Sieben am Sonntag 03.09.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Eine französisch-japanische Zeichentrickserie an die ich mich aus meiner Kindheit noch gut erinnere und die aktuell einen Status als Kultklassiker erlangt, ist Ulysses 31. Die Serie verlegt Homers Odyssee in die ferne Zukunft des 32. Jahrhunderts, in der die alten Götter der Griechen über die Milchstraße herrschen.
Die Serie war sehr gut, abgeschlossen und hatte nicht zuletzt auch einen sehr guten Titelsong, dessen Langfassung heute hier Musik der Woche ist.

Samstag der Woche

Ladenlokal mit in Hussen gehüllten Stühlen, auf denen Bücher ausliegenAm gestrigen Samstag war es endlich so weit, die Bibliothek der Gladbacher ist unter dem Namen Buchaktiv – Die Bibliothek der Mönchengladbacher eröffnet. Es handelt sich um eine kleine Präsenzbibliothek, die 19 Autorinnen und Autoren aus dem Stadtgebiet oder mit biografischem Bezug zur Stadt Mönchengladbach präsentiert und von ihnen betrieben wird. Das ganze ist im Rahmen der Schauzeit in Rheydt auf den September beschränkt. Bei der Schauzeit werden Kreativen für einen Monat gegen einen kleinen Unkostenbeitrag vom Quartiersmanagement Rheydt leerstehende Ladenlokale überlassen, um dort ein Projekt umzusetzen.
Nun kann man sich in den Öffnungszeiten (Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr, sowie 10.09. 13-18 Uhr) hinsetzen, in den ausliegenden Büchern schmökern und ein wenig die anwesenden Schriftsteller kennen lernen. Das Ladenlokal ist in der Ring-Passage, Friedrich-Ebert-Straße 53-55, zu finden. Wer aus Richtung Hauptstraße kommt, läuft quasi direkt darauf zu (in der Passage rechts halten).
Das war am Samstag morgen noch ein bisschen Hektik und Stress beim Aufbauen, aber die Reaktionen waren bisher durchgehend super und im Grunde war das Ganze jetzt schon ein riesiger Erfolg. Die Leute sehen einen ziemlich guten Ausschnitt der lokalen Literatur und lernen seine Bandbreite kennen und Schriftsteller aus der Stadt treffen sich zu einem gemeinsamen Projekt.
Ein voller Bericht von der Geschichte dahinter und der Eröffnung folgt noch. Bis dahin kann ich ja schonmal auf die Facebook-Seite des Projekts verweisen. Und natürlich auf das Projekt selbst in der Hoffnung, dort gemeinsam mit den anderen Beteiligten noch viele Interessierte begrüßen zu dürfen.
Konkret dabei sind neben mir selbst (alphabetisch nach Nachnamen): Vera Anders, Thomas Maria Claßen, Nadine & Ansgar Fabri, Sabine Fischer, Susanne Goga, Kirstin Grabowski, Nicola Grosch, Inge Jansen, Arnold Küsters, Vera Nentwich, Jutta Profijt, Andrea Rings, Günter Seuren, Carsten Steenbergen, Karl-Heinz Thifessen, Anja Wedershoven und Moritz Wigand.
Damit ist so ziemlich alles dabei, soweit ich das sehen kann, fehlen nur Erotika und Comic. Altersgruppen, Genres, Formate, Selbst- oder Verlagsverleger (wir brauchen echt ein Wort dafür), Zielgruppen, für alle ist was dabei.

Sonntag der Woche

Besucher pflücken im Garten Äpfel
In der Dahler Oase war heute Herbstauftakt nach dem meteorologischen Herbstanfang am 1. September. Am Tag zuvor war dieser bereits in der verschwisterten BergGartenOase, wo ich jedoch wegen der Bibliothekseröffnung nicht dabei sein konnte.
Es war erstmals eine wirklich gut besuchte Veranstaltung in dem noch in der Entstehung befindlichen Gemeinschaftsgarten. Besucher wurden mit Keksen und Kaffee, aber auch einer reichen Ernte aus den Apfel- und Birnbäumen belohnt, die dieses Jahr früh und stark gereift sind. Manche fotografierten oder lernten den Garten kennen, sprachen darüber, was da in Zukunft noch kommen wird und wie schön das ist, dass dort etwas passiert und die Kinder spielten im zum Garten gehörenden Waldstück. Ein sehr schöner Nachmittag, der das Potenzial dieses Projektes andeutete. Ich denke, da wird bald eine Menge passieren.
Was ich noch vor dem Besuch machen wollte, aber dann erst während der Veranstaltung machen konnte, weil der Besuch früher und zahlreicher erschien, als ich erwartet hatte, war der Zusammenbau einer Bank. Die Paletten lagen schon eine Weile auf dem Gelände rum, geschützt unter einigen Buchen. Heute hatte ich Schrauben, Winkel, Nägel und Werkzeug mitgebracht, um ein wenig zu zimmern.
Herausgekommen ist dabei die erste von voraussichtlich zwei Bänken (genug Holz für eine zweite ist noch da). Die angedeutete Lehne ist etwas zu weit hinten um wirklich zum Anlehnen zu dienen, aber alles in allem ist es als Bank erkennbar und somit besteht jetzt die Möglichkeit, in der Oase auch zu rasten.

Ein Stapel Paletten

Es war einmal ein Stapel alter Paletten…

Aus Paletten gefertigte einfache Sitzbank

… es ward eine Bank

Fahrradzubehör der Woche

Fahrrad als Zeltgerüst

Für Singles mit Schnellspanner – Bild: Topeak

Das ist der Topeak Bikamper in aufgebautem Zustand. Das Einpersonenzelt nutzt das Fahrrad als Ankerpunkt am einen Ende, während das abgeschraubte Vorderrad das andere Ende in Form hält. Dadurch wird Material und Gewicht gespart. Beim Aufbruch kommt das Zelt in einer kleinen Tasche am Lenker unter und das Fahrrad selbst wird wieder zusammengeschraubt. Mit Schnellspanner eine Sache von zwei bis drei Minuten.
Nicht schlecht als Alternative für einen Wohnwagen oder ein richtiges Zelt, aber natürlich nur für eine Person geeignet. Die sich wahrscheinlich auch nicht zu sehr im Schlaf wälzen sollte.
Preis so um die 200 €.

Erkenntnis der Woche

Die immer größere Speicherung von Informationen soll ja angeblich unserer Sicherheit dienen. Big Data und all so ein Unsinn in Zeiten des Algoritmen-Hypes. Nun, Heiko Maas ereilt da inzwischen eine ganz erstaunliche Erkenntnis: Wir wissen gar nicht, wie wir in dem ganzen Datenwust noch die relevanten Inhalte finden sollen!
Na gut, es gibt erstaunlichere Erkenntnisse. Aber immerhin ist der Wortlaut fast perfekt auf den Punkt:

Wenn zuviel gespeichert wird, wird es immer schwere, die wirklich relevante Information zu finden, und daher geht es auch darum, MEHR SICHERHEIT zu bieten, und das ist nicht der Fall, wenn einfach wild drauflos gespeichert wird, schon gar nicht, wenn es rechtswidrig ist.

Grünphase der Woche

In Tilburg im Süden der Niederlande beginnt ein interessantes Experiment: Fußgänger können mit Hilfe einer App die Grünphasen ihrer Ampeln verlängern. En ganz neuer Ansatz, der auch hierzulande willkommen wäre. denn hier werden Fußgänger ja in Form von Bettelampeln „Bedarfsampeln“ zu Bittstellern an den restlichen Verkehr gemacht.
Das gesündeste und sozialste aller Verkehrsmittel wird hier beinahe schon bekämpft.
In den Niederlanden dagegen weiss man: Kommt ein Auto in die Stadt, ist es dort Gast, das Oberhaupt des Ortes sind die Fußläufigen. Und bei aller Gastfreundschaft, als ast hat man klare Grenzen. Man übernimmt nicht das Haus des Gastgebers und drängt ihn in den Keller. Bildlich gesprochen.

Invasion der Woche

Oktopus

Dieser Blick weiss irgendwas – Bild: Sylke Rohrlach

Die Veränderung des Lebens in unseren Meeren hat seltsame Folgen. Während die jahrelange Zunahme der Quallen wohlbekannt und gut dokumentiert ist, breiten sich auch andere Meerestiere mit Tentakeln ungewöhnlich schnell und stark aus.
Es sind die Kopffüßer, die laut einem die Quelle sehr schlecht verweisenden Artikel bei Gizmodo den Weg eingeschlagen haben, die Ozeane zu übernehmen.
Warum, weiss wohl niemand so genau, aber Überfischung, sinkender pH-Wert der Meere in Folge des Klimawandels und weitere Faktoren (die meisten davon menschlich) verändern das Leben in den Meeren zur Zeit in unglaublichem Maße. Und weil wir Landlebewesen sind, bekommen es die wenigstens Menschen überhaupt mit.