Alkoholverbot hat sich erledigt

Das seit eineinhalb Jahren in der Freiburger Innenstadt geltende Alkoholverbot ist rechtswidrig. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg erklärte die zwei entsprechenden Verordnungen am Dienstag in Mannheim für unwirksam. Die Richter urteilten in zwei Normenkontrollverfahren, ein allgemeines Alkoholverbot auf öffentlich zugänglichen Flächen sei von der Generalermächtigung des Polizeigesetzes nicht gedeckt. Die enthemmende Wirkung von Alkohol könne zwar zu aggressivem Verhalten führen, aber nicht typischerweise bei jedem. – WAZ

Dazu muss man wissen, dass ein ähnliches Verbot auch in Mönchengladbach angedacht war. Damit wollte man unliebsame Jugendliche „Lungerer“ aus der Stadt schaffen, die momentan vor allem um das alte Stadttheater (Kreuzung Hindenburgstraße/Stepgesstraße) herumsaßen und ab und an mal einen schluck tranken.

Meiner Meinung hätte das populistische Gesetz nichts gebracht, weil die Jugendlichen dort auch ohne Alkohol rumhängen würden (dann halt mit Pommes).
Das eigentliche Problem der Stadt wäre damit nicht bekämpft, sondern aktiv ignoriert worden – nmlich, dass Gladbach für Jugendliche einfach nichts bietet. Wirklich gar nichts.
Mönchengladbach hat keine Jugendkultur. Und das git nicht nur für die Studenten (die aber als zukünftig einkommensstarke und junge Gruppe volkswirtschaftlich durchaus wichtig sind), sondern für alle Jugendlichen: Ausserhalb der Schulen gibt es praktisch keine Angebote für sie – und wer geht als Jugendlicher schon in seiner Freizeit in die Schule?

Will man das Problem der herumlungernden Teenager lösen, so muss man ihnen etwas bieten, wo sie hinkönnen und vor allem -wollen.
Das Alkoholverbot hingegen hätte die Stadt für diese Leute noch unattraktiver gemacht, als sie ohnehin schon ist. Sorum vertreiben wir die Jugendlichen nur – und dann sollten wir uns nicht wundern, wenn sie abwandern, sobald sie das Elternhaus verlassen können.

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