Das war 2016

Okay, es ist der 31. Dezember und damit Zeit für den Jahesrückblick. Und es war ein Jahr, in dem man gut sehen konnte, wieso Jahresrückblicke nicht vor dem letzten Tag geschrieben werden sollten. Ich meine, Carrie Fisher und ihre Mutter starben beide in der Woche zwischen Heiligabend und Neujahr. Liebe Fernsehsender, nehmt euch einfach an mir ein Beispiel: Jahresrückblicke gibt es ausschließlich am 31. Dezember.
Nun, da das klargestellt ist, weiter zum Rückblick auf mein 2016. Mein öffentliches 2016, den Rest erfahren jene, die es etwas angeht. Andernorts. Vielleicht. Wenn sie fragen. Vielleicht. Aber jetzt erstmal Musik und dann weiter im Text.

Weg ins Fahrradies

Das Jahr begann mit einem Fahrradtransport, als ich am 2. Januar meinen Eltern half, ein Dreirad aus einem Dorf am tiefsten Niederrhein (oder ist Gronau schon Münsterland?) abzuholen, also kann ich auch mit den Rädern weitermachen. Es war ja auch mein erstes Jahr mit Liegerad.

Ausschnitt aus der Fahrraddemo Sternfahrt Düsseldorf 2016 mit verschiedenen Rädern und Fahrern, im Vordergrund der Autor des Blogs

Entspannt, cool und ein tolles Fotomotiv: Ich in Düsseldorf – Bild: Zoe Duisberg/ADFC NRW

Trotz einiger Reparaturen, die anfangs nötig wurden und einer gebrochenen Schraube, die zu weiterem Reparaturbedarf führte muss ich sagen: Ich bin zufrieden. Das Gefährt brachte mich zu den Sternfahrten des Jahres in Düsseldorf und Mönchengladbach (Köln übersprang ich trotz anderer Absichten wegen des Wetters), aber auch zu meinen Touren ins Braunkohlenrevier und auf der längsten Tour des Jahres zu einer Tihange-Demo in Aachen.
Das Fahren ist nach kurzer Eingewöhnung angenehm und schnell, nur die Rennhaken an den Pedalen waren mehr lästig als hilfreich und so lernte ich sie praktisch sofort zu ignorieren. Als kleinen Bonus konnte ich dank der hohen Lage der Beine mehrmals trockenen Fußes recht tiefe Pfützen durchqueren. Das war natürlich keine Absicht aber wenn der Radweg bei Aachen plötzlich unter der Landstraße durchführt, um die Seite zu wechseln, macht man daran nach einem Wolkenbruch recht wenig.
Wie erwartet teilt sich das Liegerad nun mit meinem alten Mountainbike die Aufgaben. Das MTB zieht Lasten und trät mich, wenn ich einen Rucksack brauche, das Liegerad übernimmt die längeren Strecken und Tagesausflüge. Was nicht heissen soll, dass der Lieger nicht ebenfalls einiges an Transportvolumen hätte, was ich im August ausprobieren konnte, als mir auffiel, dass bei einem Stand in Neuwerk alles bereits im Vorfeld vor Ort gebracht war, ausser dem Tisch. Das hat übrigens überraschend gut funktioniert, als wäre der Tisch dafür gemacht.
Liegefahrrad mit einem mit Kabelbindern daran befestigten Klapptisch

Mein Beitrag zum Wikipedia-Eintrag für das Stichwort Eleganz

Die andere Option für die Überschrift dieses Abschnitts wäre übrigens Road to EldoRADo gewesen. Schätzt euch glücklich.

Schrifstellerei und so

Cover of How to Sing Butterflies How to Sing Butterflies DX Edition2016 war kein so produktives Jahr, wie ich mir das gewünscht hatte. Ein großer Teil davon war das, was ich als „Unglück des 11. März“ im Gedächtnis behalten werde. An diesem Tag kam es auf meinem Laptop zu einem umfassenden Festplattenausfall, ausgelöst durch einen Systemabsturz,der wiederum auf einen Absturz von Flash zurückging. Ich hatte kein aktuelles Backup und tatsächlich grade erst mein letztes Backup auf genau diesem Rechner zwischengespeichert. Das war eine ziemliche Katastrophe.
Nun, ich habe dennoch eines meiner anvisierten Projekte zum Abschluss bringen können. Die englische Sammlung How to Sing Butterflies vereint den Großteil meiner Kurzgeschichten in einem Band, von dem zwei Varianten erschienen sind: Eine Standardausgabe mit den Geschichten und eine DX-Ausgabe, ergänzt um Hintergründe zu jeder Geschichte. Ich zähle einige der Kurzgeschichten wie die Titelgeschichte und Sleeper Hit derzeit als meine besten kreativen Arbeiten.
Eine dieser Arbeiten schaffte es dann auch 2016 in meinen ersten Beitrag in einer Anthologie, wobei die Auswahl schon 2015 getroffen wurde. Die Indies Unlimted 2015 Flash Fiction Anthology enthält 52 Geschichten mit je bis zu 250 Wörtern. Flash Fiction ist nicht einfach, aber eine sehr willkommene Herausforderung. Bei mir funktioniert das üblicherweise so, dass ich einen spontanen Gedanken habe und den dann umsetze um selbst zu schauen, was daraus erwächst. Kombiniert mit der Kürze des Formats, welches zu einer sehr bewusst gewählten und dichten Sprache führt, eine sehr schöne Literaturform sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben.
Mein Beitrag in dieser Anthologie war Delayed Vengeance, eine für mich eher untypische, weil vollkommen in der Gegenwart verhaftete Geschichte um einen Polizisten und seine Pensionszeit auf einem Kreuzfahrtschiff. Sie ist in beiden Sammlungen erschienen, in denen ich dieses Jahr vertreten war.
Im Dezember folgte der Veröffentlichung dieser Anthologie eine Papierausgabe, meine erste Veröffentlichung auf Papier, wenn man redaktionell de facto nicht bearbeitete Fanzines ignoriert.
Eine SF-Weihnachtskurzgeschichte schaffte es nicht in die Anthologie, für die ich sie geschrieben habe. Sie wird 2017 gute Verwendung finden. Eine weitere SF-Weihnachtskurzgeschichte verfasste ich diesen Monat für eine Blogparade im englischen Blog, auch sie wird nächstes Jahr eine weitere gute Verwendung finden.

Zum 1. Mai beendete ich das (vor allem für Twitterverhältnisse) langjährige Projekt eBooks für lau. Es war mein erfolgreichstes Internetprojekt seit dem Exergaming-Blog Sporle & Co. im letzten Jahrzehnt, aber irgendwann war seine Zeit dann vorbei. Es wurde zunehmend schwieriger, das Verlinken kostenloser eBooks wirtschaftlich tragbar zu halten. Andere Plattformen wie XTME begannen, auch runtergesetzte Angebote bezahlter Bücher zu verlinken, das aber war in diesem Twitterkonzept schwieriger, da jeder Link für sich selbst stand. Und so beendete ich eBooks für lau nach fast fünf Jahren. Letztlich war es einfach an der Zeit.

Das Jahr endet schriftstellerisch mit dem ersten Auftrag, ein komplettes Buch aus dem Englischen zu übersetzen. Mehr oder weniger schriftstellerisch, es handelt sich um ein Kochbuch für Schmortöpfe. In einer besonderen Premiere ist das mein erster Vertrag mit Partnern auf drei Kontinenten (Nordamerika, Europa, Asien) – auch mal was neues.
Diese Übersetzung seht ihr dann 2017.

2017 deutet in diesem Bereich mit meinem ersten Besuch eines Autorentreffs in Mönchengladbach an, etwas, was ich weiterführen will. Es sieht nach diesem ersten Mal so aus, als würde das auch meiner Produktivität helfen. Ich muss sowieso wieder mehr im deutschsprachigen Raum machen.

Etwas anderes im kreativen Bereich war dann noch die Bildgestaltung. Ich habe mich zwischendurch daran versucht, mal ein Bild gezielt auf die sozialen Medien ausgerichtet zu erstellen, statt den jeweiligen Text einfach als Text zu schreiben. Hier die Ergebnisse.

Tatsächlich extrem entspannend

Tatsächlich extrem entspannend

Ich mag Füchse und das Original dieses Liedes war gemein zu ihnen

Ich mag Füchse und das Original dieses Liedes war gemein zu ihnen

Von solchen Experimenten wird es in Zukunft mehr geben.

Politisch immer voran

Dass es 2016 mehrmals galt, bei Aufmärschen rechter Gruppen und Bündnisse Flagge zu zeigen, darauf hätte ich gern verzichten können, aber leider war 2016 ein großes Jahr für den politischen Rückschritt. International wie national war es 2016 überaus frustrierend, als Politiker im linken Spektrum zu stehen. Ich bin dieses Jahr müde geworden, immer das Schlechte zu bekämpfen.
Glücklicherweise gab es aber auch noch andere Anlässe für Demos. Okay, glücklicherweise ist hier nicht ganz richtig, aber ihr wisst, was ich meine. Tihange hatte ich ja schon erwähnt, Garzweiler II war ebenfalls ein sehr präsentes Thema. Die beiden Infostände gegen Massentierhaltung vor Lidl-Filialen in Rheydt und Gladbach waren aber sehr angenehm und effektiv.
Im Gegenzug ist es mir wichtig geworden, das Gute zu fördern und mich dafür einzusetzen. 2016 trat ich bei den Fachgruppen (Landesarbeitsgemeinschaften) Verkehr und Säkulares der Grünen NRW bei, um auf Landesebene aktiv daran arbeiten zu können. Das gipfelte vorerst am ersten Dezemberwochenende auf dem Landesparteitag in Oberhausen, mit dem ich sehr zufrieden bin (hinter dem Link: Eine lange Liste von Forderungen, die wir aus Mönchengladbach ins Landtagswahlprogramm der Grünen einbringen konnten).
Zufrieden war ich zuvor auch mit der Podiumsdiskussion zum Radverkehr in Mönchengladbach, veranstaltet vom ADFC. Hier konnte ich unter Beifall mein Ansinnen vorstellen, Mönchengladbach zu einem wichtigen Knotenpunkt eines landesweiten Radschnellwegenetzes zu machen, das sich nun ja auch in allgemeinerer Form im Landtagswahlprogramm wiederfindet. Hier im Blog brachte ich dazu innerstädtisch ein vielleicht etwas utopisch anmutendes, aber dankbar diskutiertes Konzept ein.

Exkursion an den Braunkohlentagebau Garzweiler II

Heute noch stehen wir am Abgrund, doch morgen schon sind wir einen Schritt weit… äh, Moment mal

Abseits der Parteipolitik gab es dann noch ein Gartenprojekt. Ein Bürgergarten in meiner Nachbarschaft. Doch auch wenn ich mich sehr freue, kommen die Unterschriftsberechtigten nicht so richtig in die Hufe mit den letzten Details zum Pachtvertrag. Das ist eien seltsame Mischung aus Begeisterung und Enttäuschung, aber noch läuft der Prozess. 2017 muss das was werden,momentan sieht es immer noch so aus wie im Sommer, nur halt winterlicher.
Obstwiese an einem Hang

Ackerdistel Hugo und seine Freunde

Weiter im Blog

Vergleich der Gestaltung des Blogs von Mitte 2015 bis Ende 2016

Ein Blog, zwei Jahre

Möglicherweise habe ich etwas zu viel am Blogdesign rumgeschraubt, aber das Ergebnis ist ein perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnittenes, einmaliges und ennoch schlichtes Design mit ein paar hübschen Finessen. Das einst in meinen Augen recht hässliche Blog hat sich zu einem modernen Stück Internet entwickelt, in dem übrigens so gut wie alles ohne spezielle Skripte umgesetzt ist.
Für das letzte Beispiel habe ich einen anderen Beitrag ausgewählt, um meinen veränderten Umgang mit Bildern zu betonen. Jeder Beitrag hat inzwischen auf den ersten Blick ein Bild oder ein Video eingebettet, damit es nicht mehr nach trostloser Buchstabenwand aussieht. Das hat auch den Effekt, dass es in den sozialen Netzwerken ein schöneres Vorschaubild gibt.
Die Reihe Less Litter Lifestyle ist gestalterisch als Experiment gestartet, gezielt Pinterest anzusprechen und zugleich das Design des Blogs auch für andere Medieninhalte zu verwenden.
Ich glaube, damit ist das Blog nun so gut wie fertig. Es ist vor allem auch bereit für meine Pläne für 2017. Doch dazu morgen mehr.

Soweit die großen Dinge. Es gibt viele kleine Dinge, viele persönliche Dinge. Menschen, die ich getroffen habe, Dinge, die ich erlebt und gelernt habe, vieles, von dem ich glaube, dass es nicht in dieses Blog gehört oder wenigstens nicht in einen Jahresrückblick. Ich war nicht so produktiv, wie ich von mir selbst erwarte, aber das bedeutet in keinster Weise ein Jahr, in dem nichts geschehen ist. Ich könnte jetzt eine Diaschau mit mehreren hundert Fotos aus 2016 starten. In keinem Jahr zuvor habe ich je so viele Fotos gemacht.
Es war für mich auch ein Jahr vieler Vorbereitungen für ein aufregendes Folgejahr. Privat, beruflich, politisch.

Wir sehen und morgen zum Ausblick auf 2017. Esst bis dahin mal wieder was Gesundes. Macht euch einfach einen Smoothie mit eurem Lieblingsobst und Nüssen. Bis bald!

Eine Tüte Jellybeans und Rumkugeln vor einem Küchenmixer

Bestes Rezept meiner Sammlung. Mit Abstand. Und 2016 ganz allein ausgedacht!


Freitägliche Fünf 22.07.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal geht es vor allem ins Grüne. Eingebettet, falls sich wer über die Optik der Seite wundert, in die ersten Ausläufer einer Überholung des hiesigen Blogdesigns.

1. Critical Mass Viersen

Quasi von letzter Woche nachgereicht: Die Critical Mass in Viersen am vergangenen Freitag war ein voller Erfolg. Laut ADFC waren es 40-50 Teilnehmer. Auffällig war die Vielfalt an Fahrzeugtypen: Neben diversen Arten von normalen Niederrädern fanden sich unter anderem Lastenräder, Kurz- und Langliegeräder, gleich zwei Velomobile, ein Handbike und ein Liegedreirad. Kräftige Unterstützung aus Mönchengladbach steuerten wir Großstadtradler bei.

Für jeden etwas dabei - Bild: StadtradelnMG bei Twitter

Für jeden etwas dabei – Bild: StadtradelnMG bei Twitter

2.SuperMEAT

Das Projekt SuperMEAT hat sein Crowdfunding-Ziel bei Indiegogo erreicht. Allerdings ist mir nicht ganz klar, was die mit den 100.000 USD machen, wenn sie für einen Prototypen eine halbe Million brauchen. Naja, besser als nichts.
Das Ziel von SuperMEAT ist es, in großem Maßstab Fleisch ohne Tiere herzustellen. Ob das funktioniert und wer das nun alles wieder für widernatürlich hält, werden wir dann sehen.

3. Seltene Schmetterlinge nebenan

Raupen des Jakobskrautbären an Jakobs-Kreuzkraut

Wenn Ringelsocken Insekten wären. Der kleine Schmetterling unten rechts gehört übrigens nicht zur selben Art und ist mir erst nach dem Fotografieren aufgefallen – Bild: eigen

Am Donnerstag entschied ich mich, erneut das gute Wetter zu nutzen. Das eigentlich beabsichtigte Bild (die Dächer von Rheydt über die Felder an der Landwehr hinweg fotografiert) wurde aufgrund der zu grellen Lichtverhältnisse eher so mittelmäßig, aber auf dem Rückweg begab ich mich noch durch eine stillgelegte Kiesgrube in der Nähe, wo ich massenhaft Raupen des Jakobskrautbären fand.
Der Jakobskrautbär ist ein seltener und schöner Nachtfalter, der allerdings manchmal in großer Zahl an einzelnen Stellen auftritt. Einfach zu fotografieren waren die mit meiner Kompaktkamera nicht, da die ständig auf den Hintergrund fokussierte, aber ein paar Bilder habe ich doch bekommen. Sehr schöne Raupen, die ich noch nicht kannte.

4. Nutria

Nutria im Wasser

Niedlicher Niers-Nager – Bild: eigen

Die große Nutria-Population von Mönchengladbach ist bekannt, aber Dienstag habe ich erstmals ein Exemplar völlig unversteckt selbst gesehen. Ich mag die, sehen aus wie zu groß geratene Meerschweinchen. Und sie gehören auch zu den unproblematischeren Neozoen, die keine nennenswerten Schäden anrichten.

5.Purino Bambini Urban Gardening

Logo des Bambini Urban Gardening

Bild: Purino

Das Purino hat am Donnerstag einen eigenen Garten für Zutaten angelegt, dessen Erzeugnisse auch im Restaurant verarbeitet werden. Auch wenn ich beim Standort (im Hardter Wald) nicht sicher bin, ob das nun wirklich gut ist, grundsätzlich ist es aber eine gute Sache, wenn Gastbetriebe Zutaten im eigenen Garten anbauen.


Freitägliche Fünf 22.04.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche wird gefahren und gegärtnert.

1. Fahr, Rad, fahr!

Liegerad im Wald

Zuletzt ausgetauscht: Der Hintergrund. Zorro gefällt das.

Es ist endlich komplett so weit, dass mein Liegerad nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch fahrbereit ist. Das silberne Ding hinter dem Sesselrahmen ist ein Schloss, kein Bauteil. Zuletzt kamen noch sechs Meter Gurt für den Sitz dazu, als vorläufige Maßnahme bis im Herbst ein richtiger Bezug dazukommt, den mir mein Bruder dann näht (ich kann leider nicht nähen).
Damit deutet sich schon an: Ja, das Rad entwickelt sich noch weiter, es ist nicht am Ende angekommen. Die Laufräder müssen in absehbarer Zeit erneuert werden und die Tasche auf dem Gepäckträger wird noch durch einen Koffer ersetzt. An den Hinterradschwingen müssen zwei kleinere Schweissarbeiten durchgeführt werden. Und die Rennhaken an den Pedalen haben sich in der Praxis nicht als so gute Idee erwiesen, wie ich zuvor hoffte.
Aber es fährt und nach einer kleinen Änderung in der Sitzbespannung auch ohne, dass sich mir die Mittelstange heftigst in den Rücken drückt. Nach den ersten etwa 12 Kilometern gibt es auch keine Fehlstarts mehr, so langsam gewöhne ich mich an das Fahren und vor allem eben das Losfahren in dieser neuen Position. Die Federung hinten ist großartig.
Bis jetzt erneuert, ergänzt oder geändert: Die komplette vordere Kurbel samt Pedalen, Tretlagerschlitten (versetzt), Kette (gekürzt), Rückspiegel (neu), Bremshebel (Plastik durch Metall ersetzt), vorderer Bremszug, Sitzbespannung mit Zurrgurt (neu), hinteres Schutzblech, Tasche auf dem Gepäckräger, Beleuchtung.

2. Motor? Okay, Motor!

Ein dampfgetriebenes Motorrad

Macht Dampf, vielleicht fährt es sogar; vielleicht – Bild: Facebook/Fabulous Weird Trotters

3. Platz zum Fahren

Und damit das Ganze auch lohnt, eine gute Nachricht aus der Gladbacher Innenstadt: Die testweise Freigabe des mittleren Teils der Fußgängerzonen-Hindenburgstraße für Radfahrer wird zur Dauerlösung. Fehlt nur noch der obere Teil mit dem Hang. Das kriegen wir auch noch hin!

4. Schiefes Obst für alle!

Mit Penny nimmt erstmals eine größere Supermarktkette krummes Gemüse ins Angebot.

5. Englischere Vorgärten für alle!

Perfektion! - Bild: Fancy

Perfektion! – Bild: Fancy


Fancy findet eure Vorgärten nicht britisch genug. Da haben sie wahrscheinlich Recht.


Freitägliche Fünf 22.01.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche Braille, Medizin ohne Tierversuche und viel mit Fahrrädern.

1. Braille-eBook-Display

(Screenshot aus dem Youtube-Video unten)

(Screenshot aus dem Youtube-Video unten)

Keine Ahnung, warum es so lange dauert, ein Braille-Display für eBooks auf den Markt zu bringen, aber hier ist mal wieder ein Versuch. Ich hoffe sehr, dass das Gerät Erfolg hat, eBook-Reader für Braille sind ein großer Fortschritt für blinde und sehbehinderte Menschen: Jedes als eBook verfügbare Buch kostenneutral auch in Braille!
Die Entwickler erklären das Konzept und seine Vorteile hier:

2. Ein Buck

So nenn ich das hier mal. Just, wenn man glaubt, alles gesehen zu haben, kommt ein Quadricycle mit Auflieger daher. Fährt in Dänemark für den Fahrradkurierdienst Pling aus.

Achtung, Schwertransport! - Bild: Pling

Achtung, Schwertransport! – Bild: Pling

3. Apropos

Keine Ahnung, wo das herkommt, aber ich mag's

Keine Ahnung, wo das herkommt, aber ich mag’s

4. CERST

Die Uni Düsseldorf beherbergt seit dieser Woche das CERST – Centrum für Ersatzmethoden zum Tierversuch. Hier sollen neue Forschungsmethoden ergründet werden, die es einfacher machen, auf Tierversuche zu verzichten. Denn egal, was manche Gruppen erzählen, leider sind Tierversuche noch nicht vollständig vermeidbar, einfach weil wir nicht genug über den Körper wissen um nur aus Simulationen und Laborversuchen an Zellkulturen sicherstellen zu können, ob ein Mittel nicht eher schadet als nutzt.

5. Kofferraum

Im Moment ist es mir schlichtweg zu kalt, im Hof am Liegerad zu basteln, aber gestern kam mein „Kofferraum“ und den hab ich dann schnell mal angeflanscht. Hier ein Vorher-Nachher:

Gepäckspinne gegen Tasche - Tasche sieht auf jeden Fall besser aus

Gepäckspinne gegen Tasche – Tasche sieht auf jeden Fall besser aus

Der angebaute Gepäckträger des Rades ist leider wenig brauchbar, also musste eine andere Lösung her. Für eine Klemmfeder ist kein Platz, Seitentaschen wollte ich wegen dem Luftwiderstand vermeiden, also sollte es eine Tasche sein, die im Windschatten des Fahrers auf dem Gepäckträger aufsitzt. Diese Tasche habe ich relativ günstig bei Banggood gefunden, als ich eine Lichtanlage mit Blinker und Bremslicht bestellt habe (nich unterwegs) und dann kurzerhand mitgeordert. Im Nachhinein muss ich sagen, ich hätte ruhig die etwas größere Version nehmen können. Naja, Versuch macht kluch, nech?
Dennoch ist das deutlich besser als die provisorische Lösung mit der Gepäckspinne. Die Seiten werden übrigens durch Platten aus geschäumtem Kunststoff abgedeckt, weniger zur Aerodynamik denn als Werbeträger – je auf einer Seite für MG Nachhaltig und für meine Bücher.
Aktueller Inhalt der Tasche ist übrigens der Gurt, mit dem der Sitz bespannt werden wird, sobald die Temperaturen wieder zweistellig werden. Nein, ich manövrier das Rad nicht durch den Flur, nur um das drinnen im Warmen machen zu können. Ich hab schließlich keinen Grund zu übertriebener Eile.


Neun zum Neunten – 09.01.2016

Üblicherweise gibt es am Freitag hier im Blog ja die Freitäglichen Fünf. Das wird auch so bleiben. Aber zum Jahreswechsel mit den dazugehörigen Beiträgen ist das alles etwas durcheinander gekommen. Also gibt es diesmal nach der ersten vollen Woche des Jahres die Neun zum Neunten und ab nächste Woche wieder die Freitäglichen Fünf.
Ansonsten gilt wie immer: „Die fünf neun Dinge, die mich in dieser Zeit gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.“

1. To-Do-Liste

Ich präsentiere: Die Zukunft von vorletzter Woche

Ich präsentiere: Die Zukunft von vorvorletzter Woche

Die Sache mit der To-Do-Liste funktioniert hervorragend. Diese Woche konnte ich alle eingeplanten Punkte abhaken und dabei produktiver werden als seit langem. Wer dieses Blog und//oder mein Twitter verfolgt, kann das praktisch beobachten: Das englische Blog ist von hier verlinkt (und umgekehrt) und hat ein an das deutsche angepasstes Design, es gibt endlich wieder neue Inhalte bei MG Nachhaltig, eine überarbeitete zweite Auflage von Schwarzer Schwinge ist fertig (aktualisiert wegen der Entdeckung von Yi qi 2015), ebenso eine ePub-Version für Leser mit anderen Geräten als Kindle, es gibt einen Entwurf für die Präsentation meiner Audiobücher auf Youtube (eine Änderung kommt noch nach, dank des Feedbacks von John Osinski) und auch bei den restlichen Bänden der Meilensteine der Evolution tut sich endlich wieder etwas, nachdem ich die lange liegen gelassen habe (genauer bei Giftigen Grundes).
Das sind nur die Sachen, die man von aussen mitbekommt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Vorhaben und kann jedem nur empfehlen: Nutzt To-Do-Listen! Ziele, Deadlines, Druck, hat bei mir alles nichts geholfen gegen Prokrastination (Die oft empfohlenen Deadlines verschlimmern das Problem bei mir sogar), die Listen machten das mühelos.
Den Rat gibt es hier kostenlos. Ich werde nicht neben den ganzen anderen Sachen auch noch einen Ratgeber gegen Prokrastination schreiben. Davon gibt es schon etliche und für mich wäre das kontraproduktiv, wieder wie letztes Jahr wild verteilt neue Projekte anzufangen.

2. Fürchtet den Besen!

Da ich dennoch heute mal Freizeit hatte, kann ich verkünden: Assassin’s Creed II ist ein noch mal deutlich lustigeres Spiel, wenn man einen Besen als Standardwaffe einsetzt. Einfach einen Typen anrempeln, der die Straße kehrt und dann den Besen aufheben.
Ja, ich weiss.

3.RS1

RS1 - BIld: RVR/Schulte

RS1 – BIld: RVR/Schulte

Das erste Stück des Radschnellweges im Ruhrgebiet wurde Ende Dezember eröffnet. Ich denke, das spricht für sich selbst.
Ich hoffe weiterhin auf eine Weiterführung in die Niederlande über Mönchengladbach.

4. Lemmium (und Punke)

Ich muss ehrlich sagen, wahrscheinlich weil ich zu jung bin, kann ich mit Lemy Kilmister und Motörhead wenig anfangen. Aber wisst ihr was: Die Idee, dieser Petition, ein neues Schwermetall Lemmium zu nennen, ist trotzdem cool.
Ich glaube zwar, Motörhead sind Punk, aber egal, eine chemische Gruppe namens Punke gibt es halt nicht. Leider. Hey, Chemiker: Sollte je eine chemische gruppe mit komplett neuen Eigenschaften auftauchen, nennen wir sie Punke, okay?!

5. Bushaltestellen mit elektronischer Tinte

London geht einen neuen Weg, um seine digitale Anzeige an den Bushaltestellen mit so wenig Strom wie möglich zu betreiben: Die Bushaltestellen werden mit Tafeln aus ePaper bestückt, das über Solarzellen mit Strom versorgt wird.
Das Besondere an elektronischem Papier, wie es schwarz-weisse eBook-Lesegeräte verwenden ist, dass es keinen Strom benötigt, um ein Bild anzuzeigen. Strom wird nur benötigt, um mit einem gesteuerten Stromstoß die einzelnen Bildpunkte zwischen weiss und schwarz wechseln zu lassen, wodurch man umblättert bzw. die Anzeige verändert. Für diese Technologie gibt es mit Sicherheit noch andere Einsatzmöglichkeiten. Das ist ein guter und logischer Anfang.

Ökoverbund, einen Schritt weiter -  Bild: BBC

Ökoverbund, einen Schritt weiter – Bild: BBC

6. Well played, Amazon

Geld aus der Pegida-„Hymne“ geht von Amazon an die Flüchtlingshilfe. Naja, ging, der Artikel ist bei Amazon inzwischen nicht mehr vorhanden.
Übrigens, ein MP3-Ergebnis beim Schlagwort „Pegida“ auf Amazon ist ein Lied namens Raus aus dem Reichstag von Xavier KeinRechterTrottel Naidoo. Aber ich bin ja für positive Nachrichten hier, also lassen wir das.

7. Hihi

Dank an die City-Logistik Aachen für dieses schöne Bild auf Facebook:

Originalkommentar dazu: „Können wir auch“

Originalkommentar dazu: „Können wir auch“

8. Daft Capella


Ja, der originale Pentatonix-Hype ist damals ein bisschen an mir vorbeigegangen. Ich hol das jetzt nach.

9. Spekulatius-Creme

Das hier ist etwas, was existiert. Nutoka, deine Tage sind vorbei, es ist ein neuer Brotaufstrich in Town. Sogar ein veganer, was bei mir, obwohl selbst kein Veganer, ein willkommener Bonus ist. Und jedes meiner Brötchen hat jetzt 3 Kilokalorien weniger. Drei!

Creme mit Spekulatiusgeschmack. Und Stücken! - Bild hier geklaut, weil ich grade zu faul bin, schnell ein Foto zu machen

Creme mit Spekulatiusgeschmack. Und Stücken! – Bild hier geklaut, weil ich grade zu faul bin, schnell ein Foto zu machen


Projekt Rana 0.3.0

Aufwand
bis 20.12.15

Grashüpf0r
245 €
Schwalben-schwanz
79 €
Bachforelle
60 €
Helferlein
0 €
Recherche
10 €
Zeit
0h 15m

Fünf Monate sind ins Land gegangen, in denen sich am Projekt Rana nichts mehr getan hat. Wenigstens nichts groß berichtenswertes. Gespräche, Recherchen und Tests haben mich in der Zwischenzeit zu der Erkenntnis gebracht, dass die Hecklenkung des Rana Schwalbenschwanz zwar möglich, aber zum Fahren aus verschiedenen Gründen wenig brauchbar ist. Die Lenkung über Schaltung/Bremsen der Vorderräder wie bei der Rana Bachforelle angedacht funktioniert hingegen nur bedingt — Bremssteuerung geht, Schaltsteuerung geht nicht (das niedriger geschaltete Rad wird im Gesamtkonstrukt mitgetrieben), womit das ganze bergauf quasi unbrauchbar wird.
Die einzige Lösung, um beim Konzept eines frontgesteuerten Dreirad zu bleiben wäre gewesen, Kardangelenke einzubauen, um sowohl Steuerung als auch Antrieb auf die Vorderachse legen zu können. Das ist möglich, aber zum einen recht komplex, zum anderen bringen diese Gelenke ordentlich Reibungsverluste in den Antrieb. Dennoch, als Gedankenspiel ganz interessant.

ebay zur Rettung!

Nun begab es sich, dass mein Vater mich bat, mal nach einem neuen Dreirad für meine Mutter Ausschau zu halten. Ihr wisst schon, diese Deltas mit klassischem Aufrecht-Sitz und Korb für Einkäufe hinten dran. Meine Mutter hat vor Jahren ihren Ford Fiesta gegen so ein Gefährt eingetauscht. Das brachte mich zu ebay zurück und prompt verpasste ich das Höchstgebot bei einer Auktion für ein Liegedreirad, doch meine Jagdlust war geweckt.
Ende November funktionierte es dann: Für knapp über 200 € schoss ich ein Liegerad. Naja, mehr oder weniger den Rumpf eines Liegerades. Aber immerhin fahrtüchtig und damit deutlich günstiger als jeder Erwerb eines neuen und sogar jener der meisten gebrauchten Exemplare. Gut, es hatte nur zwei Räder, aber hey, niemand ist perfekt.
Seitdem habe ich zunächst Kleinkram angebracht: Licht, Rückspiegel und eine Gepäckspinne als Provisorium am Gepäckträger. Womit es jetzt immerhin auch auf der Straße fahren darf (naja, fast, ein Bremskabel muss noch erneuert werden). Danach folgen die optisch auffälligeren, aber verkehrsrechtlich weniger relevanten Änderungen: Korrekte Längeneinstellung des Tretlagers (aktuell zu weit vorne für meine Beine) einschließlich entsprechender Kürzung der Kette sowie Bespannung des Sitzrahmens. Und danach gibt es dann rein optionale Änderungen, allen voran eine Alu- statt Stahlgabel für das Vorderrad (beginnt ohnehin stellenweise zu rosten). Dazwischen will ich auch noch eine zentral gesteuerte Beleuchtung einbauen, mit Schaltern und Kontrollleuchten, damit ich zum Einschalten der Beleuchtung nicht absteigen muss und immer im Blick habe, ob z.B. das Rücklicht noch Saft hat.

Finde den Unterschied!

Finde den Unterschied!

Velomobiles Potenzial des Grashüpf0r

Ungeachtete der Einspurigkeit des Fahrzeugs hat der Grashüpf0r einige Eigenschaften, die ich mir für die beiden mehrspurigen Rana-Entwürfe gewünscht hatte: Das Antriebsrad hat 28 ″ und die Steuerräder haben 20″, auch wenn sie jetzt die Positionen und Anzahl getauscht haben. Das aber wäre ohnehin die Konsequenz aus dem Wechsel auf Hinterradantrieb mit Vorderradlenkung.
Die Sitzhöhe entspricht mit 60 cm ziemlich genau dem Ansinnen, einen Sitz in der selben Höhe wie ein Auto zu haben. Tretlage rund Sitzfläche sind auf selber Höhe, was sehr angenehm ist — ein Aspekt, den ich bei den Dreirädern gar nicht im Blick hatte. Der fest in den Rahmen verbaute Gepäckträger ist eine hervorragende Basis für einen Kofferraum wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Alles, was fehlt, ist im Grunde die Halterung für die Vorderräder. Da diese nun nicht mehr angetrieben sind, ist eine Achse überflüssig, nur eine Lenkstange (mit ein paar Gelenken) muss zwischen den Rädern laufen. Ich kann diese mit Standardkomponenten umsetzen, etwa indem ich die Rahmen von zwei identischen 20″-Kinderrädern zweckentfremde.
Ob ich diesen Plan durchführe, werde ich anhand meiner Fahrerfahrungen entscheiden.
Jetzt gibt es zunächst einiges an Erfahrungen zu sammeln. Ist die Sitzhöhe für den Straßenverkehr wirklich so günstig, wie ich glaube? Wie gut fährt sich das Ganze bergauf? Wie schnell gewöhnen sich meine Beine an die andere Art zu treten (horizontal statt abwärts)? Ist die halb liegende Position auf langen Strecken so angenehm, wie ich hoffe? Welche Fragen finde ich heraus, von denen ich noch gar nichts ahne?
Immerhin kann ich schon sagen, die Lenkung mit starrer Nase und die Nutzung eines Rückspiegels sind Dinge, an die ich mich schnell gewöhnen konnte. Mangels Automobilerfahrung waren das für mich komplett unbekannte Elemente des Fahrens mehrspuriger Fahrzeuge.

Stand

Die Frage ist aktuell natürlich, welche der bereits vorhandenen Teile jetzt weiter verwendet werden können. Die Anhängerkupplungen kann ich hier wohl vergessen, da sie beide an Rahmenteilen ansetzen, die bei diesem Gefährt schlichtweg nicht vorhanden sind. Die Griffüberzüge haben sich mit der Drehgriffschaltung des aktuellen Rades ebenfalls erledigt. Wandert also in die Ersatzteilkiste und wird vielleicht nochmal rausgeholt, wenn ich die Idee mit dem vorn gesteuerten und angetriebenen Dreirad wieder rausholen sollte — interessant wäre das allemal.
Der 20″-Kinderrahmen dagegen ist möglicherweise noch brauchbar: Zwei davon könnten bei einem zukünftigen Umbau zum Dreirad zum Ausleger werden, der die Radaufhängungen trägt, was auch hieße, dass ich dann zwecks Symmetrie einen zweiten, identischen Rahmen benötige. Der sollte beschaffbar sein, der Rahmen war ja aktuelle Neuware. Die Schläuche sind direkt weiter verwendbar, da das Triebrad ja wie von Anfang an geplant einen Größe von 28″ aufweist.

Ich brauche einen größeren Ordner

Letzter Stand der Komponenten, zur Erinnerung. Nicht im Bild: Ein Kinderradrahmen.

Hi-Tech! (redundante Teile, die nicht verbaut werden, nicht im Bild)

Hi-Tech! (redundante Teile, die nicht verbaut werden, nicht im Bild)

Davon ab ist zum Kaufpreis des Liegerads von 225 € noch jener für die zusätzlichen Teile zu zählen. Das wären beim jetzigen Stand das Rücklicht (3,50 €), eine Gepäckspinne als provisorischer Gepäckträger (1,50 €), ein Rückspiegel (2,50 €), ein Scheinwerfer (1,50 €) sowie einige Elektronikbauteile für die zukünftige Lichtanlage (bisher 10 €). Einen zweiten Scheinwerfer hatte ich noch rumliegen, ich konnte also sowohl am Lenker wie auch am Ausleger einen Scheinwerfer anbringen, was ich bei einem Gefährt dieser Form als notwendig erachte (frontale Sichtbarkeit sowie Sichtbarkeit der Fahrzeuglänge).
Beim Preis nicht mitgezählt habe ich mal eine Matte weisses Mossgummi (149 €, kam aber mit einem kostenlosen Tablet-Computer, was ich fehr finde) und eine Packung Rocher (3,50 €, war aber mit Rochers gefüllt), beides ebenfalls Bauteile der Beleuchtungsanlage. Was es damit auf sich hat? Nächstes Mal!


Zweiwöchige Zehn 11.12.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche zu den Zweiwöchigen Zehn verdoppelt, da ich letzte Woche keine Freitäglichen Fünf veröffentlicht habe. Der Grund ist einfach: Ich habe letzte Woche keine fünf Punkte zusammenbekommen, bei drei war Schluss. Nein, die Woche war nicht so furchtbar schlecht, ich hatte nur einfach so wenig Zeit, dass nicht genug Erlebnisse und Nachrichten zu mir durchdrangen, um die Liste zu füllen.

1. Fahrrad

Schon drei Folgen ohne Fahrrad in den Freitäglichen Fünf? Das muss ein Ende haben. Also habe ich meinen seltsam kommerzorientierten November 2015 mit einem neuen Fahrrad abgeschlossen, das ich am Dienstag in Bottrop abgeholt habe.

Ich nenne die Ausführung wahlweise "Nur die Harten kommen in'n Garten" oder "Sessel kommt noch drauf"

Ich nenne die Ausführung wahlweise „Nur die Harten kommen in’n Garten“ oder „Sessel kommt noch drauf“

Ich mag Liegeräder bis zu dem Punkt wo ich mich manchmal frage, warum es noch aufrecht gefahrene Räder gibt. Das hier ist quasi ein Übergang bis zu meinem Lieblingstypus mit drei Rädern und Verdeck gegen das Wetter. Der Punkt ist, dass so ein Radsattel bei längeren Touren doch unangenehm werden kann. Ich meine, ich fahre alle paar Wochen Strecken zwischen 50 und 60 Kilometern, da darf es dann auch ein gemütlicher Liegesitz sein. Gut, ausgerechnet der Sitz besteht hier nur aus dem Gerüst, aber das ist das geringste Problem und war mir vorher bekannt.
Das Rad ist ein offensichtlicher Eigenbau des Vor-Vorbesitzers. Der Rahmen ist 100% Alu, das ganze Rad wiegt mit einigen Stahlteile 21 kg, was nur 4 kg mehr sind als mein Alu-Mountainbike — für ein Liegerad ein sehr guter Wert, den die bessere Aerodynamik locker ausgleicht.
Ein bisschen ist noch zu tun, in erster Linie die Beleuchtung, dann fährt es schon. Die Fahrergröße lässt sich zum Glück einstellen, es ist auf jemanden mit etwa 10 cm längeren Beinen eingestellt. Die Kette muss dann entsprechend gekürzt werden, ist aber eh etwas schlaff.
Und dann kommt optionaler Kram, den ich später noch einsetzen kann. Blinker, weil ich fürchte, dass Autofahrer den ausgestreckten Arm bei der niedrigeren Sitzposition leichter übersehen, schließlich leuchtet mein Arm nicht, es sei denn vorher fliegt ein belgisches oder niederländisches AKW in die Luft. Ein Rückspiegel, da es bei der Sitzposition nicht ganz so einfach ist, den Kopf zu drehen. Radgabel vorne aus Alu statt Stahl. Hinterrad vielleicht 26″ Mountainbike statt 28″ Hollandrad, einfach weil ich es mehr gewohnt bin, dass mein Antriebsrad eine veritable Baggerschaufel ist.
Mein Mountainbike bleibt für Kurzstrecken und als Zugpferd für den Anhänger im Einsatz, wann immer entsprechende Lasten zu transportieren sind. Die Hängerkupplung lässt sich an diesem Rad nirgends befestigen.

2. Haselmaus

Die Haselmaus ergänzt die Liste der Tierarten, die ich dieses Jahr zum ersten Mal (bewusst) in freier Natur gesehen habe. Sie stößt damit zu der illustren Gruppe von Balkenschröter, Eisvogel und Goldglänzendem Rosenkäfer.

3. Musikeinlage

4. Raumschürfrechte

Die internationale Gesetzgebung hat für ausserhalb der Erde seltsame Regeln. Vor allem kann kein Staat Besitz an einem Himmelskörper oder Teilen davon beanspruchen, was einfach nur seltsam ist. Sicher, im Kalten Krieg war das verständlich, aber so wird es halt extrem erschwert, irgendwie ins All zu kommen. Und ganz im Ernst: Ich halte es nicht für die schlechteste Idee, die Menschheit langfristig von der Erde unabhängig zu machen.
Daher bin ich sehr gespannt, wie die Entwicklung ausgeht, dass verschiedene Staaten, zuletzt die USA, Gesetze über Schürfrechte im All erlassen haben. Mittelfristig war das unvermeidbar, da die Begehrlichkeiten nicht ungeregelt den Märkten überlassen werden können.

5. Gladbacher Bilder

Ich war zuletzt von dem Imagefilm der Stadt alles andere als begeistert.
Dass es auch deutlich besser geht zeigt in einem anderen Medium der Bildband Mönchengladbach — Deine Kontraste. Die Bilder sind nicht nur gut, sondern vermitteln auch ein gutes Gesamtbild der Stadt. Manchmal deutlich sauberer, als diese wirklich ist (eh klar), alles ungeordnet, aber auf alle Fälle in sehr vielen Facetten.
Und das Beste: Es ist ein Crowdsourcing-Projekt, sprich die Fotos stammen nicht von einer Agentur, sondern von Bürgern der Stadt. Natürlich tauchen da auch einige professionelle Fotografen aus dem Ort auf und manche Namen sind erheblich überrepräsentiert während andere gar nicht auftauchen, dennoch ist die Mischung insgesamt von den Motiven her durchaus gesund.

6. Uhu

Dialektabhängig auch bekannt als Pattexeule (Bild: M. Brungs/Bioland Brungs)

Dialektabhängig auch bekannt als Pattexeule (Bild: M. Brungs/Bioland Brungs)

Beim Biohof Brungs ist ein Uhu aufgetaucht. Uhus sind cool. Und ziemlich selten geworden, daher freut es mich sehr, dass im Stadtgebiet ein Uhu aufgetaucht ist.

7. Fußball

Hier ist ein Umrechner, der diverse Flächeneinheiten in Fußballfelder umrechnet. Die einzige Verwendung, die ich persönlich für Fußballfelder habe.

8. Landesradwege

Das Land NRW führt eine neue Straßenkategorie für Landesradwege ein. Das hat deutlich weniger praktische Folgen, als die meisten zu glauben scheinen und ist größtenteils eine reine Formalie, erleichtert aber in Zukunft den Bau und Ausbau überregionaler Radwege, während es gleichzeitig den Rückbau erschwert.

9. Entdrucker

Keine Ahnung, ob das wirtschaftlich ist und ich selbst benutze so gut wie kein Papier mehr, aber die Idee ist klasse: Ein Gerät, das den Aufdruck von laserbedrucktem Papier entfernt und das Papier so erneut verwendbar macht.

10. Autarkes Hausboot

Traumhaus (Bild: Fraunhofer-Institut)

Traumhaus (Bild: Fraunhofer-Institut)

Das Fraunhofer-Institut hat das sehr interessante Konzept eines modernen autarken Hausbootes vorgestellt.
Interessant finde ich daran vor allem, dass sich viele der verwendeten Techniken durchaus auch an Land anwenden lassen. Beispielsweise der Heizspeicher, der technisch gesehen ein überdimensionierter Taschenwärmer ist, oder die Kühlung über eine begrünte Gebäudeseite, an der Wasser verdunstet wird.


Velotäre Weltrettung

Ich sage ja immer wieder, alle Menschen (die können), sollten Fahrrad fahren, das Fahrrad sollte (neben der Fortbewegung zu Fuß) das primäre Fortbewegungsmittel in den Innenstädten sein. Wenn es allein darum ginge, hier gäbe es heute nichts interessantes zu lesen.
Nein, es geht hier darum, dass Fahrradfahren die Welt noch viel weitreichender zu retten hilft, als selbst die meisten Radfahrer glauben. Aber erst mal ein Bildchen meines vollen Transportgespanns, damit die Linkvorschau in den sozialen Netzwerken was zu kucken hat, danach dann Butter bei die Fische.

Denkt euch am Fahrer noch einen Rucksack dazu. Sollte reichen. (Nein, der Autoanhänger hinter dem Rad gehört nicht dazu)

Denkt euch am Fahrer noch einen Rucksack dazu. Sollte reichen. (Nein, der Autoanhänger hinter dem Rad gehört nicht dazu)


So, zur Butter: Offensichtlich ist, dass jeder den Kraftfahrzeugen abgeluchster Fahrtenkilometer dabei hilft, weniger Treibstoff zu verbrauchen. Der Fokus hierbei ist Erdöl, da seine Verbrennung die Erdatmosphäre mit zusätzlichem CO2 und weiteren Gasen anreichert, die aus fossilen Lagern stammen. Das auch im Unterschied zu Atmung und der Verbrennung von Treibstoffen aus organischer Quelle, die nur CO2 entlassen, das seinerseits aus der gegenwärtigen Atmosphäre stammt und somit das Gleichgewicht der Gase nicht verändern. Etwas, was auch viele nicht verstehen und dann meinen, Radfahrer erzeugten ebenfalls zusätzliches CO2, aber das ist hier nicht der Punkt.
Der Punkt ist das politische Gewicht von Öl.

Shell, Arabien und der Klimawandel

Der Klimawandel ist eine praktisch unbestrittene Tatsache. Die menschliche Verantwortung für den Klimawandel ist eine sehr gut belegte und von einer großen Mehrheit der Forscher bestätigte Beobachtung. Der Hauptbeleg dafür ist, dass die natürlichen Ursachen von Klimaschwankungen diese zwar sehr gut erklären können — aber plötzlich ab etwa 1950 versagen.
Das eine Problem ist, dass die wenigen „skeptischen Forscher“ in ihrer Lautstärke erheblich aufgedreht werden, da der Klimawandel für jene, die ihn verursachen, natürlich ein gutes Geschäft ist. So fallen sie etwa regelmäßig dadurch auf, mit Millionenbeträgen von diversen Ölkonzernen „gefördert“ zu werden, was für eine Bewegung wie die Klimawandelskeptiker, die der Gegenseite regelmäßig Manipulation und wirtschaftliche Interessen vorwerfen, eigentlich bis hin zu Selbstauflösung peinlich sein müsste, von diesen aber regelmäßig ignoriert wird, weil es ihnen nicht in den Kram passt.
Das andere ist, darauf weist zur Zeit etwa Hermann Ott hin, der politische Einfluss der Erdöl exportierenden Staaten. Er nennt vor allem Saudi-Arabien, aber auch die Macht der USA basiert auf dem Öl, jene der Sowjetunion stand im engen Zusammenhang mit den längst versiegten Ölquellen in ihrem Süden und auch das heutige Russland lebt von seinen mit den einstigen Ölvorkommen geologisch zusammenhängenden Gasexporten.
Das bedeutet, dass die Erdölwirtschaft neben ihren direkten Folgen für das Klima auch erhebliche Folgen für den Kampf gegen den Klimawandel hat. Jedes wirksame Vorgehen gegen die Emission klimawirksamer Gase wird vom Zweiklang aus Ölkonzernen und Ölstaaten massiv wirtschaftlich wie politisch behindert. Und das macht das Problem natürlich nur noch schlimmer. So wird es kein wirksames internationales Abkommen zur Reduktion des Ausstoßes von Klimagasen geben, denn selbst wenn die „Dealer&ldequo; nicht mit am Tisch säßen, wäre ihr politischer Einfluss auf den Rest der Welt doch so groß, dass sie alles blockieren können.

Und deshalb ist das Fahrrad wichtig: Es läuft ohne Öl. Ein großer gesellschaftlicher Umstieg auf das Rad entzieht den Konzernen und Scheichs Geld. Jeder Cent zählt, denn letztlich besteht jedes noch so große Vermögen nur aus einer großen Menge Cents. Es geht nicht darum, ob einer etwas bewirken kann. Es geht darum, wie viele mitmachen.

ISIS, Al Qaida und der Petrodollar

Wenn es um den internationalen Terror geht, insbesondere den islamistischen, fallen weltweit zwei Staaten als große Geldgeber des Terrors auf. Da sind zum einen, in Eurasien vor allem als Erbe des Kalten Krieges, die USA, zum anderen die ebenso wirtschaftlich wie religiös motivierte saudische Königsfamilie und ihre Günstlinge.
Da hätten wir die Taliban und al Qaida, die zeitweise von beiden finanziert wurden, Boko Haram als Freunde der Saudis und ganz eklatant und aktuell ISIS/ISIL, die sowohl auf arabisches Geld als auch auf eigene Ölexporte setzen können. Der Independent geht durchaus begründet davon aus, dass Saudi-Arabien der „eigentliche Feind des Westens sei.

They pour money into Islamist organisations and operations, promote punishing doctrines that subjugate women and children, and damn liberal values and democracy. They are pursuing a cruel bombing campaign in Yemen that has left thousands of civilians dead and many more in dire straits.

Und auch dieses Geld stammt im Falle Arabiens aus dem Öl.
Deshalb kann man durchaus zugespitzt sagen, wie ich es gestern als Teaser für diesen Text auf Twitter tat:

Unsere beste Waffe gegen ISIS ist übrigens das Fahrrad, weil man damit den Geldgebern des Terrors Einkünfte aus dem Ölexport verweigern kann

Denn, ganz ehrlich, eine andere Antwort auf den Terror haben wir nicht. Krieg ist ein sehr unpräzises Mittel, auch wenn ich ihn gegen ISIS durchaus als gerechtfertigt sähe. Er brächte aber nur eine vorübergehende Lösung, da er den Terror nicht in seiner Existenz als Struktur angreift. Das ist ein wichtiger Unterschied etwa zur Entnazifizierung, da die Macht der Nazis an die militärische und polizeiliche Macht des Deutschen Reiches als Staat gekoppelt war. ISIS hingegen ist nicht gewählt, nicht heimisch, sie treten auch in den kontrollierten Gebieten als Besatzungsmacht ohne Heimatland auf, ihre Machtbasis liegt bei ihnen selbst, ganz gleich, wie kaputt der Staat um sie herum ist. Identisch ist aber immer noch folgendes: Den Terror stoppen kann nur der Machtentzug. Und die Macht von ISIS speist sich aus den Mitteln, für die sie ihr Geld einsetzen.
Das ist somit unsere größte Waffe gegen ISIS und Konsorten: Ihnen und ihren Unterstützern die wirtschaftliche Existenzgrundlage entziehen. Und das geht am besten mit dem Fahrrad. Mit einem Westen, noch über seine Autos Hauptgeldgeber des Terrors, in dem eine Milliarde Fahrräder den täglichen Nahverkehr erledigen und in dem Kraftfahrzeuge nur noch für Transporte und Fernverkehr eingesetzt werden. Genug, dass die Menschen in Arabien leben können aber nicht genug, um täglich Milliarden in den Terror pumpen zu können.
Es ist das einzige, was mir gegen den Terror einfällt, was wirkt.
Europa hat eine halbe Milliarde Einwohner. Einwohner mit einem absolut überdurchschnittlichen Verbrauch an Erdölprodukten. Das sollten genug sein, um einen solchen Erdölausstieg zu einem empfindlichen Schlag zu machen.

Bei-Spiel: Elektromobilität

Erwähnt werden sollte noch die Rolle der Elektromobilität in dieser ganzen Geschichte. Ich bin selber nicht unbedingt ein Freund undurchdachter Umsetzung der Elektromobilisierung des Kraftverkehrs. Man kann den Ressourcenverbrauch für die Batterien ebenso kritisieren wie die bloße Verlagerung des Klimaproblems vom Fahrzeug selbst zu den Kraftwerken, die den Strom für ihren Betrieb erzeugen. Man muss sogar kritisieren, dass sie neben dem Treibstoffproblem keines der durch Automobile verursachten Probleme (etwa gestiegene Gefährlichkeit des Straßenverkehrs, Platzverbrauch und Bewegungsmangel für die Nutzer) zu lösen im Stande sind.
Aber: In gewissem Umfang sind Kraftfahrzeuge einfach notwendig, um unseren Lebensstil halbwegs so zu halten, wie er ist. Und das müssen wir, denn alles andere ist schlicht und ergreifend nicht durchsetzbar.
Kein anderer alltagstauglicher Antrieb ist so neutral der Herkunft der Energie gegenüber wie der Elektromotor, gleich welcher Bauart. Wollen wir die Wirtschaft auf erneuerbare Energien umstellen, geht das nur mit Elektromotoren in vernünftigem Maße, denn die anderen Optionen (also hauptsächlich Treibstoffe vom Feld) sidn alle weder praktisch noch in irgendeiner Weise umweltverträglich, wenn man sie im nötigen Umfang umsetzt.
Und deshalb ist die Elektromobilität notwendig: Nicht als Teil der Abkunft von fossiler Energie, sondern als alternativlose Vorbedingung dieser. Ohne Elektromotoren keine vollständige Energiewende mit allen Folgen nicht nur für das Klima, sondern eben auch für die globalen Machtstrukturen.


Freitägliche Fünf 06.11.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche wieder eine selbst für diese Reihe ungewöhnlich klimafreundliche Ausgabe plus Gebärdensprachendolmetscher.

1. Fossilfreies Münster

Kreuzfeier - Bild: Fossil Free Deutschland

Kreuzfeier – Bild: Fossil Free Deutschland


Nein, das Geologisch-Paläontologische Museum Münster wird nicht geschlossen, keine Angst. Immerhin liegt da der größte Ammonit der Welt, sowas macht man nicht zu.
Hier geht es um fossile Brennstoffe: Münster hat als erste Stadt in Deutschland entschieden, keine weiteren Gelder in Kohle, Öl udn Gas zu investieren und zieht ihre bisherigen Investitionen zurück beziehungsweise verkauft diese. Diese Investitionen, die in den letzten Jahren als Verlustgeschäfte zunehmend zu einem Problem für viele Städte vor allem im Ruhrgebiet werden, sind eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine für den Weiterbetrieb insbesondere von Kohlekraftwerken.

2. Simax

Simax ist ein in der Entwicklung befindlicher virtueller Gebärdesprachenübersetzer. Die Software wird mit einem Text gefüttert, setzt diesen in die jeweilige Gebärdensprache um und das Ergebnis wird dann noch ein Mal von einem Gebärdendolmetscher geprüft.
Ganz ehrlich: In der aktuellen Phase ist mir der Nutzen noch nicht so wirklich klar. Gehörlose haben ja weniger mit Text als mit Sprechsprache Probleme. Aber vielleicht kommt das in der nächsten Phase? Das Projekt hat jedenfalls noch einen langen Weg vor sich, Maschinenübersetzung ist immer eine anspruchsvolle Aufgabe, die noch keine Software gemeistert hat und die auf absehbare Zeit eine Krücke bleiben wird. Aber besser mit als ohne Krücke.

3. Radabstellen im Flur

Das ist ja gar kein richtiges Fahrrad, da fehlen ca. 2 kg Dreck! - Bild: Manuel Rossel

Das ist ja gar kein richtiges Fahrrad, da fehlen ca. 2 kg Dreck! – Bild: Manuel Rossel


Aus Chile stammt diese Idee von Fahrradabstellmöbeln für kleine (Designer-)Wohnungen. Designer Manuel Rossel hat eine ganze Kollektion dieser Möbel entwickelt, das da oben ist mein Lieblingsstück. Einfach, weil es das alltagstauglichste ist.
Natürlich sind die alle unrealistisch sauber und rechnen ihre Preise in nahezu astronomischen Einheiten (Das Teil da? US$ 191.000, runtergesetzt von 239.000), aber ich sehe das mehr als Inspiration für alle, die selber sowas basteln möchten. Halt in weniger hübsch und sauber, dafür mehr praktisch (mein Deutsch war vorhin auch noch irgendwie besser). Die Idee, Schuhregal und Fahrradständer zu kombinieren ist ja nun nicht grade die schlechteste.

4. Chia und Quinoa aus der Region

Die Tage gab es einen Artikel mit Sarah Wiener, der neben ein paar wahren Worten auch viel Blödsinn über vegane Ernährung enthielt. Der größte Quatsch war der Vorwurf, Veganer würden durch ihren Konsum von Quinoa und Chia-Samen das Weltklima stärker belasten als Allesesser, denn diese Pseudogetreide kämen aus Südamerika. Also anders als das vielgelobte argentinische Rind, das bekanntlich aus Straßburg stammt, welches im Mittelalter den Beinamen Argentina führte. Es wird dort auch nur mit bestem Alpensoja gefüttert. Klar. Nunja, was soll man vom Focus auch erwarten?
So oder so, das Problem könnte sich bald erledigt haben: In Stuttgart ist nun der Anbau von Quinoa gelungen, an Chia wird noch geforscht. Aufmerksamen Lesern wird auffallen, dass das nicht weit von den weltberühmten straßburger Rinderfarmen ist und somit nicht ganz so im klimatischen Hintertreffen liegen sollte. Der Anbau ist sogar in vielerlei Hinsicht sparsamer für Ressourcen wie Wasser und Stickstoff als Weizen.

5. Transparente Solarenergie

Durchsichtige Solarzellen werden ja immer mal wieder erfunden. Hier ist ein neues, recht vielversprechendes Projekt aus Michigan:


Freitägliche Fünf 07.08.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Und diesmal bewegen wir endlich was!

1. Zu Wasser: Wie wär’s mit einem hochseetauglichen Tretboot? Hier ist eins. Das kommt zwar auf gute 3.800 $, aber laut Umrechnung von Fancy sind das nur 3,48 €.
Leider vermute ich, dass mir der Verkäufer einen leicht anderen Wechselkurs berechnet. Schade, genau das richtige Boot für mich, um mal ein bisschen zwischen den Jachthäfen am Rhein rumzukurven.

Mit dem Fahrrad nach England? In die Pedale! (Bild: Fancy)

Mit dem Fahrrad nach England? In die Pedale! (Bild: Fancy)

2. Zu Lande: Da, endlich, das perfekte Auto für mich: Das Swincar aus Frankreich. So mach ich den Quatsch mit der Elektromobilität auch mit. Und ja, das gibt es für 1.000 € extra auch in straßentauglich.

Okay, man muss halt noch ein Dach schnitzen (Bild: Swincar)

Okay, man muss halt noch ein Dach schnitzen (Bild: Swincar)

3. Und in der Luft: Naja, fünf Zentimeter in der Luft, aber hey, Luft.

Wer sich mit Magnetismus auskennt, für den wird der Dampf verräterisch sein: Das Board enthält einen mit flüssigem Stickstoff gekühlten Supraleiter, der von im Boden befindlichen Magneten abgestoßen und so zum Schweben gebracht wird. Und deswegen ist der Supraleiter für Zimmertemperatur eine so wichtige Vision der Physik: Damit können wir Hoverboards bauen!
Okay und verlustfreien Stromtransport über gewaltige Entfernungen. Aber vor allem Hoverboards.

4. „Mimimi, wie willst du denn mit einem Fahrrad die Familie umherkutschieren?“ Bitteschön:

Alles nie ein Problem gewesen. Okay, teuer, aber Autos gibt es auch nicht grade am Kaugummiautomaten. Zumindest keine fahrbaren (Bild: Fancy)

Alles nie ein Problem gewesen. Okay, teuer, aber Autos gibt es auch nicht grade am Kaugummiautomaten.
Zumindest keine fahrbaren (Bild: Fancy)

5. Mal abseits von all den fahr-, flieg- und schwimmbaren Untersätzen: Es gibt eine Netzwerkseite für alle, die in MG Flüchtlingen helfen möchten. Sehr gute Initiative.