Sieben am Sonntag 11.03.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Diese Woche starten wir mal mit was niedlichem. Oder mit einem unbeabsichtigt beissenden Kommentar zur Schulpolitik. So oder so haben wir hier Kraftwerks Roboter, eingespielt von einer 1. Klasse der GTS Lemmchen in Mainz-Mombach.
GTS steht normalerweise für Ganztagsschule, also lustigerweise genau die Schulform, die ich für die Roboterisierung der Kinder hauptverantwortlich mache. Man merkt vielleicht, dass ich mit der Schulpolitik meiner Partei nicht ganz konform gehe.

Links der Woche

Obacht vor geschenktem Geld!

Obacht vor geschenktem Geld!

Deutschland ruft die Milliarden Fördergelder für den Breitbandausbau nicht ab. Denn wer will schon Geld geschenkt haben? Das lässt uns die Tagesschau wissen. Die Grafik zeigt Fördertopf (blau) und tatsächlich abgerufene Gelder (orange).
Dass ein Privatsender die Initiative Notheidisgirls killt, ist zunächst keine so große Überraschung. Dass dies geschieht, indem RTL ein Youtube-Video der Gruppe bringt, die Sendung dann bei Youtube einstellt und Youtube wiederum das Originalvideo als nicht genehmigten Ausschnitt aus dem RTL-Video zu erkennen meint und sperrt, das ist dann doch etwas ungewöhnlich. Aber typisch für deutsche Digitalkompetenz.
Dazu passt dann auch der recht seltsame Vorschlag der EU, soziale Netzwerke sollten demnächst in den Wohnorten ihrer Kunden Steuern für die Datennutzung zahlen. Denn Steuern sollten da gezahlt werden, wo der Wert entsteht. Also zum Beispiel die Steuern für die Bananen bei Aldi Süd in der Dominikanischen Republik. Ach, wie, doch nicht? Komisch.
Das größte Drohnensystem der Welt geht denn auch nicht in Deutschland oder den USA an den Start — sondern in der High-Tech-Nation Tansania. Es liefert dort Medikamente und andere wichtige Versorgungsgüter in abgelegene Regionen.
Aber auch Deutschland engagiert sich in Afrika und setzt sich für den Schutz der Großkatzen ein. Dass die neue Bundesregierung gleichzeitig verspricht, daheim dem Wolf Einhalt zu gebieten, ist ein störendes Detail, dass man jetzt nicht unbedingt erwähnen muss, wenn man die Bundesregierung ist. Wenn man ich ist, schon.
Um das zu verstehen, fragt man am besten jemanden mit sowas wie einem „Einstein-Visum“. Melania Trump zum Beispiel.
Wie sich ihr Mann Donald dagegen eine intelligente Frau vorstellt, davon haben chinesische Spielzeughersteller eine ziemlich gute Illustration geschaffen.
Ja, ich weiss, dass Mickey männlich ist. Aber das ist nicht Mickey, das ist Lucky.

Ja, ich weiss, dass Mickey männlich ist. Aber das ist nicht Mickey, das ist Lucky.


Es gibt aber auch Gutes aus Deutschland zu berichten: Solingen hat seine Oberleitungsbusse durch einen BOB ergänzt. Der Batterieoberleitungsbus ist in der Lage, ohne Dieselmotor nicht elektrifizierte Streckenabschnitte zu bedienen, indem er Strom aus der Oberleitung in einem Akku einspeichert. Ältere Mitbürger meiner Stadt werden sich an frühere Versuche zu elektrischen Bussen erinnern.
Die Buslinie (00)9 aus Mönchengladbach 1981 als Elektrobus mit Akku im Anhänger - Bild: Stadtarchiv MG

Die Buslinie (00)9 aus Mönchengladbach 1981 als Elektrobus mit Akku im Anhänger – Bild: Stadtarchiv MG


In Belgien kommt man unterdessen zu der Erkenntnis, dass Leben vielleicht doch wichtiger ist als ein paar Arbeitsplätze und so spricht sich die reaktornahe Stadt Lüttich inzwischen gegen Tihange aus.

Service-Mitteilung der Woche

Dinge, die man sagen muss, obwohl man sie eigentlich nicht sagen müsste.

Bild: Karl Sasserath

Bild: Karl Sasserath

Diesmal geht es um das aktuell große Thema der Obdachlosen. Die es ja angeblich nicht gibt.
Während andere Städte ihnen Unterkunft bieten, werden sie hier konsequent von öffentlichem Gelände vertrieben.
Ich fasse mich kurz: Das sind Menschen, kein Ungeziefer. Wenn ihr ihnen schon nicht helft, lasst sie doch wenigstens in Ruhe, wo sie keinen stören. So viel Kundschaft hat eine geschlossene Postfiliale ja nicht.

Politik der Woche

Auf den Umweltausschuss letzte Woche folgt traditionell der Bau- und Planungsausschuss. So auch diese Woche.
Dabei stand ein Klassiker der politischen Seite dieses Blogs an: Die Busführung in der zentralen Fußgängerzone von Mönchengladbach. Mein Beitrag zum Thema war im wesentlichen eine Kurzfassung meines letzten Blogbeitrags zum Thema.
Doch da die GroKo lieber mit dem Kopf durch die Wand wollte, wurde die Datengrundlage der Erhebung ohne ersichtlichen Grund in Zweifel gezogen und von Annette Bonin sogar für wertlos erklärt. Thomas Fegers (SPD) führte aus, dass sich die Innenstadt als Einkaufsort ja sowieso bald erledigt habe — und prophezeite wohl eher versehentlich schonmal das Ende die grade erst gebaute und vor allem auch massiv von der SPD vorangetriebene Mall namens Minto. Ebenso ein Produkt des Zufalls dürfte sein, dass er mit diesem Beitrag perfekt einen anderen Beitrag von mir zusammenfasste. Was nicht das schlechteste ist, aber halt in dem Kontext Unsinn. Eine Innenstadt, die niemand erreicht, wird mit anderen Konzepten genausowenig blühen wie mit dem Handel. De Deutsche Post führt das grade vor, indem sie ihr Kundencenter so weit wie nur irgend möglich von ihrer Kundschaft entfernt oben auf den Abteiberg setzt.
Nun war der GroKo letztlich egal, wie widersprüchlich ihre Argumente waren, es gab offenbar das Ziel, die Hindenburgstraße vom Busverkehr zu räumen, ob es nun sinnvoll ist oder nicht. Das hat sie dann halt durchgezogen.
Ansonsten war mir dort bei den zahlreichen Änderungen im Nordpark noch wichtig, dass davon der aktuell in der Planung befindliche Radschnellweg Rheindahlen-Nordpark nicht negativ betroffen ist, denn mit dem habe ich noch ein bisschen was vor.
Der Freitag brachte eine weitere Veranstaltung, den Bezirksrat der Grünen Niederrhein-Wupper zum Thema Verkehr. Konkret ging es wegen der aktuellen Entwicklungen um den Dieselskandal. Mir wird das Thema deutlich zu einseitig autofixiert diskutiert, auch innerhalb der Grünen. Diese ganze Debatte, die den Verkehr als solchen praktisch nicht angeht und nur darauf abzielt, die Motoren zu ersetzen, ist so unglaublich ambitionslos und ängstlich.
Aber ich bin froh, dass der Vorstand des partei-internen Bezirksverbands, dem ich seit der letzten Vorstandswahl angehöre, bei den Bestrebungen, stärker inhaltliche Themen anzusetzen, die alle Kommunen gemeinsam betreffen (statt Personalien in Vorbereitung auf die jeweils nächste Wahl), an einem Strang zieht.

Wortgeschmeide der Woche

Bücher, Texte, Veröffentlichungen! Mal meine, mal nicht. Diese Woche zum Beispiel nicht, dafür schließe ich die Lücke mit einer kleinen Kuriosität. Ich zitiere einfach mal die Beschreibung von Benno Zeitmetz Kreuzmairs Alle Uhren gehen falsch! Tractatus neo-horologicus:

Wir Menschen empfinden die Zeit mal gar nicht, mal langsamer, mal schneller. Das kann man aber nicht mit einer normalen Uhr abbilden, denn die geht immer gleich schnell!
Daher präsentiert Benno Zeitmetz Kreuzmair ein ganz neues Konzept und plädiert gleich für drei Ziffernblätter: die Normalzeit, die Fühlzeit und die Wunschzeit. In der Mitte der Uhr kreuzen sich zwei Zeiger, der Zeiger der Wunschzeit und der der Fühlzeit. Im Idealfall treffen sie in der Mitte zusammen, dann sind gewünschte und gefühlte Zeit in Balance. Lassen Sie sich auf dieses faszinierende Abenteuer ein! Doch Vorsicht: Ihr bisheriges Zeitverständnis könnte sich komplett ändern …
Neben der deutschen Fassung beinhaltet dieses Buch den Text auch auf Mandarin.

Das ist so herrlich bescheuert. Ich fand es bei dem Versuch, den Novum-Verlag einzuordnen, nachdem mir eine sehr fragwürdige Schrift unter dessen Namen unterkam. Nun, es stellte sich heraus, dass der Novum-Verlag überhaupt kein Verlag ist, sondern ein „Dienstleister“, der Autoren das Geld aus der Tasche zieht, indem er sich erst für das Verlegen bezahlen lässt und den Autoren dann auch noch gegen Geld ihre eigenen Bücher andreht.
Wer darauf hereinfällt, nun, der schreibt solche Bücher.

Fotos der Woche

Fotografisch eine sparsame Woche. Schaun wir mal, was zusammengekommen ist:

Ja, ich habe im Dateinamen Tihange falsch geschrieben. Das war natürlich ein Test!

Ja, ich habe im Dateinamen Tihange falsch geschrieben. Das war natürlich ein Test!

Am Mittwoch wurde in Wickrath eine Protestsäule gegen den bröckelnden Reaktor Tihange 2 aufgestellt. Da darf jetzt jeder einmal den Hebel ziehen und das wird dann gezählt und nach Belgien gegeben. Zu diesem Anlass darf dann auch mal der Oberbürgermeister aufs Bild, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich den nicht doch hätten zensieren müssen. Achwas, tagespolitisch wichtiges Gruppenfoto.
Die Säule wandert im Laufe der nächsten zwölf Monate durch die vier Stadtbezirke.
Nutria-Mutte rmit kleinem Schwarzen

Nutria-Mutter mit kleinem Schwarzen

Auf dem Rückweg lief mir dann an der Niers diese Nutria-Familie über die Füße. Nutrias kenne ich zwar, aber so nah bin ich denen noch nie gekommen. Und das kleine schwarze Junge ist absolut niedlich. Dessen vermutlichen Vater, ein ebenso schwarzes ausgewachsenes Nutria, habe ich übrigens etwa 150 Meter flussabwärts auch noch gesehen.
hummel-03-2018Noch ein Tierbild: Diese Hummelkönigin machte es sich neben mir gemütlich, als ich das Gartenwerkzeug auspackte. Bombus hypnorum, die Baumhummel, dürfte sich in den zahlreichen hohlen Stellen unserer Apfelbäume sehr wohl fühlen.
huegel-kahlDas Ergebnis des heutigen Tagewerks in der Dahler Oase, die Freilegung eines von Brombeeren überwucherten Hügels, sieht nicht ganz so spektakulär aus, wie erhofft und wie die Arbeit rechtfertigen würde. Das ist nämlich die erste Aussaat 2018 in der Dahler Oase. Wir haben den Hügel dazu genutzt, hier Schwarzwurzel auszusäen, da dieses tief wurzelnde Wurzelgemüse sich an dieser Stelle hinterher besonders leicht ernten lässt. Und damit sind wir offiziell in der Gartensaison angekommen.

Video der Woche

Meine Youtube-Präsenz ist noch nicht wieder im Laufen, weswegen es erneut ein anderes Video als Empfehlung gibt. Diesmal von Barrys Serie My Virgin Kitchen mit einem schönen Rezept für einen Partygag: Durchsichtige Kartoffelchips! Das Rezept gibt es auch zum Abschreiben hier (englisch).


Sieben am Sonntag 25.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Oh, ab dieser Woche werde ich ein paar Richtungen ausprobieren, in die das Format sich weiterentwickeln kann. Ihr dürft gespannt sein. Ihr dürft auch nicht-gespannt sein. Ich meine, wir sind ein freies Land hier und das ist ein freies Blog.
Und, auch wenn es möglich gewesen wäre, kein Drumpf der Woche. Die Sache mit dem Vorschlag, Lehrer zur Abwehr von Schulmassakern zu bewaffnen, ist zu bekannt und zu einfach. Trotzdem, Respekt, so bescheuert zu sein erfordert Talent. Wenn auch ein Talent, das keiner haben will — oder haben sollte.

Musik der Woche

Wie wäre es mal wieder mit einer Coverversion? Einer möglichst seltsamen natürlich. Okay, hier ist der Titelsong des Pokémon-Anime im Stil von 20 erfolgreichen Bands der 90er.

Wahrheit der Woche

horse-fastDie Natur hat doch immer noch die besten Erfindungen. Heute morgen in Facebook gesehen. Ein paar Minuten später konnte ich langsam wieder atmen.

Fütterung der Woche

Partyhäppchen für Krebszellen - Bild: Jason Drees, Arizona State University

Partyhäppchen für Krebszellen – Bild: Jason Drees, Arizona State University

Forscher aus Arizona haben eine neue Methode entwickelt, um das Krebsmedikament Thrombin direkt zu den Krebszellen zu bringen. Sie bauen eine winzige Kugel aus reiner DNA, in der sich Thrombin befindet. Die DNA ist so zusammengesetzt, dass sie auf ein Enzym auf der Oberfläche von Krebszellen reagiert und das Thrombin gezielt im Tumor freilässt.
Thrombin ist ein Gerinnungsmittel, das gezielt Adern verstopft und so den Tumor vom Blut abschneidet, durch das er mit Nahrung versorgt wird. Die Krebszellen verhungern. Als traditionelles Krebsmittel hat es schwere Nebenwirkungen, da es nicht nur Krebszellen angreift. Die neue Methode der Verabreichung in DNA-Nanorobotern kann das ändern.

Verdachtsmoment der Woche

Bild: Amazon

Bild: Amazon

Das ist eine Tastaturabdeckung für arabische Schriftzeichen. Damit kann man sehen, welche Taste welches Schriftzeichen erzeugt, wenn man am Computer die Tastatur auf eine andere Sprache umstellt. Das ist eine sehr nützliche Sache, vor allem für das Schreiben in Sprachen mit völlig anderen Schriftsystemen.
Arabisten zum Beispiel schreiben regelmäßig in einer solchen Sprache mit völlig fremdem Schriftsystem.
Nun ist arabisch bekanntlich die Sprache des terrorismus, also fand die Kreditkartenfirma eines solchen Arabisten, Pieter van Ostaeyen, seine Bestellung eines solchen Teils verdächtig genug, ihm temporär die Karte zu sperren.
Und dann fragen sich die Leute, warum die Deutschen so am Bargeld hängen…

Sportart der Woche

Plogging ist eine Sportart, die sich von Schweden aus in der Welt ausbreitet. Das Mischwort aus jogging und pluck (oder schwedisch: plocka) bezeichnet die Tätigkeit, beim Joggen gezielt den herumliegenden Müll aufzuheben und entweder mitzunehmen oder in einen Mülleimer zu werfen.
Das klingt schon mal sehr toll und selbstlos, aber auch für die Plogger selbst ist da was drin. Denn wer beim Joggen häufig anhält und Müll aufhebt, hat eine deutlich abwechslungsreichere Bewegung und einen Effekt, der an das in den letzten Jahren zunehmend empfohlene Intervalllaufen erinnert, bei dem man durch eine Kombination aus langsamem Laufen und Sprint einen stärkeren Trainingseffekt erzielt.
Dieses Jahr hat sich dank dem britischen Autor David Sedaris die englischsprachige Welt der Idee angenommen und damit beginnt sie, ein Trend zu werden.

Entdeckung der Woche

Neue Untersuchungen konnten nachweisen, dass einige Höhlenmalerien in Europa älter sind als der Homo sapiens dort und somit vom Homo neanderthalensis stammen müssen. Das ist beachtlich, da es dem Neandertaler eine hoch entwickelte Kultur nachweist, die mit der des Menschen auf Augenhöhe war.
Für mich ist das noch aus einem anderen Grund interessant: Ich vermute, dass Höhlenmalereien im Zusammenhang mit der Erfindung von Schriftsystemen und somit mit Sprache stehen. Gezielten Untersuchungen dazu steht nur leider sehr viel im Wege — nicht zuletzt die schwierige Datierung der Malereien. Ich bin sehr gespannt, was bei den neuen, genaueren Datierungsmöglichkeiten noch rauskommt.

Fotos der Woche

Das ist der Teil, wo ich eine Neuerung ausprobieren will. Den Platz des siebten Beitrags nimmt von nun an eine Sammlung von Fotos ein, die ich über die Woche gemacht habe.
Die Woche aufgeteilt in zwei Trilogien.
Die erste dokumentiert ein wenig hin und her am Samstag: Kiste in den offenen Garten bringen, leere Aktenordner aus dem nahen Büro ins Lager bringen, Tritt (ich wusste nicht, welchen der beiden) aus dem Lager ins Büro bringen. Falls mir nochmal irgendwer kommt, mit einem Fahrrad ginge sowas doch gar nicht. Natürlich geht das, man braucht nur das richtige Zubehör und für die Fahrt auf den Gipfel des Abteibergs eine brauchbare Gangschaltung. Und nicht unbedingt ein mächtig Platz fressendes Lastenrad.
Fotografiert mit meiner leider nicht sehr guten Handykamera, die vorherige war um Längen besser. Die neue kann ich noch nicht mal per Touchscreen auf ein Element im Bild fokussieren.

radransport-kiste

Das meine ich. Die Kamera im ZTE Blade L7 ist selbst eines Telefons unter 100 € unwürdig.


radtransport-ordner
Keine Sorge, alles vernünftig mit Spanngurten unten im Hänger gesichert.

Keine Sorge, alles vernünftig mit Spanngurten unten im Hänger gesichert.


Die zweite Trilogie besteht aus den dieswöchigen Aufnahmen der getanen Arbeit im entstehenden offenen Garten Dahler Oase. Diese erfolgten mit meiner wegen des für Fotos und vor allem Video komplett unbrauchbaren Handys erworbenen Kamera, die damit ihren ersten Bildtest durchlaufen hat. Bestanden!
oase-kiste-versteck Da ist die Kiste aus der ersten Trilogie ja wieder! Es war leider nötig, auf dem Gartengelände eine abschließbare Kiste unterzubringen. Diese hier sollte entsorgt werden, jetzt steht sie hinter einem Busch und unter einer blickdichten Buche im Garten. Einen Regenschutz und einen nicht verbogenen Deckel bekommt sie noch.
Eine von Januarsturm Friederike umgestürzte Kiefer auf dem Gelände durfte in Form ihrer Äste als Quelle für einen Sichtschutz in der jetzigen laubfreien Zeit dienen.

oase-schaukelstuhlÄh ja, weiss irgendjemand, wie man den reparieren kann? Dieser eigentlich sehr gemütlich aussehende Schaukelstuhl lag im Gebüsch rum. Er tat dies offenbar schon eine ganze Weile.

pflanze-nnHier noch ein Pflanzenfund auf dem Gelände. Ich habe keine Ahnung, was das ist. Zaunwinde vielleicht? Erkennt das jemand hier?


Sieben am Sonntag 03.09.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Eine französisch-japanische Zeichentrickserie an die ich mich aus meiner Kindheit noch gut erinnere und die aktuell einen Status als Kultklassiker erlangt, ist Ulysses 31. Die Serie verlegt Homers Odyssee in die ferne Zukunft des 32. Jahrhunderts, in der die alten Götter der Griechen über die Milchstraße herrschen.
Die Serie war sehr gut, abgeschlossen und hatte nicht zuletzt auch einen sehr guten Titelsong, dessen Langfassung heute hier Musik der Woche ist.

Samstag der Woche

Ladenlokal mit in Hussen gehüllten Stühlen, auf denen Bücher ausliegenAm gestrigen Samstag war es endlich so weit, die Bibliothek der Gladbacher ist unter dem Namen Buchaktiv – Die Bibliothek der Mönchengladbacher eröffnet. Es handelt sich um eine kleine Präsenzbibliothek, die 19 Autorinnen und Autoren aus dem Stadtgebiet oder mit biografischem Bezug zur Stadt Mönchengladbach präsentiert und von ihnen betrieben wird. Das ganze ist im Rahmen der Schauzeit in Rheydt auf den September beschränkt. Bei der Schauzeit werden Kreativen für einen Monat gegen einen kleinen Unkostenbeitrag vom Quartiersmanagement Rheydt leerstehende Ladenlokale überlassen, um dort ein Projekt umzusetzen.
Nun kann man sich in den Öffnungszeiten (Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr, sowie 10.09. 13-18 Uhr) hinsetzen, in den ausliegenden Büchern schmökern und ein wenig die anwesenden Schriftsteller kennen lernen. Das Ladenlokal ist in der Ring-Passage, Friedrich-Ebert-Straße 53-55, zu finden. Wer aus Richtung Hauptstraße kommt, läuft quasi direkt darauf zu (in der Passage rechts halten).
Das war am Samstag morgen noch ein bisschen Hektik und Stress beim Aufbauen, aber die Reaktionen waren bisher durchgehend super und im Grunde war das Ganze jetzt schon ein riesiger Erfolg. Die Leute sehen einen ziemlich guten Ausschnitt der lokalen Literatur und lernen seine Bandbreite kennen und Schriftsteller aus der Stadt treffen sich zu einem gemeinsamen Projekt.
Ein voller Bericht von der Geschichte dahinter und der Eröffnung folgt noch. Bis dahin kann ich ja schonmal auf die Facebook-Seite des Projekts verweisen. Und natürlich auf das Projekt selbst in der Hoffnung, dort gemeinsam mit den anderen Beteiligten noch viele Interessierte begrüßen zu dürfen.
Konkret dabei sind neben mir selbst (alphabetisch nach Nachnamen): Vera Anders, Thomas Maria Claßen, Nadine & Ansgar Fabri, Sabine Fischer, Susanne Goga, Kirstin Grabowski, Nicola Grosch, Inge Jansen, Arnold Küsters, Vera Nentwich, Jutta Profijt, Andrea Rings, Günter Seuren, Carsten Steenbergen, Karl-Heinz Thifessen, Anja Wedershoven und Moritz Wigand.
Damit ist so ziemlich alles dabei, soweit ich das sehen kann, fehlen nur Erotika und Comic. Altersgruppen, Genres, Formate, Selbst- oder Verlagsverleger (wir brauchen echt ein Wort dafür), Zielgruppen, für alle ist was dabei.

Sonntag der Woche

Besucher pflücken im Garten Äpfel
In der Dahler Oase war heute Herbstauftakt nach dem meteorologischen Herbstanfang am 1. September. Am Tag zuvor war dieser bereits in der verschwisterten BergGartenOase, wo ich jedoch wegen der Bibliothekseröffnung nicht dabei sein konnte.
Es war erstmals eine wirklich gut besuchte Veranstaltung in dem noch in der Entstehung befindlichen Gemeinschaftsgarten. Besucher wurden mit Keksen und Kaffee, aber auch einer reichen Ernte aus den Apfel- und Birnbäumen belohnt, die dieses Jahr früh und stark gereift sind. Manche fotografierten oder lernten den Garten kennen, sprachen darüber, was da in Zukunft noch kommen wird und wie schön das ist, dass dort etwas passiert und die Kinder spielten im zum Garten gehörenden Waldstück. Ein sehr schöner Nachmittag, der das Potenzial dieses Projektes andeutete. Ich denke, da wird bald eine Menge passieren.
Was ich noch vor dem Besuch machen wollte, aber dann erst während der Veranstaltung machen konnte, weil der Besuch früher und zahlreicher erschien, als ich erwartet hatte, war der Zusammenbau einer Bank. Die Paletten lagen schon eine Weile auf dem Gelände rum, geschützt unter einigen Buchen. Heute hatte ich Schrauben, Winkel, Nägel und Werkzeug mitgebracht, um ein wenig zu zimmern.
Herausgekommen ist dabei die erste von voraussichtlich zwei Bänken (genug Holz für eine zweite ist noch da). Die angedeutete Lehne ist etwas zu weit hinten um wirklich zum Anlehnen zu dienen, aber alles in allem ist es als Bank erkennbar und somit besteht jetzt die Möglichkeit, in der Oase auch zu rasten.

Ein Stapel Paletten

Es war einmal ein Stapel alter Paletten…

Aus Paletten gefertigte einfache Sitzbank

… es ward eine Bank

Fahrradzubehör der Woche

Fahrrad als Zeltgerüst

Für Singles mit Schnellspanner – Bild: Topeak

Das ist der Topeak Bikamper in aufgebautem Zustand. Das Einpersonenzelt nutzt das Fahrrad als Ankerpunkt am einen Ende, während das abgeschraubte Vorderrad das andere Ende in Form hält. Dadurch wird Material und Gewicht gespart. Beim Aufbruch kommt das Zelt in einer kleinen Tasche am Lenker unter und das Fahrrad selbst wird wieder zusammengeschraubt. Mit Schnellspanner eine Sache von zwei bis drei Minuten.
Nicht schlecht als Alternative für einen Wohnwagen oder ein richtiges Zelt, aber natürlich nur für eine Person geeignet. Die sich wahrscheinlich auch nicht zu sehr im Schlaf wälzen sollte.
Preis so um die 200 €.

Erkenntnis der Woche

Die immer größere Speicherung von Informationen soll ja angeblich unserer Sicherheit dienen. Big Data und all so ein Unsinn in Zeiten des Algoritmen-Hypes. Nun, Heiko Maas ereilt da inzwischen eine ganz erstaunliche Erkenntnis: Wir wissen gar nicht, wie wir in dem ganzen Datenwust noch die relevanten Inhalte finden sollen!
Na gut, es gibt erstaunlichere Erkenntnisse. Aber immerhin ist der Wortlaut fast perfekt auf den Punkt:

Wenn zuviel gespeichert wird, wird es immer schwere, die wirklich relevante Information zu finden, und daher geht es auch darum, MEHR SICHERHEIT zu bieten, und das ist nicht der Fall, wenn einfach wild drauflos gespeichert wird, schon gar nicht, wenn es rechtswidrig ist.

Grünphase der Woche

In Tilburg im Süden der Niederlande beginnt ein interessantes Experiment: Fußgänger können mit Hilfe einer App die Grünphasen ihrer Ampeln verlängern. En ganz neuer Ansatz, der auch hierzulande willkommen wäre. denn hier werden Fußgänger ja in Form von Bettelampeln „Bedarfsampeln“ zu Bittstellern an den restlichen Verkehr gemacht.
Das gesündeste und sozialste aller Verkehrsmittel wird hier beinahe schon bekämpft.
In den Niederlanden dagegen weiss man: Kommt ein Auto in die Stadt, ist es dort Gast, das Oberhaupt des Ortes sind die Fußläufigen. Und bei aller Gastfreundschaft, als ast hat man klare Grenzen. Man übernimmt nicht das Haus des Gastgebers und drängt ihn in den Keller. Bildlich gesprochen.

Invasion der Woche

Oktopus

Dieser Blick weiss irgendwas – Bild: Sylke Rohrlach

Die Veränderung des Lebens in unseren Meeren hat seltsame Folgen. Während die jahrelange Zunahme der Quallen wohlbekannt und gut dokumentiert ist, breiten sich auch andere Meerestiere mit Tentakeln ungewöhnlich schnell und stark aus.
Es sind die Kopffüßer, die laut einem die Quelle sehr schlecht verweisenden Artikel bei Gizmodo den Weg eingeschlagen haben, die Ozeane zu übernehmen.
Warum, weiss wohl niemand so genau, aber Überfischung, sinkender pH-Wert der Meere in Folge des Klimawandels und weitere Faktoren (die meisten davon menschlich) verändern das Leben in den Meeren zur Zeit in unglaublichem Maße. Und weil wir Landlebewesen sind, bekommen es die wenigstens Menschen überhaupt mit.