Sieben am Sonntag 16.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Normalerweise habe ich ja eine bis jetzt grade unsausgesprochene Regel, das ein Künstler in der Musik der Woche nur eine Erwähnung bekommt. Aber heute ist Ostern und da brauche ich ein Video mit einem Hoppelhäschen, also gibt es ein Metalcover von Psys Gangnam Style vom schwedischen Metalcoverversioneneinspieler Leo Moracchioli. Den gab es hier zuletzt Anfang März, damals mit Scatman.

Beschluss der Woche

Frankreich hat beschlossen, das Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland bei Freiburg abzuschalten. Zwar wird es mit Abschaltung 2018 nur durch ein anderes AKW ersetzt, aber wenigstens ist damit eines der beunruhigenderen Uralt-Kraftwerke vom Netz. Das AKW Fessenheim liegt derzeit ohnehin still und nun dürfen wir hoffen, dass es in seiner kurzen Restzeit nie wieder eingeschaltet wird.
So kann Frankreich zwar weiter lustig Atommüll produzieren, aber wenigstens fliegt er uns nicht mehr ganz so schnell um die Ohren.

Abschaltung der Woche

Nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich abgeschaltet ist seit dieser Woche dann auch Kopp Online. Die Seite, das Zentrum für rechte Verschwörungstheorien, besonders alberne Falschmeldungen und selbst für Esoteriker zu bescheuerten esoterischen Quatsch, wird fortan nicht mehr mit neuen Inhalten beliefert. Offenbar war selbst die Leserschaft dieses Mists nicht bereit, dafür auch noch Geld zu zahlen.
Das lässt hoffen, was die Zukunft der Verblödung angeht. Vielleicht lesen die Leute den Schrott tatsächlich nur hipstermäßig-ironisch. Das wäre schön.

Zubehör der Woche

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Aus Griechenland kommt eine etwas günstigere Alternative zum Wetterschutz des Velomobils: Der Regenschirmhalter fürs Fahrrad von Senz erscheint mir zwar ein wenig überbepreist, aber was weiss ich denn schon, schließlich habe ich ja noch nie einen Regenschirmhalter fürs Fahrrad gehabt. Oder gemacht. Okay, ich habe schonmal einen Sonnenschirmhalter fürs Fahrrad gemacht, aber dafür musste ich auch nur zwei Ringschellen mit zwei weiteren Ringschellen am Rahmen festmachen. Was vermutlich auch reichen würde. Hmm.
Okay, günstigerer Plan: Viererset Ringschellen gibt’s im 1-€-Shop, aber ich sag nicht,für wieviel.
Hilft zwar nicht gegen Chemtrails, aber da Kopp Online ja nicht mehr bespielt wird, gibt es die ja auch nicht mehr.

Elektromobile der Woche

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort - Bild: E.Go Mobile AG

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort – Bild: E.Go Mobile AG

Stuttgart und Wolfsburg fallen in Sachen Elektromobilität ja eher dadurch auf, komplett den Anschluss zu verpassen. Womit das Ende der deutschen Autoindustrie absehbar wäre, gäbe es da nicht die RWTH Aachen. Während der von dort stammende eScooter der Post überaus erfolgreich ist und bald auch in den Privatverkauf gehen könnte, nachdem die Post diese Woche den Bau eines zweiten Werkes ankündigte, rollt 2018 ein weiteres aachener Elektroauto auf die Straßen.
Der E.Go Life der neuen Firma E.Go MObile AG, dessen kleiner Bruder E.Go Kart übrigens als vierrädriges Fahrrad gefahren werden kann und vom Bau sehr leicht mit einem Dach versehen werden könne, lassen sich bald vorbestellen und sollen dann nächstes Jahr vom Band rollen. Mit 16.000 € ist er zwar ein ganzes Stück teurer als Renault Twizy, dafür liegt er aber vom Bautyp ohnehin eher auf dem Level eines Twingo.
Ich hoffe meine Versuche, so zu tun, als wüsste ich irgendwas von Autos, haben funktioniert.

Buch der Woche

felgenkillerIch hatte bereits erwähnt, dass es diese Woche einen neuen Krimi von Thomas M. Claßen gibt, der in einer fiktiven Großstadt am Niederrhein namens Grawenhorst spielt, welche verdächtig einer Großstadt am Niederrhein namens Mönchengladbach ähnelt und die gleich zu Beginn in einen Wald führt, der verdächtig dem Stadtwald ähnelt? Mal abgesehen von all den Dingen, die in einem Krimi ohnehin verdächtig sind, weil es sich schließlich um einen Krimi handelt?
Hatte ich schon? Na, dann ist ja gut.
Und trotzdem muss ich jetzt noch ein bisschen mehr schreiben, denn sonst sieht die Seite schief aus, weil das Bild links neben diesem Punkt mit dem Bild vom nächsten Punkt kollidiert und das dann seltsam aussieht. So ist das halt beim Schreiben in einem dynamischen Medium wie dem Internet und Fließtext in HTML. Manchmal muss man gezielt viel schreiben, um den Abstand zwischen Objekten sicherzustellen. Zumal ich ohnehin ein tägliches Schreibziel von 1.000 Wörtern habe und da es schon spät ist wäre es absolut töfte, wenn ich das noch mit diesem Blogbeitrag erreichen würde.
Jetzt sind es übrigens 917 Wörter mit dem Teiltext, der gleich noch kommt. Das ist schonmal nicht schlecht, aber die Bilder sind noch nicht ganz getrennt.
Na gut, ich hätte auch einfach das Bild verkleinern können, aber man muss ja nicht immer den einfachen Weg gehen. Es klappt ja auch so und jetzt ist es vollbracht.
Das Buch hatte ich schon erwähnt, nicht? Gut. Felgenkiller. Gibt’s im Buchhandel. Und bei Amazon. Unter anderem.

Penis der Woche

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig - Bild: Werner Kerschbaummayer

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig – Bild: Werner Kerschbaummayer

Für eine Religion, deren zweitwichtigstes Symbol auffällig antiken Darstellungen einer Vagina ähnelt, hat das Christentum erstaunlich viel Probleme mit Geschlechtsorganen. So auch im österreichischen Traunkirchen, wo ein Sammler neben einem Pilgerpfad ein neu erworbenes Kleinod aufgestellt hat. Das erbroste die Gemeinde und so gab es vorhin verlinkte Presse-Berichterstattung zu der ganzen Affäre. Was offenbar durchaus in der Absicht des überaus amüsanten Grundbesitzers lag.
Nun, der Konflikt wurde gelöst. Auf die bestmögliche Weise.
gnihihi - BIld: Werner Kerschbaummayr

gnihihi – Bild: Werner Kerschbaummayr


Das große Felgensterben hat begonnen

Es ist ein paar Tage her, dass ich zuletzt ein deutschsprachiges Buch hier vorgestellt habe. Zweieinhalb Jahre, um genau zu sein. Und diesmal ist es noch nicht mal von mir, sondern von einem Freund in einem Genre, dass es von mir bisher noch nicht gegeben hat: Krimi! Regio-Krimi, Fahrradkrimi, Krimi mit so mancher Leiche. Und doch gibt es eine kleine Gemeinsamkeit: Sowohl in meinem aktuell letzten deutschsprachigen Buch Khamel als auch in Thomas Claßens Felgenkiller gibt es ein Mönchengladbach, das nicht so heisst – sei es nun Kalmrill oder Grawenhorst.
Doch eins nach dem anderen:

Felgenkiller-Das-BuchIn „der niederrheinischen Großstadt Grawenhorst“ sterben mehrfach Radfahrer auf Touren. Der ein oder andere wird an der Gestaltung des Zwischentitels bemerkt haben, dass dies kein unblutiger Krimi ist, es gibt durchaus mehr als eine Leiche.
Ebenso gibt es natürlich mehr als einen Verdächtigen, darunter Protagonist Manni, der bald selbst nachforscht. Und natürlich ausreichend Spuren und Überraschungen, um die Spannung für 308 Seiten zu halten.

Inspiriert hat Thomas dazu die Tatsache, dass unter all den Krimis, die ständig im Deutschen erscheinen, kein Fahrradkrimi zu finden war. Dies fiel ihm angesichts des Pferdesportkrimis eines Freundes (Aufs falsche Pferd gesetzt von Ulli Holst) auf und so begab er sich an Felgenkiller. Übrigens hatte ich Thomas eine Weile im Verdacht, Ulli Holst zu sein, der ja offen als Pseudonym auftritt. Nun, er war es nicht, aber dafür gibt es jetzt einen Krimi von ihm unter eigenem Namen — darüber mag ich mich nun wirklich nicht beklagen.
felgenkillerUnd tatsächlich: Während Pferdekrimis ein eigenes kleines Subgenre mit immerhin 13 Einträgen bilden, gibt es selbst in der vielfältigen Selbstverlegerszene kaum Krimis mit einer Verbindung zum Fahrrad. Und Felgenkiller ist der einzige mir bekannte, wo nicht Ermittler oder Täter auf dem Rad kommen, sondern die Opfer, somit Radfahren tatsächlich zum thematischen Mittelpunkt der Handlung wird.
Auf dass das Fahrrad mehr literarische Beachtung erhält! Und wenn ich mit meinem eigenen Projekt im Radbereich jemals vorankomme übrigens auch ludische, aber das ist ein anderes Thema für ein andermal.

Kaufen? Kaufen!

Felgenkiller von Thomas Maria Claßen ist seit gestern für 12 € als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich (wie gesagt, ich habe für diesen Blogbeitrag einen Feiertag übersehen), zum Beispiel diesen Buchhandlungen in NRW und Roermond (NL) und bei Amazon.
ISBN 978-3-9611123-1-9
Mehr Informationen auf der Webseite des Buchs und der Facebook-Seite des Autors.


Sieben am Sonntag 02.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ihc kann nicht glauben, dass ich in diesem Blog noch nie ein einziges Wort zu Kung Fury verloren habe. Kung Fury ist großartig! Etwa eine halbe Stunde 80er-Nostalgie der abgefahrensten Art. Der Film ist 80er als die 80er es je waren, mit Kampfsport, Nazis, Wikingern auf Dinosauriern, Hackern, dem Powerglove und allem, was die 80er an Abgefahrenheit gern zu bieten gehabt hätten. Und David Hasselhoff.

Überraschung der Woche

Und tschüss!

Und tschüss!

Sagt mal, dieses Brexit-Ding, das hätten die Briten uns schon ruhig früher sagen können. So im letzten Juni zum Beispiel. So um den Dreh rum.
Die Presse immerhin war überrascht genug, dass es von Eilmeldungen nur so gewimmelt hat. Ich weiss, die Altmedienmühlen mahlen langsam, aber das ist schon albern. Ja, wir haben erst ein paar Stunden zuvor hören können, wann der Anrag denn nun kommt, aber das war auch alles. Es ist ja nicht so, dass das nicht berichtenswert wäre, aber Eilmeldungen, wirklich?
Hat irgendwer ernsthaft erwartet, dass die britische Regierung jetzt noch einen Rückzieher macht? So wenig mir das gefällt, es war eine Volksabstimmung! Gut, mit Demokratie hat es die EU ja leider nicht so, die überlässt sie ihren Mitgliedsstaaten.
Ich wünschte wirklich wir hätten ein Nachfolgekonzept für die Europäische Union, denn in einem haben die Briten ja Recht: Das Projekt läuft mächtig schief. Von der Euphorie der Vereinigten Staaten von Europa, die sich in den 90ern abzeichnete, sind wir wieder weit entfernt. Was davon übrig ist, ist ein technokratisches Bürokratiegebilde, das dringend reformiert werden müsste. Was allerdings durchaus Angela Merkels gelebtem Staatsverständnis zu entsprechen scheint, welches sich zunehmend gesellschaftlich durchsetzt. Irgendwas ist da verdammt schiefgelaufen.


eBook der Woche

Tuning the Symphony kommt hier als Tipp für all jene herein, denen die Titelgeschichte von How to Sing Butterflies gefiel/gefällt. Die Ähnlichkeit scheint Zufall zu sein, dennoch haben wir in Grundzügen eine ähnlich aufgebaute Welt, in der Musik als Magie fungiert und die Grundlagen des Universums selbst verändern kann.
In William C. Tracys Fantasy-Welt dient die Kunst der Maji genannten Zaubersinger unter anderem dazu, Portale zu fremden Welten zu öffnen und so beginnt eine Jagd nach einem Vermissten und der Kampf gegen eine Verschwörung quer durch den bekannten Kosmos.
Das Buch ist zur Zeit für Kindle-Leser gratis zu haben.

Baggerei der Woche

Die Anträge um Erweiterung des Braunkohlenabbaus in Brandenburg sind vorerst auf Eis. Das ist jetzt noch nicht so ideal, aber im Moment sehe ich kein Szenario, unter dem die Braunkohle je wieder wirtschaftlich werden könne, auch wenn RWE hier immer noch auf den Atomausstieg als großes Argument hofft.
Leider laufen die Gespräche um die Eröffnung eines neuen Tagebaus in Sachsen mit Aussicht auf „Erfolg“ weiter.
Ich bin froh, dass es Rückschläge für die Zerstörer gibt. Diese Form von Ökoterrorismus (Terrorismus gegen die Umwelt) aus Profitgier muss unterbunden werden.

Fahrrad der Woche

Geht gleich baden: Der River Rider - Bild: Instructables

Geht gleich baden: Der River Rider – Bild: Instructables

Schwimmende Fahrräder gibt es hier immer mal wieder. In der regel sidn es recht wuchtig wirkende Geräte mit großen Styropor-Schwimmkörpern oder gar amphibische Tretboote.
Will, pardon, W1LL7 hat bei Instructables ein Projekt vorgestellt, das wesentlich eleganter wirkt. Wenigstens, solange es an Land ist. Die Styroporschwimmkörper seitlich der Räder werden für den Schwimmeinsatz heruntergeklappt und tragen in der Tat Rad samt Fahrer. Er sagt, er habe dieses Fahrzeug gebaut, um sich auf dem Rückweg von der Arbeit einfach den Fluss heruntertreiben zu lassen, der neben seinem Radweg läuft.
Ein Antrieb wird noch angebaut, bis jetzt hat das Rad erstmal seine erfolgreichen Auftriebstests hinter sich.

Sicherheitsnachweis der Woche

Japan fährt einen problematischen Atommeiler wieder hoch. Vermutlich ist die Sicherheit dieser Technologie ausreichend dadurch bewiesen, dass Fukushima weiterhin so stark verstrahlt ist, dass selbst Roboter im Inneren des Reaktorblocks nicht überleben. Roboter! Die Dinger, die wir überall dorthin schicken, wo es für Menschen viel zu tödlich ist. Die verrecken dort!
Und die japanische Regierung arbeitet fleissig daran, noch so ein paar potenzielle Höllenpfuhle bereitzuhalten.

Bildstörung der Woche

Selbst ohne ein klassisches Rundfunkgerät zu besitzen, habe ich es deutlich mitbekommen, dass das Fernsehen diese Woche offenbar Sepuku begangen hat. Wurde aber auch mal Zeit.
Oder kokret, das vor nicht soooo langer Zeit teuer eingeführte DVB-T hat in DVB-T2 seinen Nachfolger gefunden und ersteres wurde nun abgeschaltet. Ausser im nahezu komplett nicht abgedeckten Sachen und Thüringen, was so eine Art Tradition aus DDR-Zeiten ist, als es dort teils keinen Empfang des Staatsfernsehens gab.
Nun ist das Fernsehen bereits jetzt ein Medium im Überlebenskampf. In so einer Situation kurzerhand eine Umstellung durchzusetzen, die von den Zuschauern nicht nur ein merkliche Investition erfordert, sondern das Privatfernsehen auch (trotz weitehrin vorhandener Werbung) auf ein bezahltes Abomodell umstellt. Ich meine, die Privatsender sind ja als Kokshöllen verschrien, ich hätte nur nie gedacht, dass es so heftig ist.
Effekt dessen ist, dass sich nun auch die anderen etablierten Altmedien endgültig vom Fernsehen abzuwenden scheinen. Kabel und Satellit sind zwar noch nicht betroffen, aber wann diese folgen, scheitn nur noch eine Frage der Qualität des Kokains Zeit zu sein.


Das war 2016

Okay, es ist der 31. Dezember und damit Zeit für den Jahesrückblick. Und es war ein Jahr, in dem man gut sehen konnte, wieso Jahresrückblicke nicht vor dem letzten Tag geschrieben werden sollten. Ich meine, Carrie Fisher und ihre Mutter starben beide in der Woche zwischen Heiligabend und Neujahr. Liebe Fernsehsender, nehmt euch einfach an mir ein Beispiel: Jahresrückblicke gibt es ausschließlich am 31. Dezember.
Nun, da das klargestellt ist, weiter zum Rückblick auf mein 2016. Mein öffentliches 2016, den Rest erfahren jene, die es etwas angeht. Andernorts. Vielleicht. Wenn sie fragen. Vielleicht. Aber jetzt erstmal Musik und dann weiter im Text.

Weg ins Fahrradies

Das Jahr begann mit einem Fahrradtransport, als ich am 2. Januar meinen Eltern half, ein Dreirad aus einem Dorf am tiefsten Niederrhein (oder ist Gronau schon Münsterland?) abzuholen, also kann ich auch mit den Rädern weitermachen. Es war ja auch mein erstes Jahr mit Liegerad.

Ausschnitt aus der Fahrraddemo Sternfahrt Düsseldorf 2016 mit verschiedenen Rädern und Fahrern, im Vordergrund der Autor des Blogs

Entspannt, cool und ein tolles Fotomotiv: Ich in Düsseldorf – Bild: Zoe Duisberg/ADFC NRW

Trotz einiger Reparaturen, die anfangs nötig wurden und einer gebrochenen Schraube, die zu weiterem Reparaturbedarf führte muss ich sagen: Ich bin zufrieden. Das Gefährt brachte mich zu den Sternfahrten des Jahres in Düsseldorf und Mönchengladbach (Köln übersprang ich trotz anderer Absichten wegen des Wetters), aber auch zu meinen Touren ins Braunkohlenrevier und auf der längsten Tour des Jahres zu einer Tihange-Demo in Aachen.
Das Fahren ist nach kurzer Eingewöhnung angenehm und schnell, nur die Rennhaken an den Pedalen waren mehr lästig als hilfreich und so lernte ich sie praktisch sofort zu ignorieren. Als kleinen Bonus konnte ich dank der hohen Lage der Beine mehrmals trockenen Fußes recht tiefe Pfützen durchqueren. Das war natürlich keine Absicht aber wenn der Radweg bei Aachen plötzlich unter der Landstraße durchführt, um die Seite zu wechseln, macht man daran nach einem Wolkenbruch recht wenig.
Wie erwartet teilt sich das Liegerad nun mit meinem alten Mountainbike die Aufgaben. Das MTB zieht Lasten und trät mich, wenn ich einen Rucksack brauche, das Liegerad übernimmt die längeren Strecken und Tagesausflüge. Was nicht heissen soll, dass der Lieger nicht ebenfalls einiges an Transportvolumen hätte, was ich im August ausprobieren konnte, als mir auffiel, dass bei einem Stand in Neuwerk alles bereits im Vorfeld vor Ort gebracht war, ausser dem Tisch. Das hat übrigens überraschend gut funktioniert, als wäre der Tisch dafür gemacht.
Liegefahrrad mit einem mit Kabelbindern daran befestigten Klapptisch

Mein Beitrag zum Wikipedia-Eintrag für das Stichwort Eleganz

Die andere Option für die Überschrift dieses Abschnitts wäre übrigens Road to EldoRADo gewesen. Schätzt euch glücklich.

Schrifstellerei und so

Cover of How to Sing Butterflies How to Sing Butterflies DX Edition2016 war kein so produktives Jahr, wie ich mir das gewünscht hatte. Ein großer Teil davon war das, was ich als „Unglück des 11. März“ im Gedächtnis behalten werde. An diesem Tag kam es auf meinem Laptop zu einem umfassenden Festplattenausfall, ausgelöst durch einen Systemabsturz,der wiederum auf einen Absturz von Flash zurückging. Ich hatte kein aktuelles Backup und tatsächlich grade erst mein letztes Backup auf genau diesem Rechner zwischengespeichert. Das war eine ziemliche Katastrophe.
Nun, ich habe dennoch eines meiner anvisierten Projekte zum Abschluss bringen können. Die englische Sammlung How to Sing Butterflies vereint den Großteil meiner Kurzgeschichten in einem Band, von dem zwei Varianten erschienen sind: Eine Standardausgabe mit den Geschichten und eine DX-Ausgabe, ergänzt um Hintergründe zu jeder Geschichte. Ich zähle einige der Kurzgeschichten wie die Titelgeschichte und Sleeper Hit derzeit als meine besten kreativen Arbeiten.
Eine dieser Arbeiten schaffte es dann auch 2016 in meinen ersten Beitrag in einer Anthologie, wobei die Auswahl schon 2015 getroffen wurde. Die Indies Unlimted 2015 Flash Fiction Anthology enthält 52 Geschichten mit je bis zu 250 Wörtern. Flash Fiction ist nicht einfach, aber eine sehr willkommene Herausforderung. Bei mir funktioniert das üblicherweise so, dass ich einen spontanen Gedanken habe und den dann umsetze um selbst zu schauen, was daraus erwächst. Kombiniert mit der Kürze des Formats, welches zu einer sehr bewusst gewählten und dichten Sprache führt, eine sehr schöne Literaturform sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben.
Mein Beitrag in dieser Anthologie war Delayed Vengeance, eine für mich eher untypische, weil vollkommen in der Gegenwart verhaftete Geschichte um einen Polizisten und seine Pensionszeit auf einem Kreuzfahrtschiff. Sie ist in beiden Sammlungen erschienen, in denen ich dieses Jahr vertreten war.
Im Dezember folgte der Veröffentlichung dieser Anthologie eine Papierausgabe, meine erste Veröffentlichung auf Papier, wenn man redaktionell de facto nicht bearbeitete Fanzines ignoriert.
Eine SF-Weihnachtskurzgeschichte schaffte es nicht in die Anthologie, für die ich sie geschrieben habe. Sie wird 2017 gute Verwendung finden. Eine weitere SF-Weihnachtskurzgeschichte verfasste ich diesen Monat für eine Blogparade im englischen Blog, auch sie wird nächstes Jahr eine weitere gute Verwendung finden.

Zum 1. Mai beendete ich das (vor allem für Twitterverhältnisse) langjährige Projekt eBooks für lau. Es war mein erfolgreichstes Internetprojekt seit dem Exergaming-Blog Sporle & Co. im letzten Jahrzehnt, aber irgendwann war seine Zeit dann vorbei. Es wurde zunehmend schwieriger, das Verlinken kostenloser eBooks wirtschaftlich tragbar zu halten. Andere Plattformen wie XTME begannen, auch runtergesetzte Angebote bezahlter Bücher zu verlinken, das aber war in diesem Twitterkonzept schwieriger, da jeder Link für sich selbst stand. Und so beendete ich eBooks für lau nach fast fünf Jahren. Letztlich war es einfach an der Zeit.

Das Jahr endet schriftstellerisch mit dem ersten Auftrag, ein komplettes Buch aus dem Englischen zu übersetzen. Mehr oder weniger schriftstellerisch, es handelt sich um ein Kochbuch für Schmortöpfe. In einer besonderen Premiere ist das mein erster Vertrag mit Partnern auf drei Kontinenten (Nordamerika, Europa, Asien) – auch mal was neues.
Diese Übersetzung seht ihr dann 2017.

2017 deutet in diesem Bereich mit meinem ersten Besuch eines Autorentreffs in Mönchengladbach an, etwas, was ich weiterführen will. Es sieht nach diesem ersten Mal so aus, als würde das auch meiner Produktivität helfen. Ich muss sowieso wieder mehr im deutschsprachigen Raum machen.

Etwas anderes im kreativen Bereich war dann noch die Bildgestaltung. Ich habe mich zwischendurch daran versucht, mal ein Bild gezielt auf die sozialen Medien ausgerichtet zu erstellen, statt den jeweiligen Text einfach als Text zu schreiben. Hier die Ergebnisse.

Tatsächlich extrem entspannend

Tatsächlich extrem entspannend

Ich mag Füchse und das Original dieses Liedes war gemein zu ihnen

Ich mag Füchse und das Original dieses Liedes war gemein zu ihnen

Von solchen Experimenten wird es in Zukunft mehr geben.

Politisch immer voran

Dass es 2016 mehrmals galt, bei Aufmärschen rechter Gruppen und Bündnisse Flagge zu zeigen, darauf hätte ich gern verzichten können, aber leider war 2016 ein großes Jahr für den politischen Rückschritt. International wie national war es 2016 überaus frustrierend, als Politiker im linken Spektrum zu stehen. Ich bin dieses Jahr müde geworden, immer das Schlechte zu bekämpfen.
Glücklicherweise gab es aber auch noch andere Anlässe für Demos. Okay, glücklicherweise ist hier nicht ganz richtig, aber ihr wisst, was ich meine. Tihange hatte ich ja schon erwähnt, Garzweiler II war ebenfalls ein sehr präsentes Thema. Die beiden Infostände gegen Massentierhaltung vor Lidl-Filialen in Rheydt und Gladbach waren aber sehr angenehm und effektiv.
Im Gegenzug ist es mir wichtig geworden, das Gute zu fördern und mich dafür einzusetzen. 2016 trat ich bei den Fachgruppen (Landesarbeitsgemeinschaften) Verkehr und Säkulares der Grünen NRW bei, um auf Landesebene aktiv daran arbeiten zu können. Das gipfelte vorerst am ersten Dezemberwochenende auf dem Landesparteitag in Oberhausen, mit dem ich sehr zufrieden bin (hinter dem Link: Eine lange Liste von Forderungen, die wir aus Mönchengladbach ins Landtagswahlprogramm der Grünen einbringen konnten).
Zufrieden war ich zuvor auch mit der Podiumsdiskussion zum Radverkehr in Mönchengladbach, veranstaltet vom ADFC. Hier konnte ich unter Beifall mein Ansinnen vorstellen, Mönchengladbach zu einem wichtigen Knotenpunkt eines landesweiten Radschnellwegenetzes zu machen, das sich nun ja auch in allgemeinerer Form im Landtagswahlprogramm wiederfindet. Hier im Blog brachte ich dazu innerstädtisch ein vielleicht etwas utopisch anmutendes, aber dankbar diskutiertes Konzept ein.

Exkursion an den Braunkohlentagebau Garzweiler II

Heute noch stehen wir am Abgrund, doch morgen schon sind wir einen Schritt weit… äh, Moment mal

Abseits der Parteipolitik gab es dann noch ein Gartenprojekt. Ein Bürgergarten in meiner Nachbarschaft. Doch auch wenn ich mich sehr freue, kommen die Unterschriftsberechtigten nicht so richtig in die Hufe mit den letzten Details zum Pachtvertrag. Das ist eien seltsame Mischung aus Begeisterung und Enttäuschung, aber noch läuft der Prozess. 2017 muss das was werden,momentan sieht es immer noch so aus wie im Sommer, nur halt winterlicher.
Obstwiese an einem Hang

Ackerdistel Hugo und seine Freunde

Weiter im Blog

Vergleich der Gestaltung des Blogs von Mitte 2015 bis Ende 2016

Ein Blog, zwei Jahre

Möglicherweise habe ich etwas zu viel am Blogdesign rumgeschraubt, aber das Ergebnis ist ein perfekt auf meine Bedürfnisse zugeschnittenes, einmaliges und ennoch schlichtes Design mit ein paar hübschen Finessen. Das einst in meinen Augen recht hässliche Blog hat sich zu einem modernen Stück Internet entwickelt, in dem übrigens so gut wie alles ohne spezielle Skripte umgesetzt ist.
Für das letzte Beispiel habe ich einen anderen Beitrag ausgewählt, um meinen veränderten Umgang mit Bildern zu betonen. Jeder Beitrag hat inzwischen auf den ersten Blick ein Bild oder ein Video eingebettet, damit es nicht mehr nach trostloser Buchstabenwand aussieht. Das hat auch den Effekt, dass es in den sozialen Netzwerken ein schöneres Vorschaubild gibt.
Die Reihe Less Litter Lifestyle ist gestalterisch als Experiment gestartet, gezielt Pinterest anzusprechen und zugleich das Design des Blogs auch für andere Medieninhalte zu verwenden.
Ich glaube, damit ist das Blog nun so gut wie fertig. Es ist vor allem auch bereit für meine Pläne für 2017. Doch dazu morgen mehr.

Soweit die großen Dinge. Es gibt viele kleine Dinge, viele persönliche Dinge. Menschen, die ich getroffen habe, Dinge, die ich erlebt und gelernt habe, vieles, von dem ich glaube, dass es nicht in dieses Blog gehört oder wenigstens nicht in einen Jahresrückblick. Ich war nicht so produktiv, wie ich von mir selbst erwarte, aber das bedeutet in keinster Weise ein Jahr, in dem nichts geschehen ist. Ich könnte jetzt eine Diaschau mit mehreren hundert Fotos aus 2016 starten. In keinem Jahr zuvor habe ich je so viele Fotos gemacht.
Es war für mich auch ein Jahr vieler Vorbereitungen für ein aufregendes Folgejahr. Privat, beruflich, politisch.

Wir sehen und morgen zum Ausblick auf 2017. Esst bis dahin mal wieder was Gesundes. Macht euch einfach einen Smoothie mit eurem Lieblingsobst und Nüssen. Bis bald!

Eine Tüte Jellybeans und Rumkugeln vor einem Küchenmixer

Bestes Rezept meiner Sammlung. Mit Abstand. Und 2016 ganz allein ausgedacht!


Freitägliche Fünf 22.07.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal geht es vor allem ins Grüne. Eingebettet, falls sich wer über die Optik der Seite wundert, in die ersten Ausläufer einer Überholung des hiesigen Blogdesigns.

1. Critical Mass Viersen

Quasi von letzter Woche nachgereicht: Die Critical Mass in Viersen am vergangenen Freitag war ein voller Erfolg. Laut ADFC waren es 40-50 Teilnehmer. Auffällig war die Vielfalt an Fahrzeugtypen: Neben diversen Arten von normalen Niederrädern fanden sich unter anderem Lastenräder, Kurz- und Langliegeräder, gleich zwei Velomobile, ein Handbike und ein Liegedreirad. Kräftige Unterstützung aus Mönchengladbach steuerten wir Großstadtradler bei.

Für jeden etwas dabei - Bild: StadtradelnMG bei Twitter

Für jeden etwas dabei – Bild: StadtradelnMG bei Twitter

2.SuperMEAT

Das Projekt SuperMEAT hat sein Crowdfunding-Ziel bei Indiegogo erreicht. Allerdings ist mir nicht ganz klar, was die mit den 100.000 USD machen, wenn sie für einen Prototypen eine halbe Million brauchen. Naja, besser als nichts.
Das Ziel von SuperMEAT ist es, in großem Maßstab Fleisch ohne Tiere herzustellen. Ob das funktioniert und wer das nun alles wieder für widernatürlich hält, werden wir dann sehen.

3. Seltene Schmetterlinge nebenan

Raupen des Jakobskrautbären an Jakobs-Kreuzkraut

Wenn Ringelsocken Insekten wären. Der kleine Schmetterling unten rechts gehört übrigens nicht zur selben Art und ist mir erst nach dem Fotografieren aufgefallen – Bild: eigen

Am Donnerstag entschied ich mich, erneut das gute Wetter zu nutzen. Das eigentlich beabsichtigte Bild (die Dächer von Rheydt über die Felder an der Landwehr hinweg fotografiert) wurde aufgrund der zu grellen Lichtverhältnisse eher so mittelmäßig, aber auf dem Rückweg begab ich mich noch durch eine stillgelegte Kiesgrube in der Nähe, wo ich massenhaft Raupen des Jakobskrautbären fand.
Der Jakobskrautbär ist ein seltener und schöner Nachtfalter, der allerdings manchmal in großer Zahl an einzelnen Stellen auftritt. Einfach zu fotografieren waren die mit meiner Kompaktkamera nicht, da die ständig auf den Hintergrund fokussierte, aber ein paar Bilder habe ich doch bekommen. Sehr schöne Raupen, die ich noch nicht kannte.

4. Nutria

Nutria im Wasser

Niedlicher Niers-Nager – Bild: eigen

Die große Nutria-Population von Mönchengladbach ist bekannt, aber Dienstag habe ich erstmals ein Exemplar völlig unversteckt selbst gesehen. Ich mag die, sehen aus wie zu groß geratene Meerschweinchen. Und sie gehören auch zu den unproblematischeren Neozoen, die keine nennenswerten Schäden anrichten.

5.Purino Bambini Urban Gardening

Logo des Bambini Urban Gardening

Bild: Purino

Das Purino hat am Donnerstag einen eigenen Garten für Zutaten angelegt, dessen Erzeugnisse auch im Restaurant verarbeitet werden. Auch wenn ich beim Standort (im Hardter Wald) nicht sicher bin, ob das nun wirklich gut ist, grundsätzlich ist es aber eine gute Sache, wenn Gastbetriebe Zutaten im eigenen Garten anbauen.


Freitägliche Fünf 22.04.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche wird gefahren und gegärtnert.

1. Fahr, Rad, fahr!

Liegerad im Wald

Zuletzt ausgetauscht: Der Hintergrund. Zorro gefällt das.

Es ist endlich komplett so weit, dass mein Liegerad nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch fahrbereit ist. Das silberne Ding hinter dem Sesselrahmen ist ein Schloss, kein Bauteil. Zuletzt kamen noch sechs Meter Gurt für den Sitz dazu, als vorläufige Maßnahme bis im Herbst ein richtiger Bezug dazukommt, den mir mein Bruder dann näht (ich kann leider nicht nähen).
Damit deutet sich schon an: Ja, das Rad entwickelt sich noch weiter, es ist nicht am Ende angekommen. Die Laufräder müssen in absehbarer Zeit erneuert werden und die Tasche auf dem Gepäckträger wird noch durch einen Koffer ersetzt. An den Hinterradschwingen müssen zwei kleinere Schweissarbeiten durchgeführt werden. Und die Rennhaken an den Pedalen haben sich in der Praxis nicht als so gute Idee erwiesen, wie ich zuvor hoffte.
Aber es fährt und nach einer kleinen Änderung in der Sitzbespannung auch ohne, dass sich mir die Mittelstange heftigst in den Rücken drückt. Nach den ersten etwa 12 Kilometern gibt es auch keine Fehlstarts mehr, so langsam gewöhne ich mich an das Fahren und vor allem eben das Losfahren in dieser neuen Position. Die Federung hinten ist großartig.
Bis jetzt erneuert, ergänzt oder geändert: Die komplette vordere Kurbel samt Pedalen, Tretlagerschlitten (versetzt), Kette (gekürzt), Rückspiegel (neu), Bremshebel (Plastik durch Metall ersetzt), vorderer Bremszug, Sitzbespannung mit Zurrgurt (neu), hinteres Schutzblech, Tasche auf dem Gepäckräger, Beleuchtung.

2. Motor? Okay, Motor!

Ein dampfgetriebenes Motorrad

Macht Dampf, vielleicht fährt es sogar; vielleicht – Bild: Facebook/Fabulous Weird Trotters

3. Platz zum Fahren

Und damit das Ganze auch lohnt, eine gute Nachricht aus der Gladbacher Innenstadt: Die testweise Freigabe des mittleren Teils der Fußgängerzonen-Hindenburgstraße für Radfahrer wird zur Dauerlösung. Fehlt nur noch der obere Teil mit dem Hang. Das kriegen wir auch noch hin!

4. Schiefes Obst für alle!

Mit Penny nimmt erstmals eine größere Supermarktkette krummes Gemüse ins Angebot.

5. Englischere Vorgärten für alle!

Perfektion! - Bild: Fancy

Perfektion! – Bild: Fancy


Fancy findet eure Vorgärten nicht britisch genug. Da haben sie wahrscheinlich Recht.


Freitägliche Fünf 22.01.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche Braille, Medizin ohne Tierversuche und viel mit Fahrrädern.

1. Braille-eBook-Display

(Screenshot aus dem Youtube-Video unten)

(Screenshot aus dem Youtube-Video unten)

Keine Ahnung, warum es so lange dauert, ein Braille-Display für eBooks auf den Markt zu bringen, aber hier ist mal wieder ein Versuch. Ich hoffe sehr, dass das Gerät Erfolg hat, eBook-Reader für Braille sind ein großer Fortschritt für blinde und sehbehinderte Menschen: Jedes als eBook verfügbare Buch kostenneutral auch in Braille!
Die Entwickler erklären das Konzept und seine Vorteile hier:

2. Ein Buck

So nenn ich das hier mal. Just, wenn man glaubt, alles gesehen zu haben, kommt ein Quadricycle mit Auflieger daher. Fährt in Dänemark für den Fahrradkurierdienst Pling aus.

Achtung, Schwertransport! - Bild: Pling

Achtung, Schwertransport! – Bild: Pling

3. Apropos

Keine Ahnung, wo das herkommt, aber ich mag's

Keine Ahnung, wo das herkommt, aber ich mag’s

4. CERST

Die Uni Düsseldorf beherbergt seit dieser Woche das CERST – Centrum für Ersatzmethoden zum Tierversuch. Hier sollen neue Forschungsmethoden ergründet werden, die es einfacher machen, auf Tierversuche zu verzichten. Denn egal, was manche Gruppen erzählen, leider sind Tierversuche noch nicht vollständig vermeidbar, einfach weil wir nicht genug über den Körper wissen um nur aus Simulationen und Laborversuchen an Zellkulturen sicherstellen zu können, ob ein Mittel nicht eher schadet als nutzt.

5. Kofferraum

Im Moment ist es mir schlichtweg zu kalt, im Hof am Liegerad zu basteln, aber gestern kam mein „Kofferraum“ und den hab ich dann schnell mal angeflanscht. Hier ein Vorher-Nachher:

Gepäckspinne gegen Tasche - Tasche sieht auf jeden Fall besser aus

Gepäckspinne gegen Tasche – Tasche sieht auf jeden Fall besser aus

Der angebaute Gepäckträger des Rades ist leider wenig brauchbar, also musste eine andere Lösung her. Für eine Klemmfeder ist kein Platz, Seitentaschen wollte ich wegen dem Luftwiderstand vermeiden, also sollte es eine Tasche sein, die im Windschatten des Fahrers auf dem Gepäckträger aufsitzt. Diese Tasche habe ich relativ günstig bei Banggood gefunden, als ich eine Lichtanlage mit Blinker und Bremslicht bestellt habe (nich unterwegs) und dann kurzerhand mitgeordert. Im Nachhinein muss ich sagen, ich hätte ruhig die etwas größere Version nehmen können. Naja, Versuch macht kluch, nech?
Dennoch ist das deutlich besser als die provisorische Lösung mit der Gepäckspinne. Die Seiten werden übrigens durch Platten aus geschäumtem Kunststoff abgedeckt, weniger zur Aerodynamik denn als Werbeträger – je auf einer Seite für MG Nachhaltig und für meine Bücher.
Aktueller Inhalt der Tasche ist übrigens der Gurt, mit dem der Sitz bespannt werden wird, sobald die Temperaturen wieder zweistellig werden. Nein, ich manövrier das Rad nicht durch den Flur, nur um das drinnen im Warmen machen zu können. Ich hab schließlich keinen Grund zu übertriebener Eile.


Neun zum Neunten – 09.01.2016

Üblicherweise gibt es am Freitag hier im Blog ja die Freitäglichen Fünf. Das wird auch so bleiben. Aber zum Jahreswechsel mit den dazugehörigen Beiträgen ist das alles etwas durcheinander gekommen. Also gibt es diesmal nach der ersten vollen Woche des Jahres die Neun zum Neunten und ab nächste Woche wieder die Freitäglichen Fünf.
Ansonsten gilt wie immer: „Die fünf neun Dinge, die mich in dieser Zeit gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.“

1. To-Do-Liste

Ich präsentiere: Die Zukunft von vorletzter Woche

Ich präsentiere: Die Zukunft von vorvorletzter Woche

Die Sache mit der To-Do-Liste funktioniert hervorragend. Diese Woche konnte ich alle eingeplanten Punkte abhaken und dabei produktiver werden als seit langem. Wer dieses Blog und//oder mein Twitter verfolgt, kann das praktisch beobachten: Das englische Blog ist von hier verlinkt (und umgekehrt) und hat ein an das deutsche angepasstes Design, es gibt endlich wieder neue Inhalte bei MG Nachhaltig, eine überarbeitete zweite Auflage von Schwarzer Schwinge ist fertig (aktualisiert wegen der Entdeckung von Yi qi 2015), ebenso eine ePub-Version für Leser mit anderen Geräten als Kindle, es gibt einen Entwurf für die Präsentation meiner Audiobücher auf Youtube (eine Änderung kommt noch nach, dank des Feedbacks von John Osinski) und auch bei den restlichen Bänden der Meilensteine der Evolution tut sich endlich wieder etwas, nachdem ich die lange liegen gelassen habe (genauer bei Giftigen Grundes).
Das sind nur die Sachen, die man von aussen mitbekommt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Vorhaben und kann jedem nur empfehlen: Nutzt To-Do-Listen! Ziele, Deadlines, Druck, hat bei mir alles nichts geholfen gegen Prokrastination (Die oft empfohlenen Deadlines verschlimmern das Problem bei mir sogar), die Listen machten das mühelos.
Den Rat gibt es hier kostenlos. Ich werde nicht neben den ganzen anderen Sachen auch noch einen Ratgeber gegen Prokrastination schreiben. Davon gibt es schon etliche und für mich wäre das kontraproduktiv, wieder wie letztes Jahr wild verteilt neue Projekte anzufangen.

2. Fürchtet den Besen!

Da ich dennoch heute mal Freizeit hatte, kann ich verkünden: Assassin’s Creed II ist ein noch mal deutlich lustigeres Spiel, wenn man einen Besen als Standardwaffe einsetzt. Einfach einen Typen anrempeln, der die Straße kehrt und dann den Besen aufheben.
Ja, ich weiss.

3.RS1

RS1 - BIld: RVR/Schulte

RS1 – BIld: RVR/Schulte

Das erste Stück des Radschnellweges im Ruhrgebiet wurde Ende Dezember eröffnet. Ich denke, das spricht für sich selbst.
Ich hoffe weiterhin auf eine Weiterführung in die Niederlande über Mönchengladbach.

4. Lemmium (und Punke)

Ich muss ehrlich sagen, wahrscheinlich weil ich zu jung bin, kann ich mit Lemy Kilmister und Motörhead wenig anfangen. Aber wisst ihr was: Die Idee, dieser Petition, ein neues Schwermetall Lemmium zu nennen, ist trotzdem cool.
Ich glaube zwar, Motörhead sind Punk, aber egal, eine chemische Gruppe namens Punke gibt es halt nicht. Leider. Hey, Chemiker: Sollte je eine chemische gruppe mit komplett neuen Eigenschaften auftauchen, nennen wir sie Punke, okay?!

5. Bushaltestellen mit elektronischer Tinte

London geht einen neuen Weg, um seine digitale Anzeige an den Bushaltestellen mit so wenig Strom wie möglich zu betreiben: Die Bushaltestellen werden mit Tafeln aus ePaper bestückt, das über Solarzellen mit Strom versorgt wird.
Das Besondere an elektronischem Papier, wie es schwarz-weisse eBook-Lesegeräte verwenden ist, dass es keinen Strom benötigt, um ein Bild anzuzeigen. Strom wird nur benötigt, um mit einem gesteuerten Stromstoß die einzelnen Bildpunkte zwischen weiss und schwarz wechseln zu lassen, wodurch man umblättert bzw. die Anzeige verändert. Für diese Technologie gibt es mit Sicherheit noch andere Einsatzmöglichkeiten. Das ist ein guter und logischer Anfang.

Ökoverbund, einen Schritt weiter -  Bild: BBC

Ökoverbund, einen Schritt weiter – Bild: BBC

6. Well played, Amazon

Geld aus der Pegida-„Hymne“ geht von Amazon an die Flüchtlingshilfe. Naja, ging, der Artikel ist bei Amazon inzwischen nicht mehr vorhanden.
Übrigens, ein MP3-Ergebnis beim Schlagwort „Pegida“ auf Amazon ist ein Lied namens Raus aus dem Reichstag von Xavier KeinRechterTrottel Naidoo. Aber ich bin ja für positive Nachrichten hier, also lassen wir das.

7. Hihi

Dank an die City-Logistik Aachen für dieses schöne Bild auf Facebook:

Originalkommentar dazu: „Können wir auch“

Originalkommentar dazu: „Können wir auch“

8. Daft Capella


Ja, der originale Pentatonix-Hype ist damals ein bisschen an mir vorbeigegangen. Ich hol das jetzt nach.

9. Spekulatius-Creme

Das hier ist etwas, was existiert. Nutoka, deine Tage sind vorbei, es ist ein neuer Brotaufstrich in Town. Sogar ein veganer, was bei mir, obwohl selbst kein Veganer, ein willkommener Bonus ist. Und jedes meiner Brötchen hat jetzt 3 Kilokalorien weniger. Drei!

Creme mit Spekulatiusgeschmack. Und Stücken! - Bild hier geklaut, weil ich grade zu faul bin, schnell ein Foto zu machen

Creme mit Spekulatiusgeschmack. Und Stücken! – Bild hier geklaut, weil ich grade zu faul bin, schnell ein Foto zu machen


Projekt Rana 0.3.0

Aufwand
bis 20.12.15

Grashüpf0r
245 €
Schwalben-schwanz
79 €
Bachforelle
60 €
Helferlein
0 €
Recherche
10 €
Zeit
0h 15m

Fünf Monate sind ins Land gegangen, in denen sich am Projekt Rana nichts mehr getan hat. Wenigstens nichts groß berichtenswertes. Gespräche, Recherchen und Tests haben mich in der Zwischenzeit zu der Erkenntnis gebracht, dass die Hecklenkung des Rana Schwalbenschwanz zwar möglich, aber zum Fahren aus verschiedenen Gründen wenig brauchbar ist. Die Lenkung über Schaltung/Bremsen der Vorderräder wie bei der Rana Bachforelle angedacht funktioniert hingegen nur bedingt — Bremssteuerung geht, Schaltsteuerung geht nicht (das niedriger geschaltete Rad wird im Gesamtkonstrukt mitgetrieben), womit das ganze bergauf quasi unbrauchbar wird.
Die einzige Lösung, um beim Konzept eines frontgesteuerten Dreirad zu bleiben wäre gewesen, Kardangelenke einzubauen, um sowohl Steuerung als auch Antrieb auf die Vorderachse legen zu können. Das ist möglich, aber zum einen recht komplex, zum anderen bringen diese Gelenke ordentlich Reibungsverluste in den Antrieb. Dennoch, als Gedankenspiel ganz interessant.

ebay zur Rettung!

Nun begab es sich, dass mein Vater mich bat, mal nach einem neuen Dreirad für meine Mutter Ausschau zu halten. Ihr wisst schon, diese Deltas mit klassischem Aufrecht-Sitz und Korb für Einkäufe hinten dran. Meine Mutter hat vor Jahren ihren Ford Fiesta gegen so ein Gefährt eingetauscht. Das brachte mich zu ebay zurück und prompt verpasste ich das Höchstgebot bei einer Auktion für ein Liegedreirad, doch meine Jagdlust war geweckt.
Ende November funktionierte es dann: Für knapp über 200 € schoss ich ein Liegerad. Naja, mehr oder weniger den Rumpf eines Liegerades. Aber immerhin fahrtüchtig und damit deutlich günstiger als jeder Erwerb eines neuen und sogar jener der meisten gebrauchten Exemplare. Gut, es hatte nur zwei Räder, aber hey, niemand ist perfekt.
Seitdem habe ich zunächst Kleinkram angebracht: Licht, Rückspiegel und eine Gepäckspinne als Provisorium am Gepäckträger. Womit es jetzt immerhin auch auf der Straße fahren darf (naja, fast, ein Bremskabel muss noch erneuert werden). Danach folgen die optisch auffälligeren, aber verkehrsrechtlich weniger relevanten Änderungen: Korrekte Längeneinstellung des Tretlagers (aktuell zu weit vorne für meine Beine) einschließlich entsprechender Kürzung der Kette sowie Bespannung des Sitzrahmens. Und danach gibt es dann rein optionale Änderungen, allen voran eine Alu- statt Stahlgabel für das Vorderrad (beginnt ohnehin stellenweise zu rosten). Dazwischen will ich auch noch eine zentral gesteuerte Beleuchtung einbauen, mit Schaltern und Kontrollleuchten, damit ich zum Einschalten der Beleuchtung nicht absteigen muss und immer im Blick habe, ob z.B. das Rücklicht noch Saft hat.

Finde den Unterschied!

Finde den Unterschied!

Velomobiles Potenzial des Grashüpf0r

Ungeachtete der Einspurigkeit des Fahrzeugs hat der Grashüpf0r einige Eigenschaften, die ich mir für die beiden mehrspurigen Rana-Entwürfe gewünscht hatte: Das Antriebsrad hat 28 ″ und die Steuerräder haben 20″, auch wenn sie jetzt die Positionen und Anzahl getauscht haben. Das aber wäre ohnehin die Konsequenz aus dem Wechsel auf Hinterradantrieb mit Vorderradlenkung.
Die Sitzhöhe entspricht mit 60 cm ziemlich genau dem Ansinnen, einen Sitz in der selben Höhe wie ein Auto zu haben. Tretlage rund Sitzfläche sind auf selber Höhe, was sehr angenehm ist — ein Aspekt, den ich bei den Dreirädern gar nicht im Blick hatte. Der fest in den Rahmen verbaute Gepäckträger ist eine hervorragende Basis für einen Kofferraum wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Alles, was fehlt, ist im Grunde die Halterung für die Vorderräder. Da diese nun nicht mehr angetrieben sind, ist eine Achse überflüssig, nur eine Lenkstange (mit ein paar Gelenken) muss zwischen den Rädern laufen. Ich kann diese mit Standardkomponenten umsetzen, etwa indem ich die Rahmen von zwei identischen 20″-Kinderrädern zweckentfremde.
Ob ich diesen Plan durchführe, werde ich anhand meiner Fahrerfahrungen entscheiden.
Jetzt gibt es zunächst einiges an Erfahrungen zu sammeln. Ist die Sitzhöhe für den Straßenverkehr wirklich so günstig, wie ich glaube? Wie gut fährt sich das Ganze bergauf? Wie schnell gewöhnen sich meine Beine an die andere Art zu treten (horizontal statt abwärts)? Ist die halb liegende Position auf langen Strecken so angenehm, wie ich hoffe? Welche Fragen finde ich heraus, von denen ich noch gar nichts ahne?
Immerhin kann ich schon sagen, die Lenkung mit starrer Nase und die Nutzung eines Rückspiegels sind Dinge, an die ich mich schnell gewöhnen konnte. Mangels Automobilerfahrung waren das für mich komplett unbekannte Elemente des Fahrens mehrspuriger Fahrzeuge.

Stand

Die Frage ist aktuell natürlich, welche der bereits vorhandenen Teile jetzt weiter verwendet werden können. Die Anhängerkupplungen kann ich hier wohl vergessen, da sie beide an Rahmenteilen ansetzen, die bei diesem Gefährt schlichtweg nicht vorhanden sind. Die Griffüberzüge haben sich mit der Drehgriffschaltung des aktuellen Rades ebenfalls erledigt. Wandert also in die Ersatzteilkiste und wird vielleicht nochmal rausgeholt, wenn ich die Idee mit dem vorn gesteuerten und angetriebenen Dreirad wieder rausholen sollte — interessant wäre das allemal.
Der 20″-Kinderrahmen dagegen ist möglicherweise noch brauchbar: Zwei davon könnten bei einem zukünftigen Umbau zum Dreirad zum Ausleger werden, der die Radaufhängungen trägt, was auch hieße, dass ich dann zwecks Symmetrie einen zweiten, identischen Rahmen benötige. Der sollte beschaffbar sein, der Rahmen war ja aktuelle Neuware. Die Schläuche sind direkt weiter verwendbar, da das Triebrad ja wie von Anfang an geplant einen Größe von 28″ aufweist.

Ich brauche einen größeren Ordner

Letzter Stand der Komponenten, zur Erinnerung. Nicht im Bild: Ein Kinderradrahmen.

Hi-Tech! (redundante Teile, die nicht verbaut werden, nicht im Bild)

Hi-Tech! (redundante Teile, die nicht verbaut werden, nicht im Bild)

Davon ab ist zum Kaufpreis des Liegerads von 225 € noch jener für die zusätzlichen Teile zu zählen. Das wären beim jetzigen Stand das Rücklicht (3,50 €), eine Gepäckspinne als provisorischer Gepäckträger (1,50 €), ein Rückspiegel (2,50 €), ein Scheinwerfer (1,50 €) sowie einige Elektronikbauteile für die zukünftige Lichtanlage (bisher 10 €). Einen zweiten Scheinwerfer hatte ich noch rumliegen, ich konnte also sowohl am Lenker wie auch am Ausleger einen Scheinwerfer anbringen, was ich bei einem Gefährt dieser Form als notwendig erachte (frontale Sichtbarkeit sowie Sichtbarkeit der Fahrzeuglänge).
Beim Preis nicht mitgezählt habe ich mal eine Matte weisses Mossgummi (149 €, kam aber mit einem kostenlosen Tablet-Computer, was ich fehr finde) und eine Packung Rocher (3,50 €, war aber mit Rochers gefüllt), beides ebenfalls Bauteile der Beleuchtungsanlage. Was es damit auf sich hat? Nächstes Mal!


Zweiwöchige Zehn 11.12.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche zu den Zweiwöchigen Zehn verdoppelt, da ich letzte Woche keine Freitäglichen Fünf veröffentlicht habe. Der Grund ist einfach: Ich habe letzte Woche keine fünf Punkte zusammenbekommen, bei drei war Schluss. Nein, die Woche war nicht so furchtbar schlecht, ich hatte nur einfach so wenig Zeit, dass nicht genug Erlebnisse und Nachrichten zu mir durchdrangen, um die Liste zu füllen.

1. Fahrrad

Schon drei Folgen ohne Fahrrad in den Freitäglichen Fünf? Das muss ein Ende haben. Also habe ich meinen seltsam kommerzorientierten November 2015 mit einem neuen Fahrrad abgeschlossen, das ich am Dienstag in Bottrop abgeholt habe.

Ich nenne die Ausführung wahlweise "Nur die Harten kommen in'n Garten" oder "Sessel kommt noch drauf"

Ich nenne die Ausführung wahlweise „Nur die Harten kommen in’n Garten“ oder „Sessel kommt noch drauf“

Ich mag Liegeräder bis zu dem Punkt wo ich mich manchmal frage, warum es noch aufrecht gefahrene Räder gibt. Das hier ist quasi ein Übergang bis zu meinem Lieblingstypus mit drei Rädern und Verdeck gegen das Wetter. Der Punkt ist, dass so ein Radsattel bei längeren Touren doch unangenehm werden kann. Ich meine, ich fahre alle paar Wochen Strecken zwischen 50 und 60 Kilometern, da darf es dann auch ein gemütlicher Liegesitz sein. Gut, ausgerechnet der Sitz besteht hier nur aus dem Gerüst, aber das ist das geringste Problem und war mir vorher bekannt.
Das Rad ist ein offensichtlicher Eigenbau des Vor-Vorbesitzers. Der Rahmen ist 100% Alu, das ganze Rad wiegt mit einigen Stahlteile 21 kg, was nur 4 kg mehr sind als mein Alu-Mountainbike — für ein Liegerad ein sehr guter Wert, den die bessere Aerodynamik locker ausgleicht.
Ein bisschen ist noch zu tun, in erster Linie die Beleuchtung, dann fährt es schon. Die Fahrergröße lässt sich zum Glück einstellen, es ist auf jemanden mit etwa 10 cm längeren Beinen eingestellt. Die Kette muss dann entsprechend gekürzt werden, ist aber eh etwas schlaff.
Und dann kommt optionaler Kram, den ich später noch einsetzen kann. Blinker, weil ich fürchte, dass Autofahrer den ausgestreckten Arm bei der niedrigeren Sitzposition leichter übersehen, schließlich leuchtet mein Arm nicht, es sei denn vorher fliegt ein belgisches oder niederländisches AKW in die Luft. Ein Rückspiegel, da es bei der Sitzposition nicht ganz so einfach ist, den Kopf zu drehen. Radgabel vorne aus Alu statt Stahl. Hinterrad vielleicht 26″ Mountainbike statt 28″ Hollandrad, einfach weil ich es mehr gewohnt bin, dass mein Antriebsrad eine veritable Baggerschaufel ist.
Mein Mountainbike bleibt für Kurzstrecken und als Zugpferd für den Anhänger im Einsatz, wann immer entsprechende Lasten zu transportieren sind. Die Hängerkupplung lässt sich an diesem Rad nirgends befestigen.

2. Haselmaus

Die Haselmaus ergänzt die Liste der Tierarten, die ich dieses Jahr zum ersten Mal (bewusst) in freier Natur gesehen habe. Sie stößt damit zu der illustren Gruppe von Balkenschröter, Eisvogel und Goldglänzendem Rosenkäfer.

3. Musikeinlage

4. Raumschürfrechte

Die internationale Gesetzgebung hat für ausserhalb der Erde seltsame Regeln. Vor allem kann kein Staat Besitz an einem Himmelskörper oder Teilen davon beanspruchen, was einfach nur seltsam ist. Sicher, im Kalten Krieg war das verständlich, aber so wird es halt extrem erschwert, irgendwie ins All zu kommen. Und ganz im Ernst: Ich halte es nicht für die schlechteste Idee, die Menschheit langfristig von der Erde unabhängig zu machen.
Daher bin ich sehr gespannt, wie die Entwicklung ausgeht, dass verschiedene Staaten, zuletzt die USA, Gesetze über Schürfrechte im All erlassen haben. Mittelfristig war das unvermeidbar, da die Begehrlichkeiten nicht ungeregelt den Märkten überlassen werden können.

5. Gladbacher Bilder

Ich war zuletzt von dem Imagefilm der Stadt alles andere als begeistert.
Dass es auch deutlich besser geht zeigt in einem anderen Medium der Bildband Mönchengladbach — Deine Kontraste. Die Bilder sind nicht nur gut, sondern vermitteln auch ein gutes Gesamtbild der Stadt. Manchmal deutlich sauberer, als diese wirklich ist (eh klar), alles ungeordnet, aber auf alle Fälle in sehr vielen Facetten.
Und das Beste: Es ist ein Crowdsourcing-Projekt, sprich die Fotos stammen nicht von einer Agentur, sondern von Bürgern der Stadt. Natürlich tauchen da auch einige professionelle Fotografen aus dem Ort auf und manche Namen sind erheblich überrepräsentiert während andere gar nicht auftauchen, dennoch ist die Mischung insgesamt von den Motiven her durchaus gesund.

6. Uhu

Dialektabhängig auch bekannt als Pattexeule (Bild: M. Brungs/Bioland Brungs)

Dialektabhängig auch bekannt als Pattexeule (Bild: M. Brungs/Bioland Brungs)

Beim Biohof Brungs ist ein Uhu aufgetaucht. Uhus sind cool. Und ziemlich selten geworden, daher freut es mich sehr, dass im Stadtgebiet ein Uhu aufgetaucht ist.

7. Fußball

Hier ist ein Umrechner, der diverse Flächeneinheiten in Fußballfelder umrechnet. Die einzige Verwendung, die ich persönlich für Fußballfelder habe.

8. Landesradwege

Das Land NRW führt eine neue Straßenkategorie für Landesradwege ein. Das hat deutlich weniger praktische Folgen, als die meisten zu glauben scheinen und ist größtenteils eine reine Formalie, erleichtert aber in Zukunft den Bau und Ausbau überregionaler Radwege, während es gleichzeitig den Rückbau erschwert.

9. Entdrucker

Keine Ahnung, ob das wirtschaftlich ist und ich selbst benutze so gut wie kein Papier mehr, aber die Idee ist klasse: Ein Gerät, das den Aufdruck von laserbedrucktem Papier entfernt und das Papier so erneut verwendbar macht.

10. Autarkes Hausboot

Traumhaus (Bild: Fraunhofer-Institut)

Traumhaus (Bild: Fraunhofer-Institut)

Das Fraunhofer-Institut hat das sehr interessante Konzept eines modernen autarken Hausbootes vorgestellt.
Interessant finde ich daran vor allem, dass sich viele der verwendeten Techniken durchaus auch an Land anwenden lassen. Beispielsweise der Heizspeicher, der technisch gesehen ein überdimensionierter Taschenwärmer ist, oder die Kühlung über eine begrünte Gebäudeseite, an der Wasser verdunstet wird.