#Amazon

Derzeit schlägt ein vom HR zusammengestellter Bericht über die Arbeitsbedingungen bei Amazons Weihnachts-Arbeitern hohe Wellen. Etwas, was ich in keinster Weise ignorieren kann. Die Sache ist allerdings nicht so einfach: Einerseits zeigt die Reportage ernsthafte Missstände, die anzusprechen sind. Andererseits bleibt sie dabei oberflächlich und vergisst, nach den Ursachen zu fragen.
Aber fangen wir mit der Reportage selbst an:

Der Beitrag zeigt einige sehr problematische Zustände in den Logistikzentren des Versandhauses. Nun muss wenn man Beiträge über Amazon derzeit sehr vorsichtig „genießen“, weil die seit Monaten umfangreiche negative Berichterstattung mE ganz klar eine Kampagne der einflussreichen Buchhandelslobby (Börsenverein des deutschen Buchhandels) darstellt, der die von ihm vertretenen Branchen lieber vor Innovation von aussen schützt als sie bei seinen eigenen Mitgliedern voranzutreiben, um gegen Amazon wettbewerbsfähig zu werden. Diese ist effektiv genug, um selbst gestandene Überall-Verschwörungs-Vermuter sie übernehmen.

Bemerkenswert ist etwa ein fast zeitgleich erschienener überaus alberner Artikel in der FAZ.

So erklärt es sich denn auch, warum der Filmbeitrag des HR an vielen Stellen so oberflächlich bleibt. Hierzu noch ein Zitat, Hendrik Sachtler sei zur Hand genommen:

Dieser Beitrag geht in die richtige Richtung: Das Problem ist das System, dass solche Vorgänge nicht nur ermöglicht, sondern sogar erwünscht. Ich muss das noch deutlicher formulieren: Amazons Verhalten wird vom System nicht toleriert; es wird von ihm ausdrücklich gefördert.
Dabei habe ich mit Saisonarbeitern kein Problem, in Branchen mit starken saisonalen Schwankungen im Bedarf an Arbeitskräften ist sowas völlig in Ordnung. Spargel wird halt nur ein mal im Jahr gestochen und auch Weihnachten als großer Einkommens- und Arbeitsbringer der Händler gibt es pro Jahr nur ein mal (trotz aller Versuche, Ostern und Halloween auf ein vergleichbares Konsumniveau zu bringen).
Nein, das eine Problem ist die Behandlung dieser Arbeiter. Nicht das Schlafen in Doppelbettzimmern, darin erkenne ich nichts unzumutbares. Nicht der Lohn von 8,52 €, der ist bei Saisonarbeitern mehr oder weniger normal, dafür habe ich in meinem Studium öfter als Urlaubsvertretung gearbeitet – klar wäre mehr besser, aber man kann einem Einzelunternehmen nicht vorwerfen, das selbe zu bezahlen wie alle anderen auch (Zalando zum Beispiel bezahlt laut Medienberichten 1€ weniger). Aber die Gängelung durch den Sicherheitsdienst, schon dessen bloßes Vorhandensein in den Arbeiterunterkünften, das ist schlichtweg inakzeptabel. Und das ist der einzige Kritikpunkt, für den ich Amazon Mitverantwortung gebe.
Welchen Sicherheitsdienst das Unternehmen beschäft, ist vollkommen in seinem Ermessensspielraum. Zumal sich die Frage stellt, wozu der überhaupt da ist.

Das andere Problem liegt im System und hier kommen wir zu der Oberflächlichkeit, die ich dem Beitrag vorwerfe.
Amazon hat seine Stellenangebote an das örtliche Arbeitsamt gegeben. Und dieses wiederum ist für die erfolgte Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer verantwortlich. Was in der Reportage nur als Nebensatz vorkommt (wohl um dem Vorwurf der möglicherweise justiziablen Falschdarstellung zu entgehen), ist der Kern der ganzen Sache: Der wahre Täter hier ist der deutsche Staat. Die Leiharbeiterherankarrung aus dem Ausland, die geringen Löhne, der fehlende Kündigungsschutz – hier ist nicht Amazon am Werk, sondern die von Merkel so schön pointiert (aber bei ihr komplett ironiefrei) propagierte „marktkonforme Demokratie“. Einen ähnlichen Skandal gab es in Verbindung mit Amazon bereits vor etwa einem Jahr. Nach späterer Angabe des Konzerns auf ausdrücklichen Wunsch des örtlichen Arbeitsamtes.
Letzten Endes wird Amazon hier als Schild hochgehalten, um das System zu schützen. Amazons Verhalten ist in großen Teilen ein mit Absicht oder zumindest wissentlich gezogener Spross eines Gartens, der nur derlei Kraut hervorbringt. Man kann nun Amazon selbst angreifen, allein es ändert nicht viel. Selbst wenn Amazon etwaige Proteste zu spüren bekommt, was unwahrscheinlich ist, trifft es nicht jenes System, welches solche Auswüchse ermöglicht und fördert. Und die anderen machen unterdessen weiter, teils sogar noch schlimmer.

Der Protest muss dem System gelten. Solange dieses solches Verhalten nicht nur erlaubt, sondern sogar fördert, kann man von den Unternehmen nicht erwarten, ein Unrechtsbewusstsein zu erlangen. Deutschland erklärt es ja explizit für rechtens und erwünscht.

full disclosure
Ein merklicher Teil meiner Einkünfte stammt aus Werbung für und eBook-Veröffentlichungen bei Amazon.


Feuchten Fußes 2.0 oder: Der Fischlurch und die Negerlein

Seit ein paar Tagen ist die stark erweiterte zweiten Auflage des ersten Bandes der Reihe „Meilensteine der Evolution“ , Feuchten Fußes für Kindle erhältlich. Unter den Neuerungen findet sich auch ein Versionslog, das die Veränderungen im Vergleich zur ersten Auflage kurz zusammenfasst. Hier möchte ich für Interessierte detailierter auf die Ändeurngen und die Hintergründe eingehen.

Die Zensur-und-Neger-Debatte
In der Woche, in der ich die letzten Schliffe am Buch vorgenommen habe, ging eine große Debatte durch die deutschen Feuilletons: Otfried Preußlers Verlag hatte angekündigt, den Kinderbuchklassiker Die kleine Hexe zu überarbeiten und dabei neben dem unbestreitbar überholungsbedürftigen „durchwichsen&dquo; auch den „Neger“ gestrichen.
Da es nicht wirklich um meine Meinung zu dieser Debatte geht hier nur eine Kurzfassung: Ich halte „Neger“ historisch für einen unproblematischen Begriff, der aber durch die antirassistische Bewegung nachträglich als rassistisch deklariert wurde. Damit ist der Begriff rassistisch geworden, denn es liegt in der Natur von Sprache, dass Wortbedeutungen im semantisch-lexikalischen Konsens und nicht im historischen Kontext erschlossen werden. Oder anders gesagt: Es ist egal, ob ein Wort einst etwas bestimmtes bedeutet hat oder eine bestimmte Konnotation besaß, ausschlaggebend ist, welche Bedeutung und Konnotation es heutzutage hat. Somit ist Neger heutzutage rassistisch konnotiert. Ich persönlich halte das teils als Eigenbezeichnung schwarzer Deutscher geführte „Afro-Deutsche“ für um einiges rassistischer (weil es de facto Herkunft als genetisch verankert bezeichnet), aber sei’s drum.
Per Schlenker zurück zum Thema: Ist die Änderung des Buches legitim? Kann man ein Kulturerzeugnis nachträglich verändern, um sich verändernden kulturellen Rahmenbedingungen gerecht zu werden? Sollte man das? Das Thema, dass die Szene, in der bei Preußler der „Neger“ vorkommt, mir eher ein Plädoyer für Völkerverständigung zu sein scheint, mal ganz aussen vor gelassen.

Die Frage nach der Legitimität von Veränderungen in Literatur ist auch für mich und für die Änderungen in Feuchten Fußes relevant. Während ich den Sachbuchteil immer an den aktuellen Stand der Forschung anpassen und wann immer nötig aktualisieren wollte, hielt ich mich damit aus dem Teil, den die kleine Kurzgeschichte ausmacht, weitgehend heraus. Das war zumindest der Plan.
Nur gab es einen Punkt in der Geschichte, der ein Problem darstellte. Die Geschichte handelt von einem Acanthostega, einem der ersten Amphibien und seinen Ausflügen an Land. Dabei trifft er mehrfach auf kleine Landamphibien, die ersten echten Landtiere. Unserem wasserbewohnenden Hauptdarsteller erscheinen diese Wesen abstoßend, aus seiner Perspektive sind Amphibien ohne Kiemen so etwas wie bedauernswerte Entwicklungsfehler. Im Laufe der Geschichte wird aber klar, dass diese Tiere ein deutlich müheloseres Leben haben als Acanthostega, der mehr schlecht als Recht auf dem Land leben kann und im Wasser in ständiger Gefahr vor großen Raubfischen lebt. Der Punkt der Geschichte ist, dass scheinbare Nachteile unter den richtigen Bedingungen zu Vorteilen werden können.
Nun war die erste Begegnung wohl etwas stark formuliert und ich überlegte nach dem Hinweis einer Leserin aus der fremden Ferne (Rheydt, kannte die Frau aber zuvor nicht), sie zu entschärfen. Sie konnte sozialdarwinistisch ausgelegt werden. Auch wenn das Ende der Geschichte dieser Interpretation klar widerspricht, war es besser, sie erst gar nicht aufkommen zu lassen. Dennoch haderte ich: Eine bereits veröffentlichte Geschichte verändern? Ist das legitim?
Aber ja, das ist es.

Man muss sich vor Augen führen, dass ein Großteil der Literatur, die wir hierzulande lesen ohnehin Übersetzungen sind, also nicht der ursprüngliche Text des Autoren. Darunter übrigens auch Pippi Langstrumpf, um das es eine ähnliche Diskussion (der Vater als Negerkönig und Pippis Idee von der Transformation zur Negerprinzessin) gab. Die andere Sache ist die, dass der Rest dessen, was wir lesen oft mehrfach lektoriert wurde.
So ein Lektorat hat man sich nicht als einfache Rechtschreib- und Kommasetzungsprüfung vorzustellen. Der Lektor bearbeitet auch – gewöhnlich gemeinsam mit dem Verfasser – Stil und Satzbau; er analysiert und kritisiert Logik, Realismus, Vermarktbarkeit (!) und Plot der Geschichte und schlägt dem Autoren Änderungen für eine überarbeitete Fassung vor, bevor diese dann in zwei bis drei Anläufen bis zum Druck durchgereicht wird. Wohlgemerkt erst, wenn der Lektor zufrieden ist.
Was wir Leser schließlich in den Fingern halten ist nur sehr selten der ursprüngliche Text des Autoren. Die Autorenautorität ist eine schöne Vorstellung, die uns die Illusion leben lässt, Literatur sei grundlegend authentisch. Die Zerstörung dieser Illusion führt bei vielen Menschen zu einer Art Kulturschock, auf den in der Regel mit Verdrängung und Erkenntnisverweigerung reagiert wird. Es ist dieser Kulturschock, aus dem sich die Wut gegen die Streichung von Preußlers Neger speist (das und der Versuch der Fremdbestimmung von Sprache als sehr intimen Teil der Persönlichkeit ihres Sprechers, was den entscheidenden Unterschied zwischen dem Durchwichsen und dem Neger ausmacht).
Ich bin unter vorrangig deswegen selbstverlegt, weil ich genau dieses Lektoratstheater nicht mitmachen, sondern die Autorität über meine Texte behalten will. Viele mir persönlich bekannte Kollegen geben ihrerseits den selben Grund an.

Das hat aber auch Konsequenzen: Wenn wir die volle Verantwortung für unsere Texte übernehmen, sind wir eben auch verantwortlich, wenn etwas falsches oder missverständliches drinsteht. Darauf müssen wir reagieren – wir können den Fehler belassen oder wir können ihn verändern. Natürlich können wir ihn auch ignorieren.
Ich entschied mich letztlich, dass alle Teile von Feuchten Fußes, auch die Kurzgeschichte, einen klaren Lehrzweck verfolgen und diesem unterworfen sind. Daher ist auch für diesen Teil eine Änderung legitim, wenn sie nötig erscheint. Wir unabhängige Autoren haben als solche die Verantwortung, unsere Werke so gut wie möglich zu machen und notfalls zu diesem Zweck auch mit Augenmaß Änderungen vorzunehmen, wenn es dem Zweck der Geschichte dienlich ist.

Neue Kapitel
Das ist schnell erklärt: Die zweite Auflage hat einige jene Kapitel dazugewonnen, die zuvor im zweiten Band Staksigen Schrittes erstmals aufgenommen wurden.

Cover
Auf das überarbeitete Cover hatte ich ja bereits bei der Veröffentlichung von Staksigen Schrittes hingewiesen. Die Cover der Reihe sollen ein einheitliches Erscheinungsbild haben und das erreiche ich mit der Überarbeitung hin zu einer professioneller wirkenden Bildkomposition recht gut.
Die Schriften sind neu, die Proportionen sind neu und der kleine Greererpeton nimmt jetzt weniger Platz ein und ist gespiegelt, um dem Titelschriftzug Platz zu machen. Nebenbei habe ich auch den Untertitel geändert, er ist jetzt präziser. Leider habe ich vergessen, das auch im Buch anzupassen, die Anpassung erfolgt dann mit der nächsten Aktualisierung.
Was ich diesmal anders als bei Staksigen Schrittes sehr gut tun kann unc auch tun werde ist noch ein Vergleich des alten mit dem neuen Coverstil (alt links, neu rechts):

Die Wissenschaft dahinter
Hier habe ich ein Detail der Forschungsgeschichte ergänzt. Es geht darum, wie ein schwedischer Paläontologe jahrelang die Forschung aufgehalten hat, indem er wichtige Fossilien in seinen Besitz brachte und als einziger untersuchen konnte, was zu deutlich falschen Vorstellungen über die Entwicklung der ersten Landwirbeltiere führte. Das ganze ist eine spannende Geschichte für Freunde der Wissenschaftsgeschichte, im Buch ist nunmehr eine Kurzfassung zu finden.

PS
Bisherigen Käufern sollte die neue Version in den nächsten Tagen zur Verfügung stehen. Amazon ist, was das angeht, leider sehr langsam.


Staksigen Schrittes

Es ist vollbracht: Nach viel zu langer Bearbeitungszeit ist der zweite Band von Meilensteine der Evolution fertig und steht zum Verkauf. Na gut, „fertig“ nenne ich meine Sachbücher eigentlich nicht, mehr „veröffentlichungsbereit“. Denn deswegen gibt es ja ab und an Aktualisierungen – einerseits veralten Sachbücher mit dem Fortschritt der Forschung, andererseits gibt es immer wieder neue Ideen, was ich mit einem Grundkonzept machen kann.
Und genau für letzteres ist Staksigen Schrittes ein gutes Beispiel. Es gibt einige neue Inhalte, die so im ersten Band Feuchten Fußes noch nicht vorhanden waren. Diese sind nun im zweiten Band und werden bald für den ersten nachgereicht. Doch eins nach dem anderen.

Staksigen Schrittes
Anmerkenswert ist, dass die Geschichte zu Anfang des Buches im Vergleich zu Feuchten Fußes doch sehr anders ist. Hatte Feuchten Fußes eine richtige kleine Geschichte mit einer Hauptfigur, die sich emotional durch ihre Lebensumstände und Begegnungen entwickelt (soweit ein Lurch das eben kann), ist Staksigen Schrittes mehr eine Szene, ein normaler Tag Stunden vor dem Ende der Welt. Mehr eine Beschreibung des Lebens damals als eine echte Geschichte.
Ich bin gespannt, ob und wie dieser andere Ansatz ankommt.
Eine andere Veränderung betrifft die Artenporträts: Ich hätte alle Arten weiter vor weissem Hintergrund darstellen können, aber die größere Auswahl an Bildern im Vergleich zu den frühen Amphibien erlaubte mir, an einigen Stellen komplette Lebensbilder der Tiere einzusetzen. Ich entschied mich, diese Möglichkeit wahrzunehmen und deshalb gibt es jetzt statt dem reinen Pteranodon zwei Pteranodon über dem Meer.

Bild: Heinrich Harder

Die Alternative hätte so ausgesehen, auch hübsch, aber letztlich wenig interessant:

BIld: Matthew Martyniuk

Neu: Fiktionsfilter
Der andere mit diesem Band neu in die Serie eingeführte Bestandteil ist eine kleine Idee, auf die ich beim Lesen dieser Buchbesprechung gekommen bin, genauer durch diesen Abschnitt:

As for the text – well, it’s Bakker, so you probably already know what to expect. It can get a little twee at times, and he indulges in some plausible speculation that isn’t signposted as such

Das ist ein guter Punkt. Bücher über ausgestorbene Lebewesen enthalten oft viel Spekulation, die nötig ist, um ein geschlossenes, realistisches Bild von diesen Tieren zu erhalten. Spätestens wenn man eine Geschichte um diese Tiere schreibt wie ich es in Meilensteine der Evolution tue, wird es unvermeidbar, Eigenschaften zu schildern, die möglich und plausibel sind, die aber nicht aus den Fossilien abgeleitet werden können.
Da Schreitenden Staksigen Schrittes deutlich ausführlicher als Feuchten Fußes in die damalige Welt eintaucht, ist das hier besonders wichtig. Die Stars der einführenden Geschichte sind zwei Quetzalcoatlus, doch wir wissen nicht, ob diese Flugsaurier einzeln, in Paaren oder gar in Rudeln auf Nahrungssuche gingen und wahrscheinlich werden wir es nie wissen. Es kommt ein Tyrannosaurier vor. Dass er wie in der Geschichte ein Gefieder hatte ist wahrscheinlich, aber nicht sicher; geschweige denn, wie es gefärbt war. Wie ein Tyrannosaurier auf zwei umherlaufende Flugsaurier reagieren würde können wir ebenfalls nicht aus den Fossilien wissen.
Fakt und Fiktion in dieser Weise klar zu trennen schärft die Fähigkeit, dies zu trennen und bietet einen guten Ansatzpunkt zu erklären, woher wir bestimmte Dinge wissen oder warum wir sie annehmen können. Die Geschichte muss dadurch nicht verlieren, sie darf beide Bereiche ruhig vermischen. Jede Geschichte ist am Ende eine plausible Fiktion. Wenn es darum geht, Leute für Wissenschaft zu interessieren, ist es aber auch eine gute Idee, klar zu sagen, was wir wissen, was wir nicht wissen und was wir nicht wissen können.
Daher dieses neue Kapitel. Ich mag es sehr.

Neu: Zeitbild
Neu ist ein kurzer Abschnitt, der die Welt zu jener Zeit vorstellt, in der der jeweilige Band angesiedelt ist. Geografie, Klima, Tier- und Pflanzenwelt… ein knapper Überblick, was wir wissen und wie ähnlich oder unterschiedlich die damalige Welt zu unserer war. Die Geschichte am Anfang liefert einen Ausschnitt daraus, dieses neue Kapitel ergänzt diesen um das Gesamtbild.

Neu: Die Nebendarsteller
Das ist eine Ergänzung, über die ich schon bei Feuchten Fußes nachgedacht, dort aber mangels nennenswerter Inhalte (nur ein einziger Süßwasserhai) nicht umgesetzt habe.
Dieser neue Abschnitt ist in der Form identisch mit den Artenporträts, stellt aber jene Tiere vor, die zwar in der Geschichte vorkommen, mit dem eigentlichen Thema des Buches aber nichts oder nur wenig zu tun haben. In Feuchten Fußes war dies der Süßwasserhai, der unseren Acanthostega zur Flucht aufs Land veranlasste. Alle anderen Tiere waren frühe Amphibien um die das Buch sich ja drehte und erschienen daher unter den Artenporträts. Das war auch dem Handlungszeitraum geschuldet, wo ausser diesen nichts an Land lebte, was größer war als ein Tausendfüßer. Mit den Quetzalcoatlus in Staksigen Schrittes kommen wir in die Zeit der großen Berühmtheiten unter den Dinosauriern. Also kommen in der Geschichte auch Dinosaurier vor: Raptoren, Entenschnabelsaurier und der kreidezeitliche Superstar T. rex. Diese drei erhalten nun also ebenfalls kurze Porträts.

Neu: Was wäre wenn…
Meine Lieblingsneuheit in diesem Band ist das neue Kapitel „Was wäre wenn…“. ich war immer schon ein Fan alternativer Geschichtsschreibung und der Frage, wie unsere Welt aussähe, wenn bestimmte Ereignisse in der Vergangenheit anders abgelaufen wären. Solche Gedankenspiele helfen, die Bedeutsamkeit eines historischen Ereignisses zu ermessen.
Also spiele ich das Szenario einmal durch: Wie sähe die Welt heute aus, wenn die Flugsaurier das große Massensterben am Ende der Kreidezeit überlebt hätten?
Das Ergebnis ist eine Welt, in der giraffengroße flugunfähige Flugsaurier in den Steppen Jagd auf kleine Säugetiere machen. Sowas hier:

Flightless Pterosaur of Doom by ~Osmatar on deviantART
Diese Art der gedanklichen Spielerei mit Wahrscheinlichkeiten und Plausibilitäten ist ein durchaus beliebtes Hobby unter Paläontologen und hat im Internet unter dem Begriff „Speculative Biology“ eine komplette Szene hervorgebracht. Und warum auch nicht?

Das Cover
Das Cover von Staksigen Schrittes hat im Vergleich zu Feuchten Fußes ein paar stilistische Änderungen durchgemacht, die meines Erachtens einfach professioneller wirken. Das Ergebnis sieht nunmehr so aus:

Das Bild im oberen Bereich nimmt nun relativ viel Raum ein. Ich habe aufgegeben, oberen und unteren Bildteil ineinander übergehen zu lassen und im Ergebnis hat das gesamte Cover Konturen gewonnen und wirkt sauberer.
Es gibt weiterhin ein anderes Tier im unteren Bereich, dieses ist jetzt aber deutlich kleiner als vorher, wo der Greererpeton fast so groß war wie Acanthostega, die Hauptfigur des Bandes. Das ist hier als Notwendigkeit geschehen, da der gewaltige Kopfkamm des Nyctosaurus ein kleineres Bild nötig machte. Die obere Spitze ragt immer noch ins obere Bild, was ich aber absichtlich belassen habe um das Gesamtbild etwas aufzulockern. Ich denke, dieses Größenverhältnis werde ich in Zukunft grob beibehalten.
Die Schrift für Autor, Titel und Untertitel ist etwas größer und klarer. Letzteres hat einen etwas blöden Grund: Ich hatte vergessen, welche Schriftart ich ursprünglich benutzt hatte und habe bei der Gelegenheit noch einmal eine neue ausgewählt. Consolas ist eine hübsche Monospace-Schrift, die auch bei starker Verkleinerung noch gut lesbar bleibt und somit allgemein ein guter Kandidat für eBook-Cover. Tja, eine Riesen-Fontsammlung auf dem Rechner und die beste für den aktuellen Verwendungszweck ist doch wieder eine Windows-Standardschrift.
Bleibt noch die Fußzeile zu erwähnen. Diese ist geblieben, aber auch hier gibt es ein paar subtile Unterschiede. Zum einen ist die Bandnummer hinter dem Serientitel verschwunden. Meilensteine der Evolution hat keine vorgegebene Lesereihenfolge, da die Bände sich nicht auf einander beziehen, also gibt es auch keinen Grund, den Bänden Nummern zu geben. Im Gegenzug ist der Schriftzug etwas größer geworden.
Wer genau hinsieht wird erkennen können, dass der Nyctosaurus etwas in den schwarzen Balken hineinragt. Damit soll das Cover weiter zu einem Ganzen zusammengebunden werden. Beim ersten Band hatte ich das noch vermieden, wodurch das untere Tier aber etwas im leeren Raum zu schweben scheint.
Die nächste Auflage von Feuchten Fußes hat im selben Zuge bereits ein in der selben Weise überarbeitetes Cover erhalten, das mit der nächsten Aktualisierung auch bei Amazon ankommt:

Die Zukunft der Reihe
Nach dem zweiten Band kommt nun erstmal der erste dran: Wie schon angedeutet wird Feuchten Fußes um die Neuerungen aus Staksigen Schrittes ergänzt und das aktualisierte Cover dazugepackt. Ausserdem gibt es eine kleinere Änderung in der beginnenden Kurzgeschichte, nachdem mich eine Leserin auf eine möglicherweise missverständliche Formulierung aufmerksam gemacht hat. Das sollte nicht lange dauern, die meisten der Neuerungen sind bereits im Manuskript übernommen und müssen nur noch feingeschliffen werden. Wenn nichts dazwischenkommt geht das noch dieses Wochenende raus.
Danach arbeite ich weiter am ursprünglich zweiten Band, Schwarzer Schwinge. Es hat sich herausgestellt, dass die Kurzgeschichte am Anfang der Bände das schwierigste an den Fortsetzungen ist. Es ist nicht einfach, eine Geschichte mit Tieren zu erzählen, ohne sie zu vermenschlichen, was ich bewusst vermeiden will. Aber jetzt habe ich einen Ansatz für Schwarzer Schwinge und ich kann den bereits halbfertig auf meiner Festplatte liegenden Band endlich komplettieren. Dabei werde ich wahrscheinlich noch eine Neuerung einführen, mit der die Möglichkeiten der Serie etwas erweitert werden. Ich überlege nämlich, in Zukunft auch auf die menschlichen Einflüsse auf die Evolution einzugehen – Ausrottung, Domestizierung, Zucht und Gentechnik. Um diese Themen, vor allem die Gentechnik, angemessen behandeln zu können muss ich die Möglichkeiten der Serie aber noch etwas ausbauen. Für die nächsten Bände bleibe ich vorerst noch in der Urzeit, noch gibt es mehr als genug Ereignisse in vorgeschichtlicher Zeit.
Oh und dann sollen die Bücher natürlich auch noch anderswo als bei Amazon verfügbar sein. Amazon ist zwar ganz nett, aber es gibt ja noch andere nette Händler und vor allem auch solche, bei denen das alternative ePub-Format verkauft wird. Und ja, Apple ist mit auf der Liste.

Als kleine Vorschau für den dritten Band hier noch das Cover von Schwarzer Schwinge. Das waren dann aber auch genug Cover für einen Tag ;-)

Korrektur vom 25.1.2013 – An einer Stelle im text stand noch der Arbeitstitel des Buchs, „„Schreitenden Schrittes“. Diesen habe ich aufgegeben, weil er unsinnig war.


2013: Ausblick, Vorsätze

Direkt zu den Sektionen: Ausblick Vorsätze

Ich möchte für 2013 ein paar Vorhersagen aufstellen und Vorsätze festlegen.
Die Vorhersagen sind für mich selbst überraschend, aber ich halte sie für nicht unwahrscheinlich. Ich glaube ernsthaft, 2013 wird international ein historisches Jahr mit weitreichenden Auswirkungen in die weitere Zukunft. Deutschland läuft dabei Gefahr, von den Entwicklungen abgehangen zu werden. Merkels Regierung steht schon bald ähnlich isoliert da wie einst Honecker kurz vor dem Ende der Sowjetunion – die Welt dreht sich weiter, allein ein deutscher Staat weigert sich stetig, mitzudrehen und gräbt sich in veralteter Ideologie ein.

Ausblick

Die Armutsschere wird absurd
Die Armutsschere spreizt sich bekanntlich immer weiter, aber 2013 werden wir einige wirklich absurde Folgen dieser Entwicklung sehen. Der Lebensstil von Arm und Reich zeigt 2013 deutliche Tendenzen einer vollständigen Trennung, vor allem im Konsum.
Teilweise wird das in Entwicklungen offensichtlich, die noch vor einigen Jahren nur als Satire möglich gewesen wären. So wird es bei den Superreichen eine Raumfahrtbewegung geben, die zwar noch niemanden ins All bringt, aber mehrere erfolgreiche Testläufe bringt, die es breit in die Presse schaffen.

Das Erbe Angela Merkels
Angela Merkel bleibt Kanzlerin, aber nur mangels Alternativen. Deutschland ist in einer Kombination aus fortgesetzter Krise und unfähiger Regierung unregierbar geworden, aber auch hier ändert sich nichts, weil die Bevölkerung in der Mehrheit keine Alternativen sieht. Die dritte Amtszeit Angela Merkels geht als Das große Siechtum in die deutsche Geschichte ein. Währenddessen sammelt sich zunehmend Widerstand in der Bevölkerung, der sich weiter in regionalen Donnerschlägen à lá Stuttgart 21 entlädt, aber die oberen Ränge der Bundesregierung nicht wirksam erreicht.
Eine große Revolution wird es schon wegen des Mischmasch ans Partikularinteressen nicht geben, aber regionale Konflikte werden langsam an Intensität zunehmen. Politisch extreme Kräfte nähern sich in den Umfragen beunruhigend der 5%-Hürde, bei den etablierten Parteien erstarken populistische Kandidaten samt ihrer Flügel. Die FDP wird alle durch eine große interne Reform überraschen, bei der die Marktradikalen zu Gunsten der klassischen Liberalen untergehen werden. Der Erfolg dieser Reform entscheidet über Fortbestehen oder endgültigen Untergang der Partei, vor allem aber ist es die erste sichtbare Weichenstellung für die politische Landschaft nach der Ära Merkel.
Die Piratenpartei spielt keine nennenswerte Rolle mehr, selbst wenn sie in den Bundestag einziehen sollte.

Mönchengladbach: Ruhe vor dem Sturm
2014 sind Kommunalwahlen und ich gehe fest davon aus, dass sich schon aus diesem Grund 2013 in Mönchengladbach politisch nicht viel tun wird. Jeder will sich profilieren und gleichzeitig dem eigenen beabsichtigten Profil (vermeintlich) schadende Vorhaben verhindern. Damit wird sich die Politik hierzustadte gegenseitig auf den Füßen stehen.
Diese Situation wird weitergehen, bis die beginnende heisse Phase des Wahlkampfes im Laufe des Herbstes das Bündnis zerreisst.

Die Welt verändert sich grundlegend
In den USA kommt es zu einem großen Kurswechsel. Obama muss sich in seiner zweiten Amtszeit nicht mehr um die Wiederwahl kümmern und wird einige überraschende Entscheidungen verkünden. In Frankreich wird Hollande einige seiner Versprechen erfüllen – sehr zum Ärger Deutschlands. Der Nahe Osten versinkt in einem zweiten Anlauf des Arabischen Frühlings, nachdem der erste gescheitert ist. Die neue Revolution wird, ausgehend von Syrien und Palästina, zu einer Art internationalem Bürgerkrieg von Indien bis in die Türkei. Wir Zentraleuropäer werden davon aber nicht viel bemerken.

Medienwelt
In Deutschland wird mindestens eine als gesund geltende Tageszeitung empfindlich einbrechen. Mehrere unabhängige Filmprojekte aus dem Internet feiern Erfolge an den Kinokassen. Das eBook wird weiterwachsen, aber es wird nicht viel in der Art wirklich neues geben.

Vorsätze

Blog
2012 habe ich es in der ersten Jahreshälfte einigermaßen geschafft, regelmäßig hier zu schreiben. Dann kam die Sommerpause, in der alles ein wenig durcheinander kam und danach kam ich nicht wieder in einen brauchbaren Schreibrytmus. Dabei gab es nun wirklich genug potenzielle Inhalte für das Blog.
2013 will ich wieder dahin kommen, regelmäßig hier zu schreiben. Die Themen bleiben das bekannte Potpourri: Politik mit Fokus auf der lokalen Ebene, auf der ich selbst tätig bin, eBooks und hin und wieder mal was anderes, vor allem aus den Bereichen Wissenschaft & Technik. Angeblich eine viel zu polymorphe Mischung für ein konsistentes Blog, aber trotz dieser schönen Sammlung an Xenolemata halte ich das für mich persönlich für irrelevant – das ist mein Blog, es berichtet nicht wirklich, sondern spiegelt mehr mich und meine Interessen. Trotz eines bedauerlichen Mangels an Dinosauriern.

eBooks
Letztes Jahr habe ich mein Ziel in diesem Bereich bei weitem nicht erreicht. Das will ich 2013 ändern. Allerdings gebe ich diesmal kein pauschales Zeil von 10 Büchern im Jahr aus, sondern ein konkreteres, was den Motivationseffekt des Vorsatzes steigern sollte.
Das bedeutet, ich will 2013 mindestens diese Bücher fertigstellen: 2 weitere Bände der Reihe Meilensteine der Evolution, 1 Roman (wahrscheinlich Ètrenne, zu dem ich beizeiten mehr schreibe), 1 Kochbuch (unter Synonym, das aber nur um Verwechslungen mit den anderen Büchern zu vermeiden).

Politische Projekte
Auch mit politischen Projekten möchte ich weiterkommen und vor allem ein paar echte Pflöcke einschlagen. Das Ziel ist erneut, 4 größere Projekte erfolgreich anzustoßen oder mitzugestalten. Konkret denke ich an zwei Radwegeprojekte, ein Projekt für nachhaltige Luftfahrt, ein wirtschaftspolitisches Projekt. Aber diese Liste kann sich das Jahr über noch verändern, je nachdem, welche Themen von ausserhalb aufkommen oder mir in den nächsten 12 Monaten sonst so einfallen.

Projekt X
Ausserhalb dessen steht noch ein Projekt, dass ich dennoch hier zusätzlich einfüge. Dass ich zu diesem noch nichts sage ist keine Geheimniskrämerei oder soll es zumindest nicht sein. Aber ich überlege momentan, wie ich es möglichst gut präsentiere, denn dieses Projekt soll ein Erfolg werden und dafür braucht es eine gute Startpräsentation des Vorhabens.
Wie gesagt, es ist nicht direkt ein politisches Projekt, sondern mehr ein kulturelles und wirtschaftliches und ich werde dazu Crowdfunding anstoßen müssen. Es hat nichts mit meiner Partei zu tun und ist ein Projekt, das ich selber als Privatperson umsetzen will. Es geht, soviel kann ich schon sagen, um Bestattungs- und Erinnerungskultur.
Ich will es nicht 2013 komplett umsetzen, aber ich will es beginnen und bekannt machen. Wenn allein die Idee sich nur ausreichend verbreitet, wenn andernorts eine Diskussion darüber geführt wird, ist schon sehr viel erreicht. Wenn ich es dann in den nächsten Jahren auch noch umsetzen kann, wäre das natürlich absolut großartig.


Rückblick: 2012

Wieder ist ein Jahr vorbei, Zeit zurückzublicken. Aber zunächst etwas Musik, die wieder sehr hübsch von DJ Earworm zusammengemischten Charthits des Jahres in den USA.

So und jetzt freu ich mich erstmal über die Verdienste dieses Jahr: Weltuntergang überlbet und auch noch den Friedensnobelpreis erhalten. Das macht sich bestimmt gut im Lebenslauf.

Mönchengladbach
Der Politikbetrieb wurde 2012 weitgehend von den insgesamt drei in einem Jahr zu beschließenden Haushalten gelähmt: Haushalt 2012, Haushaltssanierungsplan und Haushalt 2013. Entsprechend wenig geschah in diesem Jahr in der Politik.
Das Thema Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße kam immer mal wieder auf, wobei ich jede Gelegenheit genutzt habe, die Diskussion in die Öffentlichkeit zu bringen. Leider mit wenig Ergebnis bisher.
Die Radstation für den Hauptbahnhof Mönchengladbach ist nunmehr konkret geplant und soll so aussehen:

Mfi baut seine riesige Mall an der Hindenburgstraße, wofür immerhin das hässliche alte Theater abgerissen wurde. Der mfi-Bau ist zwar auch nicht sonderlich schön, aber immerhin ein Fortschritt. Und als Bonus wird damit die Stepgesstraße geschlossen, was ein wichtiger Rückschritt für den Autoverkehr ist (während Fahrräder dort weiter fahren dürfen). Nur leider kommen wir auch hier nicht damit voran, die restliche Stadt auf die absehbaren Veränderungen vorzubereiten, die so ein Riesenteil für die anderen Stadtteilzentren mit sich bringt. An der Waldhausener Straße gibt es erste kleine Ergebnisse der Altstadterneuerung, auch wenn Eckpunkte wie die Umgestaltung des Platzes an der Ecke Aachener Straße noch nicht vorankommen. Der Neubau der Stadtbibliothek ist ein spannendes Thema, das dank unserer Fraktion in der gesellschaftlichen Debatte ist. Dann ist da natürlich noch der Beitritt zum Stärkungspakt, mit dem die Stadt in einem Kraftakt aus den Schulden rauskommen soll. Wir werden sehen, wie das mit der wenig konstruktiven Bezirksregierung laufen wird.
Alles in allem ein ruhiges Jahr. Hätte politisch ruhig etwas aufregender sein können. Aber es wurden viele Grundsteine gelegt für 2013.

eBooks
Ich habe nicht ganz die Zahl an Titeln erreichen können, die ich erhofft habe und daraus werde ich meine Schlüsse ziehen müssen wie ich in diesem Bereich effizienter arbeiten kann.
Immerhin aber ging am 17. April mein erster Band von Meilensteine der Evolution in den Verkauf. Feuchten Fußes ist immer noch mein bestlaufendes Buch, was es umso wichtiger macht, endlich mit dem nächsten Band der Reihe voranzukommen. Tatsächlich ist Staksigen Schrittes fast fertig und sollte in den nächsten Tagen erhältlich sein, gefolgt vom ursprünglich als zweiten geplanten Band Schwarzer Schwinge.
Ebenfalls gut läuft inzwischen der Luftpirat, auch wenn der finanziell mit 0,30 € pro Verkauf nicht wirklich viel bringt. Trotzdem nett, wahrscheinlich werde ich weitere Bände der Reihe umsetzen (leider nicht alle, da so weit bekannt niemand alle Bände hat, ich erst recht nicht).
Übrigens sind die Verkäufe von Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum komplett weg, seit die eBook-Einführung von literaturcafe.de sich in einem neuen Kapitel ebenfalls des Themas annimmt.

Ergebnis: Vorsätze
Zum Ergebnis meiner Vorsätze für 2012: Mein Gewichtsziel von 85 kg habe ich erreicht und stabilisieren können. Ich bin wie geplant komplett vom Desktop-PC auf den Laptop umgestiegen. Den Umfang meiner Bibliothek habe ich nur geringfügig verringern können, aber immerhin etwas. Dies hielt allerdings wie erhofft genau mit der Zunahme an Papier Schritt, das ich an Ratsunterlagen unterbringen musste.
Nicht geklappt hat das Ziel, 10 Bücher neu zu veröffentlichen – es ist genau eines geworden, das zuvior erwähnte Feuchten Fußes. Ich habe mich definitiv in zu vielen Projekten auf ein mal verzettelt, mein Perfektionismus hat das Übrige getan. Politisch sieht es etwas besser aus: Die Radstation MG ist beschlossene Sache, Mönchengladbach hat eine neue Sperrzeitenverordnung und eine Grüne Jugend gibt es in MG dank sehr aktiver neuer Mitglieder auch wieder.

Vorhersagen im Check
Zum Jahresanfang habe ich einige Vorraussagen für 2012 gewagt. Genauer diese hier:

Kurze Vorhersage: Der CASTOR kommt an MG vorbei wenn nicht gar durch MG, wogegen es ordentlich Widerstand gibt. Ansonsten geht es in der Stadt um große Dinge: Verkehrsentwicklungsplan, Lärmaktionsplan, Grimshaws Masterplan, Luftreinhalteplan – wenn es mit „-plan“ aufhört, ist es 2012 Thema. Mit etwas Glück sogar der immer noch suboptimale Busfahrplan in der Stadt. Meister und Vizemeister im Fußkugeln heissen beide Borussia. In Deutschland kommt es zum Durchbruch des eBooks, was weitreichende Auswirkungen auf die hiesige Kulturpolitik und Medienindustrie haben wird. eBooks werden für den Buchmarkt das, was das Internet für die Zeitungen bereits ist. Piraten und FDP gehen am jeweils eigenen Erfolg zu Grunde, wenn auch auf unterschiedliche Weise (FDP weil ihre Erfolge uns zunehmend in den Abgrund reissen, Piraten weil sie durch ihre eigenen Erfolge überflüssig werden). Das Ende der Welt verhindert grade noch rechtzeitig einen verheerenden Wahlsieg der Republikaner in den USA.

Und hier nun das Ergebnis: Der CASTOR kam dank des überraschenden Landtagswahlkampfes nicht und wird jetzt wohl gar nicht mehr kommen, weil der Jüchener Atommüll in die USA soll, wo er herkommt. Die Pläne waren erwartungsgemäß das große Thema in der Lokalpolitik, nur der Verkehrsentwicklungsplan ist nicht wirklich vorangekommen. Borussia Dortmund wurde zwar Meister, Borussia Mönchengladbach aber „nur“ Tabellenvierter. eBooks sind das große Thema in der Buchbranche, selbst wer nicht darüber spricht, spricht darüber, wieso er nicht darüber spricht. Das Schicksal der FDP und der Piraten ist weitgehend so eingetroffen wie vorhergesagt, wobei ich bei den Piraten bei der Begründung für die Vorhersage noch zu viel zugetraut habe – das ist erschreckend. Das Ende der Welt kam nicht, aber die Republikaner haben ja auch nicht die Wahl in den USA gewonnen.
Gar nicht so schlechte Glaskugelei.

Orakellösung
Am 1. Januar hatte ich meinen letzten Einkauf 2011 gelistet um mal zu schauen, ob er als Orakel taugt. Schauen wir doch mal, es waren:

  • 3 Pfund Äpfel
  • 500 g FIMO
  • 1 Mülleimer
  • 4 LED-Glühbirnen
  • 5 Liter destiliertes Wasser
  • 1 Baguette
  • 1 neues Rücklicht fürs Fahrrad

Okay, also mal sehen: Ich bin definitiv gesünder als noch vor einem Jahr, mit weniger Fett, mehr Kraft und Ausdauer (Äpfel). Die Müllgebühren sind in MG ein überraschend großes Thema geworden (Mülleimer), ich habe meine Technik recht umfangreich modernisiert (LEDs) und bin viel Rad gefahren (Rücklicht). Aber Baguette und FIMO? Keine Ahnung. Immerhin weiss ich jetzt, dass dieses Päckchen FIMO da im Schrank jetzt auch schon ein Jahr hier rumliegt.
Also: Einkaufsorakel taugt nix. Oh, mein letzter Einkauf 2012 waren übrigens ein Handy und eine Bifi. Das ist vermutlich noch ein wenig unorakeliger, also lassen wir den Quatsch in Zukunft wieder.

Morgen dann mein Ausblick auf 2013.


Politische KW 39-2012

Eine Woche mit Ratssitzung, auf die sich dann alles konzentriert. Entsprechend ruhig war es.

Montag
Ich habe bei den Ampelpartnern zwei Anträge zum Radverkehr eingereicht um sie zur nächsten Umweltausschusssitzung stellen zu können. Zwei kleine Sachen als Themeneinstieg. Mal schauen, was diese dann dazu sagen werden.
Keine Details, weil ich inzwischen ja weiss, wie gern die CDU abschreibt.

Donnerstag
Über das Borussia-Darlehen habe ich ja bereits letzte Woche zum Hauptausschuss erzählt.

Das große Thema der Ratssitzung war natürlich der Haushaltssanierungsplan (HSP), der wie üblich durch Haushaltsreden in die Länge gezogen wurde. Diese waren diesmal allerdings bis auf die hochnotpeinliche Rede der CDU (samt Apokalypse, wilden Verschwörungstheorien und albernem Comicbuchbezug auf das Antragsbuch der Ampel) eher langweilig und inhaltsleer, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass die viel interessanteren Reden bereits vor den Sommerferien bei Vorstellung des Plans gehalten wurden.
Wie gehabt macht die CDU keine eigenen Vorschläge zur Sanierung des Haushaltes (im Hauptausschuss hat sie dies sogar aktiv verweigert, offenbar glaubt die CDU, ihr Auftrag sei irgendwas anderes als das Wohl der Stadt, sonst würde sie ihre Vorschläge ja zugunsten des Allgemeinwohls vorlegen). Die FWG geht mit dem Rasenmäher ran und will mal eben der ohnehin vor lauter Unterbesetzung kaum noch arbeitsfähigen Verwaltung pauschal 20% in allen Fachbereichen kürzen. Und die Linke baut mal wieder die übliche Themenverfehlung auf und behandelt bundespolitische Themen, als könnten wir als Stadt mehr als ein bisschen weitgehend wirkungslosen Protest einlegen.
Allerdings stimme ich mit Schlegelmilch in einem Punkt überein: Es bedarf in der Verwaltung einer Aufgabenkritik, um effizientere Strukturen einzuführen. Die Zielvorgabe des Oberbürgermeisters, man wolle „keine Strukturen zerschlagen“ halte ich für genau das falscheste, was man tun kann. Es wäre gradezu Aufgabe im Rahmen einer Haushaltssanierung, die alten Strukturen zu zerschlagen, um an ihrer Stelle neue und moderne Strukturen schaffen zu können, die die Arbeit besser erledigen können. Und hier kommen wir an den Knackpunkt: Ich habe inzwischen den Eindruck, die Verwaltung hat zu wenig geeignetes Personal um jene Aufgaben zu erledigen, die genau dieses Problem lösen würden. Ein klassischer Fall von Teufelskreis.

Da das Thema zweimal aufkam noch ein Kommentar zur „Reichensteuer“: Das Thema interessiert mich nicht. Ich sehe nicht, warum auf Reichtum eine Steuer erhoben werden sollte. Momentan ist das für mich eine reine Neiddebatte. Wirkliche Argumente für eine solche Steuer jenseits von „die haben’s doch“ habe ich bisher nicht gesehen.


Politische KW 38-2012

Dienstag
Am Dienstag gab es ein Treffen des Ortsverbandes Nord der Grünen, in dem wir neben Interna auch das Thema „Umbenennung von Straßen“ besprochen haben. Das ist ja auch so eine unendliche Geschichte: Zuletzt hatte ich ein Gutachten aus Hannover ausgegraben, welches klarstellte, dass man eine Straße heutzutage nicht mehr nach Paul von Lettow-Vorbeck benennen kann.
Mit der Volksabstimmung über den Schlossplatz/Hindenburgplatz in Münster kam das Thema erneut auf. Mir war und ist es hier wichtig festzuhalten, dass Lettow-Vorbeck der mit Abstand problematischste noch im Stadtbild vorhandene Namensgeber ist (danach kommt noch Friedrich Ludwig Jahn, während ich die Darstellung Hindenburgs als „Steigbügelhalter Hitlers“ für eine verfälschend extreme Verkürzung einer komplexen Geschichte halte). Wir sollten nicht anfangen, jetzt eine Welle von Straßennamen durchzuändern. Eine solche Änderung ist ganz offensichtlich kompliziert genug, vor allem bei der zentralen Einkaufsmeile der Stadt in Form der Hindenburgstraße.

Mittwoch
Ich war etwas überrascht, dass meine PM zu den Windkraftanlagen doch noch rausging. Die PM war ursprünglich vor ein paar Wochen verfasst worden und im Prozess stecken geblieben. Ihr ursprünglicher Zweck war es, die NEW vor der erwähnten Infoveranstaltung zu mahnen, diesmal mehr Transparenz erkennen zu lassen als 2011 in Wanlo, wo man sich das heftige Misstrauen der Bevölkerung zugezogen hat.
Auf jeden Fall stehe ich aber weiter dazu, dass ich die Planung von vier neuen Windkraftwerken in MG für eine gute Sache halte. Wir brauchen vor Ort produzierten Strom und die möglichen Flächen sind knapp. Klar, es gibt noch das ehemalige NATO-Hauptquartier Rheindahlen, aber das Gelände müssen Stadt oder ein Investor erstmal in ihren Besitz bekommen.
Und auch wenn, das Gelände wird eine Großstadt wie MG kaum allein versorgen können, wir brauchen also weitere Anlagen an anderen Standorten.

Donnerstag
Kurzfristig musste ich am Donnerstag noch für Karl Sasserath im Hauptausschuss einspringen. Insgesamt bis auf das Haushaltssanierungspaket (auf das ich zur Ratssitzung noch eingehen werde) wenig spannend, aber auf einen Punkt möchte ich noch eingehen: Der Borussia-Kredit.
Bekanntlich ist MG ja die Heimat der einzig wahren Borussia und die Stadt hat vor Jahren den Bau des neuen Stadions im Nordpark mit einem Darlehen finanziert. Dies wäre jetzt fällig geworden, doch die Partner haben verhandelt, dass jetzt noch 10 Jahre ins Land gehen sollen, bis Borussia zurückzahlt.
Ich finde das in Ordnung: Borussia ist ein wirtschaftlich zuverlässiger Partner, was das Darlehen zu einem guten Guthabenposten des Gläubigers Stadt macht, der sich wiederum positiv auf seine Kreditwürdigkeit auswirkt. Zum anderen sind damit für die Jahre 2022-2025 Einnahmen gesichert, die wir dann mit Sicherheit gut brauchen können.
Das Ansinnen der Opposition (hier CDU und Linke), das Darlehen sofort zurückzuzahlen finde ich wenig hilfreich. Es scheint mir für die Stadt unschädlich, das Geld quasi auf die hohe Kante zu legen und dafür Zuflüsse in den 2020er Jahren zu sichern. So oder so ist das Geld für die Stadt buchhalterisch ein Betrag auf der Haben-Seite.
Die Stadt ist gut beraten, für die Zeit nach Auslaufen des Stärkungspaktes 2021 Reserven zu halten, denn diese Jahre mit plötzlichem Wegfall der Zuschüsse vom Land aus dem Stärkungspakt werden nicht einfach. Das liegt auch an Mängeln im Haushaltssanierungsplan, aber vor allem in der Natur wegfallender Föderungen, selbst wenn sie sich ankündigen.

Freitag
Per eMail tat sich eventuell eine Möglichkeit auf, die letzte Woche angesprochenen Platanen zwar nicht zu retten, aber zumindest nicht sofort alle Bäume radikal abzusägen.
Ich habe Signale bekommen, dass es möglich wäre, die Bäume im Laufe mehrerer Jahre zu fällen, statt alle auf einen Schlag zu roden. Dann würden im ersten Jahr die Bäume fallen, die konkret Gebäude beschädigen. Die anderen bekämen noch ein-zwei Jahre, in denen dann in den Lücken schonmal die neuen Bäume anwachsen können. So bekommen wir zumindest keine komplett kahle Bahnstraße.
Nun ist es an der Bezirksvertretung West, diese Möglichkeit nochmal auszuloten.

Sonntag
Nachdem wir am Samstag mit der Familie gegrillt haben und es entsprechend viel Kalorien zu verdauen gab, hab ich die am Sonntag wieder abtrainieren dürfen. Ich denke, einen Marmor-Schirmständer mit dem Fahrrad 4 Kilometer hin und zurück zu transportieren sollte gereicht haben.
Jedenfalls ging es mit dem auf den gesamten Parteifuhrpark (ein Transportdreirad & ein Fahrradanhänger) verteilten Infostand zur Gracht, wo das jährliche multikulturelle Straßenfest stattfand. Immer eine schöne Veranstaltung mit vielen Leuten, Musik und reichlich fremder Küche. Nimmt allerdings auch den ganzen Sonntag in Anspruch.


Spätsommerliche Frühlingsgedanken – Causa Julia Schramm

So, ich schreib jetzt auch mal was über Julia Schramm alias @laprintemps. Ja, da müsst ihr jetzt durch, es ist ein relativ wichtiges Ereignis im Untergang einer Partei in der Auseinandersetzung ums Urheberrecht und in der Entwicklung des Buchmarktes.

Kurzfassung
Einfach diesem Link folgen.

Langfassung
Man kann der Piratenpartei sicherlich nicht vorwerfen, sie habe keine Position zum Urheberrecht. Im Gegenteil, sie hat derer in ihrem Programm mindestens drei. Wie vollkommen widersprüchlich diese Positionen (kurzgefasst: Freies privates Filesharing, vergütete Urheber sowie freier Zugang zu Kunst, Kultur und Wissenschaft) merkt Julia Schramm grade am eigenen Leibe – oder besser, bekommt sie aufgezeigt, zu merken scheint sie es nicht, wenn ich ihre Tweets so lese.
Ich werde jetzt nicht noch einmal die Partei an sich und ihre Meinung zum Filesharing thematisieren. Das habe ich bereits getan, meine eigene Position zum Thema findet sich dort ebenfalls. Und ich denke, ich habe auch schon demonstriert, dass ich meinen Umgang mit Raubkopierern ernst meine.
Das ist auch schon der Punkt aus der Kurzfassung: Es geht um Glaubwürdigkeit. Julia Schramm hat bereits einiges an Spott geerntet, als sie laut unbestätigten Presseberichten 100.000 € für ein Buch erhielt.

Nun ist dieses Buch also erschienen und noch am ersten Tag wird Dropbox per Copyright Notification dazu gebracht, eine PDF des Buches zu löschen. Das ist auf jeden Fall schonmal politisch ungeschickt, zumal man davon ausgehen kann, dass der Verlag den Skandal (wenn auch nicht absichtlich) provoziert hat: Da die Autorin Piratin war wusste der Verlag Albert Knaus selbstverständlich, dass das Buch sofort in den einschlägigen Plattformen auftauchen würde und hat vorsorglich danach Ausschau gehalten.
Das wäre nicht weiter schlimm, ginge es in dem Buch nicht explizit und deutlich auch gegen die „Content-Mafia“. Geistiges Eigentum wird als „Kampfbegriff“ bezeichnet und Künstlern (darunter Schriftstellern) wird die eigene Geistesleistung aberkannt (was den Rezensionen zufolge bei diesem Buch wohl sogar gerechtfertigt sein dürfte). Wer eine solche Position vertritt, der verwirkt ganz einfach seine Glaubwürdigkeit, wenn er dann plötzlich anfängt, sein geistiges Eigentum (das ja nur ein Kampfbegriff ist) zu verteidigen.
Die Option, die Online gestellten Kopien schlichtweg zu ignorieren hat immer bestanden, das demonstriere ich ja selber (Schadet es mir? Vielleicht, vielleicht nicht. Woher zum Teufel soll ich das wissen?). Oder steckt hier einfach der Gedanke hinter, mit Vernunft kommt man zwar in einen Parteivorstand, aber sicherlich nicht auf die Bestsellerlisten?

Schramm und die Piraten sollten das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie standen nie für Inhalte, sondern für einen Stil. Geprägt von Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit. Entsprechend war ihr Hauptvorwurf den anderen Parteien (vor allem aber den Grünen und der SPD) gegenüber immer der fehlender Glaubwürdigkeit.
Ohne Glaubwürdigkeit aber hat die Piratenpartei nichts zu bieten. Das Programm ist umfangreich, aber leer. Der Reiz der Protestpartei ist raus, weil sie ihre Radikalität fast sofort abgelegt haben, nachdem sie einigermaßen in den Medien waren. Sachthemen werden nur noch am Rande überhaupt behandelt.
Wenn jetzt noch die Glaubwürdigkeit flöten geht war die Piratenpartei Deutschland das kürzeste Strohfeuer in der Geschichte der Bundesrepublik.


In eigener Sache: Position zu den NEW-Windkraftanlagen (Pressemitteilung Grüne MG)

Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach zeigen sich sowohl über das Vorhaben der NEW, vier neue Windkraftanlagen in Mönchengladbach zu errichten, als auch über die frühzeitige Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in den Informationsprozess erfreut. „Wenn die NEW diesmal alle Fakten von Anfang an auf den Tisch legt und Bürgersorgen ernst nimmt, zeigt sie, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Das Online-Forum und die Bürgerversammlungen sind dabei die richtigen ersten Schritte“, so
der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Ratsherr Thomas Diehl.

Der Ausbau der lokalen Windkraft ist für die Energiewende unabdingbar. Um den Anteil der regenerativen Energien von aktuell 3,4 Prozent in Mönchengladbach auf die von der schwarz- gelben Bundesregierung vorgegebenen 35 Prozent bis 2020 zu erhöhen, müssen noch große Anstrengungen unternommen werden. „Statt durch teuren und aufwändigen Netzausbau den Strom von den Küsten in den Süden zu transportieren, sollte der Energiebedarf so weit wie möglich dezentral abgedeckt werden“, so Diehl weiter. NRW verfüge über hervorragende Windverhältnisse. Besonders in einer Höhe von hundert Metern ist der Ertrag vergleichbar
mit dem in Küstenregionen.

„Wir hoffen sehr, dass die bisherigen Gegner der geplanten Anlage von deren Notwendigkeit überzeugt werden können“, sagt der Grünen-Ratsherr. Im Vorfeld der Planungen von drei Windkraftanlagen in Hardt am Piperlohof im Jahre 2003 hatte es ebenfalls große Bedenken und erheblichen Widerstand gegeben, sogar seitens der Politik. Gaby Brenner, damals Bezirksvertreterin der Grünen in der Bezirksvertretung Hardt, hatte als einzige Politikerin für die Windkraftanlagen gestimmt.

„Damit der Ausbau der lokalen Windkraft in Mönchengladbach erfolgreich wird, halten wir es für sinnvoll und notwendig, den Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit einzuräumen, sich über ein Genossenschaftsmodell am wirtschaftlichen Erfolg der Windkraftanlagen zu beteiligen“, meint Thomas Diehl. Die NEW könne dabei, wie schon beim bewährten Projekt der Bürgersolargenossenschaft, die Rolle des Betreibers ausfüllen.

PS: Leider ist in der redaktionellen Bearbeitung der in meinem ursprünglichen Entwurf vorhandene Hinweis auf Windgas rausgefallen, aber es war mir wichtiger, dass die PM endlich rausgeht.


Politische KW 37-2012

Okay, beleben wir doch mal die Politische KW wieder, die ist ja in den Sommerferien sanft entschlafen.
Neuer Termin ist jetzt immer montags nach der Fraktionssitzung wo die Woche nochmal nachbereitet wurde, also so im Bereich 21-24 Uhr, je nach Fülle und Verlauf der Sitzung.
Wer das Konzept noch nicht kennt: In der Politischen KW stelle ich wöchentlich vor, was ich politisch in der vergangenen Woche bewirken konnte. Dabei lasse ich Präsenztermine (Eröffnungen, Preisverleihungen usw.) aussen vor und konzentriere mich auf die politischen Vorhaben, bei denen ich entweder selbst etwas beigetragen habe oder die mir selbst wichtig sind, aber auch solche, bei denen ich mich ärgere oder die meiner Meinung nach einer Erklärung bedürfen.
Nun denn:

Dienstag: Radstation
Ich bin nicht im Bau- und Planungsausschuss, wo das Thema am Dienstag besprochen wurde, wohl aber (als beratendes Mitglied) in der BV Nord, wo es vor zwei Wochen vorkam. Und die Radstation Nord ist eines der Themen, bei denen ich immer mitgemischt habe. Daher nutze ich die Gelegenheit, nachträglich darüber zu sprechen. Nun also kommt sie. Zwar nicht an meinem Lieblingsort dafür und auch nicht an meinem zweitliebsten Standort (dem Parkhaus hinter dem Vitus-Center), aber sie kommt. Der jetzige Standort gehört der Bahn und verspricht 10 mietfreie Jahre gefolgt von einer Miete von 1€/m².
Dafür muss halt eine etwas ungewöhnliche Gebäudeform in Kauf genommen werden, ein T-förmiges Gebäude, dessen Fußende zwischen Hauptbahnhof und dem danebenliegenden Parkhaus (das, anders als MG Heute behauptet, durchaus noch genutzt wird, sonst könnte man es ja einfach abreissen und bräuchte keine solche Speziallösung bauen) liegt. Wenn wir jetzt noch auf der anderen Seite des Bahnhofs ein D-förmiges Gebäude hinsetzen, habe ich auf jedem Stadtplan meine Initial… lassen wir das ;-)
Jedenfalls führen von diesem Fußende zwei Rampen zur eigentlichen Station, in der dann 666 Fahrräder geparkt werden können. Wenn man sieht, dass die kleinere Station in Rheydt sehr gut ausgelastet ist (sogar ruhig noch etwas größer sein könnte) und die Anwohner im nahen Stadtteil Eicken laut Verkehrserhebung überdurchschnittlich viel Fahrrad fahren, ist das durchaus nicht zu groß dimensioniert. Ausserdem soll eine solche Station allein durch ihre Präsenz den Radverkehr ja zusätzlich fördern, sie muss also grundsätzlich etwas größer angelegt werden als der aktuelle Radverkehr erfordern würde.
Ich freue mich jedenfalls sehr, dass das Projekt „Radstation MG Hbf“ nunmehr in trockenen Tüchern ist.

Mittwoch: Umweltausschuss
Achja, der Umweltausschuss. Zum Haushaltssanierungsplan sage ich pünktlich zur Ratssitzung nochmal dezidiert was. Das ist so eine Geschichte, wo ich mit Bauchschmerzen aber Überzeugung zustimme. Klingt komisch, is aber so. Wie gesagt, ich werde darauf noch gezielt eingehen.
Hier geht es erstmal um die inhaltlich eigenen Themen des Ausschusses.

Zum einen zur Baumfällliste des Grünpflegeamtes. Dort fanden sich wieder recht viele Bäume, aber die meisten – leider – auch fundiert und aus gutem Grund. Immerhin hatte ich bereits zwei Wochen vorher in der Bezirksvertretung Nord eine Zusage erhalten, es sei möglich, in Zukunft in den Listen anzugeben, ob Bäume in der Liste vor Ort ersetzt werden sollen. Mal sehen, ob das 2013 auch umgesetzt wird.
Leider fanden sich auf der Liste auch einige sehr prominente Bäume, einige große Platanen an der Bahnstraße. Die Bahnstraße ist eine wichtige „Einfahrt“ in die Stadt, wenn man von der A61 in Richtung Zentrum fährt und die Bäume prägen das Straßenbild auf ihrem Abschnitt sehr stark. Das sind für das Bild der Stadt nach aussen sehr bedeutende Platanen. Nun ist es aber leider auch so, dass die Bäume zu groß geworden sind und viel zu breit wurzeln, wodurch sie den Bürgersteig und vor allem auch die anliegenden Häuser bis hin zu den Fußböden beschädigen. Die Anwohner stimmten in einer Bürgerversammlung geschlossen für die Fällung der Bäume und bei einem solchen Votum in Verbindung mit den Wurzelschäden ist schwerlich etwas gegenzusetzen. Immerhin erklärte die Verwaltung auf gezielte Nachfrage, dort neue Bäume pflanzen zu wollen, die nicht mehr so breit Wurzeln schlagen.
Diese werden lange brauchen, bis sie die Lücke der großen Platanen füllen können (wenn sie es von der Größe je schaffen), aber dafür werden diese aller Voraussicht nach auch ihr Leben lang dort stehen können.

Das andere Thema ist das Solarkataster. Mönchengladbach bekommt ein Solarkataster, also einen Stadtplan, auf dem zu allen Dächern im Stadtgebiet überprüft werden kann, ob diese grundsätzlich für Solarstrom geeignet sind (als Beispiel sei hier mal Viersen verlinkt). Das ganze wird dann online abrufbar sein, Wahrscheinlich sogar kostenlos, NEW und Volksbank haben bereits angeboten, das Projekt zu sponsern.
Interessant ist die Vorgeschichte des Antrags, der letztlich zu diesem Projekt geführt hat: Das Solarkataster war bei uns in Arbeit, als unser Fraktionsvorsitzender Karl Sasserath es in einer Rede im Rat als erste Initiative zur Stärkung der Erneuerbaren Energien nach Beschluss des Klimaschutzkonzeptes erwähnte. Wenige Tage später veröffentlichte die CDU daraufhin einen entsprechenden Antrag. Da unser Antrag noch in der internen Ansprache war, war uns die CDU somit zuvorgekommen und sie hatte plötzlich das Thema übernommen. Das konnte sie, weil wir noch den Preis recherchierten während der CDU-Antrag im Grund daraus bestand, genau dies der Verwaltung aufzutragen. Dem Antrag selbst konnten wir uns natürlich nicht verschließen, aber aus dem Vorgang haben wir gelernt.