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Politische KW 23/2013

Okay, fangen wir mal wieder mit der Politischen KW an, der wöchentlichen Übersicht über meine politische Tätigkeit. Die hatte zwischendurch, äh, geruht und ist hiermit wieder erwacht. Also dann:

Montag: Fraktionssitzung
Auf der dieswöchigen Fraktionssitzung ging es für mich unter anderem um das Thema Masterplan, nachdem ich hierzu ein ausführliches Statement an die Fraktion geschickt habe. Aber da das Thema zwei Abschnitte später wieder aufkommt, muss ich das hier nicht weiter ausführen. Nur so viel schon Mal: Ich sehe das Ergebnis des Masterplans überaus kritisch.

Ein Thema, das in meinem Sitzungsverlauf nicht wiederkommt, ist die Frage nach dem ehemaligen Freibad Giesenkirchen.
Wir wollten hier eine Planung für die Zukunft, wobei uns neben der Renaturierung und der Nutzung als Sportplatz auch die Möglichkeit einfiel, den Platz als Campingplatz zu nutzen. Die Lage ist dafür attraktiv. Da es den meisten Campern egal ist, wo sie stehen, solange der Campingplatz selbst schön ist und eine gute Campingplatz-Atmosphäre aufweist, verstehe ich auch die Argumentation nicht, hier wolle doch keiner campen – sie zeugt von geringer Erfahrung mit Campingtourismus. Wer dort campt, campt nicht in Mönchengladbach, der campt im durchaus attraktiven Giesenkirchen (was zu Mönchengladbach gehört, aber der Rest der Stadt ist für Camper ganz einfach irrelevant) und macht ein paar Abstecher zu den Schlössern rundum. Somit wäre es eine gute Maßnahme gewesen, einerseits den Ort im Ansehen aufzuwerten, andererseits die Innenstadt Giesenkirchen um die Konstantinstraße gegenüber der mit der kommenden Mall übermächtig werdenden Innenstadt am Abteiberg zu stärken.
Ein anderes Argument gegen den Platz war der Lärm. Lärm ist immer beliebt als Gegenargument, hier muss man allerdings wirklich mal fragen, woher dieser denn genau hätte kommen sollen? Vor allem im Vergleich mit der vorherigen Nutzung (Freibad!) und mit der ebenfalls angedachten Nutzung als Sportplatz ist ein Campingplatz, der vom Lärm am ehesten mit einer Kleingartenkolonie vergleichbar ist, nun wirklich eine erhebliche Verbesserung.
Wie dem auch sie, das Anliegen fand in der zuständigen Bezirksvertretung Ost keine Mehrheit. Ich finde das überaus schade. Aber so ist das halt in unserer Stadt der Gehtnichtse.

Dienstag: Lesepaß
Dienstag kam ich dazu, eine am Montag eingegangene Antwort auf eine Anfrage von mir aus der letzten Sitzung der BV Nord zu lesen. Zunächst die Anfrage:

Im Bereich der Baustelle des HDZ an der Hindenburgstraße gibt es eine
Umleitung für Fahrradverkehre, die die Stepgesstraße bergauf fahren.
Diese führt rechts am Ausweichbau vorbei und endet dann stumpf in der
Fußgängerzone. In die andere Richtung existiert an der Viersener
Straße eine Umleitung, bei der noch nicht einmal klar ist, wo diese
überhaupt geführt ist.
Existiert für den Bereich der Baustelle HDZ eine übergreifendes
Konzept für die Umleitung der Radverkehre mit vollständiger
Routenführung um das Hindernis herum?

Hier nun die Antwort des Ordnungsamtes:

Sehr geehrter Herr Diehl,

aufgrund der Baustelle des HDZ an der Hindenburgstraße sind Einschränkungen für den Radverkehr leider nicht zu vermeiden.
Die Umleitung für den Radverkehr auf der Stepgesstraße bergauf führt rechts an der Interimshalle vorbei auf die Hindenburgstraße. Von dort aus muss man die Hindenburgstraße hoch bis zur Signalanlage, dann auf der Fahrbahn Richtung Viersener Straße. Diese Möglichkeit wird kurzfristig mit entsprechenden Hinweisschildern ausgewiesen. Alternativ kann man auch die Stepgesstraße an der Signalanlage überqueren und fußläufig an C&A vorbei bis zur Baustellenampel gehen. Dort muss man die Stepgesstraße nochmals überqueren und kann die Fahrt Richtung Viersener Straße fortsetzen.
Der Radverkehr bergab führt auf dem Geh- Radweg an C&A vorbei. Ab der Hindenburgstraße muss der Radfahrer auf die Fahrbahn. Ab dem Jugendzentrum wird der Radfahrer wieder auf den Radweg geführt.

Eine andere Lösung kann aufgrund der Baustellensituation nicht angeboten werden.

Die Führung ist nicht ideal, grundsätzlich wäre mE eine Umleitung über die Stephan- und Albertusstraße zwar weiträumiger, aber für alle Verkehrsteilnehmer besser gewesen. Aber wenigstens wird die vorhandene Umleitung jetzt endlich korrekt ausgeschildert.

Mittwoch: BV Nord
Das große Thema der Bezirksvertretungssitzung am Mittwoch war der Masterplan MG.
Meines Erachtens hat der Plan eine lange Reihe von Problemen, aufgrund derer ich fraktionsintern auch schon meine Zustimmung zum letztendlich herausgekommenen Plan in Frage gestellt habe. Dies vor allem wegen der umfangreichen Pläne in Dahl und der Tendenz, zahlreiche Plätze in der Stadt (Berliner Platz, Platz der Republik, Kapuzinerplatz) ganz oder teilweise zu überbauen (Hinweis: In der BV habe ich als Ratsherr Rede-, aber kein Abstimmungsrecht, daher war diese Frage hier noch nicht relevant). Auch stimme ich in vielen Punkten mit der ihrerseits heftig kritisierten Kritik der Verwaltung an Einzelmaßnahmen überein.
Der Vertreter der Masterplan-Initiative stellte das Ergebnis nun vor. Dabei betonten dieser mehrfach die Vorläufigkeit und Flexibilität des Plans: Obwohl dieser sehr detailliert aussieht, handelt es sich nur um sehr grobe Richtungsvorgaben.
Mit Betonung auf eben diese Flexibilität habe ich mich dann für den Plan ausgesprochen: Es ist durchaus positiv, dass in Mönchengladbach eine Planung für die Zukunft vorliegt, welche den Einfluss kurzfristiger Vorhaben und einzelner Bauherren reduzieren kann. Die groben Linien des Masterplans (Herausarbeitung Gladbachtal und Hochschulviertel sowie einzelne Reparaturen in Rheydt) sind durchaus gute Leitlinien für die künftige Entwicklung der Stadt zu einem attraktiveren Ort. Die Frage wird zukünftig sein, wie eng man diese auslegt, aber genau dafür ist ja der Beirat vorgesehen, den wir Grüne auch erweitern wollen.
Ganz furchtbar finde ich die Idee der FDP, den Plan per Abschaffung dieses Beirates in Stein zu meisseln. Dafür ist der Plan schlicht und ergreifend zu schlecht.
Ich werde zu meinen Bedenken und warum ich mich dennoch entschieden habe, zuzustimmen, im Rat Anfang Juli ausführlich Stellung nehmen und die Rede dann selbstverständlich auch hier einstellen (aus dem Gedächtnis, denn ich halte Reden bekanntlich grundsätzlich aus dem Stegreif).

Weiter habe ich noch darum gebeten, dass beim Bericht zum Schutz der Naturdenkmäler eine etwas ausführlichere Kategorisierung als nur „Baum gesund/Baum tot“ vorgenommen wird. Dies hat die Verwaltung zugesagt.

Bei den Anfragen fragte ich nach dem Grund für Aufhebung des Radweges an der Viersener und Steinmetzstraße zwischen Wallstraße und Bismarckstraße sowie danach, ob diese mit dem Landesverkehrsministerium abgesprochen ist. Der Radweg gehört zum Landesradwegenetz NRW und als Grund für die Aufhebung liegen mir unterschiedliche Gründe aus unterschiedlichen Teilen der Verwaltung vor (wahlweise Arcaden-Baustelle oder Unfallgefahr).

Samstag: Mitgliederentscheid
Am Samstag waren die Grünen mal in den Schlagzeilen, es ging um den grünen Mitgliederentscheid, also eine basisdemokratisch organisierte Prioritätensetzung der Themen des Wahlprogramms.
Ich kann den Hype nicht ganz nachvollziehen: Zum einen ist mir immer noch nicht klar, was genau die Abstimmung eigentlich bewirkt und zum anderen ist es relativ schwer, sich für jeweils drei Themen aus zwanzig zu entscheiden, wenn dabei etliche Themen doppelt und dreifach vorkommen (Energiewende etwa: Energiewende, Klimaschutz und Kohleausstieg jeweils zur Wahl stehender ein Punkt).
Dennoch war es ein Schriott in die richtige Richtung für die Partei, den Mitgliedern mehr Möglichkeiten zur Abstimmung zu geben.

Wie dem auch sei, nach drei Stunden lockerer Diskussionsrunde wurde abgestimmt. Das Ergebnis von dort war recht klar: Energiewende ist das große Thema. Wahrscheinlich logisch, wenn man am Rand der Grube lebt und genau dieses Thema lokal grade aufkocht. Allerdings war es in anderen Städten udn Kreisen nach allem, was ich bisher gehört habe, ähnlich.


Punkt Te O

Erneut ist das Urheberrecht in der Debatte. Ausgangspunkt ist diesmal ein Statement beachtlicher Dämlichkeit bei movie4k.to, einer von vielen .to-Seiten, die illegal Filme streamen. Nun geht der Streit wieder los: Piraten sind böse. Copyright ist böse. Ihr seid doof.
Hach, wenn es doch nur so einfach wäre. Denn dummerweise haben beide Seiten Recht. Irgendwie. Die eigentliche Diskussion besteht in zwei Thesen, die sich diametral entgegenstehen. Und nun werde ich versuchen herauszustellen, was die beiden Thesen zu ihrer Verteidigung vorzubringen haben.

1. Piraten sind doof
Die Position hier ist nicht schwierig darzustellen: Piraten „stehleb“ (Ich komme im nächsten Satz auf den Begriff zurück) Medienerzeugnisse und schaden damit den Erzeugern dieser Inhalte (Autoren, Musiker, Programmierer, Journalisten usw.).
Die Piraten (die soziale Gruppe, nicht unbedingt die Partei gleichen Namens) selber machen eine Semantik-Diskussion um das „Stehlen“ auf, die offen gestanden wenig sinnvoll ist. Ja, es wird kein Original entwendet, somit ist es technisch gesehen kein Diebstahl. Allerdings besitzt der Urheberrechtsverletzer nach dem Akt einen Gegenstand, an dem er keine legalen Besitzrechte erworben hat, womit es zwar nicht gestohlen wurde, aber dennoch die Definition von „Diebesgut&ldquO; erfüllt.

Dennoch kann Medienpiraterie einen gewissen Nutzen haben.
Cory Doctorow nutzt den freien Download seiner Bücher als Werbemaßnahme für diese. Seine Bücher über Überwachungssysteme und Society Hacking sprechen eine Zielgruppe an, die man so erreicht. Eine Zielgruppe, die bereit ist, für erlebte Qualität Geld zu geben.
Dann ist da dieses kleine Juwel (setzt euch, das ist ein 85-Minuten-Film):

Das ist The Man from Earth. Ein Indie-Film. Ursprünglich ein Flop, wurde er zu einem kommerziell erfolgreichen Geheimtipp, als er im Internet die Runde machte. Die Macher des Films bedankten sich später bei den Piraten dafür. Ich selbst habe nach dem Ansehen auf Youtube die DVD gekauft. Was sich durchaus wiederholen könnte, etwa wenn ich Bokusatsu Tenshi Dokuro-Chan zu einem annehmbaren Preis finde.
Auch der Fernsehmarkt wäre ein anderer, wenn diverse Serien (Doctor Who, Fringe, Game of Thrones) nicht ein riesiges Publikum ausserhalb ihres Heimatmarktes hätten.
Wer sich die Beispiele allerdings ansieht, findet die Hinweise auf ein Problem: The Man from Earth ist im Kern ein Kammerspiel, das ohne nennenswertes Budget auskommt. Fernsehserien indes sidn ohnehin nicht auf die Einnahmen aus der Fernsehausstrahlung angewiesen, sie finanzieren sich über Zweitverwertungen (DVD-Verkäufe, Sendelizenzen für Wiederholungen bei anderen Sendern) und teilweise auch über Merchandise. Große Kinofilme hingegen sind auf die Ticketverkäufe an den Kinokassen angewiesen.
Und hier wird es interessant.

Nehmen wir ein beliebtes Piraterie-Argument beim Wort und sagen, dass Medienpiraterie der Vorauswahl guter Werke dient (sprich, man schaut vorher, ob ein Film was taugt und geht ins Kino, wenn dem der Fall ist). Dann bekommen wir ein Problem: Schlechte Filme lohnen nicht mehr.
Nur, wenn schlechte Filme sich nicht mehr lohnen, woher weiss ein Filmstudio dann noch, ob ein Film sich überhaupt lohnt? Sowohl die Chance auf einen guten als auch das Risiko eines schlechten Films steigen erheblich mit der Neuartigkeit dessen, was er cinematografisch und erzählerisch versucht. Das Risiko der Ablehnung eines sich von der Masse abhebenden Films ist enorm und das lässt aus der Perspektive der Studios nur einen Schluss zu: Keine Experimente!
Und noch schlimmer: Online-Vorabschau tötet nicht nur schlechte Filme, es zerstört auch den soliden Mittelbau. Denn wer einen Film bereits gesehen hat, wird ihn nur dann noch einmal sehen wollen, wenn er wirklich verdammt gut war. Ein Film der nur ein ganz brauchbarer Zeitvertreib ist, aber nichts weiter besonderes, wird untergehen. Das ist beispielsweise meine Theorie, was Disney mit Prince of Persia und John Carter passiert ist, beides gute, aber eben nicht überwältigende Filme.
Wenn die Studios nun aber keine Risiken mehr eingehen, werden immer mehr Filme zum soliden Mittelbau zählen: Sie bieten nichts neues, sind aber kompetent gemacht. Der lohnt aber immer weniger, worauf die Studios mit noch weniger Risiko reagieren.
Deshalb wird die Hollywood-Ästhetik immer einheitlicher. Deshalb dreht sich praktisch jeder Hollywood-Film um einen austauschbaren Helden, der eine ebenso austauschbare Frau in Nöten retten muss (oder ist eine wahlweise ein Remake, eine Verfilmung von irgendwas oder eine Buddy-Komödie). Deswegen sind die Standardkost von der Stange liefernden J.J. Abrams und Joss Whedon Hollywoods neue Stars und gibt es auf absehbare Zeit keinen nächsten Tarrantino. Und deshalb ist der kommerziell größte Film der letzten zehn Jahre ein objektiv betrachtet ziemlich uninteressantes Pocahontas mit Schlümpfen.

(PS: Das komischste an diesem Artikel dürfte ironischerweise die Anzahl von Youtube-Einbindungen und -Links sein)

Das alles wäre ein negativer Trend, der zwar traurig, aber nicht wirklich schlimm. Medien kommen und gehen. Dass ein neues Medium ein altes verdrängt ist legitimer Teil des technischen und kulturellen Fortschritts, selbst wenn man das im Einzelfall schade finden mag.
Aber hier ist es keine neue Technologie, keine neue künstlerische Vision, welche die alten Medien bedroht. Es ist reine Profitgier.
Zentren der Medienpiraterie sind mit Werbung überfrachtete und somit hochprofitable Seiten, die ständig versuchen, einem kostenpflichtige Zugänge und Abos auf irgendwelche Download-Plattformen zu verkaufen. Die Vergütungen für diese Verkäufe werden oft nur noch von Bank- und Versicherungstantiemen übertroffen. Es ist ein extrem profitables Geschäft. Von wegen harmlos und nichtkommerziell.
Einfach nur eine nichtkommerzielle Platform für Nutzer zu sein, das konnten Netzwerke wie Napster, eDonkey und BitTorrent für sich veranschlagen. Dies sind Phänomene, die passieren und auf die Medienanbieter eine Antwort finden müssen. Das ist legitimer technischer Fortschritt. Aber wenn Seitenbetreiber anfangen, damit ihre Geldbörsen vollzuscheffeln, ist die Linie überschritten, weil hier aktiv und aus niederen Gründen eine ganze Branche zerstört wird. Und den Nutzern wird noch einer vom Robin Hood vorgelogen.

2. Medienindustrie ist doof
Man kann nicht behaupten, dass es die Medienindustrie ihren Gegnern schwer machen würde: Über gute 100 Jahre ist mit Plattenfirmen, Verlagen, Buchhandlungen und Filmstudios ein Netzwerk von Industrien gewachsen, die ihre ursprüngliche Funktion als Vermarktungs- und Distributionskanäle längst zu Beiwerk degradiert haben.
Die großen Vertreter dieser Zünfte (in vorheriger Reihenfolge der Branchen Bertelsmann, Bertelsmann, Bertelsmann/Amazon und TimeWarner/Disney) haben schon lange jegliches Interesse an künstlerischer Qualität verloren und vertreiben nur noch jenes, von dem sie glauben, dass es sich gut verkauft. Dank des Selbstverlags können sie inzwischen sogar dazu übergehen, nur Dinge zu verkaufen, die sich bereits gut verkauft haben, was zugleich zum weiter oben angesprochenen Problem der Filmwirtschaft als auch zu solchen Entwicklungen führt.
Die Filmstudios haben es verpasst, hier trifft die Argumentation der Piraten ins Schwarze, sich auf neue Geschäftsmodelle einzurichten.
Andererseits, auf welche auch: Crowdfunding ist eine gute Methode, Projekte von einem Budget bis in den sechsstelligen Bereich zu stemmen. Hollywood fängt bei siebenstelligen Filmbudgets überhaupt erst an. Die Zahl der Marken, die sich über Zweitverwertungen und Lizenzen finanzieren können, ist gering (Filme, deren Titel mit „Star“ anfangen sind ein guter Ansatz – Star Wars; Star Trek, Stargate) und eine neue Marke mit dieser Erwartung aufzubauen, ist nur bei Fernsehserien (Mein kleines Pony) und Videospielen (Pokemon, Skylanders) realistisch.
Was die anderen Branchen angeht: Konservenmusik ist bereits auf iTunes & Co. übergegangen, Literatur und Wissenschaft sind drauf und dran, das Verlagswesen komplett abzuschaffen, Fernsehfiktion war noch nie auf Ausstrahlungseinnahmen alleine angewiesen.

Dieser Teil des Artikels sollte eigentlich in eine ganz andere Richtung gehen, aber nach der Reflexion während des Schreibens dieses Textes stückweise über drei Tage verstehe ich die Medienhäuser deutlich besser: Die Landschaft ist bereits in jenem Umbruch, den die „Piraten“ fordern.
Aussen vor ist dabei einzig die Filmindustrie, für die es ganz einfach keinen Weg gibt, anders zu sein, als sie es momentan ist. Teilweise hat sie sich da selbst reingeritten, teilweise ist es das auch durch Filmpiraterie steigende finanzielle Risiko, wenn man etwas neues probiert (ziemlich vermurkster Satz, ich weiss, aber grammatisch korrekt).
Somit verhindert die Medienpiraterie letztlich genau jene Reform, die ihre Akteure vordergründig beständig fordern.

3. Synthese: Alle doof Die unbekannte Zukunft
Wie gesagt, das ging in eine sehr andere Richtung, als ich erwartet hatte. Mein Blick auf die Medienpiraterie war deutlich positiver, bevor ich diesen Artikel geschrieben habe. Vor allem aber war mein Blick auf die Medienindustrie deutlich negativer.
Ja, die Industrie verhält sich den Künstlern gegenüber oft auch nicht besser als die Piraten. Das ist aber kein Argument für die Legitimität der Piraten. Bestenfalls ist es eines gegen die große Medienunternehmen.
Man kann die Argumentation fahren, dass Piraterie Exzellenz durch bekannt machen belohnt, dies aber zu einem so hohen Preis für das „nur“ kompetente bis gute, dass letztlich auch die Exzellenz schwindet.

Teils ist die Lösung die Ausschaltung der Mittelleute: Der Rückschnitt der Verlage und Vertriebe auf das, was sie einst waren, einfache Dienstleister für die eigentlichen Wertschöpfer, die Künstler und Autoren. Vielleicht gibt es auch einen Weg, wie Filmstudios sich verbessern können, den mögen klügere Menschen als ich es bin vorschlagen, denn ich habe keinen Vorschlag, wie das gehen soll (ausser durch die vollständige Abschaffung des Blockbusters, was aber wohl niemand will und letztlich zwischen all dem Schrott auch viel Qualität kostet).
Faire Preise sind eine Option, aber im Ernst: Die Preise für Musik und (mit wenigen Ausnahmen) Filme sind fair, jene für Videospiele sind es teilweise (wenn man mal die ca. 60 € für neue Konsolenspiele auslässt). eBooks sind noch zu teuer, aber auch dieses Problem schwindet mit der Etablierung verlagsunabhängiger Autoren zunehmend.

Die Medienwelt ist auf dem richtigen Weg, auch wenn es lange gedauert hat, auf diesen Weg zu gelangen. Das bedeutet nicht, dass es keinerlei Probleme mehr gäbe (Seriously, fuck you, Xbox One DRM scheme!). Man muss den Piraten zu Gute halten, Teil der Motivation zur Verbesserung der wirtschaftlichen Seite des Medienkonsums gewesen zu sein.

Ganz zuletzt sei es noch ein Mal gesagt: Ich habe kein Problem mit den Piraten selbst. Sie können, wie weiter oben aufgezeigt, Nutzen für die Künstler bringen, wenn auch nur in Ausnahmefällen.
Es gibt auch noch legitime Begründungen für bestimmte Bereiche, etwa diese gottverdammte Aufteilung der Datenträger-Welt in Distributionsregionen (für mich als großer Fan spezifisch japanischer Videospiel-Genres wie Shmup und Visual Novel ein echtes Problem). Womit ich ein Problem habe, sind jene Leute, die mit Medienpiraterie unter Ausschluss der Urheber Geld machen.
Portale wie movie2k/movie4k/kinox und was sonst alles auf die TLD .to hört. Die scheinheilig erzählen, wie wenig Geld Künstler für ihre Leistung bekommen und wie die Firmen das ganze Geld machen. Und sogleich daran gehen, auch diesen kümmerlichen Rest an Künstlereinkünften für sich einzusacken. Wo man fragen muss: Wenn jemand, der 90% der Einnahmen für sich behält, böse ist, was ist dann jemand, der 100% behält?


Paläo-Pfreitag 2

Äffische Menschenfüße
Ameirkanische Forscher haben herausgefundenTM, dass der menschliche Fuß nicht so perfekt an das aufrechte Gehen angepasst und rigide ist, wie bisher gedacht.
Bei etwa 8% der Versuchsteilnehmer war der Fuß am Mittelfuß flexibel. Als normal gilt nur eine Flexibilität am Ballen und den Zehen. Bei den Affen dagegen ist der Mittelfuß flexibel, um besser klettern zu können. Auch wenn die Forscher aus Boston nicht sagen können (oder wollen), ob dies ein relikt aus evolutionärer Vorzeit oder eine neue Entwicklung ist, zeigt es doch sehr deutlich, dass der Mensch bei weitem noch nicht so perfekt gebaut ist, wie man immer meint.

Paläo-Krebs

Knochenkrebs beim Neandertaler

Tumorschaden in einer Neandertalerrippe (oben) (Credit: Janet Monge et al. Fibrous Dysplasia in a 120,000 Year Old Neandertal from Krapina, Croatia. PLoS ONE, 2013; 8 (6): e64539 DOI: 10.1371/journal.pone.0064539)


Und noch einen Mythos will ich hier zumindest etwas schwächen: Die Paläo-Diät. Die Paläo-Diät besteht auf dem Grundprinzip, dass wir alle gesünder seien, wenn wir uns so ernähren, wie der Urmensch. Welcher Urmensch, ist dabei nie wirklich klar, aber auf jeden Fall einer aus der Zeit, bevor Getreide erfunden wurde. Die Idee ist, dass diese Ernährung für unsere Gene besser seien, die sich laut Paläo-Diätler seit der Steinzeit nicht mehr weiterentwickelt hätten. Was relativ einfach durch die Fähigkeit vieler Menschen, Milch zu verdauen, zu widerlegen ist, aber nunja.
Eine damit in Verbindung stehende Behauptung ist die, dass Krebs (sowie Herzinfarkt, Allergien etc.) eine Zivilisationskrankheit sei, die erst durch die moderne Ernährung Verbreitung gefunden hätte. Das ist natürlich schwierig zu widerlegen, denn Krebs & Co. findet man nicht in Fossilien. Mit Ausnahme von Knochenkrebs.
Knochenkrebs kennt man schon länger von diversen Dinosauriern und jetzt auch vom Neandertaler. Und während der nächste lebende Verwandte des Tyrannosaurus rex das Grillhähnchen ist, sind Neandertaler etwas näher mit uns verwandt und zählen vor allem zur Gruppe der ominösen „Urmenschen“, die sowas ja angeblich nicht hatten.

Schönes Schaustück in Brasilien
Die Dinosaurier vertritt diesmal ein wunderschönes Skelette-Arrangement aus Brasilien mit einem Angaturama (ein Verwandter des Spinosaurus), der einen Flugsaurier (Anhanguera) im Maul trägt. Ich mag es, wenn Museen Tiere in einer solchen echten Lebenssituation zeigen, es gibt den Ausstellungsstücken irgendwie stärker das Gefühl, dass das mal echte, lebende Tiere waren.

Source: blogs.scientificamerican.com via Thomas on Pinterest


Paläo-Pfreitag 1

Da ein Großteil meiner Bücher über das Leben in der Urzeit ist, dachte ich mir, es kann nicht schaden, eine Reihe zu diesem Thema auf meinem Blog zu starten. Schon weil alle Leser am Ende der Bücher auf genau dieses Blog hingewiesen werden. Also gibt es jetzt jeden Freitag einen Rückblick auf die (m.E.) interessantesten paläontologischen Nachrichten der Woche.
Freitag, weil ich keinen anderen Wochentag so schön falsch mit einem P schreiben kann.

Urzeitlicher Klimawandel und Krokodile

Bildquelle: Uni Zürich


Streng genommen kein Klimawandel, aber etwas ähnliches, denn das Ergebnis war auf jeden Fall eine Änderung der Wassertemperatur, die für die südamerikanischen Krokodile verheerend war. Forscher haben die Krokodile untersucht, die 5-7 Millionen Jahren im Flussdelta des damals in die Karibik mündenden Amazonas lebten. Als der Fluss im Laufe der Zeit nach Süden wanderte, wurde das Wasser im Delta kälter. Obwohl sich das reimt, war es für die Krokodile nicht gut und die meisten Arten starben schließlich aus.
Neu entdeckt haben die Forscher dabei die kurzmäulige Gattung Globidentosuchus mit ungewöhnlich runden Zähnen und eine bis zu 12 Meter lange Art aus der heute noch lebenden Gattung Crocodylus. Zwischen 7 und 14 Krokodile lebten damals nebeneinander in den warmen Gewässern.
Ein kleiner Temperaturwandel in den letzten paar Millionen Jahren trennt uns von einer Welt, in der in Südamerika 12 Meter lange Krokodile und Pelikankrokodile wie das Tierchen rechts im Bild leben.

Seltsame Urschildkröte

Eunotosaurus africanus (Smokeybjb / CC-BY-SA 3.0)


Eine der evolutionär rätselhafteren Tiergruppen sind die Schildkröten. Die wichtige Frage ist: Wie zum Geier ist dieser seltsame Knochenpanzer entstanden? Schildkröten sind die einzigen Wirbeltiere mit einem Körperpanzer, der aus Skelettknochen des Körpers besteht. Andere gepanzerte Wirbeltiere haben entweder separate Panzerknochen in der Haut oder Panzer aus Horn und/oder Leder. Nun gibt es mit Eunotosaurus ein Reptil, dass eine primitive Vorstufe des Schildkrötenpanzers besaß. Wozu es diesen allerdings benutzte, ist eine gute Frage.

Neuer Urvogel

Aurornis; Bild: Masato Hattori


Die schiere Anzahl neuer Urvögel aus China ist beachtlich. Hier ist wieder einer – Aurornis xui ist etwa 10 Millionen Jahre älter als der berühmte Archaeopteryx und hat einige interessante Merkmale. Vor allem fehlt ihm anscheinend die für Raptoren typische Sichelklaue, die alle anderen Urvögel besaßen. Aurornis übernimmt nach der Analyse der chinesischen Forscher den Titel des primitivsten bekannten Vogels.

Buchtipp
Mark P. Witton hat ein großes Buch mit allem wissenswerten über Flugsaurier in Arbeit. Normalerweise gebe ich keine Vorschusslorbeeren, aber was ich in der Vorschau gesehen habe ist hervorragend, umfangreich und auf dem allerneuesten Stand der Forschung.
Wittons Arbeit an Quetzalcoatlus war ein großer Teil der Grundlage für meine Darstellung dieser Tiere in Staksigen Schrittes. Wer also die Flugsaurier in diesem Buch interessant fand, dem kann ich Pterosaurs nur empfehlen.


Das wichtigste Buch des Jahrzehnts

Es ist ein häufiges Missverständnis, dass literaturhistorisch bedeutende Bücher auch automatisch gut, kreativ oder neuartig seien. Die Bandbreite in ihrer historischen Wirkung bedeutender Bücher reicht von der Bibel bis zu Mein Kampf, da ist also viel schlechtes zu finden – auch das Anrichten gewaltigen Schadens ist ein historisch bedeutsamer Akt. Rein literaturintern haben wir Werke wie Superman No. 1, welches den modernen Superheldencomic als Genre etablierte, dessen Protagonist aber im Endeffekt nichts weiter ist als ein Plagiat von John Carter. Die Hälfte des Lebenswerks von Goethe ist nichts weiter als eine Reihe Neufassungen wesentlich älterer Geschichten (im Grunde alle längeren Werke nach dem Werther).
Womit wir einen guten Punkt für eine Überleitung von Johann Wolfgang von Goethe zu E.L. James haben. Und warum beide Autoren sich in einigen Jahrzehnten gemeinsam in den Kanones der Literaturwissenschaftsstudenten wiederfinden werden.

Wie gesagt, um historisch bedeutend zu werden, bedarf es nicht unbedingt Qualität. Daher geht es hier nicht um diese. Shades of Grey wird allgemein restlos verrissen und ich werde diesem Urteil nicht widersprechen. Dass die Autorin einen ausreichend schlechten Literaturgeschmack hatte, um eine Fanfiction zu Twilight zu verfassen, sollte für ein Urteil reichen. Andererseits gibt es von mir Fanfiction zu Pokémon, ich sollte mich also nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Aber zurück zum Thema: Die Bedeutung von 50 Shades liegt in seiner Wirkung auf die (euro-amerikanische) Fanfiction-Szene.

Hinweis: Jeder, der weiss, was Fanfiction ist, kann einfach zum nächsten Absatz scrollen
Kurz zur Erklärung für Neulinge in diesem Bereich: Fanfiction ist von Fans geschriebene Literatur (oder sonstige Erzählmedien wie Filme, Comics oder Videospiele), die auf den Charakteren, Ereignissen, Orten und/oder fiktiven Regeln aus den Werken anderer basieren. Dabei zählt es in der Regel nur als Fanfiction, wenn das Autor keine Lizenz zur Verwendung dieser Elemente hatte, sonst ist es schlichtweg eine Lizenzarbeit (oder ein Expanded Universe, aber ich will jetzt keine komplette Einführung in Erzähltheorie verfassen, vielleicht ein ander Mal). Wie weit Fanfiction legal und legitim ist, ist bei Autoren und Juristen umstritten.

Die Bedeutung von 50 Shades liegt in seiner Herkunft: Wie oben bereits angedeutet ist es eigentlich eine Fanfiction zu Twilight. Twilight war eine nicht der weiteren Erinnerung werte Vampirschnulze, die überaus fragwürdige christlich-fundamentalistische Werte zu vermitteln trachtete und die Harry Potter als meistverkaufte Buchreihe ablöste. Die Serie half, den Fantasy-Boom des frühen 21. Jahrhunderts ein paar Jahre zu verlängern.
Der Schottin Erika Leonard gefiel diese Serie so gut, dass sie dazu unter dem herrlichen Künstlernamen SnowQueensIceDragon eine Fanfiction schrieb. Sie nahm die Charaktere und versetzt sie in eine andere Situation, womit das ganze eine S/M-Geschichte zwischen einem Millionär und seiner seltsam unschuldigen Liebhaberin wurde. Das Ergebnis trug den Titel Master of the Universe, enthält zu meiner großen Enttäuschung so gut wie keine Muskelmänner in Metallharnischen und ist inzwischen gelöscht.
Master of the Universe wurde extrem erfolgreich und es wurde schnell klar, dass das Szenario die Geschichte so sehr verändert, dass sie sich mit der einfachen Änderung der Namen der Figuren als komplett neues Buch verkaufen ließ. Gesagt, getan. Das Ergebnis dieser einfachen Umstrukturierung war 50 Shades of Grey, das erfolgreichste britische Buch der bisherigen Geschichte.

Die historische Bedeutung nun ergibt sich daraus, dass hier klar wurde: In Fanfiction lag Geld zu holen. Viel Geld. Das ist quasi die zweite Stufe nach George Lucas‘ Idee, bei Star Wars einen großen Teil der Produktionskosten eines Films über Merchandising reinzuholen, wozu natürlich auch Bücher gehörten.

Auf die gelegentlichen Nachrichten von weiteren Fanfiction-Werken, die auf ähnliche Weise wie 50 Shades zu einem verlagsvertrag kamen, folgte diese Woche die größte Nachricht: Amazon startet mit Kindle Worlds eine Plattform für das kommerzielle Verlegen von Fanfiction. Stark eingeschränkt für nur drei amerikanische Fernsehserien, aber dennoch.
Das kommerzielle Verlegen von Fanfiction im großen Stil wird die Literaturlandschaft und vor allem das Urheberrecht nachhaltig und umfassend verändern.

Was die Restriktivität von Kindle Worlds angeht: Die halte ich teilweise für vernünftig, das einzige, was ich problematisch finde ist der Punkt, dass Amazon alle Rechte an den Werken erhält. Hier zum Vergleich ein Dislaimer, den ich vor zwei Wochen für meine in Arbeit befindlichen fiktiven Werke verfasst habe, die nach dem Abschluss der Meilensteine erscheinen sollen:

Science-Fiction und Fantasy sind als Genres große Magneten für Fanfiction, also von Fans geschriebene Geschichten auf Grundlage der Geschichten eines Autors oder einer Serie. Ich weiss nicht, ob je jemand Fangeschichten zu meinen Büchern und Geschichten schreiben will, aber sie bieten auf jeden Fall inhaltlich und formal das Potenzial dazu. Daher will ich mich dazu positionieren. Wer weiss, wann es benötigt wird.

Zunächst einmal: Wer Fanfiction zu meinen Welten schreiben will, ist willkommen. Die nichtkommerzielle Nutzung meiner Welten und Charaktere ist ausdrücklich erlaubt. Über eine kommerzielle Nutzung lasse ich mit mir sprechen: Wenn mir eine Geschichte gefällt und sie mit meinen Plänen für diese Welten kompatibel ist, kann ich ein Fanfiction-Werk zum Teil des offiziellen Universums erklären und der/die Verfasser/in kann es entsprechend bewerben und verkaufen; ich werde meinerseits auf diese Werke hinweisen.

Ich halte es dabei einfach nur für fair, wenn ich die Figuren und Elemente dieser Fanfiction ebenso verwenden kann, wie die Fanfiction-Autoren meine Welten und Figuren verwenden können. Daher ist dies eine Lizenzbedingung für alle Fanfiction zu meinen Büchern: Ich darf alle eigenen Charaktere und Elemente der Welt aus Fanfiction zu meinen Geschichten auch ohne Gegenleistung in meinen späteren Geschichten verwenden. Die andere inhaltliche Bedingung ist, dass alle Fanfiction sich von der Satdt Erkelenz fernhält. Das liegt daran, dass in Erkelenz für diese Welt einige bedeutende Ereignisse stattfinden werden, durch die diese Stadt ab den 2030er Jahren nicht mehr existiert; die entsprechenden Bücher werden erscheinen, sobald sie fertig sind. Es gibt noch ein paar andere Punkte, an denen Fanfiction meinem Konzept von dieser Welt widersprechen kann (keine Aliens, bitte!), aber das ist von Fall zu Fall entscheidbar.

Also, noch Mal kurz gefasst: Ich bin für Fanfiction. Wer damit Geld machen will, muss mich vorher fragen. Ich darf Elemente aus Fanfiction in meinen eigenen Werken verwenden. Und Pfoten weg von Erkelenz!

Alles in allem nicht so anders – bis auf die Sache mit Erkelenz.

Ich bin sicher, die Rezeption von Fanfiction wird sich in den nächsten Jahren weiter verändern. Es wird eine neue Diskussion um die Legitimität dieser Werke geben und darum, welche Rechte an einer Erzählwelt eigentlich bei wem liegen.
Das ging schon ein paar Jahre so, aber 50 Shades war der große Sprung. Und deshalb hat sich E.L. James jenseits aller Fragen nach literarischer Qualität ihren Platz in der Literaturgeschichte verdient.
Und es ist eine Wirkung, von der es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie dieses Jahrzehnt noch von einem anderen Werk übertroffen wird.


Arbeitsalltag

Eine Frage an mich, die immer wieder aufkommt, ist die nach meinen Arbeitszeiten. Es scheint also von Interesse zu sein, wie ich als Freiberufler/Selbstständiger meine Zeit einteile. Der Hauptgrund dafür ist natürlich, dass man mich oft zu Zeiten trifft, an denen die meisten Leute arbeiten.

Zunächst: Entgegen meiner einstigen Intention haben sich feste Zeiten etabliert. Diese sind aus einem ganz einfachen Grund anders als die üblichen Arbeitszeiten in Regel- oder Schichtarbeit: Es ist möglich und auch angenehmer, wenn meine arbeitsfreie Zeit so fällt, dass Dinge wie Einkaufen zu Zeiten erledigt werden können, wenn Läden und Straßen nicht ganz so voll sind, eben weil die meisten Leute arbeiten.
Daher ist meine Arbeitszeit in der Regel von 16:30 bis 1:00 Uhr. Übrigens auch an Sonn- und Feiertagen. Plus etwas Zeit am Vormittag.
Dass die Zeiten überhaupt einigermaßen fest sind hat den einfachen Grund, dass ich festgestellt habe, dass es der Produktivität eher abträglich ist, ständig zu anderen Zeiten zu arbeiten. Der Körper braucht einigermaßen verlässliche Rhythmen (was übrigens nicht gegen Schichtarbeit spricht, die ich früher gerne gemacht habe, der Rhythmus sollte nur nicht jeden Tag wechseln, dann ist es kein Rhythmus mehr).

Aaaaalso:
Vormittags gibt es eine kurze Vorphase: Nachrichten lesen per RSS-Leser und Paper.li (Eine ernstzunehmende Tageszeitung gibt es in Mönchengladbach leider nicht), tägliche Verkaufs- und Anzeigenstatistiken durchgehen. Übrigens, wo ich schon bei Zahlen bin, zählt dieses Blog keine Besucher, weil mich schlichtweg nicht interessiert, wieviele Leser es hat. Ist ja nicht so, als könnte ich etwas an der Leserzahl ändern, wenn ich es wüsste. Dies ist auch kein Themenblog, bei dem ich auf populäre Themen ziele, ich schreibe einfach, was mir grade durch den Kopf geht, gekoppelt mit Politik und meinen Büchern – alles Bereiche, auf deren Verlauf und Aktualität meine Besucherzahlen keinen Einfluss haben.

Es folgt der frei gestaltete Nachmittag: Einkaufen, Spazieren gehen, Daddeln. Manchmal mache ich da auch etwas zusätzliche Arbeit, etwa wenn Deadlines knapp sind oder ich ein Projekt einfach abschließen will. An Tagen, an denen etwa ein eBook von mir erscheint (zugegeben nicht so viele wie ich gerne hätte) habe ich in der Regel den Vortag durchgearbeitet.
Politische Arbeit ausserhalb der Sitzungen fällt in diesen Zeitraum.

Um 16:30 geht dann die eigentliche Arbeit los. Ich stelle die Links für eBooks für lau zusammen. Manchmal sind schon am Morgen einige zusammengekommen, die ich vorgemerkt habe, aber immer erfolgt jetzt eine Durchsicht diverser Anbieter und Foren, danach lege ich eine Reihenfolge der Tweets fest und welche eBooks bei oberflächlicher Prüfung meinen Qualitätsanforderungen für eine Empfehlung genügen. Ab 17:00 Uhr stelle ich die Links dann ein, entweder vergütete Werbelinks vom Anbieter (bei Amazon, Apple, Smashwords und für Probe-Abos) oder über adf.ly mit Werbeeinblendung belegte Kurz-URLs. Die Zeit kann etwa eine Stunde nach vorn oder zurück verschoben werden, wenn ich (vor allem wegen der Politik) Termine habe.
Es folgt das schreiben: Entweder aus diversen Portalen bezogene Aufträge oder eigene Inhalte für eBooks. Im Moment versuche ich, den Anteil der eBook-Zeit hochzufahren. Zur Zeit schreibe ich an sieben Bänden der Meilensteine der Evolution, um die im Juni alle auf einen Schlag rauszubringen. Die eBooks sind die angenehmere Arbeit, weil sie einerseits in den Themen und Inhalten komplett selbstbestimmt sind, andererseits aber auch mehr als ein Mal auszahlen – jedes fertiggestellte eBook verringert meine Unabhängigkeit von Arbeit für andere.
Wenn bei meiner Suche nach kostenlosen eBook-Angeboten qualitativ empfehlenswerte Titel mit deutlichen Erotik-Anteilen aufgetaucht sind, gibt es bei eBooks für lau um etwa 22:00 Uhr noch Mal die Nachtschicht mit diesen Empfehlungen.
Sonst geht es ohne größere Unterbrechung bis kurz nach 1:00, gerne auch schon Mal 2:00 an der Tastatur des Laptops weiter.

Ein Problem ist natürlich, dass die meisten politischen Termine ebenfalls um 17:00 anfangen. Diese sind also verlorene Tage für mich. Da Tage zB vor Ratssitzungen ohnehin für sinnvolles verloren sind verlege ich die Arbeit dann ausnahmsweise in den Mittag und frühen Nachmittag.
Das ist teils lästig, aber auch das ist ein Problem, welches nachlässt, je mehr eBooks ich auf dem Markt habe, da deren Verkauf weitgehend ohne mein Zutun läuft und nicht darauf angewiesen ist, dass ich nie ausfalle. Im Moment können die eBooks pro Monat einen verlorenen Tag ausgleichen. Ich habe 5 auf dem Markt (3 eigene und 2 Neuauflagen gemeinfreier Werke), Ende Juni werden es 12 sein (davon 10 eigene), vielleicht 13 (ein weiteres gemeinfreies ist in Arbeit). Das dürfte den Anteil der eBooks an meinen Einkünften auf 10% erhöhen (dann gleichauf mit den Werbeeinnahmen von eBooks für lau). Es ist noch ein langer Weg in die echte Unabhängigkeit, aber ich glaube, dass er sich lohnt.

Und um diesen Weg etwas zu verkürzen folgen die unverschämten Werbelinks auf meine bisher erhältlichen eBooks, die allerdings zugleich die Textwüste hier ein wenig auflockern:


Games: Generation des Meh

Gut, dass ich gestern doch noch was politisches geschrieben habe. Mein ursprünglicher Plan war ein Beitrag über meine Erwartungshaltung für die nächste Konsolengeneration. Jetzt kann ich stattdessen schreiben, warum die 7. Generation der Heimkonsolen im Grunde enttäuschend sein musste. Nach der 6. Generation, der wohl besten und innovativsten Zeit in der Videospieleindustrie seit den 1980ern, war es einfach fast unmöglich, etwas vergleichbares hervorzubringen.
Entsprechend kam das auch nicht.

Es gab eine Enttäuschung, mit der ich schon vorher ganz klar gerechnet hatte: Das Ende der High-End-Grafik. Oder besser, die Stagnation dieser.
De aktuelle Generation hat die Qualität der Grafik auf einen Standard gehoben, an dem die Leistungsstärke des Prozessors und Grafikchips kaum noch eine Rolle spielt. Einfach weil nur noch Titel mit Millionenbudgets die zur Verfügung stehende Rechenkraft überhaupt noch ausnutzen können. Klar, es gibt noch deutlich Potenzial nach oben, nur: Wer will das ausnutzen. Abgesehen von Crytek, die mehr spielbare Grafikdemos produzieren als Spiele. Wenn auch zugegebenermaßen sehr gute Grafikdemos.
Der Trend zeigt sich bereits seit einiger Zeit: Grafikleistung wird zunehmend bedeutungslos, der grafische Stil gewinnt an Wichtigkeit. Besonders deutlich wird das beim grassierenden Retro-Trend. Wenn Mega Man 9 & 10 oder Retro City Rampage in NES-Grafik daherkommen und unter Gamern ernsthaften Hype hervorrufen, ist das der beste Beweis für das Ende der Grafikschlacht. Es wird noch große, grafisch aufpolierte Spiele geben, aber wegen der Entwicklungskosten für solche Titel werden es nicht allzu viele sein.

Die anderen Trends sind herstellerabhängig. Also tauchen wir in die Einzelabteilungen und vergleichen die 6. mit dert 7. Generation Hersteller für Hersteller, nach der Reihenfolge der Vorstellung der jeweiligen großen Wohnzimmerkonsole.

Nintendo
Die große Legende. Nintendo ist der traditionsreichste Konsolenhersteller im heutigen Markt. Als die Wii 2006 auf den Markt kam war sie eine Revolution: Der einfache Controller mit Bewegungssteuerung und nur vier Tasten war etwas völlig anderes, als alle Konsolen bisher. Unterdessen verkaufte sich im Markt für tragbare Systeme der DS mit seinen zwei Bildschirmen (einer davon ein Touchscreen) so gut, dass Nintendo die GameBoy-Reihe einmotten konnte. Dann kam der Trend zu mehr Fitness-Spielen, auf dem Nintendo vorne mitritt. Kurzum: Mitte der 2000er definierte Nintendo Videospiele. Nicht unbedingt für die selbsternannte „Hardcore Gamer“, aber für die Massen.
Dann kam mit dem 3DS ein nettes, aber letztlich überflüssiger Nachfolger des DS. Und für die WiiU getaufte Nachfolgerin der Wii nahm Nintendo kurzerhand alle Innovationen der letzten Generation zurück und ersetzte sie durch den klobigsten Controller seit langem (fast so schlimm wie jener des Nintendo64).
Dabei hätte es so einfach sein können: Nintendo hätte als letzter Hersteller ohne HD-Auflösung eine grafisch leistungsfähigere Wii bringen können. Ein Gegenstück zu den Erfolgen/Trophäen der anderen Hersteller dazu und fertig. Mehr wollte niemand, zumindest niemand in der Zielgruppe von Nintendo – die Wii war ein einmaliges und vielfältiges Konzept, das etliche Jahre hätte überdauern können.

Microsoft
Die Xbox 360 war eine feine, aber von technischer Anfälligkeit geplagte Konsole. Microsofts Versuch, als erster die neue Konsolengeneration zu starten, funktionierte, brachte aber Probleme wie desaströse Ausfallraten der Geräte mit sich.
Die große Innovation der 360 waren die Erfolge, ein System, bei dem Spiele Punkte für bestimmte Leistungen vergaben, die dann in einem alle Spiele übergreifenden System zusammengezählt und aufgelistet wurden. Da die Erfolge als Gamerscore zugleich die menschliche Sammelwut als auch den Wettbewerb unter Spielern förderten. Das war Kleinkram, aber im Endeffekt überraschend wichtig. Wichtig genug jedenfalls, dass Sony sich veranlasst sah, es für die PS3 zu kopieren. Xbox Live war zu seiner Einführung ein ziemlich guter Online-Service, den damals niemand sonst zu bieten hatte.
Die neue Xbox One kann Skype, Kamerasteuerung, Sprachsteuerung… im Grunde all das, was eine Xbox 360 mit Kinect auch kann, nur einen Tick besser. Der Controller, der mE wichtigste Bestandteil jeder Konsole, ist funktional mit jenen der Xbox und Xbox 360 identisch. Sie hat etwas mehr Leistung, aber siehe Einleitung des Artikels. Das ist die Art von Update, die man sonst nur von Apple kennt, mit dem Unterschied, dass Apple sowas im Jahresrhytmus bringt, weshalb die Trippelschritt-Innovation dort zumindest gut begründbar ist. Oh, und man kann beim Zocken Fernsehn kucken. Weil das so toll gleichzeitig funktioniert, sich auf einen Film konzentrieren und Noobs pwnen.
Die Xbox One ist im Grunde ein SmartTV mit zusätzlicher Videospielefunktion. Oder mit anderen Worten ein PC für den fernseher. Äh ja, danke, einen PC habe ich schon – allerdings keinen Fernseher, meine Konsolen laufen über Konverter auf einem Computermonitor und ich habe kein Interesse am in Deutschland verfügbaren TV-Programm. Vielleicht würde ich das Ding kaufen, wenn ich damit (endlich!) in Deutschland BBC One empfangen könnte. England hat nämlich im Gegensatz zu Deutschland gute Öffentlich-Rechtliche Programme, für die ich Geld zu zahlen bereit wäre.
Nur eines ist gelungen: Es gibt jetzt auch spieleübergreifende und dynamische Achievements. Das ist toll, ich mag Achievements.
Alles in allem bin ich von der X1 nicht wirklich enttäuscht – das Englische hat den schönen Begriff „underwhelmed“, was sich in etwa übersetzen lässt mit „nicht so begeistert wie ich zu sein erwartet hatte“.
Übrigens: Hässlich finde ich sie nicht unbedingt. Langweilig, ja, aber nicht hässlich.
PS: Hier ist ein Konterunkt zur One beim ElJoel

Sony
Sony sollte mich besser überraschen.
Der dritte im Bunde hat mit seinen ersten beiden PlayStations zwei technisch schwache und innovationsarme Systeme in den Ring geworfen, die von beachtlichem Marketing und Software getragen zu Bestsellern wurden. Mit Ausnahme des EyeToy hat Sony nie eine eigene Innovation ins Feld geführt (okay, zwei Analog-Sticks statt einem).
Dann kam die PS3 und plötzlich hatte Sony die stärkste Konsole im Ring. Sony hat einige Fehler gemacht, das frühe Verbot von 2D-Titeln auf seiner Maschine etwa hat ganze Genres der Konkurrenz in die Arme getrieben (wer hätte je gedacht, dass die Xbox die beste Konsole für meine heissgeliebten japanischen Shmups wird?) und der Start der Konsole ging völlig in die Hose (Riiiiiiiiiidge Racer!). Aber alles in allem hat Sony viel richtig gemacht – die Achievements kopiert und dabei mit seinen Trophäen noch übertroffen (einfach nur Punkte? Pah, unsere Punkte sind verschieden gut!), einen Online-Service hervorgebracht, der Xbox Live locker in die Tasche stecken konnte (vom Wii-Channel schweigen wir hier mal) und eine überaus leckere Software-Bibliothek zusammengestellt, die zu weniger als 90% aus Shootern und immergleichen Rennspielen bestand.
Die PS4 bekommt ein paar Gimmicks wie das von der PS Vita bekannte Touchpad am Controller, verändert sich aber wenig.
Die Sache ist die, dass wir noch nicht viel über die PS4 wissen. Es könnte eine ebensolche Enttäuschung sein wie die Xbox One. Es könnte noch mit einer neuen Idee aufkommen, das wäre allerdings extrem untypisch für diesen Konzern. Vorerst bleibe ich skeptisch, dass Sony nach den beiden Gurken der Konkurrenz mit etwas großem auftrumpfen kann. Und wehe, die Überraschung sind wieder proprietäre Speicherkarten mit Preisen von 60 € für 12 GB wie bei der Vita.

Fazit
Die 6. Generation der Videospielkonsolen hätte problemlos die vorerst letzte bleiben können, die bis zur 7. noch 5-6 Jahre gelaufen wäre, vielleicht ergänzt um eine Wii HD.
Alle drei Konsolen zeigten durch Aktualisierungen und neue Hardware mitten in ihrer Lebenszeit das Potenzial, als Plattform ewig weiterzulaufen. Die letzte Generation war gefüllt mit Innovationen vor allem bei den Controllern, besonders bemerkenswert hier Kinect und WiiMotion Plus. Wie wir jetzt sehen, scheint jede weitere Innovation entweder marginal (Xbox One) oder konterproduktiv (WiiU) zu sein.
Mein Abschlussgedanke: Die Zeit war einfach noch nicht reif.


Die Bosheit des Geldes

Lasst uns über Geld reden. Nicht nur, weil ich grade diese Webseite wieder für ein Jahr bezahlt habe, sondern auch, weil es ein Thema ist, das mich grade im politischen Diskurs besonders nervt. Geld ist wahrlich kein neues Thema im politischen Diskurs, aber in letzter Zeit ein besonders interessantes.
Wann immer irgendwo in einer politischen Debatte das Wort Geld (oder ein Wort aus dem Rest des Wortfeldes “Finanzen und Währungen„) fällt kann man sicher sein, dass es ein Gegenargument ist. Dies üblicherweise in der Gestalt der Implikation der Bosheit des Geldes.
Die gibt es in drei Geschmäckern und zu diesen nun im Einzelnen:

Geld verdienen ist böse
Wann immer ein Projekt abgelehnt wird, gibt es ein Argument, dass spätestens kommt, wenn alle anderen Argumente weg sind: „Die machen doch nur Geld damit!“
Ein Punkt, an dem ich nur fragen kann: „Ja, na und?“
Windräder, Solaranlagen, Kriz (unterster Kommentar) – überall machen die Akteure nur Geld damit. Was ich hier nicht verstehe ist, worin eigentlich der Vorwurf besteht. Sollen sie halt was davon haben, wenn sie sinnvolle Projekte machen, wo ist das Problem? Was ist denn die Erwartungshaltung, die hier hintersteht, dass alles Gute in der Gesellschaft von Bettelmönchsorden durchgeführt wird?
Ganz besonders beachtlich ist der Vorwurf der Abschöpfung von Subventionen: Ja natürlich werden Subventionen abgeschöpft, dafür sind sie da! Subventionen haben den Zweck, Investitionen zu erleichtern und so politisch erwünschte Änderungen zu fördern. Wenn niemand eine Subvention abschöpft, läuft irgendetwas grauenhaft schief.
Ja, es gibt Subventionsgräber, die nach der Abschöpfung stillgelegt werden. Sowas muss man verhindern, etwa mit Vertragsstrafen im Subventionsabkommen.
Und natürlich sind nicht alle Subventionen aus der Warte der jeweils eigenen politischen Position gut. So ist das halt, wenn man die Politik auf der jeweils zuständigen Ebene nicht selbst bestimmt.

Geld ausgeben ist böse
Das hatten wir in MG bei der Bibliothek, man kann es aber im Moment überall sehen. Alles, was einem politisch nicht schmeckt und was Geld kostet bezeichnet man als Steuerverschwendung.
Dabei wird so argumentiert, als sei eine Steuerkasse das selbe wie ein Portmonee: Anschaffungen werden für sich und in ihren laufenden Kosten betrachtet. Dabei haben Ausgabeentscheidungen von Gebietskkörerschaften (Städte, Länder, Nationen, transnationale Vereinigungen, aber auch ausreichend großer Unternehmen) auch noch volkswirtschaftliche Auswirkungen, die aber schwer bis gar nicht präzise vorherzusagen sind.
Etwa wenn der Bau eines Radweges in einzelnen Läden zu 49% Umsatzzuwachs führt und nebenbei noch Abgase vermeidet und die Innenstadt belebt. Oder wenn durch eine zentralere Bibliothek der Bildungsgrad und damit die Arbeitsfähigkeit des Bevölkerungsschnitts gehoben wird. Oder wenn mehr Jobs entstehen. Wenn kulturelle und/oder wirtschaftliche Verbesserungen die Stadt und ihren Ruf aufwerten und so ein Bevölkerungswachstum verursachen. All das kann man auch monetär abbilden: Weniger Ausgaben wegen Zerfalls und Armut, mehr Einnahmen aus Steuern der neuen Einwohner und der stärkeren Wirtschaft.
Das sind Dinge, die die vielbeschworene schwäbische Hausfrau nicht kennt. Und genau deswegen ist eine so einfache Rechnung, die nur auf die Kosten schielt in der politischen Diskussion unseriös, oft sogar schädlich.
Das gilt übrigens auch andersrum: Ein einträglich erscheinendes Projekt kann sich über volkswirtschaftlichen Schaden als Fehlinvestition herausstellen. Etwa, wenn man einen Niedriglohn-Logistiker in die Stadt holt und dann die sich daraus ergebende höhere Anzahl von Aufstockern bezahlen darf. Nur: Wer wie etwa Presseliebling Bund der Steuerzahler regelmäßig das Vorgehen, politische Entscheidungen betriebswirtschaftlich zu rechnen, fordert, der darf sich nicht gleichzeitig beschweren, wenn das mal nach hinten losgeht.

Geld haben ist böse
Kommen wir zu den Millionären und Milliardären. Die sind ja eh alle verdorben. Es interessiert uns auch gar nicht, womit die ihr Geld verdient haben und ob einige Methoden, zu Reichtum zu kommen, legitimer sind als andere.
In gewisser Weise ist das logisch: Wenn man (siehe „Geld verdienen ist böse“) mit guten Dingen kein Geld verdienen kann, bleibt ja nur noch Lug, Betrug und Ausbeutung. Unter der Prämisse macht dann auch eine Reichensteuer Sinn. Es ist halt viel einfacher, Reichtum jeglicher Couleur zu bestrafen, als illegitime Methoden des Reichtumserwerbs (sagen wir mal Nahrungsmittelspekulationen oder Börsenwetten) unattraktiv oder gar illegal zu machen.

Bonus: Kein Geld haben ist böse
Denn wer kein Geld hat, ist Sozialschmarotzer. Steht inner Zeitung, muss also stimmen.


Ampelausfall

Nach fast vier Jahren ist es nunmehr also so weit, etwa ein halbes Jahr früher, als ich zuvor anhand des kommenden Wahlkampfes für 2014 geschätzt hatte. Ich weiss noch keine Details aus den Sitzungen, aber: Die Ampel ist am Ende.

Die Ampel in Mönchengladbach war begründet worden als die Chance einer Ablösung der fast 60 Jahre andauernden Vorherrschaft der christdemokratischen Kräfte in unserer Stadt. (Quasi-)Alleinherrschaft ist nie gut und diese Stadt zeigt deutliche Spuren dessen. So gründete sich 2009 eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP, ein Schritt, den ich von Anfang an befürwortete und für den ich damals intern stark warb.
Das Bündnis war nie ein einfaches, aber anders als andere sah ich schon in seiner bloßen Existenz einen positiven Schritt für die Stadt.
Es war aber auch eine lehrreiche Zeit. Lehrreich über Klüngel und Interessenlagen. Darüber, wer eigentlich politisch für was verantwortlich ist und welche Kräfte an einem Fortbestand alter Strukturen interessiert sind. Die Erfahrung, wie es ist, in einer Stadt Politik zu machen, in der es keine nennenswerte Presse gibt, nur schwarz-gelbes Klopapier und ein paar Online-Blättchen (einzig die WZ ist brauchbar und bietet saubere journalistische Arbeit, aber in dieser steht nur die Hälfte überhaupt erwähnt).

Es war eine Zeit tiefer Blicke hinter die Kulissen auch unserer politischen Partner. Manche interessant, manche Hoffnung gebend, manche erschreckend abgründig.
Wie mir aus der Zeit vor der Ampel berichtet wurde, war es auch eine Revolution der zuvor als unerträglich geschilderten politischen Kultur. Vor allem Grüne Intervention hat auch Ansätze einer Reform der Art und Weise verursacht, wie Verwaltung arbeitet – sei es die stärkere Bürgerbeteiligung in Projekten der Bauverwaltung (Burg Odenkirchen und Schillerplatz seien hier genannt) oder zuletzt die angesetzte Stärkung der Einbindung der Fachausschüsse in diese betreffende Ausschreibungsverfahren.
Natürlich war es oft auch eine Lektion in Machtlosigkeit – so in bereits vor unserer Zeit angestoßenen Projekten wie etwa der Korschenbroicher Straße und dem Abriss des „Affenfelsens“. Andererseits haben wir an anderen Stellen nachhaltig Dinge verändert – das HDZ hat eine Schrumpfkur erhalten, eine sechste Gesamtschule wurde eingerichtet, Plätze in der ganzen Stadt sind umgestaltet worden. Wo genau ich die von Wanlo abgewandte Unbill der RWE-Mauer verrechnen soll, da bin ich noch nicht ganz im klaren, auf jeden Fall aber positiv.

Es ist schon interessant: Nach vielen Änderungen vor allem im Stil hatten die Grünen nun zwei große Bauprojekte angestoßen: Die Radstation MG (vorerst im Land auf Eis gelegt) und die neue Bibliothek.

Dass es nun ausgerechnet ein Bildungsprojekt ist, an dem die Ampel scheitert, das vermutlich sinnvollste, worin man in einer Stadt in der Lage von Mönchengladbach investieren kann, das ist das eigentlich erschreckende hier. Keine millionenschwere Straße oder ihre sinnlose Erweiterung, keine Ansiedlung eines für die Stadt letztendlich schädlichen Gewerbes (Juhu, Zalando kommt und bringt seine Aufstocker-Arbeitsplätze zu Tausenden gleich mit!) samt Investitionen in die zugehörige Infrastruktur, nein, ein Bildungsprojekt mit seiner potenziell erheblichen Wirksamkeit gegen grassierende Schulabbrecherquote, Arbeitslosigkeit und Armut in der Stadt. Ein geistiges Armutszeugnis für Mönchengladbach.
Es ist dies die größte Scham an diesem Ende – es war ein Ende aus den völlig falschen Gründen.
Allerdings, es war auch dies – ein Thema, welches das Risiko wert war.

Bis zur nächsten Kommunalwahl wird noch etwas über ein Jahr vergehen. Ich bin gespannt, wie diese Stadt sich nunmehr unter voraussichtlich wechselnden Mehrheiten weiterentwickelt.


Lesetipps Evolution

Während ich an weiteren Bänden von Meilensteine der Evolution schraube dachte ich mir, eine kleine Zeitüberbrückung wäre nicht schlecht.
Es gibt zwar keine andere Serie wie die „Meilensteine“, aber wenigstens ein paar Werke mit einem ähnlichen Ansatz, wissenschaftlich fundierte Tiergeschichten aus der Urzeit zu schreiben und dabei auch gleich ein wenig Wissenschaft zu vermitteln. Davon habe ich hier einfach mal einige gesammelt.
Was die Meilensteine angeht, so bin ich aktuell dabei, die restlichen geplanten Bände parallel zu bearbeiten, um sie alle in einem Rutsch zu veröffentlichen. Das wären 5 weitere Urzeitbände sowie 2 Bände im Zeitalter des Menschen, wobei ich noch nicht sicher bin, ob diese beiden Bände gemeinsam mit den Urzeitbänden oder später einzeln erscheinen werden, einfach weil sie sich so sehr von den übrigen Bänden unterscheiden. Danach kommt dann der große Sammelband, der dann auch auf Papier.
Aber wie gesagt, bis dahin gibt es zur Überbrückung ein paar Tipps (Amazon-Links mangels Alternative):

Anja Steinhörster
Hanna das Dinozwergenmädchen
Sprache: Deutsch

Die einzige aktuell als eBook erhältliche deutschsprachige Geschichte aus der Sicht eines Urtiers ist dieses kleine Märchen mit einem Sauropodenbaby in der Gegend des heutigen Münchehagen. Für sehr junge Leser geschrieben, mit stark vermenschlichten, sprechenden Dinosauriern und ähnlichem. Alles in allem sehr niedlich, mit 4,11 € auf 37 Seiten (laut Amazon-Schätzung) für eBook-Verhältnisse wohl etwas teuer, aber noch im Rahmen.
Meine Empfehlung gilt bei diesem Buch vor allem für Eltern mit dinobegeistertem Nachwuchs.

Robert T. Bakker
Raptor Red
Sprache: Deutsch (aus dem Englischen übersetzt)

Der Klassiker unter den Tiergeschichten mit Dinosauriern. Robert T. Bakker ist jener Paläontologe, dessen Buch The Dinosaur Heresis das moderne Bild von Dinosauriern als aktive warmblütige Kreaturen geprägt hat. Dass unser Bild von den Dinosauriern heute ein völlig anderes ist als in den 1950ern ist zu großen Teilen sein Verdienst.
Raptor Red ist die Lebensgeschichte eines frisch in Nordamerika eingetroffenen Utahraptor-Weibchens (größere Verwandte des eigentlich nur schäferhundgroßen Velociraptor). Bakker nutzt die Geschichte, um ein lebendiges Bild der damaligen Welt zu zeichnen und seine Theorien über diese Tiere zu präsentieren. Ein kurzer Epilog ergänzt die Geschichte um einige Fakten über die Utahraptoren und ihre Welt. Kein Buch auf dieser Liste ist den Meilensteinen ähnlicher als Raptor Red, auch wenn es inzwischen wie alle Dinosaurierbücher aus den 90ern deutlich veraltet ist und die Romanhandlung stärker im Vordergrund steht. Meine uneingeschränkte Empfehlung für Fans meiner Reihe.

Anne Genadinos
Troodon
Sprache: Französisch

Troodon (oft auch Tröodon geschrieben) ist ein kleinerer Maniraptor (=Raptoren), der als besonders intelligent gilt und durch große Augen auffällt. Er gehörte (gemeinsam mit dem noch obskureren Syntarsus) zu den ersten Dinosauriern, die mit Gefieder dargestellt wurden. Eine Art B-Promi der Dinowelt – durchaus noch bekannt, aber nicht bekannt genug um in die Popkultur Eingang gefunden zu haben wie einige andere Dinosaurier.
Das Cover ist natürlich eine Katastrophe, aber darüber sehe ich hier mal hinweg. Die Geschichte stellt diesen kleinen Dinosaurier vor und legt dabei besonderes Augenmerk auf sein Gefieder und die Verwandtschaft der Maniraptoren mit den Vögeln (auch das Thema von Schwarzer Schwinge, das seinen Blick allerdings auf die kleinsten der Raptoren – Microraptor und Archaeopteryx – richtet). Das Buch ähnelt stark Raptor Red, wenn auch sehr knapp gefasst.

Stephen Penner
Professor Barrister’s Dinosaur Mysteries
Sprache: Englisch

Diese Serie kannte ich bis gestern nicht und sie ist eine echte Überraschung: Stephen Penner ist eigentlich ein Thriller-Autor, aber mit dieser Reihe hat er einige Kinderbücher über Dinosaurier herausgebracht. Die Serie folgt zwei Kindern und einem Paläontologen mit Zeitmaschine, die nach der Entdeckung eines auf seltsame Weise veränderten Fossils in der Urzeit die Erklärung für die ungewöhnlichen Merkmale des Fundes suchen.
Jeder Band der Serie umfasst eine kurze Geschichte um die drei Charaktere und ihre Reise zu den Dinosauriern, gefolgt von Vorstellungen einiger Dinosaurierarten und einem Text über das Thema des jeweiligen Bandes. Die Ähnlichkeit zu den Meilensteinen ist allerdings zufällig – der erste Band erschien 2010 während meine Reihe 2012 startete ohne dass ich von Penners Reihe je gehört hatte. Professor Barrister’s Dinosaur Mysteries sind für jüngere Kinder geschrieben, aber auch für ältere unterhaltsam.
Im ersten Band treffen wir Troodon wieder, im vierten die kleineren Raptoren wie Microraptor.

Sissel Jo-Gasan
Dinosaurierfedern
Sprache: Deutsch (übersetzt aus dem Dänischen)

Und nun zu etwas völlig anderem. Naja, nicht ganz, wir bleiben bei Populärliteratur mit Raptoren. Was wir hier haben ist ein skandinavischer Krimi mit Dinosauriern. Im deutschen Print sauteuer (offenbar wollen die Verlage nicht, dass man ihre Bücher kauft), für Kindle leider nur auf Englisch erhältlich, was sehr schade ist. Zudem scheint die englische Übersetzung den Rezensionen nach die deutlich bessere zu sein.
Es geht um einen Forscher, der an einigen Dinosaurierfedern arbeitet und kurz vor der Veröffentlichung seiner Ergebnisse mit Hilfe von Bandwürmern ermordet wird. Das ganze ist ein recht ruhiger, wenig brutaler Krimi im wissenschaftlichen Umfeld, der interessante Einblicke in die Biologie, allen voran in die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Vögeln und Dinosauriern sowie in die Welt der Parasiten, gewährt.

Dougal Dixon
A Survival Guide: Living with Dinosaurs in the Late Jurassic Period
Sprache: Englisch

Achja, Dougal Dixon.
Dixon gehört zu den kreativsten Sachbuchautoren der Gegenwart. Sein The New Dinosaurs ist zwar wunderschön, erreicht aber inzwischen antiquarisch stolze Preise (für Späterleser: zur Zeit des Schreibens je nach Edition und Zustand zwischen 40 und 450 €). Es ist letztlich die Grundlage für die „Was wäre wenn…“ Kapitel in den Meilenstein-Bänden. Bei dem Preis empfehle ich aber lieber etwas gegenwärtig zu einem vernünftigen Preis verfügbares.
The Survival Guide ist genau das: Ein Survival-Ratgeber für im Jura gestrandete. Das ist ein relativ absurdes Szenario, aber es ist ein schöner Ansatz, um diese längst vergangene Welt vorzustellen und gedanklich zu erkunden.

Darren Naish, C.M. Kosemen, John Conway
All Yesterdays
Sprache: Englisch
Auch bei iTunes, Lulu und bei Lulu auf Papier

Kommen wir etwas von den Romanen weg: All Yesterdays ist ein Buch, das sich mit der Art und Weise beschäftigt, wie Dinosaurier und ähnliche prähistorische Kreaturen in der Kunst bzw. in Illustrationen dargestellt werden. Nicht nur ein flammendes Plädoyer dafür, Dinosaurier stärker als ganz normale Tiere in ganz normalen Situationen darzustellen, sondern grundsätzlich für mehr Kreativität und Mut bei der Darstellung dessen, was die Fossilien nicht zeigen: Seltsame Hautlappen und Körper, deren Skelette durch Muskeln, Fett, Haut und Gefieder nicht einmal mehr zu erahnen sind. Verhaltensweisen und Momente im Leben dieser Tiere, an die noch keiner gedacht hat. Illustriert ist das ganze mit Beispielen der ganzen Bandbreite, von im Schlamm wälzenden Sauropoden bis zu Therizinosauriern, die unter ihrem Federkleid kaum noch zu erkennen sind.
Dazu kommt die zweite Hälfte des Buches, „All Todays“, die den Spieß umdreht: Wie würden wir die heutigen Tiere rekonstruieren, wenn wir nur ihre Skelette kennen und dabei genauso vorgehen wie heute bei den Dinosauriern. Diese Bilder sind einmalige Augenöffner. Nur, die Schwäne… die auf Grundlage ihrer Skelette gezeichneten Schwäne werden eure Albträume nie wieder verlassen.
Obwohl… show, don’t tell:

Gern geschehen.

Die Geschichte von Big Al
Sprache: Deutsch (übersetzt aus dem Englischen)

Und weiter zu den Filmen. Viele Dokus sind sehr nah am Konzept meiner Serie, mit einer Geschichte, die um zusätzliche Sachinformationen ergänzt ist.
Die Geschichte von Big Al ist dabei das meines Erachtens beste Beispiel. Der Film, eine Sonderfolge von Im reich der Dinosaurier, folgt einem Allosaurier durch sein leben im späten Jura, vom Ei bis zum Tod. Dazwischen sind immer wieder Informationen eingestreut, woher wir die dargestellten Ereignisse kennen. Big A selbst ist zweimal vorhanden – einmal als Tier in der Filmhandlung und einmal als Skelett in den Erklärungen, in denen die Ereignisse im Leben eines speziellen Allosauriers an Spuren in den Knochen nachvollzogen werden kann. Ein absolut faszinierender Film über die Möglichkeiten der heutigen Paläontologie und darüber, was ein einzelnes Skelett alles verrät.

Die Reise der Dinosaurier: Flucht aus dem Eis
Sprache: Deutsch (übersetzt aus dem Englischen)

Dieser Film begleitet einen Edmontosaurier auf seiner jährlichen Reise aus dem Sommerquartier in Alaska in die Winterquartiere weiter südlich. Der Schmalz ist stellenweise etwas dick aufgetragen, aber insgesamt ist das eine ganz nette Geschichte über die jahreszeitlichen Wanderungen, die einige Dinosaurier in dieser Zeit wohl unternommen haben. Die Entstehung der Jahreszeiten sind ein Thema, das nur selten behandelt wird. Dabei ist es eine faszinierende Geschichte und Dinosaurier im Schnee sind auf jeden Fall ein eher selten zu sehendes Bild, das aber definitiv der damaligen Realität entstammt.
Das Thema der Jahreszeiten in der Kreidezeit werde ich in den „Meilensteinen“ übrigens im Band Klirrender Kälte aufgreifen, wobei ich mich eher auf Pachyrhinosaurier konzentriere. Edmontosaurier kommen aber auch vor.

Zurück zu mir
So, kurz noch zum Stand der „Meilensteine“: Wie gesagt schreibe ich grade an den restlichen Bänden in einem Schwung, wobei ich immer eine Rubrik in allen 7 Variationen verfasse, so dass sie tatsächlich im Gleichschritt vorankommen. Die beiden Bände, die in der Zeit des Menschen spielen (einer über Zucht, einer über Gentechnik) haken etwas, weil die Themen so anders sind als in den Urzeit-Bänden.
Es wird also eine große Welle von mindestens 5 gleichzeitig erscheinenden Titeln geben, voraussichtlich zum Monatswechsel April/Mai.
Damit einher gehen Aktualisierungen der beiden bereits erschienenen Bände, bei denen es auch die Ergänzung eines neuen Kapitels für beide geben wird.
Die Themen der 5 übrigen Urzeitbände sind die kambrische Explosion, die Entstehung der Vögel, der amerikanische Faunentausch, die ersten Wälder und die Entstehung der Jahreszeiten in ihrer heutigen Form. Ich habe diese Themen vor allem deshalb gewählt, weil sie so verschieden sind und die Möglichkeit bieten, am Anfang der Bände jeweils sehr unterschiedliche Geschichten zu erzählen. Einige der früher geplanten Bände fallen damit zu Gunsten anderer Themen weg. Wenn ich in Zukunft einen Ansatz finde, beispielsweise das Massensterben am Ende des Perm interessant zu machen, werde ich dies tun, aber vorerst sind diese sieben Bände (fünf Urzeit-Bände plus Zucht und Gentechnik) der Rest der Serie. Was noch folgt ist ein schön gestalteter großer Band auf Papier.

Danach werde ich mich vorerst etwas anderem widmen. Ich habe viele Ideen ausserhalb dieser Serie, die ich gerne umsetzen würde. Vielleicht etwas Cyberpunk? Oder Steampunk? Auf jeden Fall etwas ganz anderes.
Und wie gesagt: Wenn ich neue, passende Ideen finde, kehre ich auch zu den „Meilensteinen“ zurück. Gelegentliche Aktualisieurngen sind natürlich immer drin.