eBook-Land Woche 36 und 37

Bücher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Einkünfte: 221,52 € | Händler: 6

In eigener Sache
Der Juni war alles in allem kein guter Monat, sowohl Verkäufe als auch Einnahmen aus Werbeschaltungen gingen deutlich zurück. Damit bin ich offenbar nicht allein. Aber mit wöchentlich über 10 € Einnahmen kann ich mich eigentlich nicht beklagen: Das ist wenig Geld, aber es ist stetig und ich bin ja noch nicht einmal ein Jahr dabei. Und es kommt ja diesen Sommer noch einiges an Titeln dazu.
Es ist weit davon entfernt, davon leben zu können, aber dennoch bin ich mit der Entwicklung zufrieden. Jetzt heisst es, darauf aufzubauen. Schön wären so 100 € die Woche, das würde mir schon einiges an Freizeit verschaffen, weil ich bei meiner derzeitigen Haupteinkommensquelle, dem Texten, die Aufträge etwas runterfahren könnte. Diese Zahl liegt mit dem richtigen Angebot definitiv im Bereich des Machbaren.


Freundliche Hinweise
Miriam Pharo hat wieder ein neues Buch raus und diesmal ist es auch gleich als eBook erhältlich – und noch bis Mittwoch kostenlos. Frikassee zum Frühstück ist ein Zukunftskrimi und die Fortsetzung von Jimmy der Mops. Jimmy hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen, dieser Band hier steckt aktuell in der Warteschleife, bis ich mit Harry Potter fertig bin, das sich als bessere Reihe herausgestellt hat, als ich erwartet hatte (ja, meine Erwartungen sinken erheblich sobald ein Buch ein Bestseller wird). Kritisieren kann ich bis jetzt nur die praktisch identischen Cover. Wäre da nicht die Zahl links oben auf dem zweiten Band wären sie auf dem Schwarzweiss-Display eines eBook-Readers identisch.
Ebenfalls hinweisen möchte ich auf eine Sommeraktion von Eileen Janket, die für einige Zeit alle ihre eBooks bei Amazon für 0,99 € anbietet. Ich bin sehr gespannt, ob ihr das den erhofften Erfolg bringt.

Aus der Szene
Sommerloch! Aber da wir diesmal zwei Wochen zu überblicken haben kommt dennoch ein bisschen was zusammen. Also denn:
Fangen wir mal mit dem Thema Finanzierungen an: Das eine ist die Nachricht, dass Seth Godin sein neues Buch innerhalb von vier Stunden per Kickstarter finanzieren konnte. Das ist toll, ich warne aber vor übermäßigem Enthusiasmus: Seth Godin ist Seth Godin, einer der bedeutendsten Marketing-Fachleute der englischsprachigen Welt und Bestsellerautor. Er hat damit ein paar Vorteile, die die meisten Autoren nicht haben, ähnlich wie Joanne K. Rowling bei der Eröffnung von Pottermore den dezenten Vorteil hatte, Joanne K. Rowling zu sein. INteressanter für Otto-Normal-Autor ist da schon der Erfolg von unglue.it mit der erstmaligen Freisetzung eines Buches über Spenden.
Die Buchhändler zeigen unterdessen erste Panikerscheinungen, wobei erste sehr plausible Orakeleien über das Ende des Kochbuchs nicht helfen. Aus der EU kommt zugleich eine Erklärung zum digitalen Buchmarkt, die allerdings noch etwas substanzlos ist.

Und dann gibt es da noch die Sache mit den datensammelnden eReader, die ich nicht so recht nachvollziehen kann: Bei jedem Besuch einer Webseite werden mehr Daten gesammelt (und vor allem nur halb-anonym, da mit einer Anbschlusskennung – IP – verbunden) als das. Hier erfährt der Verlag nur, dass irgendwelche Leser diese oder jene Passage markiert und bis zu einer bestimmten Stelle gelesen haben. Das sind wertvolle Daten, um bessere Bücher zu machen, aber daraus lassen sich keinerlei Erkenntnisse über die einzelnen Leser gewinnen. es sei denn, ein Buch wurde nur ein mal verkauft.


eBook-Land Woche 35

Bücher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Einkünfte: 201,39 € | Händler: 6

Freundliche Hinweise

Nach dem Start von Createspace in Deutschland will jeder ein Printbuch und die entsprechenden Beiträge sprießen aus dem Boden. Ich verlinke mal stellvertretend auf die detailierte Anleitung von Emily Bold, den Erfahrtungsbericht von Eileen Janket und jenen von Phantanews. Die Liste könnte noch um einiges länger sein, aber ganz ehrlich: Ich hab die Übersicht verloren. Es gab einen regelrechten Sturm auf Createspace, auf den andere Print-on-Demand-Anbieter wie Lulu.com nur neidisch sein können.
Es macht halt einen Unterschied, wenn man bereits der größte Buchhändler des Planeten ist.

Aus der Szene
Fangen wir mit dem großen Nachrichtenthema an: Google startet auch in Deutschland den Verkauf von eBooks. Ich persönlich finde das eher uninteressant. Google ist keine zum Produkt eBook passende Marke und wird es schwer haben, Marktanteil zu erlangen. Deren einzig hervorgehobene Besonderheit sind die 7 Tage Rückgaberecht – die allerdings bietet beispielsweise amazon auch.
Einen Extremfall von hohen eBook-Preisen bieten deGruyter, die es bei einem juristischen Lehrbuch schaffen, mal eben den zehnfachen Preis der Print-Ausgabe zu verlangen. Und das definitiv mit Absicht. Das ist besonders deshalb erstaunlich, weil der Preis der Taschenbuchvariante für ein juristisches Lehrbuch durchaus angenehm ist.
Insgesamt kommt die eBook-Revolution langsam bei den deutschen Verlagshäusern an. Weniger aus Deutschland selbst, als international. Die großen deutschen Verlagsgruppen gehören zu den größten Verlagshäusern der Welt und so müssen sie auf internationale Trends entsprechend reagieren. So beginnt Holtzbrinck nun damit, sich vom veralteten Modell der geografisch basierten Strukturen zu lösen und die bis dato unsägliche deutsche eBook-Verhinderungsplattform Libreka schließt sich den Branchenriesen an und wundert sich, dass sie plötzlich Absätze vorweisen kann. Dazu passt dann auch, dass eBooks in den USA inzwischen den gesamten Hardcover-Markt überholt haben. Gleichzeitig bricht das Taschenbuch ein und es scheint immer weniger unrealistisch davon auszugehen, dass das Taschenbuch in spätestens 20 Jahren als Format verschwunden sein wird – ausser als Druck auf Abruf wie bei Lulu. BOD und Createspace.
Der Cicero war es, der sich – sehr zu meiner Überraschung – diese Woche gegen den Duktus von Gestrigkeit=Kultur gestellt hat. Das bestätigt ein wenig meine Lieblingspointe zu dem Bereich: Es gibt Menschen, die Bücher mögen und solche, die Literatur mögen.
Und zuletzt noch eine kleinere, etwas lästige Nachricht: Apple schraubt für iBooks die Mindestmaße für eBook-Cover nach oben.


eBook-Land Woche 26

Bücher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Einkünfte: 96,85 € | Händler: 6

In eigener Sache
Nach Überwindung meines deutlich zu großen Perfektionismus ging am Montag endlich, endlich Feuchten Fußes in den Verkauf. Mein Problem ist einfach, ewig noch ein verbesserungswürdiges Detail zu finden. Okay, die plötzliche Feststellung, dass man Ichthys mit th schreibt ist bei einem Buch mit vielen griechischen Fischnamen auch wirklich wichtig, konsequente Falschschreibung würde kein gutes Licht auf meine Recherche werfen. Und dann schleicht sich doch noch ein Fehler ein: Leser mit sehr gut eingestelltem Monitor werden bei genauer Betrachtung sehen können, dass es einen weissen Bereich zwischen den beiden Bildern gibt, der das hellgrau des unteren Hintergrunds umgibt. Der Grund ist, dass ich beim Hochladen versehentlich eine alte, nicht gelöschte Version des Titelbildes benutzt habe. Naja, gleiche ich das mit der Aktualisierung im Mai aus (in der ein Hinweis auf den dann erscheinenden 2. Band der Reihe ergänzt sein wird).
Planmäßig hingegen verlief der Start: Es war wie geplant direkt kostenlos erhältlich und ich bewarb den kostenlosen Donwload in meinem eigenes Twitter-Konto, bei Facebook, über das Twitter-Konto eBooksfuerlau und mit einem Beitrag im Thread für kostenlose deutschsprachige Bücher bei Amazon. So weit, so geplant. Dann kam die Überraschung.
Das Buch hatte mehrere Faktoren, die sein Verkaufspotenzial schmälerten: Es war ein Sachbuch1 zu einem relativ obskuren Thema2 von einem völlig unbekannten Autoren3, der kein ausgebildeter Fachmann auf diesem Gebiet war4 und einen grafischen Fehler im Cover hatte5. Ich rechnete mit etwa 100 Downloads bei der kostenlosen Abgabe. Mitternacht von Montag auf Dienstag lag die verkaufte Auflage bei 286 Stück, der Verkaufsrang unter allen kostenlosen Kindle-Büchern bei 22. Nach 24 Stunden (also heute um 10:00 Uhr) waren 343 Exemplare verteilt. Ich entschied mich, bevor ich meinen Markt noch komplett kostenlos sättigte, die Aktion etwas zu verkürzen und den zweiten Tag nicht mehr komplett kostenlos anzubieten. Um 14:00 Uhr sollte es vorbei sein. Allerdings ging ich mittags zwischendurch zur Post und kam erst um 15:00 Uhr wieder an den Rechner. So brach ich die Aktion später als geplant ab und auch Amazon brauchte zur Umsetzung dessen offenbar ein wenig Zeit – der Preis war erst um 17:00 Uhr wieder auf dem Normalnenner von 1,49 €. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich (nach 31 Stunden) 432 Exemplare verteilt, darunter je eins in Großbritannien, in Spanien und in sonstigen Ländern (alles, was amazon.com versorgt), die restlichen 429 bei amazon.de, also im deutschsprachigen Europa. Bei amazon.de stand mein Buch damit nicht nur als Bestseller in den Kategorien „Evolution“ und „Bestimmungsbücher“ (sic!) da, sondern auch als Nummer 12 unter allen kostenlosen Kindle-Titeln (Nummer 13 war zu diesem Zeitpunkt übrigens Lew Tolstois Krieg und Frieden). Hätte ich es die vollen 48 Stunden laufen lassen wäre es sehr wahrscheinlich in die Top 10 gegangen.
Ausschnitt der Verkaufsrangliste bei Amazon
Ich bin, kurzgefasst, von diesem Ergebnis der Aktion überwältigt. Mein obskures kleines Sachbuch hatte es innerhalb von 24 Stunden weiter nach vorne geschafft als ich im jemals zugetraut hätte. Übrigens haben sich nach dem Ende der Aktion bereits zwei Exemplare verkauft – das hätte ohne die Aktion wohl mindestens zwei Wochen gedauert. Zumindest der zweite Verkauf ist deutlich nach Ablauf der Aktion erfolgt und somit ziemlich sicher kein Versehen.
Ein Abgleich meiner Werbelinkzahlen mit den Verkäufen bringt mich zu der Erkenntnis, dass der Großteil (ca. 75%) der Downloads auf den Beitrag im Amazon-Thread zurückgehen, der einzige Link, den ich ohne Affiliate-Code gesetzt habe. Ich bin sehr gespannt, wo das alles noch hingeht (Kriege ich eine Rezension? Halten sich die Verkäufe? Bleibe ich weiterhin in der Kategorie „Evolution“ vor Charles Darwins Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl?) und was nächsten Monat passiert, wenn mit Schwarzer Schwinge der zweite Band der Reihe erscheint.
Und vor lauter Begeisterung schreibe ich ellenlange Blogbeiträge darüber.
Abseits von all dem habe ich selbst seit heute einen Reader für eBooks im epub-Format. Der Hanvon WiseReader N256 ist ein sehr schickes Gerät und das einzige, das ich im gesamten eReader-Markt kenne, bei dem man über den Touchscreen frei in sein eBooks kritzeln kann. Praktisch zum Ausgleich hat es aber einige Schwächen, die vorinstallierten Schriftarten etwa sind alle serifenlos, was für Fließtexte unschön ist. Eine ausführliche Kritik gibt es, nachdem ich etwas mehr mit dem Teil gelesen und auch das aktuelle Update aufgespielt habe.

Freundliche Hinweise
Diese Woche darf ich wieder auf Eileen Janket hinweisen, die mit Der Stuntman eine Kurzgeschichte rausgebracht hat, um die Durststrecke zwischen ihrem letzten und ihrem nächsten Buch etwas zu verkürzen. Dieses nächste große Buch soll dann ein Fantasy-Roman mit dem Titel ELLEK sein. Ich finde ihren Ansatz, genremäßig sehr weit zu streuen interessant und bin gespannt, wie gut das langfristig funktioniert. Fantasy ist auf jeden Fall schonmal was für mich.

Aus der Szene
Die meiner Meinung nach begeisterungswürdigste Nachricht im elektronischen Buchhandel war die Einführung von Gutscheinkarten mit Code, die es ermöglichen, Bücher als Karten zu verkaufen. Das wiederum bringt die Möglichkeit mit sich, eBooks in Zukunft auch als Geschenk zu erwerben und verbessert für Werber zum Beispiel auch die Möglichkeit, eBooks in Gewinnspielen zu verlosen.
Bei Meedia fragt Stefan Winterbauer mal nach der Datengrundlage für die eBook-Bestsellerlisten. Die Antwort bringt daraufhin Marc-Oliver Bischoff ein und sie läuft tatsächlich darauf hinaus, dass viele unabhängig verlegte eBooks aufgrund der Kriterien für die Zählung gar nicht erst in die Wertung kommen.
Für alle, die nie mit einem großen Verlagshaus Probleme hatten gibt es diese Woche diese ziemlich üble Geschichte nachzulesen. Auch wenn ich einige Sauereien von Verlagen gehört habe, das ist sowohl in der Art als auch in der Schwere der Vorwürfe wohl einmalig. Eine eher versehentliche Sauerei war das weitgehende Verbot der Nutzung elektronischer Semesterapparate für Studierende.
Die Technology Review findet das wichtigste Argument in der Frage, ob Amazon ein Monopolist wird: Wenn, dann nur ein sehr schwacher, denn Amazon kann sehr schnell durch einen neuen Internethändler ersetzt werden, wenn es Kunden und Anbieter falsch behandelt. Das lernt übrigens seit einiger Zeit ebay und auch Aufstieg und Untergang diverser sozialer Netzwerke (kennt noch jemand Myspace? Yahoo Groups?) über die Jahre spricht da eine klare Sprache.


eBook-Land Woche 23

Bücher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 71,52 € | Händler: 6

In eigener Sache
Mit der dritten Auflage von Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum hat dieses Buch endlich die Form erreicht, die ich von Anfang an als Ziel vor Augen hatte. Mit dieser Ausgabe bin ich nun also vollends zufrieden, nach meinem bisherigen Urteil fehlt nichts wichtiges mehr. Womit ich natürlich nicht ausschließen will, dass es irgendwann noch eine vierte Auflage geben wird. Aber vorerst gibt es wohl nur noch kleinere Ergänzungen und Aktualisierungen zu erledigen.
Neu hinzugekommen sind in dieser Auflage zwei Kapitel. Eines davon beschäftigt sich mit den Besonderheiten von Covern im Querformat, das andere geht gezielt darauf ein, wofür man sein Cover eigentlich verwenden kann, wenn es einmal fertig ist. Vor allem dieses letzte Kapitel wird in Zukunft wohl noch wachsen, wenn ich neue Möglichkeiten ausprobiere (von denen ich dann natürlich auch hier im Blog berichte). Ein drittes neues Kapitel ist aus einem Absatz im Kapitel „Bildbeschaffung“ entstanden, der dort rausgenommen und ausgebaut wurde. Dort geht es um die verschiedenen Formate von eBook-Covern (Hochkant, Quer, Quadratisch).
Im Kapitel zu den Quellen für Coverbilder wird jetzt auch die Möglichkeit besprochen, Aufträge auf speziellen Plattformen für Künstler und Designer auszuschreiben. Der Test zur Überprüfung ob ein Cover gelungen ist wurde um einen neuen Punkt (Erkennbarkeit des Buchinhalts über das Cover) ergänzt. Bei der Titelfindung gehe ich jetzt etwas ausführlicher auf die Titel von fiktiven Geschichten ein, bisher ging es dort fast ausschließlich um Sachbücher.
Alles in allem bin ich mit dieser dritten Auflage wie oben schon gesagt sehr zufrieden. Jetzt geht es endgültig an andere Projekte, von denen Feuchten Fußes das wichtigste ist, gefolgt von den thematisch ähnlichen Titeln Schwarzer Schwinge und Klirrender Kälte. Diese drei Bände der Serie Meilensteine der Evolution sind komplett unabhängig voneinander in völlig beliebiger Reihenfolge lesbar, die Reihe ist durch ein gemeinsames Thema, aber nicht durch einen gemeinsamen Handlungsstrang verbunden. Es sollte einer jeden Monat erscheinen, weitere Bände nach dem Juni nicht ausgeschlossen. Zwischendurch kommen einige kleinere Projekte dazu, die ich nebenbei schreibe.
So kann das weitergehen.

Freundliche Hinweise
Eileen Janket hat Thrill my Soul ein kleines Facelifting verpasst: Neues Cover und neue Genre-Bezeichnung (Liebes-Thriller statt Heartcore) schmücken das Buch nun.

Aus der Szene
Fangen wir mit dem obligatorischen Hinweis an, dass seit heute die englischsprachigen Ausgaben von Harry Potter als eBook verfügbar sind. Keine Ahnung, warum das bedeutend ist, halt eine weitere Bestseller-Reihe als eBook – wobei ich hervorheben muss, der Preis für die Bücher ist sehr gut gewählt, das Bestellverfahren über eine eigene Seite finde ich allerdings befremdlich. Interessanter finde ich persönlich da schon die Erstveröffentlichung von Kurt Vonneguts Basic Traning als eBook. Das unveröffentlichte Kurzwerk des Autors (mE einer der besten des 20. Jahrhunderts) bot sich aufgrund seiner Länge gradezu als eBook an, als Papierbuch wären seine Chancen auf Veröffentlichung eben wegen des geringen Umfangs gering gewesen.
In Deutschland reiht sich Sven Regener in die Reihe derer, die fälschlicherweise glauben, Urheberrechtsgegner wollten das Urheberrecht komplett abschaffen und erzählt gleich noch Mythen wie jene Legende, Youtube wolle nix für die Videos bezahlen (doch, wollen sie, aber die GEMA will noch mehr). Das wäre nicht weiter bemerkenswert, hätte sein wütender Redebeitrag nicht jede Menge Aufsehen erregt.
Auch ziemlich falsch, aber in diesem Fall leider, waren die Gerüchte um ein neues Kindle mit farbigem eInk-Display. Dafür werden wir uns wohl doch noch ein paar Jahre gedulden müssen. Die Technik existiert, aber ist noch nicht ausgereift und vor allem deutlich zu teuer. Da kommt die Nachricht, dass eReader und Tablet-Computer doch nicht konkurrieren grade recht.
Die GfK kommt in einer Untersuchung der deutschen eLeserschaft zu hochinteressanten Ergebnissen. Demnach ist der Markt in Deutschland demografisch komplett anders besetzt als in den USA – sind drüben Frauen in ihren 50ern die größte Nutzerschicht herrschen hierzulande männliche Nutzer zwischen 40-49 als Durchschnittsleser vor. Zwar ist in beiden Märkten der hohe Altersschnitt auffällig, aber ansonsten könnten die Gruppen unterschiedlicher kaum sein. Das dürfte entsprechende Implikationen für die Vergleichbarkeit der Märkte haben, insbesondere was die Beliebtheit einzelner Genres und dort mögliche Absatzzahlen angeht.
Bleibt mir noch, auf ein interessantes Experiment zu verweisen: Jellybooks, ein Online-Buchhändler, der im ersten Augenblick nur die Cover der angebotenen Bücher präsentiert.


eBook-Land: Woche 14

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 30,91 € | Händler: 6

Viel gibt es diese Woche nicht zu berichten. Zumindest nicht zu mir selbst. Aber in der Szene hat sich viel getan, auf da sich lohnt einzugehen. Daher die neue Kategorie Aus der Szene. Das gibt mir die Gelegenheit, dieses regelmäßige Feature umzustrukturieren. Alles in eigener Sache kommt demnächst unter die Überschrift In eigener Sache, dann gibt es einen Teil Neuigkeiten von empfehlenswerten Indies in Freundliche Hinweise, dann folgt Aus der Szene und schließlich nochmal eine persönliche Kategorie mit Kindle gegen Bücherregal. Gibt es in einer Kategorie mal nichts zu berichten, fällt sie halt aus, so wie diese Woche Kindle gegen Bücherregal.
Mein bisheriges Modell, meine Bücher in Phasen zu telen und dann jede Phase als eigenes Vorhaben zu behandeln hat nicht funktioniert, dafür laufen die Sachen einfach zu sehr nebeneinander. Und spätestens wenn ich meine auch angedachten FanFictions ins Netz setze sowie meine fremdsprachigen Projekte mit in die Betrachtung kommen fällt das eh in sich zusammen. Ein Fazit zu den verschiedenen Ansätzen zu erhalten scheint nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht von Anfang an möglich zu sein, dafür sollte man wohl mindestens ein Jahr am Markt sein.

In eigener Sache
Die einzige wirklich interessante Neuigkeit ist, dass ich jetzt eine Autorenseite bei Amazon habe, die ich aber noch füllen muss (Twitter ist drin, Foto & Biografie folgen noch). Immerhin erhöht sowas den seriösen Eindruck und hilft, die Angebote zu verbinden. Ausserdem gibt es damit jetzt ein eigenes kleines Forum über mich. Das, muss ich zugeben, hat was.
Gut, ZDF Hyperland hat mich so beiläufig verlinkt als es um die Mehrwertsteuerumstellung in Luxemburg ging. Hier beweist sich allerdings J.A. Konraths Aussage – Publicity ist nahezu wertlos. 20 Klicks brachte der Link laut meiner Besucherstatistik. Das ist für meine Verhältnisse spürbar, aber wenn man bedenkt, dass hinter dem Link das ZDF steht lachhaft. Naja, es dürfte gesund fürs Google Ranking sein.

Freundliche Hinweise
Eileen Janket hat ihre Kurzgeschichtensammlung (siehe links) zwei Tage kostenlos angeboten und berichtet schonmal von ihren Zwischenerfahrungen.
Und da ich dafür jetzt nichts bezahlt habe sage ich reuig: Eileen, wenn ich mal wieder in Berlin bin, geht eine Runde auf mich ;-) . Leider ist ihr anderes Buch Thrill my Soul wohl eher nix für mich, aber das war ja hoffentlich nicht der letzte Roman, den Eileen rausbringt.
J.A. Konrath knöpft sich mit dem Bestseller einen weiteren publizistischen Mythos vor, der sich seiner Ansicht nach allein aus dem Bewahren alter Denkweisen aus dem Print-Verlagswesen ergibt.

Aus der Szene

„Amazon, Google oder Apple wollen selbst zu Verlegern werden und erwerben direkt von den Autoren die Rechte an ihren Werken. Natürlich zu anderen Konditionen und ohne das Recht einer produktiven Mitsprache des Autors oder seines früheren Verlegers“

Und damit willkommen bei Rangas Märchenstunde, einem Format, das uns sicher weiter begleiten wird. Tatsächlich ist es bei Amazon & Co. je genau umgekehrt: Niemand ausser dem Autoren hat ein Mitspracherecht an den Inhalten der von Indies veröffentlichten Bücher. Schlimmstenfalls kann ein Händler sich weigern, es ins Sortiment zu nehmen. Aber da ist ja genau das, was die Verlage zuvor – und zwar nach Gutdünken im wahrsten Wortsinne – getan haben. Man verkauft dann halt anderswo. Wo da die Gefahr liegen soll weiss Yogeshwar allein.
Ich könnte jetzt auf seine 10 Forderungen im Landtag NRW eingehen, aber das habe ich ja bereits getan – und andere auch. Aus irgendeinem mir unbekannten Grund gilt Yogeshwar als Experte für eBooks – vermutlich, weil Yogeshwar ja als Experte für alles gilt, sich im Bereich der Alleswisserei aber einen heftigen Konkurrenzkampf mit Harald Lesch, Stephen Hawking und Michio Kaku liefert. Muss irgendwas im Wasser sein bei den Astrophysikern.
Wesentlich interessanter ist da schon der Rummel um eine Rezension eines allen Indizien nach tatsächlich unterirdisch schlechten Buches eines Rechtaussen-No-Names aus Erlangen. Die üblen Schimpftiraden von Autor und Verlegerin verlinke ich nicht, nicht einmal mit nofollow. Ein paar davon kann man im Kommentarbereich unter der Rezension nachlesen und weitere Lnks finden sich dort auch, das sollte reichen. Ich treib meinerseits sicherlich nicht das Google Ranking dieser… Type… hoch. Es sei einfach empfohlen, Bücher von John Asht und des ihn verlegenden Roder Verlages zu meiden.
iBooks Author – dazu kann ich mangels Mac nichts sagen. Okay, ich hab einen Apple Macintosh 3G in der Ecke stehen, aber ich bezweifle, dass der die aktuellen Betriebssysteme gestemmt kriegt. Und mein iPod Shuffle hat ein für solche Aufgaben… unterkomplexes Interface. Allerdings fürchte ich, dass das Ergebnis eine Art Geocities der eBooks wird. Erinnert sich noch wer an Geocities‘ Klickibunti-Welt?
Nicht? Naja, vielleicht besser so.
Jedenfalls haben die Lizenzbedingungen für ordentlich Diskussionsstoff gesorgt – interessant wird, ob das ein Ausrutscher war oder sich zeigt, dass Apple ohne Steve Jobs seinen Zenit überschritten hat.