkei Krankenhäuser bombardiert und Kurden qua Volkszugehörigkeit zu Terroristen erklärt, halten uns Regierung und Presse weiter auf Kurs: Der Feind ist in Moskau, Erdogan ist unser NATO-Partner!
Wobei, einem Land, in dem Goldbarren vom Himmel fallen und alle wiedergefunden werden, sollte man vielleicht wirklich nicht trauen.
Wem soll man da noch trauen, wer fungiert noch als Garant für die einzig wahre Wahrheit? Klare Sache: Wikipedia!
Überhaupt, die Gefahren der digitalen Welt. Ich fand Smart Homes und SmartVs ja immer schon bescheuert. Ich meine, warum stelle ich mir ohne Not ein hackbares Gerät ins Wohnzimmer? Dann kann nämlich sowas passieren. Und das ist nun wirklich ein harmloses Szenario, dass da spontan ein unliebsamer Film gezeigt wird, irgendwo auf dem Niveau des durchschnittlichen Kinderstreichs. Viel schlimmer wird es, wenn die GEMA in ein paar Jahrzehnten von der Existenz der SmartTVs erfährt und grundlos Gebühren erhebt. Wie oft zahlt der Durchschnittsdeutsche eigentlich pro Privatkopie GEMA-Abgabe? Und wo bleibt die VG-WORT-Abgabe auf Bleistifte?
Gut, dass in NRW wenigstens der Strom Heimatgefühl verspricht, denn:
Für viele Grevenbroicher sind die Kraftwerks-Wolken das, was der Dom für die Kölner ist. Eine Art Orientierungspunkt aus der Ferne

. Das ist halt recht nah am Rhein und am Rhein will man bei der aktuellen Energiepolitik ohnehin besser nicht wohnen. Alle anderen müssen sich für ihre Lebensgefahr wie üblich mit VW-Dieselabgasen begnügen, die es nach der Nachrüstung jetzt auch in XXL-Dosen gibt. Und den Plastikmüll liefert Deutschland gleich nach, Privatisierung der sensiblen Abfallwirtschaft sei Dank.
Klogeist
Dark Stock Photos ist übrigens der beste Twitter-Account der Woche.
Ganz einfach nur eine schlichte Leseempfehlung gibt es zu guter letzt mit diesem Text darüber, wie Blinde mit ihrem Stock leben.

Service-Mitteilung der Woche

Dinge, die man sagen muss, obwohl man sie eigentlich nicht sagen müsste.
Diesmal in Vorwegname eines der Wochenfotos mit einem recht einfachen Statement: Leute, Landwehr und Wanderweg am Bahndamm sind, wie eigentlich alle Ecken, die keine Müllhalde sind, keine Müllhalde! Wir haben dann heute mal zu viert aufgeräumt. umindest das, was man trotz Schneedecke sieht.
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Politik der Woche

Diese Woche galt es, anzupacken. Mit Hajo Siemes‘ Arbeitskreis Praktisch-Ökologisch war eine Buchenhecke zu pflanzen. Operation geglückt, Ausführende gut eingeregnet geduscht.
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Wortgeschmeide der Woche

Bücher, Texte, Veröffentlichungen! Mal meine, mal nicht. Diese Woche zum Beispiel nicht, dafür ein anderer Gladbacher Autor.
Paul Sonn blickt mit Erinnerungen an die 50ziger und 60ziger Jahre: es war nicht immer einfach… getreu dem Titel in die Jahrzehnte seiner Jugend zurück. Nicht unbedingt zur Freude des Lektorats (Sechzigziger?), aber doch zu jener der Nostalgiker und derer, die diese Jahre selbst erlebt haben.
Diese Hürden konnte es aber offenbar überwinden, wenn ich seinen Verkaufsrang sehe. Das spricht sehr für die inneren Qualitäten des Buchs, das ich selber leider noch nicht durchgelesen habe.

Fotos der Woche

Ein paar Bilder hatten wir diese Woche ja schon, hier nun der Rest:
Exif_JPEG_420Womit man Mönchengladbach üblicherweise nicht so schnell verbindet: Ein Regenbogen, am Montag über die Kreuzung Brunnenstraße/Rheydter Straße fotografiert. Leider nur mit Handykamera.
matschenAm Donnerstag gab es dann zu matschen: Bei der lokalen Transition-Town-Initiative wurden Samenbomben gebastelt. Rechts daneben noch die andere Bastelei des Abends, ein Insektenhotel aus den in den Gärten angefallenen Brombeerzweigen, kurzgeschnitten und zum Zusammenbinden mit Schnur zusammengebunden.
Seit heute sind zwei neue Obstbäume in der Dahler Oase heimisch: Links eine Sauerkirsche (Rheinische Schattenmorelle), rechts ein Pfirsich (Redhaven). Die beiden wurden uns gespendet, nachdem sich die Anpflanzung im Garten eines Wohnhauses als schwieriger herausgestellt hat, als erwartet. Eigentümergemeinschaften halt.
rhabarberrhabarberDie andere Pflanzung im langsam in den Frühling kommenden Garten war der Rhabarber, das orthografisch bekloppte Blattgemüse aus Russland. Für diese machte ich Freitag nachmittag noch vor dem ersten angekündigten Schneefall ein Feld frei, um diese beiden Exemplare eingraben zu können. Sie erfüllen künftig die Doppelfunktion als Gemüse und Verdecker der Kiste mit dem Gartenwerkzeug.
bombus-lapidariusGeweckt habe ich beim Ausgraben der Brennnesseln dann diese Königin der Steinhummel (Bombus lapidarius), die etwas grummelig auf dem Rücken landete, umdrehte und schnell wieder eingrub, bevor am nächsten Tag der Schnee folgte.

Video der Woche

Meine Youtube-Präsenz ist noch nicht wieder im Laufen, weswegen es erneut ein anderes Video als Empfehlung gibt.
Diesmal mit einer Empfehlung des ganzen Youtube-Kanals PBS Eons mit seinen hervorragenden Videos zur Erdgeschichte.


Sieben am Sonntag 11.03.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Diese Woche starten wir mal mit was niedlichem. Oder mit einem unbeabsichtigt beissenden Kommentar zur Schulpolitik. So oder so haben wir hier Kraftwerks Roboter, eingespielt von einer 1. Klasse der GTS Lemmchen in Mainz-Mombach.
GTS steht normalerweise für Ganztagsschule, also lustigerweise genau die Schulform, die ich für die Roboterisierung der Kinder hauptverantwortlich mache. Man merkt vielleicht, dass ich mit der Schulpolitik meiner Partei nicht ganz konform gehe.

Links der Woche

Obacht vor geschenktem Geld!

Obacht vor geschenktem Geld!

Deutschland ruft die Milliarden Fördergelder für den Breitbandausbau nicht ab. Denn wer will schon Geld geschenkt haben? Das lässt uns die Tagesschau wissen. Die Grafik zeigt Fördertopf (blau) und tatsächlich abgerufene Gelder (orange).
Dass ein Privatsender die Initiative Notheidisgirls killt, ist zunächst keine so große Überraschung. Dass dies geschieht, indem RTL ein Youtube-Video der Gruppe bringt, die Sendung dann bei Youtube einstellt und Youtube wiederum das Originalvideo als nicht genehmigten Ausschnitt aus dem RTL-Video zu erkennen meint und sperrt, das ist dann doch etwas ungewöhnlich. Aber typisch für deutsche Digitalkompetenz.
Dazu passt dann auch der recht seltsame Vorschlag der EU, soziale Netzwerke sollten demnächst in den Wohnorten ihrer Kunden Steuern für die Datennutzung zahlen. Denn Steuern sollten da gezahlt werden, wo der Wert entsteht. Also zum Beispiel die Steuern für die Bananen bei Aldi Süd in der Dominikanischen Republik. Ach, wie, doch nicht? Komisch.
Das größte Drohnensystem der Welt geht denn auch nicht in Deutschland oder den USA an den Start — sondern in der High-Tech-Nation Tansania. Es liefert dort Medikamente und andere wichtige Versorgungsgüter in abgelegene Regionen.
Aber auch Deutschland engagiert sich in Afrika und setzt sich für den Schutz der Großkatzen ein. Dass die neue Bundesregierung gleichzeitig verspricht, daheim dem Wolf Einhalt zu gebieten, ist ein störendes Detail, dass man jetzt nicht unbedingt erwähnen muss, wenn man die Bundesregierung ist. Wenn man ich ist, schon.
Um das zu verstehen, fragt man am besten jemanden mit sowas wie einem „Einstein-Visum“. Melania Trump zum Beispiel.
Wie sich ihr Mann Donald dagegen eine intelligente Frau vorstellt, davon haben chinesische Spielzeughersteller eine ziemlich gute Illustration geschaffen.
Ja, ich weiss, dass Mickey männlich ist. Aber das ist nicht Mickey, das ist Lucky.

Ja, ich weiss, dass Mickey männlich ist. Aber das ist nicht Mickey, das ist Lucky.


Es gibt aber auch Gutes aus Deutschland zu berichten: Solingen hat seine Oberleitungsbusse durch einen BOB ergänzt. Der Batterieoberleitungsbus ist in der Lage, ohne Dieselmotor nicht elektrifizierte Streckenabschnitte zu bedienen, indem er Strom aus der Oberleitung in einem Akku einspeichert. Ältere Mitbürger meiner Stadt werden sich an frühere Versuche zu elektrischen Bussen erinnern.
Die Buslinie (00)9 aus Mönchengladbach 1981 als Elektrobus mit Akku im Anhänger - Bild: Stadtarchiv MG

Die Buslinie (00)9 aus Mönchengladbach 1981 als Elektrobus mit Akku im Anhänger – Bild: Stadtarchiv MG


In Belgien kommt man unterdessen zu der Erkenntnis, dass Leben vielleicht doch wichtiger ist als ein paar Arbeitsplätze und so spricht sich die reaktornahe Stadt Lüttich inzwischen gegen Tihange aus.

Service-Mitteilung der Woche

Dinge, die man sagen muss, obwohl man sie eigentlich nicht sagen müsste.

Bild: Karl Sasserath

Bild: Karl Sasserath

Diesmal geht es um das aktuell große Thema der Obdachlosen. Die es ja angeblich nicht gibt.
Während andere Städte ihnen Unterkunft bieten, werden sie hier konsequent von öffentlichem Gelände vertrieben.
Ich fasse mich kurz: Das sind Menschen, kein Ungeziefer. Wenn ihr ihnen schon nicht helft, lasst sie doch wenigstens in Ruhe, wo sie keinen stören. So viel Kundschaft hat eine geschlossene Postfiliale ja nicht.

Politik der Woche

Auf den Umweltausschuss letzte Woche folgt traditionell der Bau- und Planungsausschuss. So auch diese Woche.
Dabei stand ein Klassiker der politischen Seite dieses Blogs an: Die Busführung in der zentralen Fußgängerzone von Mönchengladbach. Mein Beitrag zum Thema war im wesentlichen eine Kurzfassung meines letzten Blogbeitrags zum Thema.
Doch da die GroKo lieber mit dem Kopf durch die Wand wollte, wurde die Datengrundlage der Erhebung ohne ersichtlichen Grund in Zweifel gezogen und von Annette Bonin sogar für wertlos erklärt. Thomas Fegers (SPD) führte aus, dass sich die Innenstadt als Einkaufsort ja sowieso bald erledigt habe — und prophezeite wohl eher versehentlich schonmal das Ende die grade erst gebaute und vor allem auch massiv von der SPD vorangetriebene Mall namens Minto. Ebenso ein Produkt des Zufalls dürfte sein, dass er mit diesem Beitrag perfekt einen anderen Beitrag von mir zusammenfasste. Was nicht das schlechteste ist, aber halt in dem Kontext Unsinn. Eine Innenstadt, die niemand erreicht, wird mit anderen Konzepten genausowenig blühen wie mit dem Handel. De Deutsche Post führt das grade vor, indem sie ihr Kundencenter so weit wie nur irgend möglich von ihrer Kundschaft entfernt oben auf den Abteiberg setzt.
Nun war der GroKo letztlich egal, wie widersprüchlich ihre Argumente waren, es gab offenbar das Ziel, die Hindenburgstraße vom Busverkehr zu räumen, ob es nun sinnvoll ist oder nicht. Das hat sie dann halt durchgezogen.
Ansonsten war mir dort bei den zahlreichen Änderungen im Nordpark noch wichtig, dass davon der aktuell in der Planung befindliche Radschnellweg Rheindahlen-Nordpark nicht negativ betroffen ist, denn mit dem habe ich noch ein bisschen was vor.
Der Freitag brachte eine weitere Veranstaltung, den Bezirksrat der Grünen Niederrhein-Wupper zum Thema Verkehr. Konkret ging es wegen der aktuellen Entwicklungen um den Dieselskandal. Mir wird das Thema deutlich zu einseitig autofixiert diskutiert, auch innerhalb der Grünen. Diese ganze Debatte, die den Verkehr als solchen praktisch nicht angeht und nur darauf abzielt, die Motoren zu ersetzen, ist so unglaublich ambitionslos und ängstlich.
Aber ich bin froh, dass der Vorstand des partei-internen Bezirksverbands, dem ich seit der letzten Vorstandswahl angehöre, bei den Bestrebungen, stärker inhaltliche Themen anzusetzen, die alle Kommunen gemeinsam betreffen (statt Personalien in Vorbereitung auf die jeweils nächste Wahl), an einem Strang zieht.

Wortgeschmeide der Woche

Bücher, Texte, Veröffentlichungen! Mal meine, mal nicht. Diese Woche zum Beispiel nicht, dafür schließe ich die Lücke mit einer kleinen Kuriosität. Ich zitiere einfach mal die Beschreibung von Benno Zeitmetz Kreuzmairs Alle Uhren gehen falsch! Tractatus neo-horologicus:

Wir Menschen empfinden die Zeit mal gar nicht, mal langsamer, mal schneller. Das kann man aber nicht mit einer normalen Uhr abbilden, denn die geht immer gleich schnell!
Daher präsentiert Benno Zeitmetz Kreuzmair ein ganz neues Konzept und plädiert gleich für drei Ziffernblätter: die Normalzeit, die Fühlzeit und die Wunschzeit. In der Mitte der Uhr kreuzen sich zwei Zeiger, der Zeiger der Wunschzeit und der der Fühlzeit. Im Idealfall treffen sie in der Mitte zusammen, dann sind gewünschte und gefühlte Zeit in Balance. Lassen Sie sich auf dieses faszinierende Abenteuer ein! Doch Vorsicht: Ihr bisheriges Zeitverständnis könnte sich komplett ändern …
Neben der deutschen Fassung beinhaltet dieses Buch den Text auch auf Mandarin.

Das ist so herrlich bescheuert. Ich fand es bei dem Versuch, den Novum-Verlag einzuordnen, nachdem mir eine sehr fragwürdige Schrift unter dessen Namen unterkam. Nun, es stellte sich heraus, dass der Novum-Verlag überhaupt kein Verlag ist, sondern ein „Dienstleister“, der Autoren das Geld aus der Tasche zieht, indem er sich erst für das Verlegen bezahlen lässt und den Autoren dann auch noch gegen Geld ihre eigenen Bücher andreht.
Wer darauf hereinfällt, nun, der schreibt solche Bücher.

Fotos der Woche

Fotografisch eine sparsame Woche. Schaun wir mal, was zusammengekommen ist:

Ja, ich habe im Dateinamen Tihange falsch geschrieben. Das war natürlich ein Test!

Ja, ich habe im Dateinamen Tihange falsch geschrieben. Das war natürlich ein Test!

Am Mittwoch wurde in Wickrath eine Protestsäule gegen den bröckelnden Reaktor Tihange 2 aufgestellt. Da darf jetzt jeder einmal den Hebel ziehen und das wird dann gezählt und nach Belgien gegeben. Zu diesem Anlass darf dann auch mal der Oberbürgermeister aufs Bild, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich den nicht doch hätten zensieren müssen. Achwas, tagespolitisch wichtiges Gruppenfoto.
Die Säule wandert im Laufe der nächsten zwölf Monate durch die vier Stadtbezirke.
Nutria-Mutte rmit kleinem Schwarzen

Nutria-Mutter mit kleinem Schwarzen

Auf dem Rückweg lief mir dann an der Niers diese Nutria-Familie über die Füße. Nutrias kenne ich zwar, aber so nah bin ich denen noch nie gekommen. Und das kleine schwarze Junge ist absolut niedlich. Dessen vermutlichen Vater, ein ebenso schwarzes ausgewachsenes Nutria, habe ich übrigens etwa 150 Meter flussabwärts auch noch gesehen.
hummel-03-2018Noch ein Tierbild: Diese Hummelkönigin machte es sich neben mir gemütlich, als ich das Gartenwerkzeug auspackte. Bombus hypnorum, die Baumhummel, dürfte sich in den zahlreichen hohlen Stellen unserer Apfelbäume sehr wohl fühlen.
huegel-kahlDas Ergebnis des heutigen Tagewerks in der Dahler Oase, die Freilegung eines von Brombeeren überwucherten Hügels, sieht nicht ganz so spektakulär aus, wie erhofft und wie die Arbeit rechtfertigen würde. Das ist nämlich die erste Aussaat 2018 in der Dahler Oase. Wir haben den Hügel dazu genutzt, hier Schwarzwurzel auszusäen, da dieses tief wurzelnde Wurzelgemüse sich an dieser Stelle hinterher besonders leicht ernten lässt. Und damit sind wir offiziell in der Gartensaison angekommen.

Video der Woche

Meine Youtube-Präsenz ist noch nicht wieder im Laufen, weswegen es erneut ein anderes Video als Empfehlung gibt. Diesmal von Barrys Serie My Virgin Kitchen mit einem schönen Rezept für einen Partygag: Durchsichtige Kartoffelchips! Das Rezept gibt es auch zum Abschreiben hier (englisch).


Sieben am Sonntag 04.03.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Diese Woche in rundumerneuerter Form, wobei es sich teils (Video der Woche) um einen Vorlauf handelt. Die Internetfundstücke sind einer der sieben Punkte und müssen nun nicht weiter sieben Stück sein. Mal sehen, wie gut das funktioniert.

Musik der Woche

Zu großen Veränderungen passt wenig so gut wie eine 80er-Powerhymne. Dare von Stan Bush ist zur Zeit meine 80er-Powerhymne, bekannt aus dem originalen Transformers-Kinofilm.
Übrigens sind die Transformers-Filme für Cineasten gar nicht uninteressant. Beide sind absolut perfekte Zeitkapseln ihres jeweiligen Jahrzehnts. Dass die 2000er kein sonderlich gutes Jahrzehnt waren, tut dem keinen Abbruch.

Links der Woche

Was bisher den Löwenanteil der Sieben am Sonntag ausgemacht hat, habe ich jetzt hier rein gepackt. Im Gegenzug können das mal mehr, mal weniger als sieben sein. Manches ist lustig, manches ist traurig, manches interessant, manches kurios und manches auch einfach nur bekloppt. Aber alles ist erwähnenswert. Okay, bis auf das Monopoly-Spiel, das ist einfach nur lustig.

Um es mit den Worten einer Freundin zu sagen: „Oar, Menschheit, ey!“ - Bild: Amazon

Um es mit den Worten einer Freundin zu sagen: „Oar, Menschheit, ey!“ – Bild: Amazon


Es gibt ein Pummeleinhorn-Monopoly (Link geht zu Amazon).
Wissenschaftler der Uni Duisburg-Essen haben das Geheimnis römischer Opferhöhlen gelüftet. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Eine österreichische Ayurveda-Anhängerin hat mal eben sich und ihre lokale Kläranlage mit Quecksilber aus ihrer „natürlich-sanften Heilmethode“ vergiftet.
Wie man nach der Braunkohle und ihren Einkünften weitermacht, zeigt zur Zeit das Rheinische Revier mit Vernetzung und Planungen für eine Region nach dem absehbaren und hoffentlich noch schneller werdenden Kohleausstieg. Wie man es nicht macht, zeigt die Lausitz.
Wenn auf eine schwarze Frau mit den Worten: „Wir wollen keine Ausländerbabys hier“ eingeschlagen wird, dann weiss man bei der Polizei in Wurzen auch nicht, ob das vielleicht ein ausländerfeindlicher Akt gewesen sein könnte.
Eindeutig rassistisch dagegen: Schwarze Köche, die zum Black History Month Gerichte servieren, die Schwarze gerne mögen. Sie würden Klischees bedienen.

Service-Mitteilung der Woche

Keine Ahnung, ob das ein Regularium wird. Mal schauen.
Diese Woche jedoch ist es mir ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass die schwarzen Tütchen zum Einpacken von Hundekot nicht den Zweck haben, die Umwelt zusätzlich zum Kot noch mit einer Plastiktüte zu belasten, indem man anschließend die Tüte ins Gebüsch wirft. Vor allem nicht in Brombeerbüsche, wo sie dann an den Stacheln hängenbleibt, reisst und ihren Inhalt richtig schön verteilt. Das ist für den Mülleimer gedacht, ihr Schweine!
Ich kann nicht glauben, dass das der Erwähnung bedarf.
Wobei das hier fast schon wieder als Kunstwerk durchgeht:

„Kacke, hoch, zwei“, Alternativtitel „Exkrement in Zweisamkeit“

„Kacke, hoch, zwei“, Alternativtitel „Exkrement in Zweisamkeit“

Okay, im Ernst: „Exkrement in Zweisamkeit“ ist ein deutlich zu guter Titel.

Politik der Woche

Die Sieben fressen die Politische KW. Es ist einfach deutlich übersichtlicher und auch weniger Arbeit, die wöchentlichen Beiträge in einem zu haben. Das macht es auch einfacher, keinen davon aus Zeitmangel zu überspringen.
Also dann, politische Tätigkeit dieser Woche (soweit öffentlich):
Zentral war diese Woche der Umweltausschuss (pardon Umwelt- und Feuerwehrausschuss) der Stadt Mönchengladbach. Der war dieses Mal mit nur vier Tagesordnungspunkten (einer wurde aus gesundheitlichen Gründen verschoben) recht kurz.
Von den vier übrigen waren zwei Initiativen der Grünen. Die Umsetzung eines Klimasparbuches lehnte der Ausschuss leider ab und dazu gibt es wenig zu sagen.
Interessanter lief es beim Thema Glyphosat-Verbot in MG. Wurde das beim letzten Anlauf vor ein paar Jahren noch einfach abgelehnt, war das Thema diesmal Wesentlich präsenter und verlangte nach ernsthafter Debatte. Die GroKo wollte klargestellt wissen, dass auch aus ihrer Sicht Glyphosat ein Problem sei. Natürlich gab es den Verweis auf mangelnde Zuständigkeit der Stadt (und die kommunale Version von „Wieso sollen wir aufhören, wenn die in China weitermachen?“), aber es gab auch einen Vorschlag der Linken, der Gehör fand: Die Stadt soll gemeinsam mit den Landwirten nach Möglichkeiten suchen, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren und damit verbunden die Artenvielfalt zu schützen. Das wurde dann zum Beschluss des Ausschusses und somit ist die Stadt bei dem Thema weiter.
Bei den übrigen Punkten brachte ich beim zu erarbeitenden „Masterplan Stadtbezirke“ (gemeint sind die Gebiete ausserhalb der beiden großen Innenstädte von Mönchengladbach) meine Kritik ein.
Zunächst die fachliche, dass man so unterschiedliche Bereiche wie Rheindahlen (Kleinstadt) und Buchholz (Dorf) wohl kaum in einem so umfassenden Plan erfassen kann, was Dezernent Dr. Bonin bestätigte und nach Bedarf nach diesem ersten Grobkonzept eine Teilung des Plans ankündigte.
Gestört hatte mich die Behauptung, die verkehrliche Anbindung der ländlichen Stadtteile sei gut, was aber nur für den Autoverkehr stimmt und somit meines Erachtens eine schlichtweg falsche Behauptung ist. Gute Erreichbarkeit nur mit dem Auto ist für mich die Definition einer schlechten Verkehrssituation, denn das Auto sehe ich als Krücke, mit der Fehler ausgebügelt werden.
Dann sprach ich noch das Thema Zersiedelung an, was damit auch zusammenhängt. Der Niederrhein ist stark zersiedelt und wir brauchen auch eine Strategie, wie wir das einschränken. Wenn es uns ernst ist mit dem Artenschutz (siehe ein paar Absätze zuvor), müssen wir auch die Räume schaffen, in denen Natur sich entfalten kann.

Wortgeschmeide der Woche

Bücher, Texte, Veröffentlichungen! Mal meine, mal nicht. Diese Woche zum Beispiel nicht.

Bild hinterlistigst bei Thomas Maria Claßen geklaut

Bild hinterlistigst bei Thomas Maria Claßen auf Facebook geklaut


Das ist Thomas Maria Claßens Radwanderführer Niederrhein. Radeln für die Seele mit 15 Radtouren am Niederrhein. Die gemütliche Variante zum Genießen des Landes, wer Thomas ein wenig kennt, weiss, dass er auch sportliche Touren macht. Erschienen im Droste-Verlag für hübsches Hellblau.
Radeln für die Seele: Niederrhein, wie ich es selber jetzt aus schriftästhetischen Gründen nenne, ist ab morgen für 16,99 € im Buchhandel erhältlich. Im lokalen Buchhandel, den man super per Fahrrad erreichen kann, und natürlich auch bei Amazon.
Es ist der erste Band einer Reihe, gefolgt von Norbert Schmidts Radtourenempfehlungen für die Eifel im April.

Fotos der Woche

Fotografische Mission der Woche waren Bilder vom heutigen Repair Café in Rheydt, um Material für einen Flyer zu bekommen, den wir zur Zeit gestalten. Es folgt eine kleine Auswahl.
skandal-in-gruenDen Anfang macht dieser kleine Schraubendreher, der aus einer sozialdemokratischen Familie stammt und vor kurzem zu den Grünen übergetreten ist. Und jetzt muss er abseits sitzen, draussen am Wasser. Armer kleiner Schraubendreher!
radio-innenlebenDass dieses Radio ein paar Tage hinter sich hat, hätten wir ihm auch ohne den Staub geglaubt.
handy-reparaturDass die Kamera entschieden hat, lieber auf den Hintergrund scharf zu stellen, als auf das Handy, ärgert mich. Vor allem nach ewigem Warten, dass der Lötkolben mal heiss wird, um sowohl die Reparatur als auch das Foto machen zu können. Das ist einfach ein wirklich gutes Motiv.
rasenmaeher-opDrüben am Fahrradstand läuft es nach dem Motto „Wenn es zwei Räder hat und keinen Motor, wird es schon ein Fahrrad sein!“
vw-kaefer-1960Draussen vor der Tür wartete geduldig dieses Krabbeltierchen. Weil der Käfer mit den Schlafzimmeraugen noch nicht süß genug war, hat er kurzerhand noch eine dazu passende Sonnenblende bekommen. Jetzt sieht er aus wie ein sehr müdes Auto. Hat ein bisschen was von einem Hund, der vor der Metzgerei warten muss.

Video der Woche

Ich habe beschlossen, meine Youtube-Drehs wieder aufzunehmen. Das ist eine längere Geschichte, zu der ich in einem eigenen Beitrag kommen werde. Immer ganz am Ende, damit die Musik potenziell durch ist, wenn ihr hier ankommt.
Dieser Punkt hier steht zur Vorbereitung dessen. Und da es diese Woche kein Video von mir gab, ist hier statt dessen eins, dass ich sehr gut fand. Also wie die Politik der Woche die Aufnahme eines bisher eigenen Formats zwecks Übersichtlichkeit und Arbeitseffizienz.


Sieben am Sonntag 25.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Oh, ab dieser Woche werde ich ein paar Richtungen ausprobieren, in die das Format sich weiterentwickeln kann. Ihr dürft gespannt sein. Ihr dürft auch nicht-gespannt sein. Ich meine, wir sind ein freies Land hier und das ist ein freies Blog.
Und, auch wenn es möglich gewesen wäre, kein Drumpf der Woche. Die Sache mit dem Vorschlag, Lehrer zur Abwehr von Schulmassakern zu bewaffnen, ist zu bekannt und zu einfach. Trotzdem, Respekt, so bescheuert zu sein erfordert Talent. Wenn auch ein Talent, das keiner haben will — oder haben sollte.

Musik der Woche

Wie wäre es mal wieder mit einer Coverversion? Einer möglichst seltsamen natürlich. Okay, hier ist der Titelsong des Pokémon-Anime im Stil von 20 erfolgreichen Bands der 90er.

Wahrheit der Woche

horse-fastDie Natur hat doch immer noch die besten Erfindungen. Heute morgen in Facebook gesehen. Ein paar Minuten später konnte ich langsam wieder atmen.

Fütterung der Woche

Partyhäppchen für Krebszellen - Bild: Jason Drees, Arizona State University

Partyhäppchen für Krebszellen – Bild: Jason Drees, Arizona State University

Forscher aus Arizona haben eine neue Methode entwickelt, um das Krebsmedikament Thrombin direkt zu den Krebszellen zu bringen. Sie bauen eine winzige Kugel aus reiner DNA, in der sich Thrombin befindet. Die DNA ist so zusammengesetzt, dass sie auf ein Enzym auf der Oberfläche von Krebszellen reagiert und das Thrombin gezielt im Tumor freilässt.
Thrombin ist ein Gerinnungsmittel, das gezielt Adern verstopft und so den Tumor vom Blut abschneidet, durch das er mit Nahrung versorgt wird. Die Krebszellen verhungern. Als traditionelles Krebsmittel hat es schwere Nebenwirkungen, da es nicht nur Krebszellen angreift. Die neue Methode der Verabreichung in DNA-Nanorobotern kann das ändern.

Verdachtsmoment der Woche

Bild: Amazon

Bild: Amazon

Das ist eine Tastaturabdeckung für arabische Schriftzeichen. Damit kann man sehen, welche Taste welches Schriftzeichen erzeugt, wenn man am Computer die Tastatur auf eine andere Sprache umstellt. Das ist eine sehr nützliche Sache, vor allem für das Schreiben in Sprachen mit völlig anderen Schriftsystemen.
Arabisten zum Beispiel schreiben regelmäßig in einer solchen Sprache mit völlig fremdem Schriftsystem.
Nun ist arabisch bekanntlich die Sprache des terrorismus, also fand die Kreditkartenfirma eines solchen Arabisten, Pieter van Ostaeyen, seine Bestellung eines solchen Teils verdächtig genug, ihm temporär die Karte zu sperren.
Und dann fragen sich die Leute, warum die Deutschen so am Bargeld hängen…

Sportart der Woche

Plogging ist eine Sportart, die sich von Schweden aus in der Welt ausbreitet. Das Mischwort aus jogging und pluck (oder schwedisch: plocka) bezeichnet die Tätigkeit, beim Joggen gezielt den herumliegenden Müll aufzuheben und entweder mitzunehmen oder in einen Mülleimer zu werfen.
Das klingt schon mal sehr toll und selbstlos, aber auch für die Plogger selbst ist da was drin. Denn wer beim Joggen häufig anhält und Müll aufhebt, hat eine deutlich abwechslungsreichere Bewegung und einen Effekt, der an das in den letzten Jahren zunehmend empfohlene Intervalllaufen erinnert, bei dem man durch eine Kombination aus langsamem Laufen und Sprint einen stärkeren Trainingseffekt erzielt.
Dieses Jahr hat sich dank dem britischen Autor David Sedaris die englischsprachige Welt der Idee angenommen und damit beginnt sie, ein Trend zu werden.

Entdeckung der Woche

Neue Untersuchungen konnten nachweisen, dass einige Höhlenmalerien in Europa älter sind als der Homo sapiens dort und somit vom Homo neanderthalensis stammen müssen. Das ist beachtlich, da es dem Neandertaler eine hoch entwickelte Kultur nachweist, die mit der des Menschen auf Augenhöhe war.
Für mich ist das noch aus einem anderen Grund interessant: Ich vermute, dass Höhlenmalereien im Zusammenhang mit der Erfindung von Schriftsystemen und somit mit Sprache stehen. Gezielten Untersuchungen dazu steht nur leider sehr viel im Wege — nicht zuletzt die schwierige Datierung der Malereien. Ich bin sehr gespannt, was bei den neuen, genaueren Datierungsmöglichkeiten noch rauskommt.

Fotos der Woche

Das ist der Teil, wo ich eine Neuerung ausprobieren will. Den Platz des siebten Beitrags nimmt von nun an eine Sammlung von Fotos ein, die ich über die Woche gemacht habe.
Die Woche aufgeteilt in zwei Trilogien.
Die erste dokumentiert ein wenig hin und her am Samstag: Kiste in den offenen Garten bringen, leere Aktenordner aus dem nahen Büro ins Lager bringen, Tritt (ich wusste nicht, welchen der beiden) aus dem Lager ins Büro bringen. Falls mir nochmal irgendwer kommt, mit einem Fahrrad ginge sowas doch gar nicht. Natürlich geht das, man braucht nur das richtige Zubehör und für die Fahrt auf den Gipfel des Abteibergs eine brauchbare Gangschaltung. Und nicht unbedingt ein mächtig Platz fressendes Lastenrad.
Fotografiert mit meiner leider nicht sehr guten Handykamera, die vorherige war um Längen besser. Die neue kann ich noch nicht mal per Touchscreen auf ein Element im Bild fokussieren.

radransport-kiste

Das meine ich. Die Kamera im ZTE Blade L7 ist selbst eines Telefons unter 100 € unwürdig.


radtransport-ordner
Keine Sorge, alles vernünftig mit Spanngurten unten im Hänger gesichert.

Keine Sorge, alles vernünftig mit Spanngurten unten im Hänger gesichert.


Die zweite Trilogie besteht aus den dieswöchigen Aufnahmen der getanen Arbeit im entstehenden offenen Garten Dahler Oase. Diese erfolgten mit meiner wegen des für Fotos und vor allem Video komplett unbrauchbaren Handys erworbenen Kamera, die damit ihren ersten Bildtest durchlaufen hat. Bestanden!
oase-kiste-versteck Da ist die Kiste aus der ersten Trilogie ja wieder! Es war leider nötig, auf dem Gartengelände eine abschließbare Kiste unterzubringen. Diese hier sollte entsorgt werden, jetzt steht sie hinter einem Busch und unter einer blickdichten Buche im Garten. Einen Regenschutz und einen nicht verbogenen Deckel bekommt sie noch.
Eine von Januarsturm Friederike umgestürzte Kiefer auf dem Gelände durfte in Form ihrer Äste als Quelle für einen Sichtschutz in der jetzigen laubfreien Zeit dienen.

oase-schaukelstuhlÄh ja, weiss irgendjemand, wie man den reparieren kann? Dieser eigentlich sehr gemütlich aussehende Schaukelstuhl lag im Gebüsch rum. Er tat dies offenbar schon eine ganze Weile.

pflanze-nnHier noch ein Pflanzenfund auf dem Gelände. Ich habe keine Ahnung, was das ist. Zaunwinde vielleicht? Erkennt das jemand hier?


Sieben am Sonntag 18.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Nachdem ein Tesla in den Weltraum geschossen wurde, fiel mir etwas auf: Hatte David Bowie nicht mal (Nikola) Tesla gespielt?
Ja, hat er, 2006 in Pestige. Und wenn man eine Gelegenheit hat, David Bowie zu spielen, sollte man immer David Bowie spielen.

Straße der Woche

Nach einem Fahrradweg mit Solarstromerzeugung geht China einen Schritt weiter und baut eine Autobahn mit Solarstromerzeugun.

Schiff der Woche

Sieht aus wie ein Designer-Bügeleisen, ist nur halt 500x so groß - Bild: Omega Architects

Sieht aus wie ein Designer-Bügeleisen, ist nur halt 500x so groß – Bild: Omega Architects

In den Niederlanden befindet sich ein neuer Typ Containerschiff für den Binnen- und Kurzstreckenverkehr im Bau. Die Port-Liner sind voll elektrisch angetrieben und reduzieren damit die extreme Belastung durch Abgase aus der Schifffahrt. Diese ist für Städte mit großen Häfen ein echtes Problem, denn Schiffe verfeuern in ihren Motoren den schlimmsten Dreck, den man an Land nicht los werden kann.
Schweröl, zu flüssig für Teer, zu fest und zu dreckig für Automotoren.
Und nicht nur das: Die Akkus dieser Schiffe werden austauschbar. Das ist jene einfache Lösung des Problems der langen Ladezeiten, die uns die Autoindustrie bei Elektrofahrzeugen konsequent vorenthält, damit diese an der Miete für die Akkus verdienen und Akkus fest an ein Fahrzeug binden kann. Denn Seeleute lassen sich nicht so leicht für dumm verkaufen wie Autofahrer.

Beschleunigung der Woche

Kohlekraftwerk in La Maxe, Frankreich - Bild: Wikimedia Commons

Kohlekraftwerk in La Maxe bei Metz – Bild: Wikimedia Commons

Frankreich wird sein Ziel, komplett aus der Kohlekraft auszusteigen, zwei Jahre früher erreichen, als geplant. Das letzte der aktuell noch vier französischen Kohlekraftwerke geht 2021 vom Netz.
Wermutstropfen der ganzen Geschichte ist natürlich, dass ein Großteil der Leistung durch die in Frankreich extrem starke Atomkraft ersetzt wird. Aber hey, eins nach dem anderen.

Spionage der Woche

Polen dreht im Moment komplett ab. Auffällig ist nach aussen vor allem das neue Holocaustgesetz, dass die Geschichtsdarstellung vorschreibt, dass dies alles die Deutschen waren und Polen grundsätzlich und ausschließlich Opfer. Dazu gehören einige sehr widerliche Propagandavideos, die auch auf Youtube geschaltet werden und seit neuestem auch eine Denunziationskampagne, für die Polen im Ausland „anti-polnische Äusserungen“ melden sollen.
Hier bitteschön, damit ihr was zu melden habt: Polen betreibt staatliche Geschichtsfälschung und hat nicht die Eier in der Hose, für die eigene Geschichte Verantwortung zu tragen. Vielleicht sollten die mit der Türkei einen Club aufmachen.

Fauxpas der Woche

HecklerZumKotzenDie Waffenindustrie erzählt ja gerne, dass sie ihre Produkte zur Sicherheit der Bevölkerung herstelle, dass Menschen sich damit schützen können und dass derlei in der heutigen gefährlichen Welt leider notwendig sei.
Etwas anders agiert da Waffenhersteller Heckler & Koch, deren Twitter-Account sich hauptsächlich darin ergeht zu berichten, wie toll Waffen so sind. Darunter mischen sich dann seltsame Grenzerfahrungen mit Gewaltfantasien und allgemein ein Weltbild wie aus einem schlechten Hollywood-Blockbuster. Oder einer Satire auf die Mentalität von Wafenherstellern.
Zum Valentinstag dann kam der obige Tweet. Der ist schon für sich reichlich widerlich. Dann hatte er aber auch noch das Pech, wenige Minuten vor den ersten Nachrichten über den bewaffneten Amoklauf in Parkland, Florida. Die Reaktionen fielen entsprechend aus, auch wenn ein paar Waffenidioten (ich finde „Waffennarren“ verniedlichend) ihn tatsächlich verteidigt haben. Als ich ihn mit einem Kommentar retweeten wollte, war er bereits gelöscht. Zum Glück gab mir das jedoch Grund, einen Screenshot zu machen und jetzt bleibt diese Widerlichkeit hier dokumentiert.

Schluss der Woche

Ja, so etwa sähe das bei mir auch aus

Ja, so etwa sähe das bei mir auch aus


Dornröschen schläft so hübsch

Die Bundesregierung hat diese Woche bewiesen, dass es für gute Ideen nur genügend Druck braucht — für eine Abkehr davon allerdings auch. Als Reaktion auf drohende Sanktionen wegen zu hoher Stickoxidbelastung in den Städten schrieb die Regierung einen Brief an Brüssel, in dem verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen wurden, darunter ein Test kostenlosen Nahverkers. Und dann wurde es komisch.

Bild: EnergieAgentur.NRW

Bild: EnergieAgentur.NRW

Vorgeschichte

Die Idee eines für die Fahrgäste kostenlosen öffentlichen Nahverkers, aus dümmlicher Pedanterie gerne auch fahrscheinlos genannt, weil ja sonst irgendwer glauben könnte, der ÖPNV materialisiert spontan nach einem atypisch erfolgreichen Sonntagsgebet, ist keine neue. Sie wird schon so lange in verschiedenen Varianten diskutiert, dass sie als Mobiliar jeder Verkehrsdebatte gelten kann.
Und in den letzten Jahren haben einige Städte es auch probiert, manche erfolgreich, andere weniger. Allerdings sind die Maßstäbe für den Erfolg so verschieden, dass ein Vergleich der Versuche nicht möglich ist. Manche wollen die Fahrgastzahlen erhöhen, andere den Autoverkehr mindern und wieder andere Geld sparen, das sonst die Folgekosten des Autoverkehrs ausmachen würde (Straßenbau, -betrieb und -wartung, Reinigung, Gesundheitskosten usw.).
Gemeinsam ist allen Vorschlägen, dass sie am größten städtebaulichen Problem der Gegenwart ansetzen: Der schieren Masse an Automobilen, die sich durch die Siedlungen wälzen und unverhältnismäßig Platz beanspruchen. Das ist explizit auch der Ansatz des Regierungsvorschlags. Im autofreundlichen Deutschland eine Revolution, wie man sie allerhöchstens von den Grünen erwartet hätte.

Die Grünen

Noch am Tag des öffentlichen Bekanntwerdens der Idee gab es eine Mitteilung der Grünen, die darauf reagierte. Eine politische Idee, mit der man den Autoverkehr ohne Verbote verringern kann und unsere Städte gesünder und angenehmer macht? Da muss es doch mal Lob geben!
Na dann leg mal los, lieber Toni Hofreiter:

Eine Woche nach Bekanntgabe des Koalitionsvertrages mit dieser vagen Idee zu kommen, ist absolut unglaubwürdig. Darüber hinaus ist der Vorstoß nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Das angekündigte ÖPNV-Pilotprojekt in fünf Städten greift zu kurz und wird die Luft in den meisten deutschen Städten nicht verbessern. Doch anstatt endlich eine Politik für die Bürgerinnen und Bürger zu machen, scheut die Große Koalition weiterhin eine klare Ansage an die Autoindustrie. Für uns Grüne ist klar: Gesundheitsschutz geht vor den Schutz der Autokonzerne. Die Bundesregierung muss sofort und für alle betroffenen Menschen Politik machen. Und das heißt vor allem: endlich die blaue Plakette ermöglichen und die Autoindustrie zur kostenlosen technischen Nachrüstung der manipulierten Dieselfahrzeuge verpflichten.

Äh, was? Was hab ich denn gestern abend für einen Mist getrunken? Oder seht ihr das auch, was da steht?

Ja, es gibt bei den Grünen in den letzten Jahren einen sehr, sehr seltsamen Trend im Verkehrsbereich. Es gibt eine grundlegende Autofreundlichkeit. Man hängt dem albernen Glauben an, alles würde gut, wenn man weiterhin Autos baut und fährt, man müsse nur den Motor austauschen. Das ist das verkehrspolitische Gegenstück des Versuchs, eine defekte Klospülung mit einer Ernährungsumstellung zu reparieren.
Ja, natürlich müssen die verbliebenen Autos mit sauberen Antrieben fahren. Und natürlich wird es immer einen gerechtfertigten Bedarf an individuellen Automobilen geben. Aber: Wir kriegen im Verkehr gar nichts verbessert, wenn wir den aktuellen Exzess an Autoverkehr nicht loswerden. Elektromobilität, Blaue Plakette, das ist alles herumdoktern an Symptomen. Das löst alles das Problem nicht. Und das Problem ist, dass zu viele Menschen zu oft das Auto nutzen.
Und da ist der Ansatz goldrichtig: Das Auto wird man am besten los, wenn man es verzichtbar macht, wenn man Alternativen zur Verfügung stellt. Den Leuten ist nämlich durchaus bewusst, wie viel Geld sie in ihre Kraftfahrzeuge stecken und wie viel mehr sie sich ohne diese Belastung leisten könnten. Allein, solange der ÖPNV zu teuer oder zu schlecht für einen Umstieg ist, nutzt das alles nichts, man kommt vom Auto nicht weg. Jedenfalls nicht ohne eine gehörige Portion Idealismus. Und Idealismus ist etwas Individuelles, auf das man sich als Regierung nicht verlassen kann.
Natürlich greift das Pilotprojekt in fünf Städten zu kurz. Das liegt in der Natur von Pilotprojekten. Es ist ein Anfang und genau das soll es auch sein. Wir gehen doch auch nicht hin und beschweren uns bei Leuten mit Solaranlagen auf dem Dach, dass diese mit ihrem Haus nicht die ganze Bundesrepublik versorgen können und es deshalb viel besser sei, Filter auf die Kohlekraftwerke zu schrauben.
Für mich ist klar: Hier wird gegengesprochen, nur, weil man sich als Opposition präsentieren will. Dabei wäre es so einfach gewesen, die Idee an sich zu loben und dann klarzustellen, dass man aber zusätzlich eine belastbare Finanzierung des Vorhabens und mittelfristig eine Ausweitung auf das Bundesgebiet erwartet.

Der Rückzieher

Die Verkehrsunternehmen, die als Unternehmen natürlich gar nicht in der Lage sind, den ÖPNV kostenlos anbieten zu können (das können nur Gebietskörperschaften wie Städte, Länder und der Bund), ließen alle Alarmglocken läuten. Das ginge nicht, sagten sie.
Dabei ginge es sogar ziemlich einfach, man müsste nur die Verkehrsbetriebe auflösen und durch Verwaltungsbereiche für den ÖPNV ersetzen. Und ich meine nicht Unternehmen in 100% städtischer Trägerschaft, ich meine echte, voll integrierte Teile der Stadtverwaltung.
Nun hat die Regierung recht schnell klargestellt, dass es sich lediglich um eine Überlegung handelte. Eine Überlegung, die Zukunft gehabt hätte, hätte man sie der Regierung nicht innerhalb weniger Tage ausgetrieben, als wären wir hier in einem Remake vom Exorzist.
Übrig bleibt ein Schauspiel, wie reformunfähig unser Land inzwischen geworden ist. Und das liegt nicht an der Regierung, das liegt an der Bevölkerung. Es war ein Schauspiel um die Angst vor etwas neuem, um die Zufriedenheit in der ewigen Stase, ein Land, dessen Prinzen beschlossen haben, dass Dornröschen sehr hübsch ist, im Schlaf.


Veilchendienstagszug 2018: Ich habe fertig

Es ist mal wieder Veilchendienstag im Lande, der Tag zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch, von dem jeder weiss, dass es ihn geben müsste, den aber trotzdem keiner kennt. Und wenn, dann als Mardi Gras genanntes floridanisches Nacktbesäufnis. Also quasi das selbe wie Karneval hier auch, nur mit weniger Klamotten und etwas mehr Ballermannstimmung. Etwas. Aber bleiben wir in Mönchengladbach, so ungerne man so etwas auch allgemein tun mag.

Ich sollte vielleicht vorausschicken, dass ich nach nur vier Stunden Schlaf und zwei Stunden warten (ich dachte, der Zug fängt ganz normal um 11:11 an, er tat dies aber um 13:11, denn dass Karneval karnevalistisch ist, war dann doch etwas viel erwartet) eventuell nicht begeisterungsfähig genug war, um einen Straßenkarneval zu kommentieren.
Allerdings wird der Beitrag zum Zug dieses Jahr wohl etwas kürzer – es gab einfach nicht viel erzählenswertes.

Doch es ist laut Dein MG der längste Zug Deutschlands. Ob er wirklich länger ist als die Züge am Vortag in Düsseldorf und Köln, wage ich erstmal zu bezweifeln, aber gefühlt kommt das ganz gut hin. Die geringe Zahl an Fotos für 2018 lässt womöglich erahnen, warum. Wenn nicht, schreibe ich eh noch genug dazu. Also, tief Luft holen und los:

Technisch gesehen liegt Weihnachten ja in der Karnevalssaison

Technisch gesehen liegt Weihnachten ja in der Karnevalssaison

Gleich zu Anfang gab es diesmal die alljährliche Seltsamkeit, dass ein Dach des Weihnachtsdorfes mit dem Zug durch die Gegend fuhr. Das darf inzwischen allerdings auch als Tradition zählen. Und wie gesagt: Da der rheinische Karneval vom 11.11. bis Aschermittwoch läuft, ist Weihnachten technisch gesehen ein Karnevalstag.
Immer Ärger mit den Bullen

Immer Ärger mit den Bullen

Den meisten Aufwand dürfte dieses Jahr die Trabrennbahn betrieben haben, die tatsächlich einen neuen Wagen aufgebaut haben, um ihr 125. anzukündigen. Das hat jetzt nichts witziges, aber vielleicht verstehe ich einfach nur den Bezug mit der Kuh nicht.
Ab in den Hardter Dschungel

Ab in den Hardter Dschungel

Man nimmt, was man kriegen kann

Man nimmt, was man kriegen kann

Dass man auch aus dem alljährlich gleichen Wagen jedesmal etwas frisches machen kann, beweist das Minto. Dessen Team schafft jedes Jahr einen neuen Spruch. Er reimt sich, er ist auf Platt, mehr Ansprüche habe ich doch an einen Karnevalsspruch nicht. Wäre sogar als Motto geeignet gewesen.
Und dann ist da der Wagen aus Hardt. Der ist wahrscheinlich auch immer gleich, aber er wirkt farblich einfach frischer. Das mag eine Illusion sein, aber dann ist es eine gute.
Nik Eberts, Gladbachs einziger nichtexilierter Komiker

Nik Eberts, Gladbachs einziger nichtexilierter Komiker

Auch die Rheinische Post zeigt jedes Jahr erneut, dass der Aufwand, einen frischen Wagen hinzustellen, nicht annähernd so groß ist, wie manche meinen mögen. Der Wagen bleibt der selbe, aber jedes Jahr ist eine andere aktuelle Karikatur von Nik Ebert drauf.
Klassische Mottowagen sind ja im Grunde dreidimensionale Karikaturen, da ist das ein guter Ansatz für einen schnell gemachten Mottowagen. Dass wir hier keinen Jacques Tilly haben, macht nichts, wenn man sich nur zu helfen weiss. Dann macht man das halt in 2D.
Leider ist das dann auch der einzige verbliebene Funken Witzigkeit im Gladbacher Karneval. Und auch das Motto findet sich bei den Wagen des Zuges eher selten, es bleibt eine Perlenkette von Pappmachéfahrzeugen.
Lichtgestalt? Fotografier ich doch mit dem kleinen Finger!

Lichtgestalt? Fotografier ich doch mit dem kleinen Finger!

Das war der einzige, der aus dem Motto was gemacht hat, begleitet von einer passenden Fußgruppe aus Sonnen und Monden. Von den Fußgruppen habe ich leider keine Fotos gemacht, das hätte sich wohl viel mehr gelohnt. Denn da ist die Kreativität, die den Wagen so schmerzhaft fehlt. Dass gleich vier Gruppen das Motto „Immer zu zweit – Halt Pohl und All Rheydt“ in Form von Kostümen als rote und gelbe M&Ms interpretiert haben, darüber sei das Naserümpfen anderen überlassen. Ich bin zwar auch eher kommerzkritisch eingestellt, aber das geht schon klar, passiert halt mal.

Ich könnte jetzt das Lied von 2017 wiederholen. 2018 hat den damals schon gänzlich übersehenswerten Zug noch einmal übertroffen. Ich bin in der Tat nach der Hälfte gegangen, dies aber so, dass ich am gesamten Zug und dem Aufstellungsbereich entlangkam, um trotzdem noch alle Wagen sehen zu können. Es war nichts dabei, was des Fotografierens wert gewesen wäre.
So wird das nichts, den Zug aus dem Gladbacher Karneval zu streichen ist so kein Verlust mehr. Und das ist schade. Aber das ist halt keine lustige Veranstaltung, das ist nur ein Schaulaufen mit dem die Karnevalsvereine dokumentieren, dass sie existieren. Schützenmarsch mit ein paar mehr Farben und mehr Liedern über Köln (aus irgendeinem Grund).

Ich habe erstmal genug. Ich bin inzwischen überzeugt, dass der wirklich gute Zug 2010 (dessen Bilder leider bei einem Serverumzug gefressen wurden) das Korn eines blinden Huhns war. 2019 will ich auf der anderen Seite der Kamera dabei sein. Mit was Witzigem. Ich habe auch schon eine Idee.
Was Grünes. Was Selbstironisches. Mit ohne Pferde. Wird gut.
Doch darauf müsst ihr jetzt ein Jahr warten.
Aber das ist der Punkt: Der Straßenkarneval muss aus der Bräsigkeitsspirale raus. So, wie jetzt, ist das nix. So wird der in ein paar Jahren sang- und klanglos verschwinden. Dagegen müssen wir anpacken. Apropos, hat jemand mal den Jacques Tilly gefragt, was er davon hielte, seine Wagen einen Tag länger leben zu lassen und nochmal in MG vorzuführen?


Sieben am Sonntag 11.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich könnte so tun, als hätte es diese Woche eine Auswahl gegeben bei der Musik der Woche, aber mal ganz im Ernst: Elon Musk hat ein Auto in den Orbit geschossen. Dafür hat die Musikgeschichte genau eine Reaktion parat.

Schenkung der Woche

Rewe sucht offenbar ständig nach einem Umgang mit Lebensmitteln jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums. Der Markt bei mir um die Ecke etwa verkauft Waren kurz vor diesem stark reduziert im Kassenbereich.
Ein Markt in Bad Brückenau geht weiter und hat in seinem eigenen Ladenlokal ein Regal aufgebaut, in dem abgelaufene Lebensmittel einfach mitgenommen werden können.

Nachtmusik der Woche

Gefängnis ist für die einen offenbar schlimmer als für die anderen.
Das beweist zum Beispiel ein Mann, der regelmäßig in seinem belgischen Gefängnis verkloppt wird. Aber nicht, wiel er ein besonders schweres Verbrechen verübt hätte, für das auch die anderen Häftlinge keine Toleranz mehr haben, wie man es aus Filmen kennt. Nein, dieser Mann schnarcht.
Also, nicht im üblichen Rahmen natürlich, das wäre ja nichts ungewöhnliches. Nein, der Betroffene erreicht ein Maximum von 93 Dezibel.
Meine Überlegung, wäre ich die belgischen Behörden, wäre ja, ob man dem Mann nicht einen Job anbieten kann, abgesichert in den Trakten mit besonders üblen Verbrechern zu übernachten. Neben einer Mikrofonanlage.

Kaiju der Woche

Ich hatte diese Woche eine alte Spielzeugkiste durchgraben. Dabei fiel mir ein lange vergessenes Teil in die Hände, ein Panzer, der sich zu einem Dinosaurier entfaltete, wenn man hinten auf eine Taste drückt. Also suchte ich nach mehr Informationen über dieses Teil. Ich wusste nur noch, dass es ein Hot Wheels Ableger war.
Es stellte sich heraus, dass es sich um Tankasaurus rex aus der Serie Attack Pack handelte. Die 90er waren eine großartige Zeit für abgefahrenes Spielzeug.
Aber das ist grade nicht der Punkt. Der Punkt ist das andere, deutlich häufigere Ergebnis meiner Internetrecherche: Das da rechts ist Kyōryū Sensha, was übersetzt einfach nur Dinosaurier-Panzer bedeutet. Er stammt aus der japanischen Filmserie Ultraman und scheint einen gewissen Kultstatus erreicht zu haben. Genug, dass es bei Amazon Figuren von dem Ding gibt. Und genau so sollte es auch sein, ich meine, seht euch das Ding an! Besser kann man die japanische Fernsehindustrie der 1960er gar nicht einfangen!

Bumerang der Woche

Die Zeit machte in einem Artikel die Behauptung zu Journalismus, dass die Deutschen sich nicht ausreichend mit Wirtschaft auskennen. Das ist jetzt eigentlich keine so absurde Behauptung. An den Schulen ist Wirtschaft unterentwickelt, selbst an den Hochschulen ist die Ökonomie sehr einseitig und versagt regelmäßig bei der Beschreibung der Realität.
Ich meine, wie viele kennen sich schon mit Preisfindungsmechaniken, der Begründung des Zinssystems oder der Funktionsweise von Börsen aus? Das sind hochkomplexe Themen, bei denen keiner mehr durchsteigt, die aber für unseren Alltag enorme Auswirkungen haben können. Das ist alles kein falscher Vorwurf.
Und dann kommt die erste Frage:

Die erste Frage im Fragebogen war zum Aufwärmen: Wie hoch steht der Dax? Das wird jeden Abend in der „tagesschau“ und in nahezu jeder anderen Nachrichtensendung angesagt. Es hätte ein Selbstläufer sein müssen. Trotzdem trauten sich knapp 30 Prozent der Teilnehmer keine Antwort zu.

Ja, die erste Frage war der aktuelle Stand des Dax. Eine Frage, deren Antwort vollkommen belanglos ist. Denn zu wissen, wie hoch der Dax aktuell liegt, hat nichts mit dem Verständnis von Wirtschaft zu tun. Das ist einfach nur eine Zahl.
Das selbe gilt für die übrigen Fragen. Die Inflationsrate, Arbeitslosigkeit oder Steuerbelastung einzelner Einkommensgruppen zu kennen, hat nichts mit Wirtschaftswissen zu tun. Das ist überflüssiges Nachrichtenwissen ohne Bedeutung für das eigene Leben. Das ist Zeug, dass man sich nicht merken muss, weil es einerseits morgen ohnehin nicht mehr stimmt und andererseits bei Bedarf schnell nachgeschlagen werden kann.
Die Zeit hat also einen Artikel über mangelndes Wirtschaftswissen veröffentlicht in dem sie beweist, dass sie selbst nicht einmal weiss, was Wirtschaftswissen eigentlich umfasst. Denn Wissen über die Funktionsweisen der Wirtschaft wurde nicht mal erwähnt, geschweige denn abgefragt. Peinlich.

Befreiung der Woche

Norwegen schließt alle verbliebenen Pelzfarmen des Landes.
Der Prozess soll zwar noch bis 2025 dauern, aber wenigstens ist der Schritt klar: Die Pelztierhaltung im Land endet.

Wtf der Woche

Okay, hierzu gibt es keinen Link, ich glaube, das ist nicht wirklich jugendfrei. Und selbst wenn, werde ich diese Art von Folterfantasie nicht verlinken. Aber das Wissen um seine Existenz ist schon irgendwie faszinierend.
Ich präsentiere also Eye Drop Torment, einen wirklich seltsamen Fetischmanga aus, natürlich, Japan.
eye-drop-tormentDass Folterfantasien mit Augentropfen existieren, ist alleine schon etwas, was ich nicht erwartet hatte. Vor allem habe ich es nicht in einer Empfehlungsliste unter einem harmlosen Shoot’em’Up erwartet.
Aber ich muss die kreative Energie dennoch anerkennen: Dem Verfasser war einfache Augenfolter nicht genug, er baute sich ein Opfer, wie es nur im Manga existieren kann. Es handelt sich um einen Ninja, der am ganzen Körper Augen hat.
Was stimmt mit den Leuten nicht?


Politische KW 05/2018

Okay, hier ist etwas, was ich vor vier Jahren zu Grabe getragen habe: Die Politische KW, eine wöchentliche Rückschau auf mein politisches Wirken oder Versuche eines solchen.
In letzter Zeit stellte ich zunehmend fest, dass dieses Format doch wieder eine gute Idee wäre, denn während ich immer mal wieder komplette Konzepte und erreichte Erfolge hier im Blog vorstelle, gibt es kein Format für die Verfolgung des langen Weges dorthin.
Daher rufe ich eine modifizierte Form der Politischen KW ins Leben. Statt wie früher nach Wochentagen, ordne ich sie nun nach Projekten bzw. Zielen, damit der Kontext der einzelnen Schritte klarer wird und es umgekehrt ein Bild gibt, welche größeren Ideen dahinterstehen.
Diese Reihe wird nicht jede Woche fortgeführt, sondern hin und wieder. Denn nicht jede Woche passiert politisch etwas. Kommende Woche etwa ist Karneval und da macht man im Rheinland einfach nichts dergleichen. Zumal ich mich dann Dienstag traditionell über den bräsig-unpolitischen Straßenkarneval in MG beklagen muss.
So, nu aber:

Radweg Lürrip-City-Mülfort

dunkelblau: Hochtrasse gelb: Rampe hellblau:potenzielle Weiterführungen

dunkelblau: Hochtrasse
gelb: Rampe
hellblau:potenzielle Weiterführungen

Vor etwas über einem Jahr stellte ich Überlegungen zu einem Radschnellweg vor, der den angedachten Radschnellweg zwischen Mönchengladbach und Neuss verlängern sollte, um bis in die Innenstadt von Alt-Gladbach zu kommen. Optional enthielt dieser auch einen Ansatz, in den Süden der Stadt weiterzuführen (die rechte hellblaue Linie im Bild).
Bei dieser Weiterführung handelt es sich um eine Bahnlinie, die zum stillgelegten Geneickener Bahnhof führt und dann weiter nach Mülfort. Das letzte Stück, von Geneicken bis Mülfort, ist bereits seiner Schienen entledigt und führt als Fuß- und Radweg grade und eben einen Kilometer lang durch die Stadt. Schaffen wir es, die restliche Strecke ebenfalls zu einem solchen Weg zu machen, haben wir einen solchen Weg abseits der Straßen über eine Länge von etwa 3,5 Kilometer.
Und in der Tat scheint das Gleis keine Funktion mehr zu erfüllen. Es ist zu großen Teilen überwuchert und rottet langsam vor sich hin.
Um festzustellen, ob es tatsächlich keine Funktion mehr hat, habe ich am Dienstag im Bau- und Planungsausschuss die Anfrage gestellt, wie der aktuelle Stand der Bahntrasse hinsichtlich Besitz, Nutzung und Widmung ist. Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, kann man damit dann beginnen, auf eine Umnutzung zum Fuß- und Radwanderweg hinzuarbeiten. Der Weg wäre eine gute Verbindung nach Alt-Gladbach für die Anwohner der oberen Niers (Odenkirchen, Wickrath, Wanlo usw.), die in Mülfort vom Nierswanderweg auf diesen neuen Weg wechseln können (und natürlich umgekehrt). Das wiederum ist ein guter Schritt, das weitere überregionale Radwegenetz zu schließen – mögliche Anschlusspunkte nach Aachen oder Köln sind nicht mehr weit.
Auf der anderen Seite zeigen die Pläne für die City Ost auf dem ehemaligen Güterbahnhof Mönchengladbach inzwischen eine Fahrradbrücke über die Breitenbachstraße. Das ist wahrscheinlich so nah, wie man einem durchgehenden Radweg bis zum Hauptbahnhof nur kommen kann und ich sehe es sehr positiv. Jetzt noch eine Fahrradbrücke über die Korschenbroicher Straße und wir bekommen die ca. 600 Meter zwischen dem Ende der Mülforter Trasse und dem Hauptbahnhof MG auch noch hin. Und von da ist es nicht mehr weit, auf einer durchgehenden Fahrradtrasse einmal komplett durch die Stadt kommen zu können und perspektivisch weiter nach Aachen beziehungsweise Neuss und Düsseldorf.
Das wär doch mal was!

Sonstiges

Auch ansonsten war es politisch eine stark am Rad orientierte Woche.
Denn auch die Blaue Route, die erste Fahrradstraße in MG, stand im Bau- und Planungsausschuss auf der Tagesordnung und mir war es wichtig hier zu betonen, dass es bei dieser allein nicht bleiben kann. Jetzt, wo die Fahrradstraße da ist, muss diese als Keimzelle eines gesamtstädtischen Radwegenetzes dienen, das aus daraus erwächst.
Momentan ist die Fahrradstraße städtebaulich eher ein isolierter Fremdkörper, den es nun besser einzubinden gilt.
Ein peripher damit verbundenes Thema sind die Parkmöglichkeiten für Fahrräder in den Innenstädten. Dazu haben Lena Zingsheim, Werner Hoek und ich gemeinsam an einer Idee für Rheydt gestrickt, von der es später noch zu hören geben wird.
Ein ganz anderes Thema im Verkehrsbereich sind Geschwindigkeitsbegrenzungen im Bereich von Kindergärten und Schulen. Hier gibt es seit kurzem neue Regeln und die Stadt setzt diese erfreulicherweise schnell um, um die Kinder besser vor dem Verkehr schützen zu können. Leider tut sie dies aber sehr buchstabengetreu und im Ergebnis entstehen zahlreiche Situationen dieser Couleur. Ich habe die Verwaltung gebeten, ihre Liste der neuen Regelungen doch mal systematisch nach Fällen durchzugehen, wo diese entstehen und ob dort nicht andere Regelungen möglich sind, die zu einer durchgehend gleich niedrigen Geschwindigkeit führen. Ob sie das auch tut oder ob wir in nächster Zeit Straßen sehen, die 2 Kilometer lang mit 30, dann 60 Meter mit 50 und dann den ganzen Rest wieder mit 30 km/h befahren werden (ja wirklich, das Beispiel ist die künftige Regelung des Zuges Konstantinstraße – An der Landwehr), bleibt abzuwarten.


Sieben am Sonntag 04.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Für andere Alliteraten wäre übrigens Schlechte Stimmung Sonntags dein Kandidat gewesen, Stefan.

Musik der Woche

Begeben wir uns diese Woche in das Reich der wirklich seltsamen Metaphern-Deepness namens Metal. Ja, es ist ein Klassiker: Holy Diver von Dio.

Fortschritt der Woche

Wenn man einen Adler mit einem Brathähnchen kreuzt

Wenn man einen Adler mit einem Brathähnchen kreuzt

Ein australischer Feuerwehrmann hat sich in einer Studie mit einem ungewöhnlichen Verhalten bei Milanen beschäftigt. Gute Beweise kann er zwar nicht vorweisen, aber die Idee, dass Milane Wildfeuer bewusst fördern, um Beute zu machen ist zumindest kreativ.
Ich bin ja sowieso überzeugt, dass Intelligenz im Tierreich sich in der Zukunft stark ausbreiten wird, weil man der menschlichen Intelligenz bei der Vernichtung anderer Spezies am besten mit gesteigerter eigener Intelligenz begegnet, wenn man vom Menschen bedroht wird.
Ich erwarte überraschend tiefgreifende Debatten mit hyperintelligenten Ratten in meinen späteren Jahren und freue mich darauf.

Rückschritt der Woche

Wer mit dem Zug nach Münster reist, den begrüßte zunächst ein richtiges Meer an abgestellten Fahrrädern. Die Fahrradhauptstadt Deutschlands zeigte ihre Visitenkarte. Nun gefällt das den Stadtoberen gar nicht, sie versuchen immer mal wieder, die Fahrräder in Münster aus dem Stadtbild zu entfernen.
Der neueste Plan ist die Entfernung von knapp 1.800 Stellplätzen für ein Bauvorhaben, bei dem der große Bahnhofsvorplatz teilweise bebaut wird. Weil Architekten im 21. Jahrhundert aus irgendeinem Grund ein ungesundes Verhältnis zu Plätzen haben.
Dass die Abstellplätze später voll kompensiert werden (können), ist überaus fraglich.
Unterdessen führt Köln Verbote für das Leihradangebot ein, das sich in der Stadt entwickelt hat. Dass dort hin und wieder Fahrräder auf den Bürgersteigen stehen, scheint ein Dorn im Auge zu sein und wird auch beständig von der Presse als „Schrottradflut“ hochstilisiert.
Vielleicht sollten die Kölner mal nach Münster… ach nee, jetzt ja dann nicht mehr.

Geheimnisverrat der Woche

Wie praktisch - Screenshot von Twitter

Wie praktisch – Screenshot von Twitter

Die Datensammelei moderner Apps ist schon praktisch. Für Werbeleute, Betrüger, Überwachungsdienste, eifersüchtige Nebenbuhler, feindliche Armeen… Moment, was?
Ja, feindliche Armeen. Denn aus den aufgezeichneten Daten joggender US-Soldaten lassen sich dank GPS-Anbindung mit hoher Genauigkeit extrem einfach die Standorte und Strukturen geheimer Militäreinrichtungen extrahieren.
Das ist schon deswegen lustig, weil GPS ursprünglich genau dafür gedacht war, dann zivilen Nutzungen geöffnet wurde und nun dank der Trotteligkeit der eigenen Soldaten sehr elegant den Kreis geschlossen hat.

Zielsetzung der Woche

Das pakistanische Ministerium für Klimawandel hat das Ziel ausgegeben, den Waldbestand in Pakistan mehr als zu verdoppeln.
Ja, Pakistan hat ein Ministerium für die Bekämpfung und Bewältigung des Klimawandels. Das liegt auch durchaus nahe, da dieses eines der in Zukunft am schwersten betroffenen Länder der Klimawandelfolgen ist. Das Land ist zu großen Teilen eine Wüste und der Erhalt fruchtbarer Bereiche genießt zwangsweise eine sehr hohe Priorität.
Derzeit sind 5% der Fläche Pakistans von Wäldern bedeckt. Der Plan des Ministeriums sieht vor, dass es in absehbarer Zukunft 12% sind. Dies sei notwendig, um den pakistanischen Anteil an den Klimazielen der UN einzuhalten.

Hochbeet der Woche

Mehr Gemüse für alle! - Bild: Baldur Gartenversand

Mehr Gemüse für alle! – Bild: Baldur Gartenversand

Okay, ja. Das Cultivita® Hochbeet ist eine ziemlich clevere Idee. Ein Hochbeet über schräge Seitenleisten mit zusätzlicher Pflanzfläche auszustatten ist ein echter Gewinn, denn dadurch erhält das Hochbeet logischerweise zusätzliche Anbaufläche zu seiner Stellfläche.
Ein Konzept, dessen sich Pflanzpyramiden und ähnliche schon lange bedienen, aber bei klassischen Hochbeeten sehe ich das das erste Mal.
Gefunden bei Baldur Garten, nachbaubar wahrscheinlich von jedem, der ein Hochbeet bauen kann, denn 159 € sind nicht wenig Asche. Wobei für den Aussenbereich durchaus fair.

Letsplay der Woche

Es gibt eine Menge videospielerischen Schrott, aber ich glaube, Inner Kung Fu Game belegt eine Art Rekord. Keine Gestaltung, das simpelste Gameplay ausserhalb des Clicker-Genres und Leute, die es tatsächlich gekauft haben.
Ich meine, ich sehe Potential für interaktive Trainingsprogramme auf Spielkonsolen. Ich habe einige Jahre eine erfolgreiche Website zum Thema Fitnesssoftware auf Spielkonsolen betrieben. Aber das hier ist einfach nur albern.
Und hochamüsant, Jim Sterling sei Dank.

Bonus

Sorry, Dio geht einfach nicht ohne diesen Song dahinterzupacken.