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Buchpreisbindung en detail

Vorabhinweis: Obwohl ich mich bei einigen befreundeten Juristen informiert habe kann der folgende Text eine individuelle Rechtsberatung durch einen examinierten Juristen nicht ersetzen. Ich bin kein Rechtsanwalt. Ohnehin ist jede rechtliche Einschätzung vorbehaltlich einer richterlichen Entscheidung zum Thema.

Eigentlich wollte ich heute ja auf das Jahr 2011 zurückblicken, aber das mach ich dann morgen. Jetzt erstmal zum Problemfall amazon.de, eBook-Verlagswesen und die luxemburgische Mehrwertsteueränderung 2012.
Inzwischen dürften es die meisten mitbekommen haben: Luxemburg ändert die Mehrwertsteuer. Konkret werden eBooks in Zukunft nicht mehr mit dem vollen Satz (15%) besteuert, sondern dem reduzierten Satz der gedruckten Bücher (3%) gleichgestellt. Deutsche eBook-Autoren betrifft das aufgrund einer Kombination von zwei Faktoren:

  1. Amazon.de sitzt in Luxemburg, weshalb für die Verkäufe der dortige Mehrwertsteuersatz gilt
  2. Amazon.de verkauft an Deutsche, weswegen das hiesige Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG) gilt

Amazon weiss das auch, die haben genug Anwälte, um auf sowas ein Auge zu halten. Das Resultat deren Tätigkeit war dann diese Mail hier, die vorgestern an alle europäischen KDP-Autoren ging:

Guten Tag,

Wie Sie wissen, beinhaltet der von Ihnen für Ihre Bücher übermittelte Listenpreis keine Mehrwertsteuer und wir fügen die Mehrwertsteuer zum Buchpreis hinzu, sofern diese anfällt. Zum 1. Januar 2012 wird sich der Mehrwertsteuersatz, der von uns zu Ihrem auf den EU Webseiten verkauften Buch hinzugefügt wird, von 15% auf 3% ändern.

Wenn Sie den Listenpreis Ihres Buches aus irgendwelchen Gründen -¬ zum Beispiel um gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich eines einheitlichen Buchpreises nachzukommen – verändern wollen, dann können Sie dies jederzeit in Ihrem KDP Konto veranlassen.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns unter https://kdp.amazon.com/self-publishing/contact-us

Vielen Dank für die Verwendung von Amazon KDP.

Freundliche Grüße,

Kindle Direct Publishing
http://kdp.amazon.de
=============================

Das ist… dürftig.
Anstatt klipp und klar zu sagen, wer welche Bücher wann anpassen muss wird kurz darauf hingewiesen, dass es in einigen Ländern möglicherweise eine Buchpreisbindung gibt, an die man möglicherweise seine Buchpreise anpassen muss. Was okay gewesen wäre, hätten wir die Mail vor einem Monat erhalten und damit genug Zeit gehabt, uns zu informieren und gegebenenfalls einen Anwalt zu sprechen (und einen Anwalt zu Verlagsrecht muss man erstmal finden, das ist eine eher exotische Spezialisierung).

Nun denn, die Kurzfassung: Angepasst werden müssen alle auf amazon.de verkauften deutschsprachigen eBooks von in Deutschland lebenden Verlegern (einschließlich Selbstverlegern), egal ob sie eine ISBN haben oder nicht.

Und jetzt die Langfassung.
Das Gesetz über die Preisbindung für Bücher ist ein relativ kurzes Gesetz. 11 Paragraphen, die meisten nur einen Absatz oder zwei lang. Hier ist der gesamte Gesetzestext zum Nachschlagen auf der Seite des Bundesjustizministeriums. Sollte jeder, der in Deutschland selber Bücher verlegt gelesen haben. Österreich hat ein ähnliches Gesetz, aber von österreichischer Rechtssprechung habe ich schlichtweg keine Ahnung, daher beschränke ich mich auf das deutsche Gesetz. Die Schweiz hat die Buchpreisbindung 2007 abgeschafft und diese Entscheidung diesen Herbst in einem Volksentscheid bestätigt.
Korrektur, 1. 1. 2012: Ob die Schweiz die Preisbindung wieder einführt, wird im März durch ein referendum entschieden. Vielen Dank für den Hinweis an David Herzog.

Also, graben wir uns ein:

Zuständigkeit für eBooks

§ 2 Anwendungsbereich
(1) Bücher im Sinne dieses Gesetzes sind auch
  1. Musiknoten,
  2. kartographische Produkte,
  3. Produkte, die Bücher, Musiknoten oder kartographische Produkte reproduzieren oder substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie
  4. kombinierte Objekte, bei denen eines der genannten Erzeugnisse die Hauptsache bildet.

(2) Fremdsprachige Bücher fallen nur dann unter dieses Gesetz, wenn sie überwiegend für den Absatz in Deutschland bestimmt sind.
(3) Letztabnehmer im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Bücher zu anderen Zwecken als dem Weiterverkauf erwirbt.

Wichtig ist hier Nummer drei in Absatz 1.
eBooks gelten laut Börsenverein des deutschen Buchhandels als „Produkte, die Bücher […] substituieren“. Interessant ist auch Absatz 2: Fremdsprachige Bücher, die nicht primär für den deutschen Markt bestimmt sind, sind von der Buchpreisbindung ausgenommen.
Um mich mal als Beispiel herzunehmen: Das bedeutet, dass mein deutschsprachiges Buch Dieses Cover ist Müll von diesem Gesetz betroffen ist, die von mir verlegten englischsprachigen und nicht auf den deutschen Markt ausgerichteten Romane Armata von Thomas Erskine und The Last American von John Ames Mitchell dagegen nicht.

Zuständigkeit für Amazon.de

§ 4 Grenzüberschreitende Verkäufe
(1) Die Preisbindung gilt nicht für grenzüberschreitende Verkäufe innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes.
(2) Der nach § 5 festgesetzte Endpreis ist auf grenzüberschreitende Verkäufe von Büchern innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes anzuwenden, wenn sich aus objektiven Umständen ergibt, dass die betreffenden Bücher allein zum Zwecke ihrer Wiedereinfuhr ausgeführt worden sind, um dieses Gesetz zu umgehen.

Einige Kommentatoren gehen davon aus, das Gesetz gelte für amazon.de nicht, da die Firma in Luxemburg sitzt. Das Problem hierbei ist, dass Amazon zwar als luxemburger Unternehmen gilt (was für die Mehrwertsteuer im Versandhandel maßgeblich ist), die Verkaufsplattform amazon.de als .de-Domain hingegen als deutscher Händler (was für die Buchpreisbindung maßgeblich ist). Zumindest ist das die Praxis, wie im Jugendschutz mit .de-Domains verfahren wird, im Verlagsrecht gibt es da meines Wissens noch keine Fälle.
Das wiederum bedeutet, dass der Verkauf bei amazon.de als Wiedereinfuhr gilt. Eine potenzielle Gesetzeslücke, die dem Gesetzgeber bei der Formulierung des BuchPrG offensichtlich völlig bewusst war und gar nicht erst offen gelassen wurde.

Ausnahmefall: Aufhebbarkeit der Preisbindung

§ 8 Dauer der Preisbindung
(1) Verleger und Importeure sind berechtigt, durch Veröffentlichung in geeigneter Weise die Preisbindung für Buchausgaben aufzuheben, deren erstes Erscheinen länger als 18 Monate zurückliegt.
(2) Bei Büchern, die in einem Abstand von weniger als 18 Monaten wiederkehrend erscheinen oder deren Inhalt mit dem Erreichen eines bestimmten Datums oder Ereignisses erheblich an Wert verliert, ist eine Beendigung der Preisbindung durch den Verleger oder Importeur ohne Beachtung der Frist gemäß Absatz 1 nach Ablauf eines angemessenen Zeitraums seit Erscheinen möglich.

Die Buchpreisbindung gilt nicht ewig. Eine Preisänderung ist nach 18 Monaten möglich. Andere Ausnahmen (Verramschung, Eigenbedarf, gebrauchte Bücher etc.) existieren zwar, sind aber alle für eBooks soweit ich das sehen kann nicht relevant.
Das Interessante hier ist: Bücher, die schon länger als 18 Monate im Verkauf sind, müssen nur angepasst werden, wenn sie auch bei anderen Händlern als amazon verkauft werden, da eine Preisänderung nach diesem Zeitraum ohnehin zulässig ist. Entweder bei allen auf den neuen amazon-Preis oder bei amazon auf den Preis, den es bei den anderen Händlern kostet. Die Preisänderung direkt beim Händler ist eine „Veröffentlichung in geeigneter Weise“. Da das Buch allerdings überall gleich kosten muss ist es hier wichtig, keinen zu übersehen.

Was wird eigentlich festgesetzt?
Hier wird es gemein: Der bei amazon festgesetzte Preis ist nicht der Preis, den man laut BuchPrG festlegen muss, denn dieser enthält explizit auch die Mehrwertsteuer:

§ 5 Preisfestsetzung
(1) Wer Bücher verlegt oder importiert, ist verpflichtet, einen Preis einschließlich Umsatzsteuer (Endpreis) für die Ausgabe eines Buches für den Verkauf an Letztabnehmer festzusetzen und in geeigneter Weise zu veröffentlichen. Entsprechendes gilt für Änderungen des Endpreises.
(2) Wer Bücher importiert, darf zur Festsetzung des Endpreises den vom Verleger des Verlagsstaates für Deutschland empfohlenen Letztabnehmerpreis einschließlich der in Deutschland jeweils geltenden Mehrwertsteuer nicht unterschreiten. Hat der Verleger keinen Preis für Deutschland empfohlen, so darf der Importeur zur Festsetzung des Endpreises den für den Verlagsstaat festgesetzten oder empfohlenen Nettopreis des Verlegers für Endabnehmer zuzüglich der in Deutschland jeweils geltenden Mehrwertsteuer nicht unterschreiten.
[…]

Das heisst: Hat ein Buch zuvor inklusive Mehrwertsteuer 3,99 € gekostet, muss es auch weiterhin inklusive Mehrwertsteuer 3,99 € kosten. Das bedeutet, der in diesem Beispiel bei amazon festgelegte Preis ohne Mehrwertsteuer muss von 3,47 € auf 3,87 € geändert werden.
Ausschlaggebend ist, dass der Preis, den der Kunde letztendlich bezahlt, identisch bleibt. Kurz mal die beliebtesten eBook-Preise und wie sie in Zukunft bei amazon festgelegt werden:
Endpreis 0,99 € Alt: 0,86 € Neu: 0,96 €
Endpreis 2,99 € Alt: 2,60 € Neu: 2,90 €
Rechenmethode: (Endpreis in Cent) : 103 = (bei Amazon einzugebender Preis in Euro)


Ein wirklich schlechtes Vorwort

Eines muss ich bei meiner aktuellen Überarbeitung von Dises Cover ist Müll! fraglos feststellen: Das Vorwort dieses Buches war eine wirklich schlechte Idee. Der Gedanke dahinter war, keine falschen Erwartungen zu schaffen und daher kurz darzustellen, was alles nicht in diesem Buch zu finden ist. Im Nachhinein betrachtet ein völlig falscher Ansatz.
Also habe ich ein komplett neues Vorwort geschrieben und gelernt: Ein Vorwort sollte grundsätzlich immer vorstellen, was ein Buch bietet statt, was es nicht bietet. Da das Vorwort bei eBooks noch wichtiger ist als bei Papierbüchern (es ist Teil der Vorschau), muss größte Sorgfalt auf dessen Formulierung gelegt werden.
Ich präsentiere hier erstmal als abschreckendes Beispiel mein altes Vorwort:

Okay, bevor ich irgendetwas anderes schreibe, sollte ich erstmal erklären, was dieses eBook ist und was nicht. Es ist wichtig für alle Beteiligten, Enttäuschungen zu vermeiden. Sie wollen nicht enttäuscht werden und ich will Sie nicht enttäuschen, denn dann kaufen Sie wahrscheinlich nie wieder ein Buch von mir. Sollten Sie das Buch jetzt schon gekauft haben, kann ich Ihnen zumindest mit einer Lektion dienen: Laden Sie sich grundsätzlich eine Leseprobe runter, bevor Sie ein eBook kaufen, das kann vor Enttäuschungen bewahren. Fast alle Anbieter haben eine Option dafür.

Zunächst einmal der Teil, mit dem ich wohl die meisten Leser verschrecken werde: Hier geht es darum, wie ein gutes Cover aussieht und wo Sie die Materialien dafür finden können. Ich biete Ihnen keine komplette Einführung in die Technik der Bildbearbeitung, dafür wäre ein komplett anderes Buch nötig. Grundkenntnisse wie das Einfügen von text in Bilder setze ich einfach mal voraus.

Wichtig ist auch, dass es hier ausschließlich um Coverdesign geht. Es geht nicht um das Design des Buchinhaltes. Es mag für ein so spezielles Thema etwas lang erscheinen, aber dafür kann ich garantieren, dass Sie nach der Lektüre alles über das Design von Buchtiteln wissen, was ich zum Zeitpunkt des Schreibens auch weiss.

Weiterhin handelt dieses eBook von eBook-Coverdesign, für Papierbücher wichtige Themen wie der Rückumschlag, der Schmutztitel und vor allem der gerne unterschätzte Buchrücken werden hier nicht angesprochen. Viele der Informationen aus diesem Buch sind problemlos auch für Papierbücher anwendbar, aber dort brauchen Sie auch viele Informationen, die hier fehlen, weil sie für eBooks einfach nicht relevant sind.. (sic!)

Und noch ein letztes ist dieses Buch nicht, aber das wird die meisten eher freuen: Lang. Ich bin jemand, der sehr gradeheraus schreibt. Ich habe zwar ein wenig die Befürchtung, dass sich das mit späteren Auflagen oder Aktualisierungen noch ändern wird, aber auch dann bleibt das Grundprinzip bestehen: Möglichst viel Info im angenehmen Plauderton bei möglichst wenig investierter Lesezeit. So mag ich meine Sachbücher.

Ohje.
Dieser Text besteht in der Essenz aus der Aussage „Dieses Buch ist nix, kaufen Sie es besser nicht“, ich entschuldige mich ja praktisch für das Buch. Wahrscheinlich wird es niemanden überraschen, dass das nicht meine Absicht war, aber es war zweifellos das Ergebnis. Das kommt davon, wenn man so wichtige Elemente wie das Vorwort unausgeschlafen irgendwann gegen Mitternacht schreibt. Es hebt praktisch keine positiven Werte des Buches hervor und dann findet sich dort auch noch der einzige nicht im Lektorat ausgemerzte Fehler, ein Satz, der mit zwei Punkten endet.

Also, alten Text komplett gelöscht und einen neuen erstellt, der positiver an das Thema herangeht, aber dennoch die Information weitergibt, dass bestimmte Fähigkeiten vom Leser bereits erwartet werden. Das liest sich auf jeden Fall deutlich besser:

Dieses Buch verfolgt einen einfachen Zweck: Sie als Leser in die wichtigsten Gestaltungselemente und Merkmale eines guten eBook-Covers einzuführen. Ich glaube, damit nicht nur Ihnen, sondern letztendlich auch mir etwas gutes zu tun – nicht allein finanziell, sondern abstrakter. Vom Autoren selbst verlegten digitalen Büchern haftet in Deutschland (noch) ein deutliches Manko an.

Dieses Manko hat verschiedenste Gründe, aber einer ist sicherlich auch die Qualität der Cover. Was schon auf den ersten Blick unprofessionell aussieht, dessen Inhalt wird oft keine Chance mehr gegeben, sich zu beweisen. Hat ein interessierter Kunde sich erst einmal durch eine lange Liste selbstverlegter eBooks mit minderwertigen Covern gekämpft, wird er diese Bücher bald in ihrer Gesamtheit verdammen. Dieses Pauschalurteil schadet Ihnen, es schadet mir und dem potenziellen Leser entgeht dadurch auch etwas – Ihr Buch.

Deswegen habe ich alles, was ich über Coverdesign weiss in einem Band zusammengestellt. Die Elemente, die auf ein Cover gehören, die Besonderheiten von eBook-Covern im Vergleich zu den Titelbildern klassischer Bücher und schließlich ein einfacher, aber wirksamer Test, mit dem Sie Ihre eigenen Cover auf Wirkung und Aussagekraft testen können. Sie erfahren, woher Sie Ihre Titelbilder bekommen, was bei der Positionierung der Schriftelemente zu beachten ist, wie ein guter Titel aussieht tund woför Untertitel gut sind.

Ein paar Dinge sollten Sie bereits vorher können: Bilder in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm öffnen und am Computer Text in Bildern einsetzen. Wenn Sie ernsthaft professionell aussehende Buchcover gestalten wollen, sollten Sie diese Funktionen bereits kennen und einige Erfahrungen damit gesammelt haben. Zumal ich ja nicht weiss, welches Grafikprogram Sie benutzen. Da das allerdings zu den absoluten Grundlagen im Umgang mit Grafikprogrammen gehört bin ich zuversichtlich, damit jetzt nicht allzu viele Leser verscheucht zu haben.

Allen, die jetzt noch lesen wünsche ich eine ebenso angenehme wie nützliche Lektüre.

Das neue Vorwort geht mit der weitgehend überarbeiteten und deutlich erweiterten 2. Ausgabe des Buchs in den nächsten Tagen in den Verkauf. Leider hinkt die Vorschau bei Amazon oft stark hinterher, daher wird das alte Vorwort meinen Verkäufen wohl noch eine Weile schaden, aber daran kann ich leider nichts machen.


eBook-Land: Woche 10

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 24,81 € | Verkäufer: 6

Was eine Weihnachtszeit, aber ich hab’s wieder überlebt. Wie mach ich das bloß jedes Jahr? Naja, nächstes Jahr ist 3 Tage vor Heiligabend Weltuntergang (Moment, ist das nicht immer so?), dann hat sich das auch erledigt.
Kleine Layout-Änderung: Die Kopfzeile ist in Zukunft etwas weniger hoch. Das sieht dezenter aus und erlaubt zugleich, fünf statt drei Büche rzu zeigen, was nächste Woche wichtig werden dürfte.

Twitter: eBooks für lau
Ein kleines Seitenprojekt, dass ich schon ein paar Tage als rein theoretische Überlegung hatte, habe ich jetzt endlich bei Twitter unter eBooksfuerlau in die Tat umgesetzt. Dort erfährt der geneigte Leser regelmäßig von aktuell kostenlosen eBooks in allen deutschen Shops. Jedes Format, vorzugsweise deutschsprachige Titel, keine Leseproben und keine eBooks, für die man auf zweifelhaften Werbeseiten seine Adressdaten rausgeben muss.
Natürlich sind die Links, soweit möglich, Werbelinks. Das bedeutet, kauft der Besucher zusätzlich zu dem verlinkten Titel noch einen bezahlten, bekomme ich dafür ein paar Prozente vom Verkaufspreis. Mir ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass das ohnehin eher passiert als das Leute das beworbene Produkt selber kaufen. Bisher ist das noch nicht passiert, aber die Leserzahl des Twitter-Kontos steigt ganz ansehnlich und 99 Klicks in nur zwei Tagen nur bei Amazon ist schonmal was. Momentan als Werbepartner eingebunden bin ich bei Amazon, iTunes und Smashwords. Ich verlinke aber auch kostenlose Titel bei allen anderen Shops, da ich glaube, dass Service sich über Umwege auszahlt.
Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt.

Phase 2
Die Überarbeitung von Dieses Cover ist Müll! entwickelt sich zu einem ernsthaften Zeitfresser. Das liegt daran, dass ich die ursprüngliche Zielrichtung der Überarbeitung deutlich ausgeweitet habe. Ursprünglich ging es darum, den Text um fehlende Aspekte zu ergänzen. Inzwischen bin ich allerdings zu dem Schluss gekommen, dass das Buch insgesamt zu kurz ist und der Text in der Vorschau (besonders die Produktbeschreibung und das Vorwort) deutlich besser sein könnte. Also hab ich mir das Ziel gesetzt, den gesamten Text zu überarbeiten und das Buch auch deutlich zu verlängern. Ziel ist die Verdoppelung der Dateigröße. Der bisherige Umfang scheint für die Preisklasse zu gering.
Womit gelernt sei: Ein eBook in einer Woche zu schreiben ist zwar möglich, aber ein gutes braucht eher einen Monat. Allein schon um in der Nachbearbeitung alles dreimal zu durchleuchten. Mindestens

Kindle gegen Bücherregal
Da Tabellen bei WordPress-basierten Plattformen so schlecht funktionieren und ich gerne mehr Platz zum Erläutern hätte gibt es diesen Abschnitt jetzt mal in einer neuen Form. Altes Buch links oben, eBook rechts unten und im Text. Mal sehen, wie das funktioniert.
Unser dieswöchiger Kandidat hat schonmal keinen eBook-Link, weil es keinen gibt. Hmm.

Diverse: Die Bibel
Ersetzt durch: Das Internet
Im Internet kann ich tausende Versionen der Bibel in hunderten Sprachen frei einsehen und mit Software wie dem Sword-Projekt sogar direkt vergleichen. Mal ganz davon abgesehen, dass es dort andere Märchenbücher und Fantasyromane deutlich höherer Qualität gibt. Dieses Buch ist schlichtweg überflüssig. Und so weit verbreitet, dass ich einen Weiterverkauf vergessen kann. Jeder hat schon ein Exemplar und wer eins will, hat zwei. Das Kroppzeug hat sich weiter ausgebreitet als die billigste Schundliteratur. Endstation Altpapiercontainer.
Es verbleibt allerdings eine koptische Bibel auf arabisch, einfach weil es ein sehr schönes Exemplar ist, die auf einer Drupa (2008, glaube ich) als Demonstrationsobjekt an Fachbesucher verschenkt wurde. Mehr zum Schmuck als zum Lesen.


Ratssitzung 21. Dezember 2011

Okay, das war eine… seltsame Ratssitzung am Mittwoch.
Entschuldigt die Verzögerung. Der Text sollte schon Donnerstag fertig sein, dann kam ich nicht dazu, dann war Weihnachten. Und jetzt ist Montag und ich musste erstmal überlegen, ob ich noch auf „Veröffentlichen“ klicke, so lang nach der Sitzung. Nun, offensichtlich habe ich dies getan. Oder werde dies tun. Während ich hier schreibe, schreibe ich hier noch. Wenn ihr das lest aber habe ich bereits geklickt. Verwirrend wundervoll, deshalb mag ich Zeit so. Aber ich schweife ab.

Politikum Zusatzname
Die mit Abstand am heftigsten geführte Debatte war tatsächlich jene um den Zusatznamen der Stadt. Die war zwar Aufhänger des WDR für den Bericht über die Sitzung, ansonsten aber eher amüsant als interessant. Dass die CDU an dieser Stelle den Oberbürgermeister und die SPD massiv angriff, war etwas verwunderlich. Dafür hatte sie dann bei den Gebührensatzungen, sonst traditionell Anlass für heftiges Eindreschen auf die SPD mit ihrem Versprechen der Gebührensenkung (einschließlich Schlagwort „Abzocke“) keine Puste mehr.
Angesichts dieser Atmosphäre verzichtete ich denn auch auf meine eigene Nachfrage, ob die neue Regelung auch für Ortsteile gelte. Das wollte die CDU noch im Frühjahr für die Bezeichnung „Hochschulviertel Hermges“ in Erfahrung bringen, ich selbst finde es lohnenswert, die Bedeutung Hehns als Wallfahrtsort auf dem Ortsschild zu kennzeichnen. Da ich die Frage ernsthaft beantwortet und nicht als bloß rhetorische Spitze gegen die CDU verstanden wissen möchte, werde ich sie 2012 in der ersten Sitzung der BV Nord stellen.

Haushalt 2012
Erstmals wurde der Haushaltsplanentwurf nicht in gedruckter Form, sondern als Mini-CD ausgegeben. Das erspart der Stadt Geld und den Ratsleuten Schlepperei, bringt aber auch zwei ernstliche Probleme mit sich:

  1. Für diese Mini-CDs gibt es kaum ordentliche Archivierungsmöglichkeiten
  2. Ich krieg keine praktischen neuen Jutetaschen zum Tragen der Haushaltsordner.

Ansonsten: Das Übliche. Gladbach ist überschuldet (gerne ideologisch vorgeprägt als „muss Sparen“ formuliert, als gäbe es keine anderen Optionen, Schulden abzubezahlen), aber erst 4 Jahre später als noch vor 2 Jahren. Allerdings, so meine Einschätzung nach einigen verwaltungsinternen Verzögerungen und Gesprächen mit Verwaltungsmitarbeitern, sind wir beim Personal vorerst am Ende der Fahnenstange angekommen, was Einsparungen angeht. Die Verwaltung ist inzwischen personell kaum noch in der Lage, ihre Arbeit zu erledigen. Eklatantes Beispiel hierfür sind etwa die Verzögerungen in der Gebührenberechnung. Die Fälle, in denen Sparen der Stadt mehr schadet als nützt werden so mangels Optionen zunehmen, es droht das Abrutschen in eine Schuldenfalle, in der das Sparen selbst Ursache der weiteren Verschuldung wird (deswegen habe ich auch solche Probeme mit der allerortens geforderten und eingeführten „Schuldenbremse“). Die absurde Endsituation einer herrschenden Ideologie, die „Sparen“ für eine vernünftige Krisenpolitik in einer Volkswirtschaft hält. Oh, apropos: Die Stadtverwaltung MG verfügt, wie mir OB Bude auf Nachfrage ausserhalb der Sitzung erklärte, über keinen einzigen Volkswirt. „Sollte bei uns ein Diplom-Volkswirt arbeiten, so wäre dies Zufall. Wir haben nie jemanden als Volkswirt eingestellt.“
Wie man ohne einen Volkswirt eine volkswirtschaftliche Entität wie eine Kommune vernünftig verwalten will, ist mir schleierhaft. Klar, man kann die Betriebswirte ranlassen, aber das funktioniert nur ein paar Jahrzehnte, bis sich die dadurch übersehenen Faktoren rächen. Man muss immer sehen: Eine Stadt ist kein Unternehmen und sie wie ein solches zu führen muss irgendwann schiefgehen. Faktoren wie die wirtschaftlichen Auswirkungen von Vermögensverteilung, Arbeitslosigkeit, Altersstruktur usw. entziehen sich größtenteils der Betriebswirtschaft. Sie zu verstehen ist für eine Gebietskörperschaft (ob Kommune, Land oder Bund) essenziell. Sie zu ignorieren funktioniert nur, solange die Schäden durch ausreichendes Wirtschaftswachstum kaschiert werden können.
Allein, ich bin selber auch kein Volkswirt und weiss nicht wo man ansetzen könnte, um die Rolle dieser Wissenschaft zu stärken. Einfach einen Volkswirt einzustellen wird’s nicht bringen. Dafür sitzt die Betriebswirtschaft inzwischen zu tief im System „Stadt“, massiv gefördert vor allem von der Bundesregierung.

Kindertagesstätten
Es darf wohl als offenes Geheimnis gelten, dass der nun vorliegende Bericht über die zukünftigen Optionen der Kindergärten und -tagesstätten in Mönchengladbach auf einen FDP-Beitrag zurückgeht. Die SPD und wir Grüne haben natürlich Feuer dafür bekommen, dem zugestimmt zu haben. Wir hatten ja gehofft, mit dem Bericht hätte sich die Forderung der FDP erledigt. Nun, wir werden sehen.
Der Bericht sagt relativ klar, dass eine Privatisierung zwar Einsparungen brächte, diesen aber erhebliche Einschränkungen zugehörten (Verlust von Fachwissen, Unsicherheit der Plätze, mangelnde Finanzfähigkeit der Träger usw.). Allerdings habe ich den Bericht noch nicht vollständig lesen können und vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen: Ich will die Kinderbetreuung nicht privatisieren. Ich würde meine Kinder, hätte ich welche, auch nicht auf einen privaten (oder noch schlimmer, aber für die Stadt auch billiger: kichlichen) Kindergarten schicken wollen. Dies aber letztlich auszuschließen wäre noch verfrüht, das Spardiktat könnte die Stadt irgendwann zu einem solchen Schritt zwingen.
Ich war allerdings noch nie so kurz davor, mich in einer Entscheidung auf die Formel „Gewissensfrage“ zu beziehen, um aus der Bedingung des Koalitionsvertrages zur geschlossenen Abstimmung aller Ampel-Vertreter aussteigen zu können.

CASTOR
Mit Müh und Not versucht die Linke derzeit, einen Antrag zur Resolution umzudeuten, der ganz einfach keine ist. Er beinhaltete den Beschluss, die Stadt solle die Landesregierung auffordern, Atommülltransporte zu verbieten. Nicht nur ist die Landesregierung gar nicht zuständig, genau das ist dort auch erklärtes Ziel, aber eben an der mangelnden Zuständigkeit gescheitert. Was genau das Vorgehen soll, einen solchen Antrag durch einen noch viel weniger zuständigen Rat zu schleusen und somit Zeit zu verplempern, vermag ich nicht zu erklären. Zumal der Antrag ohnehin nicht umsetzbar war – Kommunen können nicht einfach Forderungen an die Regierung stellen. Das letzte Mal, als ich nachgeschaut hatte, verfügte die Linke noch über eine Landtagsfraktion.
Oh, nebenbei hat die Landesregierung solches in Bezug auf Jülich bereits beschlossen:

Der Landtag beschließt: Die in Jülich noch lagernden 152 Castoren mit 300 000 hoch radioaktiven Brennelementekugeln müssen solange am früheren AVR Jülich zwischengelagert werden, bis eine verantwortbare und endgültige Einlagerungsstätte in Deutschland eingerichtet worden ist.

Quelle: Eine Resolution, die tatsächlich eine Resolution ist.
Nunja, im Gegenzug durfte ich mir angesichts unseres Antrages, einen Bericht über die Auswirkungen der Transporte auf die Stadt anzufordern, dann vorwerfen lassen, ich rechne ja schon damit, dass die CASTORen kommen. Ja natürlich rechne ich damit. In einer solchen Sache nicht mit dem schlimmsten plausiblen Szenario zu rechnen hielte ich für fahrlässig. Die Hoffnung, die Tranporte würden noch gestoppt, darf nicht dazu verleiten, die Möglichkeit eines ihres Kommens zu ignorieren. Und zur Sorgte, unsere Verwaltung sei nicht ausreichend vorbereitet gibt es ernsthaften Grund, da muss meines Erachtens ein Bericht her, um die Situation einschätzen zu können.
Ich will, dass das Zeug in Jülich bleibt. Besser in einem ehemaligen Reaktor mit entsprechender Abschirmung als in einer besseren Turnhalle im Münsterland. Und vor allem besser als auf einem LKW, der es quer durchs Land karrt, mitten durch Niederrhein und Ruhrgebiet. Aber ich muss trotzdem davon ausgehen, dass das Ministerium für Strahlenschutz nicht so handelt, wie ich das möchte.
Denn leider bin ich nicht der Umweltminister, der letztlich entscheidet – im Falle des aktuellen (mal wieder eher ein Unweltminister) zur Not offensichtlich auch gegen den Willen der Landesregierung und unter weitgehender Missachtung der Sicherheit für die Bevölkerung.

Sonst so
Ich bin der CDU immer wieder dankbar, wenn sie darauf hinweist, dass es sich bei einem Tagesordnungspunkt um etwas handelt, was man seit 60 Jahren in der Stadt hätte anpacken können, wenn man es als solch einen Mangel ansieht. Besonders, wenn sie diesen Mangel auch sieht. Wenn die CDU selbst darauf hinweist, in fast 50 Jahren als regierende Partei in diversen Themen nichts getan zu haben, spart uns das Redebeiträge und Zeit in den Sitzungen.
Gesicht des Tages war das fassungslose Staunen Ralf Jüngermanns (Rheinische Post) über einen langen Beitrag Bernhard Claßens (Linke) zum Thema Organspende und der Frage der Rechtfertigung des Begriffes „hirntot“. Ich halte die Vermutung der Existenz von Bewusstseinsinhalten ausserhalb des Gehirns ja für weitgehend esoterisch, aber den Gesichtsausdruck war’s wert.


Statt eBook-Land: Wichtiger Hinweis

Sorry, kein eBook-Land Bericht diese Woche.
Weihnachten, die heutige Sitzung des Stadtrates, die letzten Deadlines des Jahres und auch die Fertigstellung der aktuell in Bearbeitung stehenden eBooks vor Weihnachten gehen vor.
Hier ein Thema, über das ich auf jeden Fall noch sprechen wollte, das deswegen ausfällt, aber jeder freie eBook-Autor kennen sollte: Luxemburg senkt Mehrwertsteuer für eBooks 2012 auf 3%. Solltet ihr bei amazon (die luxemburgische Mehrwertsteuer berechnen) eBooks veröffentlicht haben und in Deutschland wohnhaft sein: Bitte passt rechtzeitig zum 1. Januar 2012 eure Preise an. Der Preis inklusive Mehrwertsteuer muss stabil bleiben (§8 Buchpreisbindungsgesetz), sonst riskiert ihr Abmahnungen auf Grundlage des Buchpreisbindungsgesetzes. Der Zeitraum, in dem eure Bücher deswegen ihren Preis verändern sollte daher so gering wie möglich sein.


>eBook-Land: Woche 8

>

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 24,81 € | Verkäufer: 6

Trotz meines dezemberlichen Zeitmangels eine bewegte Woche. Es ist Bewegung in der eBook-Welt und auch für mich gibt es einige interessante Entwicklungen. Da es keine neuen Veröffentlichungen meinerseits gibt diesmal keine Einteilung nach Projektphasen, sondern nach Entwicklungen.

KDP Select
Fangen wir mit dem an, was alle Indie-Autoren betrifft: Amazons KDP Select.
Dabei handelt es sich um ein Programm, mit dem man seine Bücher für den Verleih an Kindle-Besitzer mit Amazon-Premium-Konto freigeben kann. Dafür erhält man einen Anteil an den Einkünften aus dem Premium-Programm. Ausserdem erhält man die Möglichkeit, sein Buch für 5 Tage kostenlos zu setzen. Das wäre für sich durchaus interessant. Es gibt aber zwei erhebliche Pferdefüße, wegen derer ich bei diesem Programm ganz einfach nicht mitmachen werde, trotz des meines Erachtens großen zu erwartenden Werbeeffekts.
1. Exklusivität. Von Teilnehmern an dem Programm erwartet Amazon, dass sie ihre Bücher exklusiv bei Amazon einstellen. Selbst wenn sich das finanziell lohnen würde: Ich unterstütze Monopole ganz einfach nicht, wenn ich eine andere Wahl habe. Amazon versucht zunehmend, sein Angebot mit exklusiven Angeboten zu füllen und das halte ich für überaus problematisch. Bücher, auch elektronische, müssen zumindest theoretisch jedem zugänglich sein. Exklusivität für ein Gerät ist eine zu große und vor allem unnötige technische Hürde.
2. Die Einkünfte dürften nicht nennenswert sein. Für den Dezember gibt es 500.000 $ zu verteilen. Das ist, einmal aufgteilt, aller Voraussicht nach nicht sonderlich viel. Ich würde sogar sagen, selbst eBook-Bestseller wie J. A. Konrath dürften damit nicht glücklich werden.

Autorengemeinschaft
Am Freitag traf ich mich mit zwei Autoren, die sehr am Thema eBook interessiert sind. Das Treffen verlief fruchtbar und wir beschlossen, gemeinsam unsere Stärken einzubringen – wir alle schreiben, einer von uns macht das Marketing und ich die Technik sowie Lektorat. Die Einkünfte werden danach aufgeteilt, wer welchen Anteil hatte. Als erstes Ergebnis davon habe ich das Lektorat für einen vielversprechenden Vampirroman übernommen, der dann im Frühjahr erscheinen soll (sofern nicht vorher ein Printverlag zuschlägt, diese Option ist ausdrücklich offen gelassen).
Dazu kommt natürlich gegenseitige Bewerbung und die Möglichkeit, öfter mal gemeinsame Geschichten oder auch Sammlungen rauszubringen. Ich spiele auch schon länger mit dem Gedanken, Geschichten untereinander zu verbinden, etwa durch mehrfach auftretende Figuren und Orte oder einfach eine gemeinsame Welt, in der die Geschichten anderer Bücher der Gruppe als wahre Ereignisse gelten (ein so genanntes Universum).
Ein besonders wichtiger Punkt ist aber, dass sich die Arbeit besser aufteilen und so mehr Raum für das eigentliche Schreiben freischaufeln lässt – etwas, woran es Autoren fast immer mangelt.

Erfahrungen als Kunde
Diese Woche stieß ich auf die vermutlich großartigste Buchlizenz seit langem:

The product downloaded through the 40k’s website is the Pirate Edition of „Cardanica“. Downloading it, you agree to share it with your friends, talk about it on social networks and in real life, copy and paste anything you like on your blog, tumblr, whatever. The licensor (those strange humans known as the Author and the Publisher) reserves the right to offer you the better support for your entertainment.

Das stammt aus der Piratenedition von Cardanica, die der Verlag auf der eigenen Webseite kostenlos zur Verfügung gestellt hat, man kann es aber auch kaufen, die 2,99 € scheinen mir ein hervorragender Preis.
40k Books (die übrigens nichts mit Warhammer zu tun haben) arbeiten auch mit Cory Doctorow zusammen, der dafür bekannt ist, seine Bücher regelmäßig mit kostenlosen Downloads der kompletten Werke zu bewerben und damit sehr gut zu fahren. Mit dem Unterschied, dass ich Doctorows Little Brother nur theoretisch kaufen würde, denn das ist hierzulande nur als deutsche Übersetzung verfügbar. Und warum sollte ich die kaufen, wenn ich die Sprache des Originals verstehe und somit eine deutlich authentischere Version kostenlos erhalten kann? Ich will den Autor ja bezahlen, aber eher ungern den rowohltschen Rattenschwanz und im Falle eines rein virtuellen Produkts auch nicht so viel.
Auch Cardanica ist eine Übersetzung, da mein Italienisch allerdings etwas holprig ist und der Preis sehr günstig, ist es mir hier eher den geforderten Preis wert.


Umweltausschuss: Katastrophale CASTORen, solare Kataster und verwiesene Gebühren

Der Umweltausschuss war mal wieder ein (unerwartet) spannender. Dafür sorgte vor allem der 2012 anstehende CASTOR-Transport durch die Region. In dramaturgisch abflauender Reihenfolge:

Katastrophale CASTORen
Dass die Feuerwehr zum Katastrophenschutz berichtet ist nichts ungewöhnliches, ist sie hierzustadte doch für selbigen im Bereich Mönchengladbach-Viersen-Krefeld zuständig. Interessant wurde es, da es diesmal um die Bestückung mit ABC-Messfahrzeugen ging (ABC = atomare, bilogische und chemische Gefahrenstoffe).
Mit C hat man in Gladbach Erfahrung und auch A wird grade aktuell (Meine Tendenz, auf Fotos von Veranstaltungen grundsätzlich von hinten sichtbar zu sein setzt sich also fort, siehe Bild 2). Natürlich stieß letzteres auf besonderes Interesse (die CASTORen, nicht mein Rücken).
Nachdem eine Nachfrage der Linken erfreulicherweise erbrachte, dass dieses Gerät bei einem Unfall mit CASTOR-Transporter eingesetzt werden könne, um zuverlässig Belastungen zu messen. Was die Möglichkeiten des Einsatzes in einem solchen Fall angeht, war es da schon schwieriger mit den Antworten. Hier war die Antwort auf meine daran anschließende Frage, wie weit die Feuerwehr in die Vorbereitung der Transporte eingebunden und auf diese vorbereitet sei doch sehr unbefriedigend. Die Frage zunächst als die kompliziertere meiner beiden bezeichnend (ich hatte daneben nach einem typischen Einsatzszenario der Fahrzeuge gefragt) und somit zurückstellend meinte der Leiter der Feuerwehr schließlich, er kümmere sich um den CASTOR, wenn er komme.
Auch wenn Die Linke in ihrer Überschrift etwas übertreibt, eine solche Herangehensweise an eine klar absehbar schwierige Situation für die zivilen Ordnungs- und Sicherheitsdienste wie die Passage eines Atommülltransportes halte ich für fahrlässig. Für die Organisation der Transporte zuständig ist (unter offener Übergehung der Länder) die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Kernforschungszentrum Jülich. Die Aussage Lampes lässt durchblicken, dass diese offenbar die regionalen Katastrophenschutzbehörden nicht vorzeitig über die Streckenführung und Transportzeiten informieren. Das ist verantwortungslos. Bei einem Transport dieser Gefährlichkeit ist es unverzichtbar, dass die Feuerwehr auf die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe vorbereitet ist.

Kurze Auflockerungseinlage zum Thema

Verwiesene Gebühren
Eigentlich hätten die Gebührensatzungen (Wasser/Klärschlamm, Straßenreinigung, Abfall, Feuerwehreinsätze) auf dem Programm gestanden, da aber mehrere dieser Unterlagen deutlich zu spät ankamen und so umfangreiche und wichtige Zahlenwerke kaum noch zu bearbeiten sind, wenn bis sie zur Sitzung ein bis drei Tage vorliegen.

Solare Kataster
Die CDU kann ganz toll zuhören. Kaum sagt da unser Fraktionsvorsitzender, er fände ein Solarkataster sinnvoll, stellt die CDU dazu einen Antrag. Kostenprüfung eines Solarkatasters. Wir waren unterdessen dabei, das vor Einbringung eines Antrags einfach selbst zu machen, aber wenn man halt mit vielen Anträgen punkten und nebenbei die Verfasung eines Antrags noch als Eieruhrersatz nutzen will, macht man das so.
Solarkataster haben sich in anderen Städte als sehr erfolgreich in der Förderung von Solarenergieanlagen erwiesen, da Hausbesitze rhier naschauen können, ob ihre Lage grundsätzlich geeignet ist. Das wiederum hilft bei der Entscheidung, ob es sich lohnt, einen dezidierten Fachberater hinzuzuziehen, um mit diesem genauer planen zu können.
Na gut, stimmen wir mal zu.

Und sonst so
Dann gab es noch die gute Nachricht, dass die Förderstelle in Jülich die Fördergelder für den Klimaschutzmanager (endlich!) genehmigt hat.
Ausserdem wurde in den Mitteilungen der Verwaltung auf die Möglichkeit von Eingaben zum geplanten AKW Borsselen hingewiesen.
Die Feuerwehr baut 2012 in Neuwerk (Bendhütter Straße) um, damit die Garagen dort in Zukunft auch groß genug für die Fahrzeuge sind. An dieser Stelle kamen Zweifel wegen der Höhe der Architektenkosten auf, die nicht beantwortet werden konnten und bei denen wir letztlich darauf vertrauten, dass der Bauausschuss diesen in seiner Zuständigkeit liegenden Aspekt sachgerecht bewertet hat.


eBook-Land: Woche 6 und 7

Bücher im Verkauf: 3 | Davon Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 6,00 € | Verkäufer: 6

So, Woche 6 war ja durch die ganze Geschichte mit amazon.de ausgefallen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass es bei so einer umfassenden Aufregung in den Blogs wichtig war, sich erstmal ein Bild zu machen.
Jetzt, direkt vor Weihnachten und Jahresabschluss sammeln sich die Termine (ja, einschließlich Sonntag) doch recht eng, wodurch relativ wenig Bewegung im eBook-Bereich ist. Allerdings ist das auch genau die Zeit, in der die virtuelle Käuferschaft regelmäßig nachlässt, da lieber Weihnachtsgeschenke gekauft werden. Von Thanksgiving in Amerika ganz zu schweigen. So zumindest das, was ich bei Leuten, die schon länger dabei sind, raushöre.
Abseits der eigenen Veröffentlichungen geht es überraschend voran: Ich werde mich diese Woche mit zwei Autoren und einem Verleger treffen, die sich ebenfalls für das Thema interessieren. Darauf bin ich auf jeden Fall sehr gespannt.
Unterdessen sind meine eBooks seit dem 1. Dezember auch in den brandneuen Kindle-Abteilungen von amazon.it und amazon.es verfügbar, womit die Zahl der Orte, wo man mein Buch aktiv nicht kaufen kann auf 6 steigt.

Phase 1

Okay, mein Lulu-Passwort hätte ich schonmal wiedergefunden, leider generiert Calibre aber fehlerhafte ePubs aus meinen Mobi-Dateien. Das heisst, ich muss die ePubs mit einem eigenen Programm (etwa Sigil) erstellen. Da ich meinen Computer aber grade wegen sich ansammelnder Abstürze seit dem Wechsel des Prozessors (der alte ist bei Durchknallen einer Sicherung kross gebraten worden) auf eine Neuinstallation vorbereite, setze ich momentan keine neue Software auf.
Zumindest hat The Last American schonmal eine ISBN, wozu auch immer sowas bei eBooks gut sein soll. Einige Händler wie Apple (iBooks) und Barnes & Noble (Nook) verlangen die allerdings beim Einstellen ins dortige Angebot.

Phase 2

Es geht langsam voran: Feuchten Fußes ist zu 60% fertig. Ich bin trotz des zäh gewordenen Verlaufs zuversichtlich, die restlichen 40% am kommenden Wochenende schreiben und das Ergebnis dann veröffentlichen zu können.
Die Version 2.0 von Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum kommt in ähnlichem Tempo voran, wobei sich hier schwer abschätzen lässt, wie schnell das fertig wird. Ich bin mir noch nicht sicher, wie viel neuer Inhalt letztlich dazukommt, da inzwischen noch ein paar weitere Ideen einfließen (und andere wohl wieder rausfallen). Aber als kleinen Teaser und um diesen Text etwas hübscher aussehen zu lassen mal drei der neuen Bildbeispiele eingeschoben. Warum das Negativbeispiele sind, darf jeder mal selbst überlegen ;-) .

Und da ich gleich genau wie bei dem letzten Beitrag schon wieder direkt los muss (wie gesagt, der Dezember ist eng mit Terminen belegt) verabschiede ich mich diesmal nach einem etwas kürzeren Teil der eBook-Land-Reihe.
Nächste Woche dann wieder etwas ausführlicher.


Zum KrIZ

Es geht momentan in der Stadt durch die Schlagzeilen: Das Kriseninterventionszentrum (Kriz), derzeit an der Kyffhäuserstraße beheimatet, soll nach Wickrath umziehen. Grund dafür ist, dass sich die Einrichtung vergrößern will und in Wickrath den entsprechenden Platz gefunden hat.
Die Anwohner mögen das nun gar nicht und so entstand eine Bürgerinitiative. Deren Webseite verlinke ich jetzt nicht. Einerseits, weil Georg Mertens von der BI sie selber suboptimal findet (sie also wohl nicht repräsentativ für die Gruppe ist) und andererseits, weil z.B. die Farbgebung doch sehr zweifelhaft ist. Sagen wir mal so: Wenn einem öffentlich rechte Positionen vorgeworfen werden ist das Farbschema schwarz-weiss-rot wenig geschickt (ich bin mal so höflich, einfaches Ungeschick zu unterstellen).

Besagte Initiative macht sich darum Sorgen, dass der „Kisenherd Wickrath“ dadurch weiter belastet werden könnte. Quasi als Beleg hierfür zeigen die BIler diese Karte auf, die ich wegen des Urheberrechtshinweises hier nicht einbinde, auch wennd as meine Textwüste hübscher machen würde.
Allein, diese Karte weist Wickrath als einen der ruhigsten und harmonischsten Stadtteile ganz Mönchengladbachs aus. Ganze zwei Schwerpunkte (Bahnhof und Marktplatz, also übliche Verdächtige wo immer diese zwei Plätze existieren) sind als „Brennpunkte“ markiert, ausserdem das ehemalige Militärviertel. Beklagt werden „herumlungernde Jugendliche“. Da ich „herumlungern“ bisher nicht im Strafgesetzbuch finden kann (und wenn, würde ich lautstark dagegen protestieren) ist mir nicht ganz klar, worin der „Brennpunkt“ bestehen soll. Es ist nicht so wie teilweise in Odenkirchen, Eicken und Mülfort, wo es echte Probleme mit Überfällen, Randale und Einbrüchen gibt.

Das ist das eine. Das andere ist der Umgang mit Schwererziehbaren, der sich hier zeigt.
Ich habe eine besondere Beziehung zu dieser Gruppe, war ich doch in den 90ern 4 Jahre selbst Schüler am Torfbend, heute Peter-Ustinov-Schule. Eben jene Schule für Schwererziehbare, auf die auch die Krizzies gehen werden. Ich war nie auf einem Level mit den Problemkindern des Kriz und habe es deshalb wieder von dort runtergeschafft, aber ich kenne diese Schule und den Umgang mit Schwererziehbaren. Ich kenne mehrere Sonderpädagogen (darunter aktuelle und ehemalige Lehrer am Torfbend), mein Bruder hat jahrelang im Sonderschulbetrieb einer anderen Schule mit geistig behinderten gearbeitet (und ich im Zuge meines Studiums ebenfalls). Meinen Zivildienst habe ich in einer psychiatrischen Klinik geleistet, der Hauptstandort von Hephata befindet sich zwei Straßen von mir.
Aus all dem ziehe ich meine Erfahrungen, wenn ich den Umgang mit schwierigen Jugendlichen (schwer erziehbar oder geistig behindert ist letztlich Haarspalterei, da eine eher willkürlich gezogene Bewertungslinie) bewerte. Und daraus ziehe ich eine Erkenntnis: Das schlimmste, was man machen kann ist, diese Jugendlichen zu isolieren. Neben intensiver Betreuung, wie sie Kriz/Dillborn und die Peter-Ustinov-Schule bieten ist auch ein Kontakt zur Normalität notwendig. Solche Einrichtungen gehören in Wohngebiete. Es ist keine Option, das Kriz etwa komplett in ein Industriegebiet zu verlegen, das verstärkt nur die Isolation dieser Einrichtung und verunmöglicht damit den Kontakt Jugendlicher auf Ausgang zu normalen, innerörtlichen Sozialstrukturen. Wer ins Kriz kommt ist mehr als isoliert genug, weitere Ausgrenzung braucht er als allerletztes.

Man kann darüber diskutieren, ob ein Standort näher am Torfbend in Dohr eine gute Idee wäre, allein: Die Ecke Dohr/Mülfort ist tatsächlich ein sozialer Brennpunkt, geprägt durch die Achse Torfbend-Hauptschule-Römerbrunnen. Dort haben wir dann das Problem eines sozialen Umfeldes, in das die Krizzies eben nicht geraten sollten, wenn sie in die Gesellschaft reintegriert werden sollen.
Wickrath wäre nicht meine erste Wahl, wenn ich therapeutisch ideale Bedingungen zur Resozialisierung suchte – das wären Hardt, Giesenkirchen oder Rheindahlen. Das wichtigste Gegenargument zu Wickrath ist die Art und Weise, wie die anwesenden Anwohner ihrem Protest Ausdruck verliehen haben (den Schilderungen mehrere Anwesender nach fehlten nur noch Fackeln und Heugabeln). Aber es steht fraglos recht weit oben.
Hier bei mir in Dahl? Klar, warum nicht. Können gerne ins bald ehemalige Krankenhaus St. Kamillus einziehen, 50 Meter die Straße runter. Oder auf das Brachgelände des ehemaligen Fußballfeldes am anderen Ende der Aktienstraße. Ich hab nur keine Ahnung, wie sie an die Grundstücke oder zumindest einige Räume dort kommen könnten. Ich weiss bei beiden, wer die Besitzer sind und beide haben grundsätzlich wenig Interesse zu verkaufen.

Jetzt muss ich weg, daher muss die Politur des Textes ausfallen. Aber das wollte ich vorher noch gesagt haben.


>amazon.de

>Es geht grade als Skandal durch die Blogosphäre: Amazon hat… irgendwas gemacht. Faktisch korrekt ist, sie haben sich zwei Wochen Arbeitszeit von „Saisonarbeitern“ fremdfinanzieren lassen. Gern im Netz verbreitet wird die Behauptung, diese Arbeiter hätten in der zeit kein Geld erhalten. Doch zu dieser Differenz später mehr.
Meinen Beitrag eBook-Land: Woche 6 ließ ich daraufhin erstmal ausfallen, um mir in der Zwischenzeit ein Bild zu machen. Andere reagierten prompter und kündigten kurzerhand ihre Zusammenarbeit mit Amazon.de auf, darunter durchaus auch von mir durchaus hoch geschätzte Seiten. Allein, ich habe meine Zweifel an dem ganzen.
Ich werde weiter amazon nutzen. Und hier sind meine Gründe warum:

Mangel an Optionen
Nicht nur bietet amazon den einfachsten Zugang zu seinem Angebot für unabhängige Autoren, es beherrscht auch den Markt für elektronische Bücher. Da sind einerseits die Hürden, die deutsche Anbieter verlagsunabhängigen Autoren entgegenstehen. Das ist in den USA dank Barnes & Noble als direktem Konkurrenten zu Amazon besser, aber B&N liefert nicht nach Deutschland, die haben eine Sperre für ausserusane Nutzer. Auf der anderen Seite steht die Tatsache, dass niemand einen derartig hohen Marktanteil im eBook-Markt hat wie Amazon. Um auf diese Umsätze verzichten zu können, sollte man nicht unter die Auflagenzahlen eines Andreas Eschbach kommen.

Sondersache KDP
KDP (Kindle Direct Publishing) hat es in den USA geschafft, zahlreichen Schriftstellern zu einem wesentlich besseren Einkommen zu verhelfen und die Big 6, das Oligopol der sechs großen Verlagsgruppen, zu entmachten. Nicht länger bestimmen die Verlage, was die Leser lesen, sondern die Leser selber. Das ist im Grunde das, was die Blogs mit den Zeitungen gemacht haben – nur halt auf die Buchbranche übertragen. Ich denke, dass das, was Amazaon damit für die Autoren geleistet hat, die vom Spiegel aufgedeckte Geschichte überwiegt. Gäbe es ein zweites Unternehmen, das dies von sich behaupten könnte, sähe dieser Punkt vielleicht anders aus.
Hinzu kommt dann noch, dass die eBooks als rein elektronisches medium gar nicht durch die Logistik gehen. Die eBooks werden von einem Server in Chicago oder Luxemburg aus zur Verfügung gestellt. Einzig die Lesegeräte gehen einmalig durchs Logistikzentrum.

Achja, Bertelsmann
Die angesprochenen Big 6 bestehen vor allem aus in Deutschland basierten Verlagskonglomeraten und ganz vorne dabei sind die Holtzbrinck-Gruppe und Bertelsmann, wobei Bertelsmann der absolute Gigant ist, der den Buchmarkt sowohl in den USA als auch in Deutschland beherrscht. Die Umsätze dieses Giganten haben besonders unter der eBook-Revolution gelitten, gehört ihm doch mit Random House genau jener Verlag, der Marktführer in jenen Literaturfeldern ist, die der Kindle am schnellsten auffrisst (Taschenbuchausgaben von in SF, Fantasy und Liebesromanen). Das ist die eine eins zum Zusammenzählen.
Die andere eins ist, dass Bertelsmann in Deutschland den wohl größten und effektivsten aller Lobbyverbände besitzt: Die Bertelsmann-Stiftung. Und eines seiner Organe ist – ratet mal – Der Spiegel.
Ich sage nicht, dass die Behauptungen des Spiegel falsch sind, ich halte sie sogar grundsätzlich für wahr. Aber ich sage, dass die gesamte Branche so vorgeht und die Tatsache, dass Amazon als Sündenbock herausgepickt wurde ist von durchaus politischer Brisanz. Wenn Amazon nicht aufgehalten wird, droht dem deutschen Verlagswesen mit dem kommenden Weihnachtsgeschäft der Anfang jenes Endes, das sich in den (entgegen aller Gerüchte und Vorurteile extrem büchervernarrten) USA aktuell abzeichnet.
Hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir Bertelsmann wohl mit Fug und Recht als einen Vater der Generation Praktikum bezeichnen können? Denn nirgends sind (gemessen an meinem Bekanntenkreis) mehr Pratikanten im Betrieb als bei Bertelsmann und seinen zahlreichen Tochterkonzernen (allen voran RTL).

Informationsmangel
Was wir aus dem Spiegel-Artikel wissen ist, dass die Kurzarbeiter bei Amazon zwei Wochen lang vom Stat bezahl werden. Wa swir nicht wissen ist, wie viel Geld sie erhalten, wie lange diese Arbeiter da bleiben, wie viele übernommen werden, warum vorzeitig ausscheidende ausscheiden etc. pp.
Das ist mri dann doch zu dürftig. Die Aussage des Hungerlohns jedenfalls ist auch durch den Spiegel-Artikel nicht gerechtfertigt udn sowohl Amazon selbst als auch das Arbeitsamt erzählen eine andere Geschichte als der Spiegel, etwa davon, dass nicht wenige dieser Arbeiter eine Festeinstellung erhalten. Und ja, der verlinkte RP-Artikel ist deutlich älter als die recycelte Spiegel-Geschichte. Was auch noch so ein Punkt ist: Wenn zwischen RP-Artikel und Spiegel-Bericht zwei Wochen stehen, warum ist der Spiegel-Bericht dann so sparsam mit Infos und bietet im Vergleich nichts neues?

Meine Schlussfolgerung aus dem allen: Amazon ist nicht unschuldig, aber handelt letztlich nur wie alle anderen. Ob die Vorwürfe korrekt sind, ist ungeklärt. Ausser Zweifel steht aber, was der Konzern für die unabhängige Autoren- und Schriftstellerszene und damit die Etablierung einer neumedialen Gegenöffentlichkeit leistet und geleistet hat.
Angesichts dieser gesellschaftlichen Rolle bin ich willens, Amazon einen Vertrauensvorsprung zu gewähren, den sich der Spiegel seit dem Abgang Rudolf Augsteins verdorben hat.