Sieben am Sonntag 12.02.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Die Musical-Episode von Buffy war damals ein ziemlicher Hit, groß genug, um mit Walk Through the Fire einen Charthit und mit Let Me Rest In Peace einen Fan-Liebling hervorzubringen. Mein Lieblingstitel aus der Episode ist hingegen Sanding in the Way/Under Your Spell Reprise.
Die Episode war voller Momente, in denen die Verhältnisse der Charaktere für den Rest der Serie auf den Kopf gestellt wurden. Dieser Doppelsong markiert den Rückzug von Buffys Mentor Giles und Taras Trennung von ihrer Freunding Willow. Beide Ereignisse sind für die weitere Serie extrem wichtig — und die Musik dazu perfekt. Joss Whedon macht definitiv zu wenig Musicals (im Grund e nur Once More With Feeling und Dr. Horrible’s Sing-Along-Blog samt dessen DVD-Bonus Commentary the Musical, alle absolut großartig).

Bienen der Woche

Beim Bürgergartenprojekt gibt es die Anfrage eines Verbandes, ob Bienenstöcke mit dem Garten vereinbar wären. Wir müssen noch abklären, wie groß das Bienenprojekt werden soll, aber grundsätzlich halte ich das für hervorragend. Wir hatten schon öfter daran gedacht, ob man nicht einen Imker anspricht, dort Bienen anzusiedeln, Nahrung dürfte genug da sein.

Drohne der Woche

Zumindest summen kann sie schon mal - Bild: Eijiro Miyako/Gizmodo

Zumindest summen kann sie schon mal – Bild: Eijiro Miyako/Gizmodo

Okay, das ist etwas verwirrend. Drohnen sind natürlich nach den männlichen Bienen benannt, die ein feminines Substantiv zum Namen haben und somit die feministischsten aller Insekten sind. Zu den Dingen, die Drohnen normalerweise nicht tun, gehört das Sammeln von Nektar und die Herstellung von Honig sowie natürlich die Bestäubung von Blüten.
Allerdings stechen sie auch nicht und trotzdem haben wir bewaffnete Kampfdrohnen. Um die Absurdität komplett zu machen haben wir nun also den Plan, Blüten mit winzigen Drohnen (die Roboter, nicht die Bienen) zu bestäuben.
Das ist so schlecht gar nicht. Während ich weiterhin bezweifle, dass das globale Bienensterben im oft propagierten Ausmaß existiert, gibt es lokal fraglos Probleme.
So bringt die Bienenhaltung in Nordamerika bei gleichzeitiger Industrialisierung der Landwirtschaft extreme Probleme mit sich. Dazu muss man wissen, dass Honigbienen in der Neuen Welt nicht natürlich vorkommen, sondern erst vom Menschen gemeinsam mit den entsprechenden Nutzpflanzen dort eingeführt wurden. Dazu kommen noch einige Probleme, die ich hier kaum weiter ausführen kann, etwa wenn Bienen Pflanzen bestäuben müssen, die sie eigentlich meiden (Mandelbäume zum Beispiel). Entsprechend schwierig ist die Bienenhaltung dort.
Unter solchen Umständen kann ein Bienenroboter durchaus Sinn machen. Mal sehen, ob wir solche Roboter noch sehen werden.

Drumpf der Woche

Die Heimatschutzbehörde der USA fände es ganz dufte, wenn sie bei der Einreise die Passwörter für soziale Medienprofile haben könnte. Die haben doch nicht mehr alle Farben im Wassermalkasten.

Abfall der Woche

Evolution einer Flasche. Rechts musste ich aus Platzgründen ein Porträt des aktuelln US-Präsidenten weglassen - Bild: Ari Jónsson

Evolution einer Flasche. Rechts musste ich aus Platzgründen ein Porträt des aktuellen US-Präsidenten weglassen – Bild: Ari Jónsson

Technisch gesehen ist die Meldung schon vom letzten Jahr, aber technisch gesehen müsste ich auch in Mandarin schreiben, damit mich möglichst viele hier verstehen, also was soll’s.
Der Ise (manche mögen „Isländer“ sagen) Ari Jónsson hat eine neue Form von biologisch abbaubarem Kunststoff entwickelt, der eigentlich keiner ist. Die Flaschen aus dem auch als Geliermittel bekannten Agar können nach einer Weile verrotten udn tun dies, im Gegensatz zu normalem biologisch abbaubaren Plastik, auch bei ganz normalen Temperaturen, sobald sie leer sind. Was sich natürlich noch erweisen muss ist, ob die Flaschen auch andere Dinge als Wasser transportieren können, ohne im Regal einzugehen.

Shirt der Woche

Seit wir mit Yi qi einen absolut spektakulären Dinosaurier haben, der mehr einem europäischen Drachen als einem chinesischen Dinosaurier ähnelt, bot sich einiges an spektakulären Auftritten an. Naheliegend und wirklich schön etwa ist dieses heraldisch inspirierte Design auf bei Palæoplushies erhältlichen T-Shirts.
Technisch sind die übrigens auch interessant -statt das Bild aufzudrucken, werden die Shirts zunächst eingefärbt und die Farbe dann stellenweise wieder entfernt, was zu einem nicht abbröckelnden Bild führt.

Bild: Palaeoplushies

Bild: Palaeoplushies

Mahnung der Woche

Eine kurze Erinnerung, dass die Katastrophe von Fukushima immer noch im Gange ist und neue Überraschungen bereithält, etwa dass die Strahlung zu hoch ist, um mit Kameras ausgestattete Roboter dort länger als zwei Stunden arbeiten zu lassen.


Sieben am Sonntag 11.12.2016

Willkommen beim Nachfolger der Freitäglichen Fünf. Die Serie hat zuletzt doch sehr gestottert. Das lag zum einen an sehr vollen Frei- und Samstagen, zum anderen aber auch an der Prämisse. Es ist nicht einfach, jede Woche fünf nennenswerte positive Nachrichten zu finden. Vor allem nicht, wenn man in der Woche kaum Zeit übrig hatte, überhaupt näher die Nachrichten zu verfolgen. Und manchmal will man sich auch einfach über manche Dinge aufregen. Mein natürlicher Sarkasmus und die rein positive Ausrichtung ringen immer wieder um Dominanz und das kam in der Reihe auch immer wieder hervor.
Das bedeutet nicht, dass das Format nun negativ wird. Der positive Grundton wird bleiben, aber er wird näher an meiner Herangehensweise an Dinge rücken. Wo auch kathartisches Aufregen einfach dazugehört. Nun gibt es also statt fünf positiver Nachrichten jeden Freitag sieben „X der Woche“ am Sonntag, bei denen es sich um so ziemlich alles handeln kann.
Ich gehe davon aus, dass sich einige davon festigen werden, weil es Dinge sind, die ich ständig mitbekomme – Musik der Woche, eBook der Woche und Dinoding der Woche fallen auf. Ansonsten mal schauen, was draus wird.

Musik der Woche

Erstmal passende Musikunterlegung für den restlichen Artikel. Draufklicken, weiterscrollen.

Rückschritt der Woche

Das in Internetdingen gefürchtete Landgericht Hamburg hat wieder zugeschlagen. Nach dem neuesten Beschluss sind nun also Links auf Urheberrechtsverletzungen selbst als Urheberrechtsverletzungen zu werten.
Der Beschluss selbst liest sich mit seinen durchaus zahlreichen Einschränkungen nicht annähernd so schlimm wie die Berichterstattung dazu, dennoch ist das eine mindestens problematische Entscheidung.

eBook der Woche

Auf Amazon schwirrt eine Menge seltsamer Kram durch die Gegend. Da ich jahrelang eine Plattform für kostenlose eBooks betrieben und dafür täglich die verschiedenen Anbieter abgesucht habe, bekam ich da so einiges von mit und komme auch heute noch ständig daran vorbei. Es reicht von grottenschlechten vermeintlichen Meisterwerken, die man erwarten würde, über religiöse Ergüsse und pseudologische Theorien bis zu reiner Nazi-Propaganda. Aber der amüsanteste Teil sind dabei natürlich die puren Spinner.
Nun ist ein Buch über Elektrosmog ein guter Einstieg, aber damit allein hat sich Stefan Salsa den Eintrag noch nicht verdient. Nein, das sichert ihm einer der zitierten Wissenschaftler, ein gewisser Prof. Konstantin Meyl. Nach diesem googelte ich dann und davon abgesehen, dass er schlichtweg kein Physiker ist, hat der ein paar abgefahrene Theorien zu bieten.
Mein absoluter Favorit ist die Idee, Hühner seien biologisch in der Lage, Kernfusion zu betreiben. Natürlich nicht zur Energiegewinnung, sondern um das für die Eier nötige Kalzium herzustellen. Logisch.

Dinoding der Woche

Aus China stammt ein weiterer spektakulärer Fund im Bereich der gefiederten Dinosaurier. Diesmal ist es ein Stück des Schwanzes eines kleinen Raubsauriers, das im Bernstein erhalten wurde. Es ist nicht die erste Dinosaurierfeder in Bernstein, aber dennoch ein beachtlicher Fund, der viele Informationen über die Entstehung der Feder bergen kann.
bernstein-dinosaurier-schwanz

Armee-Einsatz der Woche

Die Vermessungs- und Liegenschaftenabteilung der US-Armee hat das Projekt einer Pipeline mitten durch das Reservat der Sioux von Standing Rock gestoppt. Das Vorhaben, das die Sioux massiv bekämpften, während die USA mit zunehmender Brutalität versuchten, den Bau durchzusetzen, machte zuvor den Eindruck eines beginnenden Bürgerkrieges — angesichts der Geschichte der USA mit den Amerikanern eine traurige und nicht ganz unwahrscheinliche Fortsetzung der Geschichte.
Es gab sogar eine Vergebungszeremonie usaner Veteranen bei den Sioux.

Sprachfehler der Woche

In Mönchengladbach wird eine neue Büroanlage verbaut mit dem wunderbaren Namen… Paspartou. Nein, ich habe mich nicht verschrieben, das ist der offizielle Name. Er steht so auch in der Pressemitteilung der Stadt, die ich leider nicht verlinken kann, da sie sich in meiner Mailbox befindet.
Ich habe ja die leise Befürchtung, dass auch das ou nur deshalb drin ist, weil jemand im letzten Moment merkte, dass Paspartuh irgendwie so komisch unfranzösisch aussieht. Der Begriff schreibt sich übrigens Passepartout und bezeichnet die Papierrahmung in einem Bilderrahmen. Was das mit Büros zu tun haben soll, weiss ich zwar nicht, aber vielleicht sollte es ja tatsächlich als Wortspiel Paspartout (=„nicht überall“) werden. Wer will das schon wissen? Es gibt auch noch die Bedeutung „Generalschlüssel“, aber das will auch nicht so recht passen.

Rezept der Woche

Super-Kohlenhydrat-Smoothie. Das Bild reicht, den Rest könnt ihr euch selber denken.
Die Jelly Beans sind gelatinefrei, es ist also vegetarisch, wenn auch nicht vegan (Milch, Bienenwachs, Schellack).

Ich sehe kein Problem damit. Ihr?

Ich sehe kein Problem damit. Ihr?


Dino-Dienstag 38

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche vom Jura bis fast in die Gegenwart.

Portugiesisches Vogelsterben

Es gibt manchmal diesen besonders traurigen Moment für Biologen, wenn sie eine neue Spezies entdecken, die in geologischen Maßstäben grade erst ausgestorben ist. So ging es mit den Moas und Riesenadlern auf Neuseeland, den letzten sibirischen mammuts und nun auch mit dem wohl jüngsten solchen Fall, mit fünf neuen teils flugunfähigen Rallenarten, die auf Madeira und den Azoren lebten und deren letzte erst im 16. Jahrhundert ausgestorben sein muss.

Streng genommen nicht PRÄhistorisch, aber nunja… Bild: José Antonio Peñas (Sinc)

Streng genommen nicht PRÄhistorisch, aber nunja… Bild: José Antonio Peñas (Sinc)

Die Rallen verschwanden vermutlich im Zuge der Besiedlung der Inseln durch Europäer, die auf ihren Schiffen Mäuse und Ratten mitbrachten, welche die Eier fraßen sowie Hunde und Katzen als direkte Raubtiere an den Vögeln.
Forscher gehen davon aus, das mit der Ausbreitung des Menschen und seiner Begleiter weltweit tausende solcher Rallenarten, die jeweils nur auf einer einzigen Insel lebten, ausstarben.

Der älteste Stammeskampf

In Kenia sind die Überreste eines großen Kampfes gefunden worden, der dort vor 10.000 Jahren zwischen zwei Gruppen von Menschen, möglicherweise Stämmen, stattgefunden haben muss. Von den zwölf kompletten Skeletten zeigen zehn Spuren eines gewaltsamen Todes mit einer Art Knüppel oder durch Pfeile. Die Leichen umfassen auch Frauen (darunter eine gefesselte hochschwangere) und Kinder.
Dies ist der älteste nachgewiesene Kampf unter Menschen und überrascht insofern, als die Teilnehmer zu nomadischen Kulturen gehörten, die als friedlicher gelten. Viele Anthropologen vermuteten bisher, solche Konflikte seien erst mit der Erfindung von Landwirtschaft und damit einem sesshaften Lebensstil einhergegangen. Dem widersprach allerdings schon länger die Erkenntnis, dass auch Schimpansen gewaltsame Konflikte unter Gruppen kennen.

Glubschi

Ich mag Tiere, die ich „Glubschi“ nennen kann. Ausserdem hören wir hier viel zu selten von neuen Wirbellosen, obwohl grade diese so herrlich bizarr werden können. Hier ist wieder einer:

Jepp, definitiv bizarr - Bild: Vannier, J. et al./Nature

Jepp, definitiv bizarr – Bild: Vannier, J. et al./Nature

Dollocaris war eine bis zu zwanzig Zentimeter lange räuberische Garnele, die zu einem Viertel aus zwei riesigen Augen bestand und die Küsten Südfrankreichs vor 160 Millionen Jahren für kleinere Tiere zu einem gefährlichen Ort machte. Mit 18.000 Einzelaugen konnte Dollocaris es mit modernen Libellen aufnehmen, sein Körperbau deutet aber eher auf einen Lauerjäger hin, dessen verhalten mehr dem einer unter Wasser lebenden Gottesanbeterin vergleichbar war.

Dracoraptor

Noch etwas älter ist ein neuer Dinosaurier aus Großbritannien. Dracoraptor war ein kleiner Fleischfresser, der vor etwa 200 Millionen Jahren im heutigen Wales lebte. Zwar ist das gefundene Tier etwa zwei Meter lang und 70 Zentimeter hoch, das heisst aber wenig, da die Knochen offenbar zu einem noch nicht ausgewachsenen Exemplar gehören.

So fluffig! - Bild: Bob Nicholls

So fluffig! – Bild: Bob Nicholls

Ein paar kleinere Meldungen

Argentinien bringt uns den neuen größten Dinosaurier aller Zeiten. Abgesehen von seiner Größe (Stolze 37 Meter lang) gibt es aber wenig interessantes über Notocolossus zu sagen, ausser dass sein Fund einen eigenen Dokumentarfilm mit Richard Attenborough bekommen hat, der sicherlich auch noch im deutschen Fernsehen auftauchen wird.
6.000 Jahre in der Vergangenheit haben Forscher Hinweise auf Sesshaftigkeit und gemeinsame Gräber gefunden, in denen definitiv miteinander verwandte Personen verschiedener Generationen gezielt begraben wurden.


Dino-Dienstag 37

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal mit näherem Blick auf einige Dinosaurierschädel.

Die Geheimnisse der Ceratopsier-Babys

Das Wachstum junger Ceratopsier ist für Paläontologen überraschend interessant, da sich die Form der Schädel dieser Tiere im Laufe des Wachstums stark zu verändern scheint. Das ist der Grund, weshalb vor einiger Zeit die Idee umging, Triceratops könnte nie existiert haben: Einige Wissenschaftler entwickelten damals den Gedanken, Triceratops und Torosaurus könnten das selbe Tier sein, wobei der sehr anders geformte Schädel von Torosaurus damit erklärt wurde, dass diese schlichtweg deutlich ältere Individuen darstellten als jene Schädel, die als Triceratops eingeordnet wurden. Bislang bleibt offen, ob die Vermutung stimmt, dass sich die Schädel der Ceratopsier im Laufe des Lebens so sehr veränderten.
Ein neuer Fund aus Kanada liefert dazu neue Hinweise: Ein zum Zeitpunkt seines Todes wohl etwa drei Jahre alter Chasmosaurus.

Awwww... (Bild: Michael Skrepnick)

Awwww… (Bild: Michael Skrepnick)

Chasmosaurus gehört unter den Ceratopsiern zu den Arten mit besonders langen Nackenschildern, doch bei dem jungen Tier im Bild ist der Schild bei weitem nicht so groß wie bei den bekannten erwachsenen Tieren, auch wenn der Schädel insgesamt eindeutig Chasmosaurus zugeordnet werden kann. Das stützt die These, dass sich die großen Nackenschilder vieler Ceratopsier erst in späteren Jahren entwickelten.
Ebenfalls gestützt wird das von einer fast zeitgleich veröffentlichten Untersuchung am mongolischen Ceratopsier Protoceratops. Protoceratops, ein hornloser Ceratopsier von der Größe eines Schweines ist der am häufigsten gefundene Dinosaurier in der Mongolei und dank der Menge an Funden gibt es von diesem Saurier Exemplare aller Altersstufen. Und ein großer Vergleich der Schädel dieser Tiere zeigt: Die Schädel, insbesondere die Nackenschilde, dieser Art verändern sich nicht nur im Laufe des Lebens, sie verändern sich erheblich. Frisch geschlüpfte Tiere haben so gut wie keinen Schild, erwachsene Tiere haben einen großen Schild, der sich deutlich vom Hals absetzt. Die Tatsache, dass die Schilde sich erst bei erwachsenen Tieren so stark entwickelten nehmen die Forscher dieser Untersuchung als Hinweis, dass sie der Brautwerbung dienten.
Im gesamten Tierreich ist es Schmuck für die Partnerwerbung gemein, dass er sich erst gegen Ende des Wachstums ausprägt, vom bunten Gefieder der Vögel über Löwenmähnen bis zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen beim Menschen.

Spinosaurus der Schlinger

Spinosaurus ist ein Dinosaurier, der nach den neuen Erkenntnissen der letzten Jahre rasant seltsamer wird. Der riesige Raubsaurier, der inzwischen zum einzigen eindeutig auf das Leben im Wasser angepassten Dinosaurier wurde, hatte offenbar speziell veränderte Kiefer, mit denen er kleinere Beutetiere in einem Stück verschlingen konnte. Dazu gehören auch Hinweise auf einen Kehlsack wie er auch bei Krokodilen vorkommt. Für einen schwimmenden Fischfresser durchaus praktisch.


Dino-Dienstag 36

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Diesmal zwei kurze Nachrichten aus dem Erdmittelalter.

Tanzende Dinosaurier

Irgendwann musste es hier ja so weit kommen: Dinoporno! (Bild: University of Colorado in Denver)

Irgendwann musste es hier ja so weit kommen: Dinoporno! Naja, Vorspiel, bis auf die beiden im Hintergrund. (Bild: University of Colorado in Denver)

In Colorado deuten neue Fußspurenfunde darauf hin, dass einige Dinosaurier in ähnlicher Weise mit den Füßen scharrten, wie dies viele moderne Vögel bei der Balz tun.
Von den Spuren selbst scheint es leider noch keine Fotos zu geben, aber dafür halt von einer Rekonstruktion des Verhaltens anhand der Fußspuren (siehe oben).

Riesiges Salzwasserkrokodil

Machimosaurus rex, das vor 120 Millionen Jahren in den Ozeanen des heutigen Nordafrika lebte, mag mit 10 Metern Länge nicht das größte Krokodil aller Zeiten sein, aber doch ein beeindruckendes Tier. Er lebte zu einer Zeit, als Nordafrika von einem Netzwerk aus Lagunen bedeckt war, in dem zahlreiche Arten von Krokodilen und die einzigen bekannten Dinosaurier des Wassers, die Spinosaurier, lebten. Doch Maschimosaurus hielt sich davon etwas fern, es war ein Bewohner der Ozeane.
Es war der, soweit bekannt, letzte Vertreter der Teleosaurier, einer Gruppe meist im Meer lebender Krokodile, die grob den heutigen Gavialen ähnlich sahen.

Machimosaurus rex - Bild: Davide Bonadonna

Machimosaurus rex – Bild: Davide Bonadonna


Dino-Dienstag 34

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Zum Jahresabschluss mit ein paar neuen Spezies, vom Krabbeltier zum, nun, Dinosaurier.

Wie die Skorpione das Land betraten

Während der Weg der Wirbeltiere an Land recht gut aufgeklärt ist, steht es um die Gliederfüßer weniger gut. Dass diese lange vor den Fischen das Wasser verlassen haben müssen, ist bekannt, aber es fehlen der allerersten Festlandbewohner. Die noch weitgehend unbelebten Landschaften das Silur boten selten die Bedingungen, unter denen Versteinerungen entstehen konnten.
Mit Eramoscorpius brucensis gelang daher in Kanada ein ganz besonderer Fund. Ein Skorpion, der offenbar am Übergang zwischen Seeskorpionen und Landskorpionen stand. Gefunden wurde er in Gestein, das von urzeitlichen Stränden stammte.

Endlich Skorpione fürs Aquarium! Nur noch kurz klonen - Bild: © David Rudkin, Royal Ontario Museum

Endlich Skorpione fürs Aquarium! Nur noch kurz klonen – Bild: © David Rudkin, Royal Ontario Museum

Die eine Besonderheit dieses 430 Millionen Jahre alten Skorpions sind die Füße: Er hatte Füße! Ältere Skorpione liefen wie die meisten Krabben auf den Spitzen ihrer Beine, eine Art der Fortbewegung, die unter Wasser völlig ausreicht, auf dem Land aber eher beschwerlich ist, wo eine größere Trittfläche besser in der Lage ist, das Körpergewicht zu tragen. Damit brachte Eramoscorpius eine Anpassung mit, die ihm das Laufen auf dem festen Land deutlich erleichterte.
Die andere Besonderheit ist sein Verdauungssystem. Spinnentiere ernähren sich ausschließlich von Flüssigkeiten. Um das tun zu können, haben sie ihre Giftklauen, mit denen sie der Beute ein Gift verabreichen, welches deren Inneres zum Aussaugen verflüssigt. Das ist der Grund, weshalb alle an Land lebenden Spinnentiere einen giftigen Biss haben (wenn auch bei weitem nicht immer für Menschen giftig). Diese Anpassung fehlte Eramoscorpius und das bedeutet: Dieses Tier musste im Wasser fressen, denn nur dort stand genug Flüssigkeit zur Verfügung, um Nahrung aufsaugen zu können.
Wozu diese Kombination aus Merkmalen? Möglich ist vieles. Beispielsweise könnte der Skorpion zum Häuten ans sichere Land gegangen sein, wo sein Panzer aushärtete und sein tägliches Leben im küstennahen Wasser zugebracht haben. Ebenso möglich, dass er mit diesen Beinen bei Ebbe schneller vom trockengefallenen Strand zurück ins Wasser kam, wo er lebte. Obwohl viele Fragen offen bleiben, wissen wir plötzlich deutlich mehr über den Weg der Skorpione an Land als zuvor.
Übrigens waren die Tierchen durchaus stattlich: Bis zu 16,5 cm erreichte Eramoscorpius den Funden nach.

Neues aus dem Mesozoikum

Aus dem zeitalter der Dinosaurier gab es in letzter Zeit ein paar Neulinge, die ich hier einfach kurz vorstelle:

Morelladon - Bild: Carlos de Miguel Chaves

Morelladon – Bild: Carlos de Miguel Chaves

Morelladon beltrani ergänzt die wachsende Reihe der Dinosaurier mit einer Art Segel auf dem Rücken, von denen es vor allem in Europa und Nordafrika viele gab, darunter den bekannten Raubsaurier Spinosaurus. Morelladon ist dagegen ein Pflanzenfresser von der Größe eines Indischen Elefanten, benannt nach seinem Fundort Morella in Spanien. Die sehr ähnlichen Knochen lassen seine nahe Verwandtschaft zu dem nahezu weltweit verbreiteten Iguanodon erahnen, aber auch zu dem nordafrikanischen Ouranosaurus, der ein ähnliches Segel trug.
Phosphorosaurus alias Glubschi - Bild: Tatsuya Shinmura / Ashoro Museum of Paleontology / Trustees of the Natural History Museum, London

Phosphorosaurus alias Glubschi – Bild: Tatsuya Shinmura / Ashoro Museum of Paleontology / Trustees of the Natural History Museum, London

Japan bekommt mit Phosphorosaurus ponpetelegans einen interessanten neuen Mosasaurier, jene Gruppe großer Meereswarane, deren größter Vertreter in Jurassic World Haie und unschuldige Babysitter verspeist. Interessant an Phosphorosaurus sind die deutlich nach vorne gerichteten Augen, die dem Tier dreidimensionales Sehen ermöglichten, aber auch seine Fähigkeit verbesserten, im Dunkeln zu sehen. Letzteres scheint auch die hauptsächliche Funktion gewesen zu sein, denn in den selben Gesteinen gibt es auch Fossilien von Tiefseekalmaren und Anglerfischen, die er wohl entweder nachts oder in der Tiefsee gejagt hat. Das ist eine Anpassung, die von keinem anderen Meeresreptil bekannt ist.


Dino-Dienstag 32

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Diesmal einigermaßen theropodenlastig, dafür aber wieder wirklich am Dienstag.

Ornithomimus‘ Federkleid

Dass es ein Läufer ist erkennt man an den rasierten beinen für die Aerodynamik - Bild: Julius Csotonyi

Dass es ein Läufer ist erkennt man an den rasierten Beinen für die Aerodynamik – Bild: Julius Csotonyi


Dass Ornithomimus ein Gefieder besitzt, ist schon seit 2014 bekannt, aber die Details kommen nur langsam zusammen. Diese Details sind wichtig um herauszufinden, wie sich die Federn bei den Dinosauriern entwickelt und ausgebreitet haben und welche Funktion sie erfüllten. Ein neuer Fund aus den USA zeigt nun das Gefieder des Hinterkörpers. Demnach war der Schwanz gefiedert, aber die Hinterbeine nicht. Damit steht Ornithomimus auch im Kontrast zu den ersten Vögeln, die mit Federn an den Hinterbeinen ein zweites paar Flügel bildeten, das erst später verschwand. Die nicht isolierten Beine halfen dem Tier wahrscheinlich ähnlich wie heutigen Straussen, nicht zu überhitzen.
Möglicherweise gab es also beim Gefieder der Dinosaurier, ähnlich wie beim Fell der Säugetiere, einen Trend zu weniger Gefieder je größer das Tier insgesamt war, mit Ausnahmen vor allem in kalten Regionen.

In den Kiefern des Tyrannosaurus

Aaaaaa-llosaurus - Bild: Wikimedia Commons

Aaaaaa-llosaurus – Bild: Wikimedia Commons


Fleisch fressende Dinosaurier teilten eine Fähigkeit mit ihren Kollegen unter den Säugetieren: Sie konnten ihre Mäuler deutlich weiter aufreissen als Pflanzenfresser, selbst wenn diese nahe mit den Fleisch fressenden Arten verwandt waren. Bisher war nur vermutet worden, dass Dinosaurier wie Allosaurus (siehe Bild oben) und Tyrannosaurus ihre Kiefer bis zu 90° weit öffnen konnten, das wurde nun nachgewiesen.
Schon Erlikosaurus, ein Pflanzen fressender Dinosaurier aus der nahen Verwandtschaft der Fleischfresser konnte seine Kiefer lediglich um 45° öffnen — etwa so weit wie ein Mensch.
Nur, was befand sich beim Zubeissen zwischen den Kiefern? Laut einer anderen Untersuchung aus den USA wenigstens bei tyrannosaurus rex hin und wieder auch mal ein Artgenosse. Ob T. rex allerdings regelmäßig andere seiner Art als Nahrung angriff oder sie nur nutzte, wenn er ein bereits totes Tier fand, kann die Untersuchung nicht beantworten.

Dino-Media

Nach dem Karbon soll nun auch das Trias-Zeitalter eine virtuelle Umgebung für den Einsatz im Unterricht bekommen. Derzeit ist das Projekt in der Testphase. Es wird mehrere Lebensräume aus aller Welt samt ihrer Bewohner zeigen. Die Trias war jene Zeit, in der die ersten Dinosaurier auf der Erde auftauchten. Die Welt erholte sich damals langsam vom größten Massensterben in ihrer Geschichte, bei dem unter anderem die Trilobiten verschwanden.
Die Hollywood-Seite Tracking Board meldet unterdessen, Mattel sei an einer Verfilmung der Zeichentrickserie Dino-Riders aus den 80ern interessiert. Die zu einer gleichnamigen Spielzeugserie gehörende Trickfilmreihe handelte von einem Kampf auf der Erde gestrandeter Ausserirdischer mit Hilfe von Dinosauriern.


Mesozoischer Mittwoch (Dino-Dienstag) 31

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal am Mittwoch, da ich den Dienstag verpasst habe.

Besterhaltenes Säugetier der Kreidezeit

Spinolestes xenarthrosus, um genau zu sein - Bild: Oscar Sanisidro

Spinolestes xenarthrosus, um genau zu sein – Bild: Oscar Sanisidro


Spinolestes ist ein neu entdecktes kleines Säugetier, das vor 125 Millionen Jahren um die Füße spanischer Dinosarier wuselte. Beeindruckend an dem Fossil des Tieres ist, was neben den Knochen noch gefunden wurde: Es zeigten sich Abdrücke eines borstig-stacheligen Fells, unter dem teilweise knöcherne Platten in der Haut saßen. Die Haare, aber auch Spuren von Leber, Lungen und Haut sind detailliert genug erhalten, um sie bis auf die Zellstrukturen hinunter zu untersuchen. Auch Abdrücke der Ohren sind erhalten.
Das alles ist für die Forscher extrem aufschlussreich. So zeigt etwa die Anordnung von Lungen und Leber, dass Spinolestes wahrscheinlich wie moderne Säugetiere bereits ein Zwerchfell hatte. Auch die Ohren sidn interessant, denn es ist mangels Abdrücken nicht klar, wann die Säugetiere Ohrmuscheln entwickelten — jene von Spinolestes sind bereits gut entwickelt, also liegt diese Erfindung der Säugetiere deutlich länger zurück als seine Zeit.
Ebenfalls unerwartet: Spinolestes war relativ klar ein Tier, das viel grub und sich von Insekten ernährte. Dass es so früh in der Entwicklung der Säugetiere bereits klar auf eine bestimmte Lebensweise spezialisierte Arten gab (neben rattenartigen Tieren, die verschiedene Lebensstile führen konnten), hat die Forscher überrascht.

Die Körpertemperaturen der Dinosaurier

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat die Eierschalen fossiler Dinosauriereier untersucht, um aus der Zusammensetzung bestimmter Mineralien in diesen Rückschlüsse auf die Körpertemperatur der Muttertiere schließen zu können. Demnach hatten die untersuchten Dinosaurier stabile Körpertemperaturen, die je nach Art zwischen 32°C (Oviraptor) und 38°C (Titanosaurier) lagen. Vorherige Untersuchungen dieser an den Zähnen von Titanosauriern hatten für diese ähnliche Ergebnisse geliefert.
Damit häufen sich weiter die Hinweise, dass Dinosaurier wie heutige Säugetiere und Vögel in der Lage waren, ihre Körpertemperatur unabhängig von der Umgebungstemperatur zu regeln.

Neue Haie aus dem Karbon

Zwei spektakuläre, 300 Milllionen Jahre alte Haifunde wurden in in Texas und New Mexico gemacht. Während Texas Überreste eines schätzungsweise acht Meter langen Urhais barg, gibt es aus New Mexico das fast vollständige Skeletts einer neuen Haiart mit Zähnen, wie sie noch nie zuvor gesehen worden waren.
Beide Funde werden aktuell daraufhin untersucht, ob es sich um neue Arten handelt oder um neue Puzzlestücke zu bereits bekannten Arten.


Dino-Dienstag 30

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Diese Woche kämpfe ich zum Ende zunehmend mit den Namen einiger Kreaturen. Und das mir, der eigentlich ohne absetzen einen Satz mit Scansiopterygidae bilden kann.

Pferd mit Nachwuchs aus Messel

Hier mal ein spektakulärer Fund aus heimischen Gefilden, eine schwangere Stute von Eurohippus aus der Grube Messel bei Darmstadt.


Spektakulär an dem Fund ist auch, dass dank des isolierenden Schlammes des einst hier vorhandenen Sees Details der Gebärmutter als fossiler „Schatten“ erhalten sind, was Einblick in die Evolution der Lebendgeburt gibt.
Deutschland scheint in der Urzeit für schwangere recht gefährlich gewesen zu sein – verschiedene Fundorte haben schwangere oder gebärende Muttertiere hervorgebracht, besonders berühmt die delfinartigen Ichthyosaurier aus Holzmaden bei Stuttgart.

Neues zur Farbe ausgestorbener Arten

Die Behauptung, man könne aus den Abdrücken von Pigmentzellen in den Federn einiger Dinosaurier auf deren Farben zu Lebzeiten schließen, galt immer als kontrovers, wird aber zunehmend akzeptiert.
Nun haben britische und amerikanische Forscher Fossilien der Fledermäuse Palaeochiropteryx und Hassianycteris aus Deutschland untersucht, die Abdrücke des einstigen Fells zeigten. Damit haben erstmals Forscher versucht, die an Federn erprobte Technik auf Fell zu übertragen.
Und sie waren erfolgreich: Nicht nur ist der Befund, dass diese Fledermäuse ein braunes Fell hatten konsistent mit der Farbgebung heutiger Fledermäuse, sie fanden in den Überresten der farbgebenden Zellen auch chemische Spuren von Melanin, dem häufigsten Farbstoff in Säugetierfell und konnten über dessen Verteilung bestätigen, dass die Form der Zellen die Färbung der Tiere zu Lebzeiten erkennen lässt.

Neue Spezies der Woche

Kimbetopsylis - Bild: Sarah Shelley

Kimbetopsalis – Bild: Sarah Shelley


Kimbetopsalis simmonsae war ein überraschend großes Säugetier, dass mehr oder weniger direkt nach dem Ende der Dinosaurier lebte. Sowohl die Größe von einem Meter Länge als auch die Tatsache, dass es ein Pflanzenfresser war, sind ungewöhnlich, da beides zu Zeiten der Dinosaurier unter Säugetieren sehr selten war. Die Forscher vermuten, dass er ein Beispiel dafür ist, dass die Säugetiere sich nach dem Ende der Dinosaurier sehr schnell an die neue, nun dinosaurierfreie Welt anpassten und neue Formen hervorbrachten.
Die Presse hat beschlossen, das Tierchen als einen apokalyptischen Biber zu bezeichnen, weil es in einer wasserreichen Waldlandschaft lebte und entfernt einem Nagetier ähnelte. Mit den heutigen Bibern teilt es allerdings keine nähere Verwandtschaft, es gehört zu einer ausgestorbenen Gruppe von Säugetieren, die zwischen den Eier legenden und den lebend gebärenden Säugetieren standen. Auffällig an ihnen waren die sehr komplexen Zähne und die jenen der Nagetiere ähnelnden Schneidezähne.
Japan gibt uns die fluglose Ente Shiriyanetta hasegawai, die dort vor etwa 120.000 Jahren an den Küsten herumlief.
Bei den Dinosauriern haben wir mit Ugrunaaluk kuukpikensis einen Vertreter, dessen Namen nicht nachschlagen zu müssen ein Kunststück werden dürfte, das nur des Inuktikut Mächtige schaffen dürften. Der Fund ist nicht ganz so spektakulär, wie die Presse gerne betitelt, aber immerhin: Die Forscher dachten bisher, dass die zum Ende des Dinosaurierzeitalters nördlich des Polarkreises in Alaska lebenden Entenschnäbel zu der bekannten und sehr häufigen Gattung Edmontosaurus (über die Jahrzehnte auch bekannt als Trachodon, Anatosaurus, Anatotitan und weitere) gehörten. Tatsächlich aber fanden neue Untersuchungen genug Unterschiede, um sie zu einem ganz neuen Dinosaurier aus der nahen Verwandtschaft von Edmontosaurus zu erklären: Buchstabensuppe Ugrunaaluk eben.
Er versucht auch grade, es auswendig zu lernen, daher der Gesichtsausdruck: Ugrunaaluk - Bild: James Havens

Er versucht auch grade, es auswendig zu lernen, daher der Gesichtsausdruck: Ugrunaaluk – Bild: James Havens


Freitägliche Fünf 12.06.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal: Unser Dorf soll schöner werden. Und Dinosaurier.

1. Hier gibt es wieder ein Film-Kickstarter, diesmal interplanetarer Steampunk aus Hessen:

Weltraum-U-Boote! Dampfmaschinen! Lokomotiven! Venus-Dinosaurier! Raumpilot Thomas Alpha Edison! Boob Windows! Marsianische Prinzessinnen mit lustigen Ohren! Das wird großartig.
Noch etwas unter drei Wochen und es fehlt noch ein wenig an Geld. Ich hoffe, das klappt.

2. Hab ich die Sache mit der Viktoriastraße schon oft genug erwähnt? Ähm, nö, nicht ganz.

Viktoriastraße 2012 und 2015. Der gemeinte Unterschied ist nicht das Herbstlaub

Links 2012 (Bild: Dieter Rink), Rechts 2015 (Bild: Thomas Diehl)


Es tut immer gut, nach langem Kampf einen politischen Erfolg verbuchen zu können. Zudem einen, an dem man etwa jeden zweiten Tag vorbeikommt.
So, jetzt habt ihr aber bis zum Jahresrückblick genug davon hier im Blog gelesen.

3. Ein weiterer Bürgergarten (ähnlich Margarethengarten und Berggartenoase) kündigt sich in der Stadt an und dieser wird in meiner unmittelbaren Nachbarschaft liegen. Der Plan ist im Moment, dort anders als bei der kleineren Berggartenoase mit Permakultur zu arbeiten, da der Raum deutlich größer ist und er dafür sehr gut geeignet wäre.
Mehr dazu, wenn das Ganze festgezurrt ist.

4. Es gibt 3D-Brillen für Brillenträger. Das sind so Dinger zum Anklippen wie es sie auch als Sonnenbrillen gibt. Das macht das Anschauen von 3D-Filmen um Welten angenehmer als eine Brille über der Brille tragen zu müssen. 2D-Filme haben immer noch ein besseres Bild und 3D plus Unschärfen sieht unechter aus als ein einfaches 2D-Bild, aber hey, es ist eine Verbesserung.
Oder, wie es ein Kind neben mir im Kino formulierte: „Der Mann hat eine coole Brille!“
Nimm das, Hipsterbrille! Klappbrille for the win!

5. Apropos Kino: Dort war ich natürlich wegen Jurassic World, dem ersten von mir am Premierentag gesehenen Kinofilm seit Super Mario Bros.. Beides Filme um amoklaufende hyperintelligente Dinosaurier, aber Super Mario Bros. war der mit Abstand heftiger traumatisierende Filme.
Wie dem auch sei, diesen Film früh zu sehen hatte einen Grund und dieser Grund prangt da rechts als Werbebanner/Werbe-iFrame/Dings. Und das war bis jetzt eine sehr erfreuliche Sache: Mitternachts hochgeladen, war das eBook nicht nur freigegeben, bevor ich heute morgen aufgestanden bin, es hatte zu diesem Zeitpunkt sogar schon einen Verleih zu verbuchen. Bis zum Abend kamen noch ein paar dazu und vor allem ein Verkauf in Australien — das erste Mal, dass ich einen Verkauf in Australien verbuchen konnte.
Zugleich ist der Juni dank diesem Buch nach aktuellem Stand der erste Monat überhaupt, in dem meine durchschnittlichen Einkünfte pro verkauftem Buch über einem Euro liegen (Einige Monate 2011, als nur Dieses Cover ist Müll erhältlich war, ausgenommen). Zur Erinnerung: Von den zwölf Titeln, die ich aktuell im Angebot habe, werfen nur die drei Titel für 2,99 € mehr als einen Euro/Dollar pro Verkauf ab, die anderen liegen zwischen 0,24 und 0,51 €, die erst nächsten Monat bekanntgegebenen Verleiheinkünfte schätze ich nach den letzten Monaten auf ziemlich genau einen Euro pro Verleih.
Ein paar Worte zur Entstehung des Buches gibt es hier.