Nicht niedlich

Es gibt im Moment einige Themen, mit deren öffentlicher Diskussion (und insbesondere mit deren Diskussion innerhalb meiner Partei, der Grünen) erhebliche Probleme habe. Die folgenden drei habe ich in einem Beitrag zusammengefasst, da ich sie als ähnlichen Ursprungs betrachte: Emotionalisierung in Form dessen, was man manchmal als Verweichlichung bezeichnet, sprich die übermäßige Betonung von Gefühlsurteilen in Debatten, die dabei ihre sachliche Dimension praktisch vollkommen verlieren.
Es folgen meine Überlegungen zu je einer neuen, einer alten und einer ewigen Debatte. Und es wird nicht fluffig.

Jagdgesetz/Katzen
Nordrhein-Westfalen hat diese Woche ein neues Jagdgesetz erlassen. Einiges davon ist sicherlich sinnvoll. Das am stärksten in den Medien reflektierte Thema innerhalb der neuen Gesetzeslage ist, dass Jäger jetzt keine streunenden Katzen mehr schießen dürfen. Klar, Catcontent kommt immer gut, Katzen sind niedlich. Und freilaufend eine ökologische Katastrophe.
Es gibt auf der Erde genau drei Wirbeltierarten, von denen nachgewiesen ist, dass sie auch dann jagen, wenn sie nicht hungrig sind: Der Mensch, der Große Tümmler und die Hauskatze.
Dass das beim Menschen ein Problem ist, ist unbestritten. Die Delfine tun das zwar, aber eher selten. Und dann ist da die Hauskatze. Vielleicht ist es die Domestizierung (nützlich um Mäuse loszuwerden), vielleicht ist es ein Merkmal aus einer Zeit, als Katzen seltener waren, aber: Freilaufende Katzen jagen. Ständig. Alles, was ausreichend klein ist und sich bewegt.
Und da wir Menschen sie gerne und beständig füttern, können sie auch unabhängig von der in der jeweiligen Umgebung vorhandenen Beute ständig weiterjagen, Nahrung ist ihnen bei ihren Menschen sicher. Und so kann sich kein ökologisches Gleichgewicht einstellen. Hauskatzen können ihre Beutetiere ohne irgendwelche negativen Folgen für sich selber bis zur Ausrottung jagen.
Klar, diese Beutetiere sind kein jagdbares Wild, denn zumindest in Deutschland ist es unüblich, Singvögeln und Nagetieren als solchem nachzustellen. Aber Jagd hat auch den Auftrag, die vom Menschen verursachten Störungen im ökologischen Gleichgewicht auszugleichen. Dass viele Jäger diesem Anspruch nicht genügen ändert nichts an der Tatsache, dass dies eine Funktion von Jagd ist.
Aber Katzen schießen ist böse. Weil die doch so niedlich sind.

Tierversuche
Hier ist eine Diskussion, die ich absolut faszinierend finde. Es ist fraglos richtig, dass so mancher Tierversuch überflüssig ist, weil er nicht dazu dient, (menschliche) Leben zu retten, sondern allein der menschlichen Eitelkeit in Form von Kosmetika und ähnlichem dient. Aber es gibt eben auch solche, für die es keine Alternative gibt und bei denen es um Menschenleben geht. Für diese muss man dann fragen: Was ist die Alternative?
Gern genannt werden dann Ansätze, menschliche Körper zu simulieren, ob jetzt virtuell oder in Zellkulturen. Dabei ist absolut faszinierend, manche Ansichten derer zu vergleichen, die solches vorschlagen.
Oft erzählt mir der selbe Mensch im einen Kontext (zB Alternativmedizin), die „Schulmedizin“ wüsste ja kaum etwas darüber, wie menschliche Körper funktionieren — und im anderen Kontext, dass ebendiese Schulmedizin genug über den menschlichen Körper wüsste, um die Reaktionen des menschlichen Körpers auf ein neues Medikament simulieren könnten.
Tatsache ist: Das tut sie nicht. Und da man zum einen nicht einfach so an Menschen experimentieren kann, zum anderen die Simulationen eben nicht gut genug sind, um verlässliche Ergebnisse zu liefern, braucht es als Zwischenschritt zwischen Simulation und Mensch Tierversuche. Und danach übrigens auch Menschenversuche. Es geht nicht anders.
Selbst wenn die Simulationen so gut wären, wie die Tierversuchsgegner glauben, müssten wir immer noch überprüfen, ob sie wirklich so gut sind. Wir wissen inzwischen viel über den menschlichen Körper, aber bei weitem nicht genug, um ihn mal eben so zu simulieren Jedenfalls nicht ohne einen kompletten künstlichen Menschen zu erzeugen, der so umfassend simuliert wäre, dass er eine vollwertige Person ist (denn auch psychische Auswirkungen von Mitteln müssen getestet werden).
Und darüber würde sich wohl keiner beschweren, wären unsere Testorganismen Kakerlaken. Leider brauchen wir aber Warmblüter mit halbwegs vergleichbaren Organen und eisenbasiertem Blut als absolutes Mindestmaß an Vergleichbarkeit. Also Ratten. Aber Ratten sind niedlich und deswegen haben wir Tierversuchsgegner.

Pazifismus/Kobane
Wo wir grade bei Menschenleben waren. da ist ja noch die Sache mit Kurdistan, ISIS/ISIL/IS und dem Pazifismus. Ohje.
Fangen wir mal so an: Ich halte den Pazifismus für eine gute Idee. Genauer, ich halte es für erstrebenswert, eine Welt formen zu helfen, in der Pazifismus zum allgemeinen Wertekanon gehört. Ich halte es für richtig und ethisch geboten, eine Welt aufzubauen, in der Pazifismus möglich ist. Doch noch leben wir in keiner solchen Welt. Unsere Welt hat Aspekte davon, viele Konflikte sind gewaltfrei lösbar, viele Gegenden sind in friedlicher Koexistenz verbunden und verflochten.
Der Kampf gegen den IS in Kurdistan gehören nicht dazu.
Gut für den Pazifismus ist: In den meisten Konflikten will keine der beteiligten Parteien einen Krieg. Der Krieg ist nur ein Mittel, etwas zu erreichen; manchmal ist er auch so etwas wie eine Naturkatastrophe, die niemand wollte, aber die sich aus der schwer kontrollierbaren Verstrickung von Umständen, Handlungen und Motivationen ergibt. In solchen Fällen wollen alle Beteiligten Frieden und dann haben pazifistische Ansätze Aussicht auf Erfolg und vor allem das Potenzial, eine Region langfristig zu stabilisieren und weitere Kriege zu verhindern.
Weil dies eine gute Vision ist, halte ich mich aus vielen Krisen im Diskurs heraus. Die kleinen Querelen unter Nationen schrumpfen ins Bedeutungslose, wenn es andernorts darum geht, friedliche Lösungen für die ganze Welt zu finden und zukünftige Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Doch hin und wieder erscheint auf der Bühne der Weltgeschichte eine Gruppe, die einen Krieg will, deren Ideologie den Krieg zum notwendigen oder sogar guten Weg erklärt, die glaubt, mit Krieg die Welt bessern zu können. Es sind etwa zwei oder drei Gruppen in jedem Jahrhundert. Die Kreuzzüge, die Nazis und die Rote Khmer mögen hier exemplarisch stehen, auch IS gehört offenbar in diese Kategorie.
Wer diesen Gruppen mit pazifistischen Methoden entgegentritt, legt allem Anschein nach nicht viel Wert auf seinen Kopf (im Falle von IS wortwörtlich). Selbst aus Sicht des Pazifismus: Was bitte ist denn gewonnen, wenn die Opfer den Kriegstreibern Platz machen, wenn ihnen die Fähigkeit zur Verteidigung durch Verweigerung von Waffenlieferungen und direkter Hilfe genommen wird? Hält man Bellizisten nicht auf, marschieren sie weiter, bis es keinen Raum mehr gibt, in dem sie marschieren könnten oder bis ihnen endlich jemand Widerstand leistet.
Ich dachte eigentlich, grade die Deutschen hätten das gelernt.

Genauso wie es keine Toleranz den Intoleranten gibt, kann es auch keinen Frieden für Bellizisten geben.
Nein, ich bin kein Pazifist. Aber ich würde gerne in einer Welt leben, in der ich einer sein könnte, ohne meine Integrität aufzugeben. Ohne dafür das Leid derer ignorieren zu müssen, die brutale Regimes und Kriegstreiber erdulden müssen. Nur leider ist dies keine solche Welt. Aber das zu erkennen, das ist nicht niedlich.


Khamel und wie Gladbach Kalmrill wurde

Während ich andernorts ein paar Probleme mit BoD habe, hatte ich ja noch einen Artikel zu Khamel zugesagt und dazu, wie Mönchengladbach mit Kalmrill zu einem Fantasy-Gegenstück gekommen ist. Hier isser:

Khamel

Wahrscheinlich die biblischste Geschichte die ich je geschrieben habe. Khamel folgt in 1.400 Wörtern (ich fasse mich ungern unnötig lang) der Hexe Larina, die ein Jahr zuvor ihren Assistenten Khamel durch ein Nadelöhr geschickt hat und ihn jetzt zurückholen will, um ihr Kunststück abzuschließen. Zugleich beendet sie damit ihre Ausbildung zur Hexe des höchsten Ranges, einer berühmten Hexe.
Die Idee geht zurück auf den Scherz eines US-Komikers (ich weiss leider nicht mehr, welcher), der meinte, Kreationisten wären Menschen, die keine Metaphern verstehen und deshalb beim Gleichnis vom Kamel und dem Nadelöhr an ein reales Ereignis mit einem Nähwerkzeug und einem sehr unglücklichen Paarhufer denken.
Ich fügte dem Kamel ein H hinzu und kam so auf einen real existierenden arabischen Männernamen, einfach weil man auch in meinen Fantasy-Geschichten mit Kamelen nicht sprechen kann. Ich wählte ein Zauberstück als passenden Kontext für ein Szenario, in dem es Sinn machen würde, durch ein Nadelöhr gehen zu wollen. Und so kam Larina hinzu, deren Name ein reines Fantasieprodukt ist.
Sie begegnet nun den Hoffnungen, die ihre Taten in den Bewohnern des recht unbedeutenden Städtchens Kalmrill aufkeimen lassen, bevor sie schließlich bereit ist, ihr Werk zu vollenden.

Kalmrill

Eines vorab: Dass Kalmrill und Khamel sich lautlich so ähnlich sind, ist ein absoluter Zufall. Es fiel mir überhaupt erst auf, als ich die deutsche Übersetzung von Khamel anfertigte. Aber wie kam es nun zu Kalmrill?
Khamel sollte ursprünglich in einer beliebigen Fantasy-Stadt spielen. Doch da spielte mir mein Unterbewusstsein einen Streich. Es gehörte zur Geschichte, dass Larina die Stadt durch ein Tor betrat und sich zum Marktplatz begab. Mein Geist war so tückisch, mir in diesem Moment ein Bild der Weiherstraße in Mönchengladbach zu liefern, mitsamt dem einst dort vorhandenen Stadttor.
Von da an war es logisch: Mönchengladbach war mit seinem historischen Aufbau im Bereich innerhalb der einstigen Stadtmauer nahezu perfekt — ein klar definiertes Stadtgebiet, Rathaus und Münster direkt am Tor zwischen Mauer und Marktplatz und ein Marktplatz mittig auf der Hügelkuppe. So wurde Mönchengladbach der Ort meiner Geschichte.
Es passte gut — die Geschichte sollte ohnehin in einer Welt spielen, welche die unsere ist, nur ergänzt darum, dass fast alle Mythen und Legenden unserer Welt wahr sind, insbesondere die lokalen. Wo wir Geldern finden, gibt es dort den Sumpf des Drachen Gelre. Auf den Dächern von Paris leben Gargoyles, die amerikanische Prärie wird von den mythischen Bestien der Indianerlegenden bewohnt, all sowas.
Nun schrieb ich die Geschichte in Englisch und „Gladbach“ ist in Englisch kein guter Name. Klingt auch nicht gut: Glädbätsch. Also musste ein guter englischer Name her. Mein alter Scherzname Friar’s Even Creek war das auch eher nicht.
Aber dann ging ich andere Übersetzungen für „glatt“ durch und kam recht schnell auf „calm“, also ruhig, jener Aspekt des zentralen Baches, der ihm den Namen des glatten Baches gegeben hatte. Ein Thesaurus brachte mich auf das seltene Synonym „rill“ für „creek“, das englische Geschwister unserer deutschen Rille. Calmrill. Ja, das funktionierte, Calmrill. So könnte gut ein Ort im Auenland heissen.
Bei der Übersetzung ins Deutsche beschloss ich, den Namen eingedeutscht beizubehalten und nicht zu Gladbach zurück zu übersetzen. Und so kam das Fantasy-Gegenstück von Gladbach zum Namen Kalmrill.

Kommerz

Newsletter-Empfänger durften bereits gestern in den Genuss der Geschichte kommen, alle anderen können sie im Laufe der Woche in allen wichtigen eBook-Shops für 0,49 € erwerben, je nachdem, wie schnell diese die Veröffentlichung aufnehmen. Sie wird ausserdem über readfy und Skoobe zum Ausleihen bereit stehen.


eBook-Umstelleritis

Nachtrag Die Gratis-Aktion ist nicht möglich, da es technische Probleme mit BoD (der selbe Drecks-Editor wie bei Neobooks, fertig hochgeladene ePubs werden von diesem hier sogar kurzerhand zurechtgestutzt) gab und ich auf Xinxii ausweichen musste, die diese Möglichkeit nicht bieten./Nachtrag

Die nächsten Tage wird es ein paar Veränderungen bei meinen eBooks geben. Links verändern sich, Bücher werden kurze Zeit nicht mehr lieferbar sein und danach an neuen Stellen auftauchen. Hier ist eine Übersicht, was passiert, warum und was das für die Leser bedeutet. Und wieso ich nächste Woche drei eBooks verschenke.

Stand der Dinge

Beinahe vier Jahre ist es nun her, dass ich mein erstes eBook bei Amazon zum Verkauf gestellt habe. Das war am 17. November 2011. Im Internet eine Ewigkeit, in der sich entsprechend viel verändert.
Damals war Amazon meine erste und einfachste Plattform – die Dateien waren leicht zu erstellen und da sie aus html bestanden, bis zum letzten Punkt kontrollierbar ohne dass die Ergebnisse zu rigide wurden. Das Mobi-Format war großartig, ePub erschien mir zu überladen und zu uneinheitlich. Zwar war es immer der Plan, später auch auf anderen Plattformen zu veröffentlichen, aber Amazon hatte Priorität.
Doch der Markt wuchs ständig und bald wollten auch andere Stücke vom Kuchen – vor allem in Deutschland entwickelte sich mit Tolino ein echter Konkurrent. Wer in Deutschland am Markt bestehen will, muss heute auf beiden Plattformen sein: Tolino und Kindle. Ein paar andere wie Google Play und iBooks schaden auch nicht. Doch das war nicht unbedingt einfach, es gab keinen direkten Einstieg wie bei Amazon mit seinem Kindle Direct, man musste als Selbstverleger über Dritte gehen.
Dazu kommt ein neues Problem: De facto erfolgt für europäische Selbstverleger eine heftige Mehrwertsteuererhöhung für über Amazon und iBooks verkaufte eBooks, von 3% auf 19%. Die eBooks mit einem Preis ab 2,99 € können das ab, aber bei denen darunter ist das wegen der ohnehin geringeren Tantiemen (nur 35% statt 70% vom Nettopreis) ein empfindlicher Einbruch. Und viele meiner Bücher, darunter die Meilensteine der Evolution als mit Abstand erfolgreichstes Produkt fallen in diese Preisklasse. Durch den vertrieb über einen Dienstleister kann ich diesen Effekt mildern, ohne die Preise anzuheben (für die Meilensteine etwa von 1,49 € auf 1,99 €).
Ich habe in letzter Zeit mit Methoden experimentiert, meine eBooks auf anderen Plattformen unterzubringen. Und jetzt endlich habe ich ein Modell dafür, wie ich meine Distributoren nutze. Das muss ich jetzt umsetzen:

Deutsche eBooks unter 2,99 €: BoD
Deutsche eBooks über 2,99 €: Amazon KDP + Xinxii
Englische eBooks: KDP + Draft2Digital
Papierbücher: epubli oder BoD, je nachdem welcher für das jeweilige Projekt günstiger ist

Was sich ändert

Von den Änderungen sind die folgenden Bücher betroffen:
Meilensteine der Evolution – alle Bände: Diese sind bisher bei Amazon KDP gelistet und werden in Zukunft zu BoD übergehen. ich kann aus vertraglichen Gründen nicht gleichzeitig über BoD und direkt über Amazon an Amazon liefern, weswegen ich den Vertrieb entsprechend umstellen muss.
Die Meilensteine werden weiter bei Amazon erhältlich sein, aber für etwa einen Tag werden sie aus dem Shop verschwinden, um später mit neuer ASIN (und somit unter neuen Links) wieder aufzutauchen. In den folgenden Tagen werden sie bei weiteren Shops auftauchen, darunter iBooks und die Shops der Tolino-Allianz (u.a. Thalia, Weltbild, lokaler Buchhandel) sowie bei den Leihdiensten Skoobe und readfy.
Das bedeutet leider auch, dass bisherige Amazon-Käufer zukünftige Aktualisierungen der Reihe nicht mehr erhalten werden. Um das auszugleichen (und zugegebenermaßen auch als Werbeaktion) werden die drei bisher erschienenen Bände der Reihe bis einschließlich Mittwoch gratis verfügbar sein. Je nachdem, wie schnell BoD die Änderungen danach durchführt evtl. auch bis Donnerstag, aber darauf würde ich mich als Leser nicht verlassen ;-)
Das gilt für alle Shops, welche die Bücher der Reihe bis dahin in ihr Sortiment aufgenommen haben. Danach gehen die Bücher dauerhaft auf die gewohnten 1,49 € Verkaufspreis.

Unter Wittgensteins Löwen: Das Schicksal der Löwen ist weniger radikal. Bei Amazon ändert sich gar nichts, nur die übrigen Shops werden einen kleinen Schluckauf bekommen, während ich den Vertrieb der ePub-Version von Neobooks zu Xinxii übertrage. Damit habe ich auch die Möglichkeit, die ePub gestalterisch meinen relativ hohen Ansprüchen an die Kindle-Version anzupassen, so dass beide Versionen in Zukunft absolut gleichwertig sind. Der für mich überraschend lästig aufgebaute Editor von Neobooks hatte mir da übel mitgespielt.

Die Zukunft

Ein Mal umgesetzt sollte danach wieder alles glatt laufen.
Seit mittlerweile drei Monaten bin ich mit meiner Produktivität sehr zufrieden. Die deutsche Übersetzung von Khamel ist fertig, aber ich musste nachträglich noch ein paar Tippfehler bereinigen (Newsletter-Empfänger haben die Geschichte heute in fertig korrigierter Form als Bonus erhalten). Bei einer Geschichte von nur 1.400 Wörtern sehr unangenehm, sowas übersehen zu haben. Da ich wieder neue Ideen habe, werden zudem die Meilensteine nicht so schnell enden.
Ansonsten habe ich für die Zukunft noch ein paar Überraschungen im Ärmel, die aber dann inhaltlicher Art und garantiert nicht so lästig wie die Vertriebsumstellung.
Und morgen erzähle ich euch dann von Khamel, der Stadt Kalmrill und wie Mönchengladbach ein Fantasy-Gegenstück bekam.


Dino-Dienstag 11

Eine Woche übersprungen, aber jetzt wieder da: Der Dino-Dienstag.

Mick Jaggers Nilpferd
Mick Jagger kommt die große Ehre zuteil, ein Nilpferd nach sich benannt zu haben. Ein prähistorisches natürlich. Glückwunsch!
Jaggermeryx naida ist ein Nilpferd, das vor 19 Millionen Jahren in Afrika lebte. Löcher in seinem Schädel deuten auf Nerven hin, die sehr sensible und wahrscheinlich bewegliche Lippen versorgten. Die Benennung nach dem Rolling-Stones-Sänger erfolgte aufgrund dieser vergrößerten Lippen. Und als wäre das noch nicht großartig genug, haben die Entdecker anfangs einen zweiten Star als Namensgeber diskutiert – Angelina Jolie. Entdeckeirn Ellen Miller blieb aber standhaft bei Jagger. Vermutlich, weil es nur für diesen Namen ein geeignetes Lied zum Feiern der Entdeckung gab. Die Urzeitbücher werden so oder so in hundert Jahren viel Arbeit haben, das zu erklären.

Nachtrag zu Dreadnoughtus
Ich fand den Namen Dreadnoughtus für einen neuen Titanosaurier vor ein paar Wochen ja furchtbar. Ich finde ihn immer noch furchtbar, weil es gar nicht möglich ist, ihn auch nur halbwegs unfallfrei auszusprechen, wenn man kein Englisch spricht. Das sollte den Namen nach den in der Taxonomie üblichen Regeln eigentlich ungültig machen.
Der Bostin Globe findet den Namen zwar „awesome“, hat sich aber immerhin des Themas angenommen, woher solche Namen kommen und fängt in seinem Artikel mit dem guten alten T. rex an, einem Namen, der durchaus kalkuliert so populär geworden ist, wie er nun einmal geworden ist.

Ziapelta sanjuanensis, Bild: © Sydney Mohr

Ziapelta
Und wieder ein neuer Dinosaurier. Da gibt es zur Zeit wohl irgendwo ein Nest von.
Ziapelta sanjuanensis ist ein Ankylosaurier aus New Mexico, der dort vor 72-74 Millionen Jahren lebte. Die Ankylosaurier sind schwer gepanzerte Dinosaurier mit einer Schwanzkeule. Auffällig an Ziapelta sidn besonders schwere Stacheln über dem Hals. Er gehört zu den am schwersten gepanzerten Vertretern seiner Familie.

Der Meteorit und die moderne Pflanzenwelt
Vor 64 Millionen Jahren starben mit den Dinosauriern zahlreiche andere Lebewesen aus. Wie so oft gerne übersehen wird die Veränderung, die in der Pflanzenwelt geschah. Neue Forschung zeigt nun, dass wir dem damaligen Massensterben auch zu verdanken haben, dass es heute so viele Pflanzen gibt, die ihre Blätter abwerfen – also auch die Dominanz der Laubbäume.
Laubbäume erschienen bereits zu Zeiten der Dinosaurier – Ginkgo, Magnolien und Eichen waren für diese Tiere keine Unbekannten. Sie waren aber nicht die vorherrschenden Bäume der Wälder, wie sie es heute in großen Teilen der Welt sind. Das geschah, weil die Laubbäume durch ihr schnelleres Wachstum und die Strategie, im Winter Energie zu sparen offenbar besser für die Welt nach dem Meteoriteneinschlag geeignet waren, in der aufgewirbelte Asche und andere Folgen des Einschlages das Klima auf Jahre hinaus veränderten.
Das Gelb und Rot, welches die Wälder derzeit wieder übernimmt ist also ein direktes Zeugnis vom Ende der Dinosaurier.


Neues eBook „Unter Wittgensteins Löwen“ – und ein Fisch

Und dabei bin ich doch Steinbock

Unter Wittgensteins Löwen ist fertig, das Buch über mein Verhältnis zur Religion als Nichtgläubiger. Es enthält den wichtigsten Fisch meines Lebens (siehe links), einen frechener Vogel in der eickener Fußgängerzone und natürlich Löwen. Ausserdem Anita Sarkeesian, Immanuel Kant und ein bisschen auch Ludwig Wittgenstein. Karlheinz Deschner in einem Nebensatz. Das nenn ich mal ein Crossover!
Daneben war es auch mein erster Gehversuch mit Neobooks und sagen wir mal so: Ich werde in Zukunft noch andere Optionen ausprobieren, eBooks bei den Tolino-Händlern ins Programm zu bringen.
Doch eins nach dem anderen.

Buchlinks
Beginnen wir mit dem Kommerz für alle, die diesen aller Voraussicht nach ziemlich langen Beitrag nicht komplett durchlesen wollen. Unter Wittgensteins Löwen ist ab sofort erhältlich bei Amazon (Kindle) und Neobooks (ePub, PDF), weitere Händler folgen in den nächsten Tagen über Neobooks‘ Netzwerk, darunter auch die Tolino-Händler. Preis: 2,99 €. Eine Papierversion folgt im Oktober.

Von Facebook zum eBook
Dieses Buch geht auf Diskussionen um das Thema Religion und Glauben zurück, die im Juni/Juli dieses Jahres an mehreren Stellen und angeregt durch verschiedene Beiträge auf Facebook statt fanden. Es ist schwierig, alte Facebook-Einträge wiederzufinden, deshalb versuche ich es erst gar nicht; das ist einer der Gründe, warum ich Facebook nicht als Blog-Plattform nutze. Den damaligen Mitdiskutanten von der „Gegenseite“ habe ich im Buch eine Danksagung zukommen lassen: Wilbert Schiffeler, Martin Püschel, Peter Beckers.
Manch einer mag sich an meinen damaligen Blogbeitrag zum Thema erinnern, in dem erstmals der Bezug zu Wittgensteins Zitat aufschien, das mir damals schon für meine Verwirrung der Religion gegenüber so perfekt erschien: Leben mit Wittgensteins Löwen oder: Religion und ich

Wenn der Löwe sprechen könnte, wir könnten ihn nicht verstehen
– Ludwig Wittgenstein

Vieles blieb damals offen, weil es nicht zum Kernthema des Beitrages gehörte oder weil ich einige Dinge nicht kannte – etwa eine reihe von nicht-personellen Gottesvorstellungen oder auch den christlichen Atheismus. Das Buch füllt viele dieser Lücken und geht in deutlich fundamentalere Kritik der Prämissen hinter religiösen Vorstellungen und Argumenten gegen den Unglauben oder Atheismus. Das hat natürlich auch zu neuer Beschäftigung mit dem Thema geführt. Und damit nicht eben zu einer Besänftigung meiner Empfindungen der Religion gegenüber.
Meine Grundauffassung ist, dass jeder Mensch jede Freiheit genießen soll, die nicht die Freiheit anderer Menschen übermäßig einschränkt. Die unmittelbare Folgerung daraus wäre Ignostizismus oder Apatheismus, Positionen, die daraus bestehen, die Religionen einfach zu ignorieren und sich nicht weiter mit ihnen zu beschäftigen. Sollen die Gläubigen doch glauben, was sie wollen, was geht das mich an. Doch diese Position ist zum Ende durchdacht nicht haltbar, wenn sie nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Der damalige Schluss, dass Neutralität in der Frage der Religion kein gangbarer Weg sei, so lange sich die Religiösen ständig in die Belange der Gesamtbevölkerung einschließlich ihrer anders- und nichtreligiösen Mitglieder einmischen, hat sich in der Zwischenzeit nur noch bestärkt.
In anderen Kontexten bringt man das auf die Formel „Keine Toleranz der Intoleranz“.
Es gibt dabei ein paar Kollateralschäden, die sich erst in längerer Form herausarbeiten lassen. Die Idee von den Lehren der Geschichte erhält in einem Kapitel zu den Verdiensten (und Untaten) im Namen des Christentums Schlagseite. Dem Begriff der Seele ergeht es noch deutlich schlechter. Und die Unterteilung in gute Gläubige und böse Extremisten wird auch gut durchgegrillt.
Dabei ist es eigentlich ein relativ dünnes Buch, problemlos an einem Nachmittag durchlesbar. Ich mag es halt nicht, Themen ohne triftigen Grund ewig in die Länge zu ziehen. Einige Themen erschienen mir auch nicht wichtig genug, ihnen ein Kapitel zu widmen, etwa das Argument, am Christentum müsse doch etwas dran sein, wenn es so viele Anhänger hat. Ja klar, und Justin Bieber muss einer der größten Musiker der Welt sein, seht nur seine Follower-Zahlen! Wenn die Fragen oft genug kommen, gibt es vielleicht eine Fortsetzung oder erweiterte Neuauflage.

Der wichtigste Fisch meines Lebens
Das Buch enthält — abgesehen vom Titelbild — genau eine Abbildung, den ganz oben in diesem Beitrag gezeigten Quastenflosser. Ich habe ihn in den letzten Tagen und auch im Buch als den wichtigsten Fisch meines Lebens bezeichnet. Und nun zur Geschichte hinter diesem Fisch, die sich natürlich auch im Buch findet, gleich im ersten Kapitel nach dem Vorwort.
Es begab sich einst, dass ich ein Kindergartenkind war. Das war Ende der 80er, wenn mich nicht alles täuscht 1986–1988. Dort fand ich neben vielen anderen Dingen eine Art von Spielzeug, die etwas mir völlig fremdes und faszinierendes zeigte: Eine Serie von Stempeln mit Tieren der Urzeit. Sie beruhte auf den immer wieder aufgelegten Bildern von Zdeněk Burian und hatte bei der Umsetzung in die einfarbige Welt der Kinderstempel wenig von deren eindrucksvoller Wirkung verloren.
Der Eusthenopteron war es, der mir davon am stärksten in Erinnerung geblieben ist und so wurde er der Quell meiner lebenslangen Faszination für das Leben der Urzeit, für die sich ständig verändernde Welt und für die unerforschte Umwelt ausserhalb des Lebensbereichs der Menschheit. Es weitete sich bald aus zu einer Faszination für exotische Tiere an sich und bald auch zurück auf heimische Tiere — mein Weg zum Interesse am damals aufblühenden Thema Umweltschutz war geebnet.
Und eben über die Evolution auch jener in den Atheismus. Der Fisch passte nicht zu dem, was die Lehrer mir später in Reli erzählen wollten. Eusthenopteron sowie meine zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandenes Wissen, dass Märchen und Fernsehsendungen nur erfundene Geschichten waren, ließen mich die Geschichten der Christen sofort in die selbe Welt der Märchen und Legenden einordnen. Ich kannte Eusthenopteron, ich hatte von einigen anderen Wesen der Urzeit wie dem Neandertaler sogar Knochen gesehen (damals noch im wunderbar provinziellen Fuhlrott-Museum in einem Fachwerkhaus im Wald). Vom Christentum dagegen war ich bis zu meiner Schulzeit weitgehend unbeleckt.

Mein erstes eBook über die Evolution hatte selbstverständlich Quastenflosser

Auch wenn der Fisch meinen Atheismus sicher nicht allein verursacht hat, er markiert doch einen wichtigen Punkt in dieser Entwicklung. Es war eine nicht so abwegige Entwicklung, die Welt als ständigem Wandel unterworfen und eben nicht fertig geschaffen zu betrachten, wenn die Welt sich doch in genau dieser Zeit völlig veränderte. Erst verschwand die DDR, dann die Schallplatte, dann die Schreibmaschine und viele Kleinigkeiten. 1993 kam Jurassic Park auf einer nie dagewesenen Welle popkultureller Präsenz für die Dinosaurier, die sich bereits Ende der 80er aufzubauen begonnen hatte und die mich mit voller Breitseite traf. Eine Welle mit Fischbestand.
Und ich habe ihn noch. Ich weiss nicht mehr, ob mein Fisch der aus dem Kindergarten war oder ob ich ihn später kaufte. Einige dieser Stempel hatte ich gekauft, bei Spielwaren Gerads am Harmonieplatz in Rheydt, ich glaube, sie hatten damals eine DMark gekostet. Auf jeden Fall wusste ich beim Schreiben des Buches noch, dass ich ihn in irgendeine Kiste voller Spielzeugdinosaurier gepackt hatte.
Also habe ich für dieses Buch die alten Spielzeugkisten hervorgekramt, mich durch Schichten von Dinosauriern (und gelegentlich mal einem Matchbox-Auto und jeder Menge Lego) gegraben und mir dabei nur deshalb keine Staublunge eingefangen, weil der Staub so dick war, dass er sich nicht mehr ohne Absicht aufwirbeln ließ. In der vorletzten Kiste fand ich sie dann, fünf Stempel: Brontosaurus, Pteranodon, Eryops, Irischer Elch und eben Eusthenopteron.
Dieses Buch war in meinen Augen nicht komplett ohne meinen Fisch. Und so borgte ich mir im Grünen Büro ein Stempelkissen (mein eigenes war knochentrocken), stempelte Eusthenopterons auf ein Blatt Papier, kämpfte mit einem vor Jahren aus dem Schrott gezogenen halb defekten Scanner, den ich noch nie installiert geschweige denn verwendet hatte (sonst hätte ich gewusst, dass er halb defekt war).
Ich schnitt den besten Abdruck aus, konvertierte das ursprünglich blaue Bild in schwarz-weiss, um es auch in der Papierausgabe ohne zusätzliche Kosten nutzen zu können und setzte ihn als finales Stückchen in den Code der Buchdatei ein.

Neobooks
Und nun zu etwas völlig anderem: Erneut habe ich mit einem eBook ein Experiment gewagt, dieses Mal war es der Versuch, das eBook auf dem deutschen Markt auch als ePub herauszubringen. ePub ist das Format, das die meisten eBook-Reader lesen können, auf denen nicht „Kindle“ steht. Dafür entschied ich mich wegen der guten Konditionen und des großen Vertriebsnetzes für Neobooks.
Ich muss sagen, ich bin nicht begeistert. Neobooks nimmt keine fertigen ePub-Dateien, sondern verlangt explizit eine DOC- oder DOCX-Datei, also Word. Das allein wäre nur leicht lästig, leider akzeptiert Neobooks aber allem Anschein nach auch keine Word-Dateien, die von LibreOffice erzeugt wurden, wenigstens keine halbwegs komplexen. Ärger, den man sich hätte sparen, wenn man eben einfach fertige ePubs einschicken könnte.
Also musste der Online-Editor die Arbeit übernehmen. Glücklicherweise war das Buch schon geschrieben, doch was war das — ich kann bei Neobooks nur in Kapiteln schreiben? Alles, was vor dem Inhaltsverzeichnis kommt, ließ sich nicht eigenständig erstellen? Und auch nur mit eingeschränkten Layout-Fähigkeiten, zum Beispiel ohne die Möglichkeit eines Seitenumbruchs innerhalb eines Kapitels, wie er in meinen Meilensteinen der Evolution ständig und in Unter Wittgensteins Löwen immerhin noch ein Mal vorkommt?
Hrmph.
Am Ende bastelte ich eine gut lesbare ePub-Version zusammen, die ich guten Gewissens so verkaufen kann, aber dennoch muss ich sagen: Die Kindle-Version ist in der Gestaltung deutlich besser und wer die Wahl, dem empfehle ich diese, der Preis ist ja mit 2,99 € identisch.
Neobooks nehme ich nicht wieder und werde statt dessen für die ePub-Ausgaben der Meilensteine der Evolution Xinxii ausprobieren.

Und was kommt jetzt?
Ich habe noch mein eBooks für die 8-Hour-Fiction-Challenge September 2014 fertigzustellen und werde somit übers Wochenende ins Englische wechseln, wo die Kurzgeschichte Khamel in einem Fantasy-Gegenstück zu Mönchengladbach namens Calmrill/Kalmrill wartet. Die Geschichte werde ich später mit Sicherheit auch noch ins Deutsche übersetzen.
Danach folgt Zackigen Zahnes und nach dessen Fertigstellung Anfang Oktober werde ich mich um die ePub-Versionen der bisherigen Bände der Meilensteine sowie um die Papierversion von Wittgensteins Löwen kümmern. Ob die Meilensteine dann auch Papierversionen erhalten, überlege ich noch, Versionen mit farbigen Illustrationen sind aber im Moment im Selbstverlag auf jeden Fall noch zu teuer.


Dino-Dienstag 10

Es war eine geschäftige Woche in der Paläontologie, vor allem bei den Dinosauriern. Der neue Spinosaurus wurde enthüllt und er ist ähnlich seltsam, wie einige erwartet hatten. Dazu noch ein paar neue Arten und eine etwas spontane Veröffentlichung in diesem Feld von mir.

Spinosaurus als Wassertier

Neu rekonstruierter Spinosaurus schwimmend, Bild: Davide Bonadonna


Plattte Füße, wahrscheinlich mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen, die an kurzen Beinen (für einen Raubsaurier) sitzen. Ein krokodilartiger Kopf mit Raum für Sinnesorgane, mit denen das Tier Veränderungen im Wasserdruck wahrnehmen konnte. Spinosaurus aegypticus war ein seltsamer Dinosaurier.
Die Idee, dass die Spinosauriden wenigstens teilweise im Wasser lebten, hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre nach und nach entwickelt, immer mehr Hinweise auf eine solche Lebensweise tauchten auf. Nun endlich gibt es neue Überreste von Spinosaurus aegypticus, dessen ursprünglich 1912 gefundene Überreste in München den Bomben des 2. Weltkriegs zum Opfer fielen und von dem daher nur extrem veraltete Informationen sowie zeichnungen und Fotos einiger Knochen existierten.
Die neuen Überreste erlaubten eine neue Rekonstruktion des Tiers und es stellt sich heraus, dass es sich allem Anschein nach um ein Wassertier handelte. Der einzige bekannte Dinosaurier, der hauptsächlich im Wasser lebte — die zeitgleich mit den Dinosauriern lebenden so genannten Wassersaurier waren Reptilien verschiedenster Art.

Im Zusammenhang mit dieser Entdeckung habe ich mich auch kurzfristig entschieden, eine alte Idee von mir endlich auszuformulieren und als eBook herauszubringen. Es geht darum, dass Spinosaurus und seine Verwandten (wie Baryonyx) ihre großen Klauen an den Daumen nicht zum Fischen oder Kämpfen verwendeten, sondern zur Fortbewegung, indem sie sich an ihnen als Anker durchs Wasser zogen. Wie genau es dazu kam, lässt sich, da es eine englischsprachige Veröffentlichung ist, im englischsprachigen Blog nachlesen.
Es ist wahrscheinlich keine gute Idee, ein so komplett aus der Art schlagendes eBook rauszubringen (vor allem bei einem so kleinen bereits vorhandenen Angebot), aber damit ist das nun raus, weil der Zeitpunkt günstig war.
Ich habe nicht die Möglichkeiten oder die Kenntnisse in vergleichender Anatomie, hier eine vollständige Forschung vorzulegen, alos dachte ich, ich werf meine Idee mal aus und schaue, ob jemand, der dies kann, daran Interesse findet.

Noch ein neuer Titanosaurier
Tansania bekommt unterdessen den zweiten neuen Titanosaurier dieses Jahr nach Dreadnoughtus: Rukwatitan bisepultus lebte dort vor etwa 100 Millionen Jahren.

Avatar-Flugsaurier

Ikrandraco avatar, Bild: Chuang Zhao


Die Pterosaurier begrüßen als Neuling in ihren Reihen Ikrandraco avatar, der vor 120 Millionen Jahren durch die Lüfte Chinas flog.
Ikran sind die Flugtiere aus dem Film Avatar und wie diese hatte Ikrandraco einen Kamm auf der Unterseite des Schnabels, weshalb es diesen Namen erhielt. Ausserdem vermuten die Forscher, dass eine Art Haken hinten im Schnabel die Befestigung für einen Kehlbeutel war, der jenen der Pelikane ähnelte. Es ist möglich, dass der seltsame Kamm das Tier in die Lage versetzte, aus dem Flug Beute im Wasser zu fangen, indem es die damit Wasseroberfläche durchschnitt. Die Forscher wollen das nun testen.

Gepanzerte Hadrosaurier
Schon eine ganze Weile war Forschern aufgefallen, dass Hadrosaurier (die so genannten Entenschnäbel) deutlich häufiger Abdrücke von Haut zeigen als alle anderen Arten von Dinosauriern. Forsche rin Yale haben jetzt untersucht, wie viel häufiger und es stellt sich heraus, dass die Haut von Hadrosauriern 31-mal so häufig erhalten bleibt wie bei anderen Dinosauriern.
Warum das so ist, ist noch nicht klar, nur eines: Irgendetwas war anders an Hadrosauriern-Häuten.

Und noch ein Delfin
Ein kleinerer Neuzugang bleibt ausserhalb der Welt der Dinosaurier anzumerken: Huaridelphis raimondii, ein vor 16 Millionen Jahren vor der Küste von Peru lebender Verwandter der heutigen Flussdelfine, der anders als seine heutigen Verwandten noch im Meer lebte.


Run for Cover 1

Ich grab dann mal nach dem Dino-Dienstag eine zweite alte Serie in diesem Blog aus, die Cover des Monats. Mit einem Unterschied: Statt den 10 besten Covern, die ich vergangenen Monat gesehen habe, stelle ich mir jetzt (mehr oder weniger) wöchentlich eine Reihe von eBook-Covern vor, die mir aufgefallen sind, egal auf welche Weise.
Warum sind sie mir aufgefallen, was kann man meiner Meinung nach aus ihnen aus ihnen lernen? Nun (Bildlinks führen zu Amazon):

Diese zwei sind Variationen der selben Idee, die mir sehr gut gefällt: Bei historischen Büchern historische Stile von Illustrationen zu verwenden.
Die Hure Babylon ist das offensichtlichere Beispiel und solche Cover sieht man häufig.
Wirklich interessant ist Sak K’uk, weil es den Stil eines modernen Fantasy-Covers mit Elementen der alten Maya-Malerien kombiniert. Die beiden Personen im Vordergrund sind ein direkt modernisiert umgesetztes Maya-Motiv und der Stil des ursprünglichen Bildes bleibt in der Gesichtsform und Körperhaltung erhalten. Kein Mensch sitzt so, aber in den Darstellungen der Maya taucht genau diese Pose so auf. Eine subtile Art, potenzielle Leser, die nach Maya-Bezügen suchen zu zeigen, dass dieser Bezug besteht.

Es gibt Dinge, die sollte man einfach nicht tun, wenn man nicht riskieren will, verklagt zu werden, sobald es die falschen Leute merken. Beispiel hier: Mermaid Spell. Das Cover ist eine gestauchte Version eines offiziellen Posters für den vierten Teil der Filmreihe Fluch der Karibik, auf dem Bild die Meerjungfrau Syrena aus eben diesem Film.
Das ist der Grund, warum man sein Bildmaterial nicht aus irgendwelchen zwielichtigen Wallpapersammlungen im Internet beziehen sollte, sondern aus Quellen, bei denen Ursprung und Rechte der Bilder klar sind – Stock Photo Seiten, Universitäten, Wikipedia, staatliche Seiten, solche Quellen halt. Grade Disney klagt ziemlich gerne und schnell bei unberechtigter Nutzung seiner Bilder.
Im Zweifelsfall solle man immer die Google-Bildersuche bemühen, die eine Funktion bietet, ähnliche oder gleiche Bilder zu einem vorhandenen Bild zu finden. Man findet diese, indem man bei Google in die Bildersuche geht und dann rechts im Suchfeld die kleine Kamera anklickt. Es ist eines der nützlichsten Werkzeuge für die Suche nach der Quelle eines Bildes, die es gibt. Nutzt es.
Davon abgesehen ist das extrem verzerrte Bild auch nicht grade nett anzusehen.

Hier eine kurze Erinnerung, dass manche Urteile einfach nur subjektiv sind. Am Ende kommt es immer wieder auf individuellen Geschmack an und man kann nicht alle zufrieden stellen.
Worauf ich hinaus will? ich finde laufenden Eigelb ziemlich widerlich und esse nur hartgekochte Eier.
Die Lehre hieraus ist diese: Manchen Menschen kann man es halt nicht recht machen. In einem gewissen Maße sollte man das nie vergessen.

Hier ausnahmsweise mal ein Papierbuch, das Cover eignet sich aber wegen seiner Einfachheit auch gut für ein eBook. Und dann auch noch eines, mit dessen Aussage ich vorne und hinten nicht überein bin. Aber auch, wenn ich die Idee von Europa als zweiten Fall Roms für falsch halte, das Cover transportiert sie hervorragend.
Die Idee ist, dass die EU ähnlich Roms an der Schwelle zum Übergang in eine Diktatur steht. Dafür kombiniert das Coverdesigner die beiden runden Symbole beider Staatengebilde – die zwölf Sterne beziehungsweise den Lorbeerkranz – zu einem gemeinsamen Mischsymbol, ein erster Hinweis auf die Gleichartigkeit, in der es in dem Buch geht. Schöne Bildsprache.

Hier ist ein Geheimnis: Wenn ihr wollt, dass ich euer Buch kaufe, packt einfach ein seltsames fiktives Tierchen drauf. Funktioniert allgemein für Science Fiction und Fantasy und diese Gleithörnchenspinne hier ist fast perfekt.
Nicht nur ist es seltsam, es ist auch noch pelzig und niedlich und hat Glubschaugen. Ich will so eins. Jetzt! Wo krieg ich so eins?
Das einzige Problem sind ein paar anatomische Plausibilitätsprobleme: Was bitte soll das für eine Flügelkonfiguration sein? Und fliegen die etwa, indem sie Feuer furzen? Trotzdem, der Ansatz ist richtig, wenn man mich als Käufer anziehen will. Vermutlich ein weiteres Beispiel dafür, dass diese Dinge immer auch ein gutes Maß Subjektivität in sich tragen. Wie zuvor gesagt, Geschmack ist immer auch subjektiv, das sollte man nie vergessen.

Meine gesammelten Überlegungen zum eBook-Coverdesign gibt es für Kindle in Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum (4. erweiterte Auflage in Arbeit).


Dino-Dienstag 9

Manche Leute sollten echt keine Saurier benennen dürfen: Dreadnoughtus
Großartig, ein Dinosauriername, den man ohne Kenntnisse des Englischen nicht aussprechen kann.
Nunja, Dreadnoughtus hat es ja schon ausgiebig durch die Presse geschafft, von Nature bis runter zum Düsseldorf Express und der BLÖD. Und weil alle anderen das selbe Bild benutzten, benutze ich das andere offizielle Bild aus der Veröffentlichung.

Illustration: Mark A. Klingler, Carnegie Museum of Natural History


Nein, Dreadnoughtus ist nicht der größte Dinosaurier aller Zeiten, wenigstens nicht nachgewiesenermaßen. Er könnte der größte gewesen sein, denn das gefundene Tier war nicht ausgewachsen. Nur, wie weit es noch gewachsen wäre, wenn es weitergelebt hätte, ist reine Spekulation. Mit Tieren wie Diplodocus oder dem spektakulär in Berlin in voller Größe zu bewundernde Brachiosaurus (bzw. nach moderner Benennung Giraffatitan) kann er nicht ganz konkurrieren.
Er ist allerdings der vollständigste riesige Titanosauride, gepanzerte Vertreter der Sauropoden. Die Titanosaurier waren große Tiere steppenartiger Landschaften und wurden als solche schnell Opfer von Aasfressern, bevor sie zu Fossilien werden konnten.

Ein Ornithischier vom Äquator
Ähnlich wie wir Säugetiere verdanken auch die Dinosaurier ihren größten Erfolgsschub einem Massensterben zu Beginn ihres Zeitalters. In diesem Fall an der Grenze vom Trias zum Jura vor etwa 200 Millionen Jahren.
Kurz nach diesem Massensterben lebten nur wenige Arten von Dinosauriern, aber sie breiteten sich sehr schnell aus, da jetzt die zuvor vorherrschenden Reptilien deutlich seltener geworden waren. Unklar ist bisher noch, wie schnell die Dinosaurier damals die Welt eroberten. Mit dem Fund eines neuen Ornithischiers, noch ohne Namen, ist dazu in Venezuela ein neues Puzzelteil aufgetaucht, denn bisher waren aus dieser Gegend keine so alten Dinosaurierfossilien bekannt.

Nachtaktive Synapsiden
Gehen wir zu eben jenen Herrschern der Welt vor den Dinosauriern, kommen wir zu den Synapsiden, jenen Reptilien, aus denen sich später, unter den Füßen der ersten Dinosaurier, die Säugetiere entwickelten. Bisher dachten Forscher, dass erst die Säugetiere die Nachtaktivität erfanden, da ihre großen Gehirn besser für die Orientierung im Dunkeln geeignet seien.
Untersuchungen an den Knochen um die Augen einiger Synapsiden zeigen aber, dass diese Reptilien lange vor den Säugetieren zu allen möglichen Tageszeiten aktiv waren. So war etwa der bekannteste unter ihnen, Dimetrodon, nachtaktiv. Das gibt auch eine neue mögliche Erklärung für das spektakuläre Rückensegel einiger dieser Tiere wie eben Dimetrodon und seinen Pflanzen fressenden Cousin Edaphosaurus.

Dimetrodon auf Nachtjagd, ein Edaphosaurus als Beute im Hintergrund - Illustration by Marlene Hill Donnelly


Dino-Dienstag 8

Na passt doch perfekt: Heute geht es in einer ansonsten bei den Urtier-Schlagzeilen ruhigen Woche um zwei Sorten gefiederter Dinosaurier. Und glücklicherweise führen diese diesmal nicht gleich dazu, dass ich Schwarzer Schwinge zwei Tage nach Veröffentlichung schon wieder umschreiben darf.

Dinosaurier mit Babysittern

Psittacosaurus-Nest, Bild: University of Pennsylvania

Fangen wir an mit einem unbesungenen Star der Saurierforschung, Psittacosaurus. Ein recht kleines Tier, das vor 120–110 Millionen Jahren mit mehreren Arten in großer Zahl in Asien lebte und ein früher Verwandter des Triceratops, zwar ohne Hörner und Nackenschild, dafür mit einem hohen Federkamm am Ansatz des Schwanzes und dem Schädel eines stacheligen Papageien.
Unbesungener Star, weil er aufgrund seiner Häufigkeit zu den am besten erforschten aller Dinosaurier gehört.
Zu den Funden gehören auch zahlreiche Nester. Hier ist nun eines, in dem ein jugendlicher Saurier zusammen mit einigen deutlich jüngeren liegt. Der größere Saurier war nach Ansicht der Forscher zu jung, um ein Elter (ja, das Wort gibt es) der kleinen zu sein. Allerdings haben einige heutige Vögel ein Verhalten, bei dem ältere Geschwister die spätere Brut ihrer Eltern bewachen. Psittacosaurus-Junge waren für viele andere Tiere leichte Beute und wurden zum Beispiel auch in den Mägen größerer Säugetiere dieser Zeit gefunden. Da wäre ein Babysitter durchaus nützlich.

Plüschraptor im Kickstarter

Awwwwwwww


Wo wir grade bei fluffigen Knuddelsauriern sind, hier ist ein wissenschaftlich korrekter velociraptor. Und er ist fluffig und knuffig und knuddelig. Kickstarter läuft noch einen knappen Monat.
Ich finde solche Sachen recht wichtig. Spielzeug gehört zu den Dingen, die für unseren Eindruck von der Welt meines Erachtens enorm wichtig sind, einfach weil es uns so früh an unbekannte Dinge heranführt und oft (gemeinsam mit Geschichten) die Welt ausserhalb des direkten Erlebens der eigenen Umwelt vermittelt.


Endlich flügge: Schwarzer Schwinge

Wenn ich „Ende August“ sage, dann wird es auch Ende August. Und wenn es sieben Stunden vor dem Ende ist, dürfte das knapp genug sein. Ja, Schwarzer Schwinge ist endlich raus. Ab jetzt. Für 1,49 €. Bei Amazon.
Hat ja auch lange genug gedauert.

Hat es sich gelohnt?
Wenn man die Serie mag… ;-)
Schwarzer Schwinge beschäftigt sich als dritter Band der Reihe mit der Vielfalt an gefiederten Dinosauriern und ihrem Weg zu den Vögeln. Es hat fliegende Agamen, Raptoren, anderes Federvieh und eine Gegenwart, in der Flugsaurier und Fledermäuse um die Lüfte kämpfen, während niemand ein Frühstücksei bekommt. Es ist ganz nebenbei auch der aktuell längste Teil der Serie. Selbst Code und Typografie profitieren von neu gelerntem Wissen, das direkt hier eingeflossen ist.
Das Thema des Ausflugs in die größeren Zusammenhänge der Evolution ist Variation, jener Mechanismus, der dazu führt, dass Lebewesen sich mit der Zeit überhaupt verändern können.

Das Schreiben war ein etwas anderer Prozess als sonst. Es war nicht so einfach wie bei den ersten zwei Bänden, eine Geschichte aus der Sicht der beteiligten Tierarten zu schreiben. Im Laufe der Entwicklung verschob ich den Ort des Geschehens von Bayern (wegen Archaeopteryx) nach Nordost-China, da es hier eine größere Vielfalt von gefiederten Dinosauriern gab, vor allem den für die Forschung der letzten Jahre extrem bedeutenden Microraptor. Als Protagonisten wählte ich dennoch, einfach um mal etwas anderes zu machen, ein Tier, das nichts mit dieser Entwicklung zu tun hatte: Die gleitende Agame Xianglong. Xianglong gab mir die Möglichkeit, ein wenig durch diese Welt zu streifen, viele verschiedene Dinge in dieser Welt zu zeigen, die von für die Entstehung der Vögel wichtigen Momenten zum Bersten gefüllt ist.
Ich muss gestehen, das war ein etwas zäheres Schreiben als sonst, aber schließlich fand ich dann doch einen Weg, den die Geschichte nehmen konnte und sollte und dann kam es doch noch zu Bit und Byte.

Sehr leicht fiel mir dafür das Zusatzmaterial. Trotz einiger kleiner Verzögerungen wie der Entdeckung von Kulindadromeus vor einigen Wochen ist dies ein spannendes Thema, das für mich eine besondere Faszination hat. All die Entdeckungen, die wir erst vor kurzem erkannt haben, die ganze Dramaturgie der Entdeckung von der einzelnen versteinerten Feder aus Bayern über einzelne Vögel zum großen Paukenschlag des Schatzfundes in China. Großartig, kann man kaum besser schreiben. Nur schade, dass die ganze Geschichte 150 Jahre dauerte.
Wie immer ein großer Spass war die Entwicklung der Überlegung, wie die Welt ohne Vögel aussähe. Ich liebe diesen Teil in jedem Band der Serie erneut, die Entdeckung des Möglichen und doch nie geschehenen, wie die Welt sich wie ein Netz um diese eine kleine Veränderung aufrollt, die Entdeckung all dieser kleinen Verknüpfungen in der Geschichte, das ist einfach nur purer Spass. Ich hoffe sehr, dieses Kapitel bringt zudem die Idee zum Tragen, wie aussergewöhnlich eine Welt ist, in der so seltsame Kreaturen wie Vögel existieren und wie sehr die Vögel unsere Welt beeinflussen.

Was mich beim Nachschauen der Amazon-Seite zum Buch grade übrigens begeistert: Die Leseprobe endet an der perfekten Stelle, mit dem Auftritt des Raubsauriers. Das war echt nicht geplant, aber es gefällt mir. Wer bis dahin gelesen hat, könnte keinen besseren Kaufanreiz mehr finden ^^. Aber das könnt ihr ja selbst lesen:

Experiment Querbezüge
Mit diesem Band kommt erstmals ein Konzept zum Tragen, das ich für diese Serie schon länger angedacht habe: Querbezüge. Man muss die Bände der Reihe in keiner bestimmten Reihenfolge lesen und man kann jeden Band für sich lesen, aber ich versuche dennoch, Bezüge einzubauen, an denen man sehen kann, dass all die Geschichten in einer Welt stattfinden, dass all diese großen Meilensteine, nach denen die Serie sich ja richtet, eingebettet sind in eine sich entwickelnde und verändernde Welt, in der manches geht und manches bleibt, doch alles zusammenhängt.
In Schwarzer Schwinge erwähne ich ein Verhalten einiger Raptoren, in den Baumkronen dem durch den Wald schleichenden Tyrannosaurier zu folgen, um Reste seiner Beute erhaschen zu können, wenn er sich nach der Jagd vollgefressen hat. Dieses Verhalten taucht hier nicht zum ersten Mal in der Reihe auf — die ungesehenen Raptoren in Staksigen Schrittes taten das selbe mit einem Tyrannosaurus rex.
Das wird nicht das letzte Mal sein, dass es solche Bezüge gibt, wenn es denn möglich ist, die Jahrmillionen damit zu überbrücken. Die Edmontosaurier aus Staksigen Schrittes sind die selbe Spezies „Hauptdarsteller“ im noch nicht erschienenen Klirrender Kälte und selbstverständlich erhält Flammender Farne (noch nicht erschienen) ein paar Fischlurche ähnlich denen aus Feuchten Fußes als Gastauftritte.
Kurze Zeit habe ich sogar überlegt, die Serie über eine kleine Seitenbemerkung mit meiner Science-Fiction zu verbinden, das aber letztlich gelassen, zumal von meiner SF ja ausser einer sehr kurzen Flash Fiction noch nichts offiziell erschienen ist.

Und was kommt jetzt?
Zwei Bücher in zwei Wochen sind eine gute Bilanz, mal sehen, ob ich das noch eine Weile aufrechterhalten kann. Der beste Kandidat dafür ist das ohnehin für September angekündigte Unter Wittgensteins Löwen, das Buch zu meinem verhältnis zur Religion. Das wird zwar aller Wahrscheinlichkeit nach länger als Schwarzer Schwinge, aber jedes Kapitel ist dank des autobiografischen Charakters des Buches ein wenig wie ein Blogeintrag. Und Blogbeiträge kann ich recht gut in schneller Abfolge schreiben. Also geht es jetzt daran. Nur das Lektorat könnte da ein–zwei zusätzliche Tage fressen. Naja, ich versuch das jetzt einfach.
Und danach? Wahrscheinlich eine englischsprachige Zombie-Geschichte, ich bin nur noch nicht sicher, welche. Entweder Desert King oder Boy. Ich neige zu Desert King, weil mir das im Moment leichter zu schreiben erscheint.
Die „Meilensteine“ gehen später dieses Jahr mit Zackigen Zahnes weiter, wenn alles klappt zum Monatswechsel September/Oktober.

Ich bin froh, mich selbst endlich genug in den Arsch getreten zu haben, um mit so guter Geschwindigkeit an den Büchern arbeiten zu können. 22.078 Wörter dieses Jahr nur in Büchern und Blog, zuzüglich diesem Beitrag. Das sind etwa 2 Novellen und auch 6.578 Wörter über meinem Ziel.