Sieben am Sonntag 16.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Normalerweise habe ich ja eine bis jetzt grade unsausgesprochene Regel, das ein Künstler in der Musik der Woche nur eine Erwähnung bekommt. Aber heute ist Ostern und da brauche ich ein Video mit einem Hoppelhäschen, also gibt es ein Metalcover von Psys Gangnam Style vom schwedischen Metalcoverversioneneinspieler Leo Moracchioli. Den gab es hier zuletzt Anfang März, damals mit Scatman.

Beschluss der Woche

Frankreich hat beschlossen, das Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland bei Freiburg abzuschalten. Zwar wird es mit Abschaltung 2018 nur durch ein anderes AKW ersetzt, aber wenigstens ist damit eines der beunruhigenderen Uralt-Kraftwerke vom Netz. Das AKW Fessenheim liegt derzeit ohnehin still und nun dürfen wir hoffen, dass es in seiner kurzen Restzeit nie wieder eingeschaltet wird.
So kann Frankreich zwar weiter lustig Atommüll produzieren, aber wenigstens fliegt er uns nicht mehr ganz so schnell um die Ohren.

Abschaltung der Woche

Nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich abgeschaltet ist seit dieser Woche dann auch Kopp Online. Die Seite, das Zentrum für rechte Verschwörungstheorien, besonders alberne Falschmeldungen und selbst für Esoteriker zu bescheuerten esoterischen Quatsch, wird fortan nicht mehr mit neuen Inhalten beliefert. Offenbar war selbst die Leserschaft dieses Mists nicht bereit, dafür auch noch Geld zu zahlen.
Das lässt hoffen, was die Zukunft der Verblödung angeht. Vielleicht lesen die Leute den Schrott tatsächlich nur hipstermäßig-ironisch. Das wäre schön.

Zubehör der Woche

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Aus Griechenland kommt eine etwas günstigere Alternative zum Wetterschutz des Velomobils: Der Regenschirmhalter fürs Fahrrad von Senz erscheint mir zwar ein wenig überbepreist, aber was weiss ich denn schon, schließlich habe ich ja noch nie einen Regenschirmhalter fürs Fahrrad gehabt. Oder gemacht. Okay, ich habe schonmal einen Sonnenschirmhalter fürs Fahrrad gemacht, aber dafür musste ich auch nur zwei Ringschellen mit zwei weiteren Ringschellen am Rahmen festmachen. Was vermutlich auch reichen würde. Hmm.
Okay, günstigerer Plan: Viererset Ringschellen gibt’s im 1-€-Shop, aber ich sag nicht,für wieviel.
Hilft zwar nicht gegen Chemtrails, aber da Kopp Online ja nicht mehr bespielt wird, gibt es die ja auch nicht mehr.

Elektromobile der Woche

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort - Bild: E.Go Mobile AG

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort – Bild: E.Go Mobile AG

Stuttgart und Wolfsburg fallen in Sachen Elektromobilität ja eher dadurch auf, komplett den Anschluss zu verpassen. Womit das Ende der deutschen Autoindustrie absehbar wäre, gäbe es da nicht die RWTH Aachen. Während der von dort stammende eScooter der Post überaus erfolgreich ist und bald auch in den Privatverkauf gehen könnte, nachdem die Post diese Woche den Bau eines zweiten Werkes ankündigte, rollt 2018 ein weiteres aachener Elektroauto auf die Straßen.
Der E.Go Life der neuen Firma E.Go MObile AG, dessen kleiner Bruder E.Go Kart übrigens als vierrädriges Fahrrad gefahren werden kann und vom Bau sehr leicht mit einem Dach versehen werden könne, lassen sich bald vorbestellen und sollen dann nächstes Jahr vom Band rollen. Mit 16.000 € ist er zwar ein ganzes Stück teurer als Renault Twizy, dafür liegt er aber vom Bautyp ohnehin eher auf dem Level eines Twingo.
Ich hoffe meine Versuche, so zu tun, als wüsste ich irgendwas von Autos, haben funktioniert.

Buch der Woche

felgenkillerIch hatte bereits erwähnt, dass es diese Woche einen neuen Krimi von Thomas M. Claßen gibt, der in einer fiktiven Großstadt am Niederrhein namens Grawenhorst spielt, welche verdächtig einer Großstadt am Niederrhein namens Mönchengladbach ähnelt und die gleich zu Beginn in einen Wald führt, der verdächtig dem Stadtwald ähnelt? Mal abgesehen von all den Dingen, die in einem Krimi ohnehin verdächtig sind, weil es sich schließlich um einen Krimi handelt?
Hatte ich schon? Na, dann ist ja gut.
Und trotzdem muss ich jetzt noch ein bisschen mehr schreiben, denn sonst sieht die Seite schief aus, weil das Bild links neben diesem Punkt mit dem Bild vom nächsten Punkt kollidiert und das dann seltsam aussieht. So ist das halt beim Schreiben in einem dynamischen Medium wie dem Internet und Fließtext in HTML. Manchmal muss man gezielt viel schreiben, um den Abstand zwischen Objekten sicherzustellen. Zumal ich ohnehin ein tägliches Schreibziel von 1.000 Wörtern habe und da es schon spät ist wäre es absolut töfte, wenn ich das noch mit diesem Blogbeitrag erreichen würde.
Jetzt sind es übrigens 917 Wörter mit dem Teiltext, der gleich noch kommt. Das ist schonmal nicht schlecht, aber die Bilder sind noch nicht ganz getrennt.
Na gut, ich hätte auch einfach das Bild verkleinern können, aber man muss ja nicht immer den einfachen Weg gehen. Es klappt ja auch so und jetzt ist es vollbracht.
Das Buch hatte ich schon erwähnt, nicht? Gut. Felgenkiller. Gibt’s im Buchhandel. Und bei Amazon. Unter anderem.

Penis der Woche

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig - Bild: Werner Kerschbaummayer

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig – Bild: Werner Kerschbaummayer

Für eine Religion, deren zweitwichtigstes Symbol auffällig antiken Darstellungen einer Vagina ähnelt, hat das Christentum erstaunlich viel Probleme mit Geschlechtsorganen. So auch im österreichischen Traunkirchen, wo ein Sammler neben einem Pilgerpfad ein neu erworbenes Kleinod aufgestellt hat. Das erbroste die Gemeinde und so gab es vorhin verlinkte Presse-Berichterstattung zu der ganzen Affäre. Was offenbar durchaus in der Absicht des überaus amüsanten Grundbesitzers lag.
Nun, der Konflikt wurde gelöst. Auf die bestmögliche Weise.
gnihihi - BIld: Werner Kerschbaummayr

gnihihi – Bild: Werner Kerschbaummayr


Freitägliche Fünf 07.08.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Und diesmal bewegen wir endlich was!

1. Zu Wasser: Wie wär’s mit einem hochseetauglichen Tretboot? Hier ist eins. Das kommt zwar auf gute 3.800 $, aber laut Umrechnung von Fancy sind das nur 3,48 €.
Leider vermute ich, dass mir der Verkäufer einen leicht anderen Wechselkurs berechnet. Schade, genau das richtige Boot für mich, um mal ein bisschen zwischen den Jachthäfen am Rhein rumzukurven.

Mit dem Fahrrad nach England? In die Pedale! (Bild: Fancy)

Mit dem Fahrrad nach England? In die Pedale! (Bild: Fancy)

2. Zu Lande: Da, endlich, das perfekte Auto für mich: Das Swincar aus Frankreich. So mach ich den Quatsch mit der Elektromobilität auch mit. Und ja, das gibt es für 1.000 € extra auch in straßentauglich.

Okay, man muss halt noch ein Dach schnitzen (Bild: Swincar)

Okay, man muss halt noch ein Dach schnitzen (Bild: Swincar)

3. Und in der Luft: Naja, fünf Zentimeter in der Luft, aber hey, Luft.

Wer sich mit Magnetismus auskennt, für den wird der Dampf verräterisch sein: Das Board enthält einen mit flüssigem Stickstoff gekühlten Supraleiter, der von im Boden befindlichen Magneten abgestoßen und so zum Schweben gebracht wird. Und deswegen ist der Supraleiter für Zimmertemperatur eine so wichtige Vision der Physik: Damit können wir Hoverboards bauen!
Okay und verlustfreien Stromtransport über gewaltige Entfernungen. Aber vor allem Hoverboards.

4. „Mimimi, wie willst du denn mit einem Fahrrad die Familie umherkutschieren?“ Bitteschön:

Alles nie ein Problem gewesen. Okay, teuer, aber Autos gibt es auch nicht grade am Kaugummiautomaten. Zumindest keine fahrbaren (Bild: Fancy)

Alles nie ein Problem gewesen. Okay, teuer, aber Autos gibt es auch nicht grade am Kaugummiautomaten.
Zumindest keine fahrbaren (Bild: Fancy)

5. Mal abseits von all den fahr-, flieg- und schwimmbaren Untersätzen: Es gibt eine Netzwerkseite für alle, die in MG Flüchtlingen helfen möchten. Sehr gute Initiative.


Petitionnerstag XVIII

Zu Beginn ein Glückwunsch, es hat mal wieder eine Petition geschafft, die 50.000 Unterzeichner zu erreichen: Die Petition zur Reform der GEMA hat diese Grenze – zu meiner ebenso ehrlichen wie positiven Überaschung – vorgestern überschritten.
Und damit – auch in Hoffnung weiterer Erfolge der partizipativen Demokratie – ab in den dieswöchigen Petitionnerstag:

Steuerfreiheit für Kondome

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Kondome nicht besteuert werden.

Das ist doch mal ein schöner kreativer Ansatz zur Gesundheitsförderung.

Geschlechtergleichstellung in der Autoversicheurng

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Höhe der Kosten von Haftpflicht- und Kaskoversicherungen für die Benutzung von Kraftfahrzeugen unabhängig vom Geschlecht des jeweiligen Versicherungsnehmers festgelegt werden muss.

Eventuell ist die Vorgehensweise jetzt schon widerrechtlich, as sollte man vielleicht mal überprüfen. Hat denn da noch nie eine Betroffene gaklagt?

Absetzbarkeit der Führerscheinkosten

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Kosten für den Führerscheinerwerb von minderjährigen Kindern oder Kindern in der Ausbildung von der Einkommenssteuer abgesetzt werden können.

Ich selbst bin so ein Mensch, der schon deswegen keinen Führerschein hat, weil das Teil einfach sauteuer ist – unverhältnismäßig zumindest für die bloße Lizenz, ein Kraftfahrzeug zu führen, auch und vor allem, wenn man das Alter derer bedenkt, welche üblicherweise einen Führerschein machen.

Kostenloses Familienkassentelefon

Mit der Petition soll erreicht werden, dass die Familienkassen telefonische Auskünfte kostenlos erteilen. In diesem Fall dürfen keine Geführen für die Nutzung einer 0180er Telefonnummer erhoben werden.

Achja, die Privatisierung der Telekommunikation – plötzlich kostet es den Staat was, Telefonauskünfte anzubieten. Tja, das sind dann wohl die Wirtschaftsliberalen schuld.
Ich dneke, die Mindestforderung wäre hier die Erreichbarkeit über normales Telefon, kostenloser Service wäre natürlich noch wesentlich besser.

Einführungskurse für Hartz 4

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, eine Art Einführungskurse für Hartz IV-/ ALG 2 Empfänger einzuführen.

Sehr geile Vorstellung, ein Kurs, der mit den Worten „Willkommen in der Armut“ beginnt.
Im Ernst, das kann durchaus helfen. man sollte halt mal schauen, wie hoch das Kosten-Nutzen-Verhältnis dieser Maßnahme ist. Insgesamt schön unkonventioneller Vorschlag, gefällt mir schon vom Stil her.

Ersatzfeiertag

Der Bundestag möge beschließen, dass der § 11 Abs. 3 Arbeitszeitgesetz wie folgt geändert wird:

„Werden Arbeitnehmer an einem Feiertag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben. Dieser ist als zusätzlicher Urlaubstag zu handhaben und innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren. Beantragt der Arbeitnehmer entgegen des Dienstplanes an einem Feiertag „dienstfrei“ zu haben, ist hierfür kein Erholungsurlaub oder anderer Ausgleich zu verbuchen.“

Das wurde in meinem Zivildienst so gehandhabt und ich fand es durchaus angenehm. Zudem zielt es in meine Richtung, gesetzliche Feiertage komplett durch ein Grundkontingent an Urlaubstagen zu ersetzen, die jeder legen darf, wie er will (und die der Arbeitnehmer nicht verweigern darf).

Gesetzlicher Mindestpreis für Milch

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass ein Minimum für den Milchpreis der deutschen Milchbauern von 0,42 Euro / Liter festgelegt wird.

Hmm, ich glaube, mit dem Gedanken spielen Angela Merkel und die Milchwirtschaft grade ohnehin.

Ausserdem diese Woche neu in der Mitzeichnung
Interessant die Einführung eines Computeramtes – Computer und Amt in einem Wort, ich bekomme es mit der Angst zu tun. Nunja, im grunde geht es um eine Erhöhung der Technikkompetenz des Bundestages. Dafür gibt es ja eigentlich Sachverständige, die im Idealfall auch unabhängiger sind als ein politisch besetztes Amt.
Gut gemeint, aber im Effekt abstrus ist die Idee einer Produktkennzeichnung nach Anteil der Herkunftsländer des Produktes, welche die Menschenrechte nicht einhalten.
Ein weiterer Petent fordert eine Hundehaftpflicht verpflichtend für alle Hundebesitzer – eine weitere Dämonisierung von Hunden offenbar.
Dem Antrag auf Online-Freistellungsaufträge stehe ich mehr oder weniger indifferent gegenüber.
Nicht neu ist, dass Hartz-4-Empfänger es für benachteiligend halten, wenn zuvor Erwerbstätige genauso behandelt werden wie alle anderen Hartz-4-Empfänger.


Sie überraschen mich, Dr. Nachglos

Blablabla etc. pp. von GuttenbergWenn eine Partei einen völlig unbekannten Menschen auf eine Stelle setzt, riskiert man offensichtlich den Aufstieg von jemandem, der in diesem neuen Posten komplett inkompetent ist.
Weniger bekannt ist das gegenteilige Risiko. Das erlebt offenbar grade die Union: Dr. Wilhelm Nachglos scheint für seinen neuen Job als Wirtschaftsminister tatsächlich etwas zu taugen, was seiner Partei aber gar nicht passen dürfte. Denn was lese ich da in der Westdeutschen Zeitung von gestern: Vor der Verlängerung der Abwrackprämie sollte man „ein paar Grundsatzfragen klären“. Man lese und staune:

Darunter die Kosten für den Steuerzahler. Auch müsse geklärt werden, ob die Autobranche nicht auf Dauer von der Abwrackprämie abhängig werde und bei ihrem Wegfall später umso stärker leide.

Credit where credit is due. Aber, Dr. Nachglos, passen Sie auf, dass Ihnen Ihr offenbar vorhandener gesunder Menschenverstand nicht zum Verhängnis wird. Sowas zu haben kann in der Union gefährlich sein.


Liebe Experten… (Abwrackprämie)

…ich hätte da mal ne Frage.

Die Abwrackprämie ist ja jetzt ein großer Erfolg. Autohändler sind zum Teil ausverkauft – was mir einige sogar bestätigen konnten. Ein paar stellen inzwischen ihre Leihwagen schon in den Verkauf, um den Bedarf befriedigen zu können.
Es scheint also alles so zu laufen, wie ihr es euch vorstellt. Jeder, der grade auch nur irgendwie an ein neues Auto gedacht hat, kauft sich jetzt eins. Klasse.

Da wäre nur eine klitzekleine Frage: Wenn dieses Jahr alle einen Neuwagen kaufen, wer kauft dann nächstes Jahr noch einen?

Oder anders gesagt: kann es sein, dass diese Prämie das Äquivalent des Verhaltens ist, bei einem unvermeidbaren Crash noch einmal richtig aufs Gaspedal zu drücken, um wenigstens richtig spektakulär zu enden?