Projekte, Projekte

Die letzten tage gab es zwei neue Wettbewerbsausschreibungen, an denen ich entschieden habe, mich zu versuchen. Und damit da noch mehr gute und kreative Ideen von noch mehr Leuten einfließen, stelle ich die auch hier vor, da ich die Wettbewerbe selbst für gut halte.

Visions of a Village Contest
Die Herausforderung hier ist es, auf einem DIN-A4-Blatt eine Vision eines neuen Dorfes zu entwickeln, welches durch neue Ansätze Low- und High-Tech zu einem nachhaltigen Lebenskonzept einer Gemeinschaft vereinigt.
Verlangt wird ein ausreichend detailiertes Konzept, um das Projekt später umsetzen zu können.

Preis: 1 x 2.500 €, 2 x 1.250 €
Einsendeschluss: 23. September
Mehr Infos: clear-village.org
Status: Idee soweit fertig, ich muss das nur alles als grafische Darstellung auf eine A4-Seite kriegen
Hoffnung: Anstoß für die Aufnahme neuer Konzepte in die Architektur. Mir persönlich geht es dabei um die enge Verknüpfung von natürlichem und menschengemachtem Raum.
Mehr dazu: Die eingereichten Konzepte sind geheimzuhalten, bis Clear Village sie freigibt. Ist das geschehen, gibt es sofort mehr Infos hier. Oder wenn ich es nicht schaffen sollte, das Konzept rechtzeitig einzureichen.

Igor I. Sikorsky Human Powered Helicopter Competition
Seit mittlerweile 30 Jahren ungelöst: Wie baut man einen Helikopter, der allein mit menschlicher Kraft fliegt. Der Traumm dahinter ist sogar noch älter – Kurd Laßwitz träumte ihn bereits in den 1880er Jahren.
Der Gewinner des Wettbewerbs muss für mindestens 60 Sekunden in einer Höhe von mindestens 3 Metern fliegen und darf dabei einen Raum von 10×10 Metern nicht verlassen.
Der bisherige Weltrekord bei einem menschengetriebenen Helikopter sind 20 Zentimeter für 19,46 Sekunden. Bisher sind nur zwei solche Geräte abgehoben: Die Da Vinci III aus Kalifornien und die Yuki I aus Japan:

Da Vinci III

Ausserdem findet man bei Youtube einige Maschinen, die nicht abgehoben sind.
Die Tatsache, dass diese beiden Maschinen aber doch abgehoben haben, ist faszinierend. Vor allem die Da Vinci III erscheint mir relativ ineffizient ( offene Luftschrauben sind keine guten Antriebe), daher sollte da noch einiges mehr drin sein. Dennoch: Alleine ein Fluggerät, welches ebenfalls 20 Sekunden in der Luft bleibt zu bauen, dürfte eine große Herausforderung sein – hauptsächlich wegen des Gewichts der Maschine selber.
Allerdings gibt es inzwischen ja regulär pedalgetriebene Luftkissenboote – ein Helikopter wäre das der nächste Schritt. Ebenfalls schon gebaut wurden seit den 1980ern drei pedalgetriebene Zepelline.

Preis: 250.000 US$ für den ersten Menschen, der es schafft
Wettbewerbsschluss: offen
Mehr Infos: Vertical Flight Society
Status: Designphase – ich verfolge aktuell zwei Konzepte. Eines (das Rotopéde) verbessert die Da Vinci III, eines (die Maple Nut) sieht komplett anders aus als die beiden bereits geflogenen Fahrzeuge uns setzt auf extrem simple Technik.
Hoffnung: Ich glaube nicht, dass ich so ein Gefährt jemals eine ganze Minute in der Luft halten können werde – aber schon etwas zu bauen, was überhaupt abhebt (und sei es nur eine Sekunde), ist eine große Herausforderung von der ich glaube, dass ich viel Spass an ihr haben werde.
Mehr dazu: Das hängt von der Entwicklung ab. Auf jeden Fall werde ich mehr dazu schreiben, sobald das Projekt die bloße Designphase verlässt oder diese abgeschlossen ist. Es kann ein-zwei Jahre dauern, bis erste Experimente (motorisierte Modelle) zur Umsetzung vorzeigbar sind.


Ad futuram: Dreimal Pedale

Wenn wir an Pedalfahrzeuge dneken, denken wir an Fahrräder. Vielleicht noch Kettcars.
Und immer nur an die Standardvarianten. Doch es gibt noch ganz andere Fahrzeuge, die allein mit der Kraft der Füße angetrieben werden.

Drei exotischere Ideen der letzten Wochen möchte ich hier vorstellen, als Beispiel, was alles möglich ist:

Das Wohnmobilfahrrad

camperbike

Fahrräder haben eine unglaubliche Bandbreite an Formen, die kaum einer wahrnimmt. Postfahrräder sieht man ja ab und an mal, aber richtige Transportfahrräder zum Einkaufen eher selten.
Das Extrem dieses Fahrzeugtyps dürfte dieses pedalgetriebene Wohnmobil sein. Kevin Cyrs Camperbike basiert auf einem in den nördlichen USA verbreiteten Transportfahrrad für sperrige Waren. Das Wohnsegment sitzt auf der Ladefläche auf und bietet einen Schlafplatz und die nötigste Ausstattung.

Pedalluftkissenboot

Pedalhovercraft

Ich vermute mal, dass dieses pedalgetriebene Luftkissenboot den Fahrer richtig ins Schwitzen bringt – aber interessant, dass so etwas überhaupt möglich ist.
Meine vollsten Respektbekundungen an die londoner Studenten, die das Ding gebaut und vorgeführt haben.

Pedalboot

Hier ist ein Video wesentlich besser als ein Bild. Hobies MirageDrive ist ein Pedalantrieb für kleine Boote, der eine unglaubliche Kraft entwickelt und eine bessere Übersetzung hat als eine Schraube oder gar ein Paddel.
Das Ergebnis ist ein schnelles, leichtes und auch technisch interessantes Wasserfahrzeug.

Soviel zu dne Extremfällen der Spannbreite menschengetriebener Fahrzeuge. Wer jetzt noch glaubt, man könne mit einem fahrad nicht durchs leben kommen, wartet einfach meinen nächsten beitrag zum Thema ab. Irgendwann in den nächsten Tagen stele ich dann meine Fahrradflotte vor, mit der ich problemlos durch den Alltag komme – abgesehen vielleicht vom Möbelkauf.


Parkbänke mal anders

Bike en Chill

In einem Wettbewerb von Kunststoffunternehmen Poly Products hat ein interessanter Entwurf aus Den Haag gewonnen: Das Designbüro Uq Design und die Aaarchitecten hat eine Sitzbank entworfen, die zugleich als Fahrradgarage taugt.
Der Entwurf ist für den Hauptbahnhof von den Haag gedacht, aber er wäre auch anderswo attraktiv, etwa auf dem großen, leeren Europaplatz vor dem Hauptbahnhof Mönchengladbach. Ich könnte mir sogar vorstellen, die Dinger als Mauerersatz fürs Grundstück einzusetzen – vom Hof aus ist es eine Fahrradgarage, vom Bürgersteig eine Sitzgelegenheit. Wesentlich besser als nutzlose und hässliche Mauern.

Skizze zu Bike en Chill

architectenweb.nl via Bouwen & Wonen


Holy. Shit.

Mit Dank für dne Link an Miach.


Aller guten Dinge…

Wenn ich genug Geld hätte, um Erfindungen zu erfinden würde ich eine Menge machen. Etwas überrascht war ich dann heute, als ich beim Design Blog gleich drei neue Produkte gesehen habe, die ich so oder ähnlich auch mal angedacht hatte.
Als da wären:

Das Braille-eBook
Meine Version: Mein eBook hat keine Pins unter einer Gummischicht, die nach oben fahren, um einen Text in Braille wiederzugeben.
Die Umsetzung: Ein Gedächtnis-Werkstoff bildet bei elektrischer Anregung Buckel aus, die sich zu Braille zusammenstellen lassen.

Braille eBook

Solarwasserreiniger
Meine Version: Jeder weiss, dass destiliertes Wasser absolut rein ist. Es ist nicht sonderlich mineralstoffreich, aber es ist trinkbar. Warum also macht man zur Reinigung von Wasser oder Meerwasserentsalzung nicht das einfachste und fängt Verdunstungswasser auf. Mein Konzept war eine glasüberdachte Anlage am Strand, die bei Flut geflutet wird. Das Wasser beginnt, unter dem Glasdah zu verdunsten und fließt das Dach entlang in Kanäle zur Abfüllung
Die Umsetzung: Der Gewinner bei einem australischen Design-Wettbewerb ist Solaqua, eine portable Wasserreinigungseinheit, die genau so funktioniert. In Australien ist es in weiten gebieten sehr heiss, daher ist eine solche Anlage sehr nützlich. Einer Anwendung in der Dritten Welt stünde mE nichts im Weg.

Solaqua

Baum-Fahrradständer
Meine Version: Die hat nichts mit Bäumen zu tun. Ich hatte meinem vater vorgeschlagen, wegen des geringen Platzes auf dem Hof den angedachten Fahrradständer einfach an die Wand zu montieren und die Fahrräder senkrecht zu parken.
Die Umsetzung: Ein italienischer Designer geht noch einen Schritt weiter und kombiniert das ganze mit einem Baumschutz aus Metall. Sowas sollte mE jede Stadt anschaffen.

Baumschutz-Radstand